Logen und Geheimgesellschaften von heute – Evolutionstheorie ist die okkulte Alchemie von früher


Goethe und Darwin, Newton und Nietzsche, Hegel und Freud haben eines gemeinsam – sie schufen die intellektuellen Grundlagen unserer modernen Zeit. Doch sie hatten auch verschwiegene Ideen. Das blieb nicht folgenlos …

Europas und vor allem Deutschlands Gedankenwelt wird seit vielen Jahren von Persönlichkeiten wie Goethe und Schiller, Darwin und Newton und Nietzsche, Hegel und Freud beherrscht. Neuzeitliche Umbrüche wurden maßgeblich von ihnen beeinflusst.

Sie haben alle noch etwas anderes gemeinsam – sie standen dem Okkultismus nahe, wie Bernd J. Amann in seinem Buch „Ein höllisches Kulturprojekt – Die unerzählte Geschichte der Moderne“ nach 15 Jahren Forschung auf zwei Kontinenten analysiert.

„Klimawandel, Migrationsdruck, Demokratiezerfall – die steigende Zahl der großen Krisen beunruhigt selbst eingefleischte Zukunftsoptimisten. Dabei hätten Jahrhunderte des Fortschritts und der Weltverbesserung das genaue Gegenteil entwickeln können.

Der Grund für diese Fehlentwicklungen verbirgt sich in den Köpfen progressiver Denker. Von Leonardo da Vinci bis Albert Einstein, von Isaac Newton bis Stephen Hawking, von Charles Darwin bis Richard Dawkins: Die Schlüsselfiguren der Neuzeit verblüffen mit archaischen Geisteshaltungen. Und in diesem mystisch geprägten Gedankenkomplex wurzelt das Systemversagen, das unser Überleben infrage stellt.“

Die europäischen Vordenker neu betrachtet: Goethe, Darwin, Newton und Nietzsche

Goethes Faust verblüfft tatsächlich: Er ist, falls man es wagt, ihn anders zu lesen als zur Schulzeit, eine Einführung in teuflische Praktiken, inklusive okkulte Übungen, Hexerei, Alchemie und schwarzer Magie. Faust wird durch den Teufel unter Einbeziehung der paradiesischen Schlange in Aktion versetzt und profitiert von den Untaten. Anders gesagt: er tut Böses, um in den Himmel zu gelangen.

Darwins Evolutionstheorie von heute ist nichts anderes als die Alchemie von früher – lediglich die Worte sind anders. Die Alchemisten wollten aus unedlen Metallen Gold herstellen. Chemiker von heute wissen genau, das aus Eisen kein Aluminium werden kann, geschweige denn Gold

Im wirklichen Leben zerfallen alle System und Dinge – nur in der Evolutionstheorie Darwins entwickeln sich aus niedrigeren Dingen komplexere. Keinem Wissenschaftler gelang es, das spontane Entstehen von Leben zu beobachten, schreibt der Forscher. Es existiert auch nicht der geringste Beweis, dass dies jemals stattgefunden hat.

Der Fossilbericht zeigt Veränderungen, doch diese geschehen lediglich im Kleinen. Finken können sich an die Lebensbedingungen vor Ort anpassen, sie bleiben jedoch Finken und werden durch Selektion nicht im Geringsten zu Seemöwen. Selbst das Lieblingsspielzeug der Biologen, die Fruchtfliege, ist nach unzähligen Generationen im Labor immer noch eine Fruchtfliege – und nicht zur Wespe mutiert.

Isaak Newton: Es fällt selbst Wikipedia schwer, seine 30 Jahre andauernde alchemistische Forschung zu verheimlichen. Newton schrieb mehr Werke über okkulte und spirituelle Themen als über wissenschaftliche Belange, wie der Nachlassverwalter nach 1727 entsetzt feststellte. Der Nachlassverwalter hatte nur eine Möglichkeit: diese Werke wurden mit dem Vermerk „Nicht für den Druck geeignet“ versehen und er ließ sie in der Versenkung verschwinden.

Doch ehemalige Bekannte packten über Newton aus und im 20. Jahrhundert tauchte das leidige Thema mit den gefunden Originalen massiv wieder auf. Die Indiana University Bloomington hat sich nun zur Aufgabe gemacht, seine alchemistischen Schriften zu veröffentlichen: The Chymystry of Isaac Newton.

„Isaak Newton ließ sich im Alter zusammen mit dem Ouroboros malen, um zu signalisieren, dass sein Werk vollendet sei“ schreibt Bernd J. Amann in seinem Buch. Der Ouroboros [griech. Selbstverzehrer] ist eine Schlange, die sich in den eigenen Schwanz beißt. Sie wird in der Alchemie als Symbol für Wandlungsprozesse der Materie benutzt.

Friedrich Nietzsche (1844-1900) studierte anfangs Theologie, mit dem Ziel, später in die Kirche einzutreten. 1881 zeigte sich jedoch etwas anderes, in diesem Jahr veröffentlichte er die Schrift „Morgenröte“, in der er spirituelle Sucher verhöhnt. Im gleichen Jahr machte er eigene tief prägende spirituelle Erfahrungen. Er begegnete einem Wesen, das er zuerst mit dem Ouroboros verglich und später Zarathustra nannte. 1882 begegnete er diesem Ding erneut – und schrieb Also sprach Zarathustra“, um die Menschheit vom christlichen Gott zu befreien. Er lädt die Menschheit darin ein, das Böse nicht zu fürchten, Spaß an schweren Sünden zu finden und auf unmoralische Taten stolz zu sein. Der Mensch soll andere verfluchen, Unrecht begehen und Rache üben, alles Böse soll ihm nützlich sein und er darf niemals auf sein Gewissen hören. Dieser angehende Übermensch soll sich alles nehmen, ohne zu fragen, Angriff und Zerstörung sind für ihn ein Genuss.

Eine unbeachtete Religion: Gnostik und Hermetik

Goethe, Darwin, Newton oder Nietzsche waren keine unreligiösen Menschen, sie folgten jedoch einer anderen Religion als der christlichen Bibel. Diese wurde seit alters her Hermetik genannt. Die Hermetik ist ein sogenannter gnostischer Religionszweig, der starke Betonung auf die Erkenntnis legt (Gnosis; griech. Erkenntnis). Zum Vergleich: Das Christentum legt besonderen Wert auf den Glauben.

Bernd J. Amann schreibt:

„Die Geburt des modernen Materialismus und der modernen Bibelkritik vollzog sich in einem gnostisch-hermetischen Kontext. Alle säkularen Auslegungen sind auf katastrophale Kettenreaktionen im modernen Denkbetrieb zurückzuführen. In den verwüsteten Gehirnregionen kann sich der okkulte Kulturgeist unbemerkt verbergen. Seine weltbewegenden Aktivitäten bleiben vollkommen verborgen.“

Und weiter:

„Bevor [Giordano] Bruno starb, prophezeite er den Niedergang des Christentums und den Beginn eines neuen, okkulten Zeitalters. Der okkulte Hintergrund und die gnostische Ausrichtung der modernen Gründerväter verleihen der Prophezeiung ominöse Authentizität. Alle modernen Entwicklungen, von Bacon bis Darwin, lassen ein okkultes Design erkennen. Selbst die Säulen der säkularen Welt – Humanismus, Demokratie, Bibelkritik und Evolution – ruhen auf spirituellen Fundamenten.“

René Descartes (1596-1659), Francis Bacon (1561-1616), Giordano Bruno (1548-1600), Leonardo da Vinci (1452-1519), John Locke (1632-1704) – der mit Newton geheime alchemistische Formeln austauschte. Charles Fourier (1772-1837) – sie alle waren Gnostiker.

Ein Gnostiker glaubt, die Welt sei schlecht beschaffen und ist mit der Welt unzufrieden. Doch der Mensch könnte vom Übel der Welt erlöst werden und mit einem lang dauernden Prozess verändert werden. Diese Erlösung könnte durch eigene Tat des Menschen erfolgen. Der Gnostiker glaubt, das Wissen für die Methode zu haben, wie die Welt geändert werden kann. Davon ausgehend erstellt er Rezepte zur Erlösung des eigenen Selbst.

„Warum werden diese markanten Geschichtsfakten so hartnäckig ignoriert? Vielleicht weil sie zu reiner radikalen Neubewertung moderner Institutionen zwingen. Jede Locke-inspirierte Regierungsform, jede liberale Demokratie, die Kirche und Staat retten, die Freiheit, Toleranz, Wohlstand, Religionsfreiheit und das Streben nach Glück verfassungsmäßig garantiert, dient prinzipiell einer spirituellen Zielsetzung – unabhängig davon, was die jeweiligen Staatsgründer bezweckten oder derzeitige Bürger davon halten.“ Bernd J. Amann

Einige Überlegungen

Nachdem Herr Amann geschichtliche Fakten überwältigend herausgearbeitet hat, hofft man auf eine Fortsetzung des Buches. Schon während des Lesens drängen sich erste Parallelen zur heutigen Gesellschaft auf, die möglicherweise in einem seiner nächsten Bücher aufgegriffen werden.

Nicht nur zu Zeiten von Goethe und Schiller waren der Adel und die Fürsten, auch das aufstrebende Bürgertum, fasziniert von diesen Möglichkeiten – und okkultem. Sie wurden, natürlich im Geheimen, vom Herrn Geheimrat Goethe durchgeführt, um der Kirche nicht auf die Füße zu treten. Darüber, welche Rituale heute stattfinden, möchten manche Menschen lieber nicht nachdenken.

So wird heute geglaubt, dass mittels Globalisierung, viel Geld und einem hundertjährigen Plan die Welt erlöst werden kann. Die Menschen an der Spitze der Organisationen sind fest davon überzeugt, dass sie das Wissen und die Methoden hätten, um die Welt zu verändern. Ihre Rezepte: Migration, Digitalisierung, Sozialstaat, Feminismus, bedingungsloses Grundeinkommen…

PR und Marketing: Das Böse unter den Tisch kehren

John Locke (1632-1704) erklärte, nicht Adam und Eva handelten falsch, sondern der Schöpfergott war allein verantwortlich, dass sie einen Fehler machten. Das erinnert ebenfalls an heute – heute machen Kinder ihre Eltern für ihre eigenen Fehler verantwortlich. Oder Angestellte ihren Chef, wenn etwas falsch läuft. Keiner will die Verantwortung übernehmen, diese wird auf andere verlagert.

James Hutton (1726-1797), späterer Urvater der Geologie, war auch gut in Marketing und PR. Er löste ein weiteres wichtiges Problem: Die Gnostiker in der Renaissance weigerten sich, an einen tatsächlichen Teufel zu glauben. Denn, so sagen sie:

 „Die Figur des Teufels ist von Barbaren erfunden worden, um die erlösende Wahrheit der Erkenntnis in etwas Böses zu verwandeln.“ (James Hutton, 1795, University of Michigan Library).

Heute wird die Existenz von Gut und Böse nicht bestritten, doch das Böse unter den Tisch gekehrt, in Statistiken zur Kriminalität umgedeutet oder ins Ausland verlagert. Nur das Gute soll betont und alles Dunkle beseitigt werden – wie bei Knecht Ruprecht.

Erasmus Darwin (1731-1802) war ebenfalls brillant auf diesem Gebiet der Schönfärberei, er gilt als Großvater der modernen Evolutionslehre. Er war nicht nur der Großvater von Charles Darwin, sondern ebenfalls begeisterter Okkultist. Ihm war klar, dass es sich bei der Lehre der Evolution um die Fortführung der Alchemie handelte. Erasmus Darwin erklärte, dass es nur gewöhnlichen Menschen verboten gewesen sei, vom Baum der Erkenntnis zu essen. Eingeweihten sei dies erlaubt (die Früchte zu genießen, Gut und Böse zu erkennen, weise zu werden, ewig zu leben).

Heute dürfen ebenfalls nur die „Eingeweihten“ wissen, wo es lang gehen soll, wer dazu gehört, fühlt sich glücklich und erhaben. Das „Herrschaftswissen“ der Politik, des Vatikans, der High Society, illustre Kreise. Wer Karriere machen will, muss sich an ihre Spielregeln halten – und die Sache mit dem ewigen Leben wird gerade in Silicon Valley bearbeitet.

Agieren im Geheimen – Die Logen und Geheimgesellschaften von heute

Allen gemeinsam ist, so drängt sich dem Leser auf, – wie den Anarchisten von heute – die Rebellion gegen die (christliche) Autorität, und der Widerspruch zu allgemein gültigen Richtlinien. Die Logen und Geheimgesellschaften von damals existieren noch heute, die Freimaurer, Rosenkreuzer und Co.

Sie pflegen durchaus okkulte Rituale, bei denen nur die obersten Logenmeister die tatsächlichen Wahrheiten wissen dürfen. Sie sind die „Eingeweihten“, wie es damals die Alchemisten und Okkultisten der Fürsten waren. Auch dem gemeinen Volk (den niederen Rängen) innerhalb der Logen ist es verboten, vom wirklichen „Baum der Erkenntnis“ zu essen .

Die Faszination der Menschen durch das Böse ist ungebrochen. Indem Kinder in der Schule Goethes Faust und Darwins Theorie auswendig lernen, da Vincis Malereien und Ideen bewundern und die Regeln des Paradieses auf Erden von Marx lernen, werden sie unbewusst und von den Lehrern unbeabsichtigt in Wirklichkeit vom Bösen geprägt. Sie suchen den Sinn des Lebens und die Zusammenhänge der Welt später oft in Drogen oder (geheimen) Meditationspraktiken, in Metal-Musik oder Extremsport.

Man fragt sich: Was tun?

Nach all den harten Tatsachen, die von über 660 Anmerkungen und zig Literaturangaben begleitet werden, fällt das letzte Kapitel „Gut und Böse“ erstaunlich kurz aus. Klar ist:

„Die Gefahr wird nicht von selbst verschwinden. Sie muss gestoppt werden. Nur wie?“

Bernd J. Amann nennt acht Ansatzpunkte, an denen Handlungsbedarf besteht. Für ihn lenkt das „heillos verworrene Thema Migration“ von den finsteren Vorgängen ab. Die Ankömmlinge werden zum „Spielball sozialutopischer Kräfte“, die die Massenzuwanderung begrüßen und die Gefahr der „‚Barbarisierung‘ der Einwanderungsgesellschaft und die Verelendung der Auswanderungsgesellschaft in Kauf nehmen“.

„Und das alles, um eine Weltordnung zu erzwingen, die auf Wunschdenken gründet, der menschlichen Natur widerspricht und diabolische Wurzeln besitzt, die den Aktivisten völlig unbekannt sein dürften.“

Quellen: PublicDomain/epochtimes.de am 19.12.2018

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Gruß an die Aufmerksamen

TA KI

 

Der Zeitgeist -und wie wir ihm trotzen


Vor Kurzem hatte ich eine Diskussion mit einem interessanten Gesprächspartner, im Laufe selbiger kamen wir auf den (Un-)Geist dieser Zeit zu sprechen.

Diese Konversation dient als Grundlage für den nun folgenden Text.

Einleiten möchte ich ihn mit einem Zitat meiner Wenigkeit, mit welchem ich den momentanen Ist-Zustand der Gesellschaft beschrieb:

Der Zeitgeist ist, alles, was gut, natürlich und redlich ist, als schlecht, krank und verwerflich darzustellen-und umgekehrt.

Wenn die Menschen genug degeneriert sind und man ihnen die natürlichen Ur-Instinkte (vor allem den Selbsterhaltungstrieb) aberzogen hat, wodurch man eine leicht formbare Masse erhält, holt man andere Menschen hier hin, deren Ur-Instinkte sehr aktiv sind, und diese treffen dann auf seelenlose Zeitgeist-Krüppel, die für sie schlecht und minderwertig sind -und aufgrund ihrer Degeneriertheit ein leichtes Opfer.
Erst wird die Spiritualität zerstört, dann der Geist, dann die Kultur und dann die Rasse.
Wir sind bereits beim letzten Schritt angelangt.

Nun stellt sich die Frage, ob dieser Zustand unumkehrbar ist.

Ich möchte ehrlich sein, ich denke nicht, dass diese Gesellschaft zu retten ist, zu tief ist sie schon im Morast der Schlechtigkeit versunken.

Die Betonung des letzten Satzes liegt aber auf die Gesellschaft, denn der Einzelne kann sich sehr wohl am eigenen Schopf aus dem Dreck ziehen.

Ich sprach weiter oben von der Vierergruppe Spiritualität, Geist, Kultur und Rasse. Was ich damit meine, werde ich kurz erläutern.

Verlust der Spiritualität: Erst nahmen sie uns das Heidentum, dann pervertierten sie das Christentum.

Verlust des Geistes: Anstatt das zu tun, was die Wissenschaft -und damit ist nicht nur das gemeint, was wir im akademischen Apparat der Universitäten vorfinden- ausmacht, nämlich Wissen zu schaffen, werden vorgefertigte Konzepte präsentiert, die der Student, als kommender Leistungsträger dieses Systems, auswendig lernen und unkritisch reproduzieren soll.

Verlust der Kultur: Durch Geschichtsverfälschung und totaler Umkehrung der Grundprinzipien des menschlichen Daseins, wird unsere deutsche respektive europäische Kultur als etwas dargestellt, was überwunden werden muss, will man die Möglichkeit des Fortschrittes erlangen.

Verlust der Rasse: Durch gezielt herbeigeführte Völkervermischung wird der Grundstock des Lebens, nämlich die physische Identität, zerstört.

Was kann ich als Individuum tun, um mich dem zu entziehen?

Um eine Rückbesinnung auf unsere Spiritualität zu ermöglichen, ist es wichtig den indoktrinierten Atheismus zu überwinden. Zunächst muss also die innere Bereitschaft da sein, sich dem Höheren, dem Nicht-Sichtbaren, dem Transzendenten zu öffnen. Um dieses zu ermöglichen, muss zunächst Abstand vom universellen Rationalismus gewonnen werden. Das heißt, Dinge infrage zu stellen, die uns die Naturwissenschaften als unumstößliches Factum präsentieren. Vergleichen wir als kleinen Denkanstoß die Evolutionstheorie mit dem Kreationismus. Hat eine Höhere Macht den Menschen erschaffen oder sind wir ein zufälliges Produkt der sog. Evolution? Die ersten Menschen wurden laut Edda von Odin aus zwei Baumstämmen gefertigt, denen er Leben einhauchte, die Bibel berichtet die ersten Menschen wurden aus Staub bzw. einer Rippe Adams geschaffen. Hört sich für den „modernen“ Menschen äußerst befremdlich an, aber ist die Vorstellung, der Mensch stamme von Einzellern und Würmern ab, nicht um ein vielfaches befremdlicher? Wenn es gelungen ist, sich einer solchen Fragestellung zu öffnen und man dann noch in der Lage ist, sich ernsthaft mit ihr auseinanderzusetzen, ist bereits viel gewonnen-unabhängig wohin einen dieser Denkprozess führt. Der nächste Schritt sollte für jeden germanisch-stämmigen Menschen das Lesen der Edda darstellen, durch sie sind wir in der Lage tiefere Einblicke in des Lebens Gründe zu gewinnen.

Darauf folgend oder vllt. sogar daraus resultierend ist der Verlust des Geistes. In der Fragestellung im vorherigen Abschnitt schwang schon die Grundlage der Wissenschaft mit, nämlich das Vergleichen, das In-Verhältnis-Setzen, das Abwägen von Für und Wider. Das Gegenmittel ist simpel, Studium verschiedener Quellen zu spezifischen Themen. Egal, worum es geht, nehmt Euch Literatur mit gegenteiligen Kernaussagen zur Hand, und vergleicht. Wägt ab, habt den Mut eine eigene Meinung zu entwickeln, auch wenn sie den Thesen beider Quellen widersprechen sollte bzw. beiden eine Teilwahrheit zuspricht. Das ist der Unterschied zwischen Information und Wissen. Während an den Hochschulen nur Informationen geliefert werden, die man unhinterfragt schlucken soll, müssen wir in der Lage sein, Wissen zu erarbeiten, also Wissen zu schaffen, womit wir dem eigentlichen Begriff von Wissenschaft wieder gerecht werden.

Auch das Gegengift zum Verlust der Kultur baut wieder auf den vorhergehenden Abschnitt auf. Der Verlust unserer Kultur wird in erster Linie, wie bereits geschrieben, durch die Verfälschung der deutschen/europäischen Geschichte hervorgerufen. Auch hier hilft nur das Abwägen von Quellen. Noch mehr als bei den o.g. Punkten muss hier die Frage gestellt werden „Cui bono?“, „Wem nutzt es?“. Um diese Frage zu beantworten, sollte man sich nicht nur anschauen, was geschrieben wird, sondern auch, wer es schreibt. Wenn wir uns eingehend über die Autoren der liberalistischen Literatur informieren, ist es nicht schwer dieses Rätsel zu lösen. Also: Abgleich von Geschichtsdarstellungen tut not, nehmt Euch einen Text zu einem historischen Geschehen zur Hand, der von einem konservativen Schreiber verfasst wurde, einen von einem Liberalisten geschriebenen und durchaus auch einen Autor, den man landläufig als „revisionistisch“ bezeichnet, so finden wir über das Mittel der Vergleichenden Geschichtswissenschaft wieder zum Kern unserer Kultur zurück, und decken gleichzeitig auf, wer diese durch Lügen und Halbwahrheiten beschmutzt.

Das Antidot zur Rassenvermischung ist ganz simpel, es heißt „Augen auf bei der Partnerwahl“. Das deutsche Volk ist schon allein aufgrund der geographischen Lage des Landes nicht ethnisch homogen und kann es auch nicht sein. Dennoch kann das deutsche Volk eindeutig einigen Sub-Rassen der übergeordneten Weißen Rasse zugeordnet werden, diese sind z.B. dalo-fälid, skando-nordid, dinarid und keltid. Solange die Vermischung unter den genannten bzw. artverwandten Rassen statt findet, ist der Fortbestand nicht gefährdet.

Fast schon obligatorisch der Hinweis zum bösen, bösen Begriff der Rasse. Es geht hier keineswegs um eine Herabwürdigung einzelner Rassen. Jede Rasse hat ihre Existenz-Berechtigung! Jede Rasse hat spezifische Eigenheiten, die man als positiv oder negativ ansehen kann. Die Vielfalt der Ethnien ist erfreulich, aber gerade, weil dem so ist, ist eine Vermischung selbiger nicht begrüßenswert. Wenn eine durch Liebe getragene Verbindung von Menschen gänzlich unterschiedlicher Rassen entsteht, dann ist dies zu akzeptieren, jedoch gefährdet das vorsätzliche Heranzüchten von gemischten Paaren die Existenz beider Ethnien und damit auch die Existenz der jeweiligen Völker und im Endeffekt auch der entsprechenden Kulturen.

Zum Abschluss noch ein paar Literatur-Tipps (aus juristischen Gründen keine Direktverlinkung).

Spiritualität/Religion: https://www.google.com/search?q=edda+pdf&ie=utf-8&oe=utf-8&client=firefox-b-ab (Suchbegriff „Edda pdf“)

Geist/Kultur: https://www.google.com/search?q=julius+evola+pdf++&ie=utf-8&oe=utf-8&client=firefox-b-ab (Suchbegriff: Julius Evola pdf)

Bild: pixabay

Quelle

Danke an Oliver.

Gruß an die Nachdenklichen

TA KI

Lidl entfernt Kreuz auf Kirchen auf allen Produktverpackungen


Lidl hatte bei seiner kulinarischen „Griechischen Woche“ auf sämtlichen Produktverpackungen, die Kirchen abgebildet hatten, die Kreuze entfernt. Die islam-devote Retusche war einem belgischen Infokanal aufgefallen. Dies sei längst gängige Lidl-Praxis, so ein Discoutsprecher. Das Unternehmen respektiere somit die religiöse Vielfalt. Die Produkte mit der islamaffinen Verpackung sind auch in Deutschland zu erwerben.

Lidl entführt seine Kunden immer wieder in fremdländische, kulinarische Paradiese. So auch bei der „griechischen Woche“. Hierbei wurden den Kunden etwa Moussaka, Feta, Tzatziki oder etwa Käseteigtaschen angeboten. Auf den Umverpackungen wurde original griechisch mit den weiß-blauen Kirchenbauten der Urlaubsinsel Santorini geworben.

Jedoch – wohl aufgrund der immer größer werdenden muslimischen Kundschaft  – wurde auf die Kreuze, die im Original auf den Kirchen vorhanden sind – kurzerhand wegretuschiert.  Wie die belgische Nachrichtenplattform RTL Info, die als erste über die Lidl- Retuscheaktion berichteten, darstellt, sei das Entfernen von Kreuzen auf Verpackungen bei dem Discounter ein normaler Vorgang.

Ein Sprecher von Lidl Belgien erklärte hierzu: „Wir vermeiden grundsätzlich den Gebrauch von religiösen Symbolen. Damit wollen wir unsere Neutralität unterstreichen.“ Das Unternehmen respektiere die religiöse Vielfalt, deshalb habe man bewusst das Design verändert. (BS)

Quelle: https://www.journalistenwatch.com/2017/09/02/lidl-entfernt-kreuz-auf-kirchen-auf-allen-produktverpackungen/

Gruß an die Erwachenden

TA KI

Polen fordert EU-Einreisestopp für Muslime – „Abkehr von europäischer Zivilisation“


Polens Innenminister Blaszczak fordert ein Einreiseverbot von Muslimen in die EU. Der Politiker begründet den Vorstoß mit der Gefahr vor Angriffen durch islamistische Terroristen.

Der polnische Innenminister Mariusz Blaszczak fordert ein Einreiseverbot für Migranten aus islamischen Staaten in die EU. Die Gefahr für Anschläge, die die islamistischen Terroristen in Westeuropa verüben, sei eine Tatsache. Das sind keine bloßen Vorfälle, so Blasznaks Begründung im polnischen Fernsehen. Der Sputnik berichtete.

Blaszczak: Multikulti bringt „faule Früchte“

Die Multikulti-Politik bringe „faule Früchte“ und sei eine „Abkehr von den Wurzeln der europäischen Zivilisation und damit auch vom Christentum“. Dies sei letztlich auch der Grund für die Ablehnung der Flüchtlingspolitik der EU (Stichwort: Quotenverteilung).

Viele aus dem Osten hätten sich bereits gut integriert, aber man lasse nicht zu, dass sich das eigene Land mit der westeuropäischen Epidemie des islamistischen Terrors infiziert, so Polens Innenminister, so neues-deutschland.de.

Umfrage: 70 Prozent gegen Aufnahme von Muslimen

Nach neuesten Umfragen durch das Meinungsforschungsinstitut Ipsos wollen 70 Prozent der Polen keine Flüchtlinge muslimischen Glaubens aufnehmen. Nach dem Anschlag in der Manchester-Arena, bei dem auch ein polnisches Ehepaar starb, habe sich diese Tendenz verstärkt. Dies dürfte sich nach dem neuen Anschlag in London weiter so entwickeln. (dk)

Quelle: http://www.epochtimes.de/politik/europa/polen-fordert-eu-einreisestopp-fuer-muslime-a2136759.html

Gruß an die Denkenden

TA KI

Der Samstagsfilm


Quo Vadis

Willkommen in Neros Haus der Frauen“, begrüßt eine Konkubine das Sklavenmädchen Lygia (Deborah Kerr). Später enthüllt ihr jene Frau, dass sie ebenso wie Lygia auch dem christlichen Glauben angehört. Und genau diese Mischung aus Hollywoods Geschmacklosigkeiten und einer christlichen Botschaft macht aus diesem Film ein durchaus sehenswertes Stück Zelluloid mit Gladiatoren und Heiden zuhauf. Marcus Vinicius kehrt nach einem Feldzug gegen die Bretonen nach Rom zurück und stellt fest, dass die Stadt von einer verrückten neuen Sekte heimgesucht wird, die sich „Christen“ nennt und dass sein geliebter Herrscher Nero (dicklich und gemein: Peter Ustinov) immer mehr durchknallt. Marcus kehrt gegenüber Lygia seinen eindrucksvollsten Zenturio heraus, und sie erliegt seinem Charme, aber sie ist auch zum Christentum bekehrt worden und bittet Marcus darum, dass er sie nicht zwingen soll, zwischen ihm und ihrem Gott zu wählen. Den Christen geht es unterdessen nicht so gut, denn sie sterben als Bestrafung dafür, dass sie die neue Religion in der Stadt darstellen, den Märtyrertod im Colosseum. In Mervyn LeRoys Film ist immer was los, obwohl er drei Stunden lang ist. Er eignet sich hervorragend dafür, verregnete Sonntagnachmittage vergnüglich vor dem Fernseher zu verbringen. *

Gruß an die wahre Geschichte

TA KI

Ist die Weltgeschichte radikal verfälscht worden? – Teil 6 – Skythen als Väter der Nationen


Im ersten Teil einer Artikelserie zur Unterstützung der These, dass unsere Geschichte verfälscht wurde, erfuhren wir über den Nikotin- und Kokain-Konsum in Afrika und Asien weit vor Christi Geburt. Im zweiten Teil warfen wir einen Blick auf große Steinkugeln und Schädeldeformationen, die überall auf der Welt zu finden sind. Im dritten Teil durften wir erkennen, dass es viel mehr Pyramiden auf der Welt gibt, als uns in der Schule gezeigt werden und wie ähnlich sie sind. Der vierte Teil ergänzte weiter Fakten rund um das Thema Mumien. Der fünfte Teil ist quais die Einleitung zu dem nun folgenden Artikel von “Zacher”:

Teil 6 – Skythen als Väter der Nationen

Goldschmiedekunst der Skythen

Die letzte Folge behandelte die Erfindungen, die den Skythen zugeschrieben wurden und die, sollten diese Zuschreibungen korrekt sein, unsere historischen und historisch-chronologischen Vorstellungen grundlegend in Frage stellen. Das gilt auch für die Beschreibungen der Skythen durch die griechischen Autoren als das größte und älteste Volk. Ich zeigte zudem, dass ein britischer Historiker erwähnte, die Skythen wurden einst als „Väter der Nationen“ betitelt. Wollen wir doch mal sehen, ob dieser Titel eine reale Grundlage hat.

Die Erben der Skythen

Wir brauchen nicht lange zu suchen. Schon im englischsprachigen Wikipedia finden wir eine Liste der Völker, die ihre Entstehung auf die Skythen zurückführen. In dieser Auflistung finden wir asiatische, ost- und westeuropäische Völker, Iraner, Kaukasier, Slawen, Germanen und Kelten:

Schotten, Iren, Pikten, Gälen,
Sachsen, Franken
Osseten (ihnen gelang es, viele der alten skythischen/sarmatischen Mythen in ihrer mündlichen Tradition lebendig zu erhalten)
Paschtunen
Ungarn, Polen, Serben,  Bosnier, Kroaten
Und andere.

Leider reagieren viele Historiker auf solche Zeugnisse mit Ignoranz oder reflexartigen Ablehnung wie: „Ja und? Manche europäische Herrscher haben auch behauptet, von den Trojanern abzustammen.“ Und mit dieser – vermeintlichen – Lüge einiger Herrschaftshäuser tun sie auch alle Überlieferungen über die skythischen Gründerväter als reine Fantasie ab. Aus irgendwelchen Gründen, die man nicht erklären möchte, sollen die Monarchen und ihre Völker sich einfach einen skythischen Ursprung aus den Fingern gesaugt haben. Doch die Historiker irren sich genauso, wenn sie die trojanische Herkunft mancher Herrschaftshäuser ablehnen. Dazu ein andermal mehr.

Die verborgenen Wurzeln der skandinavischen Völker

Zunächst zu weiteren Belegen und Indizien, die für die Skythen als Begründer eurasischer Nationen sprechen. In dieser Abhandlung listet der Autor Zeugnisse früher Historiker über die verborgenen Wurzeln der skandinavischen Völker, deren Urväter Goten oder Kimmerer waren, welche wiederum den Skythen zugerechnet werden und aus dem Gebiet nördlich vom Schwarzen Meer kamen:

Uncovering Scandinavia Roots

Die Sarmaten, nächste Nachfahren der Skythen und Vorfahren der Germanen

Ein mutiger deutscher Historiker namens Reinhard Schmoeckel fand heraus, dass die Sarmaten, die nächsten Verwandten und – zumindest nach der heutigen Vorstellung – Nachfolger der Skythen, im frühen Mittelalter einen großen Teil Deutschlands beherrschten und am Anfang vieler Adelsgeschlechter standen, die als Begründer der deutschen und französischen Nationen galten (Karolinger, Merowinger):

Sachsen, Thüringer, Schwaben – einst von Sarmaten beherrscht?Das Frühmittelalter in Deutschland neu gesehen – Die Sarmaten | Vergessene Väter des mittelalterlichen Europa | Band 1

Dass die Skythen am Anfang der germanischen Kultur standen, das behauptete auch Johannes Fressl im 19. Jahrhundert:

Die Skythen-Saken – Die Urväter der Germanen

Bekanntlich kamen die (angeblich germanischen) Goten sogar bis nach Spanien und gründeten dort ein florierendes Reich.

Die Grüdnungen von Skythen in Asien

Nun machen wir einen Sprung nach Asien. Davon, dass manche europäischen Historiker behaupteten, die Chinesen und Japaner wurden als Nationen von den Skythen begründet, habe ich bereits geschrieben. Im Fall von Japan, aber auch Korea kann man die skythische Dominanz oder zumindest starken Einfluss anhand von Überlieferungen nachvollziehen.

In diesem Wikipedia-Artikel wird behauptet, dass der Kaiser Ojin, bei dem eine skythische Herkunft angenommen wird, der erste historische Herrscher Japans war.

Vor Kurzem entdeckte ein amerikanischer Anthropologe, dass die japanischen Samurai gar nicht so japanisch, sondern eher europid waren.

Interessanterweise kennen viele eurasische Völker Legenden, in denen die Herrscher mit einem magischen Schwert verbunden sind. Diese Legenden weisen erstaunliche – aus der Sicht der traditionellen Geschichte – Parallelen amit der Arthus-Saga auf, hier noch ausführlicher.

Ach ja, wer der legendäre König, den wir als König Arthus kennen, war, das könnt ihr euch schon denken. In diesem Buch wird es recht anschaulich erklärt:

From Scythia to Camelot: A Radical Reassessment of the Legends of King Arthur, the Knights of the Round Table, and the Holy Grail

Auch in Indien haben die Skythen geherrscht. Belegt ist es neben den Überlieferungen auch anhand von Münzen.

In dieser bereits zitierten historischen Publikation wird behauptet, dass die Skythen ganz Asien, einschließlich Arabiens erobert hatten. Offenbar war es zu jener Zeit eine gängige Meinung.

Die Skythen in Ägypten

Die offizielle Geschichtsschreibung erzählt davon, dass die Skythen viele andere Regionen eroberten, darunter auch Ägypten.

Die Herkunft der ägyptischen Hyksos-Dynastie wird auch im heutigen Russland vermutet, wenn auch in einer angeblich vor-skythischen Periode. Wie ich schon erwähnte, teilten die Skythen und die Ägypter nicht nur die Kunst der Mumifizierung (auch in Ägypten fand man blonde oder rothaarige Pharaonen-Mumien) und des Pyramidenbaus, man fand auch in skythischen Grabhügeln Objekte die wir als ägyptisch kennen.

Excavations and Discoveries in Scythian Lands

Beeinflussungen der skythischen Sprache und Religion

Ergänzend kann man erwähnen, dass einige Historiker den Skythen zuschreiben, die Sprachen der Europäer nachhaltig beeinflusst zu haben. Georg Stiernhielm, ein Wissenschaftler des 16. Jahrhunderts, welcher viele Sprachen beherrschte, nannte die Sprachgruppe der lateinischen, romanischen, griechischen, persischen, germanischen und slawischen Sprachen „skythisch“ oder vom Skythischen abstammend (auf der Seite 72).

Der Einfluss der „Steppe-Nomaden“ auf unsere Zivilisation wird auch im Buch „The Horse, the Wheel, and Language: How Bronze-Age Riders from the Eurasian Steppes Shaped the Modern World“ beschrieben.

Der bedeutende „römische“ Historiker Trogus schreibt übrigens, dass die Skythen den symbolischen biblischen Turm zu Babel erbauten, dessen Fall erst zur großen Sprachverwirrung führte. Er sagt auch, dass die Religion, die von der Flut bis zum Fall des Turms zu Babel geherrscht hatte, Skythizismus (ich greife vor, damit ist offenbar die frühe Form des Christentums gemeint) genannt wurde, dem Hellenismus oder „griechischer Fehler“ und dann Judaismus folgten! Ein sehr wichtiger Punkt, der an einer anderen Stelle genauer erläutert wird.

