Logen und Geheimgesellschaften von heute – Evolutionstheorie ist die okkulte Alchemie von früher


Goethe und Darwin, Newton und Nietzsche, Hegel und Freud haben eines gemeinsam – sie schufen die intellektuellen Grundlagen unserer modernen Zeit. Doch sie hatten auch verschwiegene Ideen. Das blieb nicht folgenlos …

Europas und vor allem Deutschlands Gedankenwelt wird seit vielen Jahren von Persönlichkeiten wie Goethe und Schiller, Darwin und Newton und Nietzsche, Hegel und Freud beherrscht. Neuzeitliche Umbrüche wurden maßgeblich von ihnen beeinflusst.

Sie haben alle noch etwas anderes gemeinsam – sie standen dem Okkultismus nahe, wie Bernd J. Amann in seinem Buch „Ein höllisches Kulturprojekt – Die unerzählte Geschichte der Moderne“ nach 15 Jahren Forschung auf zwei Kontinenten analysiert.

„Klimawandel, Migrationsdruck, Demokratiezerfall – die steigende Zahl der großen Krisen beunruhigt selbst eingefleischte Zukunftsoptimisten. Dabei hätten Jahrhunderte des Fortschritts und der Weltverbesserung das genaue Gegenteil entwickeln können.

Der Grund für diese Fehlentwicklungen verbirgt sich in den Köpfen progressiver Denker. Von Leonardo da Vinci bis Albert Einstein, von Isaac Newton bis Stephen Hawking, von Charles Darwin bis Richard Dawkins: Die Schlüsselfiguren der Neuzeit verblüffen mit archaischen Geisteshaltungen. Und in diesem mystisch geprägten Gedankenkomplex wurzelt das Systemversagen, das unser Überleben infrage stellt.“

Die europäischen Vordenker neu betrachtet: Goethe, Darwin, Newton und Nietzsche

Goethes Faust verblüfft tatsächlich: Er ist, falls man es wagt, ihn anders zu lesen als zur Schulzeit, eine Einführung in teuflische Praktiken, inklusive okkulte Übungen, Hexerei, Alchemie und schwarzer Magie. Faust wird durch den Teufel unter Einbeziehung der paradiesischen Schlange in Aktion versetzt und profitiert von den Untaten. Anders gesagt: er tut Böses, um in den Himmel zu gelangen.

Darwins Evolutionstheorie von heute ist nichts anderes als die Alchemie von früher – lediglich die Worte sind anders. Die Alchemisten wollten aus unedlen Metallen Gold herstellen. Chemiker von heute wissen genau, das aus Eisen kein Aluminium werden kann, geschweige denn Gold

Im wirklichen Leben zerfallen alle System und Dinge – nur in der Evolutionstheorie Darwins entwickeln sich aus niedrigeren Dingen komplexere. Keinem Wissenschaftler gelang es, das spontane Entstehen von Leben zu beobachten, schreibt der Forscher. Es existiert auch nicht der geringste Beweis, dass dies jemals stattgefunden hat.

Der Fossilbericht zeigt Veränderungen, doch diese geschehen lediglich im Kleinen. Finken können sich an die Lebensbedingungen vor Ort anpassen, sie bleiben jedoch Finken und werden durch Selektion nicht im Geringsten zu Seemöwen. Selbst das Lieblingsspielzeug der Biologen, die Fruchtfliege, ist nach unzähligen Generationen im Labor immer noch eine Fruchtfliege – und nicht zur Wespe mutiert.

Isaak Newton: Es fällt selbst Wikipedia schwer, seine 30 Jahre andauernde alchemistische Forschung zu verheimlichen. Newton schrieb mehr Werke über okkulte und spirituelle Themen als über wissenschaftliche Belange, wie der Nachlassverwalter nach 1727 entsetzt feststellte. Der Nachlassverwalter hatte nur eine Möglichkeit: diese Werke wurden mit dem Vermerk „Nicht für den Druck geeignet“ versehen und er ließ sie in der Versenkung verschwinden.

Doch ehemalige Bekannte packten über Newton aus und im 20. Jahrhundert tauchte das leidige Thema mit den gefunden Originalen massiv wieder auf. Die Indiana University Bloomington hat sich nun zur Aufgabe gemacht, seine alchemistischen Schriften zu veröffentlichen: The Chymystry of Isaac Newton.

„Isaak Newton ließ sich im Alter zusammen mit dem Ouroboros malen, um zu signalisieren, dass sein Werk vollendet sei“ schreibt Bernd J. Amann in seinem Buch. Der Ouroboros [griech. Selbstverzehrer] ist eine Schlange, die sich in den eigenen Schwanz beißt. Sie wird in der Alchemie als Symbol für Wandlungsprozesse der Materie benutzt.

Friedrich Nietzsche (1844-1900) studierte anfangs Theologie, mit dem Ziel, später in die Kirche einzutreten. 1881 zeigte sich jedoch etwas anderes, in diesem Jahr veröffentlichte er die Schrift „Morgenröte“, in der er spirituelle Sucher verhöhnt. Im gleichen Jahr machte er eigene tief prägende spirituelle Erfahrungen. Er begegnete einem Wesen, das er zuerst mit dem Ouroboros verglich und später Zarathustra nannte. 1882 begegnete er diesem Ding erneut – und schrieb Also sprach Zarathustra“, um die Menschheit vom christlichen Gott zu befreien. Er lädt die Menschheit darin ein, das Böse nicht zu fürchten, Spaß an schweren Sünden zu finden und auf unmoralische Taten stolz zu sein. Der Mensch soll andere verfluchen, Unrecht begehen und Rache üben, alles Böse soll ihm nützlich sein und er darf niemals auf sein Gewissen hören. Dieser angehende Übermensch soll sich alles nehmen, ohne zu fragen, Angriff und Zerstörung sind für ihn ein Genuss.

Eine unbeachtete Religion: Gnostik und Hermetik

Goethe, Darwin, Newton oder Nietzsche waren keine unreligiösen Menschen, sie folgten jedoch einer anderen Religion als der christlichen Bibel. Diese wurde seit alters her Hermetik genannt. Die Hermetik ist ein sogenannter gnostischer Religionszweig, der starke Betonung auf die Erkenntnis legt (Gnosis; griech. Erkenntnis). Zum Vergleich: Das Christentum legt besonderen Wert auf den Glauben.

Bernd J. Amann schreibt:

„Die Geburt des modernen Materialismus und der modernen Bibelkritik vollzog sich in einem gnostisch-hermetischen Kontext. Alle säkularen Auslegungen sind auf katastrophale Kettenreaktionen im modernen Denkbetrieb zurückzuführen. In den verwüsteten Gehirnregionen kann sich der okkulte Kulturgeist unbemerkt verbergen. Seine weltbewegenden Aktivitäten bleiben vollkommen verborgen.“

Und weiter:

„Bevor [Giordano] Bruno starb, prophezeite er den Niedergang des Christentums und den Beginn eines neuen, okkulten Zeitalters. Der okkulte Hintergrund und die gnostische Ausrichtung der modernen Gründerväter verleihen der Prophezeiung ominöse Authentizität. Alle modernen Entwicklungen, von Bacon bis Darwin, lassen ein okkultes Design erkennen. Selbst die Säulen der säkularen Welt – Humanismus, Demokratie, Bibelkritik und Evolution – ruhen auf spirituellen Fundamenten.“

René Descartes (1596-1659), Francis Bacon (1561-1616), Giordano Bruno (1548-1600), Leonardo da Vinci (1452-1519), John Locke (1632-1704) – der mit Newton geheime alchemistische Formeln austauschte. Charles Fourier (1772-1837) – sie alle waren Gnostiker.

Ein Gnostiker glaubt, die Welt sei schlecht beschaffen und ist mit der Welt unzufrieden. Doch der Mensch könnte vom Übel der Welt erlöst werden und mit einem lang dauernden Prozess verändert werden. Diese Erlösung könnte durch eigene Tat des Menschen erfolgen. Der Gnostiker glaubt, das Wissen für die Methode zu haben, wie die Welt geändert werden kann. Davon ausgehend erstellt er Rezepte zur Erlösung des eigenen Selbst.

„Warum werden diese markanten Geschichtsfakten so hartnäckig ignoriert? Vielleicht weil sie zu reiner radikalen Neubewertung moderner Institutionen zwingen. Jede Locke-inspirierte Regierungsform, jede liberale Demokratie, die Kirche und Staat retten, die Freiheit, Toleranz, Wohlstand, Religionsfreiheit und das Streben nach Glück verfassungsmäßig garantiert, dient prinzipiell einer spirituellen Zielsetzung – unabhängig davon, was die jeweiligen Staatsgründer bezweckten oder derzeitige Bürger davon halten.“ Bernd J. Amann

Einige Überlegungen

Nachdem Herr Amann geschichtliche Fakten überwältigend herausgearbeitet hat, hofft man auf eine Fortsetzung des Buches. Schon während des Lesens drängen sich erste Parallelen zur heutigen Gesellschaft auf, die möglicherweise in einem seiner nächsten Bücher aufgegriffen werden.

Nicht nur zu Zeiten von Goethe und Schiller waren der Adel und die Fürsten, auch das aufstrebende Bürgertum, fasziniert von diesen Möglichkeiten – und okkultem. Sie wurden, natürlich im Geheimen, vom Herrn Geheimrat Goethe durchgeführt, um der Kirche nicht auf die Füße zu treten. Darüber, welche Rituale heute stattfinden, möchten manche Menschen lieber nicht nachdenken.

So wird heute geglaubt, dass mittels Globalisierung, viel Geld und einem hundertjährigen Plan die Welt erlöst werden kann. Die Menschen an der Spitze der Organisationen sind fest davon überzeugt, dass sie das Wissen und die Methoden hätten, um die Welt zu verändern. Ihre Rezepte: Migration, Digitalisierung, Sozialstaat, Feminismus, bedingungsloses Grundeinkommen…

PR und Marketing: Das Böse unter den Tisch kehren

John Locke (1632-1704) erklärte, nicht Adam und Eva handelten falsch, sondern der Schöpfergott war allein verantwortlich, dass sie einen Fehler machten. Das erinnert ebenfalls an heute – heute machen Kinder ihre Eltern für ihre eigenen Fehler verantwortlich. Oder Angestellte ihren Chef, wenn etwas falsch läuft. Keiner will die Verantwortung übernehmen, diese wird auf andere verlagert.

James Hutton (1726-1797), späterer Urvater der Geologie, war auch gut in Marketing und PR. Er löste ein weiteres wichtiges Problem: Die Gnostiker in der Renaissance weigerten sich, an einen tatsächlichen Teufel zu glauben. Denn, so sagen sie:

 „Die Figur des Teufels ist von Barbaren erfunden worden, um die erlösende Wahrheit der Erkenntnis in etwas Böses zu verwandeln.“ (James Hutton, 1795, University of Michigan Library).

Heute wird die Existenz von Gut und Böse nicht bestritten, doch das Böse unter den Tisch gekehrt, in Statistiken zur Kriminalität umgedeutet oder ins Ausland verlagert. Nur das Gute soll betont und alles Dunkle beseitigt werden – wie bei Knecht Ruprecht.

Erasmus Darwin (1731-1802) war ebenfalls brillant auf diesem Gebiet der Schönfärberei, er gilt als Großvater der modernen Evolutionslehre. Er war nicht nur der Großvater von Charles Darwin, sondern ebenfalls begeisterter Okkultist. Ihm war klar, dass es sich bei der Lehre der Evolution um die Fortführung der Alchemie handelte. Erasmus Darwin erklärte, dass es nur gewöhnlichen Menschen verboten gewesen sei, vom Baum der Erkenntnis zu essen. Eingeweihten sei dies erlaubt (die Früchte zu genießen, Gut und Böse zu erkennen, weise zu werden, ewig zu leben).

Heute dürfen ebenfalls nur die „Eingeweihten“ wissen, wo es lang gehen soll, wer dazu gehört, fühlt sich glücklich und erhaben. Das „Herrschaftswissen“ der Politik, des Vatikans, der High Society, illustre Kreise. Wer Karriere machen will, muss sich an ihre Spielregeln halten – und die Sache mit dem ewigen Leben wird gerade in Silicon Valley bearbeitet.

Agieren im Geheimen – Die Logen und Geheimgesellschaften von heute

Allen gemeinsam ist, so drängt sich dem Leser auf, – wie den Anarchisten von heute – die Rebellion gegen die (christliche) Autorität, und der Widerspruch zu allgemein gültigen Richtlinien. Die Logen und Geheimgesellschaften von damals existieren noch heute, die Freimaurer, Rosenkreuzer und Co.

Sie pflegen durchaus okkulte Rituale, bei denen nur die obersten Logenmeister die tatsächlichen Wahrheiten wissen dürfen. Sie sind die „Eingeweihten“, wie es damals die Alchemisten und Okkultisten der Fürsten waren. Auch dem gemeinen Volk (den niederen Rängen) innerhalb der Logen ist es verboten, vom wirklichen „Baum der Erkenntnis“ zu essen .

