Erleben wir bald den „Untergang“ der Deutschen Bank?


Deutsche Bank Filiale - foto: freie-presse.net
Deutsche Bank Filiale – foto: freie-presse.net

Die Schadenfreude über den Fall der „Größenwahnsinnigen“ (Spiegel) war groß, die Sorge um ihre Zukunft scheint sich aber in Grenzen zu halten. Der Aktienkurs ist heute niedriger als vor dreißig Jahren. Auch die Kurse der über 800 Anleihen fallen weiter. Der Titel ist nicht mehr im Index EuroStoxx50 vertreten. Experten sehen darin die Strafe für die Geschäftsskandale, dreiste Bilanztricks, Globalisierungsexzesse und die Arroganz des Managements. Wie geht es weiter mit dem deutschen Marktchampion?

Das 1 x 1 der Bankenkrisen und wie diese aus ihnen herauskommen

Direkte Insolvenzen sind bei Banken selten. „Technisch“ liegen sie vor, wenn ein Geldhaus zahlungsunfähig wird, keine Liquidität am Geldmarkt bekommt oder durch die Finanzaufsicht wegen Eigenkapitalmangel abgewickelt wird. Das passiert bei Schieflagen im Kredit- und Börsengeschäft. In der Realität kommen aber eher „indirekte Insolvenzen“ vor. Die Bank verliert hier die juristische Selbständigkeit, wenn sie verkauft, zerschlagen, friedlich oder feindlich übernommen wird oder fusionieren muss. Manchmal gibt es ein Happy End: Ein Finanzinvestor springt ein oder es fließt frisches Geld aus der Kapitalerhöhung.

Liquiditätsprobleme sind noch seltener als „indirekte“ Insolvenzen. Kurzfristig sind sie unproblematisch, weil sich Banken finden, die anderen zum hohen Zins Geld verleihen. Schließlich ist für die Geldversorgung auch Draghi und die EZB da. Langfristig kann es aber bei fehlender Fristenkongruenz Probleme geben. Wenn aufgrund falscher Zinserwartungen langfristige Kredite kurzfristig refinanzieren, kann der Pechvogel auf negativer Zinsmarge sitzen bleiben. Auch „Liquiditätsstreiks“ kennt die Branche. Dann leihen sich Banken kein Geld mehr. Entscheidend ist zudem, wer Probleme bekommt. Eine Einzelbank wird aus Angst vor Domino-Effekten“ mit Rettungsschirmen aus dem Desaster herausgeholt. Wie es im Falle der Gesamtbranche ist, wurde noch nicht getestet.

Insolvenzrisiko bei der Deutschen Bank eher gering

Heute sind italienische Großbanken genauso gefährdet wie die Deutsche Bank, die aber relevanter ist. Ihr Ausfall könnte weltweite Markturbulenzen auslösen. 2016 war sie mit 50 Bill. Euro Derivatevolumen weltgrößter Player. Mehrere fatale Ereignisse müssten auftreten, damit dieser Koloss kippen darf. Wird sein Eigenkapital zu knapp, springen aber der deutsche Staat und der europäische Bankenabwicklungsfonds ein. Beide werden die „faulen“ Kredite und Anlagen in eine Badbank auslagern und versuchen diese „Kurs schonend“ zu verkaufen. Die Zeiten als Jo Ackermann sich schämte vom Staat Geld zu nehmen sind vorbei.

Die aktuelle Geschäftslage des Konzerns mit einem Satz beschrieben besagt: Der Konzern besitzt mit 14% Kernkapitalquote genügend Sicherungsmittel. Wegen hohem Vertrauensverlust (häufige Vorstands- und Investorenwechsel, en masse Affären, Gerichtsprozesse und Strafzahlungen) leidet das Institut jedoch an Ertragsschwäche. Daran ändert auch der positive Ausrutscher im laufenden Quartal nichts.
Leser die sich ein Bild über den Ruf des deutschen Primus machen wollen, sollten die Negativzeilen aus diesem Jahr lesen (Spiegel). Für neues Vertrauen muss hiernach viel getan werden: Die Bank muss allgemeinverständliche Geschäftsberichte ohne Anglizismen schreiben, sich von der Bilanzakrobatik lösen, die Investmentbanking-Allüren aufgeben, bei der Globalisierung leiser treten, die Ergebnisse verstetigen und millionenschwere Boni der Vorstände einstellen. Vieles davon wird mit Mühe gerade umgesetzt. Auch die Aufsicht BaFin muss härter treten. Problematisch ist, dass Banken selber ihr Risikokapital mit „internen Modellen“ berechnen dürfen, die die Aufsicht einfach abnickt. Die o.g. Strafzahlungen sind bei einem Bilanzkapital von (noch) 63 Mrd. € zur Zeit nicht Existenzbedrohlich.

Hedgefonds, Staatseinstieg und Fusion mit der Commerzbank gleich wahrscheinlich

Selbst wenn die direkte Insolvenz unwahrscheinlich ist, bleibt noch die Frage der indirekten Insolvenz. Bei maroden Großbanken versuchen Hedgefonds und Finanzinvestoren mit Hilfe von Ratingagenturen durch aggressive, allerdings rechtlich zulässige Baisse-Strategien (Leerverkäufe, Optionen), den Aktienkurs so weit zu drücken, bis feindliche Übernahmen oder Zerschlagungen lohnend erscheinen. Dafür ist aber eine Zusammenarbeit mehrerer Großaktionäre notwendig. Bei der Deutsche Bank mit einem hohem Streubesitz, der größte Aktionär BlackRock hält gerade 5%, wird das schwierig. Dennoch bleibt die Gefahr keinesfalls gebannt. An die Frankfurter macht sich gerade eine neuer US-Hedgefonds Hudson Executive als „Retter“ heran. Das ist wieder so ein Trugschluss, da nicht die Bank das Geld bekommt, sondern der Verkäufer der Anteile. (FAZ)

Auch von einer anderen Seite droht Ungemach. Sollten größere Bilanzmanipulationen entdeckt werden – was bei einer Skandalbank kein Wunder wäre – und Massenentlassungen drohten, wird wahrscheinlich Berlin, wie schon bei der Commerzbank, einspringen und eine Fusion der beiden verlangen. Berlin würde in diesem Fall selbstverständlich nicht den „Untergang“ des Primus beklagen, sondern seine „alternativlose Rettung“ feiern. Der neue Bankchef Christian Sewing spürt das, biedert sich – wie seine DAX-Kollegen Kaeser von Siemens und Höttges von der Deutschen Telekom – schon einmal vorsorglich an, indem er vor wirtschaftlichen Schocks durch politischen Nationalismus warnt. Die Kontokündigung von Nicolas Fest (AfD) ist wohl eine der vielen Episoden in diesem erbärmlichen Spiel.
Da die Deutsch Bank auf absehbare Zeit ertragsschwach bleiben wird, gibt es für die gebeutelten Aktionäre noch keine Entwarnung.


