Venezuela verbietet endgültig genetisch verändertes Saatgut – Monsantos GMO’s müssen aus Venezuela weichen!


Nach Mexiko, Guatemala und Costa Rica – Ein neuer Rückschlag für Monsanto. Nun verbannt auch Venezuela genmanipuliertes Saatgut. Die Nationalversammlung in Venezuela hat am 23. Dezember 2015 ein Gesetz verabschiedet, das die Verbreitung, den Import und die Produktion von genmanipuliertem Saatgut untersagt. So soll das alte Saatgut geschützt werden.

farmer

 

Ein Sieg auf ganzer Linie für einheimisches und bäuerliches Saatgut! Nach El Salvador, Guatemala und Costa Rica hat sich jetzt auch Venezuela gegen Monsanto ausgesprochen. Die Nationalversammlung in Venezuela hat ein Gesetz verabschiedet, das die Verbreitung, den Import und die Produktion von genmanipuliertem Saatgut untersagt. So soll das alte Saatgut geschützt werden. 

Im November musste  Monsanto in Mexiko gleich zweimal eine Niederlage hinnehmen. Nun hat der US-amerikanische Saatgutkonzern Monsanto im Zuge einer juristischen Auseinandersetzung in Mexiko eingestanden, dass die traditionellen Maisanbaugebiete in dem Land, im Falle der Anpflanzung gentechnisch veränderten Saatgutes, kontaminiert würden.

Staatliche Erpressung zugunsten Monsanto

Bereits im August zeigten wir am Beispiel El Salvador, unter welchem Druck die Länder Lateinamerikas stehen, wenn sie sich gegen Monsanto entscheiden. Die USA hatten El Salvador unter Druck gesetzt, GVO-Saatgut von Monsanto zu kaufen und drohten andernfalls die finanziellen Hilfsmittel zu streichen.  Eine der Bedingungen der Vereinigten Staaten für die Genehmigung einer beinahe 300-Millionen-Dollar-Hilfe war, dass El Salvador sich verpflichtet, gentechnisch verändertes Saatgut von Monsanto zu kaufen, statt Nicht-GV-Saatgut von den heimischen Bauern. Doch sie hatten alle nicht mit der Hartnäckigkeit der Bauern in El Salvador gerechnet. Der Widerstand der Bauern hat über die großen Konzerne wie Monsanto gesiegt.

Nach Mexiko, Guatemala und Costa Rica –  ein neuer Rückschlag für Monsanto. Nun verbannt auch Venezuela genmanipuliertes Saatgut

Trotz Hugo Chavez‘ Verbot für transgene Nutzpflanzen im Jahr 2004 versuchen große multinationale Konzerne wie Monsanto, die aktuelle Wirtschaftslage zu nutzen, um auf den Anbau von GV-Saatgut in Venezuela zu drängen. Doch auch an Venezuela wird deutlich: Die Protestbewegungen gegen Monsanto und Co. führen immer mehr zu einem Sieg. 

Der lange Kampf in Venezuela gegen Konzerne wie Monsanto, Cargill, Dreyfuss, DuPont, Syngenta, Pioneer, Dow, BASF und Bayer

Im Juni 2013 hatte José Ureña von der Vereinigten Sozialistischen Partei Venezuelas (PSUV) ein neues Saatgutgesetz in die Nationalversammlung eingeführt, die die 2002-Version ersetzen und das Verbot von 2004 anpassen sollte. Daraufhin kam es zu einem Protest von vielen Gruppen bestehend aus Landwirten, Umweltschützern und aus der Bevölkerung. Sie vermuteten hinter der neuen Fassung eine Hintertür für Transgene Organismen.

INFOBOX

Bei einer Zusammenkunft in Caracas 2004 stellte Chavez klar, die Aussaat genmanipulierter Organismen widerspreche den Interessen der Bauern und Landarbeiter des Landes. Er legte den Plan Monsantos offen, 500 000 Pflanzen einfach aussäen zu wollen: „Ich habe die Beendigung dieses Projekts angeordnet“, sagte Chavez, „da diese Organismen (als Sojaprodukte) zur Verwendung kommen sollen. Das Projekt ist beendet.“ Chavez sagte: „Die Bevölkerung der Vereinigten Staaten, Lateinamerikas und der Welt sollten sich dem Beispiel Venezuelas anschließen und frei von transgenen Organismen werden.”Die internationale Organisation „Via Campesina“ („Sicht der Bauern“) repräsentiert mehr als 60 Millionen Landwirte. Sie machte Chavez auf die Problematik aufmerksam, als dieser Vertragsverhandlungen mit Monsanto begann.

