Hillary und die Geister von Watergate


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Von Charles Hugh Smith

Charles H SmithWenn man aus den Geistern von Watergate auch nur eine Lehre ziehen kann, dann die, dass die umfangreiche monetäre Unterstützung eines Führers, der die Fähigkeit verloren hat zu liefern, zum Ende des Spiels sehr schnell wegbricht.

Die Parallelen zwischen Hillary Clinton und Richard Nixon sind nicht juristischer Natur, sie sind politischer Natur – genauer: wie kann ein von Skandalen und Vertuschungen verkrüppelter Führer regieren? Ganz einfach gesprochen: wie kann ein verkrüppelter Politiker gegenüber den besonderen Interessengruppen liefern, die ihr Geld und politisches Kapital auf die Fähigkeit gesetzt haben, dass dieser Politiker ihnen Gefälligkeiten liefern kann?

Unter den vielen Geistern von Watergate verfolgt ein Geist Hillary besonders stark: die Interessengruppen und Parteigetreuen, welche sie Monat für Monat und Jahr für Jahr bei jedem Skandal und jeder Vertuschung aufgrund des Versprechens verteidigt haben, dass sie liefern wird, sobald sie zur Präsidentin aufgestiegen ist. Wenn diese erkennen, dass sie zu beschädigt ist, als dass sie für irgendwen irgendetwas von Wert liefern wird, warum würden die sie dann weiter unterstützen wollen?

Wenn ein Politiker erklären muss, dass er »kein Betrüger« ist – zumindest basierend auf Juristensprache, weniger aufgrund einer moralischen Basis -, dann hat sich die Fähigkeit dieses Politiker zu führen verflüchtigt. Hillary und ihre Unterstützer verlassen sich vollends auf die juristische Auslegung ihrer Fehltritte, anstatt auf eine selbsterklärende, grundlegende Moralbasis von richtig und falsch.

Zu erklären, dass man »kein Betrüger« sei, weil die Fehltritte nicht verfolgt werden, ist dasselbe wie zu erklären, man stehe »über dem Gesetz«. Wenn die Basis der eigenen Führungsfähigkeit sich auf juristische Spitzfindigkeiten und Verbündete im Justizministerium stützt, welche die Untersuchungen verhindern, während gleichzeitig Immunität wie Süßes an Halloween verteilt wird, dann ist die politische Fähigkeit zu führen nicht länger vorhanden.

Letztendlich führt der Präsident durch moralische Überzeugung. Selbst der politische Akt, gegenüber den besonderen Interessengruppen zu liefern, welche den Wahlkampf finanziert und für den eigenen Wohlstand gesorgt haben, muss durch die moralische Autorität persönlicher Integrität und die moralisch grundsätzliche Berufung zum Gemeinwohl gedeckt sein.

Ein Politiker der praktisch keinerlei persönliche Integrität besitzt, ist nur solange brauchbar, wie er fähig ist den besonderen Interessengruppen gegenüber entgegen des Willens der Bevölkerung zu liefern. Sich auf kaltblütige Kuhhandel zu verlassen funktioniert nur, wenn der Führer ausreichend politisches Kapital hat, einen jeden dazu zu bringen Gefälligkeiten gegenüber Verbündeten und besonderen Interessengruppen zu gewähren.

Dieses politische Kapital beruht jedoch auf moralischer Überzeugung und Unterstützung, die man sich nicht durch Versprechen verdient hat, sondern durch die Führung der Nation durch das dichte Gestrüpp von Lösungen, die für die Bevölkerung funktionieren und nicht nur für die wenigen an der Spitze.

Wenn die Fähigkeit zu führen erst einmal verloren ist, dann können sich die besonderen Interessengruppen die zu erwartenden Gefälligkeiten abschminken. Und sobald sie erkennen, dass ihr Politiker eher eine Bürde als ein Vorteil ist, dann muss der Selbsterhaltungstrieb diese Bürde alsbald aufgeben. Es ist nichts persönliches, nur Geschäft.

Wer glaubt, dass Hillary die persönliche Integrität hat nachhaltiges politisches Kapital als Führer aufzubauen, ist gestört. Wer glaubt, dass Hillary die moralische Grundlage hat gegenüber den vielen besonderen Interessengruppen zu liefern, die ihren Wahlkampf finanziert und für ihren persönlichen Wohlstand gesorgt haben, ist gleichermaßen gestört.

Sind Goldman Sachs und andere gestört? Falls es irgendeine Lehre aus den Geistern von Watergate gibt, dann die, dass die umfangreiche monetäre Unterstützung eines Führers, der die Fähigkeit verloren hat zu liefern, zum Ende des Spiels sehr schnell wegbricht.

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>>> zum englischsprachigen Original-Beitrag

Übersetzung aus dem Englischen vom Nachtwächter

Quelle: http://n8waechter.info/2016/11/hillary-und-die-geister-von-watergate/

Gruß an die Aufklärer

TA KI

 

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Die fünf Phasen des Sterbens der Zentralbanker


Die fünf Phasen des Sterbens der Zentralbanker

Von Charles Hugh Smith

Charles H SmithDie Zentralbanker verweigern sich jetzt der Erkenntnis und sind wütend über die berühmten “Fünf Phasen des Sterbens“ von Elisabeth Kübler-Ross: nicht wahrhaben wollen, Zorn, Verhandeln, Depression und Akzeptanz.