Die Faszination der Menschen durch das Böse ist ungebrochen. Indem Kinder in der Schule Goethes Faust und Darwins Theorie auswendig lernen, da Vincis Malereien und Ideen bewundern und die Regeln des Paradieses auf Erden von Marx lernen, werden sie unbewusst und von den Lehrern unbeabsichtigt in Wirklichkeit vom Bösen geprägt. Sie suchen den Sinn des Lebens und die Zusammenhänge der Welt später oft in Drogen oder (geheimen) Meditationspraktiken, in Metal-Musik oder Extremsport.

Man fragt sich: Was tun?

Nach all den harten Tatsachen, die von über 660 Anmerkungen und zig Literaturangaben begleitet werden, fällt das letzte Kapitel „Gut und Böse“ erstaunlich kurz aus. Klar ist:

„Die Gefahr wird nicht von selbst verschwinden. Sie muss gestoppt werden. Nur wie?“

Bernd J. Amann nennt acht Ansatzpunkte, an denen Handlungsbedarf besteht. Für ihn lenkt das „heillos verworrene Thema Migration“ von den finsteren Vorgängen ab. Die Ankömmlinge werden zum „Spielball sozialutopischer Kräfte“, die die Massenzuwanderung begrüßen und die Gefahr der „‚Barbarisierung‘ der Einwanderungsgesellschaft und die Verelendung der Auswanderungsgesellschaft in Kauf nehmen“.

„Und das alles, um eine Weltordnung zu erzwingen, die auf Wunschdenken gründet, der menschlichen Natur widerspricht und diabolische Wurzeln besitzt, die den Aktivisten völlig unbekannt sein dürften.“

Quellen: PublicDomain/epochtimes.de am 19.12.2018

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Gruß an die Aufmerksamen

TA KI

 

Der Zeitgeist -und wie wir ihm trotzen


Vor Kurzem hatte ich eine Diskussion mit einem interessanten Gesprächspartner, im Laufe selbiger kamen wir auf den (Un-)Geist dieser Zeit zu sprechen.

Diese Konversation dient als Grundlage für den nun folgenden Text.

Einleiten möchte ich ihn mit einem Zitat meiner Wenigkeit, mit welchem ich den momentanen Ist-Zustand der Gesellschaft beschrieb:

Der Zeitgeist ist, alles, was gut, natürlich und redlich ist, als schlecht, krank und verwerflich darzustellen-und umgekehrt.

Wenn die Menschen genug degeneriert sind und man ihnen die natürlichen Ur-Instinkte (vor allem den Selbsterhaltungstrieb) aberzogen hat, wodurch man eine leicht formbare Masse erhält, holt man andere Menschen hier hin, deren Ur-Instinkte sehr aktiv sind, und diese treffen dann auf seelenlose Zeitgeist-Krüppel, die für sie schlecht und minderwertig sind -und aufgrund ihrer Degeneriertheit ein leichtes Opfer.
Erst wird die Spiritualität zerstört, dann der Geist, dann die Kultur und dann die Rasse.
Wir sind bereits beim letzten Schritt angelangt.

Nun stellt sich die Frage, ob dieser Zustand unumkehrbar ist.

Ich möchte ehrlich sein, ich denke nicht, dass diese Gesellschaft zu retten ist, zu tief ist sie schon im Morast der Schlechtigkeit versunken.

Die Betonung des letzten Satzes liegt aber auf die Gesellschaft, denn der Einzelne kann sich sehr wohl am eigenen Schopf aus dem Dreck ziehen.

Ich sprach weiter oben von der Vierergruppe Spiritualität, Geist, Kultur und Rasse. Was ich damit meine, werde ich kurz erläutern.

Verlust der Spiritualität: Erst nahmen sie uns das Heidentum, dann pervertierten sie das Christentum.

Verlust des Geistes: Anstatt das zu tun, was die Wissenschaft -und damit ist nicht nur das gemeint, was wir im akademischen Apparat der Universitäten vorfinden- ausmacht, nämlich Wissen zu schaffen, werden vorgefertigte Konzepte präsentiert, die der Student, als kommender Leistungsträger dieses Systems, auswendig lernen und unkritisch reproduzieren soll.

Verlust der Kultur: Durch Geschichtsverfälschung und totaler Umkehrung der Grundprinzipien des menschlichen Daseins, wird unsere deutsche respektive europäische Kultur als etwas dargestellt, was überwunden werden muss, will man die Möglichkeit des Fortschrittes erlangen.

Verlust der Rasse: Durch gezielt herbeigeführte Völkervermischung wird der Grundstock des Lebens, nämlich die physische Identität, zerstört.

Was kann ich als Individuum tun, um mich dem zu entziehen?

Um eine Rückbesinnung auf unsere Spiritualität zu ermöglichen, ist es wichtig den indoktrinierten Atheismus zu überwinden. Zunächst muss also die innere Bereitschaft da sein, sich dem Höheren, dem Nicht-Sichtbaren, dem Transzendenten zu öffnen. Um dieses zu ermöglichen, muss zunächst Abstand vom universellen Rationalismus gewonnen werden. Das heißt, Dinge infrage zu stellen, die uns die Naturwissenschaften als unumstößliches Factum präsentieren. Vergleichen wir als kleinen Denkanstoß die Evolutionstheorie mit dem Kreationismus. Hat eine Höhere Macht den Menschen erschaffen oder sind wir ein zufälliges Produkt der sog. Evolution? Die ersten Menschen wurden laut Edda von Odin aus zwei Baumstämmen gefertigt, denen er Leben einhauchte, die Bibel berichtet die ersten Menschen wurden aus Staub bzw. einer Rippe Adams geschaffen. Hört sich für den „modernen“ Menschen äußerst befremdlich an, aber ist die Vorstellung, der Mensch stamme von Einzellern und Würmern ab, nicht um ein vielfaches befremdlicher? Wenn es gelungen ist, sich einer solchen Fragestellung zu öffnen und man dann noch in der Lage ist, sich ernsthaft mit ihr auseinanderzusetzen, ist bereits viel gewonnen-unabhängig wohin einen dieser Denkprozess führt. Der nächste Schritt sollte für jeden germanisch-stämmigen Menschen das Lesen der Edda darstellen, durch sie sind wir in der Lage tiefere Einblicke in des Lebens Gründe zu gewinnen.

Darauf folgend oder vllt. sogar daraus resultierend ist der Verlust des Geistes. In der Fragestellung im vorherigen Abschnitt schwang schon die Grundlage der Wissenschaft mit, nämlich das Vergleichen, das In-Verhältnis-Setzen, das Abwägen von Für und Wider. Das Gegenmittel ist simpel, Studium verschiedener Quellen zu spezifischen Themen. Egal, worum es geht, nehmt Euch Literatur mit gegenteiligen Kernaussagen zur Hand, und vergleicht. Wägt ab, habt den Mut eine eigene Meinung zu entwickeln, auch wenn sie den Thesen beider Quellen widersprechen sollte bzw. beiden eine Teilwahrheit zuspricht. Das ist der Unterschied zwischen Information und Wissen. Während an den Hochschulen nur Informationen geliefert werden, die man unhinterfragt schlucken soll, müssen wir in der Lage sein, Wissen zu erarbeiten, also Wissen zu schaffen, womit wir dem eigentlichen Begriff von Wissenschaft wieder gerecht werden.

Auch das Gegengift zum Verlust der Kultur baut wieder auf den vorhergehenden Abschnitt auf. Der Verlust unserer Kultur wird in erster Linie, wie bereits geschrieben, durch die Verfälschung der deutschen/europäischen Geschichte hervorgerufen. Auch hier hilft nur das Abwägen von Quellen. Noch mehr als bei den o.g. Punkten muss hier die Frage gestellt werden „Cui bono?“, „Wem nutzt es?“. Um diese Frage zu beantworten, sollte man sich nicht nur anschauen, was geschrieben wird, sondern auch, wer es schreibt. Wenn wir uns eingehend über die Autoren der liberalistischen Literatur informieren, ist es nicht schwer dieses Rätsel zu lösen. Also: Abgleich von Geschichtsdarstellungen tut not, nehmt Euch einen Text zu einem historischen Geschehen zur Hand, der von einem konservativen Schreiber verfasst wurde, einen von einem Liberalisten geschriebenen und durchaus auch einen Autor, den man landläufig als „revisionistisch“ bezeichnet, so finden wir über das Mittel der Vergleichenden Geschichtswissenschaft wieder zum Kern unserer Kultur zurück, und decken gleichzeitig auf, wer diese durch Lügen und Halbwahrheiten beschmutzt.

Das Antidot zur Rassenvermischung ist ganz simpel, es heißt „Augen auf bei der Partnerwahl“. Das deutsche Volk ist schon allein aufgrund der geographischen Lage des Landes nicht ethnisch homogen und kann es auch nicht sein. Dennoch kann das deutsche Volk eindeutig einigen Sub-Rassen der übergeordneten Weißen Rasse zugeordnet werden, diese sind z.B. dalo-fälid, skando-nordid, dinarid und keltid. Solange die Vermischung unter den genannten bzw. artverwandten Rassen statt findet, ist der Fortbestand nicht gefährdet.

Fast schon obligatorisch der Hinweis zum bösen, bösen Begriff der Rasse. Es geht hier keineswegs um eine Herabwürdigung einzelner Rassen. Jede Rasse hat ihre Existenz-Berechtigung! Jede Rasse hat spezifische Eigenheiten, die man als positiv oder negativ ansehen kann. Die Vielfalt der Ethnien ist erfreulich, aber gerade, weil dem so ist, ist eine Vermischung selbiger nicht begrüßenswert. Wenn eine durch Liebe getragene Verbindung von Menschen gänzlich unterschiedlicher Rassen entsteht, dann ist dies zu akzeptieren, jedoch gefährdet das vorsätzliche Heranzüchten von gemischten Paaren die Existenz beider Ethnien und damit auch die Existenz der jeweiligen Völker und im Endeffekt auch der entsprechenden Kulturen.

Zum Abschluss noch ein paar Literatur-Tipps (aus juristischen Gründen keine Direktverlinkung).

Spiritualität/Religion: https://www.google.com/search?q=edda+pdf&ie=utf-8&oe=utf-8&client=firefox-b-ab (Suchbegriff „Edda pdf“)

Geist/Kultur: https://www.google.com/search?q=julius+evola+pdf++&ie=utf-8&oe=utf-8&client=firefox-b-ab (Suchbegriff: Julius Evola pdf)

Bild: pixabay

Quelle

Danke an Oliver.

Gruß an die Nachdenklichen

TA KI

Lidl entfernt Kreuz auf Kirchen auf allen Produktverpackungen


Lidl hatte bei seiner kulinarischen „Griechischen Woche“ auf sämtlichen Produktverpackungen, die Kirchen abgebildet hatten, die Kreuze entfernt. Die islam-devote Retusche war einem belgischen Infokanal aufgefallen. Dies sei längst gängige Lidl-Praxis, so ein Discoutsprecher. Das Unternehmen respektiere somit die religiöse Vielfalt. Die Produkte mit der islamaffinen Verpackung sind auch in Deutschland zu erwerben.

Lidl entführt seine Kunden immer wieder in fremdländische, kulinarische Paradiese. So auch bei der „griechischen Woche“. Hierbei wurden den Kunden etwa Moussaka, Feta, Tzatziki oder etwa Käseteigtaschen angeboten. Auf den Umverpackungen wurde original griechisch mit den weiß-blauen Kirchenbauten der Urlaubsinsel Santorini geworben.

Jedoch – wohl aufgrund der immer größer werdenden muslimischen Kundschaft  – wurde auf die Kreuze, die im Original auf den Kirchen vorhanden sind – kurzerhand wegretuschiert.  Wie die belgische Nachrichtenplattform RTL Info, die als erste über die Lidl- Retuscheaktion berichteten, darstellt, sei das Entfernen von Kreuzen auf Verpackungen bei dem Discounter ein normaler Vorgang.

Ein Sprecher von Lidl Belgien erklärte hierzu: „Wir vermeiden grundsätzlich den Gebrauch von religiösen Symbolen. Damit wollen wir unsere Neutralität unterstreichen.“ Das Unternehmen respektiere die religiöse Vielfalt, deshalb habe man bewusst das Design verändert. (BS)

Quelle: https://www.journalistenwatch.com/2017/09/02/lidl-entfernt-kreuz-auf-kirchen-auf-allen-produktverpackungen/

Gruß an die Erwachenden

TA KI

Polen fordert EU-Einreisestopp für Muslime – „Abkehr von europäischer Zivilisation“


Polens Innenminister Blaszczak fordert ein Einreiseverbot von Muslimen in die EU. Der Politiker begründet den Vorstoß mit der Gefahr vor Angriffen durch islamistische Terroristen.

Der polnische Innenminister Mariusz Blaszczak fordert ein Einreiseverbot für Migranten aus islamischen Staaten in die EU. Die Gefahr für Anschläge, die die islamistischen Terroristen in Westeuropa verüben, sei eine Tatsache. Das sind keine bloßen Vorfälle, so Blasznaks Begründung im polnischen Fernsehen. Der Sputnik berichtete.

Blaszczak: Multikulti bringt „faule Früchte“

Die Multikulti-Politik bringe „faule Früchte“ und sei eine „Abkehr von den Wurzeln der europäischen Zivilisation und damit auch vom Christentum“. Dies sei letztlich auch der Grund für die Ablehnung der Flüchtlingspolitik der EU (Stichwort: Quotenverteilung).