In seinem bedeutenden Werk „A Dissertation on the Origin and Progress of the Scythians Or Goths“ zitiert der Autor John Pinkerton griechische Autoren, die den Skythen und ihren Verwandten (Trojanern, Pelasgern, Thrakern) eine zentrale Bedeutung als Ur-Griechen beimessen. Nun wissen wir, wer diese geheimnisvollen blonden Griechen höchstwahrscheinlich waren. Plato selbst behauptete, dass die Riten der Griechen von diesen „Barbaren“ kommen. Was damit gemeint ist, wird in der nächsten Folge erklärt.

Auch die enge Verwandtschaft lässt sich in der Kunst erkennen. Ich erinnere daran, dass die Griechen behaupteten, die Kunst des Metallschmelzens, die Münzen bzw. das Geldwesen und die Eisenwaffen seien ihnen von den Skythen gebracht worden. Nun macht einfach Folgendes, geht auf Google-Bilder und gebt ein:

  • Greek helmet museum
  • Scythian helmet museum
  • Thracian helmet museum
  • Etruscan helmet museum

Von Sibirien bis nach Italien findet man ähnliche Helmtypen, von denen der häufigste Typ dieser ist:

Eisenhelme der Antike

Aber auch diesen Typ findet man häufig:

Gladiatoren-Helm

Nun ersetzt das Wort „helmet“ mit „medusa“, „rhtyon“ oder „griffin“ und googelt auch dazu passende Bilder. Es ist nicht zu übersehen, dass diese Völker kulturell in sehr engem Kontakt standen oder einfach direkt verwandt waren.

Übrigens, wusstet Ihr, dass Venedig, die Stadt im italienischen Venetien, an das frühere Etrurien (Land der Etrusker) angrenzend, auf den Stämmen der sibirischen Lärche aufgebaut ist? Woher wussten diese (häufig blonden oder rothaarigen, wie die meisten Skythen) Italiener davon, dass dieses Holz so lange Zeit so widerstandsfähig selbst im Salzwasser ist.

Etrusker sind übrigens das „rätselhafte“ Volk, dem die Begründung der römisch-italienischen Zivilisation zugeschrieben wird. Angeblich weiß man nicht, wo sie her kamen. Ihre Sprache, zu finden auf zahlreichen Inschriften, konnte ebenfalls angeblich nicht entziffert werden.

Auch die berühmten Phönizier werden von manchen Historikern den Venetern (Phoenicia=Venezia) gleichgesetzt und die Veneter oder Venedi wiederum gelegentlich den Wandalen. Wandalen werden als direkt mit Goten verwandt beschrieben, die Goten wiederum als skythischer Stamm bezeichnet. Beiden, Wandalen bzw. Phoeniziern wird die Eroberung Nordafrikas zugeschrieben, wenn auch zu unterschiedlichen Epochen. Wir werden nachfolgend sehen, dass es sich um ein und dasselbe handelt. Jedenfalls platzierte man das Volk der Veneter, das ein riesiges Gebiet bewohnte, aber von den heutigen Historikern weitgehend ignoriert wird, hier:

So gehesen verwundert es nicht, wenn die Griechen die Erfindung des Kupfer-, Silber-, Bronze- und Eisenschmelzens und Stahlhärtens den Skythen zuschreiben und die Erfindung des Goldschmelzens einem Phönizier namens Cadmus (siehe).

Pliny der Ältere nennt die Veneter / Venedi Sarmaten auch Ptolemey, siedelt sie geografisch unter den Sarmaten an. Ich erinnere, die Sarmaten sind direktesten Verwandte der Skythen und gelten als deren Nachfolger. Der Historiker Jordanes sieht sie als Urslawen.

Wie wir sehen, spricht sehr Vieles dafür, dass der Titel „Väter der Nationen“ den Skythen nicht umsonst verliehen wurde.

Skythische Spuren in Amerika

Doch „nur“ mit dem Begründung vieler Kulturen Eurasiens und Nordafrikas gaben sich die Skythen nicht zufrieden. Offenbar geht auch die Entdeckung von Amerika (nach den Ureinwohnern, versteht sich) auf ihr Konto. Davon dass die Skythen zusammen mit den indigenen Völkern Nordamerika besiedelten, zeugen bis heute erhaltene, wenn auch vereinzelte historischen Überlieferungen selbst noch aus dem 18.-19. Jahrhunderten. Und jetzt wird es interessant: Irgendwie setzten die frühen US-Historiker sie den Skythen und gleichzeitig den Tartaren und den… Israeliten gleich. Ähnlich wie der schon erwähnte britische Historiker die Skythen Nachkommen Japheths (Sohn Noahs) und Tartaren bezeichnete. Wie passt das zusammen?

William Augustus Bowles (1763–1805) war auch mit seinem Muscogee-Namen Estajoca bekannt.

Im Buch aus dem Jahr 1775 „The History of the American Indians“ beschreibt der Autor James Adair einen Teil der amerikanischen Ureinwohner als „jüdischer“ Herkunft, zum Beispiel Cherokee oder Muskobge, auch Muscogee genannt (merkt euch diese Namen). So sah einer ihrer Anführer aus, man beachte die „asiatische“ Kopfbedeckung und das europäische Aussehen.

Und so wurden die Cherokee dargestellt. Man beachte die Frisuren und den halbmondförmigen Anhänger mit Schrift(!), auch wenn der Zeichner lateinische Buchstaben einsetzte, möglicherweise, weil ihm das Alphabet nicht bekannt war:

Drei Cherokeesen

 

Cherokeese mit christlich anmutenden Symbolen

Beachtet mal die Frisur und hier den Anhänger mit klar christlicher, europäischer Symbolik.

Ähnlichkeit mit Ukrainern

Bevor es weiter geht, schlage ich schnell noch eine Brücke in einen anderen Teil der Welt, die Ukraine, deren Bewohner sich damals als Kleinrussen bezeichnete, wo aber auch Tataren lebten. Womit wir übrigens wieder an der nördlichen Küste des Schwarzen Meeres wären. So sah der legendäre Fürst Bogdan Khemlnitski aus, der in etwa der gleichen Periode lebte:

Fürst Bogdan Khmelnitsky

Zur Urkaine noch: damals existierte nur eine russische, weitaus kleinere Provinz “Okraina” = Grenzland und die Menschen auf dem Gebiet der heutigen Ukraine bezeichneten sich als Russen, Rutenen oder Kleinrussen. Oder als Tartaren..

Ein ukrainischer Kosake

Und hier einige Bilder eines Chief der Irokesen:

Irokese Joseph Fayadaneega called the Brant

Ist diese Ähnlichkeit nicht erstaunlich? Und was können die Historiker damit anfangen? Nichts! Wie üblich fegt man es einfach vom Tisch. Die Ähnlichkeit in der Kleidung auf den Abbildungen habe keine Aussagekraft, das sei Fantasie der Maler. Die Frisuren – purer Zufall.

Wenn man ihnen die Bilder der teils sehr europiden Cherokee zeigt, führen sie es auf die frühe Vermischung mit den Europäern zurück.

Und wenn ein Wissenschaftler die Sprachen dieser Indianer als „skythisch“ oder „arisch“ bezeichnet, dann wird es als völliger Nonsens abgetan. Christliche oder jüdische Israeliten, die gleichzeitig Tartaren und Skythen sind und arisch sprechen?

Ich gebe zu, diese Vorstellung ist schwer verdaulich. Zumindest in unserem historischen Konzept ergibt es wenig Sinn.

Eines lässt sich nicht so leicht wegfegen. Die Genetik. Doch selbst hier erkennt man ziemlich deutlich den Versuch, die Herkunft dieser Indianer unter den Teppich zu kehren. Vor Kurzem hat man erkannt, dass viele „Ureinwohner“ sehr viel europäische Genetik in sich tragen, bei manchen Stämmen 40-80% in der männlichen Bevölkerung.

Diese europäische Gruppe wird als R1 oder R-M173 zusammengefasst. Hier wird allerdings nicht unterschieden nach der Haplogruppe R1a, die den Skythen und Slawen eigen war, oder der Haplogruppe R1b, die ursprünglich, grob gesagt, keltisch war. Es macht aber einen wesentlichen Unterschied! Denn die Vermischung mit den Westeuropäern (Briten, Franzosen und Spanier sind mehrheitlich R1b-Träger) wäre erklärbar im Rahmen der Mainstream-Geschichte. Das Vorhandensein der skythischen oder slawischen Genetik nicht! Es hat eine Weile gedauert, bis ich diese Arbeit fand, die bestätigte: Diese Native Americans sind R1a-Träger, was nun ebenfalls für ihre skythische Herkunft spricht.

Hier eine sehr wahrscheinliche Antwort auf die Frage, warum man sie Indianer (Indians) nannte. Schaut mal in den nordöstlichen Teil des heutigen Russlands:


https://secretgardening.files.wordpress.com/2011/03/map-sebastian-mc3bcnster-1488.jpg

Sehr seltsam, die Karte samt Amerika wurde – wie heutige Historiker behaupten – nach dem “antiken” Gelehrten Ptolemäus gezeichnet, den seine – ich behaupte ganz unverschämt – Zeitgenossen erstaunlich “mittelalterlich” darstellten.

Und was ist mit Kolumbus? Er selbst hat in Amerika “Indien” oder das biblische Land Arsareth und die Stämme Israels erwartet!

Hier ist die Passage aus einem apokryphischen (nicht im Kanon enthaltenen) Buch Bibel Esdras über die Auswanderung der zehn Stämme Israels nach Arsareth, die eineinhalb Jahre unterwegs waren und einen großen Strom überquerten:

Dies sind die zehn Stämme, welche als Gefangene aus ihrem eigenen Land zur Zeit des Königs Hosea geführt wurden, welchen Salmanasser, der König von Assyrien, gefangen wegführte, und er brachte sie über die Wasser, und so kamen sie in ein anderes Land. Aber sie berieten unter sich, daß sie die Menge der Heiden verlassen und in ein fernes Land ziehen würden, in welchem nie jemand gewohnt hatte, daß sie dort ihre Gesetze halten würden, welchen sie in ihrem eigenen Lande nie gefolgt waren … Und durch dieses Land war es lange zu gehen, nämlich eineinhalb Jahre, und diese Gegend ist genannt Arsareth. Dann blieben sie dort bis in die letzten Zeiten (2. Esdras 13:40-45).

Und nun lasst uns sehen, wo der bedeutendste Kartograf seiner Zeit, Abraham Ortelius, das biblische Arsareth und die zehn Stämme Israels platzierte, in „India Superior“ der ptolemäischen Karte oben, also im Osten des heutigen Russlands.

Interessanterweise heißt Russland auf dieser Karte aus dem 16. Jahrhundert „Tartarien“, das wichtigste Zentrum ist in Moskau, und die Bering-Straße, die nach der offiziellen Geschichte den Europäern erst im 18. Jahrhundert bekannt sein konnte, ist hier schon eingezeichnet und heißt „Stretto de Anian“.

Und so sehen diese Indianer, die behaupten die Israeliten zu sein, heute aus:

https://www.youtube.com/watch?v=Pu56Gtd4pJ0

Natürlich wird auch da ihre Ankunft automatisch in eine ferne Vergangenheit verlegt und Westeuropa als Urheimat angenommen. Die Karte in der Minute 5:40 suggeriert, sie könnten aus Britannien kommen. Angesichts der oben genannten Zeugnisse und genetischen Untersuchungen kann man den Machern des Films Manipulation vorwerfen. Ähnlich dreist erklärten US-amerikanische Dokumentationen-Produzenten de tocharischen Mumien aus China zu Kelten, obwohl diese genetisch und vom Kleidungsstil her offensichtlich eher skythisch waren.

Hier, auf Seite 43, wird von einem Schriftdokument erzählt, das von der Herkunft der „Indianer“ als sibirische Tartaren, Kanaaniten, Phöniziern (siehe oben: Venetien oder Veneter), Atlantiden (die offenbar vor der besagten großen Flut tatsächlich ebenfalls auf den Inseln des Schwarzen Meeres lebten, worauf ich auf Wunsch noch eingehen werde), Tyrenen, die ebenfalls mit Etruskern und Venetern bzw. mit Phöniziern in Verbindung gebracht werden und natürlich mit Hebräern.

Es gibt auch andere Funde wie diesen Stein, die „hebräische“ Schriften tragen (New Mexico)

Hier berichten die amerikanischen Mormonen über die Funde, die ihre Version der Bibel bestätigen und vom Christentum in Amerika vor Kolumbus zeugen. Selbstverständlich werden ihre Untersuchungen als Wunschdenken einer Sekte abgetan und die Funde automatisch als Fälschungen abgelehnt, ihre Bibel als neuzeitliche Version. Riskiert trotzdem einen Blick auf die sehenswerten Artefakte, vor allem in der rechten Spalte.

Und nun das Interessanteste. Welche Schrift verwendeten die angeblich schriftlosen Skythen nach der Meinung eines deutschen Gelehrten Gottfried Hensel? Unter anderem verwendeten sie das Alphabet, das wir als hebräisch kennen. Hier ist seine Sprachkarte aus dem Jahr 1741, Skythisch sieht man es in der linken Spalte:

Sprachkarte Europas von 1741 auch in skythisch von beschriftet

Interessanterweise scheint er auch das etruskische Alphabet zu kennen und platziert es (Hetrusco) vielleicht zufällig, vielleicht nicht unter die slawischen Glagoliza und Kyrillisch.

Auf diesem Teil der Sprachen-Karte sieht man eine andere skythische Schrift, die heute nirgends mehr aufzufinden ist – Scythico-Tatarici:

Einige Wissenschaftler haben entdeckt, dass viele indigene oder „antike“ Völker weltweit nicht selten bereits vor der Ankunft der Westeuropäer Legenden wie die von der Sintflut oder von einer Jesus-ähnlichen Figur kannten. Auch unerwartete Parallelen zwischen den Weltreligion wurden entdeckt, z.B. zwischen dem Buddhismus und Christentum. Als Schlussfolgerung hat man angenommen, dass diese Ideen viel älter sind und vom Christentum adoptiert wurden. Nun bekommen wir aber nach und nach ein völlig anderes Bild zusammengesetzt. Die dominanten und sehr aktiven Skythen und ihre nahen Verwandten haben schlicht ihre religiösen Vorstellungen weltweit verbreitet. Mehr noch, aus dieser urchristlichen Religion haben sich andere heute bekannten Weltreligionen entwickelt. Das heutige Christentum ist lediglich eine reduzierte, umgeänderte Version davon, die fälschlicherweise alle „alttestamentarische“ biblischen Bücher in die Zeit vor Christus setzt. Weitere Beweise für diese Behauptungen bleibe ich nicht schuldig. Dazu mehr in der nächsten Folge.

Verständlicherweise überfordert ein solcher Text einen nicht historisch bewandten Menschen. Noch mehr überfordert und reizt er Jemanden, der historisch bewandt ist, und dessen Vorstellungen dieser Text radikal widerspricht. Ich empfehle dennoch, diesen Text mehr als einmal durchzulesen, um mehr Klarheit zu bekommen.

 

(…)

Quelle: https://faszinationmensch.com

Gruß an die Nachforschenden

TA KI

 

 

Die Götter Germaniens


Wenn wir nach den Göttern Deutschlands suchen, so werden wir nur wenige Anhaltspunkte hier finden. Es hat sich die Gottheit eines gänzlich anderen Kulturkreises einen Teil Germaniens sehr frühe erobert und hat diesen Teil Germaniens in Verbindung mit anderen wirkenden Ursachen zu Deutschland gemacht. Indem die Bildungsstufe „gemeingermanisch“ bei uns erlosch, entweichend nach Norden, und die Bildungsstufe „deutsch“ begann, war davon auch die Götterwelt betroffen.

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Geschrieben von: Prof. Dr. Hans Naumann
Wenn wir nach den Göttern Deutschlands suchen, so werden wir nur wenige Anhaltspunkte hier finden. Es hat sich die Gottheit eines gänzlich anderen Kulturkreises einen Teil Germaniens sehr frühe erobert und hat diesen Teil Germaniens in Verbindung mit anderen wirkenden Ursachen zu Deutschland gemacht. Indem die Bildungsstufe „gemeingermanisch“ bei uns erlosch, entweichend nach Norden, und die Bildungsstufe „deutsch“ begann, war davon auch die Götterwelt betroffen.

Eine Zeitlang lebte sie weiter im Volksglauben. Aber schon über tausend Jahre wirkt das Christentum prägend auf den deutschen Volksglauben ein, nicht mehr das Heidentum 1.

Daß jedoch die hauptsächlich nur nordgermanisch bezeugte Götterwelt und das nordgermanische Weltbild in den großen und in vielen kleinen Zügen einst auch Besitz Südgermaniens war: mit dieser Annahme wird man heute getrost zur älteren Anschauungsweise zurückkehren dürfen. Denn wo nur immer einmal die stark verschütteten südgermanischen Quellen fließen, da werden sie auch sofort durch die nordischen Zeugnisse bis ins Unwesentliche hinein bestätigt und unterstützt. Ich nene rasch das Wichtigste in kurzen Formeln: Wodan und Frigg nicht nur einzeln, sondern in den der bekannten ehelichen Verbindung im Norden wie bei Paulus Diaconus. Friggs Bild in überraschender Weise schon südgermanisch. Ihr Sohn Balder mit den Eltern im Kreise besorgter Götter: nur die Torheit, in die sich einst heut unbegreiflicher Überkritizismus überschlug, konnte am Balder des zweiten Merseburger Zauberspruches irre gehen. Aber wer würde Fulla, die scheinbar so nebensächliche Schwester und Zofe der Frigg, aus dem Nordischen auch fürs Südgermanische zu erschließen wagen, wenn nicht eben dieser Merseburger Zauberspruch wäre? Oder Njörd, wenn nicht die Taciteische Nerthus wäre? Tyr = Teiwas, lebendig im Süden noch zur Zeit der Wochentagsnamengebung, ist jetzt schon aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. für Südgermanien durch die Inschrift von Negau bezeugt 2.

Die Verbindung von Logathore = Lodurr, der Langform des Kurznamens Loki, und Vigithonar = Vingthorr mit Wodan auf der Nordendorfer Spange 3 läßt Außerordentliches im gemeinsamen religiösen Besitz vermuten. Die Worte, Gleichungen und Sachen Yngwi = Ingwaz im Namen der nach ihm benannten Amphiktyonie, Ingunar-Freyr, der ingwäonische Herr; Forseti = Fosete; Hludana = Hlodyn; idisi = disir; fairguni = Fjörgynn; irmin = iörmun; Fessel = hain4; Muspilli; Mittilagart; Erde und Oberhimmel; Yggdrasil und die Vorstellung von der Irminsul (universalis columna quasi sustinens omnia, Rudolf von Fulda), altsächs. reganogiscapu vgl. altnord. ragnarök und mindestens der Name, wenn auch nicht die Figur Aurvandill = Orendel kommen hinzu. Einiges von all diesem reicht, wie man sieht, bis weit über die Völkerwanderung hinab. Aus den gedeckten Einzelheiten dürfen wir getrost auf das ungedeckte Ganze schließen. Diese sonderbaren Relikttrümmer des Südens beweisen, daß die geschlossene mythologische Landschaft des Nordens einst bis zu uns gereicht hat. Allgemeine Erwägungen und Schlüsse aus anderen Gebieten, denen zufolge wir überhaupt in weitem Maße die nordgermanische Kultur als ein Echo und Spiegelbild schon vergangener südgermanischer auffassen dürfen, kommen hinzu. Norwegen war nicht sehr schöpferisch; daß sich Island noch neue Göttergestalten schuf, ist unwahrscheinlich. Das Gemeinskandinavische reicht mit tausend Maschen in das Gemeingermanische hinein. Die Götterwelt des Nordens war einst auch die unsrige, als wir uns noch nicht aus dem gemeingermanischen Kulturkreis losgelöst hatten. Wir werden sehen, daß es eine gemeingermanische aristokratisch-idealistische Hochreligion gegeben hat, die uns längst nicht so unbegreifbar bleibt, wie die Skeptiker gewöhnlich meinen.

Aber nicht mehr die Naturkräfte und urmythich-kosmischen Bezüge, die in den Göttergestalten sich etwa symbolisieren, werden den Philologen von heute in erster Linie berühren, sondern die menschlichen, die ideellen, die geistigen Kräfte. Die Ideen, die die Namen germanischer Götter tragen, die seelischen Antriebskräfte, Willensziele und Lebensideale, die in göttlicher Gestalt verehrt werden, die menschlichen Lebensformen, Seinsweisen, Interessensphären, erfüllten oder unerfüllten Wünsche, die unter diesem oder jenem Namen vergöttlicht sind, zu erkennen, muß das Geschäft des Germanisten sein, damit er die Ergebnisse der dürftigen dichterischen und kunsthandwerklichen Denkmäler in etwas ergänze und die Wissenschaft vom germanischen Menschen vermehre. Eine Untersuchung de natura deorum Germaniae muß zuletzt zu einer Untersuchung de natura deorum Germanorum werden, so wie einst Ciceros „De natura deorum“ zu einem Stück antiker Geistesgeschichte geworden ist. „Der Mensch schafft sich seine Götter nach seinem Bilde“: so hieß einst die positivistische Wendung des Satzes: „In seinen Göttern spiegelt sich der Mensch“. Tiefer wäre vielleicht die Formulierung, daß die göttlichen Mächte, dereinst dem Geheimnis des magischen Weltbildes entsprungen, ihren Völkern stets diejenigen Ideale vorleben, deren sie auf ihrer jeweiligen Bildungsstufe bedürfen, um zu der Form sich lebend zu entwickeln, die ihnen vom Schicksal geprägt worden ist. In jenen allegorischen Erklärungen der Götter und ihrer Taten indessen aus gutem oder schlechtem Wetter verriet sich eine Zeit, die sich ein schöpferisches, bildhaftes Denken der Menschen nicht mehr vorstellen konnte. In Wirklichkeit schuf damals ein starkes Geschlecht weit über sich selbst hinaus, und sich steigernd, wiederholte es sich selbst in seinen Göttern.

Die Götter Epikurs

Aus den Äußerungen, die Citero in „De natura deorum“ seinem Epikureer Vellejus über die antiken Götter in den Mund legt, ergibt sich, wenn man sie zusammenzieht, etwa folgende Vorstellung von diesen 5:Die Götter sind ewig und glückselig. Sie tragen zwar menschliche Gestalt, weil keine Form schöner ist als die menschliche, indessen ist ihre Gestalt nicht körperlich, sondern nur gleichsam körperlich, ihr Blut nur gleichsam Blut. Ihr Leben verbringen sie in glückseligster Weise in allem nur erdenkbaren Überfluß, ohne Zorn, ohne Zuneigung, denn alles, was von Zorn oder Zuneigung ergriffen wird, ist unvollkommen. Sie tun nichts, sie leben in ewiger Ruhe der Seele, denn ohne Ruhe der Seele gibt es nicht Freiheit, nicht Glück. Sie sind in keine Geschäfte verwickelt, sie glühen nicht von Wollust, sie führen nicht Krieg, sie hassen einander nicht, sie jammern nicht, sie klagen nicht, sie erfreuen sich nur ihrer Weisheit und Tugend. Sie sind nicht wie jene geplagten Götter, die ohne Unterlaß sich um die Himmelsachse drehen, die Welt regieren, den Lauf der Gestirne, die Jahreszeiten, den Wechsel und die Ordnung der Dinge erhalten, für Meer, Erde, Menschen sorgen, in lästige und mühsame Geschäfte verwickelt. Die Welt? Die Welt ist von der Natur selbst geschaffen, ohne besondere Hilfsmittel und ganz leicht. Dazu benötigte sie keinen deus ex machina wie jene jämmerlichen Theaterdichter. Was glückselig und unsterblich ist, hat keine Arbeit und macht niemandem Arbeit. Quod beatum et immortale est, id nec habet nec exhibet cuiquam negotium.

Man sieht schnell, wie mit solchen Vorstellungen die idealisierte Lebensform des epikureischen Philosophen selbst in den Himmel versetzt ist. Lust, nicht Tätigkeit, ist das höchste ethische Prinzip. Untätig sind die vollkommenen Götter, ein schöner Luxus der Welt, denn alle Tätigkeit entspringt nur einem Mangel, einem Bedürfnis, einer Unvollkommenheit.

Demgegenüber leben die Götter Germaniens ein tätiges, lebenerfülltes Edelingsideal in einer Welt, die ihrer bedarf. Unser Cicero, Snorri, hat leider versäumt, seinen Sprecher, den ,Hohen‘ in der ,Gylfaginning‘, rasch etwa folgende Züge zusammenstellen zu lassen:Natürlich sind die Götter den vitalen Funktionen unterworfen; Gestalt ist hier körperlich und Blut ist Blut: sie atmen, essen, trinken, schlafen, lachen, weinen, werden geboren und sterben sogar – nicht den Tod Balders meine ich jetzt, der dereinst wieder aufersteht, sondern den völligen unerbittlichen Tod am Ende der Weltperiode. Sie sind, wie rechte Fürsten, ewig unterwegs, sie reiten oder fahren; sie gehen zum Thing, wo sie auf ihren Gerichtsstühlen sitzen und raten und dichten; sie reiten zu kriegerischen oder Liebesabenteuern. Sie obliegen der Jagd und dem Fischfang, sie brauen Bier und berauschen sich gern. Sie sitzen bei Trunk in ihren Hallen beisammen und reden über ihr Tagewerk, ihre Waffen, ihre Tapferkeit. Störenfriede jagen sie hinaus in den Wald, der niemals sehr weit von der Halle ist, dann setzen sie sich wieder zum Trunk. Schwerter, Rosse, Ringe sind ihre kostbarsten Güter, Helme und Brünnen tragen sie gern. Sie schließen Blutsbrüderschaften. Sie haben ihre Diener. Sie können in Schwermut verfallen, z. B. aus Liebespein. Sie spielen Brett. Sie schmieden sich Waffen und Handwerkszeug. Sie befragen die Lose, z. B. wo es noch Essen gebe, wenn sie ihre eigenen Vorräte aufgezehrt haben und einmal zu bequem sind, von neuem jagen zu gehen. Ja – und hier vergißt sich gleichsam der Glaube – sie sind so vollkommen menschlich gedacht, daß sie Tempel haben in ihren Gehöften, selber Priester sind und Opfer vollziehen. Wem?: – dürfen wir nicht fragen, sondern nur: warum? Warum haben sie Tempel und opfern und sind Priester zugleich? Und wenn man hier nicht ganz letzte und tiefste Opferauffassungen und religionswissenschaftliche Hintergründe annehmen will, wozu keine Veranlassung vorliegt, kann die Antwort lauten: Weil die menschlichen Edeling und Häuptlinge dies Amt zu ihren Obliegenheiten zählten. Zur Vervollständigung ihres Bildes also! Und weil sie so durchaus Menschen sind, diese Götter Germaniens, Doppelgänger unserer eigenen Vorfahren, deshalb tragen ihre Geschichten jenen heiteren, menschlich ausgelassenen Charakter, der desto auffallender ist, als der Rahmen des Ganzen so tieftragisch und voll Untergangsstimmung erscheint.

Vergleichend mögen wir erkennen, daß ganz grundsätzlich kein Unterschied besteht zwischen den Göttern Epikurs und den Göttern Germaniens in bezug auf ihren ideal-anthropomorphen Charakter. Nur in Grad und Art der Kultur liegt hier der Unterschied. Dort schon die Lebensform des epikureischen Philosophen – hier, kaum vergleichbar, noch die Lebensform kriegerischer Bauernedelinge. Gingen wir, wie wir eigentlich sollten, von den Göttern Epikurs zurück zu den Göttern Homers, so würden auch die Lebensformen, infolge ähnlicherer Kulturlage, bekanntermaßen, äußerlich wenigstens, gleicher werden, und bei anderen früheren außerhomerischen griechischen Komplexen möchte sich die Gleichheit womöglich noch erhöhen. Innerlich freilich offenbart sich schon hier ein tiefer Unterschied.

Denn schon bei Homer sind die Götter die Selig-Vollkommenen, die in der ewigen Herrlichkeit ihres Göttersaales hoch über den Menschen leben, unberührt von deren Dürftigkeit und Leid. Schon bei Homer lassen sie sich ihre „Seligkeit nicht trüben durch allzu ernstliche Teilnahme am Menschen und seiner Qual“, wie Otto sagt 6. Denn die Menschen sind gar arme hilflose Geschöpfe, für die es keine Rettung gibt gegen Alter und Tod. Schon hier ist die Gottheit im Gegensatz zu anderen Religionen nicht ernstlich beschäftigt mit dem lebenden Menschen und seiner Not, und der Gang der Welt ist vorbestimmt durch die Moira, welche die Götter selbst nicht berührt. Sie stehen außerhalb der Welt und jenseits der Moira. Die Vorstellung von der ungestörten Vollkommenheit der Götter lag also, wie es scheint, schon vorgebildet vor Epikur im griechischen Geist, dem sie offenbar entspricht. Sie führt, wie wir sehen werden, zu einer noch völligeren Trennung der Gottheit vom Menschen nach seinem Tode. „Eins ist der Menschen, ein andres der Götter Geschlecht“ sagt Pindar; „das eine ist gar nichts, ewig fest aber bleibt die Burg des ehernen Himmels“. Die orphische Religion und esoterische Mysterienreligionen mögen sich in diesen Punkten freilich gänzlich anders verhalten als die olympische Religion. Uns interessiert hier nur diese.

So tiefe Kluft trennt freilich die Götter Germaniens von ihren Menschen nicht. Sie sind eines Geschlechts und im Werte einander mehr angeglichen. Hier steht die Gottheit, weniger vollkommen gedacht, nicht außerhalb der Welt, sondern auch sie unterliegt wie der Mensch ihrem Schicksal, und mit dem Tode des Menschen erhöht sich, worauf wir noch kommen, beider Wesen Zusammengehörigkeit. Hier nähert sich germanisches mehr dem christlichen Empfinden im Zusammengehörigkeitsgefühl von Mensch und Gott. In sváso god „unsere ganz eigenen, unsere lieben Götter“ sagt der Germane, wie er vom Freund, dem Bruder vom Gefolgsgenossen, ja vom eigenen Kinde sagt 7 und wie dann der deutsche Christ wieder vom „lieben Gott“, vom „lieben Herrn Jesus“, von der „lieben Maria“, vom „lieben Kaiser“, vom „lieben Kinde“ spricht 8. Es ist die Verbundenheit von Fürst und Gefolgsmann, in der sich der Germane zur Gottheit sieht, welche er nicht für vollkommener und nur für relativ mächtiger als seinen eigenen Fürsten hält. Gleichsam wie aus dem jahrhundertelangen schöpferisch-prägenden Erlebnis der Völkerwanderung heraus, die Führer und Gefolgschaft nach heroischer Laufbahn früher oder später untrennbar dem gemeinsamen Untergang entgegenführte, so ist dies heroisch-tragische Erlebnisprinzip für Mensch und Gottheit aufs Weltganze bezogen und zur Grundlage des Weltbildes gemacht. Dem Griechen aber leben die olympischen Götter entfernt und unzerstörbar in olympischer Höhe und Geschiedenheit.

Gewiß, es fehlt den germanischen Göttern die Atmosphäre von Amt, Gesetz, Schrift und bürgerlich-festlich geregeltem Jahr; Stadtkultur haben die germanischen Götter nicht mehr erlebt, sie zogen nicht mehr als Bürger in das gastliche Tor einer ihnen geweihten Polis ein. Ihr geistiger Raum ist noch der Großbauernhof und die Fürstenhalle. In den Händen von Hausvätern und Jarlen treffen wir sie, die nebenbei ihre eigenen Priester sind, noch nicht in den Händen von Druiden, fester und ausschließlicher Priesterkasten oder von Literaten, Philosophen, bildenden Künstlern. So wird uns ihre Schönheit und Plastizität nicht vor Augen geführt. Daß sie in der Vorstellung gleichwohl bestand, lehrt die mehrfach vorhandene Figur des geliebten schönen Götterjünglings. Aus tiefer Frühzeit teilt uns schon Vellejus Paterculus (2, 107) jene Äußerung eines alten Semnonen mit, der am Ufer der Elbe den Imperator Tiberius in seiner cäsarischen Pracht erblickte und sich staunend mit dem Ruf entfernte Hodie vidi deos, „Heut hab‘ ich, o Cäsar, die Götter gesehen“ – weil seine Vorstelung von der Gottheit so stolz, waffengeschmückt und schön bereits war. Und Jahrhunderte später berichtet die Landnáma (cap. 207) von den Hjaltisöhnen: als sie zum Thing kamen, waren sie so schön gekleidet, daß die Leute dachten, die Asen wären gekommen, at aesir vaeri komnir9. Oft ist, wie bei Heimdall, die göttliche Erscheinung ein Gemälde von Weiß und Gold. Leuchtender Glanz geht von ihr aus, „schimmernd“ ist ein Götterepithet, Ruhm und Schönheit werden immer betont.

Freilich, wenn Poseidonios von Apameia als Lebensprinzip der nordeuropäischen Völker den thymos erkennt, jene ganz seelische Religion von „starken und wilden Kräften, deren Tugend, Pracht, Instinkte und Gefährlichkeit“, wie Reinhardt sagt, „der Ethiker als Energien des bloßen Zornes kennt“, so bewähren solchen thymos natürlich die Götter der nordeuropäischen Völker, als deren summierte Kräfte, erst recht. Man mag des prächtigen und gefährlichen Asenzorns gedenken, wie er Thor, wie er Freyja ergreift.

Nur in der jüngeren Ersacheinungsform Wodans gestaltet sich das Prinzip der Südvölker, der logos, mehr und mehr aus, so daß der Mythos erzählen kann, Odin habe ihn dem toten Sohn noch ins Ohr geraunt. Eine reine Poliskultur hätte die Götter Germaniens genau so gezähmt wie die Olympischen. Die Dämonenstufe an sich liegt hinter den Göttern Germaniens freilich nicht anders wie hinter den Olympischen weit zurück.

Keine Dämonen

Die Dämonen sind noch als primitive Horde gedacht, ihnen fehlt der persönliche Charakter, aber die Götter Germaniens sind Individualitäten bereits mit bestimmten Funktionen, die die Dämonen nicht haben, mit einer Arbeitsteilung in der Weltgeschichte nach dem Abbild menschlicher Ordnung. Die Dämonen gehen noch nackt, zottig, tierhaft; die Götter gehen bekleidet, wehrhaft, jagdmäßig, sportsmäßig gerüstet einher.

Die Dämonen brechen aus der Wildnis der Natur hervor, sie wirken inmitten der irdischen Welt und inmitten der Menschen; die Götter kommen aus ihren Hallen und Gehöften in entrückten Regionen, die ihre eigentliche Heimat sind, wenngleich noch sichtbar wird, daß Asgard zunächst nicht im Himmel, sondern irgendwo auf der Erde lag – ein Gehöft auf einer Höhe, wie eines Jarls Gehöft gern etwas höher gelagert ist über der unter ihm siedelnden Gemeinschaft. Dahinein aber glitt die Vorstellung von Asgard als himmlischer Götterburg – auch bei den Südgermanen.

Die Dämonen sind visionär geschaut, versc hwommen, vielgestaltig, miß- und mischgestaltig, wandelbar, gräßlich, verstümmelt, alle Maße der Phantasie durchmessend, energisch in ihrer Funktion, scharf zufassend, selbst unfaßlich, leibhaftige Kollektivvorstellungen; sie scheinen immer wieder zurückzusinken in die Natur und den Boden, der sie ewig wieder erzeugt. Sie sind unberechenbar böse oder kindlich gut, oft beides zugleich, und sie sind stets so mißtrauisch, tückisch, beschränkt und dumm wie der primitive Geist, dessen Welt sie füllen 10.

Die Götter Germaniens tragen vielleicht ein paar der dämonisch-verführerischen Züge mehr noch an sich als die Olympischen, denn die Natur ist verführerischer als die Stadt und bleibt dem Dämonischen näher. Aber im allgemeinen sind auch sie durchaus schon plastisch gesehen, scharf umrissen, eingestaltig, unwandelbar, weniger energisch zufassend, faßlich und berechenbar. Wodan hat seine mystischen Fähigkeiten und seine Verwandlungskunft, seine „ärgerliche Zauberei“, wie Snorri sagt, weniger mit den Dämonen als mit Zauberern und Medizinmännern gemein.

Religionsgeschichtlich äußerst wertvolle Reste alter Tiergestaltigkeit sind noch vorhanden, aber kaum mehr als bei den Olympischen auch. In der Hauptsache ist hier wie dort das Heilige-Tier-Attribut an die Stelle der Tiergestaltigkeit getreten. Der Weg vom Dämon zur Gottheit hat hier wie dort über die Menschengestalt geführt. Man ersieht an den Göttern, wie der menschliche Geist von Element und Stoff und ungeheuerlichem Grausen primitivsten Weltbegreifens glücklich erlöst ist. Und nur in dem Maße, wie sich die Götter mit dem erlösten Geiste nur weiter wandeln, bleiben sie mit dem Menschen verwandt.

