Wiederauferstehung: Island errichtet Tempel für nordische Götter


Der erste Tempel für nordische Götter, seit die Wikinger auf den Weltmeeren segelten, wird in Island errichtet. Anhänger der Religion Ásatrúarfélagið sollen dort Götter wie Odin, Thor oder Balder verehren können.

Islands Regierung hat der Ásatrúarfélagið (Asenglaubensvereinigung) den Bau eines Tempels genehmigt. Es handelt sich um das größte nordische Neuheidentum, welche die alten Götter der Wikinger verehrt.

Blick über Reykjavik von der Hallgrímskirkja aus, der größten Kirche Islands
© Sputnik / Tilo Gräser
Blick über Reykjavik von der Hallgrímskirkja aus, der größten Kirche Islands

Die Vereinigung wurde 1972 von Sveinbjörn Beinteinsson gegründet. Seine Anhänger, die sogenannten Ásatrú, dürfen nun einen öffentlichen Tempel bauen. Genügend finanzielle Mittel sind dafür bereits aufgetrieben.

Damit ist die Verehrung von Odin, Thor, Freya und den anderen Göttern des alten nordischen Pantheons wieder eine offizielle Religion in Island – exakt 973 Jahre nachdem das Land zum Christentum konvertiert ist, wie unter anderem das isländische Onlinemagazin „Iceland Monitor“ berichtet. Der Tempel solle noch zum Jahresende fertig werden.

Die kleine Statue des Gottes Thor, die aus der Zeit von 800–1000 stammt und in Islands Nationalmuseum in Reykjavik zu sehen ist
© Sputnik / Tilo Gräser
Die kleine Statue des Gottes Thor, die aus der Zeit von 800–1000 stammt und in Islands Nationalmuseum in Reykjavik zu sehen ist

2400 Isländer sind Anhänger der Ásatrúarfélagið. Die Gesamtbevölkerung Islands beträgt 330.000 Menschen.

Der runde Tempel soll ungefähr vier Meter in einen Hügel gegraben werden, mit Blick auf die isländische Hauptstadt Reykjavik. Eine Kuppel soll das Sonnenlicht hereinlassen. Hilmarsson meint dazu:

„Das Sonnenlicht ändert sich mit den Jahreszeiten. Also bemalt so in gewisser Weise die Sonne den Raum für uns.“

Im Tempel sollen Zeremonien wie Hochzeiten und Begräbnisse abgehalten werden.

Beobachter fragen sich nun, wie der Aufstieg der neuheidnischen Religionen die Wahrnehmung des Christentums verändert. Luke Timothy Johnson, Professor an der US-amerikanischen Emory Universität, sagte gegenüber dem Onlineportal „Big Think“, dass frühe Christen heidnische Götter häufig als Dämonen missinterpretierten.

Der isländische Vulkan Eyjafjallajokull, der mit seinem Ausbruch 2010 den europäischen Flugverkehr lahmlegte
© Sputnik / Tilo Gräser
Der isländische Vulkan Eyjafjallajokull, der mit seinem Ausbruch 2010 den europäischen Flugverkehr lahmlegte

„Ich glaube nicht, dass irgendjemand an einen einäugigen Mann glaubt, der auf einem achtbeinigen Pferd reitet“, sagte Ásatrú-Hohepriester Hilmar Orn Hilmarsson der britischen Zeitung „The Telegraph“. „Wir sehen diese Geschichten als poetische Metaphern und Manifestationen von Naturgewalten und menschlicher Psyche.“

Hier kann Hilmarsson gehört werden, wie er das altisländische Werk Edda singt:

Gruß an die alten Traditionen

TA KI

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Werner von der Mühle – Ich sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht!


30.11.2018

Mich zieht es in den Wald. Ich kann es nicht erklären, aber immer wieder setze ich mich ins Auto, fahre ein Ziel in meiner Gegend an und laufe los, mal auf Wegen, mal querfeldein über Stock und Stein. Oft suche ich alte Wallanlagen, Hügelgräber oder Aussichtspunkte auf. Meistens finde ich keine Ruhe und nach einem kurzen Innehalten gehe ich weiter. Wahrscheinlich resultiert aus dieser Unruhe mein Unvermögen, etwas im Wald zu erfahren. Ich hoffe immer auf irgendwas zu stoßen, aber auf was, weiß ich auch nicht. Es ist nicht greifbar. Ich habe das Gefühl, dass sich im Wald und in den Bäumen allerlei Geheimnisse befinden, ich sie aber nicht sehen kann. Vielleicht mag er es ruhiger und ich sollte es mal mit dem Spruch „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es auch heraus“ ausprobieren. Vielleicht flüstert er mir dann etwas zu.

Es scheint, dass ich nicht der Einzige bin, auf den der Wald eine große Anziehungskraft ausübt. Große Teile der Natur- und Umweltschutzbewegungen nahmen in Deutschland ihren Anfang. Über die Jahrhunderte wurde immer wieder von verschiedenen gesellschaftlichen Richtungen versucht, den Wald für sich zu vereinnahmen. Er spielt/spielte eine zentrale Rolle:

-Anfang des 19. Jahrhunderts in der Romantik. Hier lag der Schwerpunkt auf der Hinwendung zur eigenen Kultur.
-in der aus dem Wandervogel hervorgegangenen Jugendbewegung. Sie legte Anfang des 20. Jahrhunderts ihren Schwerpunkt auf Natur, Geselligkeit und Volkslieder. Diese Bewegung hatte zum Beispiel großen Einfluss auf die Freikörperkultur und die Reformpädagogik.
-seit über 100 Jahren bei den sozialdemokratischen Naturfreunden. Sie setzen sich für gerechte Arbeits- und Lebensbedingungen ein und wollen auf die Ausbeutung von Mensch und Natur aufmerksam machen.
-im Nationalsozialismus bei der Verbindung zwischen Volk und Boden.
-in den beiden großen deutschen Umweltschutzbewegungen Ende des 19. Jahrhunderts und in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts. Man denke nur an die Waldsterben Hysterie um 1980. Die Umweltorganisation Robin Wood – Rächer der Entlaubten hat hier ihren Ursprung.

Woher rührt diese immer wiederkehrende Waldverbundenheit? Warum wühlt es uns so auf, wenn alte Bäume gefällt werden? Warum kämpfen Menschen für die Erhaltung von Wäldern? Immer wieder kommt es zu Wald- und Baumbesetzungen (Hambacher Forst, Frankfurter Flughafen Startbahn West). Jeder Verwaltungsmitarbeiter kann ein Lied von den Protesten und Widerständen singen, wenn in seinem Zuständigkeitsbereich einige Bäume gefällt werden sollen. Woher kommt dieser Hang zur Waldliebe, die aktuell in Form von Waldfriedhöfen, Waldkindergärten, Waldlehrpfaden, Baumumarmungen, Sprechen mit Bäumen, etc. sichtbar wird?

Der Wald war von jeher ein heiliger Ort mit großem Einfluss auf das Leben der Germanen. Schon vor 2000 Jahren berichtet Tacitus in seiner „Germania“ davon. Im 11. Jahrhundert, 300 Jahre nach der gewalttätigen Christianisierung der Sachsen, ist die Waldvergötterung immer noch vorhanden. Erzbischof Unwan von Bremen ließ die Wälder der Sachsen und Friesen zerstören, um dieser heidnischen Verehrung Herr zu werden. In Gedichten des Mittelalters trifft man immer wieder auf die Heiligkeit des Waldes.

Laut Jakob Grimm waren Alah, Haruc und Wih/Wihu germanische Begriffe für ein Heiligtum/Tempel. Alahstide war zum Beispiel eine Königspfalz in Thüringen. Haruc und Wih bedeuteten aber auch Wald. Das Gotteshaus der Germanen war somit nicht ein geschlossenes Gebäude, sondern der Wald. Grimm kommt in seinem Buch „Deutsche Mythologie“ zu dem Ergebnis: „In Hainen bald der Berge bald anmutiger Auen war des ältesten Gottesdienstes Sitz, da werden nachher die ersten Tempel gebaut worden sein, da lagen auch die Mahlstätten des Volkes.“ Aus diesen natürlichen Gotteshäusern haben sich unsere gotischen Kathedralen entwickelt.
https://www.gesetze-der-freiheit.de/dies-und-das/germanische-baustile/

Der Wald als Heiligtum in Stein verewigt.

Doch nicht nur der Wald war unseren Vorfahren heilig, sondern auch der Baum an sich. Das lässt sich über die Jahrhunderte bis in die Neuzeit belegen.

In der germanischen Liedersammlung Edda wird die gesamte Ordnung der Welt durch eine Esche, dem Weltenbaum Yggdrasil, symbolisiert. Bäume waren der Sitz von Elben, Zwergen und Waldgeistern. Unter ihnen wurden Lichter angezündet, getanzt und gelacht. Von den Burgunden wird berichtet, dass sie in Auxerre einen Birnbaum verehrten. Den Langobarden war ein Blutbaum heilig. Unter Gerichtsbäumen wurde vom Mittelalter bis in die frühe Neuzeit hinein Recht gesprochen. In der Regel unter einer Linde, in Süddeutschland konnte es aber auch der Birnbaum oder in der Steiermark die Weißtanne sein. Am bekanntesten ist wohl die Geschichte von Bonifatius, der bei Geismar die dem Donar geweihte Eiche umgehauen haben soll. Die Chatten sollen wortlos dabei gestanden und auf eine Reaktion ihres Gottes gewartet haben (siehe „Der Germanische Geist“). Die blieb aus. Daraufhin waren sie vom stärkeren Christengott überzeugt und ließen sich missionieren. Der heutige Menschenschlag ist der gleiche wie vor 2000 oder vor 1000 Jahren. Und genau wie heute so eine Aktion Widerstand hervorrufen würde, wird es das damals im Krieg gegen die Christianisierung erst recht gewesen sein. Die Bonifatius Begebenheit ist offensichtlich verfälscht worden.

Diese innige Verbindung unserer Vorfahren zu den Bäumen hat sich bis heute in unseren Festen erhalten können. Wenn der Dachstuhl eines Gebäudes gerichtet ist, wird ein Richtbaum aufgestellt und der Zimmermann hält eine kurze Ansprache, woraufhin dann das Richtfest, das Weihefest des Hauses, gefeiert wird. Der Mittelpunkt eines Kirchweihfestes, auch Kirmes genannt, ist der Kirchweihbaum. Am ersten Mai stellen wir den Maibaum auf. Vorher tanzen wir in der Wallburg(is)nacht in den Mai. Die mittelalterliche Kirche verhunzte die Tradition der Wallburgnacht zur teuflischen Walpurgisnacht (auch Hexenbrennen genannt), in der die bösen Hexen und Zauberer ihr Unwesen trieben und unschuldige Menschen verführten. In Skandinavien wird am Mittsommerabend (21.06.) der Mittsommerbaum, auch Maistange genannt, aufgebaut und anschließend im Kreis um ihn herumgetanzt. Zu dem höchsten Fest des Jahres holen wir uns einen Baum direkt ins Haus. Es gibt wohl kaum jemanden, der sich nicht der weihnachtlichen Stimmung eines liebevoll mit Kerzen, Glaskugeln und Basteleien geschmückten Tannenbaumes entziehen kann. Diesen alten germanischen Weihnachtsbrauch treffen wir mittlerweile weltweit an. Nicht fehlen dürfen in dieser Aufzählung natürlich die wunderschönen Tanzlinden.

Eine Tanzlinde.

Achten sie einmal darauf, wie oft Ihnen in Dörfern Straßennamen mit „Linde“ über den Weg laufen. Fast genauso oft findet man Straßen mit der Bezeichnung „Winkel“. Laut Rainer Schulz leiten sich diese „Winkel“- Namen von den oben genannten althochdeutschen Wih ab. Das würde passen, denn die Dorfmitte war genau wie heute Versammlungs- und Feierstätte. Und haben unsere Fachwerkbauten ebenso wie die Runen nicht viel Ähnlichkeit mit den Verästelungen eines Baumes?
Ich denke die Ausführungen reichen, um zu verdeutlichen, woher meiner Meinung nach die Liebe zum Wald, zur Natur und zum Umweltschutz (nicht zu verwechseln mit Klimaschutz) herkommt und woraus sich die dörflichen Gebräuche entwickelt haben.

Der Wald birgt eine Menge natürlicher Geheimnisse, die vermutlich unseren Vorfahren noch bekannt waren. Genau deshalb werden die weisen Waldfrauen und Kräuterhexen auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden sein. Vielleicht ist eines dieser Geheimnisse die Pflanze Waldmeister, die u.a. Walpurgiskraut und Waldmutterkraut genannt wird. Ich bin darüber beim Erstellen dieses Artikels gestolpert. Dieser Waldbewohner ist recht auffällig. Ich kenne keine andere Pflanze, die mit der hohen Auszeichnung Meister tituliert wird. Im französischen heißt sie sogar Waldkönigin. Ihr wurden im Mittelalter hexenabwehrende Kräfte nachgesagt. Ich habe mir vorgenommen, mich im Frühjahr mal mit ihr zu beschäftigen. Vielleicht hilft sie mir, wenn ich auf dem Holzweg bin oder wenn ich den Wald vor lauter Bäumen nicht sehe.

Abschließend noch etwas Weises, was ich im Internet gefunden habe.

Bäume haben etwas Wesentliches gelernt:

nur wer einen festen Stand hat
und trotzdem beweglich ist,
überlebt die starken Stürme.

(Anke Maggauer-Kirsche)

Werner von der Mühle

https://www.gesetze-der-freiheit.de/

Danke an Elisabeth

Gruß an die Wälder

TA KI

Der Zeitgeist -und wie wir ihm trotzen


Vor Kurzem hatte ich eine Diskussion mit einem interessanten Gesprächspartner, im Laufe selbiger kamen wir auf den (Un-)Geist dieser Zeit zu sprechen.

Diese Konversation dient als Grundlage für den nun folgenden Text.

Einleiten möchte ich ihn mit einem Zitat meiner Wenigkeit, mit welchem ich den momentanen Ist-Zustand der Gesellschaft beschrieb:

Der Zeitgeist ist, alles, was gut, natürlich und redlich ist, als schlecht, krank und verwerflich darzustellen-und umgekehrt.

Wenn die Menschen genug degeneriert sind und man ihnen die natürlichen Ur-Instinkte (vor allem den Selbsterhaltungstrieb) aberzogen hat, wodurch man eine leicht formbare Masse erhält, holt man andere Menschen hier hin, deren Ur-Instinkte sehr aktiv sind, und diese treffen dann auf seelenlose Zeitgeist-Krüppel, die für sie schlecht und minderwertig sind -und aufgrund ihrer Degeneriertheit ein leichtes Opfer.
Erst wird die Spiritualität zerstört, dann der Geist, dann die Kultur und dann die Rasse.
Wir sind bereits beim letzten Schritt angelangt.

Nun stellt sich die Frage, ob dieser Zustand unumkehrbar ist.

Ich möchte ehrlich sein, ich denke nicht, dass diese Gesellschaft zu retten ist, zu tief ist sie schon im Morast der Schlechtigkeit versunken.

Die Betonung des letzten Satzes liegt aber auf die Gesellschaft, denn der Einzelne kann sich sehr wohl am eigenen Schopf aus dem Dreck ziehen.

Ich sprach weiter oben von der Vierergruppe Spiritualität, Geist, Kultur und Rasse. Was ich damit meine, werde ich kurz erläutern.

Verlust der Spiritualität: Erst nahmen sie uns das Heidentum, dann pervertierten sie das Christentum.

Verlust des Geistes: Anstatt das zu tun, was die Wissenschaft -und damit ist nicht nur das gemeint, was wir im akademischen Apparat der Universitäten vorfinden- ausmacht, nämlich Wissen zu schaffen, werden vorgefertigte Konzepte präsentiert, die der Student, als kommender Leistungsträger dieses Systems, auswendig lernen und unkritisch reproduzieren soll.

