Abschaffung des Bargeldes- „Die Sparer sollen enteignet werden“


eurozerfall

Sicherer, bequemer und wirksam gegen Steuerhinterziehung: Vieles scheint für eine Abschaffung des Bargeldes zu sprechen. Der Ökonom Daniel Stelter sieht das anders. Den Befürwortern gehe es nur darum, ein Schuldenproblem zu lösen – auf Kosten der Sparer.

Daniel Stelter ist sich sicher: Es gibt auf der Welt nicht zu viel Erspartes, sondern zu viele Schulden. Damit widerspricht der Unternehmensberater Experten wie dem ehemaligen Chefökonomen der Weltbank, Larry Summers. Dieser hatte dafür plädiert, das Bargeld abzuschaffen und negative Zinsen zu erheben – zur Ankurbelung der Wirtschaft. Dann könnten die Menschen, so Stelter, ihr Geld nicht von der Bank abheben und zu Hause bunkern: „Negative Zinsen sollen dazu dienen, die Gläubiger – also die Sparer – offen zu enteignen zugunsten der Schuldner, damit die in der Lage sind, ihren Schulden irgendwie nachzukommen.“

Bis zu 5.000 Milliarden Euro Schulden werden nicht mehr ordentlich bezahlt

Nach Angaben Stelters gibt es in der Euro-Zone schätzungsweise zwischen 3.000 und 5.000 Milliarden Euro Schulden, die nicht mehr „ordentlich bezahlt“ werden. Es sei sehr unpopulär, die Schulden zu kürzen, weil dann auch die Forderungen gekürzt würden. „Das sehen wir gerade an dem Zirkus in Griechenland: Es wird alles getan – nur darf man nicht sagen, dass wir letztlich unsere Forderungen verloren haben.“ Stattdessen würden die Schulden tilgungsfrei gestellt – was ökonomisch einem Nachlass gleichkomme.

Dass das bargeldlose Leben bald kommen könnte, glaubt Stelter nicht. Der Widerstand werde zu groß sein: „Wer glaubt, durch Verbote etwas zu erzielen, der irrt.“

Das vollständige Interview im Wortlaut:

Liane von Billerbeck: Es soll ja Menschen geben, die kaum oder gar nicht mehr bar bezahlen. Alles läuft via Karte oder manchmal sogar schon via Smartphone. Und es gibt auch immer mehr Bestrebungen, das Bargeld abzuschaffen, nicht nur weil es Geld kostet, Münzen zu prägen und Scheine zu drucken, sondern weil man ohne Bargeld mehr Geld in die Kassen spülen könnte. Bevor wir über eine Zukunft ohne Münzen und Scheine mit dem Unternehmensberater Daniel Stelter sprechen, schauen wir nach Skandinavien, wo man anders als im Bargeld liebenden Deutschland auf dem Weg zur Abschaffung des Geldes ist, wie Ulrike Bosse berichtet.

Daniel Stelter ist Unternehmensberater und Ökonom, Gründer eines auf Strategie und Makroökonomie spezialisierten Diskussionsforums, war ein Jahrzehnt bei der Unternehmensberatung Boston Consulting Group und hat 2014 ein Buch veröffentlicht, das heißt „Die Schulden im 21. Jahrhundert“. Über die Abschaffung des Bargeldes wollen wir jetzt miteinander sprechen. Er ist nämlich jetzt im Studio. Schönen guten Morgen, Herr Stelter!

Daniel Stelter: Guten Morgen!

von Billerbeck: Es wird ja seit Längerem über das Ende von Münzen und Scheinen diskutiert. Es gab die Äußerungen des Wirtschaftsweisen Peter Bofinger, die haben eine Shitstorm ausgelöst, als der sich für die Abschaffung des Bargeldes ausgesprochen hat. Er ist auch nicht der erste Befürworter: Es gab den ehemaligen Chefökonomen der Weltbank, Larry Summers, der hat das auch getan auf einer Forschungskonferenz des IWF – was, bitte, steckt dahinter?

Stelter: Na gut, vordergründig steckt da die Kombination dahinter, die wir auch gerade im Beitrag gehört haben aus Skandinavien, man kann Kosten senken, es ist sicherer, es ist bequemer, man kann auch Schwarzarbeit bekämpfen, Steuerhinterziehung, das sind die Argumente, die erst mal ins Feld geführt werden. Die Wahrheit liegt aber wahrscheinlich woanders, weil, Sie müssen wissen, Larry Summers hat den Vorschlag in einem Kontext gemacht, nämlich in einem Kontext, wo er gesagt hat, wir bekommen nach der Finanz- und Wirtschaftskrise die Weltwirtschaft nicht wieder auf Trab. Wir brauchen billigeres Geld.

Wir sehen ja alle, wenn wir zur Bank gehen und Geld anlegen, dass wir faktisch gar keine Zinsen mehr bekommen. Und die Einschätzung von Larry Summers und Kollegen ist, wir bräuchten weltweit negative Zinsen, vier bis fünf Prozent negative Zinsen, um die Wirtschaft wieder auf Kurs zu bringen. Ich persönlich teile übrigens diese Auffassung nicht, aber es ist seine Auffassung. Nur, wenn Sie natürlich negative Zinsen einführen, ist die Flucht naheliegend, dass Sie das Geld nicht auf dem Konto haben, sondern mit nach Hause nehmen. Und deshalb, wer so stark negative Zinsen haben möchte, muss konsequenterweise auch sagen, ich verbiete Bargeld.

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Der Ökononom Daniel Stelter (Deutschlandradio Kultur / Stefan Ruwoldt)

Wir haben zu viele Schuldner, die ihre Schulden nicht mehr bezahlen können

von Billerbeck: Damit die Leute das Geld nicht von der Bank weg holen und bei sich zu Hause horten.