Viele aus dem Osten hätten sich bereits gut integriert, aber man lasse nicht zu, dass sich das eigene Land mit der westeuropäischen Epidemie des islamistischen Terrors infiziert, so Polens Innenminister, so neues-deutschland.de.

Umfrage: 70 Prozent gegen Aufnahme von Muslimen

Nach neuesten Umfragen durch das Meinungsforschungsinstitut Ipsos wollen 70 Prozent der Polen keine Flüchtlinge muslimischen Glaubens aufnehmen. Nach dem Anschlag in der Manchester-Arena, bei dem auch ein polnisches Ehepaar starb, habe sich diese Tendenz verstärkt. Dies dürfte sich nach dem neuen Anschlag in London weiter so entwickeln. (dk)

Quelle: http://www.epochtimes.de/politik/europa/polen-fordert-eu-einreisestopp-fuer-muslime-a2136759.html

Gruß an die Denkenden

TA KI

Der Samstagsfilm


Quo Vadis

Willkommen in Neros Haus der Frauen“, begrüßt eine Konkubine das Sklavenmädchen Lygia (Deborah Kerr). Später enthüllt ihr jene Frau, dass sie ebenso wie Lygia auch dem christlichen Glauben angehört. Und genau diese Mischung aus Hollywoods Geschmacklosigkeiten und einer christlichen Botschaft macht aus diesem Film ein durchaus sehenswertes Stück Zelluloid mit Gladiatoren und Heiden zuhauf. Marcus Vinicius kehrt nach einem Feldzug gegen die Bretonen nach Rom zurück und stellt fest, dass die Stadt von einer verrückten neuen Sekte heimgesucht wird, die sich „Christen“ nennt und dass sein geliebter Herrscher Nero (dicklich und gemein: Peter Ustinov) immer mehr durchknallt. Marcus kehrt gegenüber Lygia seinen eindrucksvollsten Zenturio heraus, und sie erliegt seinem Charme, aber sie ist auch zum Christentum bekehrt worden und bittet Marcus darum, dass er sie nicht zwingen soll, zwischen ihm und ihrem Gott zu wählen. Den Christen geht es unterdessen nicht so gut, denn sie sterben als Bestrafung dafür, dass sie die neue Religion in der Stadt darstellen, den Märtyrertod im Colosseum. In Mervyn LeRoys Film ist immer was los, obwohl er drei Stunden lang ist. Er eignet sich hervorragend dafür, verregnete Sonntagnachmittage vergnüglich vor dem Fernseher zu verbringen. *

Gruß an die wahre Geschichte

TA KI

Ist die Weltgeschichte radikal verfälscht worden? – Teil 6 – Skythen als Väter der Nationen


Im ersten Teil einer Artikelserie zur Unterstützung der These, dass unsere Geschichte verfälscht wurde, erfuhren wir über den Nikotin- und Kokain-Konsum in Afrika und Asien weit vor Christi Geburt. Im zweiten Teil warfen wir einen Blick auf große Steinkugeln und Schädeldeformationen, die überall auf der Welt zu finden sind. Im dritten Teil durften wir erkennen, dass es viel mehr Pyramiden auf der Welt gibt, als uns in der Schule gezeigt werden und wie ähnlich sie sind. Der vierte Teil ergänzte weiter Fakten rund um das Thema Mumien. Der fünfte Teil ist quais die Einleitung zu dem nun folgenden Artikel von “Zacher”:

Teil 6 – Skythen als Väter der Nationen

Goldschmiedekunst der Skythen

Die letzte Folge behandelte die Erfindungen, die den Skythen zugeschrieben wurden und die, sollten diese Zuschreibungen korrekt sein, unsere historischen und historisch-chronologischen Vorstellungen grundlegend in Frage stellen. Das gilt auch für die Beschreibungen der Skythen durch die griechischen Autoren als das größte und älteste Volk. Ich zeigte zudem, dass ein britischer Historiker erwähnte, die Skythen wurden einst als „Väter der Nationen“ betitelt. Wollen wir doch mal sehen, ob dieser Titel eine reale Grundlage hat.

Die Erben der Skythen

Wir brauchen nicht lange zu suchen. Schon im englischsprachigen Wikipedia finden wir eine Liste der Völker, die ihre Entstehung auf die Skythen zurückführen. In dieser Auflistung finden wir asiatische, ost- und westeuropäische Völker, Iraner, Kaukasier, Slawen, Germanen und Kelten:

Schotten, Iren, Pikten, Gälen,
Sachsen, Franken
Osseten (ihnen gelang es, viele der alten skythischen/sarmatischen Mythen in ihrer mündlichen Tradition lebendig zu erhalten)
Paschtunen
Ungarn, Polen, Serben,  Bosnier, Kroaten
Und andere.

Leider reagieren viele Historiker auf solche Zeugnisse mit Ignoranz oder reflexartigen Ablehnung wie: „Ja und? Manche europäische Herrscher haben auch behauptet, von den Trojanern abzustammen.“ Und mit dieser – vermeintlichen – Lüge einiger Herrschaftshäuser tun sie auch alle Überlieferungen über die skythischen Gründerväter als reine Fantasie ab. Aus irgendwelchen Gründen, die man nicht erklären möchte, sollen die Monarchen und ihre Völker sich einfach einen skythischen Ursprung aus den Fingern gesaugt haben. Doch die Historiker irren sich genauso, wenn sie die trojanische Herkunft mancher Herrschaftshäuser ablehnen. Dazu ein andermal mehr.

Die verborgenen Wurzeln der skandinavischen Völker

Zunächst zu weiteren Belegen und Indizien, die für die Skythen als Begründer eurasischer Nationen sprechen. In dieser Abhandlung listet der Autor Zeugnisse früher Historiker über die verborgenen Wurzeln der skandinavischen Völker, deren Urväter Goten oder Kimmerer waren, welche wiederum den Skythen zugerechnet werden und aus dem Gebiet nördlich vom Schwarzen Meer kamen:

Uncovering Scandinavia Roots

Die Sarmaten, nächste Nachfahren der Skythen und Vorfahren der Germanen

Ein mutiger deutscher Historiker namens Reinhard Schmoeckel fand heraus, dass die Sarmaten, die nächsten Verwandten und – zumindest nach der heutigen Vorstellung – Nachfolger der Skythen, im frühen Mittelalter einen großen Teil Deutschlands beherrschten und am Anfang vieler Adelsgeschlechter standen, die als Begründer der deutschen und französischen Nationen galten (Karolinger, Merowinger):

Sachsen, Thüringer, Schwaben – einst von Sarmaten beherrscht?Das Frühmittelalter in Deutschland neu gesehen – Die Sarmaten | Vergessene Väter des mittelalterlichen Europa | Band 1

Dass die Skythen am Anfang der germanischen Kultur standen, das behauptete auch Johannes Fressl im 19. Jahrhundert:

Die Skythen-Saken – Die Urväter der Germanen

Bekanntlich kamen die (angeblich germanischen) Goten sogar bis nach Spanien und gründeten dort ein florierendes Reich.

Die Grüdnungen von Skythen in Asien

Nun machen wir einen Sprung nach Asien. Davon, dass manche europäischen Historiker behaupteten, die Chinesen und Japaner wurden als Nationen von den Skythen begründet, habe ich bereits geschrieben. Im Fall von Japan, aber auch Korea kann man die skythische Dominanz oder zumindest starken Einfluss anhand von Überlieferungen nachvollziehen.

In diesem Wikipedia-Artikel wird behauptet, dass der Kaiser Ojin, bei dem eine skythische Herkunft angenommen wird, der erste historische Herrscher Japans war.

Vor Kurzem entdeckte ein amerikanischer Anthropologe, dass die japanischen Samurai gar nicht so japanisch, sondern eher europid waren.

Interessanterweise kennen viele eurasische Völker Legenden, in denen die Herrscher mit einem magischen Schwert verbunden sind. Diese Legenden weisen erstaunliche – aus der Sicht der traditionellen Geschichte – Parallelen amit der Arthus-Saga auf, hier noch ausführlicher.

Ach ja, wer der legendäre König, den wir als König Arthus kennen, war, das könnt ihr euch schon denken. In diesem Buch wird es recht anschaulich erklärt:

From Scythia to Camelot: A Radical Reassessment of the Legends of King Arthur, the Knights of the Round Table, and the Holy Grail

Auch in Indien haben die Skythen geherrscht. Belegt ist es neben den Überlieferungen auch anhand von Münzen.

In dieser bereits zitierten historischen Publikation wird behauptet, dass die Skythen ganz Asien, einschließlich Arabiens erobert hatten. Offenbar war es zu jener Zeit eine gängige Meinung.

Die Skythen in Ägypten

Die offizielle Geschichtsschreibung erzählt davon, dass die Skythen viele andere Regionen eroberten, darunter auch Ägypten.

Die Herkunft der ägyptischen Hyksos-Dynastie wird auch im heutigen Russland vermutet, wenn auch in einer angeblich vor-skythischen Periode. Wie ich schon erwähnte, teilten die Skythen und die Ägypter nicht nur die Kunst der Mumifizierung (auch in Ägypten fand man blonde oder rothaarige Pharaonen-Mumien) und des Pyramidenbaus, man fand auch in skythischen Grabhügeln Objekte die wir als ägyptisch kennen.

Excavations and Discoveries in Scythian Lands

Beeinflussungen der skythischen Sprache und Religion

Ergänzend kann man erwähnen, dass einige Historiker den Skythen zuschreiben, die Sprachen der Europäer nachhaltig beeinflusst zu haben. Georg Stiernhielm, ein Wissenschaftler des 16. Jahrhunderts, welcher viele Sprachen beherrschte, nannte die Sprachgruppe der lateinischen, romanischen, griechischen, persischen, germanischen und slawischen Sprachen „skythisch“ oder vom Skythischen abstammend (auf der Seite 72).

Der Einfluss der „Steppe-Nomaden“ auf unsere Zivilisation wird auch im Buch „The Horse, the Wheel, and Language: How Bronze-Age Riders from the Eurasian Steppes Shaped the Modern World“ beschrieben.

Der bedeutende „römische“ Historiker Trogus schreibt übrigens, dass die Skythen den symbolischen biblischen Turm zu Babel erbauten, dessen Fall erst zur großen Sprachverwirrung führte. Er sagt auch, dass die Religion, die von der Flut bis zum Fall des Turms zu Babel geherrscht hatte, Skythizismus (ich greife vor, damit ist offenbar die frühe Form des Christentums gemeint) genannt wurde, dem Hellenismus oder „griechischer Fehler“ und dann Judaismus folgten! Ein sehr wichtiger Punkt, der an einer anderen Stelle genauer erläutert wird.

In seinem bedeutenden Werk „A Dissertation on the Origin and Progress of the Scythians Or Goths“ zitiert der Autor John Pinkerton griechische Autoren, die den Skythen und ihren Verwandten (Trojanern, Pelasgern, Thrakern) eine zentrale Bedeutung als Ur-Griechen beimessen. Nun wissen wir, wer diese geheimnisvollen blonden Griechen höchstwahrscheinlich waren. Plato selbst behauptete, dass die Riten der Griechen von diesen „Barbaren“ kommen. Was damit gemeint ist, wird in der nächsten Folge erklärt.

Auch die enge Verwandtschaft lässt sich in der Kunst erkennen. Ich erinnere daran, dass die Griechen behaupteten, die Kunst des Metallschmelzens, die Münzen bzw. das Geldwesen und die Eisenwaffen seien ihnen von den Skythen gebracht worden. Nun macht einfach Folgendes, geht auf Google-Bilder und gebt ein:

  • Greek helmet museum
  • Scythian helmet museum
  • Thracian helmet museum
  • Etruscan helmet museum

Von Sibirien bis nach Italien findet man ähnliche Helmtypen, von denen der häufigste Typ dieser ist:

Eisenhelme der Antike

Aber auch diesen Typ findet man häufig:

Gladiatoren-Helm

Nun ersetzt das Wort „helmet“ mit „medusa“, „rhtyon“ oder „griffin“ und googelt auch dazu passende Bilder. Es ist nicht zu übersehen, dass diese Völker kulturell in sehr engem Kontakt standen oder einfach direkt verwandt waren.

Übrigens, wusstet Ihr, dass Venedig, die Stadt im italienischen Venetien, an das frühere Etrurien (Land der Etrusker) angrenzend, auf den Stämmen der sibirischen Lärche aufgebaut ist? Woher wussten diese (häufig blonden oder rothaarigen, wie die meisten Skythen) Italiener davon, dass dieses Holz so lange Zeit so widerstandsfähig selbst im Salzwasser ist.

Etrusker sind übrigens das „rätselhafte“ Volk, dem die Begründung der römisch-italienischen Zivilisation zugeschrieben wird. Angeblich weiß man nicht, wo sie her kamen. Ihre Sprache, zu finden auf zahlreichen Inschriften, konnte ebenfalls angeblich nicht entziffert werden.