In einem am 2. Mai 2014 veröffentlichten Statement wurde der Unmut der Protestbewegung und deren Standpunkt erklärt. Sie wollen keine transgenen Organismen und wiesen auf die Gefahr durch Monsanto und Co. hin. Die Protestbewegung gab sich nicht nur mit einem Statement zufrieden und zeigte auch immer wieder durch Demonstrationen, dass sie keine GMO im Lande haben wollen. Venezuela soll ein „Territorium frei von genmanipuliertem Saatgut“ bleiben, so die Organisatoren. Dies müsse gesetzlich garantiert werden. Am 23. Dezember 2015 war es dann soweit: Das Gesetz wurde verabschiedet.

Das Modell des „Agro-Business“ transnationaler Konzerne wie Monsanto, Cargill, Dreyfuss, DuPont, Syngenta, Pioneer, Dow, BASF und Bayer muss in Venezuela verhindert werden. Dieses führe nur zu Abhängigkeiten, wie es in Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay der Fall sei, wo eine Soja-Monokultur vorherrscht und damit eine „Landwirtschaft ohne Bauern und eine Gesellschaft, die nicht souverän über ihre wertvollsten Güter verfügen kann“.

Bereits in der ersten Lesung hatte die Nationalversammlung Venezuelas im Oktober 2014 ein neues „Gesetz über Samen“ verabschiedet, das die inländische Lebensmittelproduktion fördern will und den Import von genetisch verändertem Saatgut verbietet. Das Gesetz reguliert die Herstellung, Verteilung, Aufbewahrung und den Gebrauch von Saatgut in Venezuela. Darin wird Saatgut als „strategisches öffentliches Gut“ definiert und seine Patentierung und Privatisierung eingeschränkt. Nun ist dieses Gesetz amtlich und kann nicht widerrufen werden.

Der Gesetzesentwurf war von verschiedenen sozialen und Umweltgruppen in insgesamt fünf Diskussionsrunden im ganzen Land ausgearbeitet worden. In den vergangenen Monaten hatten Gruppen von Aktivisten das Thema immer wieder auf die politische Agenda gesetzt und eine umfassende Kampagne gegen genmanipuliertes Saatgut geführt. Rund um die erste Lesung im Parlament fanden in Caracas mehrere Aktionstage zum Thema der Ernährungssouveränität statt.

Das neue Gesetz verbietet GVO und zielt darauf ab, die Ernährungssicherheit zu gewährleisten

Am Mittwoch, dem 23 Dezember 2015 hieß es erneut: alle gegen Monsanto und Co. Die Nationalversammlung Venezuelas hat einen Entwurf für das Saatgutrecht verabschiedet, wonach der Staat die nachhaltige Landwirtschaft als strategische Grundlage für die Ernährungssicherheit genehmigt. „In Venezuela sind wir in der Lage, unsere eigenen Samen zu produzieren,“  erklärte Arnaldo Vásquez, der Direktor der Ezequiel Zamora Foundation.

Das neue Gesetz schlägt die Gründung einer nationalen Saatgut-Institution vor, welche die Saatgutversorgung prüfen und überwachen wird, um Verstöße gegen das GMO-Verbot zu verhindern, zu identifizieren und die Täter zur Verantwortung zu ziehen. Zusätzlich wird die Institution das Saatgut der Farmer schützen, das seit Generationen Teil der Kultur ist und ein Produkt natürlicher Kreuzungen. Ein Sieg auf ganzer Linie für einheimisches und bäuerliches Saatgut!

Die venezolanische Landwirtschaft wurde von der UN-Welternährungsorganisation für ihre Bemühungen für die Lebensmittelsicherheit und die Beseitigung des Hungers gelobt. Was schon erstaunlich ist, da diese ja immer wieder behaupten, dass genmanipuliertes Saatgut den Hunger beseitige, da diese mehr Ertrag brächten. Siehe World Food Prize 2014 für genmanipulierten Weizen.