Dr. Viktor Heese – war 17 Jahre bei der Deutschen Bank als Börsenanalyst beschäftigt; www.prawda24.com, www.finanzer.eu

Quelle

Gruß an die Klardenker

TA KI

Deutsche Bank überweist 28 Milliarden Euro aus Versehen


Bei der Deutschen Bank knirscht es derzeit nicht nur in der Vorstandsetage. Die Bank hat offenbar 28 Milliarden Euro aus Versehen überwiesen.

Bei der Deutschen Bank knirscht es derzeit nicht nur in der Vorstandsetage.

Im täglichen Geschäft hat das größte deutsche Geldhaus vor Ostern aus Versehen 28 Milliarden Euro überwiesen, wie ein Unternehmenssprecher in Frankfurt bestätigte.

Das Geld ging auf ein Konto der Deutschen Bank bei der Terminbörse Eurex und nicht an einen Kunden.

Ursprünglich sollte eine weit geringere Summe auf das Konto fließen, deren Höhe der Sprecher aber nicht nennen wollte.

Ein Schaden sei nicht entstanden, da die Buchung nach wenigen Minuten rückgängig gemacht worden sei.

Man habe die Gründe für den Fehler überprüft und Schritte eingeleitet, um zu vermeiden, dass so etwas noch einmal passiert. Der Fehler ereignete sich in den letzten Tagen des ausgeschiedenen Vorstandschef John Cryan. (dpa)

Quelle: https://www.epochtimes.de/wirtschaft/finanz/deutsche-bank-ueberweist-28-milliarden-euro-aus-versehen-a2405327.html

Gruß an die Aufmerksamen

TA KI

Goldpreis: Großbanken als Manipulateur und Profiteur


Weltweit betrügen die Großbanken ihre Kunden und manipulieren die Märkte. Seit der Finanzkrise 2008 wurden 100te Millarden Strafen an US-Dollar von den verschiedensten Großbanken gezahlt. Seien es Zahlungen aufgrund von außergerichtlichen Einigungen, Vereinbarungen mit den Behörden und in den seltensten Fällen aufgrund eines Gerichtsurteils. Was immer als Verschwörungstheorie galt, wurde Verschwörungsfakt: Manipulationen, Lügen und Betrug als Bestandteil des Großbankensystems.

Goldbarren - Bildquelle: Wikipedia / Federal Reserve Bank of New York

Goldbarren – Bildquelle: Wikipedia / Federal Reserve Bank of New York

Seit Jahren versucht das Gold Anti-Trust Action Committee (GATA) Preismanipulationen am Goldmarkt nachzuweisen. Deren Argumente, die auf Preisentwicklungen, -charts und Handelsmuster basieren, sind nur sehr schwer bis überhaupt nicht mit den Mechanismen eines angeblichen freien Marktes zu erklären. Und doch wurden ihre Argumente seitens der Regulierer und der Behörden negiert. Selbst die Minenbesitzer und Edelmetallhändler, denen eigentlich an hohen Preisen gelegen sein müsste, unternahmen nie ernsthafte Schritte um beipielsweise GATA zu unterstützen oder die Aufmerksamkeit auf diese „Seltsamkeiten“ zu lenken. Anscheinend hatte GATA in deren Augen nicht genügend „Pulver in der Hinterhand“, zu wenig Beweise, so dass die meisten Menschen einfach annahmen, dass ihre Behauptungen nicht richtig sein können.

Aber mit der Übergabe von 35.000 Seiten an internen Dokumenten und anderen Aufzeichnungen sowie 70 Audioaufnahmen durch die Deutsche Bank, ändert sich das grundlegend. Mehrere Anwälte, die Mandaten vertreten, die gegen einige Großbanken prozessieren, sagen, dass die von der Deutschen Bank übermittelten Informationen, genau jene Beweise sind, dass es eben doch eine großangelegte und systematische Kampagne gibt, um die Märkte zu manipulieren und die Kunden zu betrügen.

Denn: Auf die Charts und Daten zu schauen, mag die eine Sache sein. Eine ganz andere ist es, Chat-Protokolle zu sehen, wo die Händler von Großbanken darüber sprechen (und sogar Spässe machen), wenn sie die Preise manipulieren und sie unwissenden Marktteilnehmern unterjubeln:

June 8, 2011

UBS [Trader A]: and if u have stops…

UBS [Trader A]: oh boy

Deutsche Bank [Trader B]: HAHA

Deutsche Bank [Trader B]: who ya gonna call!

Deutsche Bank [Trader B]: STOP BUSTERS

Deutsche Bank [Trader B]: deh deh deh deh dehdehdeh deh deh deh deh dehdehdeh

Deutsche Bank [Trader B]: haha16

Der obige Chat und zahlreiche weitere zeigen, dass die Behauptungen der letzten 20 Jahre seitens GATA korrekt waren. Die Edelmetallmärkte sind nichts weiter als eine Bereicherungsplattform für skrupellose Banker, die wissen, dass die Preisfindung am Markt keine von Angebot und Nachfrage ist.

