Gesunde Samen: Das sind die besten Sechs


Ob auf dem Salat, in der Suppe, im Joghurt oder im Müsli – Samen sind vielseitig einsetzbar, lecker und sehr gesund! Sie enthalten gesunde Fette, Ballaststoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und sind eine gute pflanzliche Eiweißquelle. EAT SMARTER stellt Ihnen die sechs besten gesunden Samen vor.

1. Leinsamen

Leinsamen enthalten reichlich Ballaststoffe und mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren, vor allem Alpha-Linolensäure. Außerdem enthalten die Samen auch Schleimstoffe, die sie im Darm aufquellen lassen, das Stuhlvolumen vergrößern und so die Verdauung anregen. Die meisten gesunden Inhaltsstoffe der Leinsamen sitzen in den äußeren Schalen.

anze Leinsamen gelangen meistens unverdaut durch den Magen-Darm-Trakt und wirken deshalb weniger effektiv. Um möglichst viele wertvolle Omega-3-Fettsäuren und Ballaststoffe aufnehmen zu können, sollten Sie auf geschrotete Leinsamen zurückgreifen (12).

Die folgende Tabelle zeigt den Nährstoffgehalt von einem Esslöffel (10 Gramm) Leinsamen (3).

Nährstoffgehalt von 10 Gramm Leinsamen
Kalorien 55 Kilokalorien
Ballaststoffe 3 Gramm
Eiweiß 2 Gramm
einfach ungesättigte Fettsäuren 0,8 Gramm
Omega-3-Fettsäuren 2338 Milligramm
Omega-6-Fettsäuren 606 Milligramm
Mangan 0,3 Milligramm (13 % der täglich empfohlenen Zufuhrmenge)
Vitamin B1 0,2 Milligramm (11 % der tägl. empf. Zufuhrmenge)
Magnesium 40,2 Milligramm (10 % der tägl.empf.Zufuhrmenge)

Neben Ballaststoffen und Omega-3-Fettsäuren enthalten Leinsamen auch sekundäre Pflanzenstoffe, vor allem Lignane. Lignane haben eine antioxidative Wirkung. Die genannten Inhaltsstoffe haben noch weitere gesundheitsförderliche Eigenschaften. Sie können zum Beispiel helfen den Cholesterinspiegel zu senken und das Risiko für Herzerkrankungen reduzieren (45).

Eine Übersichtsstudie über 28 Studien hat ergeben, dass der Verzehr von Leinsamen die Konzentration des schlechten LDL-Cholesterins wesentlich reduzieren kann (6). Eine andere Übersichtsstudie kam zu dem Ergebnis, dass der regelmäßige Verzehr von ganzen Leinsamen den Blutdruck senken kann (7).

MERKE !

Leinsamen enthalten reichlich Ballaststoffe, Omega-3-Fettsäuren, sekundäre Pflanzenstoffe, vor allem Lignane und weitere gesunde Inhaltsstoffe. Es ist bewiesen, dass sie dabei helfen, den Cholesterinspiegel sowie den Blutdruck zu senken und das Risiko für Herzerkrankungen reduzieren.

Gesunde Samen

2. Chia-Samen

Chia-Samen sind den Leinsamen in ihren Inhaltsstoffen sehr ähnlich. Sie enthalten auch reichlich Ballaststoffe, mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren und sekundäre Pflanzenstoffe. Allerdings wachsen sie nicht wie Leinsamen bei uns in Deutschland. Die Hauptanbaugebiete von Chia-Samen sind in Mittel- und Südamerika sowie in Australien.

Da sich die beiden Samen ernährungsphysiologisch kaum unterscheiden, ist es der Umwelt zu Liebe sinnvoll, die heimischen Leinsamen dem exotischen Superfood vorzuziehen. Leinsamen sind außerdem meistens günstiger als Chia-Samen.

Die folgende Tabelle zeigt den Nährstoffgehalt von einem Esslöffel (10 Gramm) Chia-Samen (8).