Stelter: Ganz genau. Und das Problem an der ganzen Sache ist, dass zum einen die Analyse wahrscheinlich gar nicht zutreffend ist, weil Larry Summers sagt, na ja, wir haben in der Welt zu viel Ersparnisse, wir müssen die Sparer zwingen, das Geld auszugeben, nur dann wächst die Wirtschaft wieder. Ich persönlich, Sie haben mein Buch angesprochen, würde sagen, na ja, wir haben eigentlich ein anderes Problem, wir haben zu viele Schulden und wir haben einfach zu viele Schuldner, die ihre Schulden nicht mehr bezahlen können. Und die negativen Zinsen sollen dazu dienen, die Gläubiger, also die Sparer letztlich praktisch offen zu enteignen zugunsten der Schuldner, damit die Schuldner in der Lage sind, ihren Verpflichtungen irgendwie noch nachzukommen.

von Billerbeck: Nun kennt man das ja, dass, wenn solche Themen in der Öffentlichkeit diskutiert werden und Menschen sie aufs Tapet bringen, die einigermaßen Gewicht haben, dann kann man damit rechnen, dass sich da auch über kurz oder lang die Politik damit beschäftigt. Morgen treffen sich die G7-Finanzminister in Dresden. Meinen Sie, das Thema spielt da auch eine Rolle?

Stelter: Ob dieses Thema jetzt morgen eine Rolle spielt, weiß ich nicht. Prinzipiell wird das Thema eine Rolle spielen, weil letztlich ist es natürlich so, idealerweise jetzt aus Sicht der Politik, müssten Sie natürlich nicht nur das Bargeld in Dänemark abschaffen oder nur in Deutschland oder in einem der Länder, sondern Sie müssten es idealerweise in allen Ländern abschaffen, weil nur so ist die Flucht ausgeschlossen. Stellen Sie sich vor, es gäbe keine Euro mehr bar, dann kann man immer noch mit Dollar sozusagen Bargeld halten, das heißt, die Fluchtmöglichkeit müsste dann konsequenterweise ausgeschlossen werden, und deshalb wäre ein koordiniertes Vorgehen das richtige.

von Billerbeck: Es geht also gar nicht vordergründig darum, Münzen und Scheine abzuschaffen, sondern, wenn ich Sie recht verstehe, um ein völlig neues Geldsystem? Weil, das ist ja die Folge von dem, was Sie da mit Zinsen und Negativzinsen geschildert haben.

Es ist der Einstieg, uns alle in dieses System hineinzuzwingen

Stelter: Ja, sagen wir mal so, was heißt neues Geldsystem? Wir müssen sehen, der 50-Euro-Schein in Ihrer Tasche, das ist eine Schuld der Bundesbank und letztlich des deutschen Staates. Die 50 Euro auf Ihrem Konto bei der Sparkasse oder bei der Bank sind eine Schuld dieser Sparkasse oder Bank. Und wie wir schon gesehen haben in der Finanzkrise, ist das unterschiedlicher Qualität. Weil letztlich ist natürlich der Staat ein besserer Schuldner als jede Bank.

Vor dem Hintergrund ist es der Einstieg, uns alle in dieses System hineinzuzwingen, dass wir keine Möglichkeit mehr haben, daraus zu flüchten, und zum Zweiten natürlich auch um eine Besteuerung, sei es über negative Zinsen oder über formelle Abgaben, wie es in Spanien zum Beispiel schon der Fall ist, sicherzustellen.

von Billerbeck: Was kann ich denn als Bürger dagegen unternehmen?

Stelter: Sie können zum einen protestieren, und zum anderen gibt es auch eine gute Nachricht, weil die Erfahrung lehrt, es gibt immer einen Ausweg. Also, wenn es sozusagen wirklich verboten wäre, dann können Sie immer noch überlegen, dass Sie eben dann, statt mit Euro Ihren Handwerker mehr oder weniger schwarz zu bezahlen, können Sie dann eben auch überlegen, ob Sie das Bier direkt kaufen und ihm das Bier liefern oder eine Kiste Wein. Das heißt, die Bürger werden immer kreativ sein und immer einen Weg finden aus so einem Verbot heraus. Man muss nämlich eins sehen: Geld ist das, was wir als Geld akzeptieren, und wir können Geld eigentlich auch privat schaffen.

von Billerbeck: Das heißt, es könnte auch sein, dass wir zur Ware-gegen-Ware-Wirtschaft zurückkehren müssen, wenn die Politik uns zwingt mit solchen Beschlüssen?

Stelter: Ich glaube, jeder der glaubt, man kann durch Verbote etwas erzielen, irrt sich sowieso. Das ist die gute Nachricht: In der ganzen Geschichte von Geld in den letzten 5.000 Jahren und noch mehr haben die Menschen immer einen Weg gefunden, etwas zu nehmen, was sie selber als werthaltig empfunden haben und was frei war von Regulierung. Das würde auch wieder erfolgen. Nur, es würde komplizierter werden. Vor dem Hintergrund – man muss die Wahrheit sagen, es geht darum, ein Schuldenproblem zu lösen, und es geht nicht darum, irgendwelche Steuerhinterzieher oder irgendwelche Kosten zu senken.

Zirkus um Griechenland: Man müsste einen Schuldenschnitt machen

von Billerbeck: Und das hieße aber auch, wenn man ein Schuldenproblem lösen will, dann kommt ja immer ein Thema ins Spiel, wo Leute ja immer gleich panisch reagieren, nämlich das Thema Schuldenschnitt. Was hieße denn das?

Stelter: Na gut, nehmen wir mal die Europäische Union. Wenn Sie den Euro anschauen, in der Eurozone haben wir je nach Schätzung zwischen 3.000 und 5.000 Milliarden Schulden, die eigentlich nicht mehr ordentlich bezahlt werden können, ein großer Betrag. Und zwar ganz klar nicht nur Staatsschulden – wenn wir immer über Griechenland reden, wenn Sie an Portugal, wenn Sie an Irland denken, haben wir auch sehr hohe Privatverschuldung, Spanien gleichermaßen. Und diese Privatschulden werden nicht getilgt werden können. Und dann ist die Frage, wie schafft man diese Schulden aus der Welt.