Dem Urmythischen ist auch die gemeingermanische Religion wie die homerische längst entrückt, und hier wie dort ragen nur noch ein paar vereinzelte groteske Relikte aus der Urmythenzeit herein. Derlei Primitivitäten sidn für den Religionswissenschaftler wichtiger als für den Philologen, den sie vielleicht allzulange beschäftigt haben. Sie tragen zum Gepräge der Religion im Ganzen längst keine wichtigen Züge mehr; wir können sie hier übergehen.

Auch von den entlehnten und importierten Figuren und Einzelzügen in der germanischen Götterwelt kann hier nicht gesprochen werden. Niemand zweifelt mehr an solchem Import in der germanischen wie wie der der homerischen Religion. Die geistigen Grundkräfte indessen scheinen von ihm sehr viel weniger berührt, vielmehr: sie wirken sich stark an ihm aus.

Die bäuerliche Sphäre

Aber da hebt sich nun deutlich und für uns hier zugleich wichtiger eine bäuerliche Sphäre göttlicher Lebensumstände heraus. Die Welt mit ihren neun Heimen sieht bald wie ein Komplex von neun riesigen Einzelhofsiedelungen aus, wie ein weit auseinandergezogenes Haufendorf mit der Weltesche als Dorfbaum11, wo der Brunnquell entspringt und der Gerichtsanger liegt, auf dem die Götter täglich beraten, bald wieder ruft sie mehr den Eindruck von neun weit auseinanderliegenden Dörfern hervor. Wald- und flußreich ist auch dies mythische Dorflandschaftsbild, wie das natürliche es in Germanien war, Furten führen durch die Flüsse und müssen verteidigt werden. Haine und Büsche liegen stets dicht auch bei den mythischen Siedelungen, schaurige und liebliche. Verlockt man, so verlockt man aus der Siedelung in den Wald (so Loki die Idun); man verabredet das Stelldichein in den Wald, wird in den Wald verjagt. Grabhügel liegen vor den mythischen Siedelungen, wie sie vor den irdischen liegen. Auch von den mythischen Gehöften werden die großen Hallen am sichtbarsten, die Biersäle mit Zaun, Gattertor, Brücke, Bänken im Fleet. Auch der Hirte vorm Gehöft, Hahn und Hund am Gehöftbaum sind auf die metaphysischen Bezirke übertragen. Bricht der Gott auf, so rüstet er Roß oder Gefährt im Gehöft; mitten im Hof erwartet er, wenn’s eilig, den rückkehrenden Boten. Mühlen und Ingesinde sind im Gehöft, neben der Halle der Tempel. Gehöfte, Fluren, Flüsse und Haine tragen ihre Namen; es gibt hier eine göttliche Flurnamenkunde, in jeder Beziehung ein sauber und peinlichst geordnetes mythisches Weltinventar. Nicht alles hier ist Werk der Poeten; als Ganzes entspringt es der Sehweise, der Denk- und Lebensform des altgermanischen Bauern. Wo ist eine zweite Mythologie, die so bäuerlich pedantisch ein metaphysisches Siedelungsbild ausbaut und benamst, desgleichen die tägliche Lebensführung der Mythischen so bis ins kleinste angibt und regelt?

Besonders eine bestimmte Riesengruppe ist in diese agrarische Perspektive gerückt und erscheint wie ein altes göttliches Großbauerngeschlecht. Zwar gibt es eine archaischere, kollektiver gedachte Riesen- und Riesinnengruppe, die in Felshöhlen haust und mit Steinen wirft. Schlechte Wege führen von hier über Menschenland zum Götterheim wie zwischen feindlichen Bauerngemeinden. Gern aber und oft sind die Häuptlingsgehöfte jener anderen Gruppe beschrieben, und sie erscheint überhaupt wie ein altes entthrontes titanisches Göttergeschlecht.

Da sitzt der Riese wie ein großer Erbbauer auf dem Hügel vor seinem Gehöft oder auf dem Hochsitz in seiner Halle, weise, patriarchalisch und vornehm oder fröhlich und arglos wie ein Kind, „Knaben gleich, die ins Blaue sehn“ 12, dreht Goldbänder für seine Grauhündinnen, glättet den Pferden die Mähnen, goldgehörnte Kühe gehen zu seinem Hof und schwarze Stiere. Viele Kleinode besitzt er, Schwester oder Mutter und Gattin führen ihm den Haushalt. Knechte hat er, die seine Wiesen mähn, Odin kann sich unerkannt bei ihm als Erntearbeiter verdingen.

Von den Göttern steht Thor in engster Beziehung zu dieser Riesengruppe, wesentlich und aktiv; er ist selbst der vergöttlichte Bauer, der ergrimmende Dorfheld, den die Gemeinschaft immer dahin postiert, wo es besonders gefährlich ist, plump, grobschlachtig und mit gewaltigem Zuschlagen, kein Gott des Gedankens und der Rede, sondern der großartigen, verläßlichen, aber manchmal auch allzu blind-ungehemmten Macht. Ritterlich sollte man den göttlichen Bauern nicht nennen, wenn er einmal dem Riesen gegenüber das selbstverständliche Gastrecht wahrt. Man empfand immer, daß Thor irgendwie nicht ganz zu den Asen gehört. Ihn hat eine andere Interessensphäre aus gestaltet. Thor, das ist Sippe und Heimat, Stamm und Blut, Dasein der heiligen bewahrten Bindungen. Thor ist das Heilige und die Idee des Blut-, Boden-, Sippe-verbundenen Daseins, der Gott der bäuerlichen Gemeinschaft, der eigentliche Gott der Frömmigkeit, Menschenlands Schützer und Freund des besiedelten Raums, der vielnützigen Erdflur. Thor ist das Herkommen, die Summe des Alten und der heimischen Überlieferung, das breite bejahte lebendige Dasein der bäuerlichen Sippen, der Nachbar und der Freund, geradezu das Volkstum. Thor ist der Stamm, wie er aus Sippen besteht.

Die Wächterfähigkeiten Heimdalls sind, wiewohl märchenhaft, doch bäuerlich bemessen: das Gras hört er wachsen und die Wolle auf den Schafen.

Der Urriese Ymir (Örgelmir) mit der Kuh Audumbla ist der riesische Häusler mit seiner einzigen Kuh, durch Alliteration ihr verbunden, wie „Kerl und Kuh“ nun einmal sprichwörtlich zusammengehören. Der Urriese Bergelmir, riesischer Bauer, kann sich im Kasten seiner bäuerlichen Handmühle aus der Sintflut retten. Die Wanin Gullveig kommt zu den Asen ganz sagamäßig wie eine Zauberfrau ins fremde Bauerngehöft, sie beredet die jungen Göttinnen wie unerfahrene neugierige Bäuerinnen. Daß man am Strande angetriebene Baumhölzer findet, sie zu Figuren zurechthaut, anmalt und bekleidet, ist ein Bild einfachen Lebens. Weil sichs um Götter handelt, so verleihen sie diesen Figuren auch Wärme und Leben, und so sind die ersten Menschen erschaffen. Zu besonderen Spekulationen bietet all dies keinen Anlaß. Irgendwelche Symbolisierungen liegen nicht vor. Die Kuh Audumbla bedeutet nicht die Regenwolke, ist auch keine Allegorie der Lebenskraft, sondern sie ist eben schlechtweg eine Kuh, eine mythische Kuh, nicht anders wie die griechische Wunderziege Amaltheia, die den jungen Zeus mit ihrer Milch ernährt, eben schlechtweg eine mythische Ziege ist.

Denn Kuh – das ist der Beginn alles Guten, Inbegriff und Bürgschaft des Bäuerlich-Notwendigen, Milch, Zugkraft für den Pflug, warmer Stallduft und Geborgenheit, alles aus Erlebnis und erster Erfahrung heraus. Daß die Kuh schon mit da ist am Anfang der Dinge, ist ein Denkmal, das ihr der germanische Bauer gesetzt hat. Die Kuh und der Baum! Denn so entsprach es seiner Grundvorstellung von der Welt: der große Baum gehörte dazu, der alte mit den hochliegenden Wurzeln, wie der Blick des Kindes zu allererst ihn einst sah im Gehöft des Vaters und dann wieder im Dorf: Hofbaum, Dorfbaum, Weltbaum, um den sich die neun Heime ordnen, die realen und die mythischen, wie sich die Hofgebäude und die Dorfgehöfte ordnen um ihren Baum. –

Die heroische Sphäre

Darüber lagert sich nun jene andere Lebenssphäre mit den heroischen und den tragischen Lichtern. Zu den bäuerlichen Lebensumständen gesellen sich die Ideale des Kriegers. Diese Sphäre rettet uns einige alte Götter, vergißt deren Herkunft und uralt-heilige Funktion, verleiht aber ihnen und ihren uralten Zügen neuen Sinn, man kann sagen, im Stil und Geist des Heldenliedes.

Diese heroische Lebenssphäre macht aus Tyr, uralt-ererbtem Himmelsgott, nicht eigentlich einen blutigen Mars oder wütenden Ares, sondern den verläßlichen stillen und beherzten Gefolgsmann, die verkörperte Idee der Unerschrockenheit, ungesellig, allein. Tyr ist der brave Krieger; aus fremder entlegener Sippe gekommen, unverheiratet und ohne Eigengehöft in Asgard, dient er seinen Herren nun treu, hält er für sie, ohne mit der Wimper zu zucken, die Hand in des Wolfes Rachen (die germanische Wendung der Geschichte des Mucius Scaevola!), und hilft er den Kessel zu holen aus der Sippe des riesischen Vaters, der jenseits der Eliowagar haust. Der alte Eingott ward in ein gruppenhaft verbundenes Dasein gestellt, er konnte noch nicht allein weiter gedacht werden, weil der Mensch noch nicht allein gedacht werden konnte; sein Amt ward das einfache treue zuverlässige Kriegertum. So waltete die Maschinerie der germanischen Denkgesetzlichkeit an dieser Gestalt.

Die heroische Lebenssphäre machte aus Widar einen schweigsamen Dümmling, der aber später die große Tat tun wird, sie benötigt ihn für den Tag der Rache; sie vergißt auch von Wali alles Andre und macht die Rache für Balder zum alleinigen Sinn seines Daseins. Es ist damit in die weitgewanderte fremdländische Balderlegende vom getöteten Götterjüngling eine ganz neue spezifisch heroisch-germanische Rolle eingefügt worden. Tyr und Widar, „an dem die Götter einen guten Schutz haben in aller Bedrängnis“, wie Snorri sagt, sehen wie Patrone der Gefolgsmannen aus. Widar und Wali sind zu heroischen Mitteln geworden, im Sinne der Poesie.

Man kennt die Rolle des Wächters aus dem Beowulfepos. So muß auch die Asenburg ihren göttlichen Wächter haben, Heimdall, den Markwart des Himmels. Da ist Ullr, der schöngerüstete Jäger und Bogenschütze; da ist die Göttin Skadi. Was ist lappisch oder finnisch an ihr außer den Skiern? Sie ist eine junge, frühgermanische Frau, dianahaft mit Bogen, Jagd, Brünne, Helm und mutigem schnellen Gang, ein kvennskörungr, ein Kernweib, wie die Saga das nennt. Ob schon die Südstämme, etwa die Langobarden, auch einen Dichter nach dem Vorbild der irdischen Königshalle in ihren Himmel Wodans und Freas versetzten, wissen wir nicht; der Norden gliederte sich, gewiß nicht ganz aus sich selbst, einen göttlichen Königsskalden seinem Himmel ein. Da ist Frija selbst, die himmlische Häuptlingsfrau, die ihrem Gatten zum Aufbruch den Reisesegen spricht, die manchmal nicht ganz dieselbe Politik wie der himmliche Häuptling treibt, besorgte Mutter des göttlichen Heldenjünglings zugleich, Balders, wie Helche in der Dietrichdichtung; sie preist die rasche beherzte Heldenhaftigkeit des Sohns, aber sie wird, wie es heißt, den Jüngling niemals wieder stolz am Abend ins Gehöft einreiten sehn – wie die Mutter der Etzelsöhne die ihrigen. Diese Götter bekommen wie Helden ihre Aristie, sie werden beritten, sie erhalten ihre wunderbare Geburt. Sie sehen aus wie Wesen aus der heroischen Sphäre. Der Geist des Heldenliedes hat diese Götter festgehalten für eine bestimmte Funktion der heroischen Idee im Himmel. Dunkel nur ist erkennbar, was sie vorher gewesen. Aber was sie sind, ist für uns wichtiger, als was sie waren.

„Makelloser Männerfürst im hochgezimmerten Hause“ heißt gern auch der eine oder andre kleinere Gott. Großer Fürst, Großkönig ist bekanntermaßen Odin, mit den großartigen wie mit den bedenklichen Zügen etwa der Merowingerkönige ausgestattet, vornehm und ungerecht, galant, böse, rasch ungnädig, hochgesinnt und machiavellistisch-skrupellos, tatkräftig, verschlagen, klug, falsch, schneidenden Hohns, „so edel und schön von Ansehn, daß wenn er unter seinen Freunden saß, jedermann das Herz im Leibe lachte“, sagt Snorri. Besorgt um Schicksal und Zukunft der Welt wie ein Fürst um die Schlacht, geht er nur darauf aus, die Sturmfahne zu erheben, Speere zu röten, mit Frauen zu kosen. Nach Weisheit und Bildung fremder Mächte begierig vor allen Göttern wie die germanischen Könige allezeit vor ihren Völkern, setzt er Buchstaben wie die Merowingerfürsten13, prägt er die Dichtkunst, die Gesetzgebung, die keilförmige Schlachtordnung. Mächtig ist er der Rede und des Wortes, wie der Führer es sein muß und der germanische König es stets war. Der Mythos vergißt nicht, auch das Bild des rede-ohnmächtigen Königs in den Himmel zu versetzen: in Hönir, der hilflos ist, wenn ihm sein soufflierender Ratgeber fehlt.

Odin, das ist der Staat, soweit er aus Gefolgschaften besteht, Herr der Elite, Führeridee und Großkönigsgedanke, Staatengründung, Tat, Loslösung, Nobilität, Führerglück, Erfolg bei Frauen, Glanz, Beute, Abenteuer, schimmernde Hochburg, fremde weite Welt. Hier ist die nichtbäuerliche Seite im germanischen Menschen göttlich verehrt, der Schritt vom Dasein zum Leben. Hier sind die Werte der Persönlichkeit, nicht die der Gemeinschaft, ewiger Wettbewerb, Zucht und Kriegerehre, Rede, Geist, Dichtung, Schrift, Strategie, kluger Rat, das vorwärtstreibende, überzeugende Wort und die stete Bereitschaft für Schicksal.

Der alte dämonische Zug, daß Odin gerade die Besten, Glücklichsten, Begünstigsten unversehens und trügerisch in der Schlacht fallen läßt, findet schließlich die tragisch-schöne Erklärung, daß er gerade ihrer besonders in seiner Gefolgsschar bedarf. Sie werden zu ihm erhoben, um bei ihm zu sein. Der erschütterte Verlaß auf den Gott wird wieder hergestellt, denn auch das Bild dieser metaphysischen Welt ist rauh, es dröhnen die Zeiten. Zusammenbruch einer Welt steht bevor, liegt in der Luft; Völkerwanderungszeiterlebnis vielleicht! Das goldene Zeitalter ist nicht gegenwärtig, es war einst und wird wieder sein, niemals ist es jetzt; jetzt ist nur Krieg mit den riesischen Mächten und schlimme Zeit. Balder ist tot und – ein zweiter neuer tragisch-heroischer Zug in der fremden Märchenlegende vom gestorbenen Gott – er steht nicht wieder auf: Hier hält Hel den Gott unerbittlich fest, erst im neuen Äon wird er wieder erscheinen. Eben die ihn schützen wollten, führten seinen tragischen Tod herbei wie im Heldenlied. Der Verräter war auch hier wieder in den eigenen Reihen, Blutsbruder Loki. – Freyr gab sein Schwert um Liebeslohn in die Hände der riesischen Mächte; so ist auch dieses andern schönen Götterjünglings tragischer Tod mit dem eigenen Schwert heldenliedmäßig von der Hand des Gegners gewiß. – Ein Schild ist die Sonne, Windhelm heißt der Himmel, Hengste bringen den Tag wie die Nacht. Ein Schild liegt über der Bierkufe in der Halle der Hel. Schilde sind die Wandtäfelung in der Halle der Götter. Symbolhaft für das ganze, bis ins Letzte durchgeformte Weltbild tafeln die Götter bei Schwertbeleuchtung. Schwerter leuchten in ihrer Halle während des Mahles, andere Beleuchtung brauchen sie nicht.

Wo ist ein zweites Mal eine ganze Religion so zum Heldenlied geworden wie hier? Natürlich ist die Religion nicht ein Echo der Poesie, auch die Poesie natürlich nicht ein Echo der Religion. Es handelt sich nicht um Nachbildung oder Übertragung. Aber der gleiche Idealismus hat beide Ausdrucksformen ergriffen, die gleiche Sehweise, Denk- und Lebensform der frühgermanischen Krieger hat sie einander so ähnlich gemacht. Wir dürfen die geistige wie künstlerische Leistung ruhig bewundern. Aber das Glanzstück fehlt noch, es bilde den Schluß!

Die Götter Germaniens sind nahe dem lebenden Menschen, wenn er sie anruft in Ernte, Schiffahrt, Krieg, Zweikampf, Krankheit, Liebe, Ehe und in allen Frauenangelegenheiten. Sie sind auch nahe dem Toten.

Die olympischen Götter haben mit den Toten nichts zu tun; die Toten sind machtlose Schemen, ihr Reich ist den Göttern ein Greuel, dessen Berührung sie meiden. Die olympischen Götter gehören ausschließlich auf die Seite des Lebens, denn sie selbst sind die Ideen lebendigsten Lebens. Der Tod ist begriffen als Verlust des Lebens, als eine klägliche Verminderung. Kein Kult, kein Glaube trägt den Verstorbenen ins Reich der Gottheit, der Mensch geht nicht zu seinen Göttern ein nach seinem Tode, der Tote ist von seinen Göttern verlassen, schon der Sterbende ist es, an dem sich sein Schicksal vollzieht 14.

Der germanische Krieger begreift den Tod so nicht, auch die Frauen um ihn herum begreifen den Tod so nicht, man denke an die Tochter Egils. Der ausschließlich heroische Daseinszweck erlischt ihnen unmöglich im Augenblick des Todes, vielmehr enthüllt er sich hier erst ganz. Sterben wird begriffen als Nahen der Gottheit, und der Tod als Entbietung zu ihr. Gewiß nicht leicht oder lachend, aber doch im Glanz der Kriegerehre geht man in die grünen Heime der Götter, um daselbst einen noch reineren Heroismus gesteigerter weiter zu leben. Der tote Krieger ist von seinen Göttern nicht verlassen, nichts Geringeres als ihr Reich ist zugleich sein Paradies. Mensch und Gottheit sind nach dem Tode eng beieinander, wie sie es im Christentum sind, zu dem der Übergang von hier aus unendlich leichter ist als von der olympischen Religion. „In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen“, der Satz gilt auch hier. Nur daß in diesem aristokratischen Kriegerparadies nicht jene metasoziale Gleichheit der Menschen vor der Gottheit herrscht wie im christlichen. Herren und Knechte sitzen hier in gesonderten Hallen wie beim Burgundenuntergang in Attilaburg, und die Frauen sitzen in dieser vorhöfischen Zeit wiederum gesondert.

Die Götterdämmerung

Der tote Germanenkrieger ist von seinen Göttern nicht verlassen, ja vielmehr: er verläßt seine Götter nicht. Dergleichen gibt es kaum in anderer Religion. Der Mensach spart sich für seine Götter auf. Er teilt ihr Schicksal mit ihnen, den Weltuntergang, die Götterdämmerung, die Ragnarök. Dies ist der ausdrückliche Sinn des Kriegerdaseins im Jenseits. Die Götter bedürfen der menschlichen Hilfe gegen ihren furchtbaren Feind. Aus der mangelnden oder unvollkommenen Allmacht der so menschlich geformten Götter ergeben sich Aktivität, Aufgabe und höchste Pflicht des Kriegers, der sich nicht nur für die kurze Spanne seines irdischen Daseins, sondern für diese ganze Weltperiode, für diesen Äon als Gefolgsmann seiner Götter fühlt. Hier ist es nicht die Gottheit, die das unendlich tröstende, unheimlich suggestive Wort zu ihrer Gemeinde spricht, sondern der Mensch könnte es hier zu seinen Göttern sagen: „Siehe ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“

Der Welt Ende! – Man muß sich klar machen, welch eine Erscheinung unter germanischen Händen aus dem Motiv vom Weltuntergang geworden ist. Man muß ferner vergleichen, wie andere, rohere Kriegerkasten den Kampf des Einzelkriegers nach seinem Tode behandeln. Man muß drittens sehen, wie das germanische Ingenium beide Motive miteinander verband, den Weltuntergang und den Kampf des Einzelkriegers nach seinem Tod.

Man muß dazu wissen, daß hinter dem Tod im Glauben vieler Völker die Vorstellung von einem Zweiten Tod steht, bei dem nichts mehr übrig bleibt, – eine mythische Apperzeption der völligen Verwesung. Ehrgeiz, Energie, Lebens- und Tatenlust der Kriegerkulturen suchen diesen Zweiten Tod zu vermeiden, den sie sich als Vernichtung durch einen leichenverschlingenden, scheußlich-dämonisch-tier- oder menschen-gestaltigen Unhold vorstellen. An der Brücke über den Totenstrom oder am Eingang zum Totenreich erwartet er sie. Fällt z.B. der tote Fidschikrieger im Kampf mit dem gefährlichen leichenfressenden Samu, so kocht und frißt ihn der Unhold. Überwindet er ihn, so ist der ersehnte Eintritt in das Kriegerparadies sein Lohn. 15

So wie nun in Germanien die Auferstehung des gestorbenen Gottes Balder hinausgezögert ist bis ans Ende der Tage, so auch der Kampf des toten Einzelkriegers mit dem Vernichtungsdämon. Da die Götter selber Krieger sind, steht ihnen der gleiche große Kampf bevor, und dieser bedeutet zugleich gemäß dem kriegerisch-tragischen Charakter des Germanischen den Weltuntergang. Die große göttliche Trias Odin, Thor, Freyr erhält ihre unverkennbare Aristie wie die Trias der Könige beim Burgunderuntergang. Aber Vernichtung ist das Los dieser wie jener und all ihrer Krieger mit ihnen. Das Motiv vom letzten Kampf des Einzelkriegers ist kollektiviert, erweitert und dichterisch verklärt zu dem großartigen Gemälde von der furchtbaren Endschlacht der gesamten Götter und Einherjer gegen die gesamte Welt der Unholde und Dämonen am jüngsten Tag: eine ungeheure Gesamtvision des Zweiten Todes, eine Kollektivauseinandersetzung mit ihm und ein summarisches Unterliegen der Götterseite. Man darf sich von der Forschung nicht verwirren lassen, die in den letzten Jahren Sekundärmotive des Konglomerats Ragnarök in den Vordergrund gerückt hat. Das Zentralmotiv des germanischen Weltuntergangs ist gemäß der kriegerischen Haltung durchaus die große Endschlacht, „zu der am Ende der Tage die Einherjer mit Odin gegen den Wolf ausziehn“, wo die Götter sterben, thá er regin deyja16, der Götterkampf, das Göttersterben. Daher auch der Name Ragnarök „Götterschicksal“ für die ganze Erscheinung, die sich durch dies Zentralmotiv von andern Weltuntergangsvorstellungen völlig unterscheidet. Der Brand der Götterburg oder, wenn Snorri richtig interpretiert hat, der Weltbrand, woher er nun motivisch auch gekommen sein mag, ist dabei nur ähnliches Beiwerk wie der Brand der Halle beim Burgundenuntergang.

Das Ingenium der Fidschiinsulaner ließ noch jeden Kreiger einzeln auf seiner Reise ins Jenseits seinen letzten Kampf mit dem mythisch apperzipierten Zweiten Tod ausfechten, in eintöniger Wiederholung, mit ungewissen und von Fall zu Fall verschiedenem Ausgang. Im Germanischen überschreitet die Gesamtheit die verhängnisvolle Brücke, die zu den letzten Kämpfen führt. Das germanische Ingenium sammelte und konzentrierte diese Kämpfe mit andern Motiven zu einer summarischen Abmachung, zu einer großartigen Symphonie, zu einer gewaltigen Weltkatastrophe mit gänzlich eindeutigem Ausgang. Der gestorbene Gott Balder ersteht an diesem Vernichtungstage der Götter wieder auf zur Einleitung eines neuen Äons, nur sein Losbitten aus der Unterwelt kurz nach seinem Tode war vom tragischen Bedürfnis vereitelt worden. Hier, in den Ragnarök, ist die Tragik unerbittlicher, weil die Vernichtung nicht mehr überwunden werden kann. „Voran reitet Odin im Goldhelm und in schöner Brünne mit seinem Speer Gungnir“, sagt Snorri, die andern Asen und Einherjer folgen ihm in ihren Rüstungen. Dies faszinierende Bild wird gnadenlos ausgelöscht, damit ein großartiges Zeugnis der heroisch-tragischen Weltanschauung entstehe.

Schon das einzelne Heldenleben auf Erden verlangt eine höchste und letzte Bewährungsprobe, die man nicht vermeiden darf, weil sie das Dasein krönen soll. Der Untergang, dem man wissend und todgeweiht entgegenfährt, bietet sie. Das letzte gefährliche Schicksal muß zugleich die höchste Erfüllung und schönste Vollendung des irdischen Daseins sein in Mut und Ruhm. Gefahr ist gesteigertes Leben. Mut ist erhöhtes Lebensgefühl in der Gefahr. Ruhmliebe, mit der man sie aufsucht, ist Liebe zur Vollkommenheit. Mit dem Gefühl, vollkommen zu werden, daher ruhmwürdig zu sein, hält man dem Untergang stand. „Ich sterbe den Heldentod“ bedeutet gefühlsmäßig: „Ich bin im Begriff, vollkommen zu werden“. Der Einzelne lebt nur für seine letzte Bewährungsprobe, die zugleich sein irdischer Tod ist. Aber nun eben wird dies persönliche Prinzip ins Weltganze übertragen und auf die so kriegerisch-menschlich gedachten Götter, und auch der Zweite Tod des Einzelnen wird in diesen heroischen Dienst gestellt. An dem letzten großen Untergang teilnehmen zu können auf Götterseite, bei der summarischen Bewährungsprobe der Götter, der göttlichen Krieger, diesen helfen zu können, darauf kommt alles an. „Siehe ich übe mein Waffenspiel alle Tage und bin bei Euch bis an der Welt Ende.“ So erhielt Einzelleben wie Götterschicksal wie Weltganzes zugleich einen Sinn, und dieser Sinn ist für Welt wie Götter wie Einzelschicksal das gleiche: der Sinn der Nibelungen. Wo hat jemals die heroische Idee unter den Menschen eine gleich großartige Weltauffassung entworfen wie hier? Wo hat sie sonst noch gangbare Motive mit so unverkennbarer Gewalt gewandelt und zugleich erfüllt?

Die Götter Germaniens, sagten wir, zogen sich nach Norden zurück, aber sie nahmen die heroische Idee nicht mit, weil sie nicht ausschließlich an sie gebunden war. Ja, sie übertrug sich, da sie ein Erbe aus dem Germanischen und ein Ferment des deutschen Wesens wurde, immer wieder von neuem auch auf das Göttliche. Von der Heroisierung im „Heliand“ bis zum ritterlichen Gott der höfischen Zeit und des Deutschherrenordens und bis zu Luthers Gott, dem er aus den Psalmen das Bild von festen Burg, der guten Wehr und den guten Waffen auswählt, trug unsere Frömmigkeit gern immer ein heroisch-kriegerisches Gepräge. Der Helianddichter beschrieb Jesus als einen Helden, der sehend und wissend in den Untergang nach Jerusalem zog. Auch hier ward gelehrt, daß das Leben keinen Sinn habe, wenn man es nicht für Großes und Weithinleuchtendes hingeben könne. 17

Anmerkungen:

1 Vgl. dazu meinen Göttinger Vortrag „Christentum und deutscher Volksglaube“, Zeitschrift für Deutschkunde 42, 1928, S. 321 ff.2 Zeitschrift für deutsches Altertum 66, S. 1 ff.3 Siehe darüber zuletzt W. Krause, Zeitschrift für deutsches Altertum 64, S. 273.4 Helgakvida Hundingsbana II 30; Tacitus Germania cap. 39.5 Zusammengezogen aus Liber I cap. 16-20.6 Walter F. Otto, Die Götter Griechenlands, S. 165.7 Vgl. Vafthrudnismal 17 und 18 von den Göttern; Heliand 1494 vom Freund; Hel. 1710, Gudrunarkvida III 8, Atlakvida 41 vom Bruder; ags. Genesis 168, 8 vom Gemahl und Herr, ebda. 97, 7 vom Verwandten; Beowulf 29, 1934, 2040, 2518 vom Gefolgsmann; Beow. 520 vom Erbsitz; Beow. 1868 vom Volksgenossen; Hildebrandslied 53, Hildibrands Sterbelied 4, Atlakvida 41, Hamdismal 10, ags. Genesis 14 vom eignen Sohn.8 Nach Luther, Sendbrief vom Dolmetschen, Werke ed. Clemen 4, 185 f.9 Vgl. cap. 28 (26) der Völungasaga von Sigurds Ankunft: „Ich glaube, hier kommt einer von den Göttern! Dieser Mann ist ganz mit Gold geschmückt“ usw.10 Hans Naumann, Grundzüge der deutschen Volkskunde 1 S. 78, 2 S. 76.11 Völuspa 19, Grimnismal 29, 30, 26 ff. ein komplizierteres Bild der Weltesche mit allerhand mythologischem Apparat, den nur die vergleichende Religionswissenschaft erklären kann.12 Hymiskvida 2.13 Wie Chilperich, der darin den römischen Kaiser Claudius nachahmte. Ich fürchte, dies und nichts anderes ist der Ursprung von Odins Runenkunst.14 Walter F. Otto, Die Götter Griechenlands S. 33, 175, 342.15 Hans Naumann, Primitive Gemeinschaftskultur S. 29, 39; Fraengers Jahrbuch für historische Volkskunde I, 1925, S. 23 f.16 Vafthrudnismal 47.17 Hans Naumann und Günther Müller, Höfische Kultur (D. Vierteljahrsschrift Buchreihe Bd. 17, 1929), S. 45 ff.; Zeitschrift für Deutschkunde 41, 1927, S. 809. Man mag auch an das ritterliche Wappen Christi am Gittertor der Marienburger Hochmeisterkapelle erinnern. Übrigens hebt sich auch in Luthers Katechismus über mehr bäuerlichen Lebensumständen eine mehr kriegerische Sehweise heraus.

 

Quelle: http://www.asatru.de/nz/index.php?option=com_content&view=article&id=91:die-goetter-germaniens-&catid=8:mythologie&Itemid=27

Gruß an das göttliche Germanien

TA KI

 

Christianisierung pro Heidentum


Zwei Dinge sind im Vatikan schwer zu bekommen: Ehrlichkeit und eine Tasse Kaffee. (Papst Johannes Paul I)

Im Jahr 0 unserer Zeitrechnung wird in Palästina der Mann geboren, den seine Gläubigen den Sohn Gottes nennen, Jesus. Etwa 30 Jahre später stirbt er als Aufrührer am Kreuz. Für seine Anhänger, die Christen, beginnt mit seinem Tod ein Kreuzzug durch Europa, wie er bis heute ohne vergleichbare Grausamkeit geblieben ist.

Der gekreuzigte Gott erobert Europa

Breiten sich die Christen zu Beginn durch Überzeugungskraft aus und unter der stetigen Bedrohung durch Christenverfolgungen besonders unter den römischen Kaisern, so gewinnen sie jene Kaiser alsbald für ihre Glaubensideale. Im Wahn der Vorstellung, der Gott des Christentums sei der alleinige Weg des Menschen zur Erlösung, beginnen ihre Priester unter dem Schutz der Römer die blutige Missionierung der Andersgläubigen mit Schwert und Feuer.

Wanderpriester ziehen durch die Länder der Kelten und Germanen. Sie predigen den Heiden das Christentum. Um ihre Lehre durchzusetzen, verwüsten sie die heiligen Haine, brennen die Tempel nieder und fällen die heiligen Bäume. Wer gegen den Willen der Priester weiterhin den heidnischen Göttern huldigt, der wird vielerorts zu deren Mordopfer. Der neue Glaube duldet keine anderen Götter.

Während die Germanen des Festlandes der christlichen Mordbrennerei zum Opfer fallen, verwenden die Priester zur Missionierung der Inselkelten andere Mittel. Man kommt in Frieden die keltische Gastfreundschaft nutzend. Die gutgläubigen Inselkelten sehen den Christengott als eine Weiterentwicklung ihrer Götter. Die druidische Kaste der Filid hilft den christlichen Missionaren sogar bei der Verbreitung der Lehre.

Die Christen jedoch nutzen die Gastfreundschaft der Kelten schamlos aus, entweihen auch hier keltische Heiligtümer mit dem Argument, der Christengott habe den Heidengott besiegt und führen einen Grabenkrieg gegen die alte Religion und ihre ranghohen Druiden und Goden.

In ganz Europa wachsen christliche Kirchen aus den heiligen Hainen und auf den Standorten der alten Heiligtümer. Manche dieser Heiligtümer werden durch die Missionare sogar einfach übernommen. Beispiel dafür ist in England der sprechende Stein, der den Namen des Königs bekannt gibt. In einer Seitenkapelle der Westminster Abbey erhielt er seinen Platz unter einem Thronsessel und war fortan christliches Eigentum. Ein großer Prozentsatz der heutigen Kirchen im germanischen und keltischen Raum steht auf alten heidnischen Kultplätzen. Die Natürlichkeit dieser Kraftorte wird durch dunkle Kirchenmauern zerstört. Ähnlich eingenommen wurden die heidnischen Jahresfeste. So existiert heutzutage weit verbreitet der Irrglaube alte heidnische Feste, wie Weihnachten oder Ostern zum Beispiel, seien christliche Feste.

inquisition

Ermordung und Verbrennug von Heiden
und Hexen im Namen der Inqusition

War das Christentum erst einmal etabliert, so säten die Priester gewissenlos den Hass unter den Bekehrten gegen die noch heidnischen Stammesbrüder. Im Gegensatz zum lebensbejahenden germanischen Glaube, predigte das Christentum eine Lebensverachtende Existenz in Armut, Demut und Unterwürfigkeit. Dadurch war es für die römischen Besatzer und für die ihnen nachfolgenden Herrscher ein adäquates Mittel zur Ausbeutung des ihnen unterstehenden Volkes. Alles Leid war nun gottgewollt und alle Lebensfreude war Sünde.

Am Schlimmsten beeinflusste der neue Glaube die gesellschaftliche Stellung der Frau. War sie im germanischen Glaube noch dem Mann gleichgestellt und bekleidete sie noch Ämter und Würden, so wurde sie unter den Christen zum Sinnbild der Erbsünde. Sie war dem Mann unterstellt, hatte zu dienen und zu gehorchen. Eine Wertevorstellung, die auch heute noch ihre gesellschaftliche Stellung in christlichen Ländern bestimmt. Immer wieder wurde in den kommenden 2. Jahrtausenden die Frau Opfer des christlichen Hasses. Im Mittelalter oft als Hexe verbrannt, ist sie noch im 20. Jahrhundert häufig das Opfer männlicher Geringschätzung und Gewalt.

2000 Jahre Christentum haben der Gesellschaft keinen Fortschritt gebracht, im Gegenteil. Die einmal bis zu den Griechen und Chinesen hin bekannte und bewunderte Philosophie der Germanen und Kelten versank in kaum fassbarer geistiger Rückständigkeit. Der lebensfeindliche Blut und Opferkult der Christenpriester predigte den Menschen Armut und Leid als göttliche Prüfung, von der sie erst der Tod erlöse. Geblieben ist ein Glaube von kaum fassbarer Kälte und Unmenschlichkeit, dessen Lehrbuch, die Bibel, erfüllt ist von Hass, Gewalt und Völkermord. Verloren ist die Wärme und Menschlichkeit der alten Götter, mit denen sich der Gläubige noch identifizieren konnte. Da wo sie den Menschen nahe standen hat das Christentum nur eines hinterlassen: Leere.

Keine andere Institution als die Kirche hat im Laufe ihrer Geschichte mehr Blut vergossen, wie der erste und zweite Weltkrieg zusammen. Und doch, niemand trägt ihr etwas nach… niemand wagt ein Wort der Kritik. Die Kirche ist heilig und die Worte des christlichen Gottes und seiner Diener sind allein selig machend. Dabei wurden alleine bei der Christianisierung Süd- und Mittelamerikas ca. 70 Millionen Indios ermordet… von den ungezählten Todesopfern kirchlichen Heidenhasses in Europa ganz zu schweigen.