Auch die berühmten Phönizier werden von manchen Historikern den Venetern (Phoenicia=Venezia) gleichgesetzt und die Veneter oder Venedi wiederum gelegentlich den Wandalen. Wandalen werden als direkt mit Goten verwandt beschrieben, die Goten wiederum als skythischer Stamm bezeichnet. Beiden, Wandalen bzw. Phoeniziern wird die Eroberung Nordafrikas zugeschrieben, wenn auch zu unterschiedlichen Epochen. Wir werden nachfolgend sehen, dass es sich um ein und dasselbe handelt. Jedenfalls platzierte man das Volk der Veneter, das ein riesiges Gebiet bewohnte, aber von den heutigen Historikern weitgehend ignoriert wird, hier:

So gehesen verwundert es nicht, wenn die Griechen die Erfindung des Kupfer-, Silber-, Bronze- und Eisenschmelzens und Stahlhärtens den Skythen zuschreiben und die Erfindung des Goldschmelzens einem Phönizier namens Cadmus (siehe).

Pliny der Ältere nennt die Veneter / Venedi Sarmaten auch Ptolemey, siedelt sie geografisch unter den Sarmaten an. Ich erinnere, die Sarmaten sind direktesten Verwandte der Skythen und gelten als deren Nachfolger. Der Historiker Jordanes sieht sie als Urslawen.

Wie wir sehen, spricht sehr Vieles dafür, dass der Titel „Väter der Nationen“ den Skythen nicht umsonst verliehen wurde.

Skythische Spuren in Amerika

Doch „nur“ mit dem Begründung vieler Kulturen Eurasiens und Nordafrikas gaben sich die Skythen nicht zufrieden. Offenbar geht auch die Entdeckung von Amerika (nach den Ureinwohnern, versteht sich) auf ihr Konto. Davon dass die Skythen zusammen mit den indigenen Völkern Nordamerika besiedelten, zeugen bis heute erhaltene, wenn auch vereinzelte historischen Überlieferungen selbst noch aus dem 18.-19. Jahrhunderten. Und jetzt wird es interessant: Irgendwie setzten die frühen US-Historiker sie den Skythen und gleichzeitig den Tartaren und den… Israeliten gleich. Ähnlich wie der schon erwähnte britische Historiker die Skythen Nachkommen Japheths (Sohn Noahs) und Tartaren bezeichnete. Wie passt das zusammen?

William Augustus Bowles (1763–1805) war auch mit seinem Muscogee-Namen Estajoca bekannt.

Im Buch aus dem Jahr 1775 „The History of the American Indians“ beschreibt der Autor James Adair einen Teil der amerikanischen Ureinwohner als „jüdischer“ Herkunft, zum Beispiel Cherokee oder Muskobge, auch Muscogee genannt (merkt euch diese Namen). So sah einer ihrer Anführer aus, man beachte die „asiatische“ Kopfbedeckung und das europäische Aussehen.

Und so wurden die Cherokee dargestellt. Man beachte die Frisuren und den halbmondförmigen Anhänger mit Schrift(!), auch wenn der Zeichner lateinische Buchstaben einsetzte, möglicherweise, weil ihm das Alphabet nicht bekannt war:

Drei Cherokeesen

 

Cherokeese mit christlich anmutenden Symbolen

Beachtet mal die Frisur und hier den Anhänger mit klar christlicher, europäischer Symbolik.

Ähnlichkeit mit Ukrainern

Bevor es weiter geht, schlage ich schnell noch eine Brücke in einen anderen Teil der Welt, die Ukraine, deren Bewohner sich damals als Kleinrussen bezeichnete, wo aber auch Tataren lebten. Womit wir übrigens wieder an der nördlichen Küste des Schwarzen Meeres wären. So sah der legendäre Fürst Bogdan Khemlnitski aus, der in etwa der gleichen Periode lebte:

Fürst Bogdan Khmelnitsky

Zur Urkaine noch: damals existierte nur eine russische, weitaus kleinere Provinz “Okraina” = Grenzland und die Menschen auf dem Gebiet der heutigen Ukraine bezeichneten sich als Russen, Rutenen oder Kleinrussen. Oder als Tartaren..

Ein ukrainischer Kosake

Und hier einige Bilder eines Chief der Irokesen:

Irokese Joseph Fayadaneega called the Brant

Ist diese Ähnlichkeit nicht erstaunlich? Und was können die Historiker damit anfangen? Nichts! Wie üblich fegt man es einfach vom Tisch. Die Ähnlichkeit in der Kleidung auf den Abbildungen habe keine Aussagekraft, das sei Fantasie der Maler. Die Frisuren – purer Zufall.

Wenn man ihnen die Bilder der teils sehr europiden Cherokee zeigt, führen sie es auf die frühe Vermischung mit den Europäern zurück.

Und wenn ein Wissenschaftler die Sprachen dieser Indianer als „skythisch“ oder „arisch“ bezeichnet, dann wird es als völliger Nonsens abgetan. Christliche oder jüdische Israeliten, die gleichzeitig Tartaren und Skythen sind und arisch sprechen?

Ich gebe zu, diese Vorstellung ist schwer verdaulich. Zumindest in unserem historischen Konzept ergibt es wenig Sinn.

Eines lässt sich nicht so leicht wegfegen. Die Genetik. Doch selbst hier erkennt man ziemlich deutlich den Versuch, die Herkunft dieser Indianer unter den Teppich zu kehren. Vor Kurzem hat man erkannt, dass viele „Ureinwohner“ sehr viel europäische Genetik in sich tragen, bei manchen Stämmen 40-80% in der männlichen Bevölkerung.

Diese europäische Gruppe wird als R1 oder R-M173 zusammengefasst. Hier wird allerdings nicht unterschieden nach der Haplogruppe R1a, die den Skythen und Slawen eigen war, oder der Haplogruppe R1b, die ursprünglich, grob gesagt, keltisch war. Es macht aber einen wesentlichen Unterschied! Denn die Vermischung mit den Westeuropäern (Briten, Franzosen und Spanier sind mehrheitlich R1b-Träger) wäre erklärbar im Rahmen der Mainstream-Geschichte. Das Vorhandensein der skythischen oder slawischen Genetik nicht! Es hat eine Weile gedauert, bis ich diese Arbeit fand, die bestätigte: Diese Native Americans sind R1a-Träger, was nun ebenfalls für ihre skythische Herkunft spricht.

Hier eine sehr wahrscheinliche Antwort auf die Frage, warum man sie Indianer (Indians) nannte. Schaut mal in den nordöstlichen Teil des heutigen Russlands:


https://secretgardening.files.wordpress.com/2011/03/map-sebastian-mc3bcnster-1488.jpg

Sehr seltsam, die Karte samt Amerika wurde – wie heutige Historiker behaupten – nach dem “antiken” Gelehrten Ptolemäus gezeichnet, den seine – ich behaupte ganz unverschämt – Zeitgenossen erstaunlich “mittelalterlich” darstellten.

Und was ist mit Kolumbus? Er selbst hat in Amerika “Indien” oder das biblische Land Arsareth und die Stämme Israels erwartet!

Hier ist die Passage aus einem apokryphischen (nicht im Kanon enthaltenen) Buch Bibel Esdras über die Auswanderung der zehn Stämme Israels nach Arsareth, die eineinhalb Jahre unterwegs waren und einen großen Strom überquerten:

Dies sind die zehn Stämme, welche als Gefangene aus ihrem eigenen Land zur Zeit des Königs Hosea geführt wurden, welchen Salmanasser, der König von Assyrien, gefangen wegführte, und er brachte sie über die Wasser, und so kamen sie in ein anderes Land. Aber sie berieten unter sich, daß sie die Menge der Heiden verlassen und in ein fernes Land ziehen würden, in welchem nie jemand gewohnt hatte, daß sie dort ihre Gesetze halten würden, welchen sie in ihrem eigenen Lande nie gefolgt waren … Und durch dieses Land war es lange zu gehen, nämlich eineinhalb Jahre, und diese Gegend ist genannt Arsareth. Dann blieben sie dort bis in die letzten Zeiten (2. Esdras 13:40-45).

Und nun lasst uns sehen, wo der bedeutendste Kartograf seiner Zeit, Abraham Ortelius, das biblische Arsareth und die zehn Stämme Israels platzierte, in „India Superior“ der ptolemäischen Karte oben, also im Osten des heutigen Russlands.

Interessanterweise heißt Russland auf dieser Karte aus dem 16. Jahrhundert „Tartarien“, das wichtigste Zentrum ist in Moskau, und die Bering-Straße, die nach der offiziellen Geschichte den Europäern erst im 18. Jahrhundert bekannt sein konnte, ist hier schon eingezeichnet und heißt „Stretto de Anian“.

Und so sehen diese Indianer, die behaupten die Israeliten zu sein, heute aus:

https://www.youtube.com/watch?v=Pu56Gtd4pJ0

Natürlich wird auch da ihre Ankunft automatisch in eine ferne Vergangenheit verlegt und Westeuropa als Urheimat angenommen. Die Karte in der Minute 5:40 suggeriert, sie könnten aus Britannien kommen. Angesichts der oben genannten Zeugnisse und genetischen Untersuchungen kann man den Machern des Films Manipulation vorwerfen. Ähnlich dreist erklärten US-amerikanische Dokumentationen-Produzenten de tocharischen Mumien aus China zu Kelten, obwohl diese genetisch und vom Kleidungsstil her offensichtlich eher skythisch waren.

Hier, auf Seite 43, wird von einem Schriftdokument erzählt, das von der Herkunft der „Indianer“ als sibirische Tartaren, Kanaaniten, Phöniziern (siehe oben: Venetien oder Veneter), Atlantiden (die offenbar vor der besagten großen Flut tatsächlich ebenfalls auf den Inseln des Schwarzen Meeres lebten, worauf ich auf Wunsch noch eingehen werde), Tyrenen, die ebenfalls mit Etruskern und Venetern bzw. mit Phöniziern in Verbindung gebracht werden und natürlich mit Hebräern.

Es gibt auch andere Funde wie diesen Stein, die „hebräische“ Schriften tragen (New Mexico)

Hier berichten die amerikanischen Mormonen über die Funde, die ihre Version der Bibel bestätigen und vom Christentum in Amerika vor Kolumbus zeugen. Selbstverständlich werden ihre Untersuchungen als Wunschdenken einer Sekte abgetan und die Funde automatisch als Fälschungen abgelehnt, ihre Bibel als neuzeitliche Version. Riskiert trotzdem einen Blick auf die sehenswerten Artefakte, vor allem in der rechten Spalte.

Und nun das Interessanteste. Welche Schrift verwendeten die angeblich schriftlosen Skythen nach der Meinung eines deutschen Gelehrten Gottfried Hensel? Unter anderem verwendeten sie das Alphabet, das wir als hebräisch kennen. Hier ist seine Sprachkarte aus dem Jahr 1741, Skythisch sieht man es in der linken Spalte:

Sprachkarte Europas von 1741 auch in skythisch von beschriftet

Interessanterweise scheint er auch das etruskische Alphabet zu kennen und platziert es (Hetrusco) vielleicht zufällig, vielleicht nicht unter die slawischen Glagoliza und Kyrillisch.

Auf diesem Teil der Sprachen-Karte sieht man eine andere skythische Schrift, die heute nirgends mehr aufzufinden ist – Scythico-Tatarici:

Einige Wissenschaftler haben entdeckt, dass viele indigene oder „antike“ Völker weltweit nicht selten bereits vor der Ankunft der Westeuropäer Legenden wie die von der Sintflut oder von einer Jesus-ähnlichen Figur kannten. Auch unerwartete Parallelen zwischen den Weltreligion wurden entdeckt, z.B. zwischen dem Buddhismus und Christentum. Als Schlussfolgerung hat man angenommen, dass diese Ideen viel älter sind und vom Christentum adoptiert wurden. Nun bekommen wir aber nach und nach ein völlig anderes Bild zusammengesetzt. Die dominanten und sehr aktiven Skythen und ihre nahen Verwandten haben schlicht ihre religiösen Vorstellungen weltweit verbreitet. Mehr noch, aus dieser urchristlichen Religion haben sich andere heute bekannten Weltreligionen entwickelt. Das heutige Christentum ist lediglich eine reduzierte, umgeänderte Version davon, die fälschlicherweise alle „alttestamentarische“ biblischen Bücher in die Zeit vor Christus setzt. Weitere Beweise für diese Behauptungen bleibe ich nicht schuldig. Dazu mehr in der nächsten Folge.

Verständlicherweise überfordert ein solcher Text einen nicht historisch bewandten Menschen. Noch mehr überfordert und reizt er Jemanden, der historisch bewandt ist, und dessen Vorstellungen dieser Text radikal widerspricht. Ich empfehle dennoch, diesen Text mehr als einmal durchzulesen, um mehr Klarheit zu bekommen.

 

(…)

Quelle: https://faszinationmensch.com

Gruß an die Nachforschenden

TA KI

 

 

Die Götter Germaniens


Wenn wir nach den Göttern Deutschlands suchen, so werden wir nur wenige Anhaltspunkte hier finden. Es hat sich die Gottheit eines gänzlich anderen Kulturkreises einen Teil Germaniens sehr frühe erobert und hat diesen Teil Germaniens in Verbindung mit anderen wirkenden Ursachen zu Deutschland gemacht. Indem die Bildungsstufe „gemeingermanisch“ bei uns erlosch, entweichend nach Norden, und die Bildungsstufe „deutsch“ begann, war davon auch die Götterwelt betroffen.