Verlust der Kultur: Durch Geschichtsverfälschung und totaler Umkehrung der Grundprinzipien des menschlichen Daseins, wird unsere deutsche respektive europäische Kultur als etwas dargestellt, was überwunden werden muss, will man die Möglichkeit des Fortschrittes erlangen.

Verlust der Rasse: Durch gezielt herbeigeführte Völkervermischung wird der Grundstock des Lebens, nämlich die physische Identität, zerstört.

Was kann ich als Individuum tun, um mich dem zu entziehen?

Um eine Rückbesinnung auf unsere Spiritualität zu ermöglichen, ist es wichtig den indoktrinierten Atheismus zu überwinden. Zunächst muss also die innere Bereitschaft da sein, sich dem Höheren, dem Nicht-Sichtbaren, dem Transzendenten zu öffnen. Um dieses zu ermöglichen, muss zunächst Abstand vom universellen Rationalismus gewonnen werden. Das heißt, Dinge infrage zu stellen, die uns die Naturwissenschaften als unumstößliches Factum präsentieren. Vergleichen wir als kleinen Denkanstoß die Evolutionstheorie mit dem Kreationismus. Hat eine Höhere Macht den Menschen erschaffen oder sind wir ein zufälliges Produkt der sog. Evolution? Die ersten Menschen wurden laut Edda von Odin aus zwei Baumstämmen gefertigt, denen er Leben einhauchte, die Bibel berichtet die ersten Menschen wurden aus Staub bzw. einer Rippe Adams geschaffen. Hört sich für den „modernen“ Menschen äußerst befremdlich an, aber ist die Vorstellung, der Mensch stamme von Einzellern und Würmern ab, nicht um ein vielfaches befremdlicher? Wenn es gelungen ist, sich einer solchen Fragestellung zu öffnen und man dann noch in der Lage ist, sich ernsthaft mit ihr auseinanderzusetzen, ist bereits viel gewonnen-unabhängig wohin einen dieser Denkprozess führt. Der nächste Schritt sollte für jeden germanisch-stämmigen Menschen das Lesen der Edda darstellen, durch sie sind wir in der Lage tiefere Einblicke in des Lebens Gründe zu gewinnen.

Darauf folgend oder vllt. sogar daraus resultierend ist der Verlust des Geistes. In der Fragestellung im vorherigen Abschnitt schwang schon die Grundlage der Wissenschaft mit, nämlich das Vergleichen, das In-Verhältnis-Setzen, das Abwägen von Für und Wider. Das Gegenmittel ist simpel, Studium verschiedener Quellen zu spezifischen Themen. Egal, worum es geht, nehmt Euch Literatur mit gegenteiligen Kernaussagen zur Hand, und vergleicht. Wägt ab, habt den Mut eine eigene Meinung zu entwickeln, auch wenn sie den Thesen beider Quellen widersprechen sollte bzw. beiden eine Teilwahrheit zuspricht. Das ist der Unterschied zwischen Information und Wissen. Während an den Hochschulen nur Informationen geliefert werden, die man unhinterfragt schlucken soll, müssen wir in der Lage sein, Wissen zu erarbeiten, also Wissen zu schaffen, womit wir dem eigentlichen Begriff von Wissenschaft wieder gerecht werden.

Auch das Gegengift zum Verlust der Kultur baut wieder auf den vorhergehenden Abschnitt auf. Der Verlust unserer Kultur wird in erster Linie, wie bereits geschrieben, durch die Verfälschung der deutschen/europäischen Geschichte hervorgerufen. Auch hier hilft nur das Abwägen von Quellen. Noch mehr als bei den o.g. Punkten muss hier die Frage gestellt werden „Cui bono?“, „Wem nutzt es?“. Um diese Frage zu beantworten, sollte man sich nicht nur anschauen, was geschrieben wird, sondern auch, wer es schreibt. Wenn wir uns eingehend über die Autoren der liberalistischen Literatur informieren, ist es nicht schwer dieses Rätsel zu lösen. Also: Abgleich von Geschichtsdarstellungen tut not, nehmt Euch einen Text zu einem historischen Geschehen zur Hand, der von einem konservativen Schreiber verfasst wurde, einen von einem Liberalisten geschriebenen und durchaus auch einen Autor, den man landläufig als „revisionistisch“ bezeichnet, so finden wir über das Mittel der Vergleichenden Geschichtswissenschaft wieder zum Kern unserer Kultur zurück, und decken gleichzeitig auf, wer diese durch Lügen und Halbwahrheiten beschmutzt.

Das Antidot zur Rassenvermischung ist ganz simpel, es heißt „Augen auf bei der Partnerwahl“. Das deutsche Volk ist schon allein aufgrund der geographischen Lage des Landes nicht ethnisch homogen und kann es auch nicht sein. Dennoch kann das deutsche Volk eindeutig einigen Sub-Rassen der übergeordneten Weißen Rasse zugeordnet werden, diese sind z.B. dalo-fälid, skando-nordid, dinarid und keltid. Solange die Vermischung unter den genannten bzw. artverwandten Rassen statt findet, ist der Fortbestand nicht gefährdet.

Fast schon obligatorisch der Hinweis zum bösen, bösen Begriff der Rasse. Es geht hier keineswegs um eine Herabwürdigung einzelner Rassen. Jede Rasse hat ihre Existenz-Berechtigung! Jede Rasse hat spezifische Eigenheiten, die man als positiv oder negativ ansehen kann. Die Vielfalt der Ethnien ist erfreulich, aber gerade, weil dem so ist, ist eine Vermischung selbiger nicht begrüßenswert. Wenn eine durch Liebe getragene Verbindung von Menschen gänzlich unterschiedlicher Rassen entsteht, dann ist dies zu akzeptieren, jedoch gefährdet das vorsätzliche Heranzüchten von gemischten Paaren die Existenz beider Ethnien und damit auch die Existenz der jeweiligen Völker und im Endeffekt auch der entsprechenden Kulturen.

Zum Abschluss noch ein paar Literatur-Tipps (aus juristischen Gründen keine Direktverlinkung).

Spiritualität/Religion: https://www.google.com/search?q=edda+pdf&ie=utf-8&oe=utf-8&client=firefox-b-ab (Suchbegriff „Edda pdf“)

Geist/Kultur: https://www.google.com/search?q=julius+evola+pdf++&ie=utf-8&oe=utf-8&client=firefox-b-ab (Suchbegriff: Julius Evola pdf)

Bild: pixabay

Quelle

Danke an Oliver.

Gruß an die Nachdenklichen

TA KI

Agartha, die unterirdische Welt


gefunden auf bibliotecapleyades.net, übersetzt von Antares

Von: Dr. R. W. Bernard, B. A., M. A., Ph.D.

Das Wort „Agharta“ ist buddhistischen Ursprungs. Es bezieht sich auf die unterirdische Welt oder Reich an deren Existenz alle wahren Buddhisten zutiefst glauben. Sie glauben auch, dass diese unterirdische Welt Millionen Einwohner und viele Städte hat, alle unter der Führung aus der Hauptstadt der unterirdischen Welt Shamballah. Dort wohnt der Höchste Regent dieses Reiches – im Orient als der König der Welt bekannt. Es wird angenommen, dass er seine Verfügungen an den Dalai Lama von Tibet gab, der als sein irdischer Vertreter galt. Seine Nachrichten werden über bestimmte geheime Tunnel überbracht, die die unterirdische Welt mit Tibet verbindet.

Ähnliche geheimnisvolle Tunnel scheinen unter Brasilien gelegen. Brasilien im Westen und Tibet im Osten mögen die beiden Teile der Erde  sein, wo der Kontakt zwischen der unterirdischen und der Oberflächen- Welt am leichtesten erreicht werden kann, aufgrund der Existenz dieser Tunnel.

 

Der berühmte russische Künstler, Philosoph und Forscher, Nicholas Roerich, der mehrfach in den Fernen Osten reiste, äusserte dass Lhasa, die Hauptstadt von Tibet, durch einen Tunnel mit Shamballah, der Hauptstadt des unterirdischen Reiches von Agharta verbunden wurde. Der Eingang des Tunnels wurde von Lamas bewacht, die geschworen haben, ihren tatsächlichen Aufenthaltsorts vor Außenstehenden als Geheimnis zu bewahren, im Auftrag des Dalai Lama.
Von einem ähnlichen Tunnel wird angenommen, dass er die geheimen Kammern an der Basis der Pyramide von Gizeh mit der unterirdischen Welt verbindet, durch den die Pharaonen Kontakt mit den Göttern oder Übermenschen der Unterwelt aufnahmen.

Die verschiedenen gigantischen Statuen der frühen ägyptischen Götter und Könige, ebenso wie diejenigen des Buddha, die im ganzen Orient gefunden wurden, stellen unterirdische Übermenschen dar, die an die Oberfläche kamen, um der menschlichen Rasse zu helfen. Sie werden allgemein als geschlechtsneutral dargestellt. Sie waren Abgesandte Aghartas, dem unterirdischen Paradies, welches alle echten Buddhisten als Ziel zu erreichen wünschen.

Die Buddhistischen Traditionen erklären, dass Agartha zuerst vor vielen Tausenden von Jahren besiedelt wurde, als ein heiliger Mann einen Stamm führte, der im Untergrund verschwand. Die Zigeuner sollen aus Agartha stammen, was ihre Unruhe auf der Oberfläche der Erde und ihre ständigen Reisen erklärt, um ihre verlorene Heimat zurückzugewinnen. Das erinnert an Noah, der wirklich ein Atlantischer war, der eine würdige Gruppe vor dem Kommen der Flut rettete, durch die Atlantis unterging. Es wird angenommen, dass er seine Gruppe auf das Hochplateau in Brasilien brachte, wo sie sich in unterirdischen Städten ansiedelten, die mit der Oberfläche durch Tunnel verbunden waren. Sie wollten damit einer Vergiftung durch den radioaktiven Niederschlag entgehen, der durch den Atomkrieg der Kämpfe der Atlanter entstanden war und die Flut mit sich brachte, die zum Untergang ihres Kontinents unter Wasser führte.

Von der unterirdischen Zivilisation von Agartha wird angenommen, dass sie eine Fortsetzung der atlantischen Zivilisation sei, die die Lektion der Sinnlosigkeit des Krieges gelernt hatte. Danach verblieben sie in einem Zustand des Friedens und erreichten seitdem gewaltige wissenschaftliche Fortschritte ohne Rückschläge durch diverse Kriege, wie das bei unserer Oberflächen-Zivilisation der Fall war. Ihre Zivilisation ist viele tausend Jahre alt (Atlantis versank vor ca. 11.500 Jahren), während unsere noch sehr jung ist – nur ein paar Jahrhunderte alt.

Die unterirdischen Wissenschaftler sind in der Lage, die Kräfte der Natur zu handhaben über die wir nichts wissen, wie ihre fliegenden Untertassen demonstrierten, die durch eine neue, unbekannte Quelle von Energie – subtiler als Atomenergie – betrieben werden. Ossendowski behauptet, dass das Reich von Agartha aus einem Netzwerk von unterirdischen Städten besteht – miteinander durch Tunnel verbunden, durch die Fahrzeuge mit enormer Geschwindigkeit fahren, sowohl unter dem Land wie unter dem Meer.

Diese Menschen leben unter der Herrschaft einer wohlwollenden Regierung, geleitet durch den König der Welt. Sie stellen dieAgartha Nachkommen der verlorenen Kontinente Lemuria und Atlantis dar, als auch der ursprünglichen perfekten Rasse der Hyperboreer, dem Göttergeschlecht.

Während verschiedener Epochen in der Geschichte kamen die Menschen aus Agartha an die Oberfläche, um die Menschheit zu lehren und sie vor Kriegen, Katastrophen und Zerstörung zu bewahren. Die Sichtung von fliegenden Untertassen bald nach der ersten Atomexplosion in Hiroshima repräsentiert einen weiteren solchen Besuch, doch während dieser Zeit erschienen die Götter nicht selbst unter den Menschen, sondern sandten ihre Botschafter.

Der indische Epos „Ramayana“ beschreibt Rama als einen solchen Abgesandten von Agartha –mit einem Luftfahrzeug ankommend, das  wahrscheinlich eine fliegende Untertasse war. Eine chinesische Tradition spricht von göttlichen Lehrern, die mit Luftfahrzeugen ankamen. Auch der Gründer der Inka-Dynastie, Manco Copac, kam auf die gleiche Weise.

Einer der grössten Lehrer aus Agartha in Amerika war Quetzalcoatl, der grosse Prophet der Mayas und Azteken und der amerikanischen Indianer im Allgemeinen – sowohl in Süd- als auch in Nordamerika. Dass er ein Fremdling unter ihnen war, von einer anderen Rasse kommend (der atlantischen) ist durch sein Wesen angedeutet: er war hell, während sie dunkel waren; sein Wesen war hochstämmig, während sie kurz waren; er war bärtig, sie bartlos. Er wurde lange vor der Ankunft des weissen Mannes als Retter verehrt – von den Indianern in Mexiko, Yucatan und Guatemala. Die Azteken nannten ihn „Gott des Überflusses“ und der „Morning Star“. Sein Name Quetzalcoatl bedeutet „Gefiederte Schlange“, das heisst ein Weisheitslehrer (von der Schlange symbolisiert), der fliegt. Ihm wurde dieser Name gegeben, weil er in einem Luftfahrzeug ankam, welches wohl eine fliegende Untertasse war. Er kam wahrscheinlich aus der unterirdischen Welt, denn nachdem er einige Zeit bei den Indianern geblieben war, verschwand er geheimnisvoll auf die gleiche Weise, wie er kam. Man nahm an, dass er in die unterirdische Welt aus der er kam zurückgekehrte.

Quetzalcoatl wird beschrieben als „ein Mann von gutem Erscheinungsbild und ernstem Antlitz, mit einer weissen Haut und Bart  und bekleidet einem langen wallenden weissen Gewand“. Er wurde auch als Huemac bezeichnet, wegen seiner grossen Güte und Enthaltsamkeit. Er lehrte den Indianern den Weg der Tugend und versuchte, sie vom Laster abzuhalten, indem er ihnen Gesetze gab und sie beriet, die Lust einzuschränken und Keuschheit zu üben. Er lehrte Pazifismus und verurteilt alle Formen der Gewalt. Er führte eine vegetarische Ernährung ein, mit Mais als Hauptnahrungsmittel, und lehrte Fasten und Körperpflege. Nach dem südamerikanischen Archäologen Harold Wilkins war Quetzalcoatl auch der spirituelle Lehrer der alten Einwohner Brasiliens.

Nach einiger Zeit mit den Indianern und als er sah, wie wenig sie sich kümmerten, seinen Lehren zu folgen, bis auf seine Empfehlung Mais zu pflanzen und anstelle von Fleisch als Grundnahrungsmittel zu essen, äusserte Quetzalcoatl, dass er eines Tages zurückkehren würde. Dass dieser „Besucher aus dem Himmel“ auf die gleiche Art und Weise ging, in der er gekommen war – mit einer fliegenden Untertasse – wird durch verschiedene Tatsachen angegeben. Als Cortez Mexiko eroberte, glaubte der Kaiser Montezuma, dass die vorhergesagte „Rückkehr von Quetzalcoatl“ eingetreten war, weil ein Feuerball dann über Mexiko-Stadt kreiste, so dass die Leute jammerten und schrien. Der Tempel des Kriegsgottes geriet davon in Brand. Dieser Feuerball –so wurde geglaubt, enthielt die fliegende Untertasse, in der Quetzalcoatl reiste.

Osiris war ein weiterer dieser unterirdischen Götter. Gemäss Donnelly waren die Götter der Antike – die Herrscher von Atlantis und die Mitglieder einer übermenschlichen Rasse, die die menschliche Rasseregierten –wie er in seinem Buch „Atlantis – The Antediluvian World“ schrieb. Vor der Zerstörung ihres Kontinents, die sie vorhersahen, reisten sie mit fliegenden Untertassen durch die polaren Öffnung zur unterirdischen Welt in das hohle Innere der Erde, wo sie seitdem weiterleben.