Trotzdem sieht die Kirche bis heute ihr Handeln als „Notwehr gegen Ketzertum, Hexerei und Unglauben“. Niemand fühlt sich schuldig und keiner sucht nach Verständigung. Noch immer sind Heiden die Botschafter des Teufels und noch immer widerfährt ihnen Diskriminierung. Noch in jüngster Zeit stempelt man naturreligiöse Menschen als Neo- Nazis ab und diskutiert offen über Einschränkungen der Glaubensfreiheit.

Quelle: http://www.wodanserben.de/proheidentum.php

Gurß an die einzig wahren gläubigen

TA KI

Die Christianisierung


Geschrieben von: Dr. Edmund Mudrak

Die Einführung des Christentums bei den Germanen gewinnt in der Erörterung der Gegenwart eine immer noch steigende Bedeutung. Eine Zeit, deren Lebensgefühl weitgehend durch die Übernahme fremden Zivilisationsgutes bestimmt wird, muß sich notgedrungen mit einer Erscheinung auseinandersetzen, die, aus der Fremde kommend, eine starke Umwälzung auf wichtigen Lebensgebieten hervorgerufen und den Willen zur Erhaltung der Eigenart geschwächt hat. Ursachen, Verlauf und Wirkung der Christianisierung werden denn auch von sehr verschiedenen Standpunkten aus beurteilt und sehr verschieden dargestellt, wobei sich in manchen Fällen eine gewisse Schematisierung, in anderen Fällen wieder Verallgemeinerungen feststellen lassen, die von wirklichen oder vermeintlichen Einzelerscheinungen bei verschiedenen germanischen Völkern Schlüsse auf den gesamten Vorgang der Christianisierung zu ziehen trachten1 .

 

Ein solches Verfahren ist um so bedenklicher, als wir es nicht nur mit einem räumlich sehr weit ausgedehnten Geschehen zu tun haben, sondern auch mit einer viele Jahrhunderte währenden Dauer und darüber hinaus mit sehr verschiedenen inneren Voraussetzungen. Zur Zeit der Annahme des Christentums leben manche germanische Völkerstämme wie die Sachsen und Friesen, die Dänen, Norweger und Schweden in seit langer Zeit von ihnen besiedelten Wohnsitzen und haben ihre angestammten Lebensformen in mehr oder minder hohem Maße beibehalten, während andere, wie vor allem die Ostgermanen, aber auch die Franken, in immer erneuten Wanderungen ihre alte Heimat weit hinter sich gelassen haben, und viele von ihnen haben den ursprünglich strenge eingehaltenen Grundsatz der volksmäßigen Geschlossenheit und der damit verbundenen Abwehr fremder Mischungen aufgegeben oder waren doch im Begriffe, das zu tun.

Die Einführung des Christentums beginnt im 3. und 4. Jahrhundert bei den gotischen Stämmen an der Donau und auf der Krim, ohne daß wir in der Lage wären, diese Vorgänge von ihrer ersten Wurzel an genau zu verfolgen. Das ist um so bedauerlicher, als nach unverdächtigen Zeugnissen die ersten Träger der Mission zum Teil Kleriker waren, die aus Kleinasien stammten und als Kriegsgefangene ihre Heimat hatten verlassen müssen. Eine solche Wirkungsmöglichkeit fremdstämmiger Unfreier ist mit den Grundsätzen des germanischen Staats- und Gesellschaftslebens unvereinbar. Eine schwere Erschütterung dieser Grundsätze ist auch daraus zu erschließen, daß Wulfila, der als geistiger Führer die Hinwendung zum Arianismus bewirkte und als Bibelübersetzer hervorragende Bedeutung hatte, mindestens von einem Elternteile her, wenn nicht überhaupt, ebenfalls kleinasiatischer Herkunft war; die Abstammung seiner Vorfahren aus Sadagolthina bei Parnassos zeigt auf jeden Fall, daß der Aufstieg eines Mannes von zum mindesten nicht rein gotischer, vielleicht aber überhaupt fremder Herkunft zu hoher Bedeutung durchaus möglich war2.

Abgesehen von den aus diesen Verhältnissen zu erschließenden Erschütterungen der angestammten Lebensordnung, die nicht ohne Wirkung auf die weltanschauliche Haltung geblieben sein können, sehen wir überdies, daß die Bekehrung auch ihre politische Seite hatte. In die Streitigkeiten zwischen Athanarich und Fritigern mischte sich der Arianer Valens, und seine Hilfe führte zum Siege des Fritigern. „Dieses Ereignis ward der Anlaß, daß viele von den Barbaren Christen wurden, denn Fritigern nahm zum Dank für die ihm gewährte Hilfe den Glauben des Kaisers an und veranlaßte seine Leute dasselbe zu tun“, sagt Sokrates 3, und fügt hinzu, daß Athanarich sich scharf gegen die auch auf seinen Bereich ausgedehnte Mission wendete, deren politische Hintergründe unverkennbar sind: auf der einen Seite die Anlehnung an Ostrom, verbunden mit der Annahme des Christentums, die von der Führung, nicht vom Volke ausging, auf der anderen Seite die Ablehnung dieser Politik, die sich folgerecht auch gegen die Einführung des Christentums wendete „in der Überzeugung, daß der Glaube der Väter verfälscht würde“, wie Sokrates ausdrücklich bekundet.

Athanarichs Kampf gegen das Christentum hatte keinen dauernden Erfolg, und nicht nur die Westgoten nahmen das Christentum an, sondern von ihnen ging auch der Anstoß zum Glaubenswechsel vieler anderer Völker aus, die alle, ihrem Beispiele folgend, das Christentum nicht in der orthodoxen, sondern in der arianischen Form annahmen. Ostgoten, Wandalen, Gepiden, Rugier und Heruler wurden Arianer, und bald wurde der Kreis der ostgermanischen Völker überschritten. Während die Übernahme des Arianismus durch die Langobarden vielleicht durch die Rugier vermittelt wurde und auf jeden Fall im Einvernehmen mit dem Königsgeschlechte vor sich ging, das mit christlichen Herrschern verschwägert war 4, ging die Bekehrung der spanischen Sueven von den Westgoten aus und begann auch hier mit dem Übertritte des Herrscherhauses. Im Jahre 465 tritt das mit dem westgotischen arianischen Königshause verschwägerte suevische Fürstenhaus, das vorher orthodox gewesen war, zum Arianismus über, und diesem Übertritte folgt der des Volkes, wobei der Galater Ajax, der vorher bei den Westgoten Galliens tätig gewesen war, unter tatkräftiger Unterstützung durch den König die Bekehrung durchführte 5.

Die Übernahme des arianischen Christentums beginnt also, soweit wir sie verfolgen können, bei den Fürstenhäusern, nicht aber bei den breiten Schichten des Volkes. Die politische Bedeutung dieser Tatsache wird noch durch den religiösen Gegensatz erhöht, der sich dadurch zur unterworfenen römischen Bevölkerung ergab und die bestehenden Gegensätze wesentlich erhöhte, bekämpften doch die beiden Formen des Christentums einander auf das schärfste. Die Regierung des großen Theoderich in Italien wird durch diesen Kampf ganz wesentlich beeinflußt, und so ist es verständlich, daß Theoderich sich bemühte, den Frankenkönig Chlodwig ebenfalls zur Annahme des Arianismus zu bewegen. Chlodwig aber hatte andere Pläne, und sein Entschluß zur Annahme des orthodoxen Christentums stand aus mehreren Gründen fest. Seine Politik diente nicht der Aufrechterhaltung der Schranken zwischen Germanen und Romanen, sondern deren Beseitigung, und überdies hatte er entscheidende Auseinandersetzungen mit seinen Nachbarn, vor allem mit den arianischen Westgoten vor, bei denen ihm der Gegensatz zwischen Katholiken und Arianern wichtige Hilfe leisten konnte. Er hatte die Katholikin Chrodechild, eine Nichte des Burgunderkönigs Gundobad, geheiratet, ließ zu, daß seine Söhne getauft wurden, und bemühte sich um die Gunst des Klerus. Der siegreiche Ausgang des Kampfes gegen die Alemannen gab den Anlaß, auch persönlich das katholische Christentum anzunehmen 6, und darin folgten ihm zahlreiche Franken aus edlem Geschlechte.

Chlodwigs Haltung läßt deutlich erkennen, daß er sich ausschließlich von politischen Rücksichten leiten ließ, wenngleich die geistliche Geschichtschreibung sich bemüht, Beweggründe und Tatsachen im Sinne der kirchlichen Auffassung zu verschieben, und besonders in der Alemannenschlacht ein Wunder geschehen läßt, das den bis dahin das Christentum angeblich scharf ablehnenden Chlodwig plötzlich diesem geneigt gemacht habe. Die Folgen des Übertrittes bestehen darin, daß die für die zukünftige politische Entwicklung entscheidende Macht nicht arianisch, sondern katholisch wird, denn wenn auch Chlodwig, soweit wir darüber unterrichtet sind, keine Gewaltmaßnahmell zur Annahme des Christentums durchführte, so war nun doch ein wertvoller Stützpunkt für die Ausbreitung des katholischen Christentums gewonnen. Eine wesentliche Voraussetzung hierfür war die schon berührte Ausgleichspolitik zwischen Germanen und Romanen, durch die die Schranken zwischen den beiden Völkern immer mehr beseitigt wurden, was schließlich zur Romanisierung des Westfrankentums führte.

chlodwig

Auch bei den Baiern und Alemannen, in Thüringen und im Elsaß kommt es zur Annahme des katholischen Christentums, wobei die Herrschergeschlechter den Anfang machen. Der Vorgang der Christianisierung wurde zum Teil dadurch gefördert, daß er sich auf ehemaligem römischem Reichsboden abspielte und durch alte Organisationsreste aus früherer Zeit unterstützt wurde. Der eigentlichen Bekehrungstätigkeit durch die Mission, die bezeichnender Weise gar nicht von Rom ausgeht, sondern ohne Zusammenhang mit dem Papste von Iren betrieben wird, kommt zunächst nur eine ganz untergeordnete Bedeutung zu. Daß auch sie mit Widerständen zu kämpfen hat, zeigt die Hinrichtung Kilians bei Würzburg im 8.Jahrhundert; im übrigen konnte die irische Mission nicht verhindern, daß der katholische Glaube dem Verfalle preisgegeben war und durch Aufnahme verschiedener Elemente zu einer Mischreligion wurde.

In dieser Lage setzte eine neue Bewegung ein, die für die zukünftige Entwicklung höchste Bedeutung hatte und weder aus dem Lande selbst noch unmittelbar aus Rom kam, sondern ihren Ausgang von England nahm.

Auch in England hatte das bei der vorgermanischen Bevölkerung aus der Zeit der römischen Herrschaft noch andauernde Christentum seine ersten Stützpunkte am Königshofe gefunden. Wie bei den Sueven und bei den Franken beginnt die Christianisierung damit, daß der König eine Katholikin zur Gattin nimmt. Ethelbrecht von Kent heiratete Bertha, die Tochter des Königs Charibert von Paris, die einen Priester in ihre neue Heimat mitbrachte und dort einen katholischen Gottesdienst einrichtete. So wurde Kent der erste Stützpunkt für die von Gregor ausgehende und durch Augustin betriebene Mission, die 596 einsetzte. Die Entwicklung ging verhältnismäßig schnell vonstatten, 601 wird Ethelbrecht katholisch, und wenn es auch nach seinem Tode zu schweren Rückschlägen kam, so gingen die so geschaffenen Ansatzpunkte dennoch niemals mehr verloren. Zunächst griff das Christentum nach Northumbrien über. Wieder steht am Beginne eine Heirat. König Edwin heiratete 625 Ethelbrechts Tochter Ethelberga, und schon 627 trat er zum Christentum über. Dieser Vorgang und seine Darstellung durch die Geschichtsschreibung sind aus verschiedenen Gründen lehrreich. Ähnlich wie Konstantin angeblich durch den siegreichen Ausgang einer Schlacht zum Christentum geführt worden war und Chlodwig infolge eines in der Alemannenschlacht abgelegten Gelübtes die Taufe genommen haben soll, soll auch Edwin seinen Übertritt vom Ausgange des Kampfes gegen die Westsachsen abhängig gemacht haben. Da auch sonst der Sieg des christlichen Heeres über seine nichtchristlichen Feinde als göttliche Fügung hingestellt wird 7, liegt hier offenkundig eine feste Tradition der legendären Geschichtsschreibung vor, deren Wurzeln ebenso außerhalb der Wirklichkeit wie des germanischen Bereiches liegen. Im übrigen soll der Beschluß zur Annahme des Christentums in einer Versammlung gefaßt worden sein, von der Beda berichtet, daß ihr außer dem Missionar Augustinus auch ein Oberpriester namens Coifi beigewohnt habe, der gegen das für den Priester geltende Roß- und Waffenverbot hoch zu Roß auf das bisher von ihm verwaltete Heiligtum einen Speer abgeschleudert habe als Zeichen seiner freudig bekundeten Bereitwilligkeit, Tempel und Altäre zu zerstören 8. Nun ist weder eine hierarchisch gegliederte Priesterschaft noch ein Roß- und Waffenverbot germanisch, der Name Coifi ebenfalls nicht, und am wenigsten die Gesinnung, die aus der gesamten Schilderung des Geschehens spricht; in Bedas Bericht hat also eine ganze Reihe von nichtgermanischen Zügen Aufnahme gefunden, und entspricht er wenigstens in seinen Grundzügen den Tatsachen, dann ist er ein Beleg dafür, daß die Kultur bereits stark von nichtgermanischen Zügen durchsetzt war, was sich vor allem in der Gesamthaltung des Königs und seiner Umgebung ausdrückte.

Freilich ist auch mit Edwins Übertritt die Sache des Christentums nicht gewonnen, Keadwalla von Wales und besonders Penda von Mercien erwiesen sich als gefährliche Feinde, und auch nach dem Siege Oswalds über Keadwalla – Oswald soll übrigens vor der Schlacht gegen diesen ein hölzernes Kreuz aufgerichtet haben, auch sein Sieg über seinen nichtchristlichen Feind wird demnach als im Zeichen des Kreuzes errungen hingestellt – bedrohen schwere Kämpfe die Vertreter des Christentums und damit dieses selbst mit dem Untergange: 642 bedeutet Pendas Sieg über Oswald den Zusammenbruch der Kirche im Norden. Als endlich diese Gefahr nach schweren Wechselfällen gebannt ist, muß noch der Anspruch Roms gegen das schottisch-irische Christentum durchgesetzt werden. 673 ist dieser Kampf zugunsten Roms entschieden, was für den weiteren Verlauf der Bekehrung von entscheidender Bedeutung war.

Vom Ausgange des 7. Jahrhunderts an sind nämlich Angelsachsen Träger einer auf dem Festlande entfalteten Missionstätigkeit, die zum Unterschiede von den früheren Versuchen im Einvernehmen mit dem Frankenherrscher Pippin und mit dem Papste arbeitet. Als Wilibrord von 690 an unter fränkischem Schutze versuchte, die Friesen zu bekehren, zeigte sich allerdings, daß seine Erfolge nicht weiter reichten als die fränkische Macht; der Friesenkönig Redbad lehnte das Christentum scharf ab, und die im Sinne der allgemeinen christlichen Übung durchgeführte Schändung des Heiligtums auf Fositesland kostete Wilibrord fast das Leben 9.

Als Gehilfe Wilibrords hatte Wynfrith seineTätigkeit begonnen. 719 holte er Weisungen aus Rom ein, und 722 begann er, zum Bischofe geweiht und mit dem Namen Bonifaz begabt, selbständig zu missionieren. Er suchte zunächst Gebiete auf, wo ihm zum Unterschiede von Friesland staatlicher Schutz sicher war. Er begann in Hessen und Thüringen und richtete 738 in Bayern die kirchliche Organisation auf, und zwar auf Einladung des Herzogs Odilo, so daß also auch über dieser Tätigkeit der staatliche Schutz waltete. Die römische Kirche hat ihm vor allem die mit zäher Folgerichtigkeit erreichte Durchführung ihrer Grundsätze zu danken, die dem Christentum in Deutschland neue Grundlagen gab. Als er sich jedoch wieder nach Friesland wagte, wo er nach den Worten seines Biographen fanatisch den heimischen Glauben bekämpfte und „die Götzenbilder zerschmetterte“ – eine Übung, von der uns die Erzählung von der Fällung der Eiche zu Geismar einen gewissen Begriff vermittelt – wurde er 754 erschlagen10. Die Friesen setzten auch den erneuten Missionsbestrebungen Willehads und Liudgers entschiedenen Widerstand entgegen, und beide mußten fliehen. Erst nach der Einverleibung Frieslands in das Frankenreich konnte Liudger 786 zurückkehren und infolge der nunmehr grundsätzlich geänderten Voraussetzungen die Annahme des Christentums erreichen.

Bekannt ist der harte Kampf, in dem sich die Sachsen sowohl der politischen Unterwerfung als auch der Einführung des Christentums widersetzten. Karls durch zweiundreißig Jahre, von 772 bis 804, andauernder Krieg, der durch den stets erneuten Widerstand der Sachsen immer wieder aufflammte, endete schließlich mit der Durchsetzung seiner Ziele, wobei die Annahme des Christentums durchaus äußerlich blieb. Die scharfen Bestimmungen des Sachsengesetzes zeigen ebenso wie die kirchlichen Verbote, daß nur äußerer Druck, nicht aber innere Überzeugung zu Annahme und Beibehaltung des Christentums geführt hatte.

So wenig wie Friesen und Sachsen waren die skandinavischen Völker dem Christentum zugänglich. Die ersten, von Deutschland ausgehenden Missionsversuche blieben ergebnislos, und Wilibrord, der um 700 nach Dänemark reiste, blieb der Erfolg ebenso versagt wie den späteren, von Ludwig dem Frommen unterstützten Missionsversuchen, die 831 endeten. An dieser grundsätzlichen Lage änderten auch spätere, bald wieder verloren gegangene kleine Erfolge nichts, bis endlich der Sieg Heinrichs I. über Gnupa von Schleswig von 934 einen völligen Umschwung herheiführte. Gunpa mußte sich taufen lassen, überdies aber dulden, daß zwei Jahre später der Hamburg-Bremer Erzbischof Unni seine Missionstätigkeit begann. Unni beschränkte seine Tätigkeit nicht auf Schleswig, sondern begab sich auch nach Jütland, wo er Harald Blauzahn, der damals noch nicht König war, innerlich für das Christentum gewonnen haben soll. Als Harald später zur Herrschaft kam, setzte er sich für den neuen Glauben ein, so daß der Stein von Jaellinge verkündet, er habe die Dänen zu Christen gemacht. Aber auch hier zeigte sich bald, daß der neue Glaube nicht im Herzen des Volkes lebte, sondern als politische Angelegenheit den Schwankungen der Politik unterlag. Als sich Svend Gabelbart gegen seinen Vater Harald wendete, geriet das Christentum in große Schwierigkeiten, weil Svend sich dieser Religion nicht angeschlossen hatte. Adam von Bremen spricht von „Störungen“ des Christentums und sagt ausdrücklich: „Plötzlich also machten die Dänen eine Verschwörung, sagten dem Christentum ab, setzten Svend zum König ein und sagten Harald Krieg an“ (II, 27). So kamen für das Christentum von 986 an schwere Zeiten, und wenn sich auch Svend Gabelbart in seinen letzten Jahren selbst dem Christentum zuwendete, so traten grundlegende Änderungen doch erst unter seinem Sohne Knud ein, der England erobert batte und an der Spitze der englischen Kirche stand. Nach englischem Vorbilde reformierte er auch die dänische Kirche und setzte in Dänemark zum begreiflichen Mißfallen des Hamburger Erzbischofes Unwan aus England stammende Bischöfe ein. Hamburg errang dann später doch noch das Übergewicht, bis zu Beginn des 12. Jahrhunderts in Lund ein Erzbistum für den gesamten Norden begründet wurde und die kirchliche Organisation beendet werden konnte.

Stand die Christianisierung Dänemarks von ihren Anfängen an in engem Zusammenhange mit der Reichspolitik und dem Hamburg-Bremer Missionszentrum, so trat bei der Bekehrung Norwegens die Bedeutung Englands in den Vordergrund. Im Laufe der Wikingerzüge war es zu zahlreichen Berührungen der Norweger mit diesem Lande gekommen, die nach England, Schottland, Irland und den Inselgruppen führenden Wikingerzüge hatten besonders im 10. Jahrhundert zahlreiche Mischheiraten zwischen norwegischen und irischen Geschlechtern zur Folge, und der in England am Hofe Aethelstans erzogene Hakon, Harald Haarschöns Sohn, der dort als Kind die Taufe empfangen hatte und 933 die Herrschaft in Norwegen übernahm, versuchte nach einer Reihe von Jahren, in denen er sich im Lande den nötigen Anhang gesichert hatte, dem Christentum zum Sieg zu verhelfen. Dieses Unternehmen scheiterte am entschlossenen Widerstande der Bauern, die ihm mit Absetzung drohten, und das einmal gescheiterte Unternehmen wurde nie mehr wiederholt, ja es scheint, daß die Haltung des Volkes ihren Eindruck auf Hakon nicht verfehlt hat. Er hatte in seinem Gefolge Anhänger der heimischen Weltanschauung wie den Skalden Eyvind, und als er nach der siegreichen Schlacht von Fitje seinen Wunden erlag, gestattete er ausdrücklich, man möge ihn nach der althergebrachten Sitte beerdigen, wie er sich überhaupt seinen letzten Worten nach der Tatsache bewußt war, daß er kein christliches Leben im Sinne der Kirche geführt hatte. Diese Haltung ist die Grundlage für Eyvinds vielbesprochenes Preislied auf den toten König, nach dem dieser als siegreicher Held zu Odin nach Walhall eingeht.

auch mit dem gesamten Heere, das ihm aus der Heimat gefolgt war, taufen lasse, und diese Bedingung nahm Erich an – auch das ein Beispiel für die ausschließlich politischen Beweggründe des Glaubenswechsels. Als die Gunnhildsöhne die Herrschaft in Norwegen antraten, vermochten sie nicht, das Christentum auszubreiten und mußten sich damit begnügen, Heiligtümer zu vernichten und Festesfeiern des Volkes zu stören; der einzige Erfolg dieser Handlungsweise war, daß sie sich große Feindschaft zuzogen.

Die Lage änderte sich erst, als Olaf Tryggvason 995 König in Norwegen wurde. Er selbst war auf den Scillyinseln Christ geworden, und Snorri erzählt, deutlich legendäre Züge einfügend, ein Wahrsager habe Olaf seine künftige Rolle als Bekehrer vorausgesagt. Wie ernst es Olaf damit war, zeigt sein seinen engsten Vertrauten kundgetaner Entschluß, das Christentum überall in Norwegen durchzusetzen oder zu sterben. Wirklich beginnt er unverzüglich sein Werk. Mit großem Machtaufgebot zieht er von Landschaft zu Landschaft und zwingt die Bauern, die ihm infolge dieses Vorgehens im entscheidenden Augenblick stets weit unterlegen sind, durch scharfe Drohungen zur Annahme des Christentums. Diese Vorgänge sind ein deutliches Beispiel dafür, daß die Taufe ausschließlich durch die rücksichtslos eingesetzte staatliche Macht erzwungen wird.

So wie in Norwegen wurde das Christentum auch auf den Faröern und den Orkaden, auf den Shetlandinseln und auf den Hebriden durchgesetzt, und auch die Annahme des Christentums auf Island durch den Alldingsbeschluß des Jahres 1000 ist das Werk Olaf Tryggvasons.

Auf Island bestand von vornherein eine andere Lage als im Mutterlande. Als die Landnahme von Norwegen her begann, ausgelöst durch das Vorgehen Harald Haarschöns, verscheuchte der nunmehr einsetzende Zustrom von Menschen die bisherigen Bewohner, die dort vor allem die Einsamkeit gesucht hatten, nämlich irische Anachoreten. Immerhin scheint ein gewisses irisches Element auf Island zurückgeblieben zu sein, wenngleich sich nicht mit Sicherheit feststellen läßt, woher die irischen Einsprenglinge in Menschentum und Kultur des Landes stammen. Die Landnahmemänner kamen überdies nicht nur aus Norwegen, sondern zum Teile auch aus England, und zwar als Christen, wie die berühmte Unn, die sich besondere Achtung erworben hat. Dieses völlig auf sich gestellte Christentum starb nach und nach nahezu aus, auch die Nachkommen der Unn gaben es auf, und so blieb wenig mehr als die Erinnerung daran übrig. Diese an sich bedeutungslosen Reste gewannen an Gewicht, als die Mission nach Island gebracht wurde. Hinter diesen Bekehrungsversuchen stand Olaf Tryggvason, der das ganze Gewicht seiner Persönlichkeit dafür einsetzte, junge Isländer von guter Herkunft, die im Sinne der ständig gepflegten Sitte Norwegen besuchten, für die neue Religion zu gewinnen 11, aber auch Missionare auf die Insel sandte, wo sie zwar Erfolge erzielen konnten, aber keine Änderung der Gesamthaltung zu bewirken vermochten, so daß sie ihr eigentliches Ziel, die Verchristlichung des Staates, nicht erreichten. Ihr Verhalten erregte argen Anstoß, und ein Priester namens Dankbrand mußte wegen Totschlägen sogar geächtet werden. Als Olaf Tryggvason die Fruchtlosigkeit seiner Bemühungen erkannte, ließ er die jungen Isländer, deren er in Norwegen habhaft werden konnte, festnehmen und drohte, sie töten zu lassen. Da legten sich zwei christliche Isländer ins Mittel: sie versprachen, eine Änderung im Verhalten der Isländer herbeizuführen, und als sie auf Island angekommen waren und die gesamte Frage auf dem Allding zur Sprache brachten, erkannte man die Unhaltbarkeit der eigenen Lage. Der Gesetzessprecher, dem man die Entscheidung überlassen hatte und dessen Überlegungen durch Bestechung im christlichen Sinne beeinflußt worden waren, entschied für die Annahme des Christentums.

Innere, weltanschauliche Gründe lagen demnach der Annahme des Christentums weder in Island noch im Mutterlande zugrunde, und gerade das Beispiel der Insel zeigt, daß das Christentum einzelner für die Haltung der Gesamtheit belanglos blieb. Daß Norwegen nur äußerlich christlich war – so mancher Norweger hatte das Christentum auch weiterhin abgelehnt, und selbst grausamste Folterung, die wiederholt berichtet wird, vermochte den Übertritt nicht herbeizuführen – , zeigt sich auch daran, daß nach Olaf Tryggvasons Tode Olaf der Heilige wieder mit den schärfsten Mitteln vorgehen mußte, um das Christentum in seinem Lande zu sichern.

Bekehrungsversuche in Schweden, die in der ersten Hälfte des neunten Jahrhunderts einsetzten und teils von Deutschland, teils von Dänemark aus gemacht wurden, versagten zunächst. Olaf Trvggvason veranlaßte, daß sich Rögnvald von Gautland taufen ließ, und auch Olaf Schoßkönig trat zum Christentum über. Vom Missionszentrum in Hamburg aus wurde in den Jahren 1043 – 1071 die Bekehrung Gautlands betrieben, aber die schwedischen Kernlande blieben vom Christentum frei, selbst in Gautland gerät der neue Glaube ins Wanken, wenn einmal der christliche König an Macht einbüßt, und noch im 12. Jahrhundert unternimmt Sigurd Jorsalafar einen Kriegszug nach Schweden mit der Begründung, das Volk dort müsse christlich gemacht werden, weil es samt seinen Königen, von denen ausdrücklich Blot-Sveinn und Eirikr in arsaeli genannt werden, vom Christentum nichts wissen wolle.

Dieser gedrängte Überblick läßt zunächst mit Sicherheit erkennen, daß an keiner Stelle und zu keiner Zeit das Christentum als Volksbewegung den Staat erobert hat, sondern daß es überall im Einvernehmen mit der staatlichen Macht zur Herrschaft kam, wofern es nicht dem gesamten Staate von außen her aufgezwungen wurde. Die Schwierigkeiten für die Durchsetzung des Christentums waren allerdings sehr verschieden. Es haben sich Fälle gezeigt, in denen der Taufe des Königs und seiner Familie die einer großen Zahl von Volksangehörigen folgte. Darunter gibt es allerdings Erscheinungen besonderer Art, wie etwa die Taufe des Erich Blutaxt und seines Heeres, dessen wurzellos gewordene Angehörige weltanschaulich ziemlien gleichgültig gewesen sein mögen, so daß es ihnen nur darum ging, Nutznießer der durch die Taufe zu gewinnenden Machtstellung des Königs zu werden.

Sehen wir von solchen durch besondere Umstände gekennzeichneten Sondererscheinungen ab, so läßt sich schon aus der Beobachtung der äußeren Vorgänge bei der Bekehrung ein Urteil über die für sie gewöhnlich angeführten Gründe gewinnen. Man hat als solche – und das ist die folgenschwerste Behauptung, weil sie die Annahme des Christentums als eine innere Notwendigkeit hinstellt – inneren Verfall der germanischen Weltanschauung als tiefsten Grund angegeben. An Bedeutung kommt dieser Begründung die Erklärung nahe, das Christentum habe infolge seiner höheren Art seine Überlegenheit bewährt und den Sieg errungen. Man hat auch behauptet, es wäre den Germanen nicht so sehr darauf angekommen, Christen zu werden, denn es wäre nur darum gegangen, ob man den einheimischen „Göttern“ oder Christus sein Vertrauen schenken solle; und da nun bei verschiedenen Gelegenheiten Christus seine höhere Kraft bewährt, die „Heidengötter“ aber sich ohnmächtig gezeigt hätten, so sei man von selbst zum Glauben an Christus gekommen. Daneben wird auch auf die Rolle und Bedeutung des Königtums verwiesen. Den Königen sei das Volk selbstverständlich beim Glaubenswechsel nachgefolgt, und die Bedeutung der Gewaltanwendung wird dabei gewöhnlich sehr gering angeschlagen.

Mit den tatsächlichen Vorgängen sind allerdings alle diese Erklärungen und Begründungen unvereinbar. Träfe die Behauptung vom inneren Verfall der germanischen Weltanschauung im Sinne eines eigengesetzlichen Vorganges zu, dann müßte diese Erscheinung überall in der germanischen Welt sichtbar geworden sein. Davon ist aber keine Rede. Die Tatsachen sagen im Gegensatze zu derartigen Behauptungen vielmehr aus, daß überall dort, wo ein Volk in seinen alten Lebensordnungen verharrt, das Christentum freiwillig nicht angenommen wird, daß es dort lange und erbittert um die Herrschaft ringen muß, und daß gerade das die Fälle der Gewaltanwendung sind. Es ist ein völlig schiefes Verfahren, ohne Rücksicht auf Voraussetzungen solcher Art einfach abzuzählen, in wievielen Fällen Gewalt angewendet werden mußte, und wo eine solche Gewaltanwendung nicht überliefert ist, um dann aus dem Verhältnisse der Zahlen seine Schlüsse über die Bereitwilligkeit des Gesamtgermanentums zur Annahme des Christentums zu ziehen. Wäre der Verfall der germanischen Weltanschauung in ihr selbst begründet gewesen, hätte sie den Keim des Unterganges in sich selbst getragen, so hätte das unterschiedslos überall geschehen müssen. Das ist aber, wie die geschichtlichen Abläufe unwiderlegbar zeigen, keineswegs der Fall gewesen.

Dasselbe gilt für die Behauptung von der aus höherer Artung sich ergebenden inneren Überlegenheit des Christentums. Sie würde eine gesonderte Untersuchung erfordern, die in diesem Rahmen nicht möglich ist. Auch eine solche Überlegenheit hätte sich aber überall in der germanischen Welt durchsetzen müssen. Die der beweiskräftigen Begründung ohnedies entbehrende Behauptung, die überdies mit den volkhaften Bindungen der Weltanschauung nicht rechnet und die einzelnen Religionen losgelöst von ihren Beziehungen zum Volkstum, aus dem sie erwachsen sind, absolut setzt, wird also durch die fast durchwegs feststellbare Tatsache widerlegt, daß das Christentum nicht aus inneren, sondern aus äußeren Gründen der verschiedensten Art angenommen wurde.

Die Behauptung schließlich, man habe sich Christus zugewendet, weil er seine höhere Kraft bewiesen habe, und man habe sich nun in Verfolgung einer alten germanischen Auffassung zu ihm bekannt, weil es bei den Germanen ohnehin üblich gewesen sei, sich dem Gotte anzuvertrauen, der die größere Macht gezeigt habe, ist ebenso schief. Auch ihr steht schon entgegen, daß eine solche gemeingermanische Auffassung allgemeine Wirkung gehabt haben müßte, was nicht der Fall ist. Wenn unsere Quellen wiederholt davon berichten, der Sieg in der Schlacht sei als Machtbeweis Christi und als Ohnmachtszeichen der alten Götter aufgefaßt worden, so steht der Glaubwürdigkeit dieser Angaben entgegen, daß sie ausschließlich von christlicher Seite und ausschließlich in solchen Fällen gemacht werden, wenn auf der einen Seite Christen – oder ein Heerführer, der Christi Hilfe angerufen hat – auf der anderen Nichtchristen stehen, während innergermanische Zeugnisse über solche Machtproben völlig fehlen. Wir haben es hier mit zwei Gruppen von Berichten zu tun. In der einen gilt der christliche Heerführer als der Streiter Gottes – eine Auffassung, die im Ludwigsliede voll zur Geltung kommt. Auf der einen Seite steht der von Jugend auf unter Gottes besonderem Schutze stehende König, den dieser selbst dadurch auf seine Fähigkeiten prüft, daß er „heidine man/ober sêo lîdan“ läßt, und den er dann auffordert: „Hilph mînan liutin!“ Der christliche König ist hier ganz der Gottesstreiter gegen die Ungläubigen im Sinne des Alten Testaments, und die völlig ungermanischen Hintergründe solcher Auffassungen liegen klar zutage. Nach der anderen Gruppe von Berichten siegt der Nichtchrist darum über den ebenfalls nichtchristlichen Gegner, weil er in höchster Not die Hilfe des Christengottes angerufen hat, der nun der schon zugunsten des Gegners entschiedenen Schlacht plötzlich eine andere Wendung gibt, seine Macht also durch ein Wunder bewährt.

olaf_tryggvasonDas Schulbeispiel für diese Art von „historischer“ Berichterstattung ist Gregors Erzählung von der Alemannenschlacht Chlodwigs, der ebenso wie Edwin den Sieg über seine Feinde als Voraussetzung für die Annahme des Christentums erklärt hat. Auch Oswald, selbst schon Christ, siegt über seine nichtchristlichen Feinde im Zeichen des Kreuzes, und wenn Gregor Chlodwig einen „neuen Konstantin“ nennt, womit er auf Konstantins Sieg unter dem Kreuze anspielt – auch in diesem Falle standen Nichtchristen gegen Nichtchristen – , so liegt die Vermutung nahe, daß hier ein bestimmtes Schema immer wieder angewendet wurde. Daß im übrigen keine Rede davon sein kann, daß die Germanen den Sieg der Christen als Zeichen der höherer Macht des Christengottes aufgefaßt und darum in der Überzeugung, ihre eigenen Götter seien machtlos, sich diesem zugewendet hätten, ist aus dem Beispiele der Sachsenbekehrung ohne weiteres herauszulesen. Wiederholte Siege der christlichen Franken über die Sachsen von größter Bedeutung haben nicht vermocht, daß diese freiwillig das Christentum anzunehmen bereit waren; erst die durch den Sieg errungene Macht gibt die Möglichkeit, die Bekehrung mit Gewalt durchzuführen, deren es wahrhaftig nicht bedurft hätte, wenn den Germanen wirklich der Glaube an einen Machtkampf der Götter eigen gewesen wäre.