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Geschrieben von: Prof. Dr. Hans Naumann
Wenn wir nach den Göttern Deutschlands suchen, so werden wir nur wenige Anhaltspunkte hier finden. Es hat sich die Gottheit eines gänzlich anderen Kulturkreises einen Teil Germaniens sehr frühe erobert und hat diesen Teil Germaniens in Verbindung mit anderen wirkenden Ursachen zu Deutschland gemacht. Indem die Bildungsstufe „gemeingermanisch“ bei uns erlosch, entweichend nach Norden, und die Bildungsstufe „deutsch“ begann, war davon auch die Götterwelt betroffen.

Eine Zeitlang lebte sie weiter im Volksglauben. Aber schon über tausend Jahre wirkt das Christentum prägend auf den deutschen Volksglauben ein, nicht mehr das Heidentum 1.

Daß jedoch die hauptsächlich nur nordgermanisch bezeugte Götterwelt und das nordgermanische Weltbild in den großen und in vielen kleinen Zügen einst auch Besitz Südgermaniens war: mit dieser Annahme wird man heute getrost zur älteren Anschauungsweise zurückkehren dürfen. Denn wo nur immer einmal die stark verschütteten südgermanischen Quellen fließen, da werden sie auch sofort durch die nordischen Zeugnisse bis ins Unwesentliche hinein bestätigt und unterstützt. Ich nene rasch das Wichtigste in kurzen Formeln: Wodan und Frigg nicht nur einzeln, sondern in den der bekannten ehelichen Verbindung im Norden wie bei Paulus Diaconus. Friggs Bild in überraschender Weise schon südgermanisch. Ihr Sohn Balder mit den Eltern im Kreise besorgter Götter: nur die Torheit, in die sich einst heut unbegreiflicher Überkritizismus überschlug, konnte am Balder des zweiten Merseburger Zauberspruches irre gehen. Aber wer würde Fulla, die scheinbar so nebensächliche Schwester und Zofe der Frigg, aus dem Nordischen auch fürs Südgermanische zu erschließen wagen, wenn nicht eben dieser Merseburger Zauberspruch wäre? Oder Njörd, wenn nicht die Taciteische Nerthus wäre? Tyr = Teiwas, lebendig im Süden noch zur Zeit der Wochentagsnamengebung, ist jetzt schon aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. für Südgermanien durch die Inschrift von Negau bezeugt 2.

Die Verbindung von Logathore = Lodurr, der Langform des Kurznamens Loki, und Vigithonar = Vingthorr mit Wodan auf der Nordendorfer Spange 3 läßt Außerordentliches im gemeinsamen religiösen Besitz vermuten. Die Worte, Gleichungen und Sachen Yngwi = Ingwaz im Namen der nach ihm benannten Amphiktyonie, Ingunar-Freyr, der ingwäonische Herr; Forseti = Fosete; Hludana = Hlodyn; idisi = disir; fairguni = Fjörgynn; irmin = iörmun; Fessel = hain4; Muspilli; Mittilagart; Erde und Oberhimmel; Yggdrasil und die Vorstellung von der Irminsul (universalis columna quasi sustinens omnia, Rudolf von Fulda), altsächs. reganogiscapu vgl. altnord. ragnarök und mindestens der Name, wenn auch nicht die Figur Aurvandill = Orendel kommen hinzu. Einiges von all diesem reicht, wie man sieht, bis weit über die Völkerwanderung hinab. Aus den gedeckten Einzelheiten dürfen wir getrost auf das ungedeckte Ganze schließen. Diese sonderbaren Relikttrümmer des Südens beweisen, daß die geschlossene mythologische Landschaft des Nordens einst bis zu uns gereicht hat. Allgemeine Erwägungen und Schlüsse aus anderen Gebieten, denen zufolge wir überhaupt in weitem Maße die nordgermanische Kultur als ein Echo und Spiegelbild schon vergangener südgermanischer auffassen dürfen, kommen hinzu. Norwegen war nicht sehr schöpferisch; daß sich Island noch neue Göttergestalten schuf, ist unwahrscheinlich. Das Gemeinskandinavische reicht mit tausend Maschen in das Gemeingermanische hinein. Die Götterwelt des Nordens war einst auch die unsrige, als wir uns noch nicht aus dem gemeingermanischen Kulturkreis losgelöst hatten. Wir werden sehen, daß es eine gemeingermanische aristokratisch-idealistische Hochreligion gegeben hat, die uns längst nicht so unbegreifbar bleibt, wie die Skeptiker gewöhnlich meinen.

Aber nicht mehr die Naturkräfte und urmythich-kosmischen Bezüge, die in den Göttergestalten sich etwa symbolisieren, werden den Philologen von heute in erster Linie berühren, sondern die menschlichen, die ideellen, die geistigen Kräfte. Die Ideen, die die Namen germanischer Götter tragen, die seelischen Antriebskräfte, Willensziele und Lebensideale, die in göttlicher Gestalt verehrt werden, die menschlichen Lebensformen, Seinsweisen, Interessensphären, erfüllten oder unerfüllten Wünsche, die unter diesem oder jenem Namen vergöttlicht sind, zu erkennen, muß das Geschäft des Germanisten sein, damit er die Ergebnisse der dürftigen dichterischen und kunsthandwerklichen Denkmäler in etwas ergänze und die Wissenschaft vom germanischen Menschen vermehre. Eine Untersuchung de natura deorum Germaniae muß zuletzt zu einer Untersuchung de natura deorum Germanorum werden, so wie einst Ciceros „De natura deorum“ zu einem Stück antiker Geistesgeschichte geworden ist. „Der Mensch schafft sich seine Götter nach seinem Bilde“: so hieß einst die positivistische Wendung des Satzes: „In seinen Göttern spiegelt sich der Mensch“. Tiefer wäre vielleicht die Formulierung, daß die göttlichen Mächte, dereinst dem Geheimnis des magischen Weltbildes entsprungen, ihren Völkern stets diejenigen Ideale vorleben, deren sie auf ihrer jeweiligen Bildungsstufe bedürfen, um zu der Form sich lebend zu entwickeln, die ihnen vom Schicksal geprägt worden ist. In jenen allegorischen Erklärungen der Götter und ihrer Taten indessen aus gutem oder schlechtem Wetter verriet sich eine Zeit, die sich ein schöpferisches, bildhaftes Denken der Menschen nicht mehr vorstellen konnte. In Wirklichkeit schuf damals ein starkes Geschlecht weit über sich selbst hinaus, und sich steigernd, wiederholte es sich selbst in seinen Göttern.

Die Götter Epikurs

Aus den Äußerungen, die Citero in „De natura deorum“ seinem Epikureer Vellejus über die antiken Götter in den Mund legt, ergibt sich, wenn man sie zusammenzieht, etwa folgende Vorstellung von diesen 5:Die Götter sind ewig und glückselig. Sie tragen zwar menschliche Gestalt, weil keine Form schöner ist als die menschliche, indessen ist ihre Gestalt nicht körperlich, sondern nur gleichsam körperlich, ihr Blut nur gleichsam Blut. Ihr Leben verbringen sie in glückseligster Weise in allem nur erdenkbaren Überfluß, ohne Zorn, ohne Zuneigung, denn alles, was von Zorn oder Zuneigung ergriffen wird, ist unvollkommen. Sie tun nichts, sie leben in ewiger Ruhe der Seele, denn ohne Ruhe der Seele gibt es nicht Freiheit, nicht Glück. Sie sind in keine Geschäfte verwickelt, sie glühen nicht von Wollust, sie führen nicht Krieg, sie hassen einander nicht, sie jammern nicht, sie klagen nicht, sie erfreuen sich nur ihrer Weisheit und Tugend. Sie sind nicht wie jene geplagten Götter, die ohne Unterlaß sich um die Himmelsachse drehen, die Welt regieren, den Lauf der Gestirne, die Jahreszeiten, den Wechsel und die Ordnung der Dinge erhalten, für Meer, Erde, Menschen sorgen, in lästige und mühsame Geschäfte verwickelt. Die Welt? Die Welt ist von der Natur selbst geschaffen, ohne besondere Hilfsmittel und ganz leicht. Dazu benötigte sie keinen deus ex machina wie jene jämmerlichen Theaterdichter. Was glückselig und unsterblich ist, hat keine Arbeit und macht niemandem Arbeit. Quod beatum et immortale est, id nec habet nec exhibet cuiquam negotium.

Man sieht schnell, wie mit solchen Vorstellungen die idealisierte Lebensform des epikureischen Philosophen selbst in den Himmel versetzt ist. Lust, nicht Tätigkeit, ist das höchste ethische Prinzip. Untätig sind die vollkommenen Götter, ein schöner Luxus der Welt, denn alle Tätigkeit entspringt nur einem Mangel, einem Bedürfnis, einer Unvollkommenheit.

Demgegenüber leben die Götter Germaniens ein tätiges, lebenerfülltes Edelingsideal in einer Welt, die ihrer bedarf. Unser Cicero, Snorri, hat leider versäumt, seinen Sprecher, den ,Hohen‘ in der ,Gylfaginning‘, rasch etwa folgende Züge zusammenstellen zu lassen:Natürlich sind die Götter den vitalen Funktionen unterworfen; Gestalt ist hier körperlich und Blut ist Blut: sie atmen, essen, trinken, schlafen, lachen, weinen, werden geboren und sterben sogar – nicht den Tod Balders meine ich jetzt, der dereinst wieder aufersteht, sondern den völligen unerbittlichen Tod am Ende der Weltperiode. Sie sind, wie rechte Fürsten, ewig unterwegs, sie reiten oder fahren; sie gehen zum Thing, wo sie auf ihren Gerichtsstühlen sitzen und raten und dichten; sie reiten zu kriegerischen oder Liebesabenteuern. Sie obliegen der Jagd und dem Fischfang, sie brauen Bier und berauschen sich gern. Sie sitzen bei Trunk in ihren Hallen beisammen und reden über ihr Tagewerk, ihre Waffen, ihre Tapferkeit. Störenfriede jagen sie hinaus in den Wald, der niemals sehr weit von der Halle ist, dann setzen sie sich wieder zum Trunk. Schwerter, Rosse, Ringe sind ihre kostbarsten Güter, Helme und Brünnen tragen sie gern. Sie schließen Blutsbrüderschaften. Sie haben ihre Diener. Sie können in Schwermut verfallen, z. B. aus Liebespein. Sie spielen Brett. Sie schmieden sich Waffen und Handwerkszeug. Sie befragen die Lose, z. B. wo es noch Essen gebe, wenn sie ihre eigenen Vorräte aufgezehrt haben und einmal zu bequem sind, von neuem jagen zu gehen. Ja – und hier vergißt sich gleichsam der Glaube – sie sind so vollkommen menschlich gedacht, daß sie Tempel haben in ihren Gehöften, selber Priester sind und Opfer vollziehen. Wem?: – dürfen wir nicht fragen, sondern nur: warum? Warum haben sie Tempel und opfern und sind Priester zugleich? Und wenn man hier nicht ganz letzte und tiefste Opferauffassungen und religionswissenschaftliche Hintergründe annehmen will, wozu keine Veranlassung vorliegt, kann die Antwort lauten: Weil die menschlichen Edeling und Häuptlinge dies Amt zu ihren Obliegenheiten zählten. Zur Vervollständigung ihres Bildes also! Und weil sie so durchaus Menschen sind, diese Götter Germaniens, Doppelgänger unserer eigenen Vorfahren, deshalb tragen ihre Geschichten jenen heiteren, menschlich ausgelassenen Charakter, der desto auffallender ist, als der Rahmen des Ganzen so tieftragisch und voll Untergangsstimmung erscheint.

Vergleichend mögen wir erkennen, daß ganz grundsätzlich kein Unterschied besteht zwischen den Göttern Epikurs und den Göttern Germaniens in bezug auf ihren ideal-anthropomorphen Charakter. Nur in Grad und Art der Kultur liegt hier der Unterschied. Dort schon die Lebensform des epikureischen Philosophen – hier, kaum vergleichbar, noch die Lebensform kriegerischer Bauernedelinge. Gingen wir, wie wir eigentlich sollten, von den Göttern Epikurs zurück zu den Göttern Homers, so würden auch die Lebensformen, infolge ähnlicherer Kulturlage, bekanntermaßen, äußerlich wenigstens, gleicher werden, und bei anderen früheren außerhomerischen griechischen Komplexen möchte sich die Gleichheit womöglich noch erhöhen. Innerlich freilich offenbart sich schon hier ein tiefer Unterschied.

Denn schon bei Homer sind die Götter die Selig-Vollkommenen, die in der ewigen Herrlichkeit ihres Göttersaales hoch über den Menschen leben, unberührt von deren Dürftigkeit und Leid. Schon bei Homer lassen sie sich ihre „Seligkeit nicht trüben durch allzu ernstliche Teilnahme am Menschen und seiner Qual“, wie Otto sagt 6. Denn die Menschen sind gar arme hilflose Geschöpfe, für die es keine Rettung gibt gegen Alter und Tod. Schon hier ist die Gottheit im Gegensatz zu anderen Religionen nicht ernstlich beschäftigt mit dem lebenden Menschen und seiner Not, und der Gang der Welt ist vorbestimmt durch die Moira, welche die Götter selbst nicht berührt. Sie stehen außerhalb der Welt und jenseits der Moira. Die Vorstellung von der ungestörten Vollkommenheit der Götter lag also, wie es scheint, schon vorgebildet vor Epikur im griechischen Geist, dem sie offenbar entspricht. Sie führt, wie wir sehen werden, zu einer noch völligeren Trennung der Gottheit vom Menschen nach seinem Tode. „Eins ist der Menschen, ein andres der Götter Geschlecht“ sagt Pindar; „das eine ist gar nichts, ewig fest aber bleibt die Burg des ehernen Himmels“. Die orphische Religion und esoterische Mysterienreligionen mögen sich in diesen Punkten freilich gänzlich anders verhalten als die olympische Religion. Uns interessiert hier nur diese.