„Im Reich der Agartha“, schrieb Ossendowski in seinem Buch “ Beasts, Men and Gods „, „erstrecken sich unterirdische Tunnel zu allen Teilen der Welt.“ In diesem Buch berichtet er von einem riesigen Netz von Tunneln – durch eine prähistorische Rasse in entferntestem Altertum erbaut, welches sowohl unter den Ozeanen, wie auch unter den Kontinenten hindurchführt und durch das Fahrzeuge mit immensen Geschwindigkeiten reisen. Das Reich von denen Ossendowski spricht und über welches er während seiner Reisen in der Mongolei von Lamas im Fernen Osten erfuhr, besteht offensichtlich aus unterirdischen Städten innerhalb der Erdkruste, welche von den im hohlen Zentrum bestehenden unterschieden werden sollten. So gibt es zwei unterirdische Welten, eine mehr oberflächliche und eine in der Mitte der Erde.

Huguenin, dessen Buch über fliegende Untertassen und die unterirdische Welt wir bereits erwähnten, ist der Auffassung, dass es viele unterirdische Städte in verschiedenen Tiefen gibt, zwischen der Erdkruste und ihrem hohlen Inneren. In Bezug auf die Bewohner dieser unterirdischen Städten schreibt er:

„Die andere Menschheit hat einen erhöhten Grad der Zivilisation erreicht, in wirtschaftlicher und sozialer Organisation, sowie kulturellem und wissenschaftlichen Fortschritt. Im Vergleich dazu ist die auf der Erdoberfläche lebende Menschheit eine Rasse von Barbaren.“

In seinem Buch zeigt Huguenin ein Diagramm des Erdinneren, wie verschiedene unterirdische Städte in verschiedenen Tiefen miteinander durch Tunnel verbunden sind. Er beschreibt diese Städte als in immensen Hohlräume in der Erde existierend. Die Stadt Shamballah, die Hauptstadt des unterirdischen Reiches, schildert er als im Zentrum der Erde befindlich, in seinem hohlen Inneren, weniger innerhalb seiner festen Kruste. Ossendowski schreibt:

„All die unterirdischen Höhlen von Amerika werden von antiken Menschen bewohnt, die von der Welt verschwunden sind. Diese Menschen und die unterirdischen Regionen, in denen sie verweilen, sind unter der höchsten Autorität des Königs der Welt. Sowohl der Atlantik als auch der Pazifik waren einst die Heimat von ausgedehnten Kontinenten, die später überflutet wurden. Ihre Bewohner fanden Zuflucht in der unterirdischen Welt. Die tieferen Höhlen werden von einem prächtigen Licht beleuchtet, das den Anbau von Getreide und anderen Gemüsesorten ermöglicht und den Bewohnern eine lange Lebensdauer frei von Krankheiten ermöglicht. In dieser Welt gibt es eine grosse Bevölkerung und viele Stämme.“

In seinem Buch „The Coming Race“ beschreibt Bulwer Lytton eine unterirdische Zivilisation, die erheblich weiter entwickelt ist als die unsere. Diese bewohnt einen grossen Hohlraum in der Erde und ist mit der Oberfläche durch einen Tunnel verbunden. Diese immense Höhle wurde von einem seltsamen Licht erhellt, für das keine Lampen erforderlich waren, aber offenbar von einer Elektrifizierung der Atmosphäre herrührte. Dieses Licht unterstützt die Pflanzenwelt und ermöglicht es den Menschen, ihre unterirdischen Lebensmittel anzubauen. Die Bewohner von Lytton’s Utopia werden als Vegetarier beschrieben. Sie hatten bestimmte Vorrichtungen, mit denen sie flogen, statt zu gehen. Sie waren frei von Krankheiten und hatten eine perfekte soziale Organisation, so dass jeder erhielt, was er brauchte, ohne Ausbeutung des einen durch andere.

Atacama Wüste in Chile

Es wird behauptet, dass die Erdkruste durch ein Netz von Tunneln durchlöchert wird – unter den Meeren – von Kontinent zu Kontinent und zu unterirdischen Städten in grossen Hohlräumen der Erde. Diese Tunnel sind besonders zahlreich in Südamerika, vor allem unter Brasilien, das das Haupt-Zentrum der atlantischen Kolonisation war. Es ist möglich, dass sie durch die Atlanter gebaut wurden. Der berühmteste dieser Tunnel ist die „Strasse der Inkas“, die sich über mehrere hundert Meilen südlich von Lima in Peru erstreckt und unter Cuzco, Tiahuanaco und „den Three Peaks“ bis zur Atacama Wüste erstreckt. Ein weiterer Zugang befindet sich in Arica in Chile und wurde von Madame Blavatsky besucht.

Es wird behauptet, dass die Inkas diese Tunnel benutzten, um von den spanischen Eroberern und der Inquisition zu fliehen, als ganze Armeen in sie gelangten, mit all ihrem Gold und den Schätze auf dem Rücken von Pack-Lamas, als die spanischen Eroberer das Land betraten. Ihr mysteriöses Verschwinden zu diesem Zeitpunkt wird durch ihren Eintritt in diese Tunnel erklärt. Nur die Rasse der Quechua-Indianer blieb zurück. Es wird weiter behauptet, dass als Atahualpa, der letzte König der Inka, brutal von Pizarro ermordet wurde. Das Gold, das für sein Lösegeld genutzt wurde, soll in einem Zug von 11.000 Pack-Tieren getragen worden sein, die Zuflucht in diesen Tunneln fanden. Auch hier wird behauptet, dass diese Tunnel eine Form von künstlicher Beleuchtung hatten und von der Rasse errichtet wurden, die Tiahuanco gebaut hatte, lange bevor der erste Inka in Peru erschien.

Da die Inkas, die vor den Spaniern in diese Tunnel entkamen, nie mehr gesehen wurden und von der Erdoberfläche verschwunden blieben, ist es wahrscheinlich, dass sie weiterhin in den beleuchteten unterirdischen Städten leben, zu denen diese Tunnel führen.

 

Diese geheimnisvollen Tunnel, ein Rätsel für Archäologen, existieren unter Brasilien in grösster Zahl, wo sie sich an verschiedenen Orten zur Oberfläche öffnen. Der berühmteste befindet sich in den Roncador Bergen im Nordosten von Mato Grosso, wo Colonel Fawcett zuletzt gesehen war. Es wird behauptet, dass die atlantische Stadt, nach der er suchte nicht die Ruinen einer toten Stadt an der Oberfläche, sondern einer unterirdischen Stadt mit noch lebenden Atlantern als ihren Bewohnern waren; und dass er und sein Sohn Jack diese Stadt erreichten und noch immer dort leben. Das ist der Glaube von Professor de Souza, Commander Strauss und O.C. Huguenin, den wir bereits erwähnten.

Die Roncador- Tunnelöffnung wird von grimmigen Xavantes Indianern bewacht (siehe auch hier), die jeden töten, der sie uneingeladen zu betreten wagt und der die unterirdischen Bewohner belästigen könnte, denen gegenüber sie Achtung und Ehrfurcht haben. Auch die Murcego Indianer bewachen diese geheimen Tunnelöffnungen, die zu unterirdischen Städten der Roncador Bergregion von Mato Grosso führen. Wir zitieren einen Brief an den Autor von einem Amerikaner namens Carl Huni, der viele Jahre lang in Mato Grosso lebte und eine spezielle Studie zu diesem Thema durchführte:

„Der Eingang zu den Höhlen wird von Murcego Indianern bewacht, die eine dunkelhäutige, recht kleine Rasse von grosser Körperkraft sind. Ihr Geruchssinn ist weiter entwickelt als der der besten Bluthunde. Selbst wenn sie dir den Zugang in die Höhlen genehmigen habe ich Angst, dass man der heutigen Welt verloren geht, weil sie das Geheimnis sehr genau hüten und es nicht zulassen mögen, dass jemand wieder heraus möchte. (Dies könnte Colonel Fawcett und seinem Sohn Jack so gegangen sein, die glaubten, einen Tunnel zu einer unterirdischen Stadt in den Roncador Bergen betreten zu haben und nie wieder zurückkehrten.)“

„Die Murcego Indianer leben in Höhlen und gehen in der Nacht in den umliegenden Dschungel, aber sie haben keinen Kontakt zu den unterirdischen Bewohnern. Sie bewohnen eine unterirdische Stadt, in der sie eine halb-geschlossene Gemeinschaft bilden und eine beträchtliche Bevölkerung haben. Es wird angenommen, dass die unterirdischen Städte, die sie bewohnen zuerst durch die Atlanter gebaut wurden. Sicher ist, dass kein radioaktiver Fallout sie erreichen kann. Niemand weiss, ob diejenigen, die in diesen alten atlantischen unterirdischen Städten leben, selbst Atlanter sind oder andere, die dort siedelten, nachdem ihre ursprünglichen Bauherren verschwunden waren.“

Serra do Roncador

„Der Name des Gebirges, wo diese atlantischen unterirdischen Städten existieren, ist Roncador im Nordosten von Mato Grosso. Wenn ihr auf die Suche nach diesen unterirdischen Städten geht, nehmt euer Leben in die eigenen Hände. Womöglich verschwindet ihr sonst, wie es Colonel Fawcett widerfuhr.“

„Als ich in Brasilien war, hörte ich eine Menge über die unterirdischen Höhlen und unterirdischen Städte. Sie sind jedoch weit von Cuiaba entfernt. Sie sind in der Nähe des Rio Araguaya, der in den Amazonas mündet. Sie sind im Nordosten von Cuiaba am Fusse der enorm langen Bergkette namens Roncador. Ich verzichtete auf weitere Untersuchungen, weil ich hörte, dass die Murcego Indianer den Eingang zu den Tunneln eifersüchtig vor Personen bewachen, die nicht ausreichend entwickelt sind, weil sie keine Schwierigkeiten wollen. In erster Linie wollen sie niemanden, der noch in Kommerz verstrickt ist und den Wunsch nach Geld hat.“

„Es gibt auch Höhlensysteme in Asien und Tibet, die von Reisenden erwähnt wurden. Aber soweit ich weiss sind die grössten in Brasilien und existieren dort auf drei verschiedenen Ebenen. Ich bin sicher, ich würde die Erlaubnis bekommen, wenn ich mich ihnen anschliessen wollte und sie würden mich als einen der ihren akzeptieren. Ich weiss, dass sie überhaupt kein Geld verwenden. Ihre Gesellschaft basiert auf einer streng demokratischen Ordnung. Die Menschen altern nicht und leben in ewiger Harmonie. „

Diese unterirdische Utopia von Herrn Huni (jetzt mit Wohnsitz in New York) scheint der stark zu ähneln, die Bulwer Lytton in seinem Buch „The Coming Race“ erwähnt. Lytton war ein Rosenkreuzer und wahrscheinlich basiert sein Roman auf okkulten Informationen über bestehende unterirdische Städte.

Die Ruinen von einer Reihe atlantischer Städte wurden im Norden von Mato Grosso und dem Amazonasgebiet gefunden, was darauf hinweist, dass Atlanter einmal dieses Land besiedelten. Vor einigen Jahren hörte ein englischer Lehrer Gerüchte über eine verlorene atlantische Stadt auf einem Hochplateau in dieser Region und begann, sie zu suchen. Die Strapazen der Reise kosteten das Leben. Bevor er starb schickte er durch eine Brieftaube eine Notiz mit der Beschreibung einer herrlichen Stadt, die er entdeckt hatte, deren Strassen durch hohe Goldstatuen gesäumt waren.

Wenn die Atlanter wirklich Brasilien kolonisierten und Städte in Mato Grosso auf seiner Oberfläche gebaut haben, warum bauten sie unterirdische Städte? Es kann nicht den Grund gehabt haben, der Sintflut zu entkommen, durch die Atlantis und Randgebiete untergingen, denn Mato Grosso ist ein Hochplateau. Dort konnte kein Hochwasser hingelangen. Der südamerikanische Archäologe Harold Wilkins äussert die Theorie, dass die unterirdischen Städte gebaut wurden, um dem radioaktiven Fallout des Atomkrieges der Atlanter zu entkommen. Dies scheint eine sehr vernünftige Erklärung zu sein, denn sonst gäbe es hier keinen Grund, die immense Arbeit der Ausgrabungen zum Bau von unterirdischen Städten zu tätigen, wenn die Atlanter herrliche Städte auf der Erdoberfläche nutzen.

Falls wir von einem Atomkrieg bedroht wären, müssten auch wir Zuflucht im Inneren der Erde finden und dort in beleuchteten unterirdischen Städten wohnen und unsere Lebensmittel unter diesem Licht produzieren. Es wäre natürlich viel einfacher, vorhandene – durch die Atlanter vor Tausenden von Jahren gebaute – unterirdische Städte zu betreten, deren beträchtliches Ausmass unsere Ingenieurskunst gravierend übertrifft. Falls freundlicher Kontakt mit den unterirdischen Bewohnern hergestellt werden könnte, wenn derartige Gefahren drohen würden oder möglichst zuvor, so würde es sehr zu unserem Vorteil sein, diese unterirdischen Städte zu kontaktieren und es erlaubt würde, dass wir dort wohnen dürften..

In Agartha gibt es kein Alter und keinen Tod, eine Gesellschaft, in der jeder jung aussieht, sogar wenn man viele Hunderte oder sogar Tausende von Jahren „alt“ ist. Das scheint für die Oberflächenbewohner unglaublich, die den schädlichen Auswirkungen der Sonneneinstrahlung und der Vergiftung durch Lebensmittel aus einer falschen Ernährung ausgesetzt sind. Die Alterserscheinungen sind nicht das natürliche Ergebnis von ablaufender Zeit oder einem angenommenen Alterungsprozess, sondern von nachteiligen biologischen Bedingungen und Gewohnheiten. Altersschwäche ist eine Krankheit.

Die überlegene wissenschaftliche Kultur der unterirdischen Menschen, von denen ihre fliegenden Untertassen ein offensichtliches Beispiel sind, ist das Ergebnis von herausragender Entwicklung des Gehirns und mehr energischer Verbindung. Ihre vitalen Energien fliessen bis zu ihrem Gehirn und werden nicht durch den sexuellen Kanal blockiert, wie bei den sogenannten „zivilisierten“ Oberflächen-Rassen. In der Tat ist sexuelle Schwäche ausserhalb ihrer Leben. Aufgrund ihrer Ernährung mit Früchten sind ihre Endokrine in einem Zustand der perfekten Balance und des harmonischen Funktionierens, wie bei kleinen Kindern. Sie werden nicht durch abnorme Aktivitäten von StoffwechselgiftenBrasil 007 300x225 Machu Picchu e Salar de Uyuni 2005   Peru e Bolívia stimuliert, wie Industrie-Lebensmitteln – Fleisch, Geflügel, Fisch und Eier und durch solche Aphrodisiaka wie Salz, Pfeffer, Kaffee, Tabak und Alkohol. Indem sie ihren Blutstrom rein und frei von Giftstoffen halten, sind die unterirdischen Menschen in der Lage, in vollständiger Kontinenz zu leben, alle lebenswichtigen Energien und deren Umwandlung in überlegene geistige Fähigkeiten zu wandeln. Ihre genialen wissenschaftlichen Leistungen ergeben sich aus der Tatsache, dass ihre Gehirne besser als unsere in der geistigen Entwicklung sind.