Die christliche Berichterstattung über die plötzliche Wendung des Schlachtenglückes nach Anrufung des Christengottes steht indes deutlich im Zeichen des Wunderglaubens, und sie ist damit nur ein Sonderfall in dem größeren Rahmen des Strebens, den Übergang zum Christentum als die Folge eines göttlichen Wunders darzustellen. Auch hier liegt ein an den vierschiedensten Punkten verwendetes, mit verschiedenen Inhalten gefülltes Schema vor. Die Eiche zu Geismar fällt, offenbar durch göttliches Wunder, nach wenigen Streichen und zerfällt in vier gleiche Teile; aus dem von Kolbein im Auftrage König Olafs des Heiligen zerschlagenen Thorsbilde kommt, der teuflischen Herkunft des Bildes gemäß, das aus Mäusen und Schlangen bestehende Getier des Teufels hervor 12; beim Kampfe gegen das vom Teufel besessene Freybild verhilft die Anrufung Gottes und das Gelöbnis, sich taufen zu lassen, Gunnar Helming zum Siege, und Bischof Poppo trägt mit dem Erfolge das glühende Eisen, daß diesem Machtbeweise des Christengottes die Bekehrung des Dänenkönigs Harald folgt (Adam v. Bremen, Scol. 20). Ein Wunder ist es offensichtlich auch, daß in der Schlacht bei Löwen 100000 Heiden fallen, während die Christen kaum Verluste haben (Adam v. Bremen I, 47, siehe Fußnote 7 ), und wie im Kampfe der Heere hilft das Gelöbnis, Christ zu werden, auch beim Einzelkampfe. Havard und Thorbjörn kämpfen auf Leben und Tod miteinander auf einer Schäre draußen im Meere. Thorbjörn hat einen mächtigen Felsblock emporgerissen und will damit den Kopf seines Feindes zerschmettern. Da tut Havard das Gelübde, wenn er jetzt über Thorbjörn siege, so wolle er das Christentum annehmen. Er dringt gegen seinen Gegner vor, und als dieser ihn mit dem Steine treffen will, rutscht er auf dem glatten Felsen aus, fällt hintenüber, und der eigene Stein trifft ihn so, daß er bewußtlos wird (Thule VIII, 163 f.). Ein Wunder ist es offensichtlich auch, daß der erste der Bauern, der beim Ding zu Stavanger Olaf Tryggvason widersprechen will, von Husten und Atemnot befallen wird, der zweite unverständlich zu stottern beginnt, und der dritte so heiser und rauh spricht, daß man nicht weiß, was er sagt (Olafs Saga Tryggv. c. 55).

Diese Beispiele sind verschiedenen Quellen entnommen und zeigen, daß es allgemeine Übung der christlichen Geschichtsschreibung und Literatur ist, die Bekehrung zum Christentum als Ausfluß eines göttlichen Wunders hinzustellen. Diese Tendenz verdient bei der Beurteilung der Glaubwürdigkeit unserer Quellen eine weit größere als die ihr gemeinhin geschenkte Beachtung. Denn in Wahrheit geht alles das, was man als Ausfluß eines angeblichen Glaubens an die höhere Macht des Christengottes und an die Ohnmacht der Heidengötter anführt, nicht auf germanische Haltung, sondern auf tendenziöse christliche Berichterstattung zurück.

Die Rolle des Königtums bei der Bekehrung ist nicht mit wenigen Worten darzustellen. Gewiß kann nicht davon gesprochen werden, dem Könige sei sein Volk beim Übertritte einfach nachgefolgt. Die oben gegebene Darstellung des Verlaufes der Bekehrung zeigt zur Genüge, welchen Wahrheitskern derartige allgemeine Behauptungen haben. Auch hier gilt der schon oben ausgesprochene Satz, daß die Bekehrung dort nicht ohne Gewalt durchgesetzt werden kann, wo noch die alte Lebensordnung aufrecht ist. Dort nützt die Bekehrung des Königshauses gar nichts, wie das Beispiel Hakons des Guten, der Gunnhildsöhne, Olaf Tryggvasons und Olafs des Heiligen ebenso wie das der Schwedenkönige zeigt. Auch dort, wo es einem christlichen Könige gelungen ist, dem Christentum eine gewisse Geltung zu verschaffen, steht und fällt dieses mit der Person des Königs. Auch dafür wurden oben, besonders aus der Bekehrungsgeschichte Englands und Schwedens, eine ganze Reihe von Beispielen beigebracht, und für Dänemark und seinen Herrschaftsbereich gilt dasselbe. Deutsche und nordische Quellen berichten das übereinstimmend über das Schicksal des Christentums im Zuge der Auseinandersetzung Harald Blauzahns mit Svend Gabelbart, und dem oben schon ausgehobenen Zeugnisse Adams sei hier auch Snorris Bericht über diese Vorgänge zur Seite gestellt. Snorri sagt wahrheitsgemäß, daß Harald die Annahme des Christentums nur durch Gewaltanwendung und harte Strafen erreicht hatte, und das war ihm auch in seinem norwegischen Herrschaftsbereiche gelungen. In Vik hatten seine Bekehrungsversuche genau so lange Erfolg, als seine Herrschaft währte. Nach seinem Tode aber war es mit dem Christentum in Vik sofort zu Ende (Olafs Saga Tryggvasonar c. 53). Auch nach dem Tode Olaf Tryggvasons erleidet das Christentum arge Rückschläge, so daß Olaf der Heilige schwere Mühe hat, dessen ins Wanken geratene Herrschaft wieder aufzurichten. In England, Norwegen und Schweden ergibt sich so das gleiche Bild der unmittelbaren Bindung des Christentums an das Königtum. Daß es sich dabei aber um keine freiwillige Nachfolge, sondern um das Ergebnis eines wohl mit verschiedenen Mitteln ausgeübten Druckes, und auf gar keinen Fall um eine Bekehrung aus innerer Überzeugung handelte, folgt ohne weiteres daraus, daß offenbar nur die für das Christentum eingesetzte Königsmacht es aufrechterhalten kann, und daß es zusammenbricht, sobald dieser Einsatz sein Ende findet.

Es kann also auch nicht davon gesproden werden, daß das Beispiel des Königtums den Übertritt zum Christentum ganz allgemein herbeigeführt habe.

Der Tatsache, daß überall dort dem Christentum entschiedener Widerstand geleistet wird, wo die alte germanische Lebensordnung aufrecht besteht, steht die zweite gegenüber, daß das überall dort nicht im selben Maße geschieht, wo eine mehr oder minder starke Erschütterung und Änderung dieser Grundlagen erkennbar ist. Das Schulbeispiel für derartigeVerhältnisse sind die Franken, aber es wurde schon darauf verwiesen, daß auch für die Goten mit einer weitgehenden Umgestaltung wichtiger Grundsätze und Lebensgrundlagen zu rechnen ist. In diesen Fällen ging zwar die Bekehrung ebenfalls nicht vom Volke, sondern wie auch sonst überall von der staatlichen Führung aus, aber nun ist im Gegensatze zu sonstigen Verhältnissen von einem Widerstande des Volkes nichts zu spüren. Das sind Tatsachen, die uns auf die wahren Gründe für Annahme und Beibehaltung des Christentums führen. Allerdings sind gerade die Völker, die solcherart ihre angeborene Wesensgrundlage verlassen hatten, früher oder später der Vernichtung anheim gefallen, zum mindesten aber, wie die Westfranken, dem Verluste des eigenen und dem Übergange in ein anders bestimmtes Volkstum.

Aus diesen Tatsachen ergibt sich, daß es sich beim Glaubenswechsel um ganz wesentlich mehr als nur darum gehandelt hat, ob man diesem oder jenem Gotte sein Vertrauen schenken wolle, eine ebenfalls im Zusammenlange mit der Bekehrung aufgestellte Behauptung, die einer Überprufung nicht standhält. Nicht umsonst wird das Christentum als „neue Sitte“ bezeichnet, und wir werden in der Tat der gesamten Erscheinung in ihrer Bedeutung nur dann gerecht, wenn wir das Gebiet der Religion zusammen mit Rechts- und Gesellschaftsordnung und der gesamten Ethik als Ausfluß einer einheitlichen weltanschaulichen Haltung erkennen. Dasselbe gilt aber für das Christentum, das sich keineswegs damit begnügt, nur einen einzigen Bezirk des menschlichen Lebens zu beanspruchen, sondern die unumschränkte Herrschaft über alle Bereiche fordert. So stehen nicht zwei Einzelerscheinungen einander gegenüber, sondern zwei Lebensordnungen auf weltanschaulicher Grundlage. Es ist aber bezeichnend, daß überall dort, wo eine Erschütterung der germanischen Haltung erkennbar ist, der Beginn niemals auf religiösem oder ethischem, sondern stets auf rechtlichem und gesellschaftlichem Gebiet liegt, wo vor allem die auf fremde Vorbilder zurückgehende Änderung in Wesen und Stellung des Königtums und dessen damit zusammenhängender Machthunger von größter Tragweite sind.

Die auf diese Weise begonnene Auflockerung wurde durch das Christentum entscheidend dadurch gefördert, daß es, einmal angenommen, in der Lage war, seine Auffassung auch auf bisher unberührten Gebieten an der Stelle der althergebrachten durchzusetzen. Diese Vorgänge beschränkten sich aber nicht auf die germanischen Völker, die dem neuen Glauben mehr oder minder freiwillig bei sich Eingang gewährt hatten. Sie setzten vielmehr auch dort ein, wo das Christentum nur mit Gewalt oder doch wenigstens durch den ständigen Druck der in ihrer Bedeutung stark gestiegenen königlichen Macht sich hatte durchsetzen können. Zum Unterschiede von jenen Fällen der bereits vorchristlichen Auflockerung des germanischen Lebensgefühles geht hier diese Auflockerung vom Christentum selbst aus, und das ist zu beachten, wenn man von der Wirkung, von den Folgen der Bekehrung spricht. Denn die Vertreter der Kirche beschränken sich keineswegs auf die „Dämonisierung“ der einheimischen Gestalten, wie sie aus der amtlichen kirchlichen Stellungnahme ebenso wie aus dem gesamten kirchlich beeinflußten Schrifttum spricht. Der germanistischen Auffassung von Sippe und Gefolgschaft und von den daraus sich ergebenden Bindungen, vom Verhältnisse des Einzelnen zur Gemeinschaft von Stamm und Volk setzt das Christentum eine völlig andere Wertung, eine von Grund auf andere Rangordnung entgegen durch die dem Germanentum durchaus fremde Hinordnung des gesamten Lebens auf eine göttliche Spitze und deren irdische Vertretung, die nun an die einst von der Gemeinschaft des Volkes innegehabte Stelle tritt, und durch eine anders geartete Ethik, was alles in den orientalischen Wurzeln des neuen Glaubens begründet ist. Überall werden die an erster Stelle stehenden Beziehungen zum mindesten zweitrangig, ob nun zwischen den Gefolgen und seinem Führer die vom Papste beanspruchte Binde- und Lösegewalt tritt, durch die nun von dritter Seite her das bisher unmittelbare Treueverhältnis begründet oder aufgelöst wird, oder ob vor die sippenmäßigen Bindungen das Wort tritt „Du sollst Vater und Mutter verlassen und mir nachfolgen“. Das germanische Erbrecht, auf das engste verbunden mit der Stellung der Sippe und ihrer Wertung, verfällt unter kirchlichem Einflusse der Auflösung, und der germanischen Auffassung vom Zwecke der Ehe zur Zeugung des „echten Erben“ tritt der kirchliche Anspruch auf Askese unter allen Umständen, selbst in der Ehe, entgegen; Gregor von Tours preist es als Zeugnis höchster sittlicher Vollkommenheit, daß zwei Eheleute ein langes Leben miteinander verbringen, ohne die eheliche Gemeinschaft einzugehen, und er läßt den Ehemann sich rühmen, daß er die Gattin Gott, von dem er sie empfangen, bei ihrem Tode als Jungfrau zurückgebe.

Fügen wir diesen wenigen Andeutungen noch hinzu, daß auch die gesamte Geisteskultur durch die anders geartete weltanschauliche Grundlage des Christentums entscheidend beeinflußt worden ist, daß nunmehr der Tote zum armen Sünder wird, daß die Geburt unter das Zeichen der Erbsünde gestellt wird, und daß das alles nun auch die volkstümliche Überlieferung, vor allem die Volkssage, aber selbst die späteren Gestaltungen der Heldensage weitgehend beeinflußt 13, so ist damit noch auf eine weitere Wirkung der Annahme des Christentums wenigstens verwiesen.

Nur wer sich klarmacht, welchen Verlauf die Annahme des Christentums bei den germanischen Völkern genommen hat, welche Ursachen sich für sie erkennen lassen, und welche Wirkungen von ihr ausgehen, ist im Besitze wichtigster Grudlagen, die zwar noch nicht für sich allein ausreichen, eine Entscheidung über die heute auf dem religiösen Gebiete uns gestellten Fragen zu ermöglichen, ohne die aber ganz gewiß eine solche Entscheidung nicht gefällt werden kann. Das müßte ein Ansporn dazu sein, die Bekehrungsgeschichte der Germanen auf neue Grundlagen zu stellen, für die eine neue Wertung der Quellen, die sich aus der Eigenart und aus den geistig-seelischen Voraussetzungen ihrer Urheber ergibt, und ebenso eine neue Wertung der so festgestellten Tatsachen unumgängliche Voraussetzungen sind. Schon jetzt aber steht fest, daß an keiner Stelle eine Volksbewegung ohne Hilfe der staatlichen Macht oder gar gegen sie das Christentum zum Siege geführt hat, und daß an keiner Stelle eine innere Notwendigkeit den Glaubenswechsel hervorgerufen hat. Es ist weiter wesentlich auch für unsere eigene Entscheidung, daß die vorchristliche, aus den Kräften des eigenen Blutes stammende Weltanschauung an keiner Stelle an sich selbst zugrunde gegangen ist, weil sie aus sich heraus nicht mehr lebensfähig gewesen wäre. Auch darüber müssen wir uns klar sein, wenn wir entscheiden wollen, ob und in welchem Maße eine Anknüpfung an die eigene Überlieferung möglich und wünschenswert ist.

Anmerkungen:

1. Hierzu sei auf meine Aufsätze „Die Einführung des Christentums bei den Germanen und das germanische Königtum“, Sigrune/Nordische Stimmen, Jg. 10/12, März 1943, S. 2 ff. und „Waren die Germanen christianisierungsreif?“, Zs. „Deutsche Volkskunde“, 1943, 4. Vierteljahrsheft, verwiesen.
   2. Die Quellenstelle bei Philostorgios, die hier in Übersetzung (nach R. Plate, Geschichte der gotischen Literatur S. 36) mitgeteilt sei, lautet: „Unter der Herrschaft des Valerian und Gallien fiel eine große Schar der jenseits des Ister wohnenden Skythen in das Gebiet der Römer ein, durchzog einen großen Teil Europas, kam übersetzend selbst nach Asien, Galatien und Kappadokien, machte viele Gefangene, worunter sich auch einige Kleriker befanden, und kehrte mit großer Beute heim. Das gefangene gläubige Volk bekehrte nicht wenige aus dem Heidentum durch ihren Umgang mit den Barbaren. Zu dieser Gefangenschaft gehörten auch die Vorfahren des Urphiras, Kappadokier von Geschlecht, aus der Nähe der Stadt Parnassos, aus einer Ortschaft genannt Sadagolthina.“ Diese Stelle spricht ganz allgemein von den Vorfahren des Wulfila, ohne Beschränkung auf die Abstammung von Vater- und Mutterseite.
   3. Kirchengeschichte IV, 33. Übersetzung nach Capelle, Das alte Germanien, S. 351.
   4. L. Schmidt, Geschichte der deutschen Stämme bis zum Ausgang der Völkerwanderung, Die Ostgermanen, S. 621
   5. L. Schmidt, ebenda, Die Westgermanen I, S. 217 f.
   6. Zur Kritik der Darstellung des Vorganges durch Gregor v. Tours siehe meinen unter I angeführten Aufsatz über die Christianisierungsreife der Germanen
   7. Adam v Bremen I, 47: „Der Krieg wurde durch himmlische Fügung entschieden. Denn während 100000 Heiden erschlagen wurden, ergab sich, daß kaum einer von den Christen gefallen war.“ Geschichtsschr. d. deutschen Vorzeit, Bd. 44, S. 46.
   8. Beda II, 13. Ausgeboben bei Clemen, Fontes religionis historiae Germanicae, S. 41.
   9. Der Bericht darüber in Alcvins vita Wilibrordi ist abgedruckt bei Clemen, Fontes historiae religionis Germanicae, S. 47. Übersetzung: Geschichtschreiber der deutschen Vorzeit. Bd. 14, S. 149 (c. 10-21)
  10. Der Bericht über das Vorgehen in Friesland sei in der Übersetzung von Bühler, Das Frankenreich, S. 422, hier wiedergegeben: „Er (Bonifaz) zog also durch ganz Friesland, verdrängte den heidnischen Kult, schafte die irrtumsvollen heidnischen Gebräuche ab, predigte eindringlich und erbaute nach Zerschmetterung der Götzenbilder mit großem Eifer Kirchen.“
  11. Ein Schulbeispiel für diese Methoden ist die Bekehrungsgeschichte Kjartans nach der Laxdaelasaga. Die Saga stellt den Vorgang so dar, daß Kjartan lediglich aus ideellen Beweggründen, vor allem unter dem Eindrucke von Olafs Persönlichkeit, das Christentum angenommen habe und aus denselben Gründen ein treuer Gefolgsmann König Olafs geworden sei, den er früher bis zum Tode gehaßt hätte. Aber gelegentlich wird deutlich, daß es auch sehr reale Gründe für die Annahme des Christentums gegehen hat, die dem Helden durchaus bewußt waren. Im Kap. 41 der Laxdaela schmiedet Kjartan nach seiner Taufe Sommerpläne und erwägt eine Fahrt nach England. Er begründet das damit, daß für christliche Handelsleute dort vorzügliche Geschäftsmöglichkeiten bestünden. Auf jeden Fall ist Kjartan bereit, sich die Vorteile seines Übertrittes zunutze zu machen.
  12. Olafs saga helga c. 113.
13. Auf die Bekehrungsfolgen verweist Bernhard Kummer in seinem Buche „Midgards Untergang“. Die Wirkungen auf die Volksüberlieferung sind für bestimmte Einzelgebiete besprochen in meinen ,.Grundlagen des Hexenwahnes“ (Leipzig 1936) und in meinen Aufsätzen „Das wütende Heer und der wilde Jäger“ (Bausteine zur Geschichte, Völkerkunde und Mythenkunde, Bd. VII, 1937) und „Wandlungen der Heldensage; Dietrich von Bern in der Hölle“ (1942, S. 9 ff.).
Quelle: http://www.asatru.de/nz/index.php?option=com_content&view=article&id=120:die-christianisierung-&catid=3:christentum&Itemid=21

Gruß an die wahren Gläubigen

TA KI

Hat Kaiphas gesiegt, und nicht der Galiläer?


Ein neuer Blick auf die Darstellung des Erlösers im alten Talmud – Buchrezension von Dozent Dr. Friedrich Romig

Hätte es noch eines Nachweises für die Unvereinbarkeit von Christentum und Judentum, von Christenglaube und Judenglaube bedurft, so hat ihn der renommierte Judaist und Direktor für jüdische Studien an der berühmten Princeton-Universität (USA), Peter Schäfer, mit seinem Buch „Jesus in The Talmud“ (2007), das jetzt auch auf Deutsch erschienen ist, in einer an Gelehrsamkeit und Deutlichkeit kaum zu übertreffender Weise erbracht. Die Zustimmung, die er fast unisono von seinen jüdischen Kollegen und Rezensenten erfahren hat, macht die Wende deutlich, welche der christlich-jüdische Dialog in jüngster Zeit genommen hat. Er beruht auf Ehrlichkeit und nicht auf der einfältigen Rede von „unseren älteren Brüdern“, der „gemeinsamen Herkunft aus abrahamitischem Stamme“ oder „dem gegenseitigen Respekt“ und der zu übenden „Toleranz“, welche die Wahrheitsfrage ausklammert und keine der unterschiedlichen Glaubensüberzeugungen noch ernst nimmt. Echte Talmud-Juden haben ohnehin für solche, meist von christlicher Seite ausgehenden Anbiederungsversuche nur Hohn und Spott übrig.

Jesus vor den Römern, die Handlanger der Juden

Jesus wird vom Sanhedrin, dem Hohen Rat der Juden, zum Tode verurteilt. Die Römer bloß als Ausführer des jüdischen Urteils

Wo sich selbst vatikanische Autoritäten bemühen, die Juden vom Mord an Christus freizusprechen, klopfen die ihres Glaubens sicheren Rabbinen sich selbstbewußt an die Brust, Jesus, diesen Gotteslästerer und Götzendiener, seiner gerechten Strafe zugeführt zu haben. Sie beharren darauf, dass der Schauprozess gegen Jesus nicht vor einem römischen Gericht, sondern vor dem Sanhedrin, dem Obergericht der Juden, stattgefunden hat und es Kaiphas war, der seine Kleider zerriß, als er das Todesurteil über den Zimmermann aussprach, der sich mit Gott gleichsetzte. „Ja“, so die Rabbiner im Talmud, „wir übernehmen die Verantwortung und es gibt keinen Grund sich deswegen zu schämen, denn wir haben einen Gotteslästerer und Götzendiener rechtmäßig verurteilt. Jesus hat seinen Tod verdient, und er hat nur bekommen, was er verdient hat“ (S. 18). Es gibt keinerlei Rechtfertigung für „die christliche Sekte, die unverschämt behauptet, der neue Bund zu sein und die dabei ist, sich als eine neue Religion (und nicht zuletzt als eine Kirche mit politischer Macht) zu etablieren“ (S. 19).

Vor dieser eminenten Gefahr, die sich nach der konstantinischen Wende und dem Aufstieg der christlichen zur Staatsreligion für das Judentum abzeichnet, lassen die Rabbinen, die im persischen Reich Zuflucht gefunden haben, ihrer Phantasie freien Lauf, um den christlichen Glauben zu schwächen. Persien befindet sich in einem Dauerkrieg mit den byzantinischen Kaisern und unterstützt schon aus diesem Grunde die christenfeindlichen Juden bei der Ausarbeitung des Babylonischen Talmuds, der zur wichtigsten Quelle für das Jesusbild wird, welches das Judentum bis in unsere Tage weiterträgt. Die Jesusstellen im Babylonischen und abgeschwächt auch im Palästinensischen Talmud sollten, so Schäfer, als „Gegenerzählung zum Evangelium“ gelesen und begriffen werden, durch welche das um seine Selbstbehauptung ringende Judentum sein Selbstbewußtsein stärkt und mit unbändigem Stolz erfüllt, der selbst noch im Humor und in der Lust zur Parodie Ausdruck findet, mit der der Christusglaube abgetan wird.

Schäfer bringt die im Talmud verstreuten Jesusstellen in eine systematische Ordnung und läßt so den Widerspruch zur christlichen Botschaft deutlich vor Augen treten: Familiäre Herkunft, Schülerstadium, Lehrtätigkeit, Heilkunst, Hinrichtung und Höllenstrafe Jesu bilden die Rubriken des Buches für seine Sammlung und Ausdeutung der Talmudstellen.

Die familiäre Herkunft Jesu wird in dieser talmudischen Gegenerzählung mit dem Fehltritt Mariens, einer verheirateten oder verlobten Frau, in Verbindung gebracht, die sich mit einem römischen Legionär eingelassen hat und die dabei entstandene Leibesfrucht der „Überschattung“ durch den „Heiligen Geist“ zuschrieb. Statt verstoßen und gesteinigt zu werden, errang sie zwar die Verzeihung ihres gehörnten Gatten oder Verlobten, doch für die talmudischen Rabbinen ist sie nichts anderes als eine „Hure“ (vgl. S. 37, 39 u.ö.). Die Pointe dieser Erzählung über die Herkunft Jesu im Talmud liegt darin, dass Jesus durch seinen römischen Vater, „nicht nur ein Bastard, sondern der Sohn eines Nichtjuden war“ (S. 40), der auf die Abstammung aus dem vornehmen Hause Davids, wie ihn das Neue Testament vorspiegelt, natürlich überhaupt keinen Anspruch erheben konnte. „Die ganze Idee der davidischen Abstammung Jesu, sein Anspruch, der Messias und schließlich sogar der Sohn Gottes zu sein“, ist für die Rabbinen nicht anderes als „Betrug“ (S. 45 f).

In der Schulzeit Jesu müssen sich seine Lehrer mit dem mißratenen und in sexuellen Ausschweifungen sich ergehenden discipulus herumschlagen. Er gerät seiner Mutter nach – Untreue liegt ihm im Blut. Er verkehrt mit einer bekannten Prostituierten (Lk 7, 36-50) und beweist den Rabbinen damit, dass er kein Prophet ist. Er macht Maria Magdalena sich hörig, sie wäscht seine Füße, kämmt seine Haare und er küßt ihren „Mund“ in aller Öffentlichkeit. Diese im Talmud geradezu pornographisch ausgemalten Frivolitäten sollen die Lehrer des jungen Jesu veranlaßt haben, ihn schon zu Lebzeiten zu „exkommunizieren“, d.h. aus der Gemeinschaft der Juden auszustoßen. Juden wollen, das ist die Botschaft der Talmudisten, mit dem Christentum nichts zu tun haben und sich keinesfalls von ihm gar „umarmen“ oder missionieren lassen. Judenchristen gehören für die Rabbinen zu den widerlichsten Erscheinungen auf Gottes Erdboden die „keinen Anteil an der kommenden (geretteten) Welt haben“ werden.

Die Rabbinen bestreiten nicht, dass Jesus magische Kräfte besaß, Dämonen austrieb, Kranke heilte und Tote auferweckte. Was sie ihm und seinen Nachfolgern vorwerfen, ist der Mißbrauch dieser Kräfte. Jesus heilt im eigenen Namen, nicht im Namen Gottes. Er nützt seine Zauberkraft aus, um sich als „Gott“ ausgeben zu können und erweist sich so als Hochstapler und Schwindler. Und das sind in den Augen der Rabbinen auch jene, denen er die „Schlüssel“ übergibt, die den Zugang zu magischen Vorgängen symbolisieren, „zu binden und zu lösen“.

Zauberei und Götzendienst sind denn auch der Grund, dass Jesus durch den Sanhedrin zum Tode verurteilt und am Vorabend des Passahfestes (ans Kreuz) „gehängt“ wurde. Soweit römische Soldaten am Vollzug des Urteils beteiligt waren, vollziehen sie die von den Juden ausgesprochene Strafe. Der Talmud besteht darauf, „daß Jesus nach rabbinischem Recht hingerichtet wurde“ (S. 145), und nicht nach römischem.

Jesus wird nach den talmudischen Narrativen immer wieder „in seinen Schülern getötet“. Die scharfsinnigen Verurteilungen seiner Schüler durch die Rabbinen bilden den Höhepunkt der Auseinandersetzug über Jesus und das Christentum im babylonischen Talmud. Die Jünger und Schüler werden von den Juden von Anfang an als „Betrüger des Betrügers“ bezeichnet, haben sie doch beispielsweise den Leichnam Jesu aus dem Grab gestohlen, um seine Auferstehung vorzutäuschen.

Weder sie noch Jesu haben Anteil an der kommenden Welt. Statt zum Himmel aufzufahren, siedet Jesus auf ewig in der Hölle. Jesus gehört mit Titus und Bileam zu den drei Erzfeinden Israels, die alle in der Hölle ihre verdiente Strafe verbüßen. Titus, der den Tempel zerstörte, wird verbrannt, seine Asche ins Meer gestreut, immer wieder herausgefiltert, neu zusammengebacken und wieder verbrannt. Bileam, der Israel den Baal-Peor-Kult mit seinen sexuellen Orgien und Ausschweifungen nahebrachte, sitzt in kochendem Sperma. Und Jesus, der sich als Gott ausgab und den alten Bund Israels mit Gott auflösen und durch den Bund mit ihm ersetzen wollte, sitzt in den „kochenden Exkrementen“(S. 25), die seine Anhänger ständig neu ausscheiden, wenn sie, wie geheißen, sein Fleisch essen und sein Blut trinken (vgl. S. 185). Statt durch ihn zum Leben zu gelangen, werden sie das Schicksal ihres „Herrn“ teilen und genauso in der Hölle schmoren wie er. Drastischer und spöttischer lassen sich Auferstehung, Himmelfahrt zu Gottes Thron und Eucharistie, Kernstücke des christlichen Glaubens, kaum parodieren und lächerlich machen.

Verfehlt wäre es, das alles als Hirngespinste von ein paar ausgeflippten Rabbinen abzutun. Die Wirkungsgeschichte der im Talmud verstreuten Anmerkungen zu Jesu ist erstaunlich. Im Mittelalter verdichten sie sich zum Toledot Jeschu-Traktat, das jedem Talmudschüler noch heute vorgetragen wird. In der Neuzeit, so dürfen wir, von Schäfer belehrt und beschenkt, weiterdenken, bildet das scharfsinnige Raisonieren der Rabbiner im Talmud den oft nicht einmal bewußten Ausgangspunkt für die Religionskritik der „Aufklärung“.Das Zurückweisen und Wegerklären der Gottheit Jesu, der Jungfrauengeburt, seiner Zeugung durch den „Heiligen Geist“, seiner Wundertaten, der „Auferstehung“ von den Toten und des Verlassens seiner Grabstätte, seiner „Himmelfahrt“, des Pfingstereignisses mit der Wiederkehr als Gespenst, diese Zurückweisungen gehören in der Moderne bis zum heutigen Tage zu den Versatzstücken, mit denen der christliche Glaube nach und nach von allen Halbgebildeten und selbst von christlichen Theologen ausgehöhlt wird. Die Talmudaussagen über die zweifelhafte Herkunft Christi, sein ausschweifendes Leben, sein gespenstisches Wiedererscheinen, die von ihm eingesetzten Kulte und Bluttrinkereien sind inzwischen zu Gegenständen verkommener „Kunst“, Love Parades und Unterhaltungsindustrie geworden. In der Rock-Oper wird „Jesus Christ“ zum „Superstar“ (Rice/Webber), im Film erlebt er noch am Kreuz seine „letzten Versuchungen“ sexueller Art (Scorsese), als junger Mann feiert er seine „Hochzeit“mit sexuellen Einlagen (Ingrisch/Einem), er umgibt sich mit seinen „Hawara“ (W. Teuschl), er fühlt sich wohl „in schlechter Gesellschaft“ (Holl) und zuletzt wird er in geschmacklosen Orgien- und Mysterienspielen mit Blut und Kot symbolhaft beschmiert (Nitsch), ganz wie es der Talmud vorgibt.

Es gehört zu den größten Verdiensten von Peter Schäfer uns mit seinen akribischen Untersuchungen auf die talmudischen Wurzeln des christlichen Glaubensverlustes hingeführt zu haben, welcher durch Aufklärung, Moderne und Dekadenz unsere Kultur von innen her zersetzt. Betrübt müssen wir heute zugeben, daß seit dem Zweiten Vatikanum selbst die Kirche in ihrer Hirtentätigkeit, Lehre und Liturgie sich dem Prozess zunehmender Judaisierung nicht entziehen konnte und wollte. Vor lauter Schuldvorwürfen, Versöhnungs- und Vergebungsbitten ging sie vor ihrem eigentlichen Feind in die Knie, sie distanzierte sich von den Adversus-Judaios-Aussagen ihrer größten Heiligen wie Ambrosius, Augustinus oder Chrisostomos, huldigte der neuen Weltreligion des Holocaust, und verlor dabei ihre Glaubwürdigkeit. Dank „Aufklärung“ kann heute kaum noch jemand das Glaubensbekenntnis ohne Mentalreservation mehr ablegen, wer die sittlichen Vorschriften der Kirche öffentlich bejaht und Sünde nennt, was Sünde ist (z. B. Homosexualität, Abtreibung, Euthanasie, Blasphemie), wird als „gesellschaftsunfähig“ eingestuft und gemobbt (Fall Buttiglione) oder er wird am Sprechen gehindert (Bendikt XVI. an der römischen Universität „La Sapienza“ im Feber 2008). Für den Außenstehenden sieht es jetzt so aus, als habe eben doch Kaiphas gesiegt, und nicht der Galiläer.

Quelle: http://www.couleurstudent.at/index.php?id=147

Gruß an die Heiden

TA KI

Ist ein sinnvoller Zusammenhang von Mythologie und Archäologie herstellbar?


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– Ein interdisziplinäres Problem

Dieser Text unternimmt den Versuch einer integrativen Übersicht verschiedener Zeugnisse keltischer Kultur mit dem Ziel der Rekonstruktion grundlegender Vorstellungen über die Primärwelt und den Komplex der Auffassungen von Transformation und Heilung, die inhaltlich und auch symbolisch eng verbunden sind. Die Darstellung kann keinen Anspruch auf historische Genauigkeit erheben; dazu sind die Quellen zu spärlich und interpretationsbedürftig.

 

Die überlieferten Dokumente unterliegen dem Einfluß der Romanisierung und Christianisierung. Insbesondere das organisierte Christentum steht der Anwendung indigener Heilverfahren, bei denen oft auch bewußtseinsverändernde Substanzen verwendet werden feindlich gegenüber. Aus einem einfachen Grund: Die bei indigenen Ritualen gewonnen religiösen Erfahrungen stellen den christlichen Monopolanspruch in Frage. Diesem Anspruch könnte auch das keltische Wissen um die Wirkung von Heilpflanzen zum Opfer gefallen sein. Die im Abschnitt 2.2 kurz dargestellte Erzählung um Dian Cecht endet unbefriedigend: Die Bedeutung der in verschiedenen Ritualen verwendeten Pflanzen wird in der mittelalterlichen Schrift nicht dargestellt. Als relativ gesichert kann nur gelten, daß eine Trennung von Somato- und Psychotherapie nicht stattgefunden hat. Dies soll ebenfalls anhand des altirischen Textes Serglige con Culaind belegt werden.
Durch eine themenzentrierte Auswahl von Textdokumenten und inhaltlich ähnlichen archäologischen Zeugnissen soll ein Zugang zur keltischen Geisteswelt ermöglicht werden. Die Psychologie kann bei diesem interdisziplinären Vorgehen einen Beitrag leisten, indem sie als teils geisteswissenschaftlich, teils naturwissenschaftlich fundierte Disziplin einen konzeptionellen Rahmen zur Integration verschiedenster Quellen bietet.

Die keltische Kultur wird durch drei qualitativ sehr unterschiedliche Quellen erfahrbar: archäologische Funde und Befunde, die Texte klassischer Autoren sowie die Mythologien der irischen-schottischen, walisischen und bretonischen Sagenkreise. Diese letzgenannten Quellen sind hinsichtlich ihres Symbolgehaltes sehr ergiebig, den Anforderungen an exakte Fakten, wie sie die Archäologie verwendet, können sie als Dichtungen jedoch nicht genügen. Ziel der Archäologie ist eine möglichst genaue Nachbildung der vergangenen Kulturen aufgrund der erschlossenen Sachgüter (Funde) oder im Boden erhaltenen Strukturen (Befunde), wie zB. Gruben oder anderer durch die Besiedlung bzw. Nutzung eines Ortes erfolgten Veränderungen der Bodenstruktur. Die möglicherweise religiöse oder kultische Bedeutung dieser Entdeckungen wird weitgehend negativ formuliert: Das, was bei Ausgrabung einer Siedlung als nicht siedlungstypisch in Baustruktur oder Zusammensetzung des Fundspektrums erkannt wird, was bei Analyse von Depotfunden nicht als Versteckfund (…) gewertet werden kann, wird als potentiell sakral interpretiert.(Haffner 1995) Es ist nicht unproblematisch aus Kultgegenständen, die vor mehr als 2000 Jahren hergestellt worden sind, auf religiöse und metaphysische Konzeptionen zu schließen. Die Archäologie als empirische Naturwissenschaft enthält sich daher m.E. der Spekulation, und drückt ihr Nichtwissen explizit aus. Auch die Darstellungen klassischer Schriftsteller tragen nicht unmittelbar zum Verständnis keltischer Kultur bei, denn die abwertende Haltung gegenüber den nichturbanen Kulturen äußert sich in Vorurteilen, Sensationsgeschichten und Mißverständnissen. Die Gleichsetzung authentischer gallischer Gottheiten mit Figuren des römischen Pantheons durch Caesar ist ein deutliches Beispiel für den teilweise sicherlich geringen Grad differenzierter Berichtlegung. Mythologische Texte finden in archäologischen Darstellungen kaum Verwendung: Diese Zurückhaltung ist verständlich, wenn berücksichtigt wird, daß zur Interpretation eines bestimmten Fundortes, zB. in Baden-Württemberg, mythologische Texte, die mehrere Jahrhunderte später an einem geographisch weit entfernten Ort, zB. Irland, entstanden sind, nur schwer beitragen können. Dieses Argument gilt sicherlich gleichermaßen für die Aussagen der antiken Schriftsteller. Griechischen und römischen Texten wird jedoch gewissermaßen ein Hochkulturbonus beigemessen, so daß sie trotz der erwähnten Schwächen auch in wissenschaftlichen Publikationen Verwendung finden dürfen.
Es bestehen allerdings überzufällig viele inhaltliche Parallelen zwischen Artefakten, Mythen und antiken Berichten, die auf bestimmte Grundideen der Kelten schließen lassen. Die große Lückenhaftigkeit der Kenntnisse über die keltische Kultur regte schon viele Autoren zu weitreichenden Spekulationen, oder im Bereich der keltischen Rennaissance sogar zu Fälschungen an.