Und Sie müssen einfach eines wissen: Wenn Sie die Schulden kürzen, dann werden auch die Forderungen gekürzt, das gehört nun mal zusammen, und da muss man eben auch den Gläubigern sagen, ihr verliert etwas Geld. Das ist sehr unpopulär. Das sehen wir gerade auch an dem, ich würde mal sagen, Zirkus um Griechenland. Es wird alles getan, nur darf man nicht sagen, dass wir letztlich unsere Forderung verloren haben. Stattdessen wird dann eben zinsfrei gestellt, tilgungsfrei gestellt, was ökonomisch dasselbe ist.

Das heißt, man müsste eigentlich einen Schuldenschnitt machen, es ist politisch unpopulär, und darum gibt es eben diese Umwege über Negativzinsen und Ähnliches. Man müsste uns ganz klar sagen, es kostet etwas, es kostet ziemlich viel, und wir machen den Schnitt – wird sich nicht getraut, man versucht es durch die Hintertür.

von Billerbeck: Wie ist denn Ihre Prognose für die Abschaffung des Bargeldes? Werden wir sie bekommen, und wenn ja, wann werden wir sie bekommen?

Stelter: Also ich glaube nicht unbedingt, dass wir sie bekommen werden. Ich glaube, der Widerstand dazu wird zu groß werden. Und selbst wenn es in die Richtung geht, dürfte es noch jahrelang dauern, bis es so weit ist. Insofern würde ich da noch entspannt sein.

von Billerbeck: Daniel Stelter war das über die möglichen Folgen einer Zukunft ohne Bargeld. Danke für das Gespräch! Mehr dazu auch bei uns im Netz unter deutschlandradiokultur.de und auch heute Abend in der Sendung „Zeitfragen“ geht es bei uns um das Thema Schuldenschnitt.

(…)

Quelle: http://www.deutschlandradiokultur.de/abschaffung-des-bargeldes-die-sparer-sollen-enteignet-werden.1008.de.html?dram%3Aarticle_id=320827

Gruß an die Bargeldzahler

TA KI

Dänemarks Regierung will die Bargeldpflicht abschaffen


Die Deutschen lieben ihr Bargeld. In kaum einer anderen Industrienation ist der Anteil der bargeldlosen Zahlvorgänge so niedrig wie in Deutschland. Als kürzlich der Wirtschaftsweise Peter Bofinger die Abschaffung des Bargelds vorschlug, stieß er auf entsprechend große Skepsis.

Anders sieht die Situation in Skandinavien aus. Dort werden schon heute nur noch gut fünf Prozent der Zahlungen mit Scheinen und Münzen vorgenommen. Alle anderen Rechnungen werden per Karte oder per mobilem Bezahlen beglichen. Die dänische Regierung hat nun einen Plan vorgelegt, nachdem dänische Geschäfte schon ab 2016 komplett auf Bargeld verzichten könnten.

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Bargeld verursacht Kosten und erleichtert die Kriminalität

Bisher nämlich gibt es in Dänemark – ähnlich wie auch in Deutschland – die Pflicht, die Banknoten der Zentralbank zu akzeptieren. Die Produktion und die Verteilung des Bargelds kosten den Staat allerdings jährlich erhebliche Summen, so dass eine Komplettumstellung auf bargeldlose Zahlungen Kosteneinsparungen zur Folge hätte. Außerdem würden Steuerhinterziehungen und Geldwäsche enorm erschwert, wenn sämtliche Transaktionen digital nachvollziehen zu wären. Ganz abschaffen möchte man das Bargeld allerdings auch in Dänemark noch nicht: Krankenhäuser, Apotheken und ähnliche Einrichtungen sollen auch weiterhin verpflichtet sein, Bargeld zu akzeptieren. Generell sei das bargeldlose Bezahlen aber „nicht länger eine Illusion, sondern eine Vision, die sich innerhalb eines nachvollziehbaren Zeitrahmens umsetzen lässt“, erklärt Michael Busk-Jepsen vom dänischen Bankenverband gegenüber dem US-Nachrichtensender CNN.

Dänemark hat Geldpolitik selbst in der Hand

Bargeldloses Bezahlen ist allerdings nur dann eine Alternative, wenn es ähnlich unkompliziert und allgemein akzeptiert ist wie Bargeld. Während in Deutschland beispielsweise nur wenige Geschäfte Zahlungen mit dem Smartphone akzeptieren, ist dies in Dänemark ganz anders. Dort werden Zahlungen mit der MobilePay App in fast allen Geschäften angenommen. Dementsprechend weit ist die App auch verbreitet: Rund 40 Prozent der Dänen nutzen sie, um Zahlungen anzuweisen. Dänemark ist nicht Teil der Eurozone und kann daher – anders als Deutschland – selbstständig über eine mögliche Abschaffung des Euros entscheiden.

Quelle: http://www.trendsderzukunft.de/daenemarks-regierung-will-die-bargeldpflicht-abschaffen/2015/06/05/

Gruß an die Barzahler

TA KI

Behörden reden mögliche Schall-Schäden klein


Macht der Infraschall von Windrädern krank? Die „Welt am Sonntag“ berichtete über Leiden von Anwohnern in Dänemark. Nun reagieren dänische und deutsche Stellen – mit eigenwilligen Antworten.

infraschall durch windräder- eine gesundheitsgefahr

Die „Welt am Sonntag“ ging in einem mehrseitigen Report, der Anfang März auch im Internet erschien und dort lebhaft diskutiert wurde, der Frage nach, ob der unhörbare Infraschall von Windkraftanlagen krank macht.