So tiefe Kluft trennt freilich die Götter Germaniens von ihren Menschen nicht. Sie sind eines Geschlechts und im Werte einander mehr angeglichen. Hier steht die Gottheit, weniger vollkommen gedacht, nicht außerhalb der Welt, sondern auch sie unterliegt wie der Mensch ihrem Schicksal, und mit dem Tode des Menschen erhöht sich, worauf wir noch kommen, beider Wesen Zusammengehörigkeit. Hier nähert sich germanisches mehr dem christlichen Empfinden im Zusammengehörigkeitsgefühl von Mensch und Gott. In sváso god „unsere ganz eigenen, unsere lieben Götter“ sagt der Germane, wie er vom Freund, dem Bruder vom Gefolgsgenossen, ja vom eigenen Kinde sagt 7 und wie dann der deutsche Christ wieder vom „lieben Gott“, vom „lieben Herrn Jesus“, von der „lieben Maria“, vom „lieben Kaiser“, vom „lieben Kinde“ spricht 8. Es ist die Verbundenheit von Fürst und Gefolgsmann, in der sich der Germane zur Gottheit sieht, welche er nicht für vollkommener und nur für relativ mächtiger als seinen eigenen Fürsten hält. Gleichsam wie aus dem jahrhundertelangen schöpferisch-prägenden Erlebnis der Völkerwanderung heraus, die Führer und Gefolgschaft nach heroischer Laufbahn früher oder später untrennbar dem gemeinsamen Untergang entgegenführte, so ist dies heroisch-tragische Erlebnisprinzip für Mensch und Gottheit aufs Weltganze bezogen und zur Grundlage des Weltbildes gemacht. Dem Griechen aber leben die olympischen Götter entfernt und unzerstörbar in olympischer Höhe und Geschiedenheit.

Gewiß, es fehlt den germanischen Göttern die Atmosphäre von Amt, Gesetz, Schrift und bürgerlich-festlich geregeltem Jahr; Stadtkultur haben die germanischen Götter nicht mehr erlebt, sie zogen nicht mehr als Bürger in das gastliche Tor einer ihnen geweihten Polis ein. Ihr geistiger Raum ist noch der Großbauernhof und die Fürstenhalle. In den Händen von Hausvätern und Jarlen treffen wir sie, die nebenbei ihre eigenen Priester sind, noch nicht in den Händen von Druiden, fester und ausschließlicher Priesterkasten oder von Literaten, Philosophen, bildenden Künstlern. So wird uns ihre Schönheit und Plastizität nicht vor Augen geführt. Daß sie in der Vorstellung gleichwohl bestand, lehrt die mehrfach vorhandene Figur des geliebten schönen Götterjünglings. Aus tiefer Frühzeit teilt uns schon Vellejus Paterculus (2, 107) jene Äußerung eines alten Semnonen mit, der am Ufer der Elbe den Imperator Tiberius in seiner cäsarischen Pracht erblickte und sich staunend mit dem Ruf entfernte Hodie vidi deos, „Heut hab‘ ich, o Cäsar, die Götter gesehen“ – weil seine Vorstelung von der Gottheit so stolz, waffengeschmückt und schön bereits war. Und Jahrhunderte später berichtet die Landnáma (cap. 207) von den Hjaltisöhnen: als sie zum Thing kamen, waren sie so schön gekleidet, daß die Leute dachten, die Asen wären gekommen, at aesir vaeri komnir9. Oft ist, wie bei Heimdall, die göttliche Erscheinung ein Gemälde von Weiß und Gold. Leuchtender Glanz geht von ihr aus, „schimmernd“ ist ein Götterepithet, Ruhm und Schönheit werden immer betont.

Freilich, wenn Poseidonios von Apameia als Lebensprinzip der nordeuropäischen Völker den thymos erkennt, jene ganz seelische Religion von „starken und wilden Kräften, deren Tugend, Pracht, Instinkte und Gefährlichkeit“, wie Reinhardt sagt, „der Ethiker als Energien des bloßen Zornes kennt“, so bewähren solchen thymos natürlich die Götter der nordeuropäischen Völker, als deren summierte Kräfte, erst recht. Man mag des prächtigen und gefährlichen Asenzorns gedenken, wie er Thor, wie er Freyja ergreift.

Nur in der jüngeren Ersacheinungsform Wodans gestaltet sich das Prinzip der Südvölker, der logos, mehr und mehr aus, so daß der Mythos erzählen kann, Odin habe ihn dem toten Sohn noch ins Ohr geraunt. Eine reine Poliskultur hätte die Götter Germaniens genau so gezähmt wie die Olympischen. Die Dämonenstufe an sich liegt hinter den Göttern Germaniens freilich nicht anders wie hinter den Olympischen weit zurück.

Keine Dämonen

Die Dämonen sind noch als primitive Horde gedacht, ihnen fehlt der persönliche Charakter, aber die Götter Germaniens sind Individualitäten bereits mit bestimmten Funktionen, die die Dämonen nicht haben, mit einer Arbeitsteilung in der Weltgeschichte nach dem Abbild menschlicher Ordnung. Die Dämonen gehen noch nackt, zottig, tierhaft; die Götter gehen bekleidet, wehrhaft, jagdmäßig, sportsmäßig gerüstet einher.

Die Dämonen brechen aus der Wildnis der Natur hervor, sie wirken inmitten der irdischen Welt und inmitten der Menschen; die Götter kommen aus ihren Hallen und Gehöften in entrückten Regionen, die ihre eigentliche Heimat sind, wenngleich noch sichtbar wird, daß Asgard zunächst nicht im Himmel, sondern irgendwo auf der Erde lag – ein Gehöft auf einer Höhe, wie eines Jarls Gehöft gern etwas höher gelagert ist über der unter ihm siedelnden Gemeinschaft. Dahinein aber glitt die Vorstellung von Asgard als himmlischer Götterburg – auch bei den Südgermanen.

Die Dämonen sind visionär geschaut, versc hwommen, vielgestaltig, miß- und mischgestaltig, wandelbar, gräßlich, verstümmelt, alle Maße der Phantasie durchmessend, energisch in ihrer Funktion, scharf zufassend, selbst unfaßlich, leibhaftige Kollektivvorstellungen; sie scheinen immer wieder zurückzusinken in die Natur und den Boden, der sie ewig wieder erzeugt. Sie sind unberechenbar böse oder kindlich gut, oft beides zugleich, und sie sind stets so mißtrauisch, tückisch, beschränkt und dumm wie der primitive Geist, dessen Welt sie füllen 10.

Die Götter Germaniens tragen vielleicht ein paar der dämonisch-verführerischen Züge mehr noch an sich als die Olympischen, denn die Natur ist verführerischer als die Stadt und bleibt dem Dämonischen näher. Aber im allgemeinen sind auch sie durchaus schon plastisch gesehen, scharf umrissen, eingestaltig, unwandelbar, weniger energisch zufassend, faßlich und berechenbar. Wodan hat seine mystischen Fähigkeiten und seine Verwandlungskunft, seine „ärgerliche Zauberei“, wie Snorri sagt, weniger mit den Dämonen als mit Zauberern und Medizinmännern gemein.

Religionsgeschichtlich äußerst wertvolle Reste alter Tiergestaltigkeit sind noch vorhanden, aber kaum mehr als bei den Olympischen auch. In der Hauptsache ist hier wie dort das Heilige-Tier-Attribut an die Stelle der Tiergestaltigkeit getreten. Der Weg vom Dämon zur Gottheit hat hier wie dort über die Menschengestalt geführt. Man ersieht an den Göttern, wie der menschliche Geist von Element und Stoff und ungeheuerlichem Grausen primitivsten Weltbegreifens glücklich erlöst ist. Und nur in dem Maße, wie sich die Götter mit dem erlösten Geiste nur weiter wandeln, bleiben sie mit dem Menschen verwandt.

Dem Urmythischen ist auch die gemeingermanische Religion wie die homerische längst entrückt, und hier wie dort ragen nur noch ein paar vereinzelte groteske Relikte aus der Urmythenzeit herein. Derlei Primitivitäten sidn für den Religionswissenschaftler wichtiger als für den Philologen, den sie vielleicht allzulange beschäftigt haben. Sie tragen zum Gepräge der Religion im Ganzen längst keine wichtigen Züge mehr; wir können sie hier übergehen.

Auch von den entlehnten und importierten Figuren und Einzelzügen in der germanischen Götterwelt kann hier nicht gesprochen werden. Niemand zweifelt mehr an solchem Import in der germanischen wie wie der der homerischen Religion. Die geistigen Grundkräfte indessen scheinen von ihm sehr viel weniger berührt, vielmehr: sie wirken sich stark an ihm aus.

Die bäuerliche Sphäre

Aber da hebt sich nun deutlich und für uns hier zugleich wichtiger eine bäuerliche Sphäre göttlicher Lebensumstände heraus. Die Welt mit ihren neun Heimen sieht bald wie ein Komplex von neun riesigen Einzelhofsiedelungen aus, wie ein weit auseinandergezogenes Haufendorf mit der Weltesche als Dorfbaum11, wo der Brunnquell entspringt und der Gerichtsanger liegt, auf dem die Götter täglich beraten, bald wieder ruft sie mehr den Eindruck von neun weit auseinanderliegenden Dörfern hervor. Wald- und flußreich ist auch dies mythische Dorflandschaftsbild, wie das natürliche es in Germanien war, Furten führen durch die Flüsse und müssen verteidigt werden. Haine und Büsche liegen stets dicht auch bei den mythischen Siedelungen, schaurige und liebliche. Verlockt man, so verlockt man aus der Siedelung in den Wald (so Loki die Idun); man verabredet das Stelldichein in den Wald, wird in den Wald verjagt. Grabhügel liegen vor den mythischen Siedelungen, wie sie vor den irdischen liegen. Auch von den mythischen Gehöften werden die großen Hallen am sichtbarsten, die Biersäle mit Zaun, Gattertor, Brücke, Bänken im Fleet. Auch der Hirte vorm Gehöft, Hahn und Hund am Gehöftbaum sind auf die metaphysischen Bezirke übertragen. Bricht der Gott auf, so rüstet er Roß oder Gefährt im Gehöft; mitten im Hof erwartet er, wenn’s eilig, den rückkehrenden Boten. Mühlen und Ingesinde sind im Gehöft, neben der Halle der Tempel. Gehöfte, Fluren, Flüsse und Haine tragen ihre Namen; es gibt hier eine göttliche Flurnamenkunde, in jeder Beziehung ein sauber und peinlichst geordnetes mythisches Weltinventar. Nicht alles hier ist Werk der Poeten; als Ganzes entspringt es der Sehweise, der Denk- und Lebensform des altgermanischen Bauern. Wo ist eine zweite Mythologie, die so bäuerlich pedantisch ein metaphysisches Siedelungsbild ausbaut und benamst, desgleichen die tägliche Lebensführung der Mythischen so bis ins kleinste angibt und regelt?

Besonders eine bestimmte Riesengruppe ist in diese agrarische Perspektive gerückt und erscheint wie ein altes göttliches Großbauerngeschlecht. Zwar gibt es eine archaischere, kollektiver gedachte Riesen- und Riesinnengruppe, die in Felshöhlen haust und mit Steinen wirft. Schlechte Wege führen von hier über Menschenland zum Götterheim wie zwischen feindlichen Bauerngemeinden. Gern aber und oft sind die Häuptlingsgehöfte jener anderen Gruppe beschrieben, und sie erscheint überhaupt wie ein altes entthrontes titanisches Göttergeschlecht.

Da sitzt der Riese wie ein großer Erbbauer auf dem Hügel vor seinem Gehöft oder auf dem Hochsitz in seiner Halle, weise, patriarchalisch und vornehm oder fröhlich und arglos wie ein Kind, „Knaben gleich, die ins Blaue sehn“ 12, dreht Goldbänder für seine Grauhündinnen, glättet den Pferden die Mähnen, goldgehörnte Kühe gehen zu seinem Hof und schwarze Stiere. Viele Kleinode besitzt er, Schwester oder Mutter und Gattin führen ihm den Haushalt. Knechte hat er, die seine Wiesen mähn, Odin kann sich unerkannt bei ihm als Erntearbeiter verdingen.