Nährstoffgehalt von 10 Gramm Chia-Samen
Kalorien 49 Kilokalorien
Ballaststoffe 3,8 Gramm
Eiweiß 1,6 Gramm
einfach ungesättigte Fettsäuren 0,21 Gramm
Omega-3-Fettsäuren 1755 Milligramm
Omega-6-Fettsäuren 579 Milligramm
Mangan 0,2 Milligramm (8 % der täglich empfohlenen Zufuhrmenge)
Vitamin B1 0,1 Milligramm (5 % der tägl. empf. Zufuhrmenge)
Magnesium 29 Milligramm (8 % der tägl. empf. Zufuhrmenge)

Chia-Samen enthalten Alpha-Linolensäure, eine Omega-3-Fettsäure, die helfen kann, Entzündungen zu reduzieren (9). Genauso wie der Verzehr von Leinsamen, soll die Einnahme von Chia-Samen helfen, den Blutdruck zu senken und das Risiko für Herzerkrankungen reduzieren (1011).

MERKE !

Chia-Samen sind Leinsamen in ihren Inhaltsstoffen sehr ähnlich. Sie enthalten auch reichlich Ballaststoffe, mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren, sekundäre Pflanzenstoffe und weitere gesunde Nährstoffe. Der Umwelt zu Liebe ist es empfehlenswert die heimischen Leinsamen den exotischen Chia-Samen vorzuziehen.

Gesunde Samen_Hanfsamen

3. Hanfsamen

Hanfsamen dürfen auf der Liste der gesunden Samen nicht fehlen. Sie zeichnen sich besonders durch ihren hohen Eiweißgehalt aus.

In Hanfsamen stecken alle essentiellen Aminosäuren, was sie nicht nur für Vegetarier und Veganer zu einer hervorragenden Eiweißquelle macht. Studien zeigen, dass das Eiweiß in Hanfsamen vom Körper besser aufgenommen werden kann, als die meisten anderen pflanzlichen Eiweißquellen (12).

Die folgende Tabelle stellt den Nährstoffgehalt von einem Esslöffel (10 Gramm) Hanfsamen dar (13).

Nährstoffgehalt von 10 Gramm Hanfsamen
Kalorien 55 Kilokalorien
Ballaststoffe 0,4 Gramm
Eiweiß 3,2 Gramm
Einfach ungesättigte Fettsäuren 0,5 Gramm
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren 3,8 Gramm
Magnesium 70 Milligramm (16 % der täglich empfohlenen Zufuhrmenge)
Vitamin B1 0,1Milligramm (11 % der tägl. empf. Zufuhrmenge)
Zink 0,9 Milligramm (7,5 % der tägl. empf. Zufuhrmenge)

Hanfsamen haben ein besonders günstiges Verhältnis von Omega-6-Fettsäuren zu Omega-3-Fettsäuren. Das Verhältnis ist annähernd 3:1. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt ein Verhältnis von Omega-6-Fettsäuren zu Omega-3-Fettsäuren von 5:1 mit der Ernährung aufzunehmen.

Das richtige Fettsäurenverhältnis spielt zum Beispiel eine wichtige Rolle für die Blutgerinnung und Entzündungsvorgänge im Körper. Hanföl enthält außerdem Gamma-Linolensäure (GLA). GLA ist eine Omega-6-Fettsäure, die entzündungshemmend wirkt (14151617).

Das aus Hanfsamen hergestellte Hanföl enthält reichlich Omega-3-Fettsäuren, weshalb sich die Einnahme von Hanföl positiv auf die Gesundheit des Herzens auswirken kann (1819).

Wissenschaftliche Studien haben auch herausgefunden, dass die entzündungshemmenden Omega-3-Fettsäuren helfen, Hautausschläge zu reduzieren. Nach 20 Wochen regelmäßiger Einnahme von Hanföl hatten die Probanden eine weniger trockene Haut und verminderten Juckreiz (20).

MERKE !

Hanfsamen sind eine besonders gute pflanzliche Eiweißquelle, da sie alle essentiellen Aminosäuren enthalten. Außerdem stecken in Hanfsamen reichlich mehrfach-ungesättigte Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren sowie andere gesunde Inhaltsstoffe.

Gesunde Samen_Sesamsamen

4. Sesamsamen

Sesamsamen werden oft in der asiatischen Küche oder als Sesampaste (Tahini) in der orientalischen Küche verwendet. Sesamsamen sind sehr gesunde Samen. Sie enthalten, wie die anderen Samen auch, zahlreiche wertvolle Inhaltsstoffe. Die folgende Tabelle stellt die Nährstoffe von einem Esslöffel (10 Gramm) Sesam übersichtlich dar (21).