Das starke Leserinteresse erklärte sich schon allein aus der hohen Zahl betroffener Anwohner der jährlich rund 1500 neu errichteten Windkraftanlagen in Deutschland. Der Streit über die Nachbarschaftstauglichkeit der insgesamt inzwischen rund 26.000 Rotorentürme in Deutschland spaltet längst viele Gemeinden, Hunderte von Bürgerinitiativen machen Front gegen immer neue Bauprojekte in der Nähe ihrer Häuser oder inmitten ihrer Naherholungsgebiete.

Dann berichtete die „Welt am Sonntag“ über die Situation in Dänemark, dem Windland Nummer eins in Europa: Dort hatten sich gesundheitliche Beschwerden von Windkraftanwohnern derart gehäuft, dass die Regierung in Kopenhagen ein Krebsforschungsinstitut mit einer Studie beauftragte, deren Ergebnis 2017 vorliegen soll.

Es geht darin um die Frage, ob der unhörbare, tieffrequente Schall, der von Windkraftanlagen ausgeht, tatsächlich gesundheitliche Schäden bei Mensch und Tier hervorruft. Viele dänische Kommunen legten ihre Windkraftplanungen auf Eis, um das Ergebnis der Untersuchung abzuwarten.

Baden-Württemberg fragt in Kopenhagen nach

Der „Welt am Sonntag“-Report über die Verhältnisse in Dänemark beunruhigte auch deutsche Umweltbehörden. Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg übergab den „Welt am Sonntag“-Artikel der dänischen Botschaft in Berlin mit der Bitte um eine Stellungnahme. Und die reichte den ins Dänische übersetzten Text flugs weiter nach Kopenhagen.

Dass sich ausgerechnet Baden-Württemberg so sehr um mögliche Probleme beim Windkraftausbau sorgt, mag gute Gründe haben. Denn im Ländle wurden im vergangenen Jahr lediglich acht Windkraftanlagen neu errichtet. Dieser geringe Ausbau auf dem Niveau von Stadtstaaten wie Hamburg oder Bremen ist für ein Flächenland, das zudem noch von einem grünen Ministerpräsidenten regiert wird, eher peinlich. Zum Vergleich: Im kleinen Hessen, ebenfalls kein windreiches Küstenland, wurde in demselben Zeitraum die zehnfache Menge an Windkraftanlagen errichtet.

Nun muss es also schnell gehen mit der Aufholjagd in Baden-Württemberg: Ziel der Landesregierung ist es, den Anteil der Windkraft an der Stromerzeugung bis 2020 auf mindestens zehn Prozent zu steigern. Dafür sind allerdings 1000 bis 1200 neue Anlagen mittlerer Leistung erforderlich. Die Anzahl der Windkraftanlagen im Südwesten muss also innerhalb von fünf Jahren fast verdreifacht werden. Der Bericht über die ungeplante Flaute beim bisherigen Windkraft-Weltmeister Dänemark alarmierte deshalb offenbar die zuständigen Umweltpolitiker des Landes.

Inzwischen liegt die Antwort der dänischen Regierung auf die Anfrage aus Baden-Württemberg vor. Das Papier wird bereits von mehreren deutschen Umweltbehörden, wie zum Beispiel auch der Energieagentur Nordrhein-Westfalen, verteilt und veröffentlicht, denn: Die kurz gefasste Antwort der staatlichen Dänischen Energieagentur scheint den erleichternden Schluss nahezulegen, dass „die Aussagen des ,Welt‘-Artikels nicht bestätigt werden können“, wie die Landesanstalt für Umwelt in Baden-Württemberg (LUBW) im Internet verbreitet.

Message: Windkraft ist gesundheitlich unbedenklich, es gibt kein Problem für die Energiewende.

Dänen dementieren, was gar nicht behauptet wurde

Nur: Die Feststellung der südwestdeutschen Umweltbehörde ist eine bemerkenswert eigenwillige Auslegung des ohnehin schon eigenwilligen dänischen Regierungsstatements. Denn in dem Antwortschreiben der Dänischen Energieagentur werden die Fakten des „Welt am Sonntag“-Artikels tatsächlich gar nicht widerlegt. Vielmehr wird dementiert, was der Artikel gar nicht behauptet hatte. Zudem beantwortete die Dänische Agentur jüngste Entwicklungen mit fragwürdigen statistischen Interpretationen und Angaben aus Uralt-Gutachten.

Im Einzelnen: Die „Welt am Sonntag“ hatte berichtet, dass der Ausbau der Windenergie an Land in Dänemark 2014 nahezu zum Erliegen gekommen ist, unter anderem, weil viele Kommunen ihre Windkraftplanungen für die Dauer der staatlichen Gesundheitsuntersuchung auf Eis gelegt hätten.

Die Dänische Energieagentur sieht das freilich anders: „Der Ausbau der Windkraft stagniert nicht“, heißt es in dem Antwortschreiben an das deutsche Landesumweltamt. Es seien 2014 immerhin „Onshore-Windenergieanlagen mit einer Kapazität von 106 Megawatt errichtet worden“.

Nun kann man sich streiten über die Definition des Wortes „stagniert“, das im „Welt am Sonntag“-Bericht im Übrigen gar nicht verwendet wurde. Man kann aber auch einfach unabhängige Quellen zu Rate ziehen: Nach der offiziellen Statistik des Europäischen Windenergie-Verbandes (EWEA) ist die Ausbaurate „im früher großen Windkraftmarkt Dänemark 2014 signifikant zurückgegangen“.

Windkraftanlagen auf See, weit weg von den Menschen

Nach einem Zubau von 694 Megawatt Windenergie im Jahre 2013 brach der Ausbau 2014 auf nur noch 67 Megawatt netto ein: Laut EWEA ein Rückgang um 90,4 Prozent. Die regierungsamtliche Version – oder Suggestion – einer unbeschwert davoneilenden dänischen Energiewende darf damit wohl als widerlegt gelten. Gebaut werden in Dänemark fast nur noch Windkraftanlagen auf See, weit weg von den Menschen.