Bereits 1974 schrieb die britische Regierung an das US Finanzministerium:

AUF DIE ERWARTUNGEN DER HÄNDLER BEZOGEN WIRD DIE BILDUNG EINES BETRÄCHTLICHEN GOLD FUTURES- MARKT ERWARTET. JEDE DER HÄNDLER DRÜCKTE DEN GLAUBEN AUS, DASS DER FUTURES-MARKT ZU EINER WESENTLICHEN GRÖSSE WIRD UND DASS DER PHYSISCHE HANDEL IM VERGLEICH DAZU UNBEDEUTEND WIRD. AUCH WURDE DIE ERWARTUNG, DASS GROSSE VOLUMINAS AN FUTURES-GESCHÄFTEN EINEN EXTREM VOLTATILEN MARKT SCHAFFEN WÜRDEN, ZUM AUSDRUCK GEBRACHT. UMGEKEHRT WÜRDEN DIE VOLATILEN PREISBEWEGUNGEN DIE ANFÄNGLICHEN NACHFRAGEN FÜR DEN PHYSISCHEN BESITZ VERRINGERN UND HÖCHSTWAHRSCHEINLICH AUCH DAS LANGFRISTIGE HALTEN DURCH U.S.-BÜRGERN VERHINDERN.

(TO THE DEALERS’ EXPECTATIONS, WILL BE THE FORMATION OF A SIZABLE GOLD FUTURES MARKET. EACH OF THE DEALERS EXPRESSED THE BELIEF THAT THE FUTURES MARKET WOULD BE OF SIGNIFICANT PROPORTION AND PHYSICAL TRADING WOULD BE MINISCULE BY COMPARISON. ALSO EXPRESSED WAS THE EXPECTATION THAT LARGE VOLUME FUTURES DEALING WOULD CREATE A HIGHLY VOLATILE MARKET. IN TURN, THE VOLATILE PRICE MOVEMENTS WOULD DIMINISH THE INITIAL DEMAND FOR PHYSICAL HOLDING AND MOST LIKELY NEGATE LONG-TERM HOARDING BY U.S. CITIZENS.)

Die „Erwartungen der Händler“ waren zutreffend – wie wir heute wissen. Die Futures-Märkte zeichnen sich inzwischen durch eine außergewöhnlcihe Volatilität aus, der Handel mit „Papieredelmetallen“ ist hundertmal größer als der von physischem und der Anteil an Menschen die Gold wirklich physisch zu Hause haben, ist vergleichsweise gering geworden.

Jemand, der etwas schlechtes über den Staat denkt, würde jetzt behaupten, dass die Regierungen und Großbanken daran interessiert sind, dass der Goldpreis zugunsten des Fiat-Geldes geschwächt wird, wenn er so etwas liest. Denn sind die heutigen Futures-Märkte nicht genau eines der Instrumente, um diese „Erwartungen“ des obigen Zitats eines WikiLeaks-Dokuments zu erreichen?

Die Preisvolatilität, konzertierte Short-Selling-Aktionen und die immer wieder unerklärlichen Einbrüch der Edelmetallpreise haben in den letzten 25 Jahren viele vom Besitz/Kauf physischem Golds abgehalten – auch weil beispielsweise die US-Commodity Futures Trading Commission (CFTC) all diese Faktoren ignorierte und negierte.

Obwohl die CFTC fünf Jahre lang die Preisentwicklung bzgl. Silber untersuchte, wurde niemand gerichtlich belangt. Vielleicht sind die im Dezember 2016 veröffentlichten Dokumente der Deutschen Bank ein Grund, um die Untersuchungen wieder aufzunehmen?

Bislang scheinen die US-Gerichte die bessere Wahl zu sein, wenn man als Investor an den Edelmetallmärkten eine Aufklärung dieser Fragen erreichen will. Mit Keith Neumeyer von First Majestic Silver will sich einer der größten Silberproduzenten der Welt diesen Klagen anschließen.

Man darf gespannt sein, wie sich diese Geschichte weiterentwickelt. Gerade weil unser Fiat-Geldsystem keinen hohen Goldpreis gebrauchen kann.

Quellen:
Proof Gold Prices Are Manipulated: Plot to “Negate Long-Term Hoarding By U.S. Citizens”
Deutsche Bank Provides „Smoking Gun“ Proof Of Massive Rigging And Fraud In The Silver Market
LONDON WHOLESALE GOLD DEALERS‘ VIEWS ON U.S. GOLD SALE AND PRIVATE U.S. OWNERSHIP

Quelle: http://www.konjunktion.info/2017/01/goldpreis-grossbanken-als-manipulateur-und-profiteur/

Gruß an die Erkennenden

TA KI

Finanzsystem: Ein langes Wochenende und die Deutsche Bank


Wie sagte einst unser über dem Gesetz stehender (Stichwort: ESM-Gouverneur) Finanzminister Wolfgang Schäuble einmal so schön:

Bankeinlagen sind eine sensible Sache, da muss man schnell handeln, daher macht man es am Wochenende.

Warum kommt mir gerade diese Aussage im Zusammenhang mit der Deutschen Bank (DeuBa) und dem anstehenden verlängerten Wochenende in den Sinn? Natürlich weiß ich nicht, ob dieses Wochenende “etwas geplant” ist, aber allein die Tatsache, dass man sich damit beschäftigen muss bzw. einem dieser Gedanke kommt, spricht eigentlich Bände.

Während die Bundesregierung irgendwelche Notfallpläne für die Deutsche Bank dementiert, ziehen große Fonds Bargeld und andere Vermögenswerte von Deutschlands größter Bank ab:

Millennium Partners, Capula Investment Management und Rokos Capital Management gehören zu etwa 10 Hedge-Fonds, die ihr Engagement zurück gefahren haben, sagte eine mit der Situation vertraute Person, die es ablehnte namentlich genannt zu werden und über vertrauliche Kundenangelegenheiten sprach.

Die Hedge-Fonds nutzen die Deutsche Bank, um ihre gelisteten Derivate-Transaktionen glatt zu stellen, weil sie keine Mitglieder der Clearing-Stellen sind. Millennium, Capula und Rokos lehnten eine Stellungnahme ab, als man sie per Telefon oder E-Mail kontaktierte.