Nährstoffgehalt von 10 Gramm Sesam
Kalorien 57 Kilokalorien
Ballaststoffe 1,2 Gramm
Eiweiß 1,8 Gramm
einfach ungesättige Fettsäuren 1,9 Gramm
Omega-6-Fettsäuren 2137 Milligramm
Kupfer 0,4 Milligramm (20 % der täglich empfohlenen Zufuhrmenge)
Mangan 0,3 Milligramm (12 % der tägl. empf. Zufuhrmenge)
Magnesium 3,5 Milligramm (8,8 % der tägl. empf. Zufuhrmenge)

Genauso wie Leinsamen, enthalten Sesamsamen auch Lignane. Sesamsamen gelten als die besten Lignanquellen unter den Lebensmitteln. Sie enthalten vor allem das Lignan Sesamin. Studien fanden heraus, dass Sesamin von den Darmbakterien in andere Lignane, sogenannte Enterolactone umgebaut wird.

Diese haben eine ähnliche Wirkung wie das weibliche Sexualhormon Östrogen. Eine Studie mit postmenopausalen Frauen hat ergeben, dass die fünfwöchige Einnahme von 50 Gramm Sesamsamenpulver den Hormonstatus verbessert und das Blutcholesterin gesenkt hat (222324).

Außerdem zeigen wissenschaftliche Forschungen, dass die Einnahme von Sesam auch Entzündungen hemmen und oxidativen Stress reduzieren kann. Unter oxidativen Stress versteht man eine Stoffwechsellage, die von reaktiven Sauerstoffspezies geprägt ist. Die reaktiven Sauerstoffspezies schädigen zahlreiche Zellstrukturen.

Sie verändern zum Beispiel Zellmembranen, Proteine oder Enzyme, wodurch Krankheiten wie Arteriosklerose entstehen können. Eine Studie mit halbprofessionellen Fußballspielern ergab, dass die Sportler, nachdem sie 28 Tage lang jeden Tag 40 Gramm Sesamsamenpulver aßen, weniger Muskelschäden und geringeren oxidativen Stress hatten (25).

MERKE !

Sesamsamen enthalten zahlreiche wertvolle Inhaltsstoffe. Sie sind eine besonders gute Quelle für die sekundären Pflanzenstoffe Lignane. Lignane können den Status des Sexualhormons Östrogen verbessern. Zusätzlich wirken Sesamsamen entzündungshemmend und können oxidativen Stress reduzieren.

Gesunde Samen_Kürbiskerne

5. Kürbiskerne

Kürbiskerne verfeinern nicht nur Salate, Suppen oder Müslis, sie sind auch noch sehr gesunde Samen! Sie enthalten eine Menge Phosphor, einfach ungesättigte Fettsäuren und mehrfach ungesättigte Omega-6-Fettsäuren. Die folgende Tabelle zeigt eine Übersicht über die wichtigsten Nährstoffe, die in Kürbiskernen enthalten sind (26).

Nährstoffgehalt von einem Esslöffel (10 Gramm) Kürbiskernen
Kalorien 54 Kilokalorien
Ballaststoffe 0,4 Gramm
Eiweiß 2,5 Gramm
einfach ungesättigte Fettsäuren 1,4 Gramm
Omega-6-Fettsäuren 2070 Milligramm
Mangan 0,3 Milligramm (15 % der täglich empfohlenen Zufuhrmenge)
Magnesium 53,5 Milligramm (13 % der tägl. empf. Zufuhrmenge)
Phosphor 117 Milligramm (12 % der tägl. empf. Zufuhrmenge)

Kürbiskerne enthalten auch Phytosterole. Phytosterole sind Bestandteile der Hülle von Pflanzenzellen. Sie können dabei helfen das Blutcholesterin zu senken und so das Herz schützen (27).

Phytosterole können auch die Beschwerden bei einer vergrößerten Prostata senken, da sie zum Beispiel abschwellend und entzündungshemmend wirken. Außerdem reduzieren sie das Risiko für Blasensteine, da sie den Calciumgehalt im Urin reduzieren (282930).