Zwar gibt auch die dänische Regierungsagentur schließlich zu, dass es 2014 beim landgestützten Windkraftausbau „einen Rückgang“ gegeben habe. Der könne aber „unter anderem durch veränderte Tarifbestimmungen seit dem 1. Januar 2014 begründet werden“.

Nur: Von solch einer Erklärung macht der, der es wirklich wissen muss, überhaupt keinen Gebrauch: „Die Entwicklung ist zum Stillstand gekommen, weil die Kommunen das Ergebnis einer großen Gesundheitsuntersuchung abwarten und deshalb keine Erlaubnis für neue Windkraftprojekte erteilen“, sagte Jan Hylleberg, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Dänischen Windindustrie, der Zeitung „Ingenioren„.

Genauso offen hatte sich Hylleberg zuvor auch im Gespräch mit der „Welt am Sonntag“ geäußert – und hatte damit jeder Versuchung widerstanden, das leidige Gesundheitsthema einfach durch Verweis auf „veränderte Tarifbestimmungen“ unter den Teppich zu kehren.

Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß

Schließlich stellt die Dänische Energieagentur in ihrem Statement zum „Welt am Sonntag“-Artikel fest, dass es „anhand der existierenden wissenschaftlichen Grundlagen keinen Beleg dafür gibt, dass Windräder negative Auswirkungen für die Gesundheit haben.“

Nur: Das hatte die „Welt am Sonntag“ auch nie behauptet.

Tatsächlich hatte die „Welt am Sonntag“ in dem Report mehrfach ausdrücklich klargestellt, dass „wissenschaftliche Beweise“ für die schädliche Wirkung der Infraschall-Emissionen „noch ausstehen“. Schon die Überschrift des Artikels, „Macht Windkraft krank?“, war mit einem Fragezeichen versehen: ein kalkulierter Bruch journalistischer Handwerksregeln, der direkt auf die ungelöste wissenschaftliche Problemlage hinwies.

Studien und Umweltbehörden, die kein Problem mit dem Infraschall sehen, wurden von der „Welt am Sonntag“ ebenso ausgiebig zitiert wie Warnungen von Medizinern und Akustikern, die von der Harmlosigkeit des Windkraftschalls nicht überzeugt sind.

Die Frage ist nur, wie man mit wissenschaftlicher Unsicherheit umgeht. Solange man nichts mit absoluter Bestimmtheit weiß – was in der Wissenschaft ohnehin selten der Fall ist –, kann man natürlich so tun, als gäbe es überhaupt kein Problem und keinen Handlungsdruck. Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß: Zu dieser Sichtweise neigen offenbar sowohl die dänischen Regierungsstellen als auch deutsche Umweltbehörden. Eine bequeme Philosophie, die nicht gerade zum Erwerb neuen Wissens aufmuntert.

Was geschieht, wenn die Gesundheitswarnung kommt?

Zwar hat Kopenhagen eine mehrjährige, groß angelegte Studie über Gesundheitsgefahren der Windkraft in Auftrag gegeben. Doch als ob das Ergebnis bereits heute feststünde, befand das dänische Ministerium für Klima, Energie und Bau in einer offiziellen Erklärung, „dass die Planung von Windrädern während des Untersuchungszeitraums fortgesetzt werden kann“.

Wozu dann eigentlich überhaupt noch untersuchen? Auch das deutsche Umweltbundesamt (UBA) hat inzwischen eine große Folgestudie über Infraschall-Gefahren ausgeschrieben. Das hinderte UBA-Präsidentin Maria Krautzberger jedoch nicht daran, den Bundesländern zu raten, doch bitte keine großen Mindestabstände zwischen Wohnbebauung und Windkraftanlage vorzuschreiben: Denn das könnte die deutschen Ausbauziele für Windenergie und mithin die gesamte Energiewende gefährden.

Was geschieht aber, falls am Ende der UBA-Studie oder der Untersuchung des dänischen Instituts Kraeftens Bekaempelse doch eine Gesundheitswarnung steht? Müssen die Windkraftanlagen dann wieder abgebaut werden, oder wird Bevölkerung umgesiedelt?

In dem „Welt am Sonntag“-Report waren immerhin mehrere Mediziner und Akustik-Experten zu Wort gekommen, die eine mögliche Gesundheitsgefährdung durch Infraschall nicht ausschließen wollen und dringend zu weiteren Untersuchungen raten. Zu diesen Mahnern gehören Mediziner der Ärztekammer Wien, HNO-Experten der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie Akustiker der Bergischen Universität Wuppertal, die in einer Studie für das Umweltbundesamt sogar schon mit zahlreichen Indizien und einer gewissen Dringlichkeit auf den großen Forschungsbedarf hingewiesen haben.

Umweltämter lassen sich von veraltetem Gutachten überzeugen

Auch mit dem in Dänemark landesweit bekannten Fall des Nerz-Züchters Kaj Bank Olesen geht die Dänische Energieagentur eigentümlich um: Olesen behauptet, dass sich die Tiere in den Ställen gegenseitig zum Teil tödliche Wunden zufügen, seit nur wenige Hundert Meter hinter seiner Farm Windkraftanlagen errichtet wurden. Auch die Zahl der Fehl- und Missgeburten sei drastisch gestiegen.

Die Dänische Energieagentur verweist auf ein Papier des Kompetenzzentrums für Landwirtschaft und Pelztiere. Demnach lägen keine Berichte über negative Auswirkungen auf die Produktion von Pelztieren vor. Nur: Das von der Behörde zitierte Papier stammt aus dem Jahre 2011. Der Fall Olesen konnte zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht aktenkundig geworden sein, da die Windkraftanlagen nahe der jütländischen Nerz-Zucht erst Ende 2013 errichtet worden waren.