Zur Zeit wird Afrika mit dem Monsanto-Gesetz unter Druck gesetzt. Sogar ein eigenes Monsantogesetz gibt es, gerade dann wenn man ein Freihandelsabkommen mit den USA abgeschlossen hat. Das haben wir Netzfrauen anhand der Kleinbauern in Guatemala gesehen: Manchmal siegt David im Kampf gegen Goliath doch. In Lateinamerika tut sich etwas – gerade die Kleinbauern wollen sich nicht weiter von Monsanto und Co. versklaven lassen.

Nach Mexiko,Guatemala und Costa Rica – Ein neuer Rückschlag für Monsanto. Nun verbannt auch Venezuela genmanipuliertes Saatgut. Es ist offensichtlich: Die Motivation der Länder in Lateinamerika, den Einfluss von Biotech-Firmen auf die Anbaumethoden zu beschränken, ist sehr intelligent.

Wir fragen uns: Warum fehlt unseren Politikern in Deutschland, Österreich bzw. der EU eigentlich diese Intelligenz? Sollte man sie nach Lateinamerika zur Schulung schicken? Schaden kann es vermutlich nichts…

Foto: ROBYN BECK/AFP/Getty Images

(…)

Quelle: http://www.epochtimes.de/umwelt/venezuela-verbietet-gentechnisch-manipuliertes-saatgut-a1296417.html

Gruß nach Venezuela

TA KI

Mit Terminator-Saatgut zur Kontrolle der Völker


Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit sind einige gigantische Konzerne gemeinsam mit der Regierung der USA daran, die weltweite Kontrolle über sämtliches Saatgut zu erlangen. Es ist gentechnisch so verändert, daß es vor der Wiederaussaat „Selbstmord“ begeht. Ihr Ziel hatte Henry Kissinger schon auf den Punkt gebracht:

„Kontrolliere die Nahrungsmittel, und du kontrollierst das Volk.“

Von: F. William Engdahl

Tun Sie so, als wäre das, was Sie gleich lesen werden, ein Krimi, denn sonst glauben Sie es vielleicht nicht. Ein Konzern, der Agrarpestizide und -herbizide herstellt und Saatgut für die wichtigsten Getreidearten verkauft, ließ verlauten, daß er einen kleinen, sozusagen unbekannten Saatguthersteller in Mississippi aufkaufen wolle: die Firma Delta & Pine Land aus Scott im US-Bundesstaat Mississippi. Die Massenmedien nahmen keine Notiz von diesem Ereignis. Durch diese Übernahme erhält jedoch der weltgrößte Hersteller von genetisch veränderten Organismen (GVO), der Monsanto-Konzern aus St. Louis, Missouri, die weltweiten Patentrechte für die sogenannte ‚Terminator‘-Saatgut-Technologie.

Um die Bedeutung dieser Fusion verstehen zu können, müssen wir etwa vierzig oder mehr Jahre auf die Anfänge des ‚Agrobusiness‘ zurückblicken. Anfang der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts beschlossen zwei Professoren der Harvard Business School (von denen einer zuvor ein hoher Beamter des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums gewesen war), die weltweite Nahrungsmittelproduktion zu revolutionieren. Nach außen hin war es ihr Ziel, die Landwirtschaftserträge zu steigern. Das Geschäft des Nahrungsmittel- und Ballaststoffanbaus sollte ebenso effizient werden wie die Herstellung von Automobilen oder Rundfunkempfängern.

Die beiden Professoren hießen Ray Goldberg und John Davis. Sie prägten den Begriff ‚Agrobusiness‘ als Umschreibung für ihre stille Revolution. Ihr Argument war es, daß die Landwirtschaft, die den jahreszeitlichen Wachstumszyklen unterworfen ist, zu sehr auf den Kleinbauern ausgerichtet sei. Der Kleinbauer war das ‚schwache Glied‘ in ihrer Kette. Wenn er keinen Mais oder Weizen anbauen kann, hält er Milchkühe, Hühner und ein paar Schweine und verkauft seine Erzeugnisse auf dem Dorfmarkt. Wir nennen ihn den Familienbauer.