Professor J. Henrique de Souza, Präsident der brasilianischen Theosophischen Gesellschaft und eine führende Autorität bezüglich der unterirdischen Welt schrieb in seiner Zeitschrift einen Artikel bezüglich Agartha: „Gibt es Shangri-la wirklich?„, daraus zitieren wir:

„Unter allen Menschenrassen, zurück bis zu den Anfängen der Zeit gab es eine Tradition über die Existenz eines Heiligen Landes oder irdischen Paradies, wo die höchsten Ideale der Menschheit gelebte Realitäten sind. Dieses Konzept wird in den alten Schriften und Traditionen der Völker Europas, Kleinasiens, Chinas, Indiens, Ägyptens und Amerikas beschrieben. Das Heilige Land, so heisst es, kann nur den Menschen bekannt werden, die würdig, rein und unschuldig sind, weshalb es das zentrale Thema der Träume der Kindheit darstellt.“

„Der Weg, der zu diesem gesegneten Land, dieser unsichtbaren Welt, diesem esoterischen und okkulten Bereich führt, zeichnet die zentrale Suche und den Master-Schlüssel aller Mysterien-Lehren und Systemen der Einweihung in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aus. Dieser magische Schlüssel ist der „Sesam-Öffne-Dich“, der die Tür zu einer neuen und wunderbaren Welt entriegelt. Die alten Rosenkreuzer benannten sie nach dem französischen Wort VITRIOL, einer Kombination aus den Anfangsbuchstaben des Satzes: `VISTA INTERIORA TERRAE RECTIFICANDO INYENES OMNIA LAPIDEM,“ um anzuzeigen, dass „ im Innern der Erde das wahre Geheimnis versteckt ist“. Der Weg, der zu dieser Verborgenen Welt führt, ist der Weg der Initiation.“

„Im alten Griechenland, in den Mysterien von Delphos und Eleusis, wurde dieses Himmlische Land als der Berg Olymp und die Elysischen Felder bezeichnet. In den frühesten vedischen Zeiten gab es bereits verschiedene Namen, wie zum Beispiel Ratnasanu (Spitze des Edelsteins), Hermadri (Berg von Gold) und der Berg Meru (Heimat der Götter und Olymp der Hindus). Symbolischer weise ist die Spitze dieses heiligen Berges im Himmel, ihre Mitte auf der Erde und ihre Basis in der unterirdischen Welt.“

„Die skandinavische Edda erwähnt ebenfalls diese himmlische Stadt, die sich im unterirdischen Land Asar der Völker Mesopotamiens befand. Es war das Land von Amenti des heiligen Totenbuches der alten Ägypter. Es war die Stadt der sieben Blütenblätters von Vishnu und die Stadt der sieben Könige von Edom oder Eden der jüdischen Tradition. Mit anderen Worten, es war das irdische Paradies.“

„In ganz Kleinasien, nicht nur in der Vergangenheit, sondern auch heute gibt es einen Glauben an die Existenz einer Stadt der Geheimnisse voller Wunderwerke, die als Shamballah (Shamb-Allah) bekannt ist, wo der Tempel der Götter ist. Es ist auch die Erdamf der Tibeter und Mongolen.“

„Die Perser nennen es Alberdi oder Aryana, Land ihrer Vorfahren. Die Hebräer nannten es Canaan und die Mexikaner Tula oder Tolan, während die Azteken es Maya-Pan nannten. Die spanischen Eroberer, die nach Amerika kamen, glaubten an die Existenz einer solchen Stadt und organisierten viele Expeditionen, sie zu finden, nannten sie El Dorado oder City of Gold. Vermutlich hörten sie von den Ureinwohnern darüber, die es Manoa nannten oder Stadt, deren König Kleidung aus Gold trägt.“

„Bei den Kelten war dieses Heilige Land als „Land der Mysterien“ bekannt – Duat oder Dananda. Eine chinesische Tradition spricht vom Land von Chivin oder der Stadt eines Dutzend von Schlangen. Es ist die unterirdische Welt, die an den Wurzeln des Himmels liegt. Es ist das Land der Calças, Calcis oder Kalki, des berühmten Colchida, nach dem die Argonauten suchten, als sie auf der Suche nach dem Goldenen Vlies waren.“

„Im Mittelalter wurde es als die Insel von Avalon bezeichnet, wo die Ritter der Tafelrunde unter der Führung von König Artus und unter der Anleitung des Zauberers Merlin auf die Suche nach dem Heiligen Gral gingen, dem Symbol des Gehorsams, der Gerechtigkeit und der Unsterblichkeit. Als König Artus in einer Schlacht schwer verwundet wurde, bat er seinen Begleiter Belvedere mit den folgenden Worten auf einem Boot bis an die Grenzen der Erde zu fahren: „Leb wohl, mein Freund und Begleiter Belvedere, und bis zum Land, wo es nie regnet, wo es keine Krankheit gibt und niemand stirbt.“ Dies ist das Land der Unsterblichkeit oder Agartha, die unterirdische Welt.“

Dieses Land ist die Walhalla der Deutschen, Monte Salvat der Ritter des Heiligen Grals, die Utopia von Thomas More, die Stadt der Sonne von Campanella, das Shangri-la von Tibet und das Agartha der buddhistischen Welt. „

Quelle: http://transinformation.net/agartha-die-unterirdische-welt/

Gruß ins Paradies

TA KI

Aar der Adler


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aarAar lautet die altnordische und zuweilen auch bei uns gebräuchliche (aber veraltete) Bezeichnung für den Adler. In der Edda heißt es, ein vielwissender Adler sitze als mächtiges geflügeltes Wesen im Gipfel der Weltenesche, von wo aus er, gleich Odin von seinem Hochsitz Hlidskjalf (am Tor zur himmlischen Bläue des Geistes) das Weltgeschehen überblicken könne. Nichts entgeht seinem scharfen Verstand und seinen wachen Augen, wenn sein Blick über die Erde streift. Man sagt, er sei sehr alt und wissend, aber auch leicht verdrießlich, da er beständig die (Un)Taten der Menschen erschauen müsse. Zuweilen soll ein Habicht mit dem Namen Wederfölnir (der Wetterkundige) zwischen seinen Augen sitzen. Das Eichhörnchen Ratatösk überbringt dem Adler beständig Nachrichten von der Schlange Nigdhögg, die am unteren Ende der Weltenesche haust.

Im Norden Skandinaviens galt der Aar den Menschen lange Zeit als kollektiver Schutzgeist, dem sie den Namen „eyeafördur“ gaben. Man stellte sich ihn als gewaltigen Vogel vor, dessen riesige Flügel quer über die Fjorde, von einem Berg zum anderen, reichten.

Ein Name Odins lautet Arnhöfdi, was den Göttervater als „Adlerhaupt“ umschreibt, der sich einmal dieser Gestalt bedient, um seinen geraubten Skaldenmet (Swafnir) in Sicherheit zu bringen. Auch ist von einem Adler die Rede, welcher die Walküren umflattert, durch den diese ihre direkten Befehle von Odin erhalten sollen.

Selbst Riesen nehmen des Öffteren die Gestalt dieses Tieres an. Im altnordischen Volksglauben sitzt Hraesvelgr (Leichenverschlinger oder Fleischfresser), ein gewaltiger Riese in Adlergestalt, am nördlichen Ende des Himmels und wenn er sich erhebt, kommen von seinen Flügelgleichen Armen alle Winde über die Welt. Als Sturmwind war er als großes, gefräßiges Wesen gefürchtet, das zeitweise gewaltige Stürme entfesselte, um seinen Hunger zu stillen. Gleichzeitig aber nahm der entfachte Wind ebenso jeglichen Aasgeruch und Moder mit sich und trug so zur willkommenen Reinigung der Luft.

Wenn nach dem Skaldskaparmal Odin auf Sleipnir mit dem Riesen Hrungnir über Berge und Meere um die Wette reitet und beide durch die Lüfte dahinstieben, jagen sich der Sturmgott und sein Ur-Rivale, der Sturmriese. Denn auch Odin/Wotan wurde als Bringer des alles durchdringenden und Lebensspenden Windes gedeutet, der zum Einen das Bewusstsein brachte und zum Anderen als Oskabyr (Wunschwind) den nötigen Wind für die Schifffahrt gab. Auch die „Oskorei“ die durch die Sturmwinde dahinfahrende und von Wuotan angeführte wilde Jagd, findet hier ihre Entsprechung.

Allgemein ist der Adler das bekannteste Symboltier himmelsstürmender Mächte, mutiger Wehrhaftigkeit, Geschicklichkeit und ungebrochenen Freiheitsdrang. Seine Gestalt ist zahlreich in der Heraldik vertreten und ziert manches Staatsemblem. Seine Flügelspannweite kann sich bis über zwei Meter erstrecken, was ihm auch den Beinamen „König der Lüfte“ einbrachte.

Quelle:http://www.wodanserben.de/aar.php

Gruß an den König der Lüfte

TA KI

Die germanische Religion vor ihrem indo-europäischen Hintergrund


Kurt Oertel

Germanische Religion ist kein isoliertes Phänomen, sondern eng verwandt mit den Religionen der anderen indo-europäischen Völker von Europa bis Indien. Hier werden zahlreiche genaue Parallelen aufgezeigt, was für viele Interessierte ganz neu sein dürfte.

Vorbemerkung

Man kann immer wieder feststellen, dass viele Menschen nur eine sehr vage Vorstellung davon haben, dass es im vorchristlichen Europa überhaupt Religion gegeben hat. Erst bei näherem Nachdenken fallen einigen dann vielleicht jene Namen aus der griechischen Mythologie ein, die sie im Zusammenhang mit populären Versionen griechischer Sagenstoffe schon einmal gehört haben (Zeus, Herkules, Aphrodite usw.). Auch römische Gottheiten wie Iuppiter, Mars, Saturn usw. erzielen leichte Wiedererkennungseffekte, allerdings weniger auf Grund mythologischer Kenntnisse, sondern deshalb, weil diese Namen auch in unserer Kultur immer noch in vielen Zusammenhängen präsent sind. So tragen z.B. alle Planeten immer noch die Namen römischer Gottheiten, und auch alle Monatsnamen haben noch ihre alte römische Bezeichnung. Auch ein tieferes Verständnis der europäischen Kunst- und Literaturgeschichte ist ohne Kenntnis der antiken Mythologien undenkbar. Umgekehrt hat aber gerade das auch oft dazu geführt, dass z.B. die germanische Götterwelt weit mehr aus der extrem verzerrten Perspektive ihrer Rezeptionsgeschichte (wie z.B. den Opern Richard Wagners) bekannt ist, als aus den Quellen selbst. Und den wenigsten dürfte bewusst sein, dass sie noch täglich die Namen germanischer Gottheiten in Form unserer Wochentagsnamen im Mund führen.

Aber auch jenen, die tiefere Kenntnis der Materie haben, ist kaum bekannt, dass es sich hier nicht um verschiedene Einzelreligionen gehandelt hat, sondern um eine ursprünglich einheitliche Religion, deren Ausprägungen nicht nur ganz Europa, sondern auch Indien und den Iran umfassten. Diese zunächst einmal erstaunlich klingende Aussage bezieht sich natürlich auf die gemeinsame indoeuropäische Herkunft all dieser Völker. Wem diese Zusammenhänge unbekannt sind, tut gut daran, zuerst den Artikel „Die Indoeuropäer und ihre Entdeckung durch die Wissenschaft“ zu lesen (ebenfalls auf dieser Website zu finden), in dem die geschichtlichen Hintergründe allgemeinverständlich beleuchtet werden.

Genauso, wie sich alle indoeuropäischen Sprachen auf einen gemeinsamen Ursprung zurückverfolgen lassen, so verhält es sich auch mit der Religion. Und genauso, wie sich die Sprachen im Lauf der Jahrhunderte auseinanderentwickelt, dabei aber große Übereinstimmungen behalten haben, so auch die Religionen. Wenn die römischen Autoren in ihren verstreuten Berichten über die germanische Religion deren Götter mit den eigenen namentlich gleichsetzen, so spricht dies eben nicht für hilfloses Unverständnis, sondern im Gegenteil dafür, dass sie in den germanischen Gottheiten problemlos jene griechisch-römischen Götter erkannten, die sie selbst auch verehrten.

Die Auseinanderentwicklung lag natürlich nicht nur an den ungeheuren geographischen und zeitlichen Räumen, sondern auch daran, dass viele sprachliche und religiöse Elemente der vorgefundenen eingeborenen Kulturen ihren Weg in das ursprünglich einheitlichere indoeuropäische Erbe fanden.

Hier sollen nun einmal die markantesten Beispiele für diese oft bis ins Detail übereinstimmenden Mythen aufgezeigt werden. Es muss betont werden, dass es sich dabei weder um vereinzelte Zufälligkeiten handelt, wie sie in ähnlicher Form in allen Religionen der Welt auftreten können, noch um Übernahmen von einer Religion in die andere, sondern um Gemeinsamkeiten, die ganz klar auf den gemeinsamen Ursprung der Indeoeuropäer zurückzuführen sind.

Nun ist die vergleichende Mythologie eine recht komplizierte Materie, und Fachleute mögen mir verzeihen, wenn manches hier recht vereinfachend und plakativ dargestellt ist. Es geht hier aber gerade darum, diese meistens nur Spezialisten bekannten Tatsachen möglichst so allgemeinverständlich darzustellen, dass sie auch bei jenen Menschen zu einem Erkenntnisgewinn führen, denen dieses Wissen bisher vorenthalten wurde.

Die Quellen

Wenn wir uns hier hauptsächlich auf drei geographische Räume beschränken, nämlich Skandinavien, Indien-Iran und Griechenland, liegt das einzig und allein an der Quellenlage. Die ist für Indien und Griechenland hervorragend. Die mustergültig überlieferten indischen Traditionen auch aus ältester Zeit stellen einen wahren Glücksfall dar, hier vor allem der Rig-Veda und die anderen Veden. Auch das überlebende griechische Schrifttum ist beträchtlich. Als vorzügliche Quellen haben wir Homer und vor allem den fast gleichzeitig mit ihm lebenden Hesiod, der – ähnlich wie Snorri Sturluson mit seiner Edda – eine systematische Gesamtdarstellung griechischer Mythologie in seiner „Theogonie“ geliefert hat. Aber auch das weitere griechische Schrifttum bietet durchgängig viele Informationen über Weltbild und Gottheiten.

So berechtigt man einerseits die Quellenlage der germanischen Religion beklagen mag, so ist man andererseits damit doch noch reich beschenkt, wenn man sie mit der keltischen, slawischen und baltischen Mythologie vergleicht. Im Fall der Kelten kennen wir zwar etliche Namen von Gottheiten aus dem gallischen Bereich, sowie zahlreiche Heldensagen aus dem irischen Mittelalter, in denen auch Götter vorkommen. Leider sind diese Quellen aber zu lückenhaft, widersprüchlich und entstellt, um auch nur annähernd eine zusammenhängende Mythologie liefern zu können.

Im Fall der slawischen Religion ist das Bild noch düsterer. Auch hier sind einige Götternamen und Volksbräuche überliefert, mehr jedoch nicht. Die schriftlichen Quellen der slawischen Welt beginnen erst lange nach der gründlichen Christianisierung zu fließen, so dass man die meisten Details über die Religion der Slawen als endgültig verloren ansehen muss.

Sehr viel besser verhält es sich mit den baltischen Quellen, denn die Balten waren für lange Zeit wortwörtlich die letzten Heiden Europas. Seit dem 19. Jahrhundert sind dort von einheimischen Volkskundlern und Heimatforschern buchstäblich Tausende von Liedern aufgezeichnet worden, die sehr reiches mythologisches Material bieten. Das Problem ist, dass dies international noch kaum ausgewertet ist. Das liegt zunächst daran, dass außer den Balten selbst kaum jemand die litauische Sprache beherrscht (die übrigens die noch heute urtümlichste aller indoeuropäischen Sprachen ist, weit mehr als das Sanskrit). Das zweite Problem liegt in der politischen Geschichte, denn die baltischen Länder waren über Jahrhunderte Spielball der Großmachtinteressen, was dazu führte, dass die kulturelle Identität der Litauer und Letten stets unterdrückt wurde, und dass gerade im 20. Jahrhundert durch die gewaltsame Sowjetisierung kaum ausländische Forschungen vor Ort oder unzensierte internationale Publikationen litauischer Wissenschaftler möglich waren. So steht die Einbeziehung baltischer Mythologie in das Netz indoeuropäischer Zusammenhänge erst am Anfang, von der für die Zukunft aber sehr viel zu erhoffen ist. Das Wenige, das wir über die Religion der Kelten, Slawen und vor allem der Balten wissen, zeigt aber dieselben indoeuropäischen Parellelen.