MERKE !

Kürbiskerne sind reich an einfach ungesättigten und Omega-6-Fettsäuren und enthalten Phosphor. Außerdem reduzieren die in Kürbiskernen enthaltenen Phytosterole urinale Beschwerden, wie eine vergrößerte Prostata oder Blasensteine.

Gesunde Samen_Sonnenblumenkerne

6. Sonnenblumenkerne

Sonnenblumenkerne enthalten Eiweiß, einfach ungesättigte Fettsäuren und Vitamin E. Eine Übersicht über die wichtigsten Nährstoffe zeigt die folgende Tabelle (31).

Nährstoffgehalt von einem Esslöffel (10 Gramm) Sonnenblumenkernen
Kalorien 58 Kilokalorien
Ballaststoffe 0,9 Gramm
Eiweiß 2,1 Gramm
einfach ungesättigte Fettsäuren 1,9 Gramm
Omega-6-Fettsäuren 2305 Milligramm
Vitamin E 3,3 Milligramm (17 % der täglich empfohlenen Zufuhrmenge)
Mangan 0,2 Milligramm (10 % der tägl. empf. Zufuhrmenge)
Magnesium 32,5 Milligramm (8 % der tägl. empf. Zufuhrmenge)

Forschungen haben ergeben, dass der Verzehr von Sonnenblumenkernen das Risiko für Entzündungen bei mittelalten und älteren Menschen reduzieren kann. Das könnte dabei helfen, das Risiko für Herzerkrankungen zu senken (32).

Neben ihrer entzündungshemmenden Wirkung helfen Sonnenblumenkerne auch, das Blutcholesterin zu senken. Allerdings ergaben die Studien, dass der Gesamtcholesterinspiegel gesenkt wird und nicht nur das schlechte LDL-Cholesterin (33).

Der Ernährungsexperte Professor Dr. Heiner Greten erklärt den Unterschied zwischen „gutem“ und „schlechtem“ Cholesterin: Ungefähr zwei Drittel des Gesamtcholesterins sind im LDL-Cholesterin enthalten. Fett ist unlöslich, kann also im wässrigen Blut nicht transportiert werden. Also gibt es eine Eiweißschicht um dieses Cholesterin herum, wie eine Art Taxi, und das LDL-Cholesterin transportiert das Cholesterin in die Blutgefäße. Dort bleibt es liegen und führt zur Arterienverkalkung. Das HDL-Cholesterin hat einen Eiweißanteil wiederum als Außenschicht für das zu transportierende Cholesterin, was dazu da ist, das Cholesterin aus diesen Blutgefäßen wieder in die Leber zurückzutransportieren, damit es dort abgebaut und ausgeschieden werden kann. Man braucht also möglichst wenig schädliches LDL-Cholesterin und viel HDL-Cholesterin.

MERKE !

Sonnenblumenkerne enthalten einfach ungesättigte und mehrfach ungesättigte Omega-6-Fettsäuren sowie Vitamin E. Sie haben eine entzündungshemmende Wirkung und können helfen, den Cholesterinspiegel zu senken.

Gesunde Samen: Das sind die besten Sechs

Wissen zum Mitnehmen!

  1. Leinsamen: Enthalten reichlich Ballaststoffe, Omega-3-Fettsäuren und sekundäre Pflanzenstoffe, vor allem Lignane. Sie können helfen, den Cholesterinspiegel sowie den Blutdruck zu senken und das Risiko für Herzerkrankungen zu reduzieren.
  2. Chia-Samen: Sind Leinsamen in ihren Inhaltsstoffen sehr ähnlich. Sie enthalten auch reichlich Ballaststoffe, mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren und sekundäre Pflanzenstoffe. Der Umwelt zu Liebe ist es empfehlenswert die heimischen Leinsamen den exotischen Chia-Samen vorzuziehen.
  3. Hanfsamen: Sind eine besonders gute pflanzliche Eiweißquelle, da sie alle essentiellen Aminosäuren enthalten. Außerdem stecken ins Hanfsamen reichlich mehrfach-ungesättigte Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren.
  4. Sesamsamen: Sind eine besonders gute Quelle für die sekundären Pflanzenstoffe Lignane. Lignane können den Status des Sexualhormons Östrogen verbessern. Zusätzlich wirken Sesamsamen entzündungshemmend und können oxidativen Stress reduzieren.
  5. Kürbiskerne: Sind reich an einfach ungesättigten und Omega-6-Fettsäuren und enthalten Phosphor. Außerdem reduzieren die in Kürbiskernen enthaltenen Phytosterole urinale Beschwerden, wie eine vergrößerte Prostata oder Blasensteine.
  6. Sonnenblumenkerne: Enthalten einfach ungesättigte und mehrfach ungesättigte Omega-6-Fettsäuren sowie Vitamin E. Sie haben eine entzündungshemmende Wirkung und können helfen, den Cholesterinspiegel zu senken.