(Millennium Partners, Capula Investment Management and Rokos Capital Management are among about 10 hedge funds that have cut their exposure, said a person familiar with the situation who declined to be identified talking about confidential client matters.

The hedge funds use Deutsche Bank to clear their listed derivatives transactions because they are not members of clearinghouses. Millennium, Capula and Rokos declined to comment when contacted by phone or e-mail.)

Kein Wunder also, dass diametral zum einbrechenden Aktienkurs die entsprechenden Credit Default Swaps (Kontrakte, mit deren Hilfe sich Anleihegläubiger gegen das Ausfallrisiko des Anleiheemittenten versichern können) der DeuBa in den letzten Wochen nach oben schossen.

DeuBa - Bildquelle: www.zerohedge.com

DeuBa – Bildquelle: http://www.zerohedge.com

War Lehman Brothers 2007 schon fast der Todesstoß für das Finanzcasino, ist die DeuBa noch einmal eine ganz andere Hausnummer. Betrachtet man die Vielzahl an Verflechtungen, die die DeuBa mit anderen großen, wichtigen, “systemrelevanten” Banken hat, muss jedem klar sein, dass ein Zusammenbruch der DeuBa das Finanzsystem zum Einsturz bringen wird.

Verbindungen DeuBa - Bildquelle: www.zerohedge.com

Verbindungen DeuBa – Bildquelle: http://www.zerohedge.com

Einer der größten Konkurrenten der DeuBa und Sinnbild der Finanzkaste schlechthin, Goldman Sachs schreibt dazu:

Die Deutsche Bank steht im Zentrum des europäischen Finanzsystems – sie ist ein wichtiges Pendant zu allen relevanten europäischen Banken und darüber hinaus. Jüngste Berichte über mögliche Rechtsstreitigkeiten haben die Bedenken der Kapital[geber] verstärkt und erhöhten die Gesamthöhe der Angst am Markt. Fragen zu einer “Krise” werden gestellt: “Besteht die Gefahr einer Wiederholung der Finanzkrise?” und “Kann eine große europäische Bank einem Liquiditätsereignis begegnen?”

(Deutsche Bank stands at the center of the European financial system – it is a major counterpart of all relevant European banks, and broader. Recent reports of potential litigation hits have compounded capital concerns, and raised the overall level of market anxiety. “Crisis” questions are being asked: “is there risk of a financial crisis re-run” and “can a large European bank face a liquidity event”?)

Jetzt gibt es (nicht unbedingt auf das verlängerte Wochenende bezogen) für mich zwei Optionen:

  1. Man lässt die DeuBa zusammenbrechen. Als Katalysator und entscheidenden letzten Prozessschritt für die von mir schon so oft angesprochene NWO. Mit Deutschland als wieder einmal weltweiten Sündenbock. Oder…
  2. Es kommt zu einer Bankenrettung im ganzen großen Stil. Sei es durch einen Bail-Out staatlicherseits oder durch einen Bail-In kundenseits. Möglich wäre auch eine Variante aus beiden: Bail-In mit beispielsweise einer 75% Beteiligung der deutschen Sparer und den Rest übernimmt der Staat – die für mich wahrscheinlichste Konstellation.

Dass die DeuBa hoffnungslos unterkapitalisiert ist und der größte Derivatehalter auf der Welt ist, ist bekannt. Dass Merkel eine Unterstützung der DeuBa bislang ausschließt, ebenfalls. Und dass man “irgendetwas tun” muss, will man dem Finanzcasino eine Spielverlängerung angedeihen lassen, dürfte auch jeden halbwegs Informierten klar sein.

Daher gilt:
Es sind wahrlich spannende Tage. Und vielleicht sogar ein spannendes verlängertes Wochenende?

Quellen:
Schäuble: „Bankeinlagen sind eine sensible Sache, daher macht man es am Wochenende“
Notfallplan? Die Bundesregierung dementiert
The Run Begins: Deutsche Bank Hedge Fund Clients Withdraw Excess Cash
This Is How Much Liquidity Deutsche Bank Has At This Moment, And What Happens Next

 

Quelle: http://www.konjunktion.info/2016/09/finanzsystem-ein-langes-wochenende-und-die-deutsche-bank/

Gruß an die Vorbereiteten

TA KI

„Geht die Deutsche Bank unter, reißt sie Merkel mit“


Staatshilfe für die Deutsche Bank? Die Kanzlerin soll nein gesagt haben, die Bank hält die Debatte für unangebracht. Doch der Aktienkurs leidet, Milliardenstrafen drohen. Das sagt die internationale und deutsche Presse.

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Düsseldorf

Der Kurssturz der Deutschen-Bank-Aktie am Montag hat die Märkte weltweit aufgeschreckt. Die Aktie rutschte auf ein neues Allzeit-Tief, Banktitel in aller Welt gerieten im Schlepptau unter Druck. Am Dienstag setzt sich der Kursrückgang fort. Der Grund: Eine Kapitalerhöhung bei der Deutschen Bank wird von vielen Marktteilnehmern als notwendig angesehen, was bisherige Aktionäre belasten würde. Eine weitaus höhere Strafe als erwartet steht in den USA im Raum. Gleichzeitig soll Kanzlerin Angela Merkel Staatshilfen ausgeschlossen haben, berichtete der „Focus“. Die Deutsche Bank hat damit weltweit für Schlagzeilen gesorgt.

Ausgenüchterte Deutsche

„Genießen Sie das Oktoberfest? (…) Lassen Sie uns hoffen, dass die Deutschen irgendwann ausnüchtern und merken, was bei der Deutschen Bank los ist. (…) Frau Merkel kann schlecht streng sein bei italienischen, portugiesischen und spanischen Banken – und der gesamten Nation Griechenland – und dann die Deutsche retten. Also warum reagieren die Märkte so panische auf etwas, das sowieso nicht passieren würde? Eine Antwort: Es benötigt im Moment nicht viel, um die Deutsche umzuhauen, da das Vertrauen in den Umbauplan des britischen Chefs John Cryan gering ist.“ The Times, Großbritannien

Die Ablehnung staatlicher Rettungen

Es gibt angeschlagene europäische Banken. Und es gibt die Deutsche Bank. (…) Die Deutsche Bank ist Deutschlands größtes Finanzunternehmen und ein entscheidender Kreditgeber für die Exportmaschine des Landes. Aber ihr Status als Institution, dass sie zu groß zum Scheitern ist, steht im Konflikt mit der Ablehnung staatlicher Rettungen durch die deutsche Öffentlichkeit – sei es für Länder (wie Griechenland) oder Banken. New York Times, USA

Die Deutsche Bank gefährdet – und der Euro auch?