Bleiben noch die lateinisch-römischen Quellen zu erwähnen, die ja ebenfalls äußerst reichhaltig sind. Das Problem dabei ist jedoch, dass die Römer zur Zeit der Verschriftlichung bereits mehr oder weniger komplett die griechische Mythologie übernommen hatten. Die Griechen hatten schließlich vor dem Aufstieg Roms über lange Zeit die völlige kulturelle Herrschaft über große Teile Italiens ausgeübt. Was die Römer nicht von den Griechen übernommen haben, das stammt wiederum von den nicht-indoeuropäischen Etruskern im Norden Italiens, so dass wir außer dem alten Iuppiter kaum etwas besitzen, das sich als wirklich eigene römische Gottesvorstellung bezeichnen ließe.

Letztlich muss Ähnliches allerdings auch von der griechischen Mythologie gesagt werden. Die indoeuropäischen Vorfahren der Griechen stießen bei ihrem Eindringen auf alteingesessene Völker, die teilweise auf sehr viel höherem kulturellem Stand waren und von denen sehr viele Eigenheiten in die griechische Religion Aufnahme fanden. Auch dort ist Zeus die einzige Gottheit, die mit absoluter Sicherheit als indoeuropäisch angesehen werden kann.

Der Ursprung der Welt

Die germanischen Quellen berichten über den Zustand vor dem Werden der Welt von einem „gähnenden Abgrund“ (ginnungagap), der aber mit einer magischen Kraft gefüllt war.

Die Edda sagt:

„In uralten Zeiten, da gab es nichts, weder Sand noch Meer, noch nasskalte Wellen. Erde war nirgends und kein Himmel oberhalb davon, nur gähnender Abgrund.“

Vergleichen wir damit nun die folgenden Zeilen aus dem Rig-Veda (X, 129 ff.):

„Nicht existierte Nicht-Seiendes, noch auch existierte Seiendes damals, nicht existierte der Raum, noch auch der Himmel oberhalb davon. Exisitierte das Wasser? Nein, nur ein tiefer Abgrund.“

Dieser Abgrund war der Ursprung allen Seins, denn aus ihm entstand ohne Zutun irgendeiner Gottheit die Schöpfung des Kosmos. Die Edda sagt:

„Und der gähnende Abgrund wurde dort so warm wie die windlose Luft. Und wo sich der Reif und der heiße Luftzug begegneten, da taute und tropfte es. Und aus diesen Gischttropfen entstand Leben.“

Der indische Text:

„Es begann zu atmen, windlos, durch eigene Kraft. Der Keim, der von Leere bedeckt war, kam als Einziges zum Leben durch die Macht einer Hitze.“

Es ist schwer zu glauben, dass zwischen der Abfassung der beiden Texte nicht nur Tausende von Kilometern, sondern auch fast 2000 Jahre liegen. Sie sind nicht nur inhaltlich, sondern auch vom Wortlaut her fast noch identisch.

Der Grieche Hesiod berichtet ebenfalls dasselbe (Theogonie 116):

„Zuerst war nur die gähnende Leere des Raumes (Chaos), danach die breitbrüstige Erde (Gaia), weiter entstand das Liebesbegehren (Eros).“

Auch hierzu ein identisches Detail aus dem Rig-Veda:

„Das Begehren bildete sich da im Anfang, das als Same des Denkens als erstes existierte.“

Jeder wird erkennen, dass hier nicht nur inhaltliche, sondern teilweise sogar wörtliche Übereinstimmung besteht, woraus man entnehmen kann, dass hier uralte Kultdichtung aus gemeinsamer indoeuropäischer Zeit in treuer Bewahrung überlebt hat. Dass die altnordische Version kein „vereinzelter Zufall“ oder eine Erfindung des Völuspa-Dichters ist, wird durch Bruchstücke aus dem süddeutschen Raum belegt. Obwohl es bereits aus christlicher Zeit stammt, haben sich in dem sogenannten Wessobrunner Gebet ebenfalls diese alten Kultzeilen über den Zustand der Welt vor ihrem Beginn erhalten:

„Es gab weder Erde, noch Himmel oberhalb davon, noch Baum, noch Berg. Auch schien keine Sonne, noch leuchtete der Mond, noch gab es das herrliche Meer.“

Einen weiteren Beleg finden wir in der Kirchengeschichte Adams von Bremen (IV, 39), der ebenfalls von dem leeren Abgrund der germanischen Urzeit berichtet („immane baratrum abyssi“), dessen Namen „Ginnungagap“ er aber falsch verstanden mit „Ghinmendegoþ“ wiedergibt.

Spätere indische Erläuterungen geben detailliertere Auskunft über diesen ursprünglichen Zustand: Die Urmaterie befindet sich im Zustand der „Weltenruhe“. Sie besteht aus drei Grundsubstanzen: „Sattva“ (leicht, Freude bewirkend), „Rajas“ (beweglich, Schmerz hervorrufend) und „Tamas“ (schwer, dunkel und hemmend). Diese drei Substanzen halten sich im Gleichgewicht, werden dann aber erschüttert, beginnen dadurch gegeneinander zu wirken und sich miteinander zu vermischen. Auf diese Weise entsteht zunächst feine, dann immer festere und grobere Materie, aus der nicht nur die Denktätigkeit der Lebewesen und Gottheiten, sondern auch die fünf Elemente (Wasser, Feuer, Erde, Luft und Äther) hervorgehen.

Nachdem der Beginn der Schöpfung dergestalt in Gang gekommen ist, entsteht aus der Erde ein Urwesen. In der Edda ist das Ymir, ein Urriese, der sich von der Milch einer Urkuh ernährt, die genauso in der indischen wie auch persischen Überlieferung auftaucht. Der Ahnvater allen Lebens trägt dort sogar denselben Namen: Yima. Tacitus berichtet uns bei den kontinentalen Germanen von dem „erdgeborenen“ Tuisto.

Nun ist die Bedeutung all dieser Namen genau dieselbe: Zwitter bzw. Zwilling. Nicht ohne Grund, denn er zeugt mit sich selbst ein weiteres männliches Wesen, bei den kontinenetalen Germanen Mannus, bei den Indern Manu, bei den indoeuropäischen Phrygiern in Anatolien Manus genannt. Von diesem Sohn des Urwesens stammen im Altnordischen sowohl die Riesen, wie später auch die drei Götter Odin, Vili und Vé ab, bei den kontinentalen Germanen die Stammväter der Ingväonen, Istväonen und Herminonen.

In der griechischen Version ist es der Riese Kronos, der mit dem Urwesen vergleichbar ist, denn auch er wurde von der Erde (Gaia) und dem Himmel (Uranos) gezeugt, zusammen mit dem weiteren Riesengeschlecht der Titanen. Kronos ist zwar kein Zwitter, wohl aber ein Zwilling, denn mit seiner Schwester Rhea zeugt auch er die drei ersten Götter Zeus, Poseidon und Hades. In der Edda erschaffen diese drei Götter das erste Menschenpaar aus zwei Bäumen, den Mann aus einer Esche, die Frau aus einer Ulme. Bei Hesiod findet sich ebenfalls der Rest des altgriechischen Mythos von der Erschaffung des ersten Menschen aus einer Esche.

Nun aber passiert Unerhörtes: Die erste Tat der Götter besteht darin, dass sie das riesige Urwesen, dem sie letztlich ihre Existenz verdanken, töten. Das aber ist kein hinterlistiger Meuchelmord aus niederen Motiven, sondern gerade aus der indischen Variante geht hervor, dass es sich um die erste heilige Opferhandlung handelt. Vor allem aber dient der Körper des Urwesens dazu, dass die Götter aus seinen Teilen die Welt formen, wie wir sie kennen.

Die isländische Edda berichtet:

„Sie nahmen den Ymir und schufen aus ihm die Erde: aus seinem Blute das Meer und die Seen. Das Festland machten sie aus seinem Fleisch, die Berge aber aus seinen Knochen, und Gestein und Geröll aus seinen Zähnen. Sie nahmen auch seinen Schädel und schufen den Himmel daraus und stülpten ihn mit allen vier Ecken über die Erde“.

Im indischen Rigveda liest sich das 2000 Jahre früher so:

„Der Mond wurde aus seinem Geist geschaffen, aus seinem Auge wurde die Sonne. Aus seinem Nabel wurde die Luft geschaffen, aus einem Kopf entstand der Himmel, aus seinen Füßen die Erde. So schufen die Götter die Welt.“

Im Indischen entstehen aus der Zerteilung des Urwesens auch die verschiedenen Menschen, das sind die drei indoeuropäischen „Kasten“, zusätzlich der für Indien charakteristischen vierten Kaste der Einheimischen. Das wiederum erinnert an die kontinentalgermanische Variante von der Herkunft der Ingväonen, Istväonen und Herminonen, obwohl es sich hierbei nach allgemeiner Anschauung nicht um Kasten, sondern um Kultgemeinschaften handelt.

Im Griechischen finden wir von diesem Motiv nur Anklänge. Dort ist es Kronos, der seinen Vater Uranos durch Kastration mit einer Sichel tötet. Dieses Detail scheint aber aus dem Kumarbi-Zyklus der hurritischen Mythologie übernommen worden zu sein. Im Persischen hat sich ebenfalls das Wissen erhalten, dass das Urwesen Gayomart (auch hier ist der Name Ymir noch gut zu erkennen) durch drei göttliche Brüder getötet wurde.

Die verblüffenden Übereinstimmungen all dieser Überlieferungen sind nicht nur in der reinen Abfolge zu sehen: „Urknall“ im namenlosen Nichts, Lebensfunken und erdgeborenes Urwesen, daraus Riesen, Götter, Menschen. Wie wir sehen, stimmen auch die einzelnen Details überein.

Deshalb sei hier noch auf eine seltsame Übereinstimmung dieser Vorstellungen mit denen im chinesischen Taoismus hingewiesen. Das Tao (Weltgesetz) ist der Urgrund (!) der Welt, aus dem alles entstanden ist. Vor dem Beginn der Weltentstehung wird ein Zustand des „Nichtseins“ vorausgesetzt. Aus diesem transzendenten „Urgrund“ geht das Sein hervor, d.h. der Zustand der All-Einheit, in welcher alle Unterschiede noch ungetrennt sind. Diese Einheit erzeugt die geschlechtliche Zweiheit von Yang und Yin. Aus dem Dualismus dieser zweigeschlechtlichen Urkraft entsteht der „Lebensatem“, der die Harmonie der beiden Kräfte bewirkt, die wiederum die fünf Elemente erzeugen (die identisch mit den oben erwähnten indischen sind). Die jetzt vorhandenen „Sieben“ bringen als weitere Faktoren Himmel und Erde hervor und haben sich damit zu einer „Neunheit“ entwickelt. Diese Neunheit ist insofern wieder eine Einheit, als sie zusammen den gesamten Kosmos bildet.

Wenn man die Enstehung des zweigeschlechtlichen Urriesen im indoeuropäischen Bereich bedenkt (Yin und Yang), sowie die Tatsache, dass auch die germanische Kosmologie aus neun Welten besteht, ist diese Übereinstimmung der Schöpfung so verblüffend, dass man sich fragen muss, ob hier nicht eine Verbindung besteht. Der Taoismus wird nun zwar nicht zu den indoeuropäischen Religionen gezählt, es ist aber mehr als wahrscheinlich, dass bei dessen Entstehung ca. im 5. Jahrhundert v.Chr. die zu diesem Zeitpunkt schon weitaus älteren vedischen Vorstellungen des eng benachbarten Indien bekannt gewesen sind, so dass hier eine Übernahme oder Beeinflussung keineswegs ausgeschlossen werden kann.

Die Vorstellung von dem äußeren Aufbau der Welt unterscheidet sich bei den Indo-Europäern allerdings kaum von dem aller anderen Völker, was daran liegt, dass diese Anordnung der Dinge dem Augenschein zu entsprechen scheint: die Erde wurde als vom Meer umgebene Scheibe gedacht. Darunter befinden sich Unter- und Jenseitswelten, darüber stockwerkartig die Welten der Götter und anderer himmlischer Wesen, woraus sich insgesamt das zwiebelschalenförmige Modell eines „Welteies“ ergibt. Allerdings gehen bereits die frühen indischen Texte wie selbstverständlich davon aus, dass es unzählige solcher bewohnten „Welteneier“ im Universum gibt. Eine erstaunliche Erkenntnis! Die Griechen wiederum waren die ersten, die die Kugelgestalt der Erde entdecken und bereits erste Versuche machten, ihren Umfang zu berechnen. Beide Fälle waren aber keine Vorwegnahme des Kopernikanischen Weltbildes, denn nach wie vor wurden Sonne, Mond und Sterne als um die Erde kreisend gedacht. Und bei dem indischen Beispiel hatte jedes dieser „Welteneier“ natürlich eine eigene Sonne und Sternenwelt, die sie schichtweise umgab, genau wie eine eigene Göttersphäre.

Das höchste Weltprinzip

Allen indeoeuropäischen Religionen ist der Glaube an ein höchstes Weltgesetz gemeinsam, das sich in dreifacher Form manifestiert:

  1. Als natürliche Ordnung der Dinge, die die Pflanzen wachsen lässt, die Jahreszeiten und das Wetter bewirkt, sowie die Himmelslichter in den zugewiesenen Bahnen hält.
  2. Als sittliche Ordnung, die allen Wesen ein ihnen gemäßes Verhalten und Einhaltung der Pflichten vorschreibt.
  3. Als magisch-rituelle Ordnung, welche die heiligen Handlungen und Opfer gebietet, die für den richtigen Verlauf des Lebens unerlässlich sind.

Dieses Urgesetz ist das letzte, nicht weiter zurückführbare Weltprinzip, das in und über allem waltet. Im Altindischen wird dieses Prinzip als Dharma (Gesetz) bezeichnet (in jüngeren – vor allem buddhistischen – Texten hat das Wort aber die Bedeutung „Lehre“ angenommen). Auch das chinesische Wort „Tao“ hat genau dieselbe Bedeutung. In den als „Brahmana“ bezeichneten priesterlichen Erläuterungstexten zu den Veden taucht dieses ewige All-Eine, das den Urgrund allen Seins bildet, unter dem ganz unpersönlich gedachten Begriff „Brahma“ auf, die heilige Macht, die dem Opfer seine wirkende Kraft verleiht, und die als innerster Kern alles Existierenden auch in allem verborgen ist. Da ein winziger Teil dieser Kraft auch in jedem Einzelwesen wirkt, denn alle Wesen sind mit diesem kosmischen Urgrund verbunden, bezeichnete man diesen Brahma-Funken in jedem Lebewesen als „Atman“. Und das Wort ist völlig mit unserem „Atmen“ verwandt. Die Wichtigkeit des Atems und seiner vielfältigen Techniken in den indischen Religionen ist ja bekannt. Im Altindischen hat das Wort dann auch die Bedeutung „Geist“ schlechthin angenommen (wie auch im Ehrentitel Gandhis „Mahatma“ = großer Geist). Dieses Konzept eines göttlichen Funkens in uns allen hat übrigens seine genaue Entsprechung in dem frühchristlichen Gnostizismus, der dann auch prompt als schlimme Ketzerei bekämpft wurde, da das Christentum diese Vorstellung ablehnt. Diesem Konzept liegt aber auch der indische und buddhistische Gedanke zugrunde, dass der Mensch aus eigener Kraft zur Erleuchtung und Selbsterlösung gelangen kann, was das Christentum ebenfalls strikt leugnet.