Von den Göttern steht Thor in engster Beziehung zu dieser Riesengruppe, wesentlich und aktiv; er ist selbst der vergöttlichte Bauer, der ergrimmende Dorfheld, den die Gemeinschaft immer dahin postiert, wo es besonders gefährlich ist, plump, grobschlachtig und mit gewaltigem Zuschlagen, kein Gott des Gedankens und der Rede, sondern der großartigen, verläßlichen, aber manchmal auch allzu blind-ungehemmten Macht. Ritterlich sollte man den göttlichen Bauern nicht nennen, wenn er einmal dem Riesen gegenüber das selbstverständliche Gastrecht wahrt. Man empfand immer, daß Thor irgendwie nicht ganz zu den Asen gehört. Ihn hat eine andere Interessensphäre aus gestaltet. Thor, das ist Sippe und Heimat, Stamm und Blut, Dasein der heiligen bewahrten Bindungen. Thor ist das Heilige und die Idee des Blut-, Boden-, Sippe-verbundenen Daseins, der Gott der bäuerlichen Gemeinschaft, der eigentliche Gott der Frömmigkeit, Menschenlands Schützer und Freund des besiedelten Raums, der vielnützigen Erdflur. Thor ist das Herkommen, die Summe des Alten und der heimischen Überlieferung, das breite bejahte lebendige Dasein der bäuerlichen Sippen, der Nachbar und der Freund, geradezu das Volkstum. Thor ist der Stamm, wie er aus Sippen besteht.

Die Wächterfähigkeiten Heimdalls sind, wiewohl märchenhaft, doch bäuerlich bemessen: das Gras hört er wachsen und die Wolle auf den Schafen.

Der Urriese Ymir (Örgelmir) mit der Kuh Audumbla ist der riesische Häusler mit seiner einzigen Kuh, durch Alliteration ihr verbunden, wie „Kerl und Kuh“ nun einmal sprichwörtlich zusammengehören. Der Urriese Bergelmir, riesischer Bauer, kann sich im Kasten seiner bäuerlichen Handmühle aus der Sintflut retten. Die Wanin Gullveig kommt zu den Asen ganz sagamäßig wie eine Zauberfrau ins fremde Bauerngehöft, sie beredet die jungen Göttinnen wie unerfahrene neugierige Bäuerinnen. Daß man am Strande angetriebene Baumhölzer findet, sie zu Figuren zurechthaut, anmalt und bekleidet, ist ein Bild einfachen Lebens. Weil sichs um Götter handelt, so verleihen sie diesen Figuren auch Wärme und Leben, und so sind die ersten Menschen erschaffen. Zu besonderen Spekulationen bietet all dies keinen Anlaß. Irgendwelche Symbolisierungen liegen nicht vor. Die Kuh Audumbla bedeutet nicht die Regenwolke, ist auch keine Allegorie der Lebenskraft, sondern sie ist eben schlechtweg eine Kuh, eine mythische Kuh, nicht anders wie die griechische Wunderziege Amaltheia, die den jungen Zeus mit ihrer Milch ernährt, eben schlechtweg eine mythische Ziege ist.

Denn Kuh – das ist der Beginn alles Guten, Inbegriff und Bürgschaft des Bäuerlich-Notwendigen, Milch, Zugkraft für den Pflug, warmer Stallduft und Geborgenheit, alles aus Erlebnis und erster Erfahrung heraus. Daß die Kuh schon mit da ist am Anfang der Dinge, ist ein Denkmal, das ihr der germanische Bauer gesetzt hat. Die Kuh und der Baum! Denn so entsprach es seiner Grundvorstellung von der Welt: der große Baum gehörte dazu, der alte mit den hochliegenden Wurzeln, wie der Blick des Kindes zu allererst ihn einst sah im Gehöft des Vaters und dann wieder im Dorf: Hofbaum, Dorfbaum, Weltbaum, um den sich die neun Heime ordnen, die realen und die mythischen, wie sich die Hofgebäude und die Dorfgehöfte ordnen um ihren Baum. –

Die heroische Sphäre

Darüber lagert sich nun jene andere Lebenssphäre mit den heroischen und den tragischen Lichtern. Zu den bäuerlichen Lebensumständen gesellen sich die Ideale des Kriegers. Diese Sphäre rettet uns einige alte Götter, vergißt deren Herkunft und uralt-heilige Funktion, verleiht aber ihnen und ihren uralten Zügen neuen Sinn, man kann sagen, im Stil und Geist des Heldenliedes.

Diese heroische Lebenssphäre macht aus Tyr, uralt-ererbtem Himmelsgott, nicht eigentlich einen blutigen Mars oder wütenden Ares, sondern den verläßlichen stillen und beherzten Gefolgsmann, die verkörperte Idee der Unerschrockenheit, ungesellig, allein. Tyr ist der brave Krieger; aus fremder entlegener Sippe gekommen, unverheiratet und ohne Eigengehöft in Asgard, dient er seinen Herren nun treu, hält er für sie, ohne mit der Wimper zu zucken, die Hand in des Wolfes Rachen (die germanische Wendung der Geschichte des Mucius Scaevola!), und hilft er den Kessel zu holen aus der Sippe des riesischen Vaters, der jenseits der Eliowagar haust. Der alte Eingott ward in ein gruppenhaft verbundenes Dasein gestellt, er konnte noch nicht allein weiter gedacht werden, weil der Mensch noch nicht allein gedacht werden konnte; sein Amt ward das einfache treue zuverlässige Kriegertum. So waltete die Maschinerie der germanischen Denkgesetzlichkeit an dieser Gestalt.

Die heroische Lebenssphäre machte aus Widar einen schweigsamen Dümmling, der aber später die große Tat tun wird, sie benötigt ihn für den Tag der Rache; sie vergißt auch von Wali alles Andre und macht die Rache für Balder zum alleinigen Sinn seines Daseins. Es ist damit in die weitgewanderte fremdländische Balderlegende vom getöteten Götterjüngling eine ganz neue spezifisch heroisch-germanische Rolle eingefügt worden. Tyr und Widar, „an dem die Götter einen guten Schutz haben in aller Bedrängnis“, wie Snorri sagt, sehen wie Patrone der Gefolgsmannen aus. Widar und Wali sind zu heroischen Mitteln geworden, im Sinne der Poesie.

Man kennt die Rolle des Wächters aus dem Beowulfepos. So muß auch die Asenburg ihren göttlichen Wächter haben, Heimdall, den Markwart des Himmels. Da ist Ullr, der schöngerüstete Jäger und Bogenschütze; da ist die Göttin Skadi. Was ist lappisch oder finnisch an ihr außer den Skiern? Sie ist eine junge, frühgermanische Frau, dianahaft mit Bogen, Jagd, Brünne, Helm und mutigem schnellen Gang, ein kvennskörungr, ein Kernweib, wie die Saga das nennt. Ob schon die Südstämme, etwa die Langobarden, auch einen Dichter nach dem Vorbild der irdischen Königshalle in ihren Himmel Wodans und Freas versetzten, wissen wir nicht; der Norden gliederte sich, gewiß nicht ganz aus sich selbst, einen göttlichen Königsskalden seinem Himmel ein. Da ist Frija selbst, die himmlische Häuptlingsfrau, die ihrem Gatten zum Aufbruch den Reisesegen spricht, die manchmal nicht ganz dieselbe Politik wie der himmliche Häuptling treibt, besorgte Mutter des göttlichen Heldenjünglings zugleich, Balders, wie Helche in der Dietrichdichtung; sie preist die rasche beherzte Heldenhaftigkeit des Sohns, aber sie wird, wie es heißt, den Jüngling niemals wieder stolz am Abend ins Gehöft einreiten sehn – wie die Mutter der Etzelsöhne die ihrigen. Diese Götter bekommen wie Helden ihre Aristie, sie werden beritten, sie erhalten ihre wunderbare Geburt. Sie sehen aus wie Wesen aus der heroischen Sphäre. Der Geist des Heldenliedes hat diese Götter festgehalten für eine bestimmte Funktion der heroischen Idee im Himmel. Dunkel nur ist erkennbar, was sie vorher gewesen. Aber was sie sind, ist für uns wichtiger, als was sie waren.

„Makelloser Männerfürst im hochgezimmerten Hause“ heißt gern auch der eine oder andre kleinere Gott. Großer Fürst, Großkönig ist bekanntermaßen Odin, mit den großartigen wie mit den bedenklichen Zügen etwa der Merowingerkönige ausgestattet, vornehm und ungerecht, galant, böse, rasch ungnädig, hochgesinnt und machiavellistisch-skrupellos, tatkräftig, verschlagen, klug, falsch, schneidenden Hohns, „so edel und schön von Ansehn, daß wenn er unter seinen Freunden saß, jedermann das Herz im Leibe lachte“, sagt Snorri. Besorgt um Schicksal und Zukunft der Welt wie ein Fürst um die Schlacht, geht er nur darauf aus, die Sturmfahne zu erheben, Speere zu röten, mit Frauen zu kosen. Nach Weisheit und Bildung fremder Mächte begierig vor allen Göttern wie die germanischen Könige allezeit vor ihren Völkern, setzt er Buchstaben wie die Merowingerfürsten13, prägt er die Dichtkunst, die Gesetzgebung, die keilförmige Schlachtordnung. Mächtig ist er der Rede und des Wortes, wie der Führer es sein muß und der germanische König es stets war. Der Mythos vergißt nicht, auch das Bild des rede-ohnmächtigen Königs in den Himmel zu versetzen: in Hönir, der hilflos ist, wenn ihm sein soufflierender Ratgeber fehlt.

Odin, das ist der Staat, soweit er aus Gefolgschaften besteht, Herr der Elite, Führeridee und Großkönigsgedanke, Staatengründung, Tat, Loslösung, Nobilität, Führerglück, Erfolg bei Frauen, Glanz, Beute, Abenteuer, schimmernde Hochburg, fremde weite Welt. Hier ist die nichtbäuerliche Seite im germanischen Menschen göttlich verehrt, der Schritt vom Dasein zum Leben. Hier sind die Werte der Persönlichkeit, nicht die der Gemeinschaft, ewiger Wettbewerb, Zucht und Kriegerehre, Rede, Geist, Dichtung, Schrift, Strategie, kluger Rat, das vorwärtstreibende, überzeugende Wort und die stete Bereitschaft für Schicksal.

Der alte dämonische Zug, daß Odin gerade die Besten, Glücklichsten, Begünstigsten unversehens und trügerisch in der Schlacht fallen läßt, findet schließlich die tragisch-schöne Erklärung, daß er gerade ihrer besonders in seiner Gefolgsschar bedarf. Sie werden zu ihm erhoben, um bei ihm zu sein. Der erschütterte Verlaß auf den Gott wird wieder hergestellt, denn auch das Bild dieser metaphysischen Welt ist rauh, es dröhnen die Zeiten. Zusammenbruch einer Welt steht bevor, liegt in der Luft; Völkerwanderungszeiterlebnis vielleicht! Das goldene Zeitalter ist nicht gegenwärtig, es war einst und wird wieder sein, niemals ist es jetzt; jetzt ist nur Krieg mit den riesischen Mächten und schlimme Zeit. Balder ist tot und – ein zweiter neuer tragisch-heroischer Zug in der fremden Märchenlegende vom gestorbenen Gott – er steht nicht wieder auf: Hier hält Hel den Gott unerbittlich fest, erst im neuen Äon wird er wieder erscheinen. Eben die ihn schützen wollten, führten seinen tragischen Tod herbei wie im Heldenlied. Der Verräter war auch hier wieder in den eigenen Reihen, Blutsbruder Loki. – Freyr gab sein Schwert um Liebeslohn in die Hände der riesischen Mächte; so ist auch dieses andern schönen Götterjünglings tragischer Tod mit dem eigenen Schwert heldenliedmäßig von der Hand des Gegners gewiß. – Ein Schild ist die Sonne, Windhelm heißt der Himmel, Hengste bringen den Tag wie die Nacht. Ein Schild liegt über der Bierkufe in der Halle der Hel. Schilde sind die Wandtäfelung in der Halle der Götter. Symbolhaft für das ganze, bis ins Letzte durchgeformte Weltbild tafeln die Götter bei Schwertbeleuchtung. Schwerter leuchten in ihrer Halle während des Mahles, andere Beleuchtung brauchen sie nicht.

Wo ist ein zweites Mal eine ganze Religion so zum Heldenlied geworden wie hier? Natürlich ist die Religion nicht ein Echo der Poesie, auch die Poesie natürlich nicht ein Echo der Religion. Es handelt sich nicht um Nachbildung oder Übertragung. Aber der gleiche Idealismus hat beide Ausdrucksformen ergriffen, die gleiche Sehweise, Denk- und Lebensform der frühgermanischen Krieger hat sie einander so ähnlich gemacht. Wir dürfen die geistige wie künstlerische Leistung ruhig bewundern. Aber das Glanzstück fehlt noch, es bilde den Schluß!

Die Götter Germaniens sind nahe dem lebenden Menschen, wenn er sie anruft in Ernte, Schiffahrt, Krieg, Zweikampf, Krankheit, Liebe, Ehe und in allen Frauenangelegenheiten. Sie sind auch nahe dem Toten.

Die olympischen Götter haben mit den Toten nichts zu tun; die Toten sind machtlose Schemen, ihr Reich ist den Göttern ein Greuel, dessen Berührung sie meiden. Die olympischen Götter gehören ausschließlich auf die Seite des Lebens, denn sie selbst sind die Ideen lebendigsten Lebens. Der Tod ist begriffen als Verlust des Lebens, als eine klägliche Verminderung. Kein Kult, kein Glaube trägt den Verstorbenen ins Reich der Gottheit, der Mensch geht nicht zu seinen Göttern ein nach seinem Tode, der Tote ist von seinen Göttern verlassen, schon der Sterbende ist es, an dem sich sein Schicksal vollzieht 14.