Die Zentralbanker wollen nicht wahrhaben, dass all ihre Billionen von Dollars, Euros, Yen und Yuan vollständig und gänzlich versagt haben, ihr gewünschtes Ergebnis zu erzielen: “organische“ (sprich von den Staaten und Zentralbanken nicht manipulierte) Ausweitung von Produktivität, Investitionen und Haushaltseinkommen.

Sie bestehen nicht länger darauf, dass ihr kostenloses Geld für Finanziers letztlich bei den Massen ankommen wird. Sie sind zornig darüber, dass die Massen ihnen das nicht abkaufen. Die Zentralbanker machen jetzt die breite Masse dafür verantwortlich, dass sie einen perversen psychologischen Status des Unglaubens an der Omnipotenz der Zentralbanken und ihrer Politik aufrechterhalten.

Sie sind wütend über das Verhalten zögernder Privathaushalte und zeigen mit dem Finger auf sie als Ursache der globalen Schwäche. Wenn die Menschen nur glauben würden, dass alles großartig ist, dann würden sie Geld leihen und Tonnen von Geld ausgeben – und dann würde das Schiff mit Volldampf aus dem Hafen auslaufen.

Sieben Jahre haben die Zentralbanker damit verbracht “Signale“ zu konstruieren, die einen psychologischen Zustand der Euphorie erschaffen sollten, was zu mehr Kreditaufnahme und Ausgaben geführt hätte. Der Aktienmarkt steht auf Allzeithochs, begreifen diese dämlichen Massen das nicht? Das ist das “Signal“, dass alles gut ist und sie sollten losgehen und mehr Geld aufnehmen, um die Banken noch reicher zu machen!

Der Zorn der Zentralbanker richtet sich nicht gegen die Quelle der fehlgeschlagenen Politik – sie selbst -, sondern gegen die breite Masse, deren Bullshit-Detektoren anzeigen, dass alle Signale manipuliert und folglich wertlos sind. Die Skepsis der breiten Masse ähnelt der des Spielers beim “Bauernschreck“ [A.d.Ü.: “Hütchenspiel“ mit 3 Karten]: der betrügerische Kartengeber (die Zentralbanken) hat den Spieler ein paar Runden gewinnen lassen, um zu “beweisen“, dass das Spiel ehrlich abläuft. Aber der Spieler ist trotzdem weiterhin skeptisch.

Dies macht die Zentralbanker wütend, weil sie darauf gesetzt haben, dass die Spieler auf das manipulierte Spiel hereinfallen. Dies sollte nicht geschehen, deshalb toben sie, denn die keynesianische Trickkiste hätte an sich funktionieren sollen. Die vorgesetzte Wahrnehmung (steigende Märkte bedeuten, dass die Wirtschaft gesund ist und brummt) hätte über die Realität (die Wirtschaft ist krank und abhängig von den gefährlichen Drogen Schulden und Spekulation) triumphieren sollen.

Als nächstes kommt: Verhandeln. Die Zentralbanker knien vor dem falschen Gott des keynesianischen Cargo-Kults und sagen, dass sie “Helikoptergeld“ (also mehr finanziellen Stimulus) anbieten, solange die Finanzgötter nur das “Wachstum“ wiederherstellen. Ihre Hoffnung ist, dass die Götter für sie, die “guten Zentralbanker“, die unausweichliche Zerstörung ihre Schulden-Imperien noch etwas hinauszögern.

Das Scheitern ihrer Politik dringt endlich ins Bewusstsein und die Zentralbanker geben der deprimierenden Realität nach. Sie erscheinen trist, stocken vor den Mikrophonen und haben sich von der “was immer notwendig ist“-Euphorie verabschiedet. Sie erkennen, dass eine weitere Runde kostenlosen Geldes für Banken und manipulierte Märkte die Probleme nur schlimmer machen und was von ihrer bröckelnden Glaubwürdigkeit noch übrig ist aufzehren wird.

Nur wenn die Zentralbanker das vollständige und gänzliche Scheitern ihrer Politik akzeptieren und wenn sie akzeptieren, dass ihre Politik das Ungleichgewicht in der Vermögensverteilung gesteigert und die Weltwirtschaft mit Schulden, Spekulation und Manipulation verkrüppelt hat, können wir endlich voranschreiten.

Bis dann sind wir in der Welt gefangen, welche die Zentralbanker erschaffen haben: eine Welt wachsender Vermögens- und Einkommensungleichgewichte, permanenter Manipulation der Märkte zum Zwecke der Leitung der Wahrnehmung und spekulativen Schuldenblasen, die mit einer Grausamkeit platzen werden, wie sie nur von wenigen erwartet oder verstanden wird.