Quelle: https://eatsmarter.de/ernaehrung/gesund-ernaehren/gesunde-samen-das-sind-die-besten-sechs

Gruß an die Wissenden

TA KI

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Endlich! Die Cholesterin-Hypothese ist tot


von René Gräber

Cholesterin ist schlecht, vor allem das böse Cholesterin, auch LDL genannt, da es für Herzinfarkte und Schlaganfälle verantwortlich ist. Also muss es gesund sein, beizeiten cholesterinarm zu essen und/oder medikamentös den bereits vorhandenen Cholesterinspiegel drastisch zu senken.

Auf der Basis dieser Hypothese (absolut unbewiesen, wie so viele andere auch) hat die Lebensmittelindustrie „gesunde“ Lebensmittel auf den Markt geworfen, wo in großen Buchstaben der Vermerk „kein Cholesterin“ den gesundheitsbewussten Kunden zum Kauf überredet.

Wer sein Augenmerk auf das Cholesterin legt, der wird selten einen Blick auf andere Inhaltsstoffe der industriell gefertigten Nahrungsmittel werfen, die in der Regel als alles andere als „gesund“ angesehen werden können. Konservierungsstoffe, künstliche Aromen und vor allem Zucker sind hier die Inhaltsstoffe, die der Gesundheit auf lange Sicht gesehen abträglich sind, was aber niemanden interessiert beziehungsweise zu interessieren hat, solange man ein cholesterinfreies Produkt vor sich hat.

Und so kommt es, wie es kommen muss: Man ernährt sich (angeblich) gesund, weil cholesterinfrei und wird nach Jahren (angeblich) gesunder Ernährung trotzdem krank. Als Erklärung hierfür muss dann die Genetik herhalten, da ja die Eltern und Großeltern unter Umständen ähnliche gesundheitliche Probleme gehabt hatten.

Dass eine cholesterinfreie Ernährung unter Umständen alles andere als gesund ist, diese Erklärung kommt dem Tatbestand von Hochverrat und Ketzerei nahe. Heute wird für diese archaischen Begriffe der Begriff „geschäftsschädigend“ benutzt. Denn mit der Widerlegung der Hypothese vom schädlichen Cholesterin würde die gesamte Statin-Industrie kollabieren. Und wie es ausschaut, sind wir nicht mehr weit davon entfernt!

Es gibt eine Reihe von Leuten, die seit Anbeginn an der Cholesterin-Hypothese gezweifelt hatten.

Ich gebe gerne zu, dass ich zu diesen Leuten gehöre und die dementsprechend „geschäftsschädigenden“ Beiträge dazu geliefert hatte:

Die Sache ist für mich eigentlich (mal wieder) ein Medizin-Skandal erster Klasse. Das Problem ist (mal wieder) nur: es scheint kaum einen zu interessieren. Die verordnenden Ärzte nicht und die Patienten (die die Mittel nehmen) auch nicht. Deswegen fasste ich dieses Thema sogar extra in einem Buch auf: Das Märchen vom bösen Cholesterin.

Wachsende Zweifel am Dogma

Eine weitere Veröffentlichung, die aus dem Jahr 2016 stammt, gehört in die gleiche Kategorie. Ich hatte diese Studie bereits in anderen Beiträgen diskutiert.

Ich greife noch einmal auf diese Arbeit zurück, weil sie ein Paradebeispiel dafür ist, wie verzerrt Studienergebnisse in der Schulmedizin breit gewalzt werden, um den Boden für entsprechende Produkte vorzubereiten.