Auch die Ethik wird auf diese der Welt immanenten Ordnung gegründet. Selbst der große Philosoph Immanuel Kant kam übrigens ganz unabhängig davon im Europa des 18. Jahrhunderts zu einer identischen Überzeugung, nämlich dass die Erkenntnis dieser Wirkmächtigkeiten („der gestirnte Himmel über mir und das sittliche Gesetz in mir“) völlig ausreicht, um ein ethisch einwandfreies Leben führen zu können. Ein Gesetzestext, wie die Zehn Gebote des Alten Testaments, existiert in den indoeuropäischen Quellen nicht. Er wäre auch mehr als überflüssig, denn wer die in den Zehn Geboten aufgeführten Forderungen – von den ersten beiden (Eingottglaube und Sabbatheiligung) einmal abgesehen – nicht auch ohne ausdrücklichen göttlichen Erlass verinnerlicht hat, ist für das menschliche Zusammenleben absolut ungeeignet.

Der Begriff der „Sünde“ war den Indoeuropäern unbekannt. Natürlich entschied man auch hier sehr wohl nach guten und schlechten, ehrenhaften und unehrenhaften Taten. Im Gegensatz zur „Sünde“ aber (von der man sich durch Reue oder Beichte reinigen kann, bei der man sich auch immer mit den Versuchungskünsten des „Teufels“ herausreden kann), ist das bei unehrenhaftem Tun nicht ganz so einfach. Hier ist man absolut selbst für seine Taten und deren Wiedergutmachung verantwortlich. Keine Gottheit bietet hier „Vergebung“ an.

Entscheidend ist nun, dass auch die Götter diesem Gesetz unterworfen sind, denn die Götter der indeoeuropäischen Religionen sind weder allwissend noch allmächtig, und auch nicht unsterblich. Auch sie haben „menschliche“ Fehler und laden Schuld auf sich. Das finden wir bei den indischen Gottheiten genauso, wie bei den griechischen und germanischen. Sie haben die Welt ja auch nicht aus dem Nichts geschaffen, sondern entstanden erst danach und ordneten die Welt nur aus dem schon reichlich vorhandenen Baustoff des Urriesen und sonstiger Materie. Und natürlich verehren die altindischen Götter dieses höchste und weit über ihnen stehende Weltprinzip ebenfalls und opfern ihm auch.

Dieses Detail scheint auf den ersten Blick in den germanischen Quellen unbekannt zu sein, denn in der Sekundärliteratur wird auf diesen Aspekt nie eingegangen. Und doch gibt es drei bisher unbeachtete Stellen, die tatsächlich einen Hinweis darauf liefern könnten.

In der Völuspa wird berichtet, dass die Asen als eine ihrer ersten Taten „Heiligtum und Altar“ errichten. Aber für wen? Menschen, die hier die Asen verehren könnten, sind noch nicht erschaffen. Zudem wird das Heiligtum in Asgard, also dem Reich der Götter, errichtet. Dass die Götter sich hier in Zeremonien selbst verehren und Opfer bringen, kann man wohl ausschließen. Wenn diese Stelle nicht ein „geistiges Versehen“ des Dichters ist, was man in dem so ungemein kunstvoll komponierten Gedicht aber ausschließen kann, ist das tatsächlich ein Hinweis darauf, dass sich auch die germanischen Götter einer höheren Macht verpflichtet fühlten.

Die zweite Stelle befindet sich im Hyndla-Lied, wo direkt in der ersten Strophe ebenfalls auf ein ganz bestimmtes „Heiligtum“ in Asgard Bezug genommen wird. Hier ist der Zusammenhang der, dass Freyja die Riesin Hyndla zum Mitkommen nach Asgard bewegen will. Da Riesen dort aber nicht willkommen sind, erwähnt sie dieses Heiligtum als „sicheren“ Ort für die Riesin, denn wie auch in allen anderen Kulturen galten Heiligtümer als ein Ort der Zuflucht, vor dem der Arm des Gesetzes (hier die Furcht vor dem Riesentöter Thor) Halt machen musste, wie wir es auch heute noch vom christlichen Kirchenasyl her kennen.

Die dritte Stelle findet sich in Snorris Edda, und dort erfahren wir genau dasselbe. Zu Beginn des Textes wird als Motiv für die Reise König Gylfis zu den Göttern ausdrückliches folgendes genannt:

„Er [Gylfi] wunderte sich sehr darüber, dass die Asen so beschlagen waren. Er überlegte, ob das von ihrer eigenen Natur herrühre, oder ob ihre Götter daran schuld seien, denen sie opferten“.

Was in der Völuspa und dem Hyndla-Lied nur angedeutet ist, finden wir hier von Snorri unmissverständlich ausgesprochen. Und da diese identische Information aus drei sehr unterschiedlichen und nicht voneinander abhängigen Quellen kommt, darf man ihr folgenden allgemeinen Wert zubilligen: Es gab eine Macht über den Asen, denen auch sie opferten. Und wir finden im Altnordischen auch ein Wort, das bis ins letzte dem aus indischen Zusammenhängen bekannten Urgesetz entspricht: „Ørl?g“. Das wird zwar in vielen Texten als „Schicksal“ übersetzt, ganz wörtlich aber heißt es „Urgesetz“ (im althochdeutschen „urlag“). Auch die römisch-griechischen Götter kennen dieses obere Prinzip, das dort ebenfalls als „Schicksal“ (fatum) bezeichnet wird.

Trotz der inhaltlich ganz genauen Entsprechung des Wortes „Ørl?g“ ist dieses im Altnordischen aber mehr mit dem persönlichen Schicksal des einzelnen Menschen verbunden (und scheint sogar einige Parallelen zum Begriff des Karma aufzuweisen!). Für das über allem waltende Schicksal gab es aber noch weitere Begriffe.

Da ist zunächst das altnordische Wort „mj?tuðr“ (altsächsisch „metud“). Das ist mit unserem Wort „messen“ verwandt und bezeichnet die „zumessende“, also schicksalbestimmende Macht. Das Leben als Ganzes wird nicht als ein von den Göttern bestimmtes, sondern als von einer inneren Gesetzmäßigkeit gelenktes Los gedacht. Die germanische Vorstellung sah darin also eine gleichsam äußere wie innere Kraft, was sich durch die Verbindung dieser Kraft mit Bestandteilen der eigenen Seele ausdrückt. Begriffe wie „Ørl?g“, „hamingja“ und „fylgja“, die sowohl Teile des eigenen Selbst, aber gleichzeitig davon losgelöste Bestandteile sind, geben davon Zeugnis. Die außerordentlich komplizierte Seelenvorstellung der germanischen Religion, mit denen diese Begriffe zusammenhängen, ist allerdings ein Kapitel für sich, worauf in einem anderen Beitrag gesondert eingegangen werden wird.

Ein weiterer Begriff dieser Schicksalsmacht war „urðr“, althochdeutsch „wurt“, welches wörtlich unserem Begriff „das Gewordene“ entspricht. Dass es solch verschiedene Begriffe für dieses Konzept gibt, legt nahe, dass die Vorstellungen davon sehr viel differenzierter und vielschichtiger gewesen sind, als es uns heute aus den spärlichen Quellen noch ersichtlich werden kann.

Natürlich hat es immer wieder verständliche Versuche gegeben, dieses Prinzip auch mit einer personellen Vorstellung zu verbinden. So entstand die Vorstellung der Schicksalsfrauen, die meist als Dreiheit auftreten: bei den Griechen waren das die Moiren, bei den Römern die Parzen und bei den Germanen die drei Nornen Urd, Verdandi und Skuld. Diese drei Nornen sitzen unter dem Weltenbaum an einer heiligen Quelle und bestimmen von dort das Schicksal. Sie sind wesentlich älter, als die Götter. In der Völuspa werden sie als Töchter der Riesen geschildert (wenn diese Interpretation der drei Riesentöchter als Nornen in Vsp. 8 denn richtig ist!), allerdings genauso bei den Griechen, wo sie Töchter der Nacht sind und ebenfalls den Riesen (Titanen) zugerechnet werden. Gegen die Entscheidungen der Schicksalsfrauen sind auch die Götter machtlos, die Götter sind ihnen sogar genauso unterworfen, wie die Menschen. Selbst Zeus kann lediglich am Ausschlag seiner goldenen Waage erkennen, dass sich das Schicksal seiner Lieblinge (Herakles, Hektor) dem Dunkel zuneigt, so wie auch Odin den Tod seines Lieblingssohnes Baldr zwar voraussehen, aber trotz aller Versuche nicht verhindern kann.

Bei den Germanen scheint die Vorstellung dieser Schicksalsfrauen allerdings eine Vermengung ursprünglich anderer Vorstellungen zu sein. Denn die Nornen galten gleichzeitig als Geburtshelferinnen und erscheinen nicht immer in Form dreier Frauen. Sie waren bei der Geburt jedes Kindes anwesend und bestimmten ihm Gutes wie Böses. In dieser Form treten sie noch gut erkennbar zu Beginn des Märchens von Dornröschen auf. Ihre Funktion überschneidet sich außerdem teilweise mit der der Walküren, die ja auch über Leben und Tod entscheiden, und der Nornenname Skuld ist auch als Walkürenname belegt. Weiterhin dürfte es eine Verwandtschaft zu den aus dem keltisch-germanischen Grenzgebiet bekannten Matronen geben, die ja auch stets in Form einer Dreiheit verehrt wurden. Auch die Disen (dísir), im Altnordischen ein nicht ganz klarer Begriff für weibliche Schutz- und/oder Fruchtbarkeitsgottheiten, dürften dieser Kategorie von Wesenheiten angehört haben.

Die altnordischen Disen (und deutschen Idisen, wie sie noch im Ersten Merseburger Zauberspruch auftreten) haben übrigens ihre genaue sprachliche und inhaltliche Entsprechung in den indischen „Dhisanas“, die uns nicht nur ebenfalls als „Reichtum erzeugend, Gaben und Güter verteilend, beglückend“, beschrieben werden, sondern genau wie die Matronen auch in Form einer weiblichen Dreiheit verehrt werden.

Aber zurück zu unserem eigentlichen Thema: Wenn man dieses besagte Urgesetz, den Urgrund aller Dinge, nun personifiziert, wie es zeitweise auch in der indischen Tradition ansatzweise passiert ist (nämlich dadurch, dass das unpersönliche Brahma-Prinzip zu einem Gott wurde, aber auch in der Gestalt Vishnus), ist man gar nicht mehr so weit von der Gottesvorstellung entfernt, wie sie von Christentum, Judentum und Islam vetreten wird.

Es ist nämlich ein grundlegender Irrtum, der bis heute von christlicher Seite besteht, die Wesensart der indoeuropäischen Götter mit der ihres einzigen Gottes gleichzusetzen und darin einen unauflöslichen Gegensatz zwischen Monotheismus (Eingottglaube) und Polytheismus (Vielgottglaube) zu sehen. Schließlich haben auch die Christen, Juden und Muslime genaue Entsprechungen zu den indoeuropäischen Göttern: die große Zahl von Engeln, Erzengeln und anderen himmlischen Heerscharen mit genauer Abstufung ihrer Kompetenzen. In älterer christlicher Zeit war diese „Angelogie“ sogar eine ganz eigene theologische Spezialdisziplin. Im Katholizismus kommt noch die gewichtige Schar der Schutzheiligen hinzu. Und deren Funktionen entsprechen auch sehr viel mehr z.B. denen der indischen bzw. germanischen Gottheiten. Das Fehlen dieser simplen Erkenntnis hat dem Dialog der Religionen oft völlig unnötige Grenzen vorgeschoben, die allerdings stets von Seiten der monotheistischen Religionen aufgebaut wurden. Natürlich ebnet diese Erkenntnis keineswegs die weiteren (sehr erheblichen) Unterschiede ein, aber sie hätte zumindest die grundsätzliche Verständigung etwas erleichtert.

Dennoch gibt es auch bei der Erkenntnis dieser Zusammenhänge einen unüberbrückbaren Gegensatz. Das indoeuropäische „Urgesetz“ ähnelt eher einem unveränderlichen Naturgesetz. Sein Wirken ist unabhängig davon, ob man daran glaubt oder nicht, genauso, wie es z.B. der Schwerkraft völlig egal ist, ob man an sie glaubt (deren Wirken bekommen „Ungläubige“ genauso zu spüren, nur meistens etwas schmerzhafter). Im Gegensatz dazu muss die Vorstellung von nur einem einzigen und allmächtigen Gott zu dem Glauben führen, dass jede natürliche Ordnung der Dinge gerade durch die Allmacht dieses Gottes jederzeit wieder durchbrochen und rückgängig gemacht werden kann (oder wenigstens könnte).

Das Problem dabei ist, dass zwischen dem monotheistischen Gott auf der einen Seite und seiner Schöpfung (= Welt, Pflanzen, Tiere, Menschen) auf der anderen Seite eine unüberbrückbare Kluft besteht. Gott und Schöpfung sind von unvereinbarer Unterschiedlichkeit, was in den indoeuropäischen Religionen gerade nicht der Fall ist. Dort sind Menschen, Tiere, Gottheiten, ewiges Weltgesetz und Schöpfung untrennbar miteinander verbunden, da ja auch die Gottheiten selbst Teil der Schöpfung sind. Fairerweise muss man aber zugeben, dass heute auch die meisten Christen Probleme mit der Ferne dieser biblischen Gottesvorstellung haben und viele sich in einem Prozess ökologischer Bewusstseinswerdung und Einsicht dem „heidnischen“ Gottesverständnis annähern, ohne dass ihnen aber bewusst würde, wie radikal sie sich dabei von den Grundlagen des christlichen (und hier vor allem evangelischen) Gottesbildes entfernen.

Die monotheistische Doktrin, dass Gott gleichermaßen allmächtig, wie auch die Verkörperung reinster Liebe ist, hat denn auch zu dem Grundproblem der Christen schlechthin geführt: Wie ist es nämlich dann zu erklären, dass diese Welt so unvollkommen ist? Warum gibt es so viel Leid und Unglück, das vorzugsweise über „Unschuldige“ hereinbricht, wenn dieser allmächtige und liebevolle Gott doch mit einem winzigen Willensakt das Paradies auf Erden verwirklichen könnte?

Auf die Beantwortung dieser Frage (die man mit dem Fachbegriff „Theodizee-Problem“ bezeichnet) ist von christlicher Seite seit nun fast 2000 Jahren großer Scharfsinn verwandt worden, ohne dass man eine befriedigende Antwort gefunden hätte. Schon daraus wird deutlich, dass die Gottesvorstellung christlicher Prägung in sich unstimmig ist und nicht befriedigen kann. Ein scheinbar genialer Schachzug bestand darin, dass man zur Erklärung dieses Problems den Teufel als Verkörperung des „Bösen“ schlechthin erfand. Dieser heute nur noch bei christlichen Fundamentalisten populäre Kinderschreck löst das Problem aber auch nicht, da er Gott ja unterlegen ist. Auch alle anderen Erklärungsversuche laufen ins Leere und beschränken sich letztlich auf die resignierende Feststellung, dass Gottes Wege unergründlich seien.

Nun gibt es natürlich auch in den indoeuropäischen Religionen Kräfte, die den Göttern feindlich gegenüberstehen. Im Indischen gibt es unzählige Dämonen, mit denen die Götter in ständigem Kampf liegen, und auch in der germanischen und griechischen Religion gibt es die Riesen, auch sie auf gewisse Art Gegner der Götter. Diese Riesen aber haben wenig gemeinsam mit jenen dummen und tolpatschigen Gestalten, wie wir sie aus den Volksmärchen kennen. Die Riesen der Edda sind im Gegenteil äußerst schillernde Gestalten, uralt und mächtig, sehr zauberkundig und von großem Wissen. Die Götter stammen ja überhaupt erst von ihnen ab, und später finden wir sogar Ehen zwischen Göttern und Riesinnen.