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>>> zum englischsprachigen Original-Beitrag

Übersetzung aus dem Englischen vom Nachtwächter

Quelle: http://n8waechter.info/2016/05/die-fuenf-phasen-des-sterbens-der-zentralbanker/

Gruß an die Denkenden

TA KI

Warum NIRP (Negativ-Zinspolitik) jämmerlich scheitern wird


Warum NIRP (Negativ-Zinspolitik) jämmerlich scheitern wird

Von Charles Hugh Smith

Charles H SmithDie Abschiedsvorstellung der Zentralbanken ist die Negativ-Zinspolitik – NIRP [engl.: Negative Interest Rate Policy]. Die grundsätzliche Idee hinter NIRP ist es, die Sparer so gravierend zu bestrafen, dass Haushalte und Unternehmen sich genötigt sehen, was auch immer sie an Geld haben, für irgendetwas auszugeben.

Wofür das Geld verschwendet wird, ist den Zentralbanken unwichtig. Alles, was zählt ist, dass die Menschen und Firmen gezwungen werden, alles Bargeld auszugeben, anstatt es zu “horten“ und somit ihr Kapital zu erhalten und zu bewahren.

Das dies nachweislich verrückt ist, versteht sich von selbst. Wenn eine Volkswirtschaft davon abhängig ist, zukünftige Ausgaben in die Gegenwart vorzuziehen, indem die Ersparnisse zerstört werden, dann ist diese Volkswirtschaft dem Untergang geweiht, unabhängig von NIRP, da letzten Endes das Geld ausgeht und folglich die Ausgaben ohnehin wieder zurückgehen.

Aber NIRP wird aufgrund einer anderen Dynamik vollständig und total versagen. Wie der Korrespondent Mike Fasano festgestellt hat, zwingen uns Negativzinsen dazu mehr zu sparen, nicht weniger:

»Leute wie ich, die ihr ganzes Leben gespart haben, erkennen jetzt, dass ihre Ersparnisse (egal wie viel es ist) niemals genügend Geld abwerfen werden, um in Rente zu gehen […]. Dies ist insbesondere deshalb so, weil man sicher davon ausgehen kann, dass die Sozialversicherungen abgebaut, indiziert oder komplett abgeschafft werden.

Entsprechend ist mir klar, wenn ich an den Punkt komme, an dem ich nicht mehr arbeiten kann, werde ich von meinem Kapital leben müssen und nicht von Zinsen. Dies ist ein Anreiz weiterzuarbeiten und nichts auszugeben.«

Wenn Banken anfangen, von Sparern Geld für ihre Einlagen zu verlangen, dann werden sie sogar noch mehr ihres Einkommens sparen müssen, um die zusätzlichen Kosten abzudecken, die ihren Ersparnissen von den Zentralbanken aufgebürdet werden.

Eine dritte Dynamik verdammt die verrückte Negativ-Zinspolitik. Was sagt sie über die Stabilität und den Gesundheitszustand des Status Quo aus, wenn Zentralbanken sagen, der einzige Weg diesen Status Quo zu erhalten sei, alle dazu zu zwingen ihre Sparschweine zu leeren und jeden verbliebenen Groschen auszugeben?

Was genau retten wir denn durch die Zerstörung von Ersparnissen und Kapital? Ist Kapital nicht das Fundament des Kapitalismus? Die Antwort ist, wir retten nichts anderes, als ein bis auf den Kern verrottetes, parasitäres, räuberisches Bankensystem, welches von den Zentralbanken und den Staaten verhätschelt und lebendig gehalten wird.

Was NIRP über die Zentralbanken aussagt ist, dass ihnen die Optionen ausgegangen sind und sie jetzt in ihrer eigenen Endzone [A.d.Ü.: Anspielung auf die Endzone im American Football] angekommen sind und den letzten verzweifelten Hail Mary-Pass versuchen, welcher keinerlei Hoffnung begründet, dass sie noch vor der kompletten und totalen Niederlage gerettet werden können.

NIRP sagt ebenfalls, dass eine Wirtschaft die NIRP braucht todkrank ist und einer Schuldenimplosion, überschuldeten Risiko-Wetten und Anlagen-Blasen zum Opfer fallen wird, die durch Aktienrückkäufe und Zentralbank-Aufkäufe von Schrottanleihen hervorgerufen werden wird.

Die Zentralbanker sind wahnsinnig, wenn sie glauben, dass NIRP das Vertrauen von Investoren, Spekulanten, Haushalten und Firmen wiederherstellen wird. NIRP signalisiert das Scheitern von Zentralbank-Politiken und des Endspiels der Kredit-Expansion, als Lösung für alle ökonomischen Krankheiten.

Die Botschaft von NIRP lautet: alles schmiert ab, also verkauft alles und hortet Bargeld und Edelmetalle. Wenn das das ist, was die Zentralbanken von den Haushalten und Firmen wollen, dann wird NIRP ein toller Erfolg werden.

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>>> zum englischsprachigen Original-Beitrag

Übersetzung aus dem Englischen vom Nachtwächter

Quelle: http://n8waechter.info/2016/02/warum-nirp-negativ-zinspolitik-jaemmerlich-scheitern-wird/

Gruß an die Klardenker

TA KI