Der germanische Krieger begreift den Tod so nicht, auch die Frauen um ihn herum begreifen den Tod so nicht, man denke an die Tochter Egils. Der ausschließlich heroische Daseinszweck erlischt ihnen unmöglich im Augenblick des Todes, vielmehr enthüllt er sich hier erst ganz. Sterben wird begriffen als Nahen der Gottheit, und der Tod als Entbietung zu ihr. Gewiß nicht leicht oder lachend, aber doch im Glanz der Kriegerehre geht man in die grünen Heime der Götter, um daselbst einen noch reineren Heroismus gesteigerter weiter zu leben. Der tote Krieger ist von seinen Göttern nicht verlassen, nichts Geringeres als ihr Reich ist zugleich sein Paradies. Mensch und Gottheit sind nach dem Tode eng beieinander, wie sie es im Christentum sind, zu dem der Übergang von hier aus unendlich leichter ist als von der olympischen Religion. „In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen“, der Satz gilt auch hier. Nur daß in diesem aristokratischen Kriegerparadies nicht jene metasoziale Gleichheit der Menschen vor der Gottheit herrscht wie im christlichen. Herren und Knechte sitzen hier in gesonderten Hallen wie beim Burgundenuntergang in Attilaburg, und die Frauen sitzen in dieser vorhöfischen Zeit wiederum gesondert.

Die Götterdämmerung

Der tote Germanenkrieger ist von seinen Göttern nicht verlassen, ja vielmehr: er verläßt seine Götter nicht. Dergleichen gibt es kaum in anderer Religion. Der Mensach spart sich für seine Götter auf. Er teilt ihr Schicksal mit ihnen, den Weltuntergang, die Götterdämmerung, die Ragnarök. Dies ist der ausdrückliche Sinn des Kriegerdaseins im Jenseits. Die Götter bedürfen der menschlichen Hilfe gegen ihren furchtbaren Feind. Aus der mangelnden oder unvollkommenen Allmacht der so menschlich geformten Götter ergeben sich Aktivität, Aufgabe und höchste Pflicht des Kriegers, der sich nicht nur für die kurze Spanne seines irdischen Daseins, sondern für diese ganze Weltperiode, für diesen Äon als Gefolgsmann seiner Götter fühlt. Hier ist es nicht die Gottheit, die das unendlich tröstende, unheimlich suggestive Wort zu ihrer Gemeinde spricht, sondern der Mensch könnte es hier zu seinen Göttern sagen: „Siehe ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“

Der Welt Ende! – Man muß sich klar machen, welch eine Erscheinung unter germanischen Händen aus dem Motiv vom Weltuntergang geworden ist. Man muß ferner vergleichen, wie andere, rohere Kriegerkasten den Kampf des Einzelkriegers nach seinem Tode behandeln. Man muß drittens sehen, wie das germanische Ingenium beide Motive miteinander verband, den Weltuntergang und den Kampf des Einzelkriegers nach seinem Tod.

Man muß dazu wissen, daß hinter dem Tod im Glauben vieler Völker die Vorstellung von einem Zweiten Tod steht, bei dem nichts mehr übrig bleibt, – eine mythische Apperzeption der völligen Verwesung. Ehrgeiz, Energie, Lebens- und Tatenlust der Kriegerkulturen suchen diesen Zweiten Tod zu vermeiden, den sie sich als Vernichtung durch einen leichenverschlingenden, scheußlich-dämonisch-tier- oder menschen-gestaltigen Unhold vorstellen. An der Brücke über den Totenstrom oder am Eingang zum Totenreich erwartet er sie. Fällt z.B. der tote Fidschikrieger im Kampf mit dem gefährlichen leichenfressenden Samu, so kocht und frißt ihn der Unhold. Überwindet er ihn, so ist der ersehnte Eintritt in das Kriegerparadies sein Lohn. 15

So wie nun in Germanien die Auferstehung des gestorbenen Gottes Balder hinausgezögert ist bis ans Ende der Tage, so auch der Kampf des toten Einzelkriegers mit dem Vernichtungsdämon. Da die Götter selber Krieger sind, steht ihnen der gleiche große Kampf bevor, und dieser bedeutet zugleich gemäß dem kriegerisch-tragischen Charakter des Germanischen den Weltuntergang. Die große göttliche Trias Odin, Thor, Freyr erhält ihre unverkennbare Aristie wie die Trias der Könige beim Burgunderuntergang. Aber Vernichtung ist das Los dieser wie jener und all ihrer Krieger mit ihnen. Das Motiv vom letzten Kampf des Einzelkriegers ist kollektiviert, erweitert und dichterisch verklärt zu dem großartigen Gemälde von der furchtbaren Endschlacht der gesamten Götter und Einherjer gegen die gesamte Welt der Unholde und Dämonen am jüngsten Tag: eine ungeheure Gesamtvision des Zweiten Todes, eine Kollektivauseinandersetzung mit ihm und ein summarisches Unterliegen der Götterseite. Man darf sich von der Forschung nicht verwirren lassen, die in den letzten Jahren Sekundärmotive des Konglomerats Ragnarök in den Vordergrund gerückt hat. Das Zentralmotiv des germanischen Weltuntergangs ist gemäß der kriegerischen Haltung durchaus die große Endschlacht, „zu der am Ende der Tage die Einherjer mit Odin gegen den Wolf ausziehn“, wo die Götter sterben, thá er regin deyja16, der Götterkampf, das Göttersterben. Daher auch der Name Ragnarök „Götterschicksal“ für die ganze Erscheinung, die sich durch dies Zentralmotiv von andern Weltuntergangsvorstellungen völlig unterscheidet. Der Brand der Götterburg oder, wenn Snorri richtig interpretiert hat, der Weltbrand, woher er nun motivisch auch gekommen sein mag, ist dabei nur ähnliches Beiwerk wie der Brand der Halle beim Burgundenuntergang.

Das Ingenium der Fidschiinsulaner ließ noch jeden Kreiger einzeln auf seiner Reise ins Jenseits seinen letzten Kampf mit dem mythisch apperzipierten Zweiten Tod ausfechten, in eintöniger Wiederholung, mit ungewissen und von Fall zu Fall verschiedenem Ausgang. Im Germanischen überschreitet die Gesamtheit die verhängnisvolle Brücke, die zu den letzten Kämpfen führt. Das germanische Ingenium sammelte und konzentrierte diese Kämpfe mit andern Motiven zu einer summarischen Abmachung, zu einer großartigen Symphonie, zu einer gewaltigen Weltkatastrophe mit gänzlich eindeutigem Ausgang. Der gestorbene Gott Balder ersteht an diesem Vernichtungstage der Götter wieder auf zur Einleitung eines neuen Äons, nur sein Losbitten aus der Unterwelt kurz nach seinem Tode war vom tragischen Bedürfnis vereitelt worden. Hier, in den Ragnarök, ist die Tragik unerbittlicher, weil die Vernichtung nicht mehr überwunden werden kann. „Voran reitet Odin im Goldhelm und in schöner Brünne mit seinem Speer Gungnir“, sagt Snorri, die andern Asen und Einherjer folgen ihm in ihren Rüstungen. Dies faszinierende Bild wird gnadenlos ausgelöscht, damit ein großartiges Zeugnis der heroisch-tragischen Weltanschauung entstehe.

Schon das einzelne Heldenleben auf Erden verlangt eine höchste und letzte Bewährungsprobe, die man nicht vermeiden darf, weil sie das Dasein krönen soll. Der Untergang, dem man wissend und todgeweiht entgegenfährt, bietet sie. Das letzte gefährliche Schicksal muß zugleich die höchste Erfüllung und schönste Vollendung des irdischen Daseins sein in Mut und Ruhm. Gefahr ist gesteigertes Leben. Mut ist erhöhtes Lebensgefühl in der Gefahr. Ruhmliebe, mit der man sie aufsucht, ist Liebe zur Vollkommenheit. Mit dem Gefühl, vollkommen zu werden, daher ruhmwürdig zu sein, hält man dem Untergang stand. „Ich sterbe den Heldentod“ bedeutet gefühlsmäßig: „Ich bin im Begriff, vollkommen zu werden“. Der Einzelne lebt nur für seine letzte Bewährungsprobe, die zugleich sein irdischer Tod ist. Aber nun eben wird dies persönliche Prinzip ins Weltganze übertragen und auf die so kriegerisch-menschlich gedachten Götter, und auch der Zweite Tod des Einzelnen wird in diesen heroischen Dienst gestellt. An dem letzten großen Untergang teilnehmen zu können auf Götterseite, bei der summarischen Bewährungsprobe der Götter, der göttlichen Krieger, diesen helfen zu können, darauf kommt alles an. „Siehe ich übe mein Waffenspiel alle Tage und bin bei Euch bis an der Welt Ende.“ So erhielt Einzelleben wie Götterschicksal wie Weltganzes zugleich einen Sinn, und dieser Sinn ist für Welt wie Götter wie Einzelschicksal das gleiche: der Sinn der Nibelungen. Wo hat jemals die heroische Idee unter den Menschen eine gleich großartige Weltauffassung entworfen wie hier? Wo hat sie sonst noch gangbare Motive mit so unverkennbarer Gewalt gewandelt und zugleich erfüllt?

Die Götter Germaniens, sagten wir, zogen sich nach Norden zurück, aber sie nahmen die heroische Idee nicht mit, weil sie nicht ausschließlich an sie gebunden war. Ja, sie übertrug sich, da sie ein Erbe aus dem Germanischen und ein Ferment des deutschen Wesens wurde, immer wieder von neuem auch auf das Göttliche. Von der Heroisierung im „Heliand“ bis zum ritterlichen Gott der höfischen Zeit und des Deutschherrenordens und bis zu Luthers Gott, dem er aus den Psalmen das Bild von festen Burg, der guten Wehr und den guten Waffen auswählt, trug unsere Frömmigkeit gern immer ein heroisch-kriegerisches Gepräge. Der Helianddichter beschrieb Jesus als einen Helden, der sehend und wissend in den Untergang nach Jerusalem zog. Auch hier ward gelehrt, daß das Leben keinen Sinn habe, wenn man es nicht für Großes und Weithinleuchtendes hingeben könne. 17

Anmerkungen:

1 Vgl. dazu meinen Göttinger Vortrag „Christentum und deutscher Volksglaube“, Zeitschrift für Deutschkunde 42, 1928, S. 321 ff.2 Zeitschrift für deutsches Altertum 66, S. 1 ff.3 Siehe darüber zuletzt W. Krause, Zeitschrift für deutsches Altertum 64, S. 273.4 Helgakvida Hundingsbana II 30; Tacitus Germania cap. 39.5 Zusammengezogen aus Liber I cap. 16-20.6 Walter F. Otto, Die Götter Griechenlands, S. 165.7 Vgl. Vafthrudnismal 17 und 18 von den Göttern; Heliand 1494 vom Freund; Hel. 1710, Gudrunarkvida III 8, Atlakvida 41 vom Bruder; ags. Genesis 168, 8 vom Gemahl und Herr, ebda. 97, 7 vom Verwandten; Beowulf 29, 1934, 2040, 2518 vom Gefolgsmann; Beow. 520 vom Erbsitz; Beow. 1868 vom Volksgenossen; Hildebrandslied 53, Hildibrands Sterbelied 4, Atlakvida 41, Hamdismal 10, ags. Genesis 14 vom eignen Sohn.8 Nach Luther, Sendbrief vom Dolmetschen, Werke ed. Clemen 4, 185 f.9 Vgl. cap. 28 (26) der Völungasaga von Sigurds Ankunft: „Ich glaube, hier kommt einer von den Göttern! Dieser Mann ist ganz mit Gold geschmückt“ usw.10 Hans Naumann, Grundzüge der deutschen Volkskunde 1 S. 78, 2 S. 76.11 Völuspa 19, Grimnismal 29, 30, 26 ff. ein komplizierteres Bild der Weltesche mit allerhand mythologischem Apparat, den nur die vergleichende Religionswissenschaft erklären kann.12 Hymiskvida 2.13 Wie Chilperich, der darin den römischen Kaiser Claudius nachahmte. Ich fürchte, dies und nichts anderes ist der Ursprung von Odins Runenkunst.14 Walter F. Otto, Die Götter Griechenlands S. 33, 175, 342.15 Hans Naumann, Primitive Gemeinschaftskultur S. 29, 39; Fraengers Jahrbuch für historische Volkskunde I, 1925, S. 23 f.16 Vafthrudnismal 47.17 Hans Naumann und Günther Müller, Höfische Kultur (D. Vierteljahrsschrift Buchreihe Bd. 17, 1929), S. 45 ff.; Zeitschrift für Deutschkunde 41, 1927, S. 809. Man mag auch an das ritterliche Wappen Christi am Gittertor der Marienburger Hochmeisterkapelle erinnern. Übrigens hebt sich auch in Luthers Katechismus über mehr bäuerlichen Lebensumständen eine mehr kriegerische Sehweise heraus.

 

Quelle: http://www.asatru.de/nz/index.php?option=com_content&view=article&id=91:die-goetter-germaniens-&catid=8:mythologie&Itemid=27

Gruß an das göttliche Germanien

TA KI