Der Bereich des spekulativen Halbwissens wurde von Tolkien treffend charakterisiert: To many, perhaps to most people outside the small company of the great scholars, past and present `Celtic`of any sort is … a magic bag, into which anything may be put, and out of which almost anything may come… Anything is possible in the fabulous Celtic twilight, which is not so much a twilight of the gods as of the reason.
Die archäologischen Zeugnisse sind als empirische Datenbasis eine wertvolle Hilfe zur Interpretation mythologischer Texte. Auch hier mahnt die Archäologie zur Vorsicht: Was bei archäologischen Grabungen an Religiösem zutage gebracht wird, ist äußerst karg, spröde und überhaupt nur sehr schwierig als solches zu erkennen und zu deuten. Was bei der Behandlung anderer Fundgattungen, wie etwa Siedlungen oder auch Gräber, in geringerem Maße ins Gewicht fällt, wird beim Thema Religion und Kult zu einem eigentlichen erkenntnistheoretischen Problem: Wie läßt sich die Spur von etwas auffinden, das man selber gar nicht kennt? Fest steht, daß wir die Dinge nur im Kontext unserer eigenen Ideen und Denkschemata, die ihrerseits geprägt sind von christlich abendländischer Kulturtradition, zu verstehen vermögen. Dies gilt insbesondere für das ganze Begriffsvokabular (wie z.B. Kult, Opfer, Religion), welches eher als der Kommunikation dienendes Behelfsvehikel zu verstehen ist, denn als die präzise Umschreibung eines genau definierten vorgeschichtlichen Sachverhaltes. (F.Müller 1993, Das keltische Jahrtausend; S.177) Müller weist hier auf eine auch der Psychologie nicht unbekannte Problematik hin. Die Darstellung religiösen Erlebens und Verhaltens ist durch die kulturelle Vorprägung des Begriffssystems des Beobachters verzerrt. Dies gilt insbesondere auch für Darstellungen von indigenen Ritualen und symbolischen Heilverfahren, die auf Berichterstatter eines anderen Kulturkreises oft bizarr und unverständlich wirken.

Im Bewußtsein dieser Einschränkungen sollen nun noch einige allgemeine Charakteristika des Mythos und der darin enthaltenen Symbole genannt werden. Green betrachtet Mythen als Geschichten, in denen ähnlich wie in einer Parabel auf symbolische Weise Ideen und Vorstellungen zum Ausdruck gebracht werden, die zu komplex und tiefgründig sind, um mit einfachen Worten vermittelt zu werden. In einem Mythos können bestimmte Fragen behandelt werden, wie zum Beispiel, wer wir Menschen eigentlich sind, warum wir existieren, was mit uns nach dem Tod geschieht; Fragen also, die uns alle beschäftigen, für die wir aber keine rationalen Erklärungen (..) finden. (…)Mythen leben also davon, daß sie die Verbindung zum Göttlichen herstellen. Sie stehen auch in Beziehung zum Kult (…) und sind so Teil des äußeren Rahmenwerkes eines Glaubenssystems.(Green 1994).

Nicht nur die fremdartigen Inhalte des mythologischen Textes erschweren dessen Deutung, sondern auch eine spezielle Art von Sprache. Schon Diodor von Sizilien erwähnt die Eigenarten druidischen Sprechens(V,31): Wenn man sich mit ihnen unterhält, reden sie wenig; sie sprechen in Rätseln und zeigen in ihrer Ausdrucksweise eine Vorliebe dafür, das meiste erraten zu lassen. Hyperbeln benutzen sie häufig, sei es, um sich selbst zu rühmen, sei es, um andere herabzusetzen. Ihre Reden wirken einschüchternd und hochmütig, sie tendieren zu tragischem Pathos. Dennoch sind sie von großer Klugheit und verstehen es, sich Wissen anzueignen. (zitiert nach Markale 1987, S.44). Die Besonderheit des mythologischen Sprachgebrauches ist Thema von Ranke-Graves: Meine These ist, daß die Sprache des (..) poetischen Mythos eine magische Sprache war(..). Dann kamen die griechischen Philosophen, die der magischen Dichtung feindlich gesonnen waren, weil sie ihre neue Religion der Logik bedrohte, und unter ihrem Einfluß wurde eine rationale poetische Sprache ( heute die klassische genannt) (…) erfunden und der Welt als letztes Wort der geistigen Aufklärung aufgezwungen; eine Auffassung, die seit damals praktisch beherrschend ist an den europäischen Schulen und Universitäten, wo die Mythen heute nur als wunderliche Relikte aus dem Kindergartenalter der Menschheit studiert werden. (…) Es ist ein Unglück, daß das Wort mythisch (..)heute nur noch soviel heißt wie phantastisch, absurd, unhistorisch(..). Es ist verständlich, daß ein mythologischer Text vom modernen Rezipienten anders aufgefaßt und erlebt wird, als vom ursprünglichen Publikum. Trotzdem ist die Argumentation von Ranke-Graves stichhaltig: Die geringschätzige Haltung allem archaischen gegenüber ist letztlich ideologisch begründet, und der Sache nicht angemessen. Dies wird deutlich, wenn berücksichtigt wird, das eine Mythologie Bewußtseinsbereiche wiederspiegelt, die der Logik nicht zugänglich sind, und deshalb auch andere Maßstäbe zur Bewertung ihrer Formen und Inhalte erfordert. Die ursprüngliche, magische Sprache entfaltet ihre Wirkung erst voll im mündlichen Vortrag, dem Ritual, oder auch der szenischen Darstellung. Das gesprochene/gesungene Wort ist das wichtigste Zaubermittel. Durchschlagenden Erfolg zeitigen weder Zauberformeln noch vorausbedachte Formulierungen, sondern das ex-tempore-Gedicht, die Eingebung aus dem Übersinnlichen.(Botheroyd 1992).Die sakrale Eigenschaft des gesprochenen Wortes führte zur Ablehnung der Schriftkultur, die die Gefahr der Profanisierung und des Mißbrauches von Wissen mit sich bringt. Die mündlich weitergegebenen Epen wurden erst im Mittelalter verschriftet.
Keltische Epen sind symbolische Erzählungen. Die darin auftretenden Charaktere sind in der Regel Personifizierungen bestimmter Prinzipien oder Naturkräfte. Die Psychoanalyse unterscheidet zwei Arten von Symbolen: die Privatsymbole, die nur aus der individuellen Erlebniswelt und Lebensgeschichte des Einzelnen aufgeschlüsselt werden können, und die Kollektivsymbole, in denen eine allen Menschen gemeinsame mythische Tiefenschicht- das kollektive Unbewußte- ihren bildhaften Ausdruck findet. Aus diesem Fundus sind die Mythen, Sagen und Märchen entstanden(…).(Hofstätter 1965).

Jaques Lacan formulierte diesen Gedanken ähnlich : Die Struktur des Symbols (ist) nicht als etwas vom Menschen geschaffenes aufzufassen, sondern umgekehrt als etwas diesen Konstituierendes. Scharfetter und Dittrich heben die Bedeutung des Symbols für indigene Heilverfahren hervor: Sinnschöpfung und -verknüpfung geschieht in Symbolen als semantischen und energetischen Trägern der Heilungsinteraktion. Die Symbole vermitteln eine Wirkung gegen Demoralisierung, das Gefühl von Ausgesetztsein, Ohnmacht und Selbstaufgabe des Klienten(..).(Dittrich & Scharfetter 1987). Zur Kategorie der Hoffnung generierenden Symbole gehört sicherlich die Vorstellung der keltischen Anderswelt, die nicht nur durch den körperlichen Tod, sondern auch von Lebenden unter besonderen Umständen erreichbar ist. Im Gegensatz zum christlichen Modell, in dem entweder Lobgesang oder Folter unendlich fortgeführt werden, leben Menschen und göttliche Wesen im keltischen Jenseits gemeinsam in einer paradiesischen Umgebung

Die Anderswelt

.jenseitsglaube der Kelten

Das Samhain Fest, das zugleich Anfang und Ende des Jahreskreislaufes darstellte, lag ausserhalb der gewöhnlichen Zeit, und schuf einen Übergang zur jenseitigen Welt. Le Roux weist auf diesen Aspekt des Samhainsfestes hin: Samain verdankt seine Mittlerrolle zwischen der menschlichen Welt und dem Kosmos der Götter dem Umstand, daß es am Drehpunkt zwischen zwei Jahren liegt, und so einen ebenso vergänglichen wie zeitlosen Augenblick darstellt. Dieser Umstand beruht auf der keltischen Vorstellung, daß es sich bei einem Tag, einem Jahr und der Ewigkeit um Äquivalente Zeiteinheiten handelt. Es genügt, das der Augenblick in diesen geschlossenen Zeitraum fällt, der eine Art Klammer der Ewigkeit darstellt, die sich paradoxerweise in die die menschliche Zeit einfügt. (Le Roux et al. 1997). Eine strikte Trennung in eine reale, diesseitige, ausschließlich materielle und eine jenseitige, uneingeschränkt spirituelle Welt wurde mithin nicht vorgenommen. Vielmehr stehen die Primärwelt (Anderswelt/ Otherworld/ Autre-Monde) und die dreidimensionale Welt in einem intensiven Austausch und weisen eine prinzipiell analoge Struktur auf. Die Bewohner der Anderswelt führen eine körperliche Existenz in einer relativ perfekten Umgebung. Die Autre Monde ist das Anderswo. (…) (Sie) ist der zeit-lose und raum-lose Ort, wo die Welt der Imagination nach dem göttlichen Plan Wirklichkeit geworden ist.(Markale 1987)

Mit dem christlichen Jenseits oder mit jenen unscharfen Zonen des Nicht-Bewußtseins, das sich die Römer und Griechen aufgrund ihres materialistischen und rationalistischen Denkens als Jenseits vorstellten, hat diese Welt wenig Ähnlichkeit. Lucanus beschreibt in seinen Pharsalia die Vorstellung der Seelenwanderung: Eurer (= der Druiden) Ansicht nach gelangen die Schatten nicht in die stillen Gefilde von Erebus und in die bleichen Reiche von Dis; es herrscht also weiterhin der gleiche Geist, nur in einem anderen Körper und in einer anderen Welt.(Pharsalia, V. 450f.)

Tatsächlich verbringen die Bewohner der Anderswelt ihre Zeit mit Tätigkeiten, die einen Körper vorraussetzen: Sie feiern Festgelage, jagen, oder zeugen Kinder: auch mit sterblichen Menschen. Ein Kunstgriff, der die herausragenden Eigenschaften bestimmter Sagengestalten erklären soll.
Im Gegensatz zu der von Auseinandersetzungen, Mißernten und anderen Katastrophen heimgesuchten diesseitigen Welt, stellt die Anderswelt einen Hort der Stabilität und Harmonie dar. Unsere von ständigen, unkontrollierbaren Veränderung beherrschte Welt wird in der Erzählung Echtra Cormaic i Tir Tairngiri als ein Dach beschrieben, das mit Vogelflügeln gedeckt ist: Immer wieder macht ein Windstoß die materiellen Bemühungen zunichte. Die Reiterschar, die du mit dem Decken des Hauses beschäftigt sahst, das sind die Künstler und Handwerker Irlands, wie sie Vieh- und Herdenbesitz sammeln, der sich wieder in Nichts auflöst. Die Anderswelt ist dagegen ein Raum der Beständigkeit. Die Menschen sind dem Wandel unterworfen, die Sidhe haben den Wandel in der Hand. (Lautenbach 1991).

In den mythologischen Texten werden vier Hauptformen der Primärwelt beschrieben:

1.) Die unterirdische Feenwelt des Sidh, der mit seinem Hügel in die reale Welt hineinragt und zu bestimmten Zeiten ( z.B. Samhain) zugänglich ist.

2.) Die einsame, unzugängliche Ebene, auf der sich rätselhafte Gebäude und Personen befinden. Sie ist unter Anwendung eines Zaubernebels(psychotrope Substanz?) von verschiedensten Orten der Normalwelt erreichbar.

3.) Die schwer, nur über das Wasser, erreichbare Insel, die im Nordwesten liegt.

4.) Das Land unter der Woge, das auf dem Meeresgrund, unter einem See verborgen oder unterhalb einer Quelle liegt. Quellen und ihre Umgebung galten als heilige Orte, denn hier konnte man mit den lebendigen und fruchtbaren Kräften in Verbindung treten, die aus der anderen Welt emporstiegen.

Alle Ausprägungen der Anderswelt weisen eine Abwesenheit von Alter, Tod, Mangel und Krankheit auf. In der anderen Welt gibt es keine Jahreszeiten, die Bäume welken nicht und tragen Blüten und Früchte zu gleicher Zeit. Diese Eigenschaften spiegeln sich in den Bezeichnungen Tir na mBeo (Land des Lebens), Tir na nOg (Land der Jugend), Aircthech (Land des Überflusses und der Großzügigkeit), Mag Mell (Ebene der Glückseligkeit), Tir nIngnath (Land des Außergewöhnlichen, Wunderbaren), Tir na Sorcha (Land des Lichtes) und Mag Findargat (Weißsilberne Ebene). Vor allem aber ist die Anderswelt eine Tir na mBan (Land der Frauen) und eine Tir na nInghen (Land der Mädchen), Urheimat der großen Mutter, wie auch der Kessel der Wiedergeburt und die Quelle der Gesundheit Symbole des uterus mundi, also des weiblichen Schöpfungsprinzipes sind (Grosse 1983). Diese Idee des keltischen Eden ist ein Zeugnis für die ursprünglich matriarchale Bestimmtheit keltischen Denkens und für die bedeutsame Position der Frau in der keltischen Gesellschaft.
In der frühirischen Dichtung Sergligi Con Culaind(Cuchulainns Krankenlager) liegt die andere Welt im Traum und der Vision; wobei der Betroffene den Verstand verliert und von Sinnen ist, weil er als Lebender und nicht-Eingeweihter den Eindrücken der Anderswelt nicht standhalten konnte.

Transformation und Heilung

Die keltischen Vorstellungen von Gesundheit, Fruchtbarkeit und Heilung sind meist mit Pflanzen, Quellen und Einwirkungen der Otherworld verbunden. Die Vermittlung zwischen den Kräften und Welten ist Aufgabe der Druiden. Die Gesundheit einzelner Personen, wie zum Beispiel des sakralen Königs, ist untrennbar mit mit der Verfassung des Landes verknüpft. Bei der Auswahl des richtigen Kandidaten wandten die Druiden Rituale an, die eine Vision des zukünftigen, möglicherweise noch ungeborenen Königsanwärters ermöglichten, wie z.B. der tarbfais (Stierschlaf). Nach dem rituellen Verzehr eines geopferten Stieres legt sich der Druide zum Schlaf nieder und im Traum erscheint der zukünftige rechtmässige König.
Die Übergabe der Herrschergewalt geschieht durch die rituelle Hochzeit mit der Allegorie der Muttergöttin, d.h. der Souveränität des Territoriums, die in der Anderswelt wurzelt. Die rechtmäßige Herrschaft bringt Gesundheit, Fruchtbarkeit und Wohlstand. Mensch, Vieh und Pflanze gedeihen durch ihren positiven magischen Einfluß; Usurpation, ein physischer oder, schlimmer noch, moralischer Makel des Königs bewirken das Gegenteil. Der ungerechte Richterspruch löst buchstäblich die Grundfesten: Das Haus in dem er gesprochen wurde, rutscht den Hügel hinunter. (Botheroyd 1992).
Nach der zweiten Schlacht von Mag Tuired, die von den die Ordnung und Verstandeskräfte symbolisierenden Tuatha de Danaan gegen die die rohen Naturkräfte verkörpernden Fomoraigh gewonnen worden ist, prophezeit die Göttin Morrigan ein zeitloses Szenario, das mit dem Verlust der sakralen Herrschaft einhergeht. Die reine Verstandesherrschaft, ohne eine Verbindung mit den harmonisierenden Kräften der Anderswelt, verkehrt sich nach einer Zeit des Erfolges in einen Zustand des groben Materialismus und der Anomie:

Ohne Blüten der Sommer,

Das Vieh ohne Milch.
(…) Ohne Könige Raubkrieg
…Wald ohne Wipfel,
fischlose See…
Pervers urteilen Greise,

Lügnerisch Richter,
Jeder Mann ein Verräter,
Jeder Sohn ein Räuber.
(Lautenbach 1991)

Die körperliche Unversehrtheit des sakralen Königs ist Gegenstand einer anderen Episode derselben frühirischen Dichtung, die viele Elemente keltischer Heilungsvorstellungen beinhaltet. Im Kampf gegen die Fir Bolg verliert Nuada, der König der Tuatha de Danaan eine Hand. Obwohl Dian Cecht, der Arzt der Tuatha de Danaan eine siberne Prothese anfertigt, ist die Königswürde verloren. Aber dessen (Dian Cechts) Sohn Miach fand das nicht gut. Er ging und sah sich die Hand an und besprach sie.(…) Und er heilte sie in neun Tagen und Nächten. Aus nicht näher ausgeführten Gründen ist Dian Cecht über die Intervention seines Sohnes aufgebracht. Er fügt dem Sohn vier Kopfverletzungen mit wachsender Schwere zu, von denen die ersten drei von Miach geheilt werden können. Die finale Wunde spaltet Miachs Gehirn; eine Verletzung die unheilbar ist. Markale bewertet diese ausführliche Darstellung schwerer Kopfverletzungen als einen Hinweis zur Erklärung der keltischen Sammelleidenschaft: Nur der Gegner, der seinen Kopf verloren hatte, konnte mit Sicherheit nicht widerbelebt werden.
Miachs Tod folgen weitere wichtige Details keltischer Heilungsvorstellungen: Darauf wurde Miach von Dian Cecht bestattet, und 365 Kräuter wuchsen aus seinem Grab (…). Da breitete Airmed (Miachs Schwester) ihren Mantel aus, zog die Kräuter heraus und ordnete sie nach ihren Eigenschaften. Doch Dian Cecht kam herbei und warf die Kräuter durcheinander, so daß niemand mehr die ihnen eigentümlichen Heilkräfte kennen kann, es sei denn der heilige Geist (an Spirut) belehre ihn darüber. (Lautenbach 1991, 54f)

Der christianisierte Schreiber des Mittelalters bestätigt damit, daß ein umfangreiches Wissen über die Anwendungsmöglichkeiten der Pflanzen absichtlich verborgen worden war. Dian Cecht und seine drei Kinder verhelfen den Verwundeten der Tuatha de Danaan zu neuer Lebenskraft und strahlender Gesundheit am nächsten Tag. Sie besprachen die Tipra Slaine, die Quelle der Gesundheit, mit Zauberformeln; sie warfen die Schwerverwundeten und Gefallenen hinein- und die stiegen wieder heraus und waren wieder lebendig. Die tödlich Verwundeten wurden wieder gesund durch die magische Kraft der Beschwörung aus dem Munde der vier Ärzte, die rund um die Quelle standen.(…) Ein anderer Name für diese Quelle ist Loch Luibe (Kräutersee), weil Dian Cecht alle Pflanzenarten, die in Irland wuchsen hineingeworfen hatte. (Lautenbach 1991). Plinius schildert verschiene Rituale, die mit dem Sammeln von bestimmten Pflanzen verbunden sind, unter anderem die Ernte von Misteln (ir. uileiceadh = Allheilmittel), deren tumorhemmende und blutdruckregulierende Wirkung durch die moderne Medizin nachgewiesen ist.
Die Gallier glaubten, daß die Mistel, als Getränk genossen, unfruchtbaren Tieren ihre Fruchtbarkeit zurückgibt und ein Heilmittel gegen alle Arten von Gift darstellt. (Plinius d.Ä. XVI,249).
In der Erzählung Der Rinderraub von Cualgne schildert der anonyme Autor, wie während des Zweikampfes von Cuchulainn und Ferdead mehrere Druiden eintreffen: Sie legten Heilkräuter und Pflanzen auf ihre Wunden und besprachen sie mit magischen Formeln zur Genesung. Am nächsten Tag bringen sie Zaubertränke und sprechen Zauberformeln über die blutenden Wunden, um den Blutverlust und die tödlichen Schmerzen zu lindern. Die Heilung durch Pflanzen ist vermutlich immer mit dem Sprechen von magischen Formeln verbunden gewesesen: Die alte Vorstellung, daß jede Krankheit auch eine Krankheit der Seele ist, stellt einen Grundbestandteil des keltischen Denkens (..) dar.(Markale 1987). Die in einer gewalttätigen Auseinandersetzung erworbenen Verletzungen können sicher nicht als psychosomatisch im engeren Sinne gewertet werden, dennoch ist der seelische Beistand förderlich für die Genesung. Die Verwendung der pflanzlichen Heilmittel ist in den mythologischen Kontext eingebettet und letztlich nicht von den religiösen Vorstellungen der Kelten trennbar.

Der Bezug der Kelten zu Tieren und Pflanzen, der auch in der keltischen Kunst ständig präsent ist, ermöglicht einen Vergleich mit schamanistischen Praktiken symbolischer Verwandlung und ritueller Verwendung von Kraftpflanzen. Die Verwandlung von Menschen in Tiere und Planzen, und auch umgekehrt die Transformation von anderen Lebensformen in menschliche Wesen haben eine zentrale Position in der keltischen Kultur. Die religiös bedingte Achtung, die die Menschen für Tiere empfanden, wird vor allem daraus deutlich, daß die Götter in halb tierischer Gestalt dargestellt wurden. Ein Motiv, das in vielen keltischen Mythen zu finden ist, ist das der magischen, verzauberten Tiere, die eigentlich teils Götter, teils Menschen sind. Ein Charakteristikum all dieser Geschöpfe ist es, daß nur ihre äußere Gestalt sich verändert hat; sie denken nach wie vor wie Menschen und können oft auch weiterhin sprechen, das heißt, sie wechseln ihre Haut wie vergleichbare Geschöpfe in der nordischen Mythologie. (Green 1994).

Der enge Kontakt des Schamanen mit den Pflanzen findet eine Parrallele in druidischen Pflanzenritualen, und auch die Archäologie bestätigt die kultische Verwendung von Pflanzen. Der Weltenbaum der Schamanen ist meist die Birke. Der in einer reich ausgestatteten Grabkammer, um das Jahr 550 v.u.Z beerdigte Fürst von Hochdorf trug eine konische Kopfbedeckung aus Birkenrinde, wenngleich der materielle Standard des Grabhügels ohne weiteres eine kostspieligere Kopfbedeckung ermöglicht hätte.
Obwohl es zu diesem Hut bisher keine Vergleichsstücke gibt, deuten doch Hinweise darauf, daß er in der damaligen Zeit ein durchaus üblicher Kopfschmuck war.(..) Der Hochdorfer Hut zeigt aber meines Erachtens ganz deutlich – ergänzt durch das beobachtete Fehlen eigentlicher Waffen-, daß der hier bestattete Kelte kein Krieger im eigentlichen Sinn war. (Biel 1995). Die keltische Gesellschaftsstruktur legt den Schluß nahe, daß der Fürst eventuell ein Mitglied der Priesterklasse war. Unter der bronzenen Liege in der Grabkammer fanden sich Reste von Blüten und Blütenpollen. Sie wurden als Hasel, Witwenblume, Thymian, Rotklee und Wegerich bestimmt. Diese Funde könnten eine Inkarnation durch die magische Lebenskraft der Blüten in der Anderswelt versinnbildlichen. Das Motiv der Geburt aus den Blüten von bestimmten Pflanzen ist in der keltischen Mythologie weit verbreitet. Im Cad Goddeu (Die Schlacht der Bäume) von Taliesin finden sich ebenfalls Hinweise für ein Transformationsritual in dem Blüten eine Rolle spielen:

Als ich geschaffen wurde,

formte mein Schöpfer mich

aus der Frucht der Früchte

aus den Stockrosen und den Blumen der Hügel

aus den Blüten der Bäume und Sträucher

aus den Blüten der Nessel (….)

ich war verzaubert von Gwyddyon (…)

Im weiteren Verlauf der Erzählung nimmt Gwyddyon, der Magier-Druide par excellence, selbst die Gestalt einer Birke an: Im schamanischen Ritual geschieht die Transformation sicher nicht auf der Ebene der materiellen Wirklichkeit, aber dennoch auf der Ebene der psychischen Wirklichkeit und Erfahrung.
Die numinose Bedeutung des Haselzweiges (corylus avellana), die keltische Bezeichnung ist coll und repräsentiert die Zahl neun, ist durch weitere Funde und Textpassagen belegt. Mac Cuill, „Sohn des Hasels ist einer der drei Könige der Tuatha de Danaan, Gatte der Banba, einer der drei Verkörperungen Irlands. Hier besteht eine echte Hierogamie (sakrale Verbindung), deren Zweck die Fruchtbarkeit des Landes ist. Botheroyd 1992). Im Fürstengrab von Hohmichele befand sich ein Schälchen mit Haselnüssen; sie dürften als Symbol für das Leben schlechthin gegolten, und auf ein Weiterleben in der Anderswelt hingewiesen haben. In Ashill (Norfolk) sind in einem Quellschacht Urnen versenkt worden, die sorgfältig in Haselblätter eingebettet waren. Der Zusammenhang zwischen der Quelle und dem Haselbusch wird in der irischen Mythologie beschrieben: Die Quelle der Weisheit ( Tipra na heicsi) ist von neun Haselbäumen der Weisheit (cuill n-ecsi) und poetischen Inspiration (imbois) umstanden, die gleichzeitig blühen und Früchte tragen. Die Quelle ist fon muir(unter dem Meeresspiegel) lokalisiert. Die Nüsse fallen in die Quelle, färben sie rötlich und lassen rote Blasen im Wasser aufsteigen. Lachse fressen die Nüsse und werden dadurch zu Lachsen des Wissens (iaich fis); sie schwimmen die Flüsse hinunter, die aus der Quelle entspringen. So gelangen sie in die Welt der Menschen, und wer einen dieser Lachse fängt und ihn verzehrt, wird hellsehend und hat druidisch-dichterische Inspirationen. (Lautenbach 1991). Eventuell besteht ein Zusammenhang mit den Hochdorfer Funden. In einem Täschchen auf der Brust des Toten von Hochdorf-Eberdingen fanden sich drei Angelhaken. Die Haken sind für recht große Fische bestimmt.(…) (Sie) mögen für unseren Toten eine besondere persönliche Bedeutung gehabt haben (..).Biel 1995) Die Anzahl der Haken hat widerum eine symbolische Bedeutung, ob sie die Suche nach Wissen, wie in der Mythe beschrieben andeuten, muss letzendlich offen bleiben. Weiterhin war ein Teil der Grabkammer mit roten Textilien verhängt (Banck-Burgess 1998); die Farbe rot symbolisierte die Anderswelt.

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Die Erzählung Cuchulainns Krankenlager trägt ebenfalls Züge des schamanischen Weltbildes: Die Ursache des Leidens entspringt der Anderswelt, und kann nur durch eine Vermittlung der Druiden mit den jenseitigen Ursachen geheilt werden. Nachdem Cuchulainn zur Zeit des Samhainsfestes Schwäne, die als tabuisierte Boten der Anderswelt gelten, mit einem Speer attackiert hatte, schlief er ein. Da sah er zwei Frauen auf sich zukommen. Die eine von ihnen hatte einen grünen Mantel um, die andere war in einen fünffach gefalteten purpurnen Mantel gehüllt. Die Frau im grünen Mantel trat auf ihn zu, lächelte ihm zu und versetzte ihm einen Schlag mit einer Pferdepeitsche. Und auch die andere kam zu ihm heran, lachte ihn an und schlug ihn in der gleichen Weise. Und so trieben sie es eine lange Zeit weiter: beide schlugen ihn immer abwechselnd bis er halbtot war. Dann verließen sie ihn. Als er erwacht, kann er kein Gespräch mehr führen. Der Angriff auf die sakralen Tiere war damit vergolten. Der Zustand der geistigen Verwirrung hält ein Jahr lang an. Am nächsten Samhain richtete (er) sich im Sitzen auf und begann zu sprechen: Ich hatte eine Vision, sagte er, letztes Jahr um Samhain… Im weiteren Verlauf der Erzählung begegnet Cuchulainn den Frauen wieder, die ihn bitten eine Aufgabe in der Anderswelt zu erfüllen. Cuchulainn lebt mit den Frauen der Anderswelt zusammen, und es entwickelt sich ein Eifersuchtsdrama zwischen Fand, einer Frau der Sidhe, und Cuchulainns grobstofflicher Gattin Emer, wobei zuletzt Emer und Cuchulainn den Verstand verlieren. Die zunächst unbeteiligte Emer wird also durch den Kontakt mit dem Wahnsinnigen in die Geschehnisse der anderen Welt miteinbezogen.
Emer aber ging zu Conchobar nach Emain und berichtete ihm, wie es mit Cuchulainn stand. Conchobar schickte die Dichter, Handwerker und Druiden aus Ulster auf die Suche nach ihm; sie sollten ihn in Gewahrsam nehmen und ihn nach Emain bringen. Cuchulainn versuchte, die Handwerker umzubringen. Die aber sangen ihm magische Druidenbeschwörungen entgegen, so daß ihm Hände und Füße festgehalten werden konnten, bis er wieder zu Verstand kam. Er bat sie daraufhin um einen Trunk. Die Druiden reichten ihm einen Trank des Vergessens. Sobald er den getrunken hatte, verschwand Fand und alles, was er getan hatte, aus seinem Gedächtnis. Und Emer wurden Vergessenstränke gegen ihre Eifersucht eingeflößt, denn sie war nicht besser dran als er.(Lautenbach 1991). Diese Szene zeigt ein prinzipiell gleiches Vorgehen, wie in der gegenwärtigen Psychotherapie : Heutige Psychotherapeuten sprechen eher als daß sie singen, und wenden Psychopharmaka als moderne Version der Vergessensttränke an.; ganz offensichtlich handelt es sich bei der druidischen Behandlung um eine Verschränkung von Psycho- und Somatotherapie, die in engem Zusammenhang mit religiösen Vorstellungen steht.

Literatur

Banck-Burgess, J.(1998) Kostbare Stoffe im Fürstengrab. (Prähistorische Textilien).
Archäologie in Deutschland 1/98.

Biel, J. (1995) Der Keltenfürst von Hochdorf. Stuttgart: Theiss.

Botheroyd, S. & P. (1992). Lexikon der keltischen Mythologie. München: Diederichs.

Dittrich, A. & Scharfetter, C. (Hrsg.)(1987). Ethnopsychotherapie. Stuttgart: Enke.

Green, M.J. Keltische Mythen. Übers. Müller,M. Ditzingen 1994.

Grosse, R. Der Silberkessel von Gundestrup. Dornach 1983. (Zweite, wesentlich
veränderte Auflage)

Haffner, A. (Hrsg.) (1995). Heiligtümer und Opferkulte der Kelten
Sonderheft der Zeitschrift Archäologie in Deutschland Stuttgart: Theiss.

Hofstätter, H.H. (1965). Symbolismus und die Kunst der Jahrhunderwende. Köln: DuMont.

Lautenbach, F. (1991). Der keltische Kessel. Wandlung und Wiedergeburt in der
Mythologie der Kelten. Stuttgart: Urachhaus

Markale, J.(1972) La femme celte. Paris: Editions Bayot
Die keltische Frau. Übers. Wieland Grommes.
Gütersloh 1984

Markale, J. (1987) Le Druidisme- Traditions et Dieux des Celtes. Paris: Editions Bayot
Die Druiden. Übers. Beatrice Bludan und Wieland Grommes.
Gütersloh 1989.

von Ranke-Graves, R. (1981). Die weiße Göttin- Sprache des Mythos. Berlin: Medusa.

Le Roux, F., Guyonvarc`h, C.J. (1997). Die hohen Feste der Kelten. (Übers.: Christian
Schweiger) Engerda: Arun. Titel der Originalausgabe: Les fetes celtique. Editions Ouest-
France, Rennes.

Quelle: http://www.dieneueenergiebewegung.de/shares/content/?conId=281

Gruß an die Schöpferkraft

TA KI

 

Jahr „0“ bis 1928 – Teil 2.


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0 (Dr. Andrija Puharich / Phyllis Schelmer: Das Wesen namens Tom sprach 1974 durch Phyllis bezüglich der Einflußnahme der Außerirdischen von Hoova auf die Menschheitsentwicklung): Der nächste Eingriff war die Inkarnation Jehovas als Jesus Christus von Nazareth, der seinem Volk ein Beispiel für den Menschen in der nächsten Phase der Evolution und für das Prinzip der Liebe gab. Er wurde nicht verstanden. Als der Aufstand der Juden gegen die römischen Besatzer, ihr Versuch, wieder einen Staat der alten Größe zu schaffen scheiterte, wurden sie unter alle Völker vertrieben, mit denen sie ihr Wissen, ihren Erfindungsgeist und die Schönheit ihrer Künste teilten, ohne noch einmal den gleichen Fehler zu machen, ihre Identität aufzugeben. (Hesemann: UFOs: Die Kontakte, S. 161)
312 Kaiser Konstantin erschien auf dem Marsch in Richtung Italien, am frühen Nachmittag „das Zeichen des Kreuzes“, gebildet vom Lichte, mit einer Inschrift versehen: >In hoc signo vinces< (in diesem Zeichen wirst Du siegen). Dieses Zeichen wurde vom gesamten Heer gesehen. Das Kreuz wurde sein Banner. Es war der Auslöser für Konstantin zur Einigung des römischen Reiches und zur Einführung des Christentums als Staatsreligion. (Johannes v. Buttlar, Drachenwege, S. 56)
540-592 Das Oströmische Reich wird von der Beulenpest heimgesucht. Diese Pest war eine der verheerendsten Pestepidemien in der Geschichte, und viele Menschen jener Zeit hielten sie für eine Strafe Gottes. Das Wort „Pest“ leitet sich von dem lateinischen Wort für „hauchen“ oder „verwunden, verletzten kränken“ ab. Die Pest wurde daher auch „Gottesplage“ genannt, d.h. Hauch oder Schlag, den Gott schickt. Einer der Gründe, warum die Menschen glaubten, die Pest käme von Gott, war, daß bei Ausbruch einer Pestepidemie häufig Erscheinungen am Himmel beobachtet wurden. Ein Chronist der justinianischen Pest war der berühmte Historiker Gregor von Tours, der eine Reihe ungewöhnlicher Ereignisse aus den Pestjahren schriftlich festhielt. Gregor berichtet, daß kurz bevor die justinianische Pest 567 n. Cr. die Auvergne erreichte, drei oder vier helleuchtende Lichter rings um die Sonne zu sehen waren, und der Himmel in Flammen zu stehen schien. Möglicherweise hat es sich dabei nur um eine natürliche „Nebensonne“ gehandelt; es wurden in dieser Gegend jedoch auch noch andere ungewöhnliche Himmelserscheinungen wahrgenommen. So berichtet ein Historiker von einer ähnlichen Begebenheit, die sich 23 Jahre später in einem anderen Teil Frankreichs zutrug, in Avignon. Es wurden „seltsame Erscheinungen“ am Himmel gemeldet, und die Erde war nachts bisweilen taghell erleuchtet. Kurz darauf brach hier die Pest aus. Gregor berichtete von einer Erscheinung in Rom, die wie ein riesiger „Drachen“ aussah, der durch die Stadt hinunter ans Meer schwebte, worauf unmittelbar danach eine schwere Pestepidemie ausbrach. Bei solchen Berichten drängt sich ein graueneinflößender, unvorstellbarer Gedanke auf:

daß die justinianische Pest durch Mittel der biologischen Kriegsführung verursacht wurde, die durch Flugkörper der „Herrgötter“ verbreitet wurden.