„Sollte die deutsche Regierung nicht hinter der Bank stehen, werden unausweichlich auch alle ihre Gegenparteien – andere Banken und Instituten, mit denen sie Geschäfte macht – unsicher werden, ob sie mit ihr handeln sollen. (…) Sollte die Deutsche Bank untergehen, sieht es immer wahrscheinlicher danach aus, dass sie Merkel mit sich reißen wird – und mit einiger Wahrscheinlichkeit auch den Euro.“Daily Telegraph, Großbritannien

Rom trägt die Bankenunion zu Grabe


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Italiens Banken brennen lichterloh. Deutsche Banken haben ca. 84 Milliarden Euro im Feuer, französische über 250 Milliarden Euro. Wer trägt Italiens Schulden?

In vielen Euro-Staaten, insbesondere im Süden Europas, sieht es alles andere als rosig aus. Die Verschuldung der EU-Staaten steigt weiterhin kontinuierlich, während sich die Arbeitslosenzahlen in Ländern wie Frankreich, Italien, Spanien, Portugal und Griechenland nach wie vor auf einem extrem hohen Niveau und die Industrieproduktion (Italien beispielsweise auf dem Niveau Mitte der 1980er) auf einem äußerst niedrigen Level befinden. Nichtsdestotrotz können sich Staaten wie beispielsweise Italien oder Spanien immer günstiger verschulden. Dies bedeutet, obwohl es in dem Land wirtschaftlich immer weiter bergab geht, wird man mit immer niedrigeren Zinsen belohnt. Das ist volkswirtschaftlicher Irrsinn!

Grafik 1 / Quelle: Friedrich & Weik

Grafik 1 / Quelle: Friedrich & Weik

Das mit 2,24 Billionen Euro (über 136,5 Prozent des nominalen BIP! – erlaubt sind eigentlich laut Maastrichter Kriterien gerade einmal 60 Prozent) verschuldete Italien kämpft vermehrt mit seinen maroden Banken und deren faulen Krediten. Die Frage die einem hier sofort ins Auge springt: Wie soll ein so immens verschuldeter Staat seine marode Banken retten? Weder kann Italien sich das leisten, noch wäre es konform zum geltenden EU-Recht! Wieder einmal müsste man Gesetze brechen, um die Banken zu retten und zwar die extra gerade erst geschaffenen EU-Abwicklungsrichtlinien im Zuge der europäischen Bankenunion.

Kredite ohne Tilgung

Prophylaktisch hat man in Italien schon mal die stolze Summe von 350 Milliarden Euro in eine Bad Bank ausgelagert. Gelöst wurde das Problem damit freilich nicht – es wurde lediglich in die Zukunft verlagert und auf die Bürger abgewälzt. Im Juli 2016 wird die Misere der italienischen Banken amtlich. Auf Grund der hohen Anzahl von doubtful debts (Notleidende Kredite von Unternehmen und Privatpersonen die seit mehr als 90 Tagen nicht mehr bedient werden) drohen zahlreiche italienische Banken – welche de facto Pleite sind – umzukippen.

Die offizielle Summe bewegt sich bei 360 Milliarden Euro. Das sind ca. 21 Prozent aller Kredite in Italien. Italienische Banken haben haufenweise Kredite an Kunden vergeben, die diese nun nicht mehr zurückzahlen können. Damit ist jedoch das Ende der Fahnenstange offensichtlich noch nicht erreicht, denn zahlreiche Banken lassen anscheinend wegen der äußerst niedrigen Zinsen „den einen oder anderen“ Kredit ohne Tilgung – dies bedeutet das die Bankkunden nicht mehr zahlen – weiterlaufen. Die Überraschung dieses Irrsinns wird uns eher früher serviert werden.

Bereits 2014 haben wir in unserem Buch „Der Crash ist die Lösung“ folgendes geschrieben:

„Italiens Banken stehen vor gewaltigen Problemen. Die Entwicklung der notleidenden Kredite bei italienischen Banken ist seit 2009 von knapp 40 Milliarden auf einen Rekordwert von über 160 Milliarden Euro gestiegen. Damit sind 9,7 Prozent aller Verbindlichkeiten italienischer Unternehmen und Privatschuldner »unter Wasser«! Sollte es mit der wirtschaftlichen Entwicklung weiter bergab gehen, was mehr als wahrscheinlich ist, wird das gesamte italienische Bankensystem implodieren.“

Entweder das oder es wird wieder von den Steuerzahlern Italiens und Europa kostspielig reanimiert.

Der folgende Chart zeigt warum es geradezu dazu kommen musste. Die Wirtschaft Italiens befindet sich seit Jahren im Abschwung und in einer Rezession (orangene Linie). Dadurch verlieren immer mehr Menschen ihren Job – die Arbeitslosenquote ist auf einem Hoch von über 12 Prozent und bei der Jugendarbeitslosigkeit hat man ein historisches Rekordhoch von 44 Prozent erreicht. Wer aber arbeitslos ist oder keine Aufträge mehr erhält, verdient kein Geld mehr und kann folglich seine Kredite nicht mehr bedienen (blaue Linie). Das ist nicht „rocket science“ sondern logischer Sachverstand. In dieser destruktiven Abwärtsspirale befindet sind Italien seit Jahren.

Fakt ist: Im Währungskorsett der EZB wird Italien niemals auf die Beine kommen sondern von Krise zu Krise stolpern – bis zum bitteren Ende. Zweifellos ist das politisch motivierte Währungsexperiment Euro viel zu stark für Italien.