Re-evaluation of the traditional diet-heart hypothesis: analysis of recovered data from Minnesota Coronary Experiment (1968-73).

Bezeichnend ist, dass an dieser Veröffentlichung auch Vertreter der Mayo Klinik beteiligt sind. Weitere Autoren kommen aus dem NIH (National Institute of Health). Ich erwähne dies, um zu zeigen, dass es sich hier nicht um Esoteriker oder Alternativmediziner o. ä. handelt, die zu diesen Ergebnissen gekommen sind.

Denn die Ergebnisse „haben es in sich“. Es handelt sich hier um eine randomisierte, doppelblinde, Placebo kontrollierte Studie mit über 9000 Probanden, die zwischen 1968 und 1973 durchgeführt worden war. Die Autoren der damaligen Studie hatten untersucht, ob eine fett- und cholesterinarme Diät die Mortalität durch koronare Herzerkrankungen senken kann.

Das Ergebnis zeigte, dass eine entsprechende Diät zwar den Cholesterinspiegel in der Verumgruppe signifikant senkte. Es zeigte aber auch, dass jede Senkung von Cholesterin um 30 Milligramm pro Deziliter das Mortalitätsrisiko um 22 Prozent erhöhte. Weiter zeigten die Daten, dass durch die Senkung des Cholesterins kein Einfluss genommen wurde auf Arteriosklerose oder Herzinfarkt.

Die Autoren kommentieren diese Ergebnisse so, dass diese Studie keinen Anhaltspunkt dafür gibt, dass Cholesterin für die Gefäße, für das Herz und die Lebenserwartung eine Gefahr darstellt. Vielmehr bemerken sie, dass es immer mehr Hinweise gibt, dass diese Hypothese vom „bösen“ Cholesterin auf manipulierten Veröffentlichungen beruht, die den Nutzen von nicht gesättigten Fettsäuren in der Diät überbewerten.

Mein Fazit hier zu: Diese Arbeit dokumentiert gleichzeitig, dass hier offensichtlich bewusst unliebsame Studienergebnisse in die Abstellkammer wanderten. In diesem Fall waren die Ergebnisse extrem eindeutig, dass eine Veröffentlichung dieser Studie zum damaligen Zeitpunkt Anfang der siebziger Jahre einen extrem geschäftsschädigenden Einfluss ausgeübt hätte. Denn dies war der Zeitraum, wo die Lebensmittelindustrie und Schulmedizin begannen, Cholesterin und Fette, vor allem gesättigte Fette, als Ursache für kardiovaskuläre Erkrankungen auszumachen und kohlenhydratreiche Nahrungsmittel als Lösung des Problems zu verkaufen. Aus diesem Grund wurde die 1973 beendete Studie erst im Jahr 2016 veröffentlicht, und dass auch nicht von den damaligen Betreibern der Studie.

In den folgenden 40 Jahren hat sich dann dieses Märchen in allen Bereichen der Gesellschaft manifestieren können. Dies ist umso bemerkenswerter, da die Statistiken sehr deutlich zeigen, dass in diesem Zeitraum Übergewicht und Adipositas in den Industrienationen signifikant zugenommen hatben. Aber auch hier stellt sich kaum jemand die Frage, ob die Hypothese vom bösen Cholesterin und schädlichen gesättigten Fetten nicht vielleicht doch zu diesem Phänomen beigetragen hat.

Tödlicher Irrtum der Schulmedizin?

Im Juli diesen Jahres erschien ein Beitrag in dem „Pharmaceutical Journal“, einem ebenfalls wenig esoterisch oder alternativ medizinisch ausgelegtem Fachblatt. Die beiden Autoren, Dr. Lustig und Dr. Malhotra, hatte ich bereits bei anderer Gelegenheit zitiert (Die giftige Wahrheit über Zucker und Übergewicht und Übergewicht als Folge von mangelnder Bewegung? Ein Mythos?).

Der neue Beitrag heißt (übersetzt): „Die Cholesterin- und Kalorien-Hypothesen sind beide tot – es ist an der Zeit, sich auf den wirklich Schuldigen zu konzentrieren: Die Insulinresistenz.