Das würde eine Wiederholung ähnlicher Seuchen bedeuten, wie sie in der Bibel und in alten mesopotamischen Texten geschildert werden. (William Bamley, Die Götter von Eden, S. 161-162)

553 Nach langem Streit wird die Philosophie von Origenes aus Alexandria (ca. 253) auf dem 5. allgemeinen Konzil zu Konstantinopel als nicht rechtgläubig verurteilt. (Werner Stein, Der große Kulturfahrplan) Der Glaube an die Reinkarnation und an den Kreislauf der Wiedergeburt war ein grundlegender Glaubenssatz in der römisch-katholischen Kirche bis zum Jahre 553 AD, als in der Synode von Konstantinopel entschieden wurde, dieser Glaube könne nicht existieren. Sie verdammte die Lehren der Reinkarnation als Ketzerei, und zu diesem Zeitpunkt geschah es, daß Hinweise auf diesen Glauben aus der Bibel entfernt wurden. Christliche Kirchen behaupten heute, daß die Lehre von der Reinkarnation dem Urchristentum fremd gewesen wäre und erst nachträglich von Anhängern des griechischen Philosophen Pythagoras in die christliche Lehre eingebracht worden sei. Daraufhin hätte sich die Kirche veranlaßt gesehen, dies als Irrlehre auf einem Konzil zu verurteilen (Hermann Bauer, Wiedergeburt).
622 Mohammed wandert von Mekka nach Medina aus: dieser Hidschra genannte Auszug ist Beginn der islamischen Zeitrechnung. Begleitet von Visionen und Halluzinationen sowie unter physischen Schmerzen brach die neue „Offenbarung“ – wie die Moslime sie nennen – mit unwiderstehlicher Gewalt und unverfälschter Echtheit über Mohammed herein. Auf die Weisung eines göttlichen Boten, des Engels Gabriel hin, begann der 40 Jahre alte Reformer die grundlegenden und neuen Vorstellungen seines Glaubens zu predigen. (Prof. Federico Peirone, Islam, S. 40) Gott ist der Herr des Himmels und der Erde. Es ist die Pflicht des Menschen, ihm zu gehorchen, und zwar um so mehr, als er in seiner Barmherzigkeit seine Boten zum Wohl der Menschheit herabgesandt hat. Gott ist unumschränkter Herrscher und Ursprung aller Gesetze, der religiösen wie der zeitlichen. Alle Offenbarungen des Willen Gottes an die Menschen sind gesammelt und niedergelegt in den geoffenbarten Büchern. (Prof. Federico Peirone, Islam, S. 26)
776 Karl (der Große) führte Krieg gegen die heidnischen Sachsen auf dem Gebiet des heutigen Westfalen. Ein „himmlisches Zeichen“ (laut Annales regni Francorum) kam den Franken zur Hilfe, als sie in einer Burg von den Sachsen belagert wurden. Man sah zwei Rundschilde, die sich rötlich flammend über der Kirche bewegten. Als die Heiden dies sahen, gerieten sie sogleich in Panik und flohen. Erscheinungen dieser Art begleiteten ihn in den Beginn einer neuen Epoche europäischer Geschichte. (Johannes v. Buttlar, Drachenwege, S. 56)
9tes Jh. Der französische Geistliche Agobard, Erzbischof von Lyon, beschrieb möglicherweise Besuche außerirdischer Raumschiffe, als er im 9. Jahrhundert bemerkte, Mitglieder seiner Gemeinde behaupteten, ihre Gegend werde von „Seeleuten aus der Luft“ heimgesucht, die auf Schiffen in den Wolken ankämen und Obstgärten und Weizenfelder plünderten. (Time-Life Bücher, Geheimnisse des Unbekannten, Die UFOs, S. 14)
1171 ca. Dr. Andrija Puharich / Uri Geller: In einer weiteren Hypnosesitzung nannte die Stimme (die durch Geller sprach) das Raumschiff Spektra als ihre Herkunft – ein riesiges Mutterschiff, das sehr weit von der Erde entfernt stationiert sei. Ein anderes Mal wurde gesagt, es sei seit 800 Jahren in der Nähe der Erde stationiert. Die Stimme sagte weiter: „Unsere Computer studieren jeden auf der Erde“. (Hesemann: UFOs: Die Kontakte, S. 157/58, Hypnosesitzung mit Uri Geller, siehe 1971, 5.12.)
1300 Da sich anscheinend die UFO-Sichtungen in dieser Zeit häuften, erließ der Papst in diesem Jahrhundert ein Dekret, welches die Berichte von solchen „fliegenden Dingen“ bei Strafe verbot. (Der Pandora Aspekt, Elian Lian, Seite 17)
1347-1350 Die Schwarze Pest oder der Schwarze Tod grassierte zum ersten Mal in Europa. Auch danach wurde Europa noch bis zum 17. Jahrhundert alle zehn bis zwanzig Jahre von kurzen Ausbrüchen der Lungenpest heimgesucht, wobei die Zahl der tödlich verlaufenden Krankheitsfälle immer mehr zurückging. Sehr viele Menschen aus ganz Europa und anderen von der Pest heimgesuchten Regionen der Welt berichteten nämlich, daß Pestepidemien durch übelriechende „Nebel“ verursacht worden seien. Diese Nebel traten häufig nach ungewöhnlich hellen Lichtern am Himmel auf. Auf den ersten Ausbruch der Pest folgten eine Reihe ungewöhnlicher Ereignisse. Zwischen 1298 und 1314 wurden über Europa sieben große „Kometen“ gesehen; einer war von „grauenerregender Schwärze“. Ein Jahr vor dem Ausbruch der Epidemie in Europa wurde eine „Feuersäule“ über dem Papstpalast in Avignon in Frankreich gesichtet. Zu einem früheren Zeitpunkt jenes Jahres beobachtete man einen „Feuerball“ über Paris; er soll eine Zeitlang sichtbar gewesen sein. Die Menschen von Europa betrachteten diese Erscheinungen als Omen für die Pest, die bald darauf ausbrach. Schon während der ersten Pestepidemien in Asien wurden der Schwarze Tod und ungewöhnliche Himmelserscheinungen miteinander in Verbindung gebracht. Beschreibungen von Stürmen und Erdbeben, von Meteoren und Kometen, die schädliche Gase hinter sich zurückließen, durch welche die Bäume verdorrten und das Land unfruchtbar wurde.
1479 „In Arabien wurde ein Komet gesehen, der die Form eines sehr spitzen Holzbalkens hatte……“ Die dazugehörige Illustration, die sich auf Augenzeugenberichte stützt, zeigt etwas, das ganz offensichtlich wie die vordere Hälfte einer Rakete zwischen einigen Wolken aussieht. (Conrad Lycosthenes, „Eine Chronik der Wunder und Omen, die jenseits der richtigen Ordnung, Vorgänge und Abläufe in der Natur liegen, in den höheren wie in den niederen Regionen der Erde, vom Anfang der Welt bis heute“, S. 494)
1561/66 Zu den weiteren Wahrnehmungen merkwürdiger Himmelserscheinungen in der fernen Vergangenheit gehört auch ein spektakuläres Ereignis über der Stadt Nürnberg im April 1561; dort erschienen damals Kugeln und runde Scheiben am Himmel und führten ein regelrechtes Luftballett auf. Einwohner von Basel in der Schweiz beobachteten fünf Jahre später ein ähnliches Schauspiel. Nach zeitgenössischen Berichten war der Himmel plötzlich mit großen schwarzen Kugeln übersät, die mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Sonne oder umeinander herum flogen. So schnell und geheimnisvoll, wie sie aufgetaucht waren, verfärbten sie sich dann feuerrot und verschwanden. (Time-Life Bücher, Geheimnisse des Unbekannten, Die UFOs, S. 15) Nebenstehend die Illustration seltsamer kugelförmiger Körper, die man im Juli und Anfang August des Jahres 1566 über Basel in der Schweiz beobachtet hat. Sie wurden von Samuel Coccius, einem Augenzeugen, als große schwarze Kugeln beschrieben, die auf die Sonne zurasten und sich gegeneinander wandten, als ob sie in einen Kampf verwickelt wären.
1661 Nov. Tibet: Der Jesuitenpater Albert d`Orville sieht in Lhasa ein UFO. Ein Lama, der es auch gesehen hat, sagte zu ihm: „Seit langer Zeit befahren Wesen von anderen Welten die Meere des Raumes und brachten geistige Erleuchtung den ersten Menschen, welche die Erde bevölkert haben. Diese Wesen werden von uns stets freundlich empfangen und landen oft in der Nähe unserer Klöster, wo sie uns lehren und Dinge enthüllen, die in den Zeiten der Kataklysmen, (Überschwemmungen) verlorengingen…“ (Johannes von Buttlar: Zeitriß, Seite 91-92)
1665 10.4. Der Gelehrte Erasmus Francisi berichtet in seinem 1500 Seiten umfassenden Werk „Mysteriöse Erscheinungen“ über UFO-Sichtungen. (Johannes von Buttlar: Zeitriß, Seite 90)
1776 1.5. Dr. Adam Weishaupt (1748-1830), Professor für katholisches Kirchenrecht an der Universität Ingolstadt gründet den Illuminatenorden. Weishaupt – von Geburt Jude, der später zum Katholizismus konvertierte – brach mit dem Jesuitenorden, dem er als Priester angehörte. (Des Griffin, Wer regiert die Welt, S. 28) Sein erklärtes Ziel war die Errichtung eines »Novus Ordo Saeclorum«, einer neuen Weltordnung beziehungsweise einer neuen Weltregierung. Der Name »Illuminati« ist von dem Wort Luzifer (Lichtbringer) abgeleitet. Die neue Weltordnung sollte erreicht werden durch:  

Abschaffung jeder ordentlichen Regierung,
Abschaffung des Privateigentums,
Abschaffung des Erbrechts,
Abschaffung des Patriotismus,
Abschaffung aller Religionen,
Abschaffung der Familie. (Des Griffin, Wer regiert die Welt, S. 34)

Es gibt in diesem Zusammenhang eine interessante Aussage von Bill Hamilton auf einem Vortrag mit William Cooper und John Lear. Diese Personen haben zusammen das Alien-Szenario untersucht. Cooper ist ein ehemaliger Geheimdienstler, dessen Aufgabe es war, hochrangige Offiziere über die Außerirdischen-Projekte zu informieren, bevor er sich aus Gewissensgründen entschloß, an die Öffentlichkeit zu gehen. Hamilton sagte auf diesem Vortrag, daß Jahrhunderte zurück eine Geheimgesellschaft, die Illuminaten einen Pakt mit einer außerirdischen Nation (die Grauen) schlossen, die sich innerhalb der Erde versteckt halten und daß die amerikanische Regierung 1933 den Pakt erneuert habe, um Menschen und Tiere für High-Tech einzutauschen. (Hamilton-Cooper-Lear-Lecture, CBR – UFO-Briefing, 3.3.90, Seite 1b)

1886 Als echten Beweis für das Vorhandensein unbekannter, vernunftbegabter Kräfte im Kosmos wertete Konstantin Eduardowitsch Ziolkowski (Vater der sowjetischen Weltraumfahrt) eine geometrische Figur und eine menschliche Gestalt, die er am Himmel ausgemacht hatte. (Quelle: Spiegel 1989/42 bzgl. Woronesch)
1897 23.4. Alexander Hamilton, ein Farmer, erzählte einem Reporter von einem kolossalen, 100 Meter langen Luftschiff, das am 23. April 1897 auf seinem Grund in der Nähe der Kleinstadt Yates Center in Kansas gelandet sei. Als er und zwei andere neugierig zu der Stelle gelaufen seien, hätten sie in der Glaskanzel des Luftschiffs „sechs der seltsamsten Wesen gesehen, die man sich vorstellen kann. Sie unterhielten sich plappernd, aber wir verstanden kein Wort von dem, was sie sagten.“ Dann habe sich das Schiff wieder in die Luft erhoben, unter Mitnahme einer von Hamiltons Kühen. Eine Zeitlang schwebte es noch über der Farm, dann entschwand es. Tags darauf fand ein Farmer in einiger Entfernung die Haut, die Beine und den Kopf der entwendeten Kuh. Hamilton: „Nachdem ich die Haut anhand meines Brandzeichens identifiziert hatte, fuhr ich heim. Aber vor dem Einschlafen sah im immer dieses vermaledeite Ding mit seinen großen Lichtern und den gräßlichen Menschen vor mir. Ich weiß nicht, ob sie Teufel oder Engel oder sonst etwas waren, aber wir haben sie alle gesehen.“ (Time-Life Bücher, Geheimnisse des Unbekannten, Die UFOs, S. 23)
1908 30.6. Atombombenexplosion in Sibirien (ein Meteorit wird ausgeschlossen). Prof. Aleksei Zolotow fand auf seiner Forschungsreise durch die Taiga Aufzeichnungen Überlebender. Sie hatten unmittelbar vor der Explosion am Himmel einen zylinderförmigen Flugkörper beobachtet, der mehrmals die Richtung änderte. (Bild Zeitung: Sept. 90, Atombombenexpl. 37 Jahre vor Hiroschima)
1909-1913 Ein Jahr nach dem Ereignis von Tunguska erlebte die Welt ihre erste größere Welle von UFO-Beobachtungen. Diesmal handelte es sich um ein internationales Phänomen, denn zwischen 1909 und 1913 kamen Berichte aus Europa, Nordamerika, Südafrika, Japan, Neuseeland und anderen Gebieten der Erde. Den Anfang machte Südwestengland, wo mehrere Personen behaupteten, sie hätten bei Nacht ein großes, längliches Objekt mit einem hellen Licht hoch über sich am Himmel schweben sehen. (Time-Life Bücher, Geheimnisse des Unbekannten, Die UFOs, S. 25)
1917 13.10. Fatima, portugiesischer Wallfahrtsort: 50.000 Menschen sahen fassungslos zu, wie sich die Wolken teilten und den Blick auf eine riesige Silberscheibe freigaben, die sich wie eine Windmühle drehte und dabei über den Himmel tanzte. Das Objekt strahlte Wärme aus und einige Augenzeugen berichteten später, ihre durchnäßte Kleidung sei davon binnen Minuten getrocknet. Nachdem die kreisrunde Scheibe sich im Sturzflug der Erde genähert hatte, stieg sie wieder in den Himmel hinauf und verschwand zur Sonne hin. Mit diesem aufregenden Schauspiel erfüllte sich die Prophezeiung von drei Hirtenkindern, die behauptet hatten, mit der Jungfrau Maria gesprochen zu haben. Die Gottesmutter habe ihnen gesagt, sie werde sich am 13. Oktober auf eine solche Weise offenbaren, „daß jeder wird glauben müssen“. Die katholische Kirche erklärte dies zu einem Wunder… (Time-Life Bücher, Geheimnisse des Unbekannten, Die UFOs S. 25/26)  Die Hirtenkinder Jacinta Martos, Francesco und Lucia Santos erlebten insgesamt sieben Marienerscheinungen – jedesmal an einem Dreizehnten der Monate Mai bis Oktober. Die Kinder starben bald nach den Erscheinungen. Das Mädchen Lucia Santos ging in ein Kloster. sie hatte die empfangenen Botschaften schriftlich niedergelegt und dem zuständigen Bischof übergeben. Die dritte Botschaft – so Lucia – sollte vom Heiligen Vater erst im Jahr 1960 veröffentlicht werden. Das „dritte Geheimnis von Fatima“ wurde seinerzeit versiegelt an Papst Pius XII übergeben, der das Schriftstück verschlossen an das Heilige Officium weiterleitete. Im Jahr 1960 war Papst Johannes XXIII Herr der römischen Kurie. Lucias Brief wurde hinter verschlossenen Türen des päpstlichen Büros geöffnet. Erschüttert sagte Johannes XXIII: „Wir können das Geheimnis nicht preisgeben. Es würde eine Panik auslösen“. (Erich von Däniken, Wir sind alle Kinder der Götter, S. 263/268) 

Es wird behauptet, daß dieses Ereignis von Fatima Religion als ein falsches Konzept enthüllt. Das ist der Grund, warum der versiegelte Brief von der Katholischen Kirche unter Verschluß gehalten wird. Er würde das Glaubenssystem und die Macht der Kirche erschüttern. Mindestens ein Papst wurde ermordet, nachdem er beabsichtigte, den Menschen die Informationen zu enthüllen. (The leading Edge, No. 23, 1991, S. 52)

Die Ereignisse von Fatima wurden auf den Verdacht hin untersucht, daß es sich hierbei um eine Manipulation der Außerirdischen (den Grauen) handeln könnte. Eine Spionageaktion wurde ins Leben gerufen, um das Geheimnis zu lüften. Die USA benutzten ihre Vatikankontakte und erhielten schon kurze Zeit darauf die vollständige Studie, einschließlich der Prophezeiung. Diese besagte, daß, falls der Mensch sich nicht vom Übel abwenden und sich zu Füßen Christi setzte, der Planet sich selbst zerstören und die Ereignisse, wie in der Offenbarung der Bibel beschrieben, tatsächlich eintreten würden. Prophezeiung:

Ein Kind soll geboren werden, das die Welt mit einem Friedensplan und einer falschen Religion ab 1992 einigen sollte.
Gegen 1995 würden die Völker jedoch herausfinden, daß er (das Kind, das die Welt mit einem Friedensplan und einer falschen Religion einigen sollte) böse war und in Wirklichkeit der Antichrist sei.

Der Dritte Weltkrieg würde im Nahen Osten, mit einer Invasion Israels, durch eine geeinte arabische Nation, beginnen. Zunächst würden konventionelle Waffen eingesetzt.

1999: Der Krieg im Nahen Osten würde in einem Holocaust, durch den Einsatz nuklearer Waffen seinen Höhepunkt finden.
Bis 2003 würde der größte Teil des Planeten schrecklich leiden und das Leben weitgehend vernichtet werden.
2011 soll die Wiederkunft Christi stattfinden. (Milton William Cooper, Die geheime Regierung, S. 14)
1917 „… Ich habe Beweise gefunden, daß Geheimgesellschaften seit 1917 eine künstliche Bedrohung aus dem Weltraum planen, mit dem Ziel, die Menschheit in einer Weltregierung, genannt „die neue Weltordnung“ zusammenzubringen.“ (M.W. Cooper, Behold a pale Horse, S. 27)
1919 19.5. Gründung des Council on Foreign Relations in Paris im Hotel Majestic. (Der Pandora Aspekt, Elian Lian, Anhang)
1928 Ziolkowski entdeckt drei kyrillische Buchstaben am Horizont, die bedeuten „die Außerirdischen kennen ihre Freunde“. (Quelle: Spiegel 1989/42 bzgl. Woronesch)

Quelle: http://www.freezone.de/sde/sde0202.htm

Gruß an die Prophezeihungen

TA KI

Die Templer 7 von 7


7templer17templer2a7templer2b7templer37templer4Quelle: http://www.gralsmacht.com/wp-content/uploads/2011/08/654-artikel.pdf

Gruß an die Seele

TA KI

Die Erfindung des Christentums im 14.-16. Jahrhundert


Das haben Sie in der Schule ganz anders gelernt. Aber man konnte uns in der Schule keinen triftigen Grund nennen, warum sich gerade dieser komische Glaube im alten Rom gegen viel vergnüglichere Kulte oder viel intelligentere Philosophien hätte durchsetzen können.

 Eine kurze Skizze des Themas:raffael-die-schule-von-athen

 Der Jesuit Jean Hardouin hat behauptet, dass es vor dem Jahr 1300 kaum echte Schriften gab. Die Schriften der alten Kirchenväter seien spätere Fälschungen, die in frühe Jahrhunderte zurückdatiert wurden und deren Verfasser meist noch in Gebieten wie Nordafrika gelebt haben sollten, die inzwischen vom Islam erobert waren, so dass der Phantasie keine Grenzen gesetzt waren. Der mit der Geschichte Englands sehr vertraute Edwin Johnson folgte den Argumenten von Hardouin und konnte für Englands Geschichte nachweisen, dass es tatsächlich vor der Zeit Heinrichs VIII. kaum sichere Quellen gab und dafür viele offensichtlich später geschaffenen Werke aufgetaucht waren, deren Echtheit bezweifelt werden müsse, weil frühere Zeitgenossen und Gelehrte nichts von diesen Werken oder Geschehnissen wussten.

 Für den deutschen Sprachraum ist bekannt, dass die bedeutendsten Werke plötzlich in Klöstern aufgetaucht sein sollen, gefunden von genau den Humanisten, die so sehr auf deren Thematik spezialisiert waren, dass sie sich diese Bücher auch genauso gut selber ausgedacht und geschrieben haben konnten.

 Nach Edwin Johnson war das Christentum eine Erfindung von vordem militärischen Mönchsorden, die Europa gegen den Ansturm des Islam verteidigt hatten. Der Islam wäre also die älteste Religion, die sich auf eine Heilige Schrift stützt. Die Juden hätten die Idee der Mohammedaner aufgegriffen und sich mit den Büchern von Moses auch eine Buchreligion geschaffen.

 Nur den Griechen und Römern und übrigen Nordeuropäern fehlten brauchbare Schriften. Die Mönche fanden vor allem die heiligen Schriften der Juden ganz gelungen und suchten nach einem Trick, um sich deren religiöse Werke aneignen zu können. Natürlich ohne die komplizierten Gesetze beachten zu müssen und ohne die politischen Unruhen, die mit der noch im 13. Jahrhundert immer wieder aufflammenden Hoffnung der Juden auf das Erscheinen des Messias verbunden waren.

 Wir kennen den Dreh, mit dem die heiligen Schriften der Juden schließlich zur Heiligen Schrift der Christen wurden, die Ankunft ihres Messias in eine ferne Vergangenheit gerückt war, in der sie ihn nicht anerkannt hatten, und die Gesetze des Alten Bundes durch den Neuen Bund aufgehoben wurden.

 Unbeantwortet ist nur noch die Frage, wann genau sich die Erfindung des Christentums abgespielt hat.

 Möglicherweise im alten Rom des 4. Jahrhunderts oder sehr viel später, so dass die Kirche gezwungen war, wollte sie älter erscheinen als der Islam, einige Jahrhunderte vor dem Jahr 1300 mit der Hilfe ihrer Mönche in den Schreibstuben der Klöster mit erfundenen Geschichten der frühen Christen und Heiden zu füllen.

 So könnten im Laufe der Zeit ganze Bibliotheken mit alten Werken entstanden sein, nicht nur die Geschichte der christlichen Märtyrer, die Kirchenväter, sondern auch passend dazu die Werke alter römischer und griechischer Dichter und Denker und Historiker. Manches Problem, etwa mit der Überlieferung des Homer, wäre überwunden, wenn diese Werke erst von den Humanisten der Renaissance geschaffen und dann den alten Griechen und Römern zugeschrieben wurden. Die Aktualität der Gedanken des Aristoteles zum Zeitpunkt des Erstdrucks seiner jeweiligen Schriften braucht uns dann auch nicht mehr zu wundern.

 Aber ist die Geschichte nicht von den Historikern lückenlos erschlossen worden? In den Geschichtsbüchern sieht es auf den ersten Blick so aus, bis der kundige Leser sich selbst mit den Quellen näher beschäftigt. Da ergeben sich erstaunliche Erkenntnisse, etwa über Rom im 6. Jahrhundert laut einem Johannes Diaconus, angeblich aus dem 9. Jh.:

 Nur einen Mangel mußte der gelehrte Mönch bedauern: man konnte an der Kurie Gregors nicht Griechisch reden. Der Papst selbst bekannte, daß er nicht Griechisch verstand, und dies ist auffallend, da er doch so viele Jahre als Nuntius in Konstantinopel gelebt hatte; denn dort konnte er täglich Griechisch reden, wenn auch die höfische und offizielle Sprache noch immer die lateinische war. In Byzanz wiederum gab es niemand, der lateinische Schriften gut zu erklären wußte, und so sehen wir, wie vollständig die Entfremdung beider Städte voneinander und Roms von der klassischen Literatur der Griechen geworden war.

Ferdinand Gregorovius: Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter – Kapitel 63

 Da hätte ein Papst Gregor kein Griechisch gekonnt, obwohl jahrelang Nuntius in Konstantinopel. Dort habe der Hof aber Latein geredet und darum die lateinischen Schriften der alten Römer nicht gut zu erklären gewusst. Die Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter ist voll solcher Ungereimtheiten, die nur den Schluss erlauben, dass Papst Gregor wie seine Nuntiatur in Konstantinopel erfunden sind. Die Unkenntnis des Griechischen hält sich in Rom und ganz Italien bis zur Eroberung Konstantinopels durch die Türken. Erst die Flüchtlinge aus Griechenland scheinen in den folgenden Jahrzehnten und Jahrhunderten die Kunde von der großen Kultur und die Schriften der alten Griechen im ganzen christlichen Europa verbreitet zu haben. Vorher gab es die Schriften der alten Griechen vermutlich nicht und auch keine alten Römer, die sie gelesen und über sie geschrieben hatten, bis dann der berühmte Homer samt Sokrates, Platon und Aristoteles in Rom angeblich völlig vergessen worden sein mussten und auch aus Konstantinopel keines der alten Werke nach Rom kam oder vom Latein sprechenden Hof übersetzt werden konnte. Jedenfalls nicht bis zur Eroberung der Ewigen Stadt Konstantinopel durch die Türken, nach der die ins Exil geflohenen Griechen ihr Schwert mit der Feder tauschten und die ehrfürchtigen Europäer die große Kultur der Griechen lehrten.

 Der Papst Gregor müsste allerdings, wenn es ihn gegeben hat, der Kultur der alten Griechen auf ganz andere Weise verbunden gewesen sein:

 Gregor eroberte als »Konsul Gottes« auch das ferne britische Eiland für Rom. Es wird erzählt, daß er eines Tags, ehe er noch Papst war, auf dem Forum, wo man damals Sklavenmärkte hielt, drei schöne fremde Knaben zum Verkauf ausstellen sah, und, über ihre Herkunft belehrt, gerufen habe: »Angler, gleich wie Engel sind sie.« Er erlöste die Heimatlosen; von »apostolischem Geist« ergriffen, wollte er selbst als Missionar nach jenem Lande gehen, aber das römische Volk hielt ihn fest, und erst im Jahre 596 sandte er aus seinem Kloster eine Schar Mönche unter des Augustinus Führung nach der fernen, einst von den Römern beherrschten Insel ab. Ihr Erfolg war groß: Britannien, welches zwei Jahrhunderte früher vom Römischen Reich aufgegeben und dann von dem kraftvollen Volk der Angelsachsen erobert worden war, wurde durch ein einsames Kloster am Colosseum als neue, von Glaubenseifer glühende Provinz der orthodoxen römischen Kirche einverleibt. Gregor rief alte Erinnerungen herbei und nannte den König Adelbert und seine Gemahlin Adelberga den neuen Constantin und die neue Helena.

Gregorovius ebenda

 Da hätten also drei schöne Knaben auf dem Sklavenmarkt im christlichen Rom den Gregor an Engel und das noch unbekehrte Engelland erinnert.

Wer eigene Nachforschungen betreiben möchte, sei auf eine sehr interessante Website verwiesen, die in kurzer Form Hin- und Verweise zu unserem Thema enthält (ohne allerdings schon feste Resultate zu bieten):

 Bible (Old Testament. New Testament.) (was) is Fiction („historical Fiction“, etc.).

Jesus (was) is a Fictional character (not „historical“).

Paul (was) is a Fictional character. Etc.

Cristianism.com

 Sammlung denkwürdiger Stellen aus den heiligen Schriften:

 Compiled by Donald Morgan

 Die ältesten religiösen Gesetze dürften von Hammurapi stammen, falls wir unter religiösen Gesetzen nicht das Gebot eines eifernden Gottes (als Sprachrohr seiner um Opfer und Einfluss besorgten Priesterschaft) verstehen möchten, alle Anhänger anderer Götter abzuschlachten, sondern einen höheren moralischen Standard zugrunde legen.

 Codex Hammurapi

 ‚In the prologue [of the stela] Hammurapi [d. 1750 B.C.E. (king of Babylonia 1792 – 1750 B.C.E.)] states that the gods of old had predestined Babylon to be supreme in the world, and predestined him „to cause justice to shine in the land, to destroy the wicked and the evil, that the strong might not oppress the weak. “ ….It is significant that the authority of the law depends on its divine origin. This claim of divine origin made any infraction of the law an offense not only against the state or society but also against the divine order itself. The Bible is thus not the first way of life to claim divine authority, for the earliest books of the Bible date from long after Hammurapi’s Code. But laws like Hammurapi’s paved the way for mankind’s acceptance of Sacred Scripture as being of divine origin. Hammurapi’s claims did not stick, but ever since 621 B.C. [interesting date. source?], when the Law of Moses was once and for all time accepted as of divine origin, Scripture has stuck without interruption in Judaism, and subsequently in the daughter religions of Christianity and Islam. The success of the Bible has, in its rich prehistory, many an apparent failure, including the Code of Hammurapi.‘ [3].

Page 184

Merkwürdig bleibt, wie wenig Bezug die angeblich alte oder frühe Literatur auf diese erste Gesetzgebung nimmt. Der Verdacht, dass die Datierung des Codex Hammurapi und seines Urhebers gar nicht stimmen könnte, liegt ebenfalls nahe.

 Die Idee der Erbsünde

 Alle theologischen Fragen sind ein heikles Thema, weil es sich auf den ersten Blick um völlig absurde Kindereien handelt. Erst mit einem tieferen Blick lassen sich sinnvolle Gründe und Hintergründe erkennen. Am Beispiel der Erbsünde kann ich das kurz schildern:

 So, wie dieses Thema von den christlichen Kirchen behandelt wird, müsste man glauben, dass die Theologen entweder sämtlich zu dumm sind, um den Gehalt ihrer Lehren selber zu begreifen, oder aber so bösartig, diesen Gehalt vor ihrem Publikum zu verbergen, indem sie diesem die albernste und absurdeste Auslegung angedeihen lassen.

 Es geht bei der Erbsünde also nicht darum, dass die Eltern sich bei der Zeugung ihrer Kinder mit Fleischeslust versündigt hätten, wie es auf den Kanzeln gepredigt wurde, und die armen Kinder dafür ewig verdammt wären, falls sie nicht von einem Pfaffen mit geweihten Wässerchen benetzt werden. Sondern darum, dass alle „im Fleische“ geborenen Menschen zu bösartigen Absichten und Taten fähig und geneigt sind. Wer möchte das nach einem Blick auf die menschliche Gesellschaft und Geschichte bestreiten?

 Wir werden also im Laufe der Untersuchung auf eine rationale Grundlage der abendländischen Religion stoßen, die sich von allen von den Kanzeln gepredigten Kindereien und Absurditäten gewaltig unterscheidet.

 Der erste Sündenfall mit dem Apfel

 Falls die Herleitung dieser Geschichte (PDF S. 9) stimmt, wäre es verräterisch für die Heilige Schrift:

 Vom Griechischen (Attisch: to mälon, Jonisch: to malon) leitet sich das Lateinische malum für Apfel,
malus für Apfelbaum ab.
Von da führt der Weg durch Verwechslung und Umdeutung zum gleichnamigen Adjektiv
malus, mala, malum, was schlecht, schlimm, böse heißt.

…Dadurch erhielt der Apfel im Christentum den Sinn für Verlockung, Gefährdung, Sünde, Verderben
durch ADAM UND EVA. MALUM EX MALO – Das Übel vom Apfel, die sogenannte Erbsünde vom
Sündenfall im Paradies.

…In vielen christlichen Darstellungen nach der traditionellen Theologie wird MARIA dargestellt
mit einem Jesuskind, das mit einem Apfel spielt. Es hält den Apfel Evas in der Hand, die Ursünde.
Jetzt aber von JESUS gesühnt. Erlösung der Menschheit.

 Zumindest konnten die Theologen nicht erklären, welche Bewandtnis es wirklich mit dieser „Frucht vom Baum der Erkenntnis“ habe, die allerdings auch mehrere andere Deutungen zulässt, wenn man etwa an das „Erkennen“ einer Frau denkt. Vielleicht fällt uns noch eine sinnvolle Interpretation dieser zentralen Stelle der Heiligen Schrift ein.

 Zum Beispiel die Transsubstantiation:

 Dass die Gläubigen in ihren Heiligen Messen immer wieder das durch ein Mysterium verwandelte Fleisch und Blut ihres Heilands in Gestalt von Brot und Wein konsumieren, scheint ebenfalls auf einer Verwirrung alter Sitten und Bräuche zu beruhen, wie das Weihnachtsfest, mit dem ursprünglich die Wintersonnenwende gefeiert wurde.

 Der alte Brauch bestand wohl einfach darin, einen oder mehrere Fremde mit einem gemeinsamen Gastmahl zu empfangen und nicht den Leib des Herrn. Manchmal wurde einem Fremden auch Brot und Salz gereicht, nach dessen Verzehr er unter dem Schutz des Gastgebers stand, während bis dahin jeder den Fremden hätte erschlagen, ausrauben oder versklaven dürfen. Oder eben es wurde Brot miteinander gebrochen und aus einem Kelch gemeinsam Wein getrunken und darauf hat das Oberhaupt der Gemeinschaft den Fremden in seine Arme geschlossen und verkündet, dass dieser nun sein Fleisch und sein Blut und damit ein Bruder und gleichberechtigtes Mitglied der Familie, des Dorfes oder Stammes wäre. Von Karl May kennen wir entsprechend das Ritual der Blutsbrüderschaft bei Indianern. Es ist auch möglich, dass die Aufnahme des Fremden symbolisch vor den verehrten Ahnen erfolgte und damit sein Fleisch von deren Fleisch und sein Blut von deren Blut war.

 Das Christentum scheint es darauf angelegt zu haben, einerseits an ganz alten Bräuchen und Festen anzuknüpfen, diesen dabei aber eine völlig irrsinnige Auslegung zu geben. Dazu vielleicht später mehr, jedenfalls war der Fremde, vielleicht ein junger Mann aus einem anderen Stamm als Gatte für ein Mädchen aus dem Dorf oder einfach ein irgendwo bei der Jagd, beim Handel oder auf einem Kriegszug aufgelesener sympathischer Kerl, durch das Ritual der Kommunion für jeden aus der Sippe „mein Fleisch und mein Blut“ und nicht der Inhalt des Brotkorbs oder der Weinflasche.

 Das größte Wunder der Heiligen Schrift:

 Im alten Rom soll Caesar nach seinem Tod und manche schon zu Lebzeiten in den Rang der Götter erhoben worden sein, der Kaiser Hadrian ordnete sogar zum Andenken an seinen geliebten Antinous dessen Deifizierung an. Wie ist es zu erklären, dass der christlichen Kirche da ausgerechnet ein jüdischer Messias einfiel?

 Es war die Zeit der Buchreligion angebrochen. Man konnte auch nicht irgendwelche Bücher nehmen oder gar neu geschriebene Bücher zu heiligen Schriften erklären, sondern die Bücher mussten alt und ehrwürdig sein oder wenigstens verbreitet genug, damit ihnen hohes Alter zugeschrieben werden konnte. Ohne heilige Schriften war weder mit Caesar noch mit Antinous als Gott in Zukunft etwas anzufangen. Brauchbare Schriften hatten allein die Juden, aber wie sollte man Anspruch auf deren Werke erheben?

 Einzig der Glaube an einen jüdischen Messias konnte die heiligen Schriften der Juden in die Heilige Schrift der Christenheit verwandeln.

 Für dieses wahrlich weltbewegende Wunder des Glaubens danken die Mönche und Pfarrer der Christenheit, die sonst jegliche heilige Schriften hätten entbehren und von den Kanzeln vielleicht aus De bello Gallico oder Platons Symposion hätten lesen müssen, noch in unseren Tagen ihrem Jesus Christus als Erlöser.

 

Die Übersetzung der Heiligen SchriftGehörnter Moses

Wikipedia: Michelangelos Moses mit Hörnern statt einem Heiligenschein oder gar einer Königskrone

Rechts sehen wir den Moses (Grabmal Papst Julius II., San Pietro in Vincoli, Rom, 1515) von Michelangelo mit zwei Hörnern auf dem Kopf. Die Hörner zeugen von einem Übersetzungsproblem: Moses kam vom Berg Sinai nach heutiger Deutung mit strahlendem Antlitz zurück, hebräisch Q-R-N (qoph, resh, nun – qāran oder qärän: Horn), was als Ausstrahlung oder auch als Hörner übersetzt werden kann, so dass es in der Vulgata quod cornuta esset facies sua hieß. Noch zum Beginn des 16. Jahrhunderts war selbst in Rom in den höchsten Kreisen der Träger der christlichen Kultur die Rezeption der mosaischen Bücher nicht weit gediehen, wie wir an diesem Beispiel leicht sehen. Eine bis heute unterdrückte Übersetzung wäre, dass Moses vom Berg Sinai gekrönt herunter stieg, als König mit einer Krone auf dem Haupt. Merkwürdig, weil so naheliegend.

 Der Fehler sollte seit Hieronymus, der zum Ende des 4. Jahrhunderts in Bethlehem die Bibel in Latein übersetzt habe, niemandem aufgefallen sein? Und die Septuaginta sollte niemand auf Griechisch gelesen haben all die Jahrhunderte? Denn dort wäre es mit δεδόξασται ἡ ὄψις entweder schon im 2. Jh. v.u.Z. oder später, vermutlich im 16. Jahrhundert erst, richtig übersetzt worden. Ein gehörnter Moses findet sich übrigens an vielen christlichen Kirchen und in vielen Bildern aus dem 15./16. Jahrhundert.

 Kannte Michelangelo keinen Juden in Rom, der ihn mal schnell auf seinen Irrtum hingewiesen hätte? Der sich vielleicht durch einen gehörnten Moses gekränkt gefühlt hätte, denn ein Gehörnter ist für uns heute z. B. der Teufel oder ein betrogener Ehemann? Oder kannte die jüdische Gemeinde in Rom ihre mosaischen Schriften auch noch nicht besser im Jahr 1515?

 Die Wörter unserer Sprachen sind eng verwandt: corona für Krone oder cornu, plural cornua, für Horn klingen nach dem hebräischen qrn, wie auch nach einer deutschen Krone oder dem Horn. Eine Krone ist bildlich ein Heiligenschein, eine Ausstrahlung des Hauptes. Die Sprachen hängen viel enger zusammen, als wir das auf der Schule lernen (wo der englische war mit Krieg übersetzt wird, statt mit Wehr – siehe die Wehrmacht, das noch mit dem altfranzösischen guerre identisch ist, auch lateinisch vir (Mann, Mensch) und virtus (Tugend, Gott der Tapferkeit) etc.).