Kochende Frösche: Die schleichende Agrobusiness-Revolution

Angefangen haben sie mit den Zitrusfarmern in Florida und dem Orangensaft-Hersteller Sunkist. Langsam begannen Goldberg und Davis, das Gesicht der amerikanischen Landwirtschaft zu verändern. Dann kamen die Hühner. Anstelle von einigen wenigen Hühnern mit freiem Auslauf, die ihr Futter im Freien aufpickten, führten Perdue Farms und später Tyson Farms aus Arkansas die Methoden von Davis und Goldberg ein. Damit wurde die Geflügelzucht industrialisiert. Wie bei einer Autoherstellung am Förderband wurden auf Betriebsanalysen basierende Methoden eingeführt. Die Schlüsselzahl war die Massenproduktion von Tonnen von Hühnerfleisch pro Stunde. Auf den sogenannten Fabrikfarmen wurden die Fütterung, Impfung und Schlachtung mechanisiert. Es wurden Zehntausende, manchmal Hunderttausende von Kleinvögeln in Käfigen zusammengepfercht, wo sie niemals das Tageslicht erblickten. Sie wurden mit Antibiotika vollgepumpt, weil sie dadurch schneller wuchsen. Zeit war Geld.

Schritt um Schritt breitete sich das Agrobusiness über die ganze amerikanische Landwirtschaft aus. Die Energiekrise der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts gab der ‚Kostenreduktion‘ nochmals einen großen Auftrieb. Landwirte mußten Kredite aufnehmen, um überleben zu können, was Hunderttausenden von ihnen nicht gelang. Dann nahm die ‚Wirtschaftlichkeit durch Massenproduktion‘ die Überhand. Riesige Weidelandbetriebe wie die Firmen Iowa Beef Processors, Cargill Beef und andere schlossen sich Ende der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts in den USA zu einem Rindfleisch-Kartell zusammen. Es war Präsident Lincoln gewesen, der während der 60er Jahre des 19. Jh. das amerikanische Landwirtschaftsministerium gegründet hatte, um die Interessen von Familienlandwirten zu schützen. Nun war eben dieses Ministerium zu einem politischen Amt der großen Agrobusiness-Konzerne umgewandelt worden. Als ihre Schulden anstiegen, wurden die Landwirte langsam gezwungen, ihre Arbeitskraft auf vertraglicher Basis an die neuen Agrobusiness-Konzerne wie Tyson Foods oder Cargill Beef zu vergeben. Das traditionelle Gesicht des landwirtschaftlichen Amerikas wandelte sich radikal.

Anfang der 90er Jahre führte eine Reihe von Fusionen und Übernahmen in den USA zu einem Kartell. Über 80 Prozent der 35 Millionen Viehschlachtungen pro Jahr waren nun in den Händen von vier Großkonzernen. Genau das gleiche galt für die meisten anderen Nahrungsmittelbereiche.

Diese Umwandlung war für die neuen, gigantischen Agrobusiness-Konzerne sehr rentabel. Das Einkommen der Familienlandwirte stürzte in sich zusammen, da sie bis zum Ende des 20. Jahrhunderts die Kontrolle über ihren Markt vollständig an die Agrobusiness-Giganten abgeben mußten. Der durchschnittliche Jahresgewinn auf dem Aktienkapital stieg im industriellen Nahrungsmittelverarbeitungssektor von 13 Prozent im Jahr 1993 auf 23 Prozent im Jahr 1999. Hunderttausende von unabhängigen Familienlandwirten wurden durch die Ausbreitung des Agrobusiness und der dazugehörenden Großbetriebe aus dem Geschäft gedrängt. Es war ihnen unmöglich, dem Wettbewerb standzuhalten. Die traditionelle Landwirtschaft war arbeitsintensiv, wohingegen die Fabriklandwirtschaft kapitalintensiv war. Die Landwirte, denen es gelang, Geld für Tierhaltesysteme aufzunehmen, stellten bald schon fest, daß die geringen Ersparnisse der Arbeitskosten nicht genügten, um die steigenden Einrichtungs-, Energie-, Käfighaltungs- und Medikamentenkosten zu decken.

Die Zunahme der Fabriklandwirtschaft führte zu einer Abnahme des Einkommens, das unabhängige Landwirte durch ihre Tierhaltung erzielen konnten; Tausende wurden aus dem Geschäft gedrängt. Zwischen 1979 und 1998 nahm die Zahl der Landwirte in den USA um 300’000 ab.