Die Gefährlichkeit, die diesen Riesen eigen ist und gegen die Thor fortgesetzt kämpft, liegt eben nun gerade nicht darin, dass sie das Prinzip des „Bösen“ verkörpern, wie der christliche Teufel. Sie sind vielmehr ein gelungenes Bild für die gefährliche Seite der Natur. Auch im modernen Sinn sehen wir jene Seite der Natur, wie sie durch Flut- und Wetterkatastrophen, Erdbeben, Vulkanausbrüche usw. repräsentiert wird, zwar als gefährlich, aber nicht als „böse“, sondern eben auch als „natürlich“ an. Einen heutigen Naturbegriff, der sich ausschließlich auf die schöne, romantische, harmonische und idyllische Seite der Natur beschränkt, kannte man früher nicht. Es gibt im Germanischen auch kein Wort, das unserem Begriff „Natur“ entsprechen würde, denn allein diese Wortbildung würde eine grundsätzliche Abgrenzung des Menschen von der Natur bedeuten, ein Konzept, das sich erst in der Neuzeit entwickeln konnte. Insofern ist auch die oft zu findende pauschale Behauptung, die Germanen hätten „die Natur verehrt“, historisch gesehen Unsinn oder zumindest grob missverständlich. Natürlich sah man in einzelnen Manifestationen der Natur auch das Göttliche, eine allgemeine Verehrung der Natur als solche aber ist schon deshalb undenkbar, weil die Natur gerade früher höchst lebensbedrohlich für die Menschen war. Jeder Winter war eine Sache auf Leben und Tod, jede Wetterkatastrophe und Überschwemmung bedeutete wegen der daraus folgenden Missernte das sichere Todesurteil für viele Menschen. Jeder Gang in den Wald konnte in einer tödlichen Begegnung mit damals noch existierenden Tierarten enden (Bär, Wolf, Wisent, Auerochse).

Entscheidend aber ist nun, dass das Leid in der Welt – und dabei vor allem das durch Menschen verursachte – in den indoeuropäischen Religionen keiner Erklärung durch göttliche Mächte bedarf. In einer erstaunlich modernen Weise ist dort die Tatsache menschlicher Unzulänglichkeiten wie Habgier, Neid, Dummheit und Kleingeistigkeit als Erklärung völlig ausreichend. Man muss die Schuld nicht auf die Götter oder auf einen Teufel schieben. Insofern ist auch die in christlichem Zusammenhang oft gestellte Frage, warum z.B ein Unglück ausgerechnet einen Menschen trifft, der es unserer Meinung nach nicht „verdient“ hat, während ein anderer, der es „verdient“ hätte, ungeschoren davonkommt, sehr viel weniger relevant. Sie stellt sich im Grunde gar nicht. Der griechische Dichter Aischylos hat die Essenz der menschlichen Existenz in der Erkenntnis zusammengefasst: „Wer handelt, der leidet“.

Zu einem Problem konnte diese Frage allerdings erst in einer modernen Gesellschaft werden, die den Tod aus ihrem Bewusstsein verdrängt hat, was Hand in Hand mit einer schleichenden „Entreligionisierung“ einherging, die z.B. in Frankreich schon Mitte des 18. Jahrhunderts einsetzte. Die sehr pointierte Formulierung „Alle wollen in den Himmel, aber niemand will sterben“, ist nicht wirklich auf das Christentum zu beziehen, sondern nur auf seine spießbürgerliche Fratze der Neuzeit, die sich oft genug auf reine Fassade beschränkt. Dass der Tod lediglich das Tor zu einer anderen, neuen und interessanten Welt war, daran „glaubte“ man früher nicht, sondern das wusste man. Bezeichnend ist ja auch, dass man heute bei der Geburt eines Kindes nicht die geringsten Gedanken darauf verschwendet, woher dessen Seele denn kommt, während man sich in furchtsamer Spekulation (oder meistens Verdrängung) darüber ergeht, wo die Seele nach dem Leben wieder hingeht.

Natürlich finden wir auch in der altnordischen Literatur Beispiele dafür, dass Menschen auf Grund von schlimmen Schicksalsschlägen mit den Göttern hadern, ja sogar vom Glauben abfallen. Das ist nur allzu menschlich. Und auch hier findet sich die Erklärung, dass uns die langfristigen Pläne der Götter verhüllt bleiben. Nur hat von diesen Göttern ja auch niemals jemand behauptet, sie seien allmächtig, fehlerfrei und bestünden aus reiner Liebe den Menschen gegenüber. Und erst recht geht nicht „jedes Blatt, das vom Baume fällt“ auf einen direkten Willensakt der Götter zurück, so wie es in der Bibel von Jahwe, dem christlichen Gott, gesagt werden muss, weil neben ihm ja keine anderen Kräfte existieren dürfen. Bei aller Erhabenheit, die das christliche Gotteskonzept natürlich auch hat, stellt es in Hinsicht auf Welterklärungsmöglichkeiten aber eine Verarmung dar, die in scharfem Gegensatz zu den alten vorchristlichen Konzepten steht. Die nämlich sind gerade vor dem heutigen Hintergrund einer modernen, pluralistischen Gesellschaft und Weltentwicklung sehr viel überzeugender und stimmiger.

Der Weltenbaum

Ein weiteres und sehr schönes kosmologisches Bild ist ebenfalls weit außerhalb des germanischen Kulturraumes nachweisbar, das Bild des gewaltigen Weltenbaumes, der die gesamte Schöpfung durchzieht, die verschiedenen Welten der Gottheiten, Menschen und anderer Wesenheiten miteinander verbindet und Stütze und zentrale Achse der Welt ist. In den altnordischen Quellen wird er gemeinhin Yggdrasill genannt, er scheint aber auch andere Namen gehabt zu haben (Læráðr, Hoddmímir). Am Fuß des Baumes findet sich der Schicksalsbrunnen (und weitere Quellen mythologischer Flüsse und Gewässer).

Dort sitzen und wirken auch die Nornen. Von dem Baum tröpfelt konstant eine lebensspendende Flüssigkeit herab, und auch einige mythologische Tiere sind mit dem Baum verbunden. In dem Astwerk leben vier Hirsche, an der Spitze sitzt ein Adler, der wiederum einen Habicht trägt, und an den Wurzeln nagen verschiedene Schlangen, unter ihnen auch der Drache Niðh?ggr, den wir aus der Völuspa kennen. Das Eichhörnchen Ratat?skr („Rattenzahn“) läuft als kleiner Intrigant den Stamm hinauf und hinab und stiftet Unfrieden zwischen dem Adler und dem Drachen, indem es jedem von beiden Unwahrheiten über den anderen erzählt.

Auch im Iranischen und Indischen haben wir den Weltenbaum. Im Iranischen wird er „Baum des Adlers“ genannt, weil in seiner Krone der Sonnenvogel sitzt. Zu seinen Füßen entspringt die Wunderquelle Ardwi Sura. Die Hirsche gehören dort ebenfalls zu dem Bild, wie uns aus iranischen Bilddarstellungen bekannt ist.

Die indischen Quellen geben uns auch besseren Aufschluss über die Art der lebensspendenden Flüssigkeit, die von dem Baum tropft. Man ahnt es schon: es handelt sich um „madhu“, das indische Wort für Met, der ja als kultischer Rauschtrank auch beim Opfer eine besondere Bedeutung hatte. Andere indische Quellen bezeichnen den Baum als „somaträufelnd“ („somasavana“). Soma war die heiligste Kultdroge der altindischen Quellen, und wir wissen bis heute nicht genau, woraus sie bestanden hat.

Bei den Griechen war der Weltenbaum unter dem Namen „Baum der Hesperiden“ bekannt. Auch zu seinen Füßen finden wir das lebensspendende Wasser, und um seinen unteren Stamm ringelt sich eine Schlange. Der Baum wird im Griechischen auch „Spindel der Notwendigkeit“ genannt, denn an seinem Fuße sitzen ebenfalls die drei Moiren und spinnen das Geflecht des Schicksals. Sogar das Eichhörnchen scheint auch hier dazuzugehören, denn sowohl griechische wie auch indische Traditionen kennen den Streit zwischen dem Adler in der Spitze des Baumes und der Schlange an seinem Fuß. Noch in der Spätantike findet sich der Nachhall dieser alten Vorstellung in einer Fabel des Phaedrus, wo es eine Katze ist, die zwischen Adler und Wildschwein Feindschaft stiftet, die auf demselben Baum wohnen.

Die altnordische Bezeichnung Yggdrasill für den Weltenbaum hat einige Rätsel aufgeworfen. Wörtlich übersetzt heißt das „Pferd des Ygg(r)“, wobei Yggr (der Schreckliche) ein belegter Beiname Odins ist. Dafür müsste man aber die nicht belegte Urform „Yggsdrasill“ annehmen. Erklärt wurde diese Bedeutung mit dem Selbstopfer Odins, bei dem er „neun Tage am Baum hing“. Der Baum hätte dann deshalb die bildhafte Umschreibung „Pferd“, weil auch der Galgen als „Pferd des Gehängten“ bezeichnet wurde. Nun gibt es allerdings auch noch die Form „askr Yggdrasills“ was wörtlich „Esche des Pferdes von Ygg“ bedeuten würde.

Ein wenig Licht auf dieses Rätsel könnte der indische Name des Weltenbaums werfen, der „asvatta“ (Pferdestätte) lautet. Dort finden wir nämlich die Vorstellung, dass an den obersten Teil des Weltenbaums die Sterne genauso angebunden sind, „wie Rosse an einen Pfahl“. Eine sehr poetische Vorstellung. Und deshalb kreisen die Sterne auch um seine Spitze (den Polarstern). Wenn wir diese Vorstellung auch für die germanische Welt für möglich halten, wogegen nichts spricht, wäre das eine bessere Ursprungserklärung für den Namen des Baumes, als es der Hinweis auf das Selbstopfer Odins wäre.

Ob es sich in allgemein-germanischer Vorstellung bei dem Baum tatsächlich um eine Esche handelte, ist eher fraglich. Diese Bezeichnung taucht nur in isländischen Quellen auf. Isländische Texte sind aber bis in jüngere Zeit dafür bekannt, dass Baumnamen dort häufig verwechselt werden, was ganz einfach daran liegt, dass es auf Island kaum Bäume gibt, wodurch sich das genaue Wissen um Baumarten dort teilweise verloren hatte. Die Bezeichnung „immergrün“, sowie die Beschreibung des heiligen Kultbaumes bei dem Tempel von Uppsala als Nadelbaum, hat etliche Forscher zu der Annahme gebracht, dass man sich den Weltenbaum ursprünglich als Eibe gedacht hat, deren kultische Bedeutung auch in vielen anderen Zusammenhängen belegt ist. Auch den Namen Yggdrasill hat man aus den ur-indoeuropäischen Wörtern *igwja (Eibe) und *dher- (stützen) als „Eibensäule“ zu deuten versucht.

Die Gottheiten

So wie das maßgebliche Göttergeschlecht der Germanen Aesir (Asen) genannt wurde, hat das Sanskrit für göttliche Wesenheiten schlechthin die Sammelbezeichnung Asura. Auch hier haben wir also noch genau dasselbe Wort.

Unter den Gottheiten selbst haben wir nun die augenfälligste Übereinstimmung zwischen dem in den indischen Veden maßgeblichen Gott Indra und dem skandinavischen Thor. Die Parallelen erstrecken sich bis in die kleinsten Details: Beide sind von riesenhafter Stärke, und ihre wichtigste Tätigkeit ist der Schutz und die Verteidigung der Welt gegen Trolle, Dämonen und Ungeheuer. Beider Hauptfeind ist eine drachenartige Schlange (bei Indra Vritra, bei Thor die Midgardschlange), beide Monstren sind an das Element Wasser gebunden. Beide Götter sind außerordentlich beachtliche Esser und Trinker, beide sind Wagenfahrer, sie tragen einen roten Bart, den sie schütteln, wenn sie in Zorn geraten, und sie befinden sich in ausgesprochenem Gegensatz zu den göttlichen Vertretern der geistigen Fähigkeiten und des Zaubers (in der Edda Odin, im Veda Varuna). Beide kämpfen mit einer Blitzwaffe, die von zauberkundigen Wesen geschmiedet wurde, und die nach Gebrauch in die Hände des Werfers zurückkehrt (genauso wie der Wurfstein des irischen Gottes Dagda). Natürlich ist auch der griechische Blitzeschleuderer Zeus niemand anderes, als eben genau derselbe Gott.

Der andere germanische Hochgott Wodan/Odin hat eine recht wechselvolle innergermanische Geschichte durchlaufen, deshalb ist eine klare Parallele mit den indischen Quellen nicht ganz so einfach herzustellen, sie verteilt sich dort nämlich auf zwei Götter.

Was die Äußerlichkeiten angeht, hat er seine beste Entsprechung in dem indischen Gott Rudra. Dessen Name bedeutet „der Schreckliche, Furchtbare“, und genau diese Bedeutung hat auch Odins Beiname „Yggr“. Sie teilen einen weiteren Beinamen, den des „Lärmers“ („Ómi“ bei Odin, „uccairghosa“ bei Rudra). Beide lieben es, ihre Gestalt zu wechseln, und wie Odin hat auch Rudra nur ein Auge. Während Odin dies durch einen tief herabgezogenen Schlapphut verbirgt, trägt Rudra eine tief in die Stirn herabreichende Binde. Rudra wird als „kavi“ bezeichnet, d.h. jemand, der das geheime Zauberwissen besitzt, was auch die wohl maßgeblichste Eigenheit Odins ist. Beider Attribut ist der Speer, der bei Rudra allerdings drei Spitzen hat. Weiterhin ist Rudra Gottheit des „vrata“, des durch ein Gelübde auf diesen Gott eingeschworenen menschlichen Kriegerbundes. Der hat im Indischen sein Gegenstück in den himmlischen „vratas“, die Rudra in seinen mythologischen Kämpfen zur Seite stehen. Das ist eine weitere und ganz auffällige Übereinstimmung mit Wodan/Odin, der ebenfalls Herr der irdischen Kriegerbünde, sowie der himmlischen „einherjar“ in Valhall ist.

Der zweite indische Gott, mit dem Odin verglichen werden kann, ist Varuna. Der bildet in Indien zusammen mit Mithra ein Herrscherpaar, wobei der eine die weltlich-rechtliche, der andere die magisch-sakrale Seite des Königtums repräsentiert. Dem Mithra würde bei den Germanen dann Tyr/Teiwaz entsprechen, dessen Rolle aber in der altnordischen Literatur schon sehr verblasst ist. Denn zur Zeit der altisländischen Quellen ist Odin unangefochtener Götterkönig.

Nun haben wir in den skandinavischen Quellen aber zwei sehr seltsame und schon damals wohl nicht mehr richtig verstandene Mythenfragmente, in denen es um eine zeitweilige Abwesenheit Odins geht. Die Umstände sind recht turbulent, aber der Kern der Geschichte ist, dass Odin seine Stellung auf bestimmte Zeit einem gewissen Mithotyn überlassen muss, der uns schon vom Namen her auffällig an den indischen Mithra erinnert. In der zweiten Version wird er von einem Ollerus vertreten, hinter dem man wohl Ullr vermuten darf. Es könnte sein, dass hier eine uralte Erinnerung an das zweigeteilte Herrscheramt durchschimmert, vor allem, da ja auch in Ullr eine früher weitaus prominentere Himmelsgottheit vermutet wird.