 Ein schönes Beispiel für den engen Sprachzusammenhang ist der Name des römischen Gottes Jove (Jupiter, Jove-Pater) mit dem hebräischen JHWH oder Yah, Yahu, Iahu, Io und Diodors Iao, ferner Janus und Janua oder Dianus und Diana, wohl alles aus Dyeus, mit Deus und Zeus und wohl sogar Jesus. Die Entwicklung der Götternamen aus IOU, IAO, IAΩ, IAOUE (Clemens von Alexandria) wird hier erklärt:  Thou, I and We und  Archaischer Vokalsymbolismus

Ein weiteres Beispiel ist der Koran: qurʼān von arabisch qaraʼa (lesen, rezitieren), syrisch qeryānā (Lektion) und englisch query – Question (von lateinisch quaerere „fragen“, „suchen“).

 Zur Bezeichnung Religion => re-legere (sammeln, wiederholt vortragen), Koran (das zu Lesende), Legende (zu Lesendes) bei Uwe Topper, Kalendersprung S. 285

schild-der-cornuti-quelle-wikipedia

Schild der Cornuti (Quelle Wikipedia)

Die CORNUTI: Hilfstruppen der Römer aus Germanen

 

In dem Zusammenhang sollte auch ein Blick auf die berühmten Cornuti geworfen werden. Sie hätten unter Konstantin in der Schlacht um die Milvische Brücke unter dem Christuszeichen gekämpft. Ihr eigentliches Zeichen waren aber Hörner auf dem Schild und auf ihren Helmen.

 Mit den Cornuti werden die ersten Brakteaten erwähnt, eine spezielle Münzsorte, die einmal im vierten Jahrhundert schon aufgekommen sei und später wieder in der Blütezeit des Mittelalters und des Baus der gotischen Kathedralen. Ein Jahrtausend dazwischen mit eher komischen Geschichten statt Geschichte in den Büchern der Historiker:

 Bei Brakteaten des 5. und 6. Jahrhunderts handelt es sich um kreisrunde, einseitig geprägte Schmuckscheiben aus Edelmetall. Ihren Ursprung haben die Brakteaten in der Imitation spätantiker römischer Kaisermedaillons. Von den über 900 bisher gefundenen Brakteaten der Völkerwanderungszeit stammen etwa je 300 aus Dänemark und Schweden, 190 aus Norwegen, 30 aus England und 20 vom europäischen Kontinent südlich von Dänemark. Die größten Konzentrationen befinden sich auf Gotland und in Westnorwegen….

Brakteaten waren von Mitte des 12. Jahrhunderts bis ins 14. Jahrhundert fast im gesamten deutschsprachigen Raum (mit Ausnahme des Rheinlands, Westfalens und des Mittelrheingebiets) die vorherrschende regionale Münzsorte. Der Begriff Brakteat ist keine zeitgenössische Bezeichnung und wurde erstmals im 17. Jahrhundert für diesen Münztypus verwendet. In einigen Regionen wurden die Brakteaten in regelmäßigen Abständen verrufen (in Magdeburg im 12. Jh. zweimal jährlich), mussten also gegen neues Brakteatengeld eingetauscht werden.

Quelle: http://www.wolfgang-waldner.com

Gruß an die wahren Gläubigen

TA KI

 

Weißer und schwarzer Pfad- universelle Lehre Franz Bardon III.


Die Universelle Lehre
Der Stufenweg zur Erleuchtung

Der moderne Mensch ist nur eine Eintagsfliege im Vergleich zur Existenz allein unseres materiellen Universums, und er betrachtet von moderner Wissenschaft und deren Komplexität beeindruckt sein begrenztes Bewusstsein und seinen Verstand als Masstab.
Eine Entwicklung von Körper, Geist und Seele findet aber überall im Universum und für uns nicht sichtbar in den verschiedensten Welten statt.
Der Mensch durchläuft auf unserem Planeten momentan hauptsächlich eine Verstandesentwicklung, die ihn vom Tierreich abhebt, und er ist noch nicht genügend entwickelt, um Geist und Seele bewusst wahrnehmen zu können.
Es existieren zwei Hauptlinien der Evolution: Die eine Linie hat mit der Materie und der Form zu tun. Hier identifiziert sich die Seele lange Zeit mit dem Formaspekt und strebt danach, dem dunklen ‚Pfad des Todes‘ zu folgen (Naturalismus).
Die zweite Linie hat mit der Seele, dem Bewusstseinsaspekt und dem Denker in der Form, zu tun.
Auf den Pfad der spirituellen Seele zu gehen bedeutet bewusste und schnellere Entwicklung mit vielen Wendepunkten und unsicheren Erfolgsaussichten bei Unkenntnis der Stufen des Pfades aber auch des persönlichen Dharmas.

Sri Aurobindo als bekannter spiritueller Philosoph der Neuzeit schrieb dazu :
„…Die ganzen Schwierigkeiten dieser Ungewißheit resultieren aus der Tatsache, daß wir nicht fähig sind, der ganzen Wirklichkeit der Welt wie sie ist ins Auge zu sehen und daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen, was diese Welt eigentlich ist und was sie notwendigerweise sein wird. Diese Welt ist zweifellos scheinbar auf Materie aufgebaut. Ihr höchster Ursprung aber ist Geist, und der Aufstieg zum Geistigen muß deshalb das Ziel und die Rechtfertigung ihres Daseins sein und gleichzeitig der Wegweiser zu ihrem Sinn und Zweck.
Die natürliche Schlußfolgerung aber, die aus der Tatsache der Überlegenheit und der Seinshöhe des Geistes gezogen werden kann, ist getrübt durch die falsche oder unvollkommene Vorstellung vom Geistigen, wie sie vom Intellekt in seiner Unwissenheit und seinem allzu hastigen und einseitigen Streben nach Erkenntnis gebildet worden ist. Man hat sich Geist nicht als etwas Alldurchdringendes und als das geheime Wesen unseres Seins vorgestellt sondern als etwas, das von den Höhen zu uns herunterblickt und das uns nur zu diesen Höhen hinaufzieht und vom Rest des Daseins ablenkt. So kommen wir zu der Vorstellung, daß unser kosmisches und unser individuelles Dasein eine große Illusion sei und daß sowohl eine Trennung von diesem Dasein als auch eine Auslöschung sowohl des Individuellen als auch des kosmischen in unserem Bewußtsein unsere einzige Hoffnung und einzige Befreiung sei.
Oder wir bilden uns die Vorstellung, die Erde sei nichts als eine Welt des Leidens und der Versuchung und unsere einzige Hoffnung bestehe in der Flucht in einen Himmel bzw. in ein Jenseits. Hier auf Erden sei keine Aussicht auf das Göttliche für uns. Selbst in einer äußersten Entwicklung auf Erden könne es für den Körper keine Erfüllung geben bzw. keine siegreiche Verklärung und keinen höchsten Zweck, der in diesdem irdischen Dasein erfüllt werden könnte.
Wenn aber dass (göttliche) Supramentale existiert und es herabkommt, wenn es zum herrschenden Prinzip wird, so wird alles was dem Denkwesen jetzt unmöglich erscheint nicht nur möglich sondern unvermeidlich.
(Sri Aurobindo, Die Offenbarung des Supramentalen – S. 122)

Spiritueller Fortschritt und Meisterschaft wurden auch schon in vergangenen Zeiten erlangt. Das Wissen um die Methoden wurde aber streng gehütet und gelangte erst im letzten Jahrhundert in grossem Masse an die Öffentlichkeit. Daher ist es ratsam, sich zuerst einmal an den früher geheimen ausgehauenen Pfaden der Vergangenheit zu orientieren, die von den Eingeweihten zumeist in einer geheimen Symbolik oder einer tantrischen Zwielichtsprache niedergeschrieben wurden, und die vielfach auch nur mündlich weitergegeben wurden.
Die Entschleierung dieser Symbolik soll Gegenstand des Folgenden sein, und dabei wird sich ein universeller Entwicklungsprozess offenbaren, den prinzipiell jede spirituelle Entwicklung durchläuft.

Es ist dabei durchaus nicht meine Absicht, die alten äusseren Religionen wieder auferstehen zu lassen, die zu Verfälschungen der Religion der Gründer degenerierten, manchmal wie im Hinduismus aber auch nur den äusseren Kult für noch nicht eingeweihte Schüler bilden. Die folgenden tieferen Erklärungen waren in den etablierten äusseren Kreisen sowieso nicht bekannt. Aber es gibt in der Welt eine Unzahl von Meditationsmethoden und anderen Techniken, deren Sinn und Grenzen erst durch das Verständnis dieser Universellen Lehre klar wird, die den dahinterstehenden Prozess aufdeckt.

Alle spirituellen Lehren haben unbewusst diese UNIVERSELLE LEHRE als Basis, die der geheime Schlüssel zu den Arkanen war und ist. Sie beschreibt den Prozess der individuellen und der kosmischen Evolution innerhalb der höheren Welten . Momentan benutzen nur wenige Geistesschulen offen diesen Begriff, aber sie lehren nicht die Aufteilung der ersten kosmischen Einweihung in 22 Stufen.
Diese Stufen und der ganze Entwicklungsprozess waren in der Vergangenheit ein behütetes hermetisches Geheimnis und dürfen nicht vollkommen offengelegt werden, nicht zuletzt, damit sie nicht in falsche oder unwürdige Hände gelangen.

Die Zyklen der menschlichen Entwicklung

Die UNIVERSELLE LEHRE beschreibt den Stufenweg der menschlichen Entwicklung, die zuerst einmal die drei grossen involutionären Vorstufen der Natur-Evolution durchläuft :

1. der ganz primitive Naturmensch
Die unterste Stufe ist die unbewusste Umgebungsanpassung jenes Menschen, der im Grunde genommen nur ein Tier ohne Intelligenz ist. Primitive Wilde gehören zu dieser Kategorie und viele sehr einfache Bauern, die sich mit primitiver Feldarbeit befassen und keine moderne Erziehung genossen haben. Der Mensch dieses Stadiums ist völlig vom Instinkt geleitet und nur wenig besser dran als ein Tier.

2. der Mensch beginnt seine Gefühlsnatur und den natürlichen Verstand zu entwickeln
Diese nächste unbewusste Anpassung an die Umgebung betrifft den Menschen, der einen schwachen Schimmer gedanklichen Erfassens zu zeigen beginnt. Dies erfolgt zum Teil instinktiv und beruht auf zunehmender Selbstsucht. Hier ist mehr ICH – Bewusstsein als instinktives Gruppenbewusstsein festzustellen. Man findet dieses keimende Selbstgefühl z.B. bei primitiven Bewohnern der sog. Armeleuteviertel oder beim kleinen Verbrecher, der genügend instinktbegabt ist, um sich mit seinen Streichen durchs Leben zu schlagen, schnell zu reagieren und seine manuelle Geschicklichkeit auszunützen. Dies ist das Stadium der Tierschläue. Ein grosser Teil der heutigen Menschheit steht erst am Anfang der nächsten Stufe.

3. der heutige Massenmensch mit dem mentalen Ich-Bewusstsein
Es folgt das bewusste und völlig egoistische Anpassen des Einzelnen an die Umgebung. In diesen Fällen ist der Mensch sich seiner Motive bewusst. Er denkt sie durch und holt dann das Beste heraus. Er zwingt sich dazu, möglichst harmonisch mit seiner Umgebung auszukommen. Darin liegt gewiss ein gutes Motiv, aber im Prinzip ist dieser Mensch so stark vom Verlangen nach allerlei Genuss und Bequemlichkeit beherrscht, dass er den Biedermann spielt, um überall zu bestehen und mit jedermann auszukommen.
Der Mensch steht hier noch voll unter dem Einfluss der sog. Maya(-äther) des Samsara.

Den drei grossen involutionären Vorstufen folgt ein vielfältiger Entwicklungszyklus von 22 Stufen zum Tor der ersten kosmischen Einweihung. Diese 22 Stufen weisen vier Hauptabschnitte auf :

Anfängertum (1-9), Probepfad (10-14), Pfad (15-19) und Meisterschaft (20-22).

Die Darstellung der 22 Stufen ist in den verschiedenen Religionen sehr unterschiedlich umgesetzt worden. Verschiedene Charaktäre und Tiere und ein Teil der auch alchemistischen Fabelwesen stellen in den Schriften Teile der menschlichen höheren Körper (zB. Jiva, das individuelle Selbst; das Pferd als Symbol für spirituelle Liebe) oder auch bestimmte Kräfte dar. Diese vollziehen miteinander bzw. gegeneinander bestimmte Wandlungsprozesse. Auch die Namen haben meist eine tiefe Bedeutung, sowohl inhaltlich als auch quabbalistisch.
Andererseits finden sich zB. schon in „Dhammapada 294“ Sätze wie, ein Brahmane wandle ohne Fehl und Tadel, wenn er Vater und Mutter erschlagen habe (gemeint ist hier, dass er Selbstsucht und Lebensdurst in sich vernichtet hat – dh. Arterhaltungstrieb und Selbsterhaltungstrieb). Ähnliche Sätze finden sich in der esoterischen Literatur nicht selten. Schon im Neuen Testament findet sich der Satz „wer nicht Vater, Mutter, Bruder und Schwester um meinetwillen verlässt, kann nicht mein Jünger sein“. Teilweise wurden solche Werke aber auch verschlüsselt oder Satzteile oder Schriftzeichen verstellt.

Auf diesen 22 Stufen vollziehen sich periodische Zyklen der 7 Strahlen oder 4 höheren „Elemente“ oder „Universalprinzipien“ (4 Tiere am Thron Gottes), die wiederum positive und negative Aspekte entwickeln, wbei sich die höheren menschlichen Körper entwickeln. Viele atheistische Spiritualitätssucher gehen nur von einer höchsten Kraft aus, aber diese Kraft ist auch höchstes BEWUSSTSEIN und somit eine universale überkosmische Gottheit, die unpersönlich und selbst für die Meister noch bewusstseinsmässig unfassbar ist !

Das bekannteste Stufensystem der spirituellen Entwicklung ist das achtstufige System des  RAJA-YOGA (oder Ashtanga-Yoga).
Es macht jeweils einen  >> Doppelschritt und kennt daher nur 16 der 22 Stufen. Aber dieses System kennt weitere Samadhis (Samadhi-pada : 1. Laya Samadhi; 2. Savikalpa Samadhi; 3. Nirvikalpa Samadhi; 4. Sahaja Samadhi). Der Nirvikalpa-Samadhi ist schon die eigentliche Erleuchtung mit dem kosmischen Bewusstsein (U.L. 18/19).

ÄGYPTEN

Diese 22 Stufen waren auch den  weiter ägyptischen Eingeweihten bekannt, und sie wurden in den Tarot-Karten überliefert, deren Ursprung in ägypten vermutet wird, da es in den ägyptischen Mysterien eine ähnliche Symbolik gibt. Allerdings konnte inzwischen genetisch nachgewiesen werden, dass der Ursprung der Zigeuner in Indien liegt.

KABBALAH

Merkmale der modernen Kabbalah sind der kabbalistische Baum mit den 10 Sephiroth, das EN-SOPH-AUR, das darüberstehende grenzenlose Licht, und der EN-Soph, mit dem der Mensch (nach der Kabbala) nicht eins werden kann und Bücher wie das „Sepher Jezirah“, das von „Jah Jahve Sebaoth“ spricht, dem EINEN allmächtigen, barmherzigen und gnädigen Gott und Schöpfer.
Diese 22 Stufen sind also nicht willkürlich gewählt, sondern sie haben ihre Entsprechungen in den 22 Buchstaben des alten hebräischen Alphabets, wie auch im „Sepher Jezirah“ angedeutet, das auch eine Buchstabenmystik lehrt. Die 22 Tarotkarten, die kleinen Arkanen, die sich auf diese Buchstaben beziehen, sind aber schon eine Abbildung des Prozesses der 22 universellen Stufen auf ein spirituelles System.
Jeweils 10 aufeinanderfolgende Stufen sind auch den 10 Sephiroth (Akashaprinzip der Sphären) analog, die in der Sphärenmagie der Adepten im Mittelpunkt stehen, die dortigen mentalen Spären sind aber tiefer als die Sephiroth. „Das Erscheinen der 10 Sephiroth ist wie ein Blitz ohne Ende“, heisst es im Sepher Jezirah . Auf Stufe 16 der Universellen Lehre (siehe das zugehörige Tarotbild 16) übernimmt diese göttliche Kraft die Führung : Gottes-Extase, wie der Ishvara-Samadhi des Raja – Yoga. Letztendlich verwirklicht der Kabbalist über die Quabbalah alle Sephiroth in sich und wird zum „Adam Kadmon“.

 

Altes Testament

Das Alte Testament ist eine Sammlung von Schriftrollen, die von der Priesterschaft behütet wurden. Neben der Genesis ist der Exodus das bekannteste Buch der Bibel, und selbst R. Steiner schrieb in „Das Christentum als mystische Tatsache“, dass hier der Auszug der Seele aus der Materie beschrieben wird, dazu  weiter mehr…

TAOISMUS

„Im Nichthandeln liegt das Handeln“, sagt das Tao Te King. ES handelt im verwirklichten Taoisten : „Wu Wei“. Das  weiter Tao ist der tiefere leitende „Sinn“ hinter allen Dingen.

MAYA-KULTUR

Die Relikte der südamerikanischen Maya-Kulturen hinterlassen ein zwiespältiges und eher schamanistisch-magisches Bild, das mit seinen Sternenkriegen und Blutopfern schwarze Züge aufweist. Aber auch hier finden sich Darstellungen des magischen Teilpfades(Pyramidenzeichnung in Palenque ) :
Der Urvater erschafft zwei Söhne, die sehr stark werden (Stufe 12 – 2 Säulen). Danach muss der Urvater zur Prüfung in die Unterwelt, das Reich das Jaguar, der an den taoistischen Tiger erinnert – Stufe 13. Er besteht aber dank der Kraft seiner Söhne alle Prüfungen. Danach wird er wiedergeboren (Stufe 14).
Eine ähnliche Geschichte mit Unterweltshandlungen, findet sich im Popul Vuh, wo die beiden Söhne als Sonne und Mond enden. ( Hunahpu ).
Deren Geburt nach einer Verfehlung seitens ‚HunHunahpu und Xquic‘ erinnert an Adam und Eva. Der spätere Gang durch die Unterwelt und die Überlistung und Tötung der Herrscher lassen sich als Stufe 13 und 14 der U.L. deuten. Die Verbrennung und die Wiederauferstehung der Zwillinge entsprchen den beiden letzten Phasen der Stufe 14 der U.L..
Es muss aber darauf hingewiesen werden, dass der aus Südamerika überlieferte Schamanismus mit den 4 Tieren und der Allkraft dem magischen Pfad zuzuordnen ist, der auf Stufe 14 endet und dann in eine Breitenentwicklung verzweigt, die in einer Vertreibung des Herrschers der Unterwelt durch die Zwillinge endet.
Teilweise ist der Schamanismus auch mit astralen Naturgeistern verflochten. Der südamerikanische Schamanismus hat überraschend viele Parallelen zum Taoismus. Die sich um das Sonnentor drehende Spiritualität der Inkas ist hier die Ausnahme.
Der Taoismus geht aber später durch Vermischung mit dem Mahayana weit darüber hinaus .

GRIECHISCHE MYSTERIEN

Die Philosophie der Antike wird durch die Eule der Göttin Athene symbolisiert. Griechenland mit seiner Mythologie wird vielfach als Wiege der europäischen Philosophie angesehen.
Begriffe wie das Absolute und der Logos kommen von hier.
Aus den griechischen Mysterien sind die Taten des Herakles bekannt, die A.A.B. esoterisch kommentiert hat und natürlich die Odyssee, deren mystischer Hintergrund schon von R. Steiner erwähnt wurde(beide beschreiben Stufe 13 und 14) sowie das Höhlengleichnis des Platon , der davon spricht, dass die Menschen wie in einer Höhle leben(der dunklen Maya-Höhle), die Schatten für die Wirklichkeit halten und man sie zum Eingang ans Licht zerren sollte.
Auch die Schule des Pythagoras hatte nebst Vegetarismus eine Seelenlehre.

Die moderne Philosophie mit ihren mentalen Ansätzen und Spekulationen ist vielfach eher ein grosser Irrgarten mit fruchtlosen Diskussionen, die sich im Grunde nicht von den begrenzten Wahrheiten der unteren Ebenen lösen. Sie lebt mangels Introspektion und Selbstverwirklichung(atma-jnana) in der dunklen Mayahöhle mit ihren Täuschungen, Verblendungen und Illusionen.
Die wirkliche spirituelle Wahrheit ist eine vom Verstand nur unzureichend erfassbare Wahrheit des Seins und des Bewusstseins. Die göttliche Wahrheit(Chit) existiert darüber hinaus in Dimensionen von Unendlichkeit und Ewigkeit und letztendlich sogar noch jenseits dessen.

Die Mysterien wurden streng geheimgehalten und später auch nach Italien weiterüberliefert, wo viel später die ersten Tarotkarten erschienen. Kaiser Augustus verbannte den Dichter Ovid u.a. weil er in seiner Dichtung die Mysterien zu offen angedeutet hatte. Amor hat in einigen Schriften die Rolle des „Cupido“ der sechsten Tarotkarte, wie zB. beim „Pfeil aus Blei“ (Saturnphase) und der folgenden Verwandlung in den Lorbeerbusch am Strom im Hades“(Beginn der Stufe 14).

CHRISTENTUM

Neben den Apostelbriefen basiert das Christentum auf den vier Evangelien und der Apokalypse des Johannes. Deren 22 visionäre Kapitel entsprechen exakt den 22 Stufen der Universellen Lehre. Die vier Evangelien beginnen aber erst auf höheren Stufen, dazu  >> mehr…

NORDEUROPäISCHE MYSTERIEN

In der alten nordeuropäischen Mystik symbolisierten die 18 Runen des Futhorks die ersten 18 Stufen der 22 Stufen. Sie wurden aber in der Vergangenheit meist völlig missverstanden, fehlinterpretiert und missbraucht. Noch heute findet sich neben den Externsteinen im Teutoburgerwald der alte kleine Einweihungssarg – genau wie in der Cheops-Pyramide in der hinteren Kammer(die Menschen waren damals noch kleiner).
Bezüglich der Edda gehört der Tod Baldurs, der durch Tyr’s(der Mensch der Stufe 12) Hinterlist von Baldurs blindem (dh. das Unbewusste der ‚Saturnphase‘)) Bruder Hödur[*] mit einer Mistel getötet wurde(Stufe 13) und im Hel bleiben muss bis zur Götterdämmerung(Ende der Stufe 14) zu den Mysterienweisheiten.

BUDDHISMUS

Im neueren Buddhismus wären diese fehlenden Stufen des Raja-Yoga : Bodhisattwa, Nirvana, Maha-Nirvana und Para-Nirvana.
Im Buddhismus ist Stufe 10 der 22 Stufen der „Dreher des achtspeichigen Rades des Dharma“. Vorher ist der Mensch ein „Sünder“, der dem Karma unterliegt. Um auf Stufe 13 das „Meer der Vergänglichkeit“ zu überqueren (den Ozean des Samsara), muss er sich traditionell aber erst die dazu notwendige Kraft der „Güte“ erwerben. In der tibetischen Mystik ist es auch der Gang durch die Unterwelt und das überschreiten des „Flusses ohne Boden“. Auf der Stufe 15 erbaut der Buddhist sein diamantenes Fahrzeug, den Diamantkörper, den auch die Johannes-Apokalypse im 15. Kapitel beschreibt, und er erlangt schliesslich den “ diamantenen Samadhi“. Am Ende der Stufe 17 ist der Schüler „vom zweiten anderen Ufer“ – ein Bodhisattwa. Auf der Stufe 19 erlangt er die Erleuchtung.
Der Buddhismus ist natürlich viel älter als Buddha Gautama. Der heutige Buddhismus ist für Aussenstehende oft eine verwirrende Mixtur alter Landestraditionen und der „Lehre“ verschiedener Linien, die sich mit dem achtfachen Pfad vermischten bzw. sich weiterentwickelten.
Buddha Gautama, der mehrere Meister wieder verliess („sie wollen euch nur benutzen“), lehrte seine Schüler, aus allen Lehren zu lernen und das Beste zu bewahren.
Nur wenige Buddhisten wissen heute um den geheimen Hintergrund des Buddhismusses, dazu weiter mehr
Die Erleuchtung ist auch nicht ein fast unerreichbarer höchster spiritueller Bewusstseinszustand, oder eine Mahamudra (Grosses Siegel), oder nur ein Zustand höchster Reinheit, sondern sie ist identisch mit dem Nirbikalpa-Samadhi des Raja-Yoga.
Viele Buddhisten werden den Vergleich Ihrer Religion mit anderen Religionen nicht schätzen, aber diese Webseite koordiniert die Lehren mit dem Prozess der 22 Stufen !
Der kommende Buddha Maitreya soll den Buddhismus wieder reinigen und den Pfad zeigen. Allerdings könnte das auch jeder echte Meister. Die Lehre von der Vorsehung verschleiert, um nicht soviele Erleuchtete zu haben(Weltplan) und natürlich um den Missbrauch einzuschränken.

ZEN

Im „ZEN in der Kunst des Bogenschiessens“(nur als Beispiel) zielt der Schütze in kontemplativer Stimmung mit dem krummen Haselnusspfeil und trifft trotzdem. ES schiesst und wird eins mit dem Ziel, d.h. beim fortgeschrittenen Schüler. Allerdings ist der berühmte Satori des ZEN noch lange nicht die wahre Erleuchtung, und auch die bekannte Mitte des Zen ist ist nicht das höchste spirituelle Selbst !

WEISSE BRUDERSCHAFT

Die 7 Initiationen von A.A.Baileys „Weisser Bruderschaft“ (A.A.Bailey : Initiation, menschliche und solare Einweihung) beginnen am Ende des „Probepfades“ am Ende der Stufe 14 und enden auf Stufe 22. Sie sind auch im Rosenkreuzertum bekannt.

ISLAM

Der Islam erscheint äusserlich als ein starres System von Regeln mit dem KORAN als Grundlage. Aber auch der inoffizielle eingeweihte  weiter Islam kennt verschiedene Einweihungssysteme.

HINDUISMUS (Sanatan Dharma)

Es gibt in Indien 5 traditionelle Hauptabschnitte des zweiundzwanzigstufigen Pfades :

1. Anfänger (Arbeiter – an sich selbst, Schudra) Tarot 1-9
2. Probepfad (Händler, Probepfad : Selbstloses Handeln) Tarot 10-14
3. Der Pfad (Kschatriya, Krieg für die Durchsetzung der Seele) Tarot 15,16
4. Priester (echter Brahmane, echter selbstverwirklichter IMAM des Islam )
5. (Bodhisattwa), Erleuchtung(Nirbikalpa – Samadhi), danach Meister usw. bis zur Kaivalya, der Stufe 22 der Universellen Lehre.
In Indien entwickelte sich dieses alte spirituelle System des Adi Shankara wieder zu einem erstarrten sozialen Kastensystem, dem heute die innere Substanz fehlt, dazu  weiter mehr .

ROSENKREUZERTUM

Die „Ich bin“ – Meditation der mittelalterlichen weiter Rosenkreuzer ist bekannt, ebenso die Schriften von J. Valentin Andreae wie die „Fama Fraternitatis Rosae Crucis“, die die ersten 18 Stufen der 22 Stufen beschreibt, und die siebentägige „Chymische Hochzeit“. In der FAMA trifft C.R. auf Stufe 6 seinen Lehrer P.A.L.. Auf Stufe 10 erwacht C.R.C. und „dreht das Rad“ bis zur ersten Einweihung. Rudolf Steiner stufte dessen Schriften als den europäischen Einweihungsweg ein.
Somit wird klar, dass die Evolution einen Transformationsprozess und einen Transfigurationsprozess beinhaltet, und dass sie nicht nur in einer erleuchteten oder höheren sich mit der Erkenntnisstufe verändernden philosophischen Sicht aller Dinge mündet.

Alchemie (Opus Magnum)

Zuguterletzt (als Zugabe für echte Sucher) ein altes Thema : Die Transmutation des Menschen, die spirituelle Alchemie (nicht die Goldmacherei), die ebenfalls genau die Stufen der Universellen Lehre durchläuft.
9. Materia Prima 10. Calcination 11. Sublimation 12. Solution 13. Putrefaction 14. Destillation 15. Coagulation 16. Tinctura 17. Multiplikation 18. Projection
Die 3 alchemistischen Grundprinzipien SAL, Sulphur und Mercurius sind vergleichbar mit den drei Gunas (Tamas, Rajas, Sattwa) bzw. den drei Doshas des Ayurveda (Vata, Pitta und Kapha), die sich ja auf die Eigenschaften der Maya und damit letztendlich der Materie beziehen. Die Herkunft dieses Wissens liegt ja auch im asiatischen Raum. Wahre eingeweihte Alchemie und Spargyrik gehen daher viel tiefer als das moderne Ayurveda : Opus Magnum – das grosse Werk, das Dich vollendet.
Bei der Lektüre der alten symbolischen und absichtlich verschleiernden und oft irreführenden Bücher dieser Traditionen ist daher grosse Vorsicht geboten.(Ungeführe Einführung : J. Helmond, Die entschl. Alchemie; O. Wirth : Lehrbrief zur hermetischen Alchemie)

Kosmische Einweihungen

Der Traditionelle Meister hat die Stufe 20 abgeschlossen. Nur sehr wenige Meister dürfen sich höher entwickeln bis zu Stufe 22 (Satguru). Dann fehlen dem Satguru noch die 2 Stufen bis zum Tor der ersten kosmischen Einweihung, die die ‚chymische Hochzeit‘ als die 2 fehlenden Blättlein erwähnt. Dazu gibt es auf dieser Webseite unter „ Kasmir-Shivaismus“ ein Schema (Paramshiva). Mehr ist auf unserem Planeten nicht möglich. Nur der S. S. Kumara machte hier eine Ausnahme.
Diese kosmischen Einweihungen und die höchsten Hierarchien wurden erstmals durch A.A. Bailey offengelegt. Unsere Erde ist esoterisch ein negativer Planet, und es gibt hier auch keine Einweiher für höhere kosmische Einweihungen. Der Logos unseres Planeten ist nach A. A. Bailey auf der ersten kosmischen Einweihung.

Nach A. A. Bailey hat der „Sanat Kumara“ am Anfang dieses Jahrhunderts seine kosmische Einweihung auf den Pleyaden begonnen, der Logos der Sonne sei auf der dritten kosmischen Initiation und der EINE vom Sirius sei auf der vierten kosmischen Einweihung.
Das Endziel der Menschheit ist nach A.A.B. einmal in fernen Zeiten die dritte kosmische Einweihung. Andererseits gibt es im Universum Millionen solch hoher eingeweihter göttlicher Wesenheiten – und auch in den anderen Universen. Der letztendliche überkosmische Schöpfergott steht über allen kosmischen Einweihungen im Sat. Dazu gibt es auf dieser Webseite unter „Spirituelle Texte : Kasmir-Shivaismus“ einen Erklärungsversuch. (s.a. Bailey : Telepathie und der ätherkörper, S. 148 u.a.)

Können Sie Erfolg auf dem Pfad haben ?
‚Das Karma, d.h. unsere Einbindung in die stofflichen Welten der Maya, in die Gesetzmäßigkeiten der Prakriti, der höheren mentalen Naturordnung, die auch das Göttliche indirekt über den Dharma verursacht hat, und daß Ishvara bzw. Sadashiva(Gott, die Vorsehung) es nicht will und darüber die Einen, der göttliche Adi-Dharma der siebten Ebene), sind die Hindernisse auf dem Pfad.‘

Sie werden all das nur wirklich verstehen, wenn Sie die angegebenen Bücher studieren und in praktische spirituelle Selbstverwirklichung umsetzen. Wer sich zuerst gar nicht zurechtfindet, möge sich erst einmal am Raja-Yoga orientieren, der die praktizierten Techniken offenlässt. Insbesondere das Tarotbuch von E. Haich ist diesbezüglich die einführende Referenz. Diese Seite koordiniert die alten Lehren, deren Techniken in den verschiedensten Varianten im Umlauf sind. Die Synthese aller Lehren wäre eine rein gnostisch-monadische Disziplin, die aber auch nicht die ersten Stufen einfach überspringen kann.

Sri Aurobindo hat diese Synthese in seinem Buch „Die Synthese des Yoga“ ohne Techniken angedeutet. Allerdings ist ein solcher rein spiritueller „Yoga“ fast nur in der Reinheit und Stille des Ashrams eines Meisters praktikabel. Zudem ist diese Synthese nicht notwendig, und die alten spirituellen Techniken sind erprobt und effektiv. Es findet sich heutzutage auch eine bestimmte Sorte von „fortgeschrittenen“ spirituellen Lehrern, die die vergangenen Techniken als veraltet abzutun versuchen und auf „Licht“ bauen. Dies ist natürlich ein pseudomoderner Unsinn, denn die 22 Stufen bauen aufeinander auf, und „Lichttechniken“ gab es schon immer. Wer nur auf „Licht“ baut, darf auf Erfolge warten. Auch sind wir heute zwar technisch viel moderner und in der Lage, die Hintergründe verstandesmässig zu erfassen, aber die Spiritualität geht in Richtung Inituition und wird letztendlich den Verstand vollständig ablösen.
Dem Argument, diese Bücher seien nicht für die heutige moderne Zeit, kann ich nur entgegnen : Der heutige Zeitgeist ist vielschichtiges MULTIMEDIA ohne tiefere Inhalte – entsprechend dem heutigen menschlichen oberflächlichen kulturellen Bewusstsein, das nach Zerstreuung sucht. Erfreulicherweise sind auch schon breite Schichten weltweit zu dieser Erkenntnis gekommen, ohne allerdings echte Spiritualität anzustreben.

Um den Pfad bewusst zu beschreiten, werden Sie daher Ihre Intuition und einen festen Willen entwickeln müssen, zusammen mit der Flamme der Aspiration und der Unterwerfung unter das innere spirituelle Wesen. (dazu z.B. : A.A.Bailey : Vom Intellekt zur Intuition, Rohm Verlag)

Die Mysterien sollten Eigentum der Menschheit sein, deren höheres und wahres Menschsein aber erst mit der Stufe 1 der 22 Stufen beginnt, von der der grösste Teil der Menschheit weit entfernt ist. Die Lehre ist in allen Zeiten symbolisch verkleidet überliefert worden. Die Lehre ist aber in dieser Systematik noch nicht veröffentlicht worden. Ich habe eigentlich schon zuviel gesagt – auch nur deshalb, weil allgemeine Verwirrung darüber herrscht, und die Spiritualität meist als etwas aus vergangener Zeit oder als philosophischer Seitenzweig belächelt wird. Daher habe ich mich meistens auf Buchzitate beschränkt.
Ausserdem gilt prinzipiell weiter der Spruch der mittelalterlichen Rosenkreuzer (und auch Matthäus,Kapitel 7,6) : „Werfet nicht Perlen vor die Säue oder Rosen vor die Esel, sonst fressen sie EUCH“, – oder : „Wissen-Wagen-Wollen-Schweigen“, denn der in der Körperlichkeit und im Vitalen verhaftete Durchschnittsmitmensch ist unempfänglich für Spiritualität und unterliegt natürlicherweise dem Arterhaltungstrieb und dem Selbsterhaltungstrieb .

Spiritualität ist nicht eine verfeinerte Art von Philosophie sondern ein von einer spirituellen Philosophie begleiteter Transformationsprozess, den auch schon viele Eingeweihte der vergangenen Jahrtausende verstanden und umgesetzt haben. Daher gibt es viele mehr oder weniger hohe und erprobte Techniken aus der Vergangenheit.

„Was ich mit spiritueller Transformation meine, ist etwas Dynamisches. Es ist ein Aufnehmen des spirituellen Bewusstseins in jedem Teil unseres Wesens bis hinunter ins Unbewusste. Das kann nicht durch den Einfluss des Selbstes geschehen, welches das Bewusstsein im Wesentlichen so belässt, wie es ist, wenn auch geläutert und mit einem erleuchteten Mental und Herzen und einem beruhigten Vitalen. Es bedeutet das Herabbringen des Göttlichen Bewusstseins, statisch und dynamisch, in all diese Teile und die völlige Ersetzung des gegenwärtigen Bewusstseins durch jenes“,(Sri Aurobindo)

„Lasst es keine Religion werden“, sagte Die Mutter(Aurobindo). „Die Religionen scheiterten, da sie abgetrennt waren. Die Menschen sollten unter Ausschluss anderer Religionen religiös sein, und jeder Zweig des Wissens scheiterte, da er exklusiv war. Was das neue Bewusstsein möchte (das ist es auch, worauf es beharrt), ist : Keine weiteren Abtrennungen. Man muss in der Lage sein, das spirituelle Extrem zu verstehen, das materielle Extrem, und den Treffpunkt zu finden, den Punkt wo dies eine wahrhaftige Kraft wird.“

Quelle: http://www.universelle-lehre.de/

Gruß an die, die sich entwickeln

TA KI