Grafik 2 / Quelle: Friedrich & Weik

Grafik 2 / Quelle: Friedrich & Weik

Merkel sieht keine Krise

Wieder einmal sieht man, dass die Krise – konträr zu den Behauptungen aus der Politik und Finanzwelt – nicht gelöst wurde, sondern dass man sich lediglich teuer, mit dem Geld der Steuerzahler, Zeit erkauft hat. Trotz der tatkräftigen Hilfe des Landesmannes und EZB Chefs Mario Draghi aus dem fernen Frankfurt in Form von Niedrig-, Null- und bald auch Negativzinsen, sowie zahlreichen Geldspritzen, stehen Italiens Banken am Abgrund.

Die Folgen eines Crashs einer oder mehrerer größerer Italienischer Banken sind heute nicht abzusehen. Deutsche Banken haben ca. 84 Milliarden Euro in Italien im Feuer. Frankreich über 250 Milliarden Euro. Jetzt will die Regierung Renzi geltendes Recht brechen und doch wieder mit Steuergeldern der maroden italienischen Finanzbranche helfen. Die italienische Bankenkrise hat durchaus die Kraft, eine neue, sehr viel größere Krise auszulösen.

Trotz der mehr als besorgniserregenden Situation verbreitet Italiens Wirtschaftsminister Pier Carlo Padoan Gelassenheit. Er betrachtet die Sorgen um Italiens Banken als übertrieben. Seiner Ansicht nach werde das italienische Bankensystem von außen „völlig verzerrt“ wahrgenommen, und die Institute seien durchaus „solide“. Böse Zungen sprechen in Anbetracht solcher Aussagen zu recht entweder von Realitätsverweigerung beziehungsweise oder gar deren Verlust.

Doch auch Bundeskanzlerin Merkel macht sich offenkundig keine großen Sorgen, denn anders ist ihre Aussage vom 12.07.2016 nicht zu verstehen:

„Ich sehe keine krisenhafte Entwicklung insgesamt.“

Diesbezüglich sollte die Kanzlerin nicht zu sicher sein. Nicht nur die Experten des Internationalen Währungsfonds (IWF) halten die Probleme italienischer Banken für systemgefährdend. Angesichts des geringen Wirtschaftswachstums und der insgesamt desolaten wirtschaftlichen Lage Italiens wird es unserer Ansicht nach fast unmöglich für die Banken, aus eigener Kraft und zeitnah das Problem ihrer notleidenden Kredite zu lösen.

Nun ist guter Rat teuer. Der italienische Premierminister Matteo Renzi drängt nach dem „alt Bewährten“ – auf Staatshilfen. Jedoch kann er diese den Banken nicht so einfach gewähren, denn die EU-Staaten haben sich – nach den für den Bürger schwer vermittelbaren Bankenrettungen im Zuge der Euro-Krise – auf strikte Regeln bezüglich des Handlings strauchelnder Banken geeinigt. Das Resultat dieser Einigung ist, dass im Zuge der „Haftungskaskade“ zuerst die Gläubiger (Aktionäre, Anleihebesitzer und Sparer) für den Schaden aufkommen müssen bevor der Staat zur Hilfe kommen „darf“.

Premierminister Renzi fürchtet jedoch offensichtlich, dass zahlreiche Kleinsparer sich dies nicht bieten lassen und ihn aus dem Amt jagen werden. Beppe Grillos Fünf-Sterne-Bewegung (M5S) – strikte Gegner des Euros – ist weiter auf dem Vormarsch und hat mehreren Umfragen zufolge sogar den Partito Democratico (PD) von Matteo Renzi als stärkste Partei überholt.

Bestraft die Verantwortlichen!

Bei der Regierung in Rom schrillen die Alarmglocken. Also muss dringend eine Alternative her – ein Schlupfloch in der EU-Regelung gibt diese her. Dieses Schlupfloch sieht folgendermaßen aus: Banken können weiterhin mit Staatsgeld gerettet werden, wenn das „zur Abwendung einer schweren Störung der Volkswirtschaft eines Mitgliedstaats und zur Wahrung der Finanzstabilität“ dient. Dies bedeutet, der Steuerzahler ist abermals der Dumme.

Die Bankenunion ist gerade ein Jahr alt und wird schon wieder zu Grabe getragen. Man bleibt dem Rettungsirrsinn treu und bricht offenbar auch in Zukunft weiterhin Gesetze am laufenden Band um das marode Finanz- und Bankensystem weiterhin am Leben zu erhalten.

Wir sind gespannt, wann Merkel, Renzi und Konsorten umschwenken und uns erklären werden, dass die Rettung der italienischen Banken alternativlos ist. Wir sagen knallhart, nichts ist alternativlos. Es muss ein Ende haben mit der unleidlichen Konkursverschleppung. Gründet „Good Banks“ anstatt „Bad Banks“, lasst Banken endlich pleitegehen und bringt die Verantwortlichen aus der Finanzwelt und Politik endlich hinter Schloss und Riegel. Ein Land hat uns vorgemacht wie das bestens funktioniert – das kleine Island.

 

 

Quelle: http://www.geolitico.de/2016/07/25/rom-traegt-die-bankenunion-zu-grabe/

Gruß an die Erwachenden

TA KI

Deutsche Bank hat Platz in „Champions League“ verloren


Einst war sie der Superstar der Frankfurter Finanzwelt, jetzt häufen sich die Probleme. Die Deutsche Bank kämpft gegen den Niedergang – und die internationale Konkurrenz reibt sich die Hände.

Deutsche-Bank

Wenn Wolfgang Schäuble Partei ergreifen soll, muss es um das Objekt seiner Unterstützung schlecht bestellt sein. Es hat Hilfe nötig, sonst sähe sich der Bundesfinanzminister nicht gezwungen, ordnend einzugreifen. Bei der Deutschen Bank war das Anfang Februar der Fall. Nach einem tiefen Absturz des Aktienkurses sah sich Schäuble zu der Aussage veranlasst, er mache sich „keine Sorgen“ um Deutschlands größtes Bankhaus. Seitdem hat er geschwiegen, wenn es um die Deutsche Bank ging.