In diesem Beitrag werden Quellen zitiert, denen zufolge jeder Erwachsene älter als 50 Jahre auf ein Statin eingestellt sein sollte. Und es werden Quellen zitiert, denen zufolge bereits Kinder im Alter von 8 Jahren Statine erhalten sollen, wenn das LDL-Cholesterin ein wenig zu hoch ausfällt.

Die Autoren zitieren darauf Quellen, die die Qualität solcher Veröffentlichungen unter die Lupe genommen haben und zu dem Ergebnis kommen, dass solche Veröffentlichungen einen „industriellen Anstrich“ besitzen, bei dem statistische Tricks zur Anwendung kommen und fragwürdige Methoden zur Ergebnisfindung eingesetzt werden.

Kritiker der gängigen Hypothese (besser gesagt Dogma) werden bezichtigt, dass sie sich die Daten heraussuchen, wie die Rosinen aus dem Kuchen, die ihnen am besten passen. Dabei sind es ironischerweise die Wissenschaftler, die Statine befürworten, diejenigen, die genau diese Praxis zur Anwendung bringen. Und trotz Milliarden von Entwicklungskosten für alte und neue Statine, um auf dramatische Weise das LDL zu reduzieren, gibt es bis heute keinen evidenzbasierten Hinweis für einen klinischen Nutzen in Bezug auf Mortalität und kardiovaskuläre Erkrankungen.

Die Autoren verweisen auf eine Quelle, die 44 randomisierte klinische Studien untersucht hat, bei denen es über eine cholesterinarme Ernährung oder Gabe von Statinen darum ging, das LDL-Cholesterin zu senken. Keine dieser Studien zeigte einen Nutzen beziehungsweise Senkung der Mortalität. Bei den meisten dieser Studien trat keine Senkung von koronaren Herzerkrankungen auf. Einige dieser Studien (siehe oben) dokumentierten sogar schädliche Wirkungen in diesem Bereich. Aber diese Studien, so die Autoren, sind nicht weiter diskutiert worden.

Eine ganz „frische“ Studie zu diesem Thema, die ACCELERATE Studie, zeigte keine günstigen Ergebnisse. Diese Studie wurde mit einem CETP Inhibitor, Evacetrapib, durchgeführt. Es zeigte sich keine einschneidende Abnahme von kardiovaskulären Ereignissen und keine Reduktion der Mortalität. Diese mageren Ergebnisse basierten auf einer 130-prozentigen Erhöhung des HDL-Cholesterins (das „gute“ Cholesterin) und einer 37-prozentigen Senkung von LDL-Cholesterin (das „bitterböse“ Cholesterin). Da hätte man doch eine deutlich positivere Wirkung erwarten dürfen, wenn die Cholesterin-Hypothese stimmte. Andere Studien mit ähnlichen Substanzen mussten sogar abgebrochen werden, da das Medikament die Mortalitätsrate in der Verumgruppe signifikant erhöhte (Pfizers Torcetrapib: Pfizer Ends Studies on Drug for Heart Disease).

Und dann gibt es dann noch dieses neue Medikament mit dem neuen Wirkprinzip: Evolocumab. Es handelt sich hier um einen monoklonalen Antikörper, der sich zur Behandlung von erhöhten Cholesterinspiegel eignet. Die Substanz ist erst im Jahr 2015 in den USA zugelassen worden. Die Substanz scheint sogar noch wirksamer zu sein als Statine. Denn in einer unlängst veröffentlichten Studie zeigte sich das LDL-Cholesterin um sage und schreibe 60 Prozent vermindert. Die Reduktion von nicht tödlichen kardiovaskulären Ereignissen betrug jedoch nur 1,5 Prozent. Der Einfluss auf die Mortalität war gleich 0. Es zeigte sich sogar ein leichter, nicht signifikanter Anstieg der Mortalität in der Verumgruppe aufgrund kardiovaskulärer Komplikationen. Die allgemeine Mortalität war ebenfalls in der Verumgruppe höher als in der Placebogruppe, wenn auch nicht statistisch signifikant.

Schlussfolgerung der Autoren:

Einfach gesagt, keiner der Patienten, die dieses Medikament einnehmen mussten, lebt länger als die, die nur Placebo bekamen. Darum mag es sein, dass das Medikament zusammen mit Statinen synergistisch einen nicht tödlichen (oder leichten) Herzinfarkt verhindert. Aber es scheint das Risiko von anderen, ebenso lebensbedrohlichen Ereignissen zu fördern, inklusive ein vorzeitiges Ableben.