In der Diskussion über mögliche Gesundheitsgefahren des Infraschalls aus Windkraftanlagen geht es nicht um Panikmache. Es ist tatsächlich ja möglich, dass die bestehenden Verdachtsmomente am Ende wissenschaftlich widerlegt werden.

Doch bisher erwecken deutsche und dänische Umweltbehörden nicht den Eindruck, dass sie die Sorgen und Ängste der Windkraftanwohner in dieser Frage überhaupt ernst nehmen. Die Kritiklosigkeit, mit der deutsche Landesumweltämter und Energieagenturen die eher irreführenden Ausflüchte der dänischen Regierung hinzunehmen bereit sind, spricht nicht eben für echtes Erkenntnisinteresse. Solange die betroffenen Bürger aber das Gefühl haben müssen, sie würden mit oberflächlichen Ausreden abgewimmelt, kann das für die Akzeptanz der Energiewende vor Ort keine guten Folgen haben.

Quelle: http://www.welt.de/wirtschaft/energie/article141691937/Behoerden-reden-moegliche-Schall-Schaeden-klein.html

Gruß an die Nachforscher

TA KI

Dänen ordern Hunderte Schweizer Panzer


Es ist ein wichtiger Rüstungsdeal für die Schweiz: Dänemark bestellt mindestens 206 Panzer bei der Firma Mowag. Mit dem „Piranha 5“ deklassierte das Unternehmen die internationale Konkurrenz.

Mowag-Panzer-Piranha-5

Ein bedeutender Rüstungsauftrag geht in die Schweiz: Dänemark bestellt in erheblichem Umfang den Panzer „Piranha 5“ aus dem Hause Mowag. Mindestens 206 Fahrzeuge will das Land ordern, wie das dänische Verteidigungsministerium in einer Mitteilung schreibt.

Die genaue Zahl sei aber noch zu bestimmen. Bei der Order handelt es sich laut der Fachwebseite „Defense News“ um eine der größten Panzer-Order, die derzeit in Europa zu vergeben war.

Der Auftrag der dänischen Armee hat eine Laufzeit von 15 Jahren. Dänemarks Verteidigungsminister Nicolai Wammen zeigte sich erfreut: „Mit dem ,Piranha 5′ haben wir das Fahrzeug gefunden, das die Verteidigungsaufgaben der Zukunft am besten lösen kann.“

10.000 Piranha im Einsatz

Vor ihrer Entscheidung haben die Dänen zwischen vier Varianten an gepanzerten Fahrzeugen verglichen. Neben dem „Piranha 5“ waren noch der schwedische „Armadillo CV90“ und der deutsche „PMMC G5“ im Rennen. Auch den französischen Konkurrenten „VBCI“ ließen die Schweizer hinter sich zurück.

Wie seine Mitbewerber ist auch der „Piranha 5“ eine neue Version seiner Fahrzeuggruppe. Von den Radschützenpanzern aus dem Hause Mowag sind derzeit weltweit rund 10.000 im Einsatz, unter anderem für die US-Armee.

Die Kreuzlinger Firma Mowag, bei der mehr als 900 Mitarbeiter arbeiten, gehört seit 2003 zum US-Konzern General Dynamics und damit zum größten Rüstungskonzern der Welt. Ursprünglich baute die Firma viele Arten von Spezialfahrzeugen, zum Beispiel Feuerwehrautos. Die Spezialisierung auf militärische Fahrzeuge erfolgte in den letzten Jahren.

Dieser Artikel ist zuerst erschienen unter dem Titel „Dänen ordern Hunderte Schweizer Panzer“ bei der Schweizer „Handelszeitung“.

Quelle: http://www.welt.de/wirtschaft/article140493314/Daenen-ordern-Hunderte-Schweizer-Panzer.html

Gruß an die Friedvollen

TA KI

Wettstreit um Öl und Gas- Wem gehört der Nordpol?


nordpol

Von Christian Rothenberg

Dänemark schielt auf den Nordpol. Doch die Besitzansprüche der Arktis sind nicht geklärt. Auch Russland, Kanada, USA und Norwegen sind an der rohstoffreichen Region interessiert.

Dänemark will den Nordpol. Oder besser gesagt: Ein Gebiet von knapp 900.000 Quadratmetern, das 200 Seemeilen von Grönland entfernt liegt. An diesem Montag legte das skandinavische Land seine Forderung den Vereinen Nation vor. „Das Ziel dieses großen Projekts ist es, die äußeren Grenzen unseres Kontinentalsockels – und damit letztlich des Königreichs – festzulegen“, sagte Außenminister Martin Lidegaard. Ganz neu ist der dänische Besitzanspruch nicht.

Ziemlich genau vor zehn Jahren unternahmen die Dänen schon einmal einen Anlauf. Damals sollten geologische Untersuchungen zeigen, dass das Polargebiet, das rund 4000 Kilometer von Kopenhagen entfernt ist, zum Königreich gehört. Die Dänen begründeten ihren Anspruch damit, dass unterseeische Nordpol-Gebirge mit dem politisch zu Dänemark gehörenden Grönland verbunden seien. Das Gebiet verfügt über geschätzte 100 Milliarden Tonnen an Öl- und Gasvorräten. Dadurch weckt es auch bei den anderen Anrainerstaaten Begehrlichkeiten. Seit Jahren liefern sich Dänemark, Kanada, Russland, USA und Norwegen ein Wettstreit um die Region.

Aber wem gehört die Arktis? Die Antwort ist kompliziert. Bisher gibt es keine internationale Entscheidung über die Flächen. Die Ansprüche sind nicht geklärt. Nach der Meeresrechtskonvention der Vereinten Nationen dürfen alle Staaten die Ressourcen des Meeres innerhalb von 200 Seemeilen vor ihren Küsten nutzen. Über diese Grenze hinaus können die Staaten zusätzliche Hoheitsrechte beantragen. Dafür müssen sie jedoch Beweise vorlegen.