Mal sehen, wie lange noch. Am Anfang voriger Woche ging es mit der Aktie des Instituts steil bergab. Am Montag ging die Bank mit 13,16 Euro aus dem Handel – dem Tief in diesem Jahr. Es hatte neue schlechte Nachrichten gegeben: Sechs ehemalige Mitarbeiter des Geldhauses wurden wegen Steuerbetrugs beim Handel mit Kohlendioxid-Rechten verurteilt. Der Haupttäter muss sogar für drei Jahre hinter Gitter.

Außerdem meldete die Nachrichtenagentur Reuters, dass die Bank ihre Rückstellungen wegen Geldwäsche-Vorwürfen in Russland kräftig aufgestockt hat. Noch immer hat die Bank ihre Vergangenheit juristisch nicht bewältigt. Und das ist nur eines der vielen schweren Probleme in den Frankfurter Zwillingstürmen. Die Bank ist multimorbide.

Die Deutsche Bank, vor ein paar Jahren noch letzte Überlebende hochtrabender Hoffnungen auf einen der vorderen Plätze im internationalen Finanzgeschäft, steckt nicht nur in einem Formtief. Investoren sehen nicht mehr, wie die Bank zu ihren internationalen Konkurrenten aufschließen will. „In fast allen Bereichen läuft es bei der Deutschen Bank schlechter als bei der Konkurrenz“, sagt ein Großanleger. Für die Champions League, also die Riege globaler Großbanken, „reicht es nicht mehr. Selbst im europäischen Umfeld wird es angesichts der vielen Baustellen schwer.“

Das Privatkundengeschäft

Seit vielen Jahren lassen Deutschlands Banken von einem Marktforschungsinstitut die Zahlen der Erstbankkunden erheben. Alle Banken haben strenge Geheimhaltung vereinbart. Nach Informationen der „Welt am Sonntag“ allerdings hat sich der Marktanteil der Deutschen Bank in diesem Bereich zuletzt verringert, auf etwas unter acht Prozent. Das ist etwas weniger, als die Konkurrenz der Commerzbank für sich verbuchen kann.

Die Bank selbst will das nicht kommentieren. Nur bei der Postbank sieht es etwas besser aus, aber die will Vorstandschef John Cryan ja verkaufen. Aus ihrer starken Stellung auf dem Heimatmarkt hat die Bank wenig gemacht. Internationalen Konkurrenten gelingt das besser.

Auch außerhalb Deutschlands tut sich die Bank in diesem Bereich offensichtlich schwer. In dieser Woche erst beerdigte Cryan die Pläne für den Aufbau einer Digitalbank, vorgelegt von Ex-Vorstand Henry Ritchotte. Exzellent seien die Pläne schon, aber derzeit gebe es Wichtigeres, hieß es in der Bank. Von zu hoher Komplexität ist die Rede. Vermutlich auch von zu hohen Kosten. Denn die Bank hat jede Menge anderer ungelöster und vor allem teurer Probleme noch vor sich.

Die IT-Systeme

„Zuerst hatten wir kein Glück, dann kaum auch noch Pech dazu“, sagte einst der Bundesliga-Spieler Jürgen Wegmann. Spätestens seit Ende der Vorwoche kennt auch das Management der Deutschen Bank das Gefühl, wenn alles sich gegen einen verschworen zu haben scheint. Der Freitagmorgen des 3. Juni war so ein schwarzer Tag für die Bank, mehr aber noch für ihre Privatkunden.

Auf fast drei Millionen Konten des Hauses standen vom Vortag Doppelbuchungen von zum Teil erheblichem Ausmaß. Miete, Krankenversicherung, Steuervorauszahlen: Alles, was Anfang des Monats fällig war, wurde bei vielen doppelt abgebucht. Für 60.000 Kunden hieß das vorübergehend „Game over“: Die Automaten spuckten kein Bargeld mehr aus, an der Kasse des Supermarktes ließ sich mit EC-Karte nicht mehr bezahlen. Und die Deutsche Bank verniedlichte das Ganze auch noch als „Darstellungsproblem“.

Plötzlich wurde für alle Kunden sichtbar, was es heißt, wenn eine Bank-IT entweder strukturell veraltet ist oder die Mitarbeiter mit den komplexen Systemen überfordert sind. Die Bank brauchte einen ganzen Tag, um das Problem zu beheben. Das Management sah sich gezwungen, die Filialen länger offen zu halten, was für eine deutsche Großbank angesichts der starken Gewerkschaft gar nicht so einfach zu bewerkstelligen ist. Was war passiert? Angeblich wurde ein Fehler in der Software eines der Systeme auch noch falsch korrigiert. Die Folgen sah das ganze Land.

Die Prozesskosten

Anwälte haben Hochkonjunktur – zumindest bei der Deutschen Bank. Die größte Bank des Landes ist derzeit in 7800 Prozesse weltweit verwickelt. Bei den meisten Klagen ist der Streitwert zwar eher gering. Bei manchen aber eben auch nicht. Es gibt fast keinen Finanzskandal, in den das Haus nicht verwickelt zu sein scheint. Fast fünfeinhalb Milliarden Euro hat die Bank deshalb vorsichtshalber zurückgelegt. „Nur, reicht das?“, fragt ein Profi-Investor.

Die Bank hofft das. Nur weiß sie auch, dass sie noch mehrere wichtige und vor allem große Verfahren vor sich hat. In den USA ermittelt die Börsenaufsicht SEC gegen die Deutsche Bank, ob das Kreditinstitut im Geschäft mit sogenannten Mortgage Backed Securities – mit Hypotheken besicherten Wertpapieren – Schindluder getrieben hat. Die Strafe könnte hoch ausfallen. Die Bank selbst hofft auf ein Ende des Verfahrens noch in diesem Jahr. Das Gute in den USA: Durch vergleichbare Fälle hat das Management in Frankfurt zumindest ein Gefühl dafür, wohin die Reise gehen könnte. Beim Problemfall Square ist das komplett anders.