Ende der 90er Jahre beschrieb ein Bericht des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums, welche enormen Sozialkosten mit der Zerstörung der amerikanischen Familienfarm durch das Agrobusiness verbunden waren und wie die wirtschaftliche Basis von ganzen Landwirtschaftsgemeinschaften zusammenbrach. Orte, deren wirtschaftliche Grundlage die Landwirtschaft bildete, wurden zu Geisterstädten. Das Landwirtschaftsministerium ließ diesen Bericht verschwinden.

In den 80er und 90er Jahren verließen Landwirte in Scharen ihr Familienland; das Agrobusiness füllte die Lücke schnell. In von der Landwirtschaftsdepression betroffenen Gegenden versuchten Gemeinden oft verzweifelt, Arbeitsplätze anzuziehen und boten den neuen Agrobusiness-Giganten attraktive Zugeständnisse, Steuervorteile und andere Anreize, damit sie ihre industriellen Landwirtschaftbetriebe in der Region ansiedelten. Damit sollten neue Arbeitsplätze geschaffen und wirtschaftliches Wachstum erzielt werden. Das Hauptwachstum fand, aufgrund der gewaltigen Tieranhäufungen, beim Tierkot statt – tierische Abfallprodukte in unvorstellbaren Mengen fielen an.
Dieser Prozeß wurde von finanzstarken politischen Lobbygruppen unterstützt, um jahrzehntealte Gesetze zu Fall zu bringen, welche solche Monopole in der Nahrungsmittelproduktion verboten. Parallel dazu gab es beim Saatgut ähnliche Tendenzen. Ohne Saatgut kann heute kein Landwirt Feldfrüchte wie Weizen, Mais, Sojabohnen, Raps oder Reis anbauen.

Die Kontrolle der weltweiten Versorgung mit Saatgut ist zum Ziel der machtvollen elitären Interessensgruppen geworden, die hinter den marktbeherrschenden Machtkonzentrationen im Agrobusiness in den USA und in der EU stehen. Im wesentlichen kontrollieren weltweit drei oder vier Getreidekonzerne (die alle in den USA ansässig sind) den überwältigenden Anteil an Saatgut für Sojabohnen, Weizen und andere Nahrungsmittel. Cargill, Bunge, ADM und, bis vor kurzem, Continental Grain bestimmten den Welthandelspreis für Saatgut.

Die Personen der obersten Unternehmensleitung wechselten von der Industrie in die Regierung, um die Gesetzgebung zu kontrollieren und im amerikanischen Landwirtschaftsministerium sowie in wichtigen EU-Landwirtschaftsministerien die Politik zu beeinflussen. Es gab jedoch eine klaffende Lücke in der vollständigen Kartellisierung und Kontrolle der Nahrungsmittel als globales Wirtschaftsgut, nämlich die Tatsache, daß Landwirte imstande waren, einen Teil ihrer eigenen Ernte als Saatgut für die nächste Aussaat einzusetzen, ohne den großen Saatgutherstellern wie Pioneer HiBred, Syngenta oder Monsanto jährliche Lizenzgebühren entrichten zu müssen.

Das fehlende Stück im Agrobusiness-Puzzle war die Vervollkommnung von patentiertem Saatgut. Dessen Zweck war es, nach nur einer Ernte Selbstmord zu begehen, um den Landwirt zu zwingen, jährlich eine Gebühr zu entrichten oder seinen Ernteertrag gänzlich zu verlieren. Solches Saatgut wird unter dem Namen GURT (Genetic Use Restriction Technologies – Technologien zur Einschränkung durch Genmanipulation) gehandelt. Der verbreitete Name für diese genmanipulierten Samen ist Terminator, zu Ehren der Hollywood-Filmfigur, die in fröhlicher Ausgelassenheit tötet.

Wie ein altes chinesisches Sprichwort sagt: „Wenn du einen Frosch kochen willst, mußt du ihn zuerst in einen Topf mit kaltem Wasser setzen. Während der Frosch dann in seliger Genügsamkeit dasitzt, kannst du das Wasser ganz, ganz langsam zum Kochen bringen, bis es für den Frosch zu spät ist, hinauszuspringen.“

Ganz ähnlich ist es mit der Kartellisierung der weltweiten Nahrungsmittelversorgung. Die Landwirtschaft erfuhr in den letzten vier Jahrzehnten eine grundlegende Wandlung von einem stabilen, gesunden Familienunternehmen hin zu gigantischen weltumspannenden Industrieunternehmungen, deren Nahrungsmittelerzeugnisse zunehmend vergiftet sind und deren Nährwert immer zweifelhafter wird. Begonnen hat alles in den Vereinigten Staaten und in Kanada und hat sich dann auch auf die EU-Länder ausgebreitet – dank des enormen politischen Drucks, den Washington auf die Europäische Kommission ausgeübt hat. Nun bezeichnet der Erwerb des Terminator-Patentes durch Monsanto den Anfang einer nichts Gutes verheißenden neuen Phase in der globalen Monopolisierung unserer Nahrungsmittelversorgung.