Fünffaches Säbelrasseln

Kaum-eine-Region-der-Erde-ist-unwirtlicherDie Zukunft des 26 Quadratkilometer großen Gebietes rund um den Nordpol ist in jeglicher Hinsicht unsicher. Aufgrund der starken Erderwärmung sagen Klimaforscher das Abschmelzen des Eises voraus. In einigen Jahrzehnten könnte das Gebiet im Sommer eisfrei sind. Das ermöglicht auch mehr Schiffsverkehr in der Nordwest-Passage. Handelsschiffe legen auf der Strecke durch den Suezkanal gut 21.000 Kilometer zurück. Durch eine eisfreie Nordmeer-Passage könnte sich der Weg zwischen Europa und Asien (Rotterdam-Tokio) dann von 21.000 auf 14.000 Kilometer verkürzen.

Russen, Kanadier, Norweger und Dänen beanspruchen ein „Tortenstück“ von ihrer Küste bis zum Pol. Russland machte seine Ansprüche bisher am eindrucksvollsten deutlich. Im August 2007 stießen russische Polarforscher mit einer Tauchkapsel auf den 4261 Meter tiefen Meeresboden des Eismeeres vor. Dort stellten sie eine russische Fahne aus Titan auf. Ziel der russischen Expedition sei es, so hieß es vonseiten der russischen Regierung, wissenschaftliche Beweise dafür zu sammeln, dass das Unterwassergebirge am Nordpol mit dem russischen Festland verbunden ist. Die Russen beanspruchen 1,2 Millionen Quadratkilometer, einschließlich des Nordpols. Dies begründet sie damit, dass der Festlandsockel unter dem Eismeer die Fortsetzung der eurasischen Landmasse ist.

Infolge der gehissten Russland-Fahne entbrannte ein heftiges Säbelrasseln. „Die Arktis ist kanadisch. Sie ist unser Eigentum. Unser Meer“, sagte der damalige kanadische Außenminister Peter G. MacKay. Die russische Flagge habe keine rechtliche Bedeutung. „Man kann heutzutage nicht einfach irgendwo eine Fahne hissen, wir leben nicht mehr im 14. und 15. Jahrhundert“, sagte MacKay. Dabei blieb es nicht. Die kanadische Regierung ließ sogar Patrouillenschiffe in der Arktis kreuzen. Russische Medien berichteten später über Pläne, wonach der Kreml seine Interessen mit paramilitärischen Polarstreitkräften schützen lassen wolle. Bis 2017 will der russische Inlandsgeheimdienst den Schutz der Arktis vor Eindringlingen verstärken.

„Auf ordentliche und zivilisierte Weise“

pngDie Dänen bekunden ihre Ansprüche weniger medienwirksam, aber nicht weniger energisch. „Wenn wir an die Bodenschätze dort unter dem Meeresgrund denken und an den derzeitigen Ölpreis, dann wissen wir, dass hier auch wirklich unglaublich viel Geld auf dem Spiel steht“ sagte Außenminister Per Stig Møller im Mai 2008. Damals berieten sich Politiker der Anrainerstaaten in Grönland über die Zukunft der Polregion – mit dem Ergebnis, dass alle fünf beteiligten Staaten erklärten, ihre konkurrierenden Territorialansprüche „auf ordentliche und zivilisierte Weise“ und auf Grundlage des Völkerrechts klären zu wollen.

Seitdem führen die fünf Bewerber Nordpol-Expeditionen durch. Kanadier und US-Amerikaner wollen über Echoschall und seismische Reflektionen Daten sammeln, um ihre Ansprüche zu untermauern und die Grenzen des nordamerikanischen Kontinents festzulegen. Dänemark und Kanada einigten sich vor zwei Jahren immerhin auf eine 3000 Kilometer lange Grenzlinie vor Grönland. „Dänemark und Kanada zeigen, dass man Meinungsverschiedenheiten friedlich regeln kann. Das würde man sich auch für den Rest der Welt wünschen“, sagte der Minister dänische Außenminister Villy Søvndal. Für beide Seiten sei nun klar, welche Rechte sie bei der Ausnutzung etwaiger Ölvorkommen sowie auch bei der Fischerei hätten.

Dennoch ist eine Entscheidung über die politische Zukunft der Polregion und ihrer zwischen 2 und 4 Millionen Bewohner weiterhin ungewiss. Russland, Kanada, Norwegen und Dänemark haben die Ausweitung ihres Gebiets innerhalb von zehn Jahren nach der Ratifizierung des Internationalen Seevölkerrechts beantragt, nur die USA nicht. Die Amerikaner erkennen die UN-Konvention von 1982 nicht an.

Quelle: http://www.n-tv.de/politik/Wem-gehoert-der-Nordpol-article14162111.html

Gruß an in den Norden

TA KI

Irakkrieg III in Vorbereitung?


 

Die Armee des selbstproklamierten Islamischen Staates entwickelt sich für sämtliche Länder der Region zu einem nicht mehr kontrollierbaren Machtfaktor. Wie unser
Korrespondent in Pakistan, durch einen hohen Beamten im pakistanischen Außenministerium erfuhr, bereiten die USA und Großbritannien massive Militärschläge unter Teilnahme mehrerer NATO-Länder vor.