Erste Anzeichen für Probleme gab es schon Anfang 2014. Auffällige Transaktionen in Moskau sorgten für Fragen. Hinweise aber wurden ignoriert. Erst Anfang 2015 reagierte die Deutsche Bank mit einer internen Untersuchung. Es wurde ein Muster entdeckt, das auf Geldwäsche über Konten der Bank schließen ließ. Russische Kunden kauften zum Beispiel in Moskau für Rubel Aktien und verkauften sie in London für Hartwährung wieder. Zwischen 2010 und 2014 könnten bis zu zehn Milliarden Dollar auf diesem Weg gewaschen worden sein. Zu den Profiteuren zählen möglicherweise auch Getreue von Präsident Wladimir Putin. Nun ermitteln die US-Finanzaufseher, ob die Bank gegen die bestehenden Sanktionen gegen Russland verstoßen hat. Was teuer werden kann.

Die Fusionsberatung

Manchmal reicht eine einzige Fehlentscheidung, um eine ganze Sparte schlecht aussehen zu lassen. Erst recht gilt das, wenn es sich dabei um das prestigeträchtige Geschäft mit Übernahmen und Fusionen geht.

Mit Argusaugen verfolgen die internationalen Wettbewerber, was sich im Markt so tut. Was wird da gelästert, wenn die Konkurrenz nach hinten abrutscht. In Frankfurt ist die Deutsche Bank deshalb gerade Stadtgespräch. Anstatt Bayer beim Übernahmeangebot für Monsanto zu beraten, setzten die Investmentbanker in den Zwillingstürmen dem Vernehmen nach auf eine Beraterrolle beim Konkurrenten BASF. Damit entgeht der Bank ihr Anteil an der rund 62 Milliarden Dollar schweren Bayer-Monsanto-Finanzierung, sollte die zustande kommen. Die Konkurrenz von Goldman Sachs, HSBC, Credit Suisse und anderen reibt sich die Hände.

Die größte deutsche Bank rutscht dadurch im Geschäft mit Fusionen in ihrem Heimatmarkt 2016 auf Platz sechs, wie die Daten der Nachrichtenagentur Bloomberg ergeben. Doch selbst wenn man Bayers Übernahmeversuch rausrechnet, sieht das Bild für die Deutsche Bank in dem Geschäft mit Übernahmefinanzierungen nicht rosig aus: Nach zwei Jahren als Spitzenreiter in diesem Geschäft rutscht die Bank auf Platz vier ab. Da hilft selbst die Beteiligung an anderen aufsehenerregenden Transaktionen nur wenig.

Der Devisenhandel

In den Jahren 2005 bis 2013 war die Deutsche Bank gemessen am Marktanteil der größte Devisenhändler der Welt.

Die Zeiten sind vorbei. Das Haus rangiert mit einem Marktanteil von acht Prozent nur noch auf Platz vier. Die Entwicklung ist auch Teil einer strategischen Entscheidung, den Umfang bestimmter Geschäfte zu reduzieren.

Die Strategie

„Globaler Anspruch und Realität passen bei der Deutschen Bank nicht mehr zusammen“, meint der Vertreter eines großen Investors. Denn selbst wenn die Bank all ihre Baustellen in den kommenden zwei bis drei Jahren in den Griff bekäme, fehle die Antwort auf die Frage: „Was kommt danach?“ Wie wolle die Bank wachsen und wieder zur Weltspitze aufschließen? Zumal die Strategie für die Anleger in vielen Punkten kaum nachvollziehbar ist. „Warum will sie mit der Postbank ein eigentlich starkes Retailgeschäft auf dem Heimatmarkt verkaufen, wenn sie in vielen anderen Bereichen nicht vorn dabei ist?“ Warum schneidet sie im Kapitalmarktgeschäft nicht stärker weg? Fragen über Fragen: „Uns fehlen die Antworten.“ Schon in den vergangenen Jahren hätten die früheren Vorstandschefs sowie der Aufsichtsratsvorsitzende Paul Achleitner den Eindruck vermitteln wollen, die Bank sei auf einem guten Weg. „Es fällt schwer nach all den Jahren, weiterhin daran zu glauben“, heißt es.

Das Kapital

„Noch immer zu viele Probleme“, schreibt die Bank Berenberg in ihrer Analyse der Deutschen Bank von Mitte Mai. Eine Folge: Das Geldhaus könnte eine Kapitalerhöhung brauchen. Schon in den vergangenen Wochen wollte Vorstandschef Cryan Kapitalmaßnahmen nicht ausschließen. Die Frage ist nur: Wer will der Deutschen Bank frisches Geld geben, wenn sie es den Aktionären so schlecht verzinst?

Mutige Anleger können ja mal einen Blick auf die Kursentwicklung der einst so selbstgewissen Bank wagen. An der Börse kostet sie inzwischen weniger als die Danske Bank. Als wer? Ja, die dänische Danske Bank. Auch die Analysten der Ratingagentur Moody’s sind daher skeptisch: Ende Mai stuften sie das Rating zum zweiten Mal in diesem Jahr herab. Vom „Ramsch“-Status ist die Bank nur noch zwei Stufen entfernt. Moody’s erkennt zwar an, dass Cryan seine Vorhaben diszipliniert abarbeite. Nur ist das Marktumfeld auch schwieriger geworden. Wo also sollen die Gewinne herkommen?

Das Image

So richtig beliebt war die Deutsche Bank in der breiten Öffentlichkeit nie, dafür aber wurde sie weithin für ihren Erfolg geachtet. Und der frühere Vorstandsvorsitzende Josef Ackermann wollte sie mit einem „transformational deal“ sogar zurück in die Top Ten der Bankenliga bringen.

Die Zeiten haben sich geändert, was sich nicht nur am Markt-, sondern auch am Markenwert der Bank ablesen lässt. Im globalen „brandZ“-Top-100-Markenranking lag sie 2008 noch auf Platz 42. Im jüngsten, in der zurückliegenden Woche veröffentlichten Ranking taucht sie nicht mehr auf.

Wie in keinem Jahr seit 2009.

Quelle: http://www.welt.de/wirtschaft/article156242996/Deutsche-Bank-hat-Platz-in-Champions-League-verloren.html

Gruß an die, die  Wahrheit erahnen

TA KI