Terminator: das fehlende Glied

Die Monsanto Corporation aus St. Louis, Missouri, ist der weltgrößte Hersteller von genmanipuliertem Saatgut und dazugehörenden Agrochemikalien. Deren Entscheidung, die Firma Delta & Pine Land zu übernehmen, wurde jetzt gefällt, um das fehlende Glied zu ergänzen und damit die totale Kontrolle der weltweiten Saatgutversorgung für die Nahrung von Mensch und Tier durch eine winzige Elite von Privatkonzernen sicherzustellen. Wenn die Menschen nicht aufwachen und das Offensichtliche sehen, dauert es vielleicht noch ein Jahrzehnt, bis die vollständige Kontrolle über die weltweite Nahrungsmittelversorgung in den Händen von vielleicht drei oder vier gigantischen Privatkonzernen liegt, die allesamt enge Verbindungen zur Kriegsmaschinerie des amerikanischen Verteidigungsministeriums haben. Dadurch bekämen sie eine Macht über das menschliche Leben, die zuvor niemand hatte, nicht einmal die machtgierigsten Eliten.
Am schockierendsten ist die Tatsache, daß die Terminator-Technologiepatente von Delta & Pine Land gemeinsam mit der Regierung der USA und dem amerikanischen Landwirtschaftsministerium entwickelt wurden. Letzteres arbeitete seit 1983 mit Delta & Pine Land zusammen, um die Terminator-Technologie durch die Genmanipulation von Saatgut zu vervollkommnen. Doch was genau ist die Terminator-Technologie, und warum ist sie so gefährlich?

Den meisten von uns ist es egal, woher der Mais in der Kellogg’s Corn Flakes-Schachtel oder der Schnellkochreis in der Schachtel von Uncle Ben’s herkommt, wenn wir im Supermarkt einkaufen gehen; alles entspringt aber einem Samenkorn. Ein Landwirt kann die Samen seiner Ernte des Vorjahres nehmen und sie wieder aussäen, um die nächste Ernte zu erzeugen. Samen können aber auch für jede Aussaat neu gekauft werden, und zwar bei den Firmen, die ihr Saatgut kommerziell vertreiben.

Das Aufkommen von kommerziell patentiertem GVO-Saatgut Anfang der 90er Jahre ermöglichte Firmen wie Montanto, DuPont oder Dow Chemicals einen Wechsel vom Lieferanten für agrochemische Herbizide und Pestizide wie Roundup hin zu patentiertem genmanipuliertem Saatgut wie Mais, Reis, Sojabohnen oder Weizen zum Anbau auf landwirtschaftlichen Betrieben.

Einen großen Aufschrei gab es – zurecht – deswegen, weil diese patentierten ‚Suizid-Samen‘ eine Bedrohung für die mittellosen Bauern in Entwicklungsländern wie Indien oder Brasilien darstellen, die normalerweise ihr eigenes Saatgut für die nächste Aussaat zurückbehalten. Terminator-Saatgut stellt im wesentlichen eine Bedrohung für die Lebensmittelversorgung in Europa, Nordamerika, Japan und in allen Ländern dar, in welchen Monsanto und dessen Elitekartell von GVO-Agrobusinessfirmen in den Markt eintritt.

‚Terminator‘-Pflanzen sind genmanipuliert, damit sie sterile Samen hervorbringen. Durch das Einführen von ‚Unterstützer‘- und ‚Markierungs‘-Genen und Gen-Schaltern ist es möglich, die Sterilität der Ernte dadurch ein- oder auszuschalten, daß die Pflanze auf der Molekularebene mit Chemikalien behandelt wird. Das Saatgut kann geerntet werden, jedoch kann es ohne wiederholte Anwendung eines chemischen Induktors nicht als Ausgangsmaterial für die nächste Aussaat verwendet werden.

(…)