Eine ebenfalls nicht so häufig zitierte Studie ist die Lyon Diet Heart Study, die 1994 veröffentlicht wurde (Mediterranean alpha-linolenic acid-rich diet in secondary prevention of coronary heart disease.). Hier ging es um die sekundäre Prävention von Herzinfarkten und Mortalität. Es zeigte sich, dass unter einer Diät, wie sie im Mittelmeerraum häufig zu finden ist, Mortalität und Häufigkeit von Herzinfarkten deutlich zurückgingen. Allerdings ging man hier davon aus, dass durch die Veränderung der Ernährungsweise eine Senkung des LDL-Cholesterins eintrat, was nicht der Fall war. Diese Studie ist ein weiterer Hinweis dafür, dass nicht Cholesterin beziehungsweise LDL-Cholesterin für kardiovaskuläre Erkrankungen infrage kommen können, sondern andere Faktoren hier maßgeblich sein müssen.

Die Autoren kommentieren diese Ergebnisse so, dass adäquate Veränderungen von Lebensstil und Ernährungsweise wesentlich eindrucksvollere Resultate liefern als die gegenwärtig gängigen medikamentösen Behandlungen (zugleich mit deutlich weniger Nebenwirkungen und deutlich geringeren Kosten).

Es besteht sogar die Möglichkeit, dass ein Absetzen von Statinen bei in Behandlung befindlichen Patienten für diese von Nutzen sein kann: Recent flaws in Evidence Based Medicine: statin effects in primary prevention and consequences of suspending the treatment. Auch diese Studie kann keinen Nutzen von Statinen, in diesem Fall Rosuvastatin, bei der Primärprävention erkennen. Die Autoren vermuten sogar, dass diese Studie ein typisches Beispiel dafür ist, wie die schulmedizinische Wissenschaft Ergebnisse verbiegt, um zum gewünschten Ergebnis zu kommen. Herzlichen Glückwunsch!

Weiter gibt es keinen Hinweis darauf, dass das Absetzen von Statinen zu einer Erhöhung von kardiovaskulären Komplikationen oder Mortalität führt. Im Gegenteil, sagen die Autoren, man kann davon ausgehen, dass eine Beendigung der Therapie mit Statinen Leben rettet. Grund dafür könnte sein, dass Patienten, die keine Medikamente mehr gegen zu hohes Cholesterin einnehmen, gleichzeitig beginnen, eine gesunde Ernährung und Lebensstil zu verfolgen.

Fazit

Es gibt immer weniger glaubhafte Belege, wenn es je welche gegeben hat, dass LDL-Cholesterin speziell und Cholesterin allgemein einen pathogenen Charakter mit sich bringen sollen. Es wird immer deutlicher, dass dieses Märchen erfunden wurde, um einen Absatzmarkt im Gesundheitssystem zu kreieren, der Profit mit erfundenen Erkrankungen macht. Unter weniger schulmedizinischen Bedingungen würde man das mit dem Wort „Betrug“ oder sogar „Körperverletzung mit und ohne Todesfolge“ bezeichnen.

Man fragt sich jetzt, wer ist dann der eigentliche „Schuldige“? Unsere beiden Autoren bezeichnen die Insulinresistenz als einen viel wahrscheinlicheren Kandidaten. Ein wichtiger Grund für eine solche Insulinresistenz ist eine Ernährungsgrundlage, wie sie von der Lebensmittelindustrie bereitgestellt wird. Vor allem der langfristige überhöhte Verzehr von Zucker und anderen Kohlenhydraten begünstigt seine Entstehung.

Würde die schulmedizinische Gemeinschaft diese Hypothese ähnlich dogmatisch annehmen und vertreten wie die Hypothese/Dogma vom bösen Cholesterin, dann hätte das ungeahnte Konsequenzen für die Lebensmittelindustrie und deren Output an Produkten mit wenig Gesundheit förderlichen Eigenschaften.

Quelle: https://brd-schwindel.org/endlich-die-cholesterin-hypothese-ist-tot/

Gruß an die Wissenden

TA KI