Auf einer NATO-Geheimkonferenz wurde die erste Septemberwoche als Beginn für die Offensive vereinbart. Deutschland konzentriert sich unter Hinweis auf seine  historische Verantwortung vorerst auf Hilfslieferungen, wenngleich die politische Diskussion in der Regierung auf zunehmend mehr Bereitschaft zum militärischen
Engagement hinweist. Diese Entwicklung wird massiv von Seiten der Amerikaner gewünscht.
An dem Militäreinsatz nehmen die NATO-Länder Frankreich, Belgien, Dänemark und Polen teil. Interessant ist die im Hintergrund geführte Diskussion um eine
Teilnahme Russlands und des Irans, die beide ein massives Interesse an der Verhinderung einer Sunnitisch-Islamischen Revolution und der Etablierung eines
extremistischen Kalifat-Staates haben. Sie befürchten ein Übergreifen des islamischen Terrors auf ihre Länder. Allerdings stellen die Russen eine Klärung der ukrainischen Frage und Syriens als Vorbedingung.
Die Einbindung des bislang geächteten Irans ist beachtenswert, da es die erste offizielle Zusammenarbeit mit den USA und der NATO wäre. Diese Tendenz zeichnete sich allerdings in der letzten Zeit bereits ab.

Die IS-Armee verfügt zur Zeit über 28.000 Mann, die mit hochmodernen Waffen ausgerüstet sind. Es wird geschätzt, dass diese Armee neben hochmodernen Waffensystem über etwa 1000 Panzer und gepanzerte Fahrzeuge verfügt. Die Frage ist allerdings, wer diese Armee ausbildet.
Zum Teil besteht sie aus geschulten Söldnern, die aus den Destabilisierungskon-flikten in Libyen und Syrien, aber auch Saudi-Arabien stammen. Hinzukommen Einheiten der irakischen Armee, die komplett unter Mitnahme der amerikanischen Waffen übergelaufen sind.
Wie der pakistanische hohe Beamte weiterhin mitteilte, weiß man von Ausbildern, die früher für US-Privatarmeen tätig waren und jetzt als Söldner für die IS-Armee arbeiten.Diese würden unter dem Oberkommandierenden Issat Ibrahim al-Duri, 71, einst rechte Hand Saddam Husseins, die Ausbildung an den Waffensystemen vornehmen.
Dies sei neben anderen Faktoren auch der Grund, weshalb die IS-Armee so schnell an Boden gewonnen hat.

Quelle: http://www.basler-liberale-nachrichten.ch/basler_liberale_nachrichten_PRESSE_RELEASE.html

Gruß an die Kriegsverweigerer

TA KI

15 Staaten fordern, Tel Aviv zu boykottieren


boycott israel

Moskau (Mehrnews/Russia Today) – 15 Staaten, darunter Deutschland, England und Frankreich verlangen von ihren Bürgern, ihre Beziehungen mit den Siedlungsbewohnern des israelischen Regimes einzustellen.
Grund dafür soll die anhaltende Gewalt dieses Regimes gegen die Palästinenser sein. Nachdem England, Deutschland und Frankreich den Handel mit den israelischen Siedlungsbewohnern verboten hatten, schlossen sich ihnen 12 weitere europäische Länder an: Österreich, Belgien, Kroatien, Dänemark, Finnland, Griechenland, Irland, Luxemburg, Malta, Portugal, Slowakei und Slowenien. Indes warnten Spanien und Italien ihren Bürgern vor jeglicher Investition in den israelischen Siedlungen. Außerdem mahnte die EU das israelische Regime, keinerlei Änderungen in den Grenzen von 1967 zu akzeptieren. Unterdessen griffen letzte Nacht israelische Jagdflugzeuge eine Sicherheitszentrale im Osten von Rafah in Gazastreifen an, was zur ihrer vollständigen Zerstörung führte.
Gruß an die Standhaften
TA KI

Dänemark rät türkischen Bürgern freiwillige Rückkehr


Die dänische Regierung legt den in Dänemark lebenden Türken nahe, freiwillig in ihr Heimatland zurückzukehren. Das liege an den neuen unausgeglichenen Migrationszahlen. Junge Menschen zieht es bereits zurück in die Türkei.

Migranten Dänemark

Die neue Rückwanderungspolitik der dänischen Regierung hat bereits eine erste Zielgruppe. Gemeinsam mit den Finanzberatern für Flüchtlinge mit dauerhaftem Aufenthaltstitel bitten sie die Türken, ohne Zwang zurück in die Türkei zu kehren. Die dänische Regierung führt zurzeit Reformen durch, um die Rückwanderungen einfacher zu gestalten.

Ali Riza Öney von der türkischen Botschaft in Kopenhagen sagte aus, dass bereits sehr viele Türken aus Europa in die Türkei auswanderten. Von den türkischen Bürgern, die Dänemark zwischen 2007 und 2012 verließen, seien die meisten 20 und 29 Jahren gewesen. „Das ist sehr interessant“, sagt Öney, man habe eher erwartet, dass die über 55-Jährigen das Land verließen. Die Jungen zogen die hohen Lebensstandards und Arbeit in der Türkei an. Bürger mittleren Alters wollten, dass ihre Kinder Türkisch lernen, bevor sie erwachsen seien.

Die dänische Regierung hat finanzielle Anreize bereitgestellt, um eine Rückwanderung zu erleichtern (mehr hier). So bekämen die Bürger umgerechnet 17.000 Euro, Kinder 5.000 Euro wenn sie in ihr Heimatland zurückkehrten, berichtet Daily Sabah.

Die türkische Regierung riet den im Ausland lebenden Türken bereits, zurück in die Türkei zu kehren. Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan sagte, dass sich die Türkei enorm gewandelt habe.

Mehr zum Thema:

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Dänemark gegen Sozial-Tourismus: Weniger Arbeitslosengeld für EU-Ausländer

Quelle: http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2014/06/503265/daenemark-raet-tuerkischen-buergern-freiwillige-rueckkehr/

Anmerkung: Kann es sein, dass die „Jungen“ eventuell in der Heimat an der Front benötigt werden da sich die Situation zwischen Türkei-Syrien, Irak verschärft??!

Gruß TA KI