In allen indoeuropäischen Kulturen hat der Name des alten und ursprünglichen Himmelsgottes überlebt. Der muss ursprünglich ungefähr „Dyaus“ gelautet haben, was einfach nur „Himmel“ bedeutet hat. Daraus aber wurde schnell der „Dyaus pitar“ der „Himmelsvater“. Dieses Wort hat sich zu folgenden Varianten gewandelt: im Griechischen zu „Zeus pitar“ (Vater Zeus), im Römischen zu „Dispiter“ (daraus später: „Iuppiter“), im Germanischen zu „Teiwaz“, im Baltischen zu „Dievs“ und im Indischen zu „Deva“. Interessant ist, dass schon früh damit nicht mehr nur ein bestimmter Gott verbunden war, sondern dass das Wort zu einem allgemeinen Begriff für „Gott/Götter“ schlechthin wurde, so im lateinischen „deus“, im griechischen „theos“, im baltischen „dievs“, im indischen „deva“ und im altnordischen „tiv“ (Plural: „tivar“), wobei der eigentliche Gott Teiwaz parallel dazu als Tyr weiterexistierte. Und heute ist es so, dass der Name des uralten indoeuropäischen Himmelsgottes im Baltischen als „Dievs“, im Französischen als „Dieu“ und im italienischen und spanischen „Dio“ auf eine sehr viel jüngere Gottheit übertragen worden ist, deren eigentlicher Eigenname „Jahwe“ lautet.

Der Konflikt zwischen Asen und Wanen

In den germanischen Quellen taucht außer den Asen noch ein weiteres Göttergeschlecht auf, von dem völlig unklar bleibt, woher es stammt: die Wanen. Nach Ordnung der Welt durch die Asengötter kommt es zu einem Konflikt dieser beiden Götterfamilien, der in einen Krieg mündet, durch den die Asen zu anschließendem Friedensschluss und Verbrüderung gezwungen werden. Die Hinweise darauf sind in den Quellen aber so vage und lückenhaft, dass man aus den Hintergründen nicht recht klug wird.

Lange glaubte man, darin die historische Erinnerung an den Aufeinanderprall der eindringenden Indo-Europäer und den einheimischen Ackerbaugesellschaften Norddeutschlands zu sehen, wo eben auch zwei unterschiedliche Religionen und somit Gottheiten aufeinandertrafen, die bäuerlich-bodenständige Familie der wanischen Fruchtbarkeitsgötter und die eher kriegerische Familie der Asen, die dann zu einer neuen Gesellschaft und Religion verschmolzen sind.

Diese Erklärung ist faszinierend und auch heute noch in vielen Büchern zu lesen. Aber sie ist deshalb problematisch, weil die Spuren dieses Konfliktes nicht nur in den germanischen, sondern auch in den indischen und römischen Quellen auftauchen. Wenn die Interpretation dieser parallelen Quellen richtig ist, kann es sich also nicht um die Erinnerung an historische Vorgänge handeln, die in Nordeuropa stattgefunden haben.

In den Quellen der Edda präsentiert sich der Mythos so, dass die Wanen eine Frau zu den Asen schicken, Gullveig, die man als Verkörperung der Goldsucht ansehen darf. Als Odin die Gefahr bemerkt, versucht er sie zu töten, sie aber kehrt stets wieder zum Leben zurück und treibt es unter dem Namen Heid noch ärger. Wegen der versuchten Tötung Gullveigs durch die Asen verlangen die Wanen aber eine Entschädigung, es kommt zur kriegerischen Konfontation, bei dem sich die Wanen als stärkere Partei erweisen und die Asen zu einem Friedensschluss gezwungen werden, so dass Schlimmeres verhütet wird. Die Wanen werden als gleichberechtigte Gottheiten aufgenommen, während Götter der jeweils einen Gruppe in die andere überwechseln.

Diese Erzählung hat nun eine sehr augenfällige Parallele zu dem römischen Mythos vom Raub der Sabinerinnen. Auch dort ist ein Krieg die Vorbedingung dazu, dass Römer und Sabiner einen staatlichen Zusammenschluss bilden. Auch dort wird im letzten Moment vermittelt, so dass der eigentlich drohende Krieg abgewendet wird. Lange hat man diese Erzählung für eine rein historische Erinnerung gehalten, erst in den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts dämmerte dem französischen Indogermanisten George Dumézil die Erkenntnis, dass es sich hierbei um einen Mythos handelt, eine Erkenntnis, die heute weitgehend akzeptiert ist.

In der indischen Variante sind es die Asvins (auch Nasatyas genannt), Fruchtbarkeitsgottheiten, die erst zu dem Somagelage der Götter zugelassen wurden, nachdem Indra sich gegen seinen Willen dazu gezwungen sieht. Die Übereinstimmungen gehen soweit, dass auch in den letztgenannten Varianten eine Art von Gullveig-Gestalt auftritt: bei den Römern die vom Sabinergold geblendete Vestalin Tarpeia und in Indien Mada, die die Macht der Trunkenheit symbolisiert.

Wie ist dieser Götterkonflikt nun religionshistorisch einzuschätzen? Der Mythos ist zu lückenhaft, um endgültige Klarheit zu gewinnen. Es spricht insgesamt aber mehr dafür, dass hier das Schichtenmodell der indo-europäischen Gesellschaft selbst Pate gestanden hat und nicht die Verschmelzung der Indo-Europäer mit einer gänzlich anderen Kultur. Es ist nämlich bezeichnend, dass in allen Varianten nicht die Darstellung des Krieges die Hauptsache ist, sondern ganz im Gegenteil der Friedensschluss. Der mythische Krieg, der ja gar nicht erst wirklich ausbricht, ist nur eine erzählerisch nötige Vorbedingung des Vertrages, auf dem die Gesellschaftsform selbst beruht. In diesem Fall wäre der Mythos sehr viel älter, als man bisher anzunehmen wagte. Auch in historischer skandinavischer Zeit schimmert noch die grundsätzlich unterschiedliche Verehrung der beiden Götterfamilien in unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen durch. Und es mag schon immer so gewesen sein, dass es die Bauern eher zu den Vanen, Krieger und Adel eher zu den Asen hingezogen hat. Bindeglieder und Mischformen aber waren stets möglich, wie gerade die starke Stellung Thors als typischer Bauerngott zeigt.

Die indischen Asvins sollen hier aber noch etwas näher beleuchtet werden, da sie uns möglicherweise bei einigen Rätseln der germanischen Religion weiterhelfen können. Die Asvins werden als Zwillinge gedacht, und ihr Name bedeutet „Pferdeleute“. Ihre Funktionen sind mannigfaltig, aber sie sind in erster Linie friedfertige Schutzgottheiten. Sie heilen Krankheiten und stehen für die ewige Jugend. Sie werden bei der Hochzeit angerufen, um der Braut Fruchtbarkeit zu verleihen. Diese Fruchtbarkeitseigenschaften haben sie im Indischen sehr mit den Elementen der Natur verschmelzen lassen. Als ihr Aufenthaltsort werden abwechselnd Erde, Wasser, Luft oder das „Himmelsmeer“ genannt. Sie sind die Kinder des Himmels(gottes) und sind beide mit einer gemeinsamen Frau verheiratet, der Tochter der Sonne, die gleichzeitig ihre Schwester ist. Wir sehen nun, wie auffällig diese Asvins den germanischen Wanen entsprechen. Nicht nur in ihren unkriegerischen Schutzfunktionen, sondern auch in dem Detail der Geschwisterehe, was ebenfalls den germanischen Wanen nachgesagt wird.

Dasselbe Motiv finden wir in der baltischen Mythologie, wo die „Dieva deli“, die beiden Himmelssöhne, mit einer „Saules meita“ (Sonnenmädchen) verheiratet waren, die ebenfalls ihre Schwester gewesen sein muss, da der Himmelsgott Dievs die Sonne („Saule“) zur Frau hatte.

Dieses göttliche Zwillingspaar taucht in den indeuropäischen Mythen wiederholt auf, meistens mit einer weiblichen Gestalt verbunden und mit ganz deutlichen Hinweisen auf ihr pferdegestaltiges Wesen. Im Griechischen sind das die sogenannten Dioskuren („Zeussöhne“) Kastor und Polydeukes (römisch: Castor und Pollux), die ebenfalls eng mit ihrer Schwester Helena verbunden sind. Zumindest Kastor hat ebenfalls eine Beziehung zum Pferd, denn er gilt vor allem als geschickter Rossbändiger. Andere Hinweise aber deuten darauf hin, dass man sich auch die griechischen Dioskuren insgesamt als pferdegestaltig vorstellte.

Nun aber zur möglichen Verbindung der indischen „Pferdezwillinge“ mit der germanischen Religion. Tacitus berichtet uns:

„Bei den Naharnavalen wird der Hain eines alten Kultes gezeigt. Den Vorsitz hat ein Priester in Frauenkleidung. Die Götter nennt man nach römischer Ausdrucksweise Castor und Pollux, denn sie sind diesen Alcis genannten Göttern an Macht gleich. Sie haben keine Götterbilder und nichts deutet auf den Einfluss fremder Religionen, dennoch werden sie als Brüder, als Jünglinge verehrt“ (Germania 43,3).

Der Name „Alcis“ ist nicht ganz sicher geklärt. Er kann im Germanischen (*Alhiz) einerseits einfach „Schutzgötter“ bedeuten, er kann aber auch mit dem durch Caesar überlieferten Wort „alsces“ (Elche) zusammenhängen, wodurch dann die Interpretation als pferdegestaltiges Brüderpaar naheliegt, zumal sich aus völkerwanderungszeitlichen Bilddarstellungen dieses pferdegestaltige Dioskurenmotiv bei den Germanen sicher nachweisen lässt. Die seltsame Nachricht eines Priesters in „Frauenkleidung“ hat nun deutliche Parallelen zu den vagen Hinweisen, die wir über die tatsächliche Wanenverehrung noch aus skandinavischer Zeit haben. Auch dort gibt es verstreute Hinweise auf „weibisches“ Gebaren der Wanenverehrer. Es ist also gut möglich, dass wir in den Alcis eine frühe Ausprägung des Wanenkultes haben. Ob die noch mit einer ihnen anverheirateten Schwester verbunden waren, weiß Tacitus uns nicht zu berichten. Die aus späterer altnordischer Zeit belegte wanische Geschwisterehe von Freyja und Freyr aber lässt diese Vermutung sehr wohl zu.

Das bringt uns letztlich zu dem Punkt des angeblichen Doppelkönigtums, das uns in den Abstammungsmythen der völkerwanderungszeitlichen Germanen selbst belegt ist. Dabei handelt es sich in allen Fällen um angeblich ursprüngliche Könige, die aber erst in späterer Überlieferung genannt werden. Das finden wir z.B. bei den Vandalen, am markantesten aber bei den Angeln, deren Anführer bei der Übersiedlung nach England ein Paar namens Hengist und Horsa gewesen sein sollen. Beide Namen bedeuten „Pferd“, teilweise werden sie auch als „Hengst“ und „Stute“ gedeutet. Es spricht einiges dafür, dass es sich dabei nicht um historische Häuptlinge gehandelt hat, sondern um die bei germanischen Adelsgeschlechtern übliche Rückführung auf Gottheiten als Stammväter des eigenen Geschlechts. Hinter denen dürften wir in diesem Fall dann genau jene pferdegestaltigen Zwillinge vermuten, die wir von den Naharnavalen als Alcis und aus Indien als Asvins kennen, und die uns noch bis in neueste Zeit von den Giebeln norddeutscher Bauernhäuser entgegenblicken.

Dass die als wanische Gottheiten mit so einem kriegerischen Unternehmen nicht zusammenpassen, ist als Argument nicht sehr schlagkräftig. Denn zum einen mag es sich um die persönlichen Gottheiten der späteren Königsfamilie gehandelt haben, also um eine Rückprojektion bereits friedlicherer Verhältnisse. Zudem sind gerade die Angeln als Nerthus-Verehrer ausdrücklich erwähnt, was gerade bei ihnen eher einen eher wanischen Hauptkult vermuten lässt. Vor allem aber dürfte die strikte Trennung zwischen angeblich friedlichen „matriarchalischen“ Wanen und kriegerischen „patriarchalischen“ Asen eher ein Klischee der heutigen Zeit sein. Vergessen wir nicht, dass die Wanen im Krieg gegen die Asen Sieger blieben und die Asen klein beigeben mussten.

Die Erlangung des Rauschtrankes

Ein bekannter altnordischer Mythos ist die Erlangung des Dichtermets, des heiligen Rauschtrankes Oðr?rir („Ekstase-Aufrührer“). In Snorris Skáldskaparmál (einem Teil der Prosa-Edda) ist es Odin, der es auf den Met abgesehen hat, welcher sich bewacht im Innern eines Berges befindet. Nachdem Odin durch verschiedene Listen in seinen Besitz gelangt ist, verwandelt er sich in einen Adler, und es gelingt ihm die Flucht mit dem Met, auch wenn er von Suttung, dem Wächter des Trankes, hart verfolgt wird und nur knapp sichere Gefilde erreicht.

Im altindischen Rigveda (IV, 27) ist der Rauschtrank (Soma) nicht in, sondern auf einem hohen Berg gefangen. Der personifizierte Soma erzählt hier selbst von seiner Errettung. Ein Falke ist es, der ihn von dem Berg hinwegträgt, und dieser Falke ist niemand anderes als der verwandelte Indra. Der Wächter des Soma bringt den Falken durch Pfeilschüsse noch in höchste Gefahr, aber auch hier glückt die Entführung.

Snorri erzählt, dass der Met in drei Gefäßen aufbewahrt wurde, deren Namen schwer zu deuten sind (was auf ein hohes Alter schließen lässt). Auch das hat seine genaue Entsprechung, wenn in der indischen Mythologie drei Becher erwähnt werden, in denen der Soma für Indra gepresst wird.

Vom griechischen Zeus kennen wir übrigens dieselbe Tat: Auch er entführt in Gestalt eines Adlers den Mundschenk Ganymedes zu den Göttern des Olymp. Hier ist der Rauchtrank bereits ganz personifiziert.

In der altnordischen Variante hat die Entstehung des Dichtermets eine lange Vorgeschichte. Beim Friedensschluss zwischen Asen und Vanen spucken beide Parteien in ein Gefäß, und aus diesem Speichel entsteht das Wesen „Kvasir“, das alle Weisheit der Welt in sich trägt.

Der Name Kvasir ist recht durchsichtig, Noch im heutigen Russischen („kvas“) und Norwegischen („kvase“) bezeichnet er vergorenen Beerensaft. Und die Methode, bei zerkauten Pflanzenteilen durch den Speichel einen Gärprozess anzuregen, findet man bei allen Naturvölkern. Kvasir wird in der Edda später von zwei heimtückischen Zwergen zerstückelt, woraus der göttliche Met entsteht.

Nun müssen wir abermals jenen indischen Mythos erwähnen, in dem es zum Konflikt zwischen den Göttern um Indra und den Asvins kommt. Wir kennen letztere bereits als Fruchtbarkeitsgottheiten, die den Wanen ähnlich sind. Die indischen Götter haben Vorbehalte, sie in ihre Gemeinschaft aufzunehmen.

In der indischen Version kommt den Asvins nun ein mächtiger Weiser zu Hilfe, der ein Wesen namens Mada (Trunkenheit) erschafft (was der nordischen Gullveig und der römischen Tarpeia entspricht), das den gewaltigen „Metvernichter“ Indra letztlich zum Einlenken zwingt. Die Asvins werden in die Götterfamilie aufgenommen. Genau wie in der Edda, wird das Rauschwesen nun in jene Bestandteile zerstückelt, denen nach indischer Auffassung Rauschcharakter zukommt: Trunk, Frauen, Glücksspiel und Jagd. Auch dies eine klare Parallele zu dem germanischen Kvasir.

Nun gibt es noch eine weitere und sehr unterschiedliche indische Variante der Erlangung des Rauschtrankes, die im Rigveda nur aus verstreuten Andeutungen ersichtlich ist (IV, 18,10-12; III 48,1-4; VIII 7,24). Aus diesen kann man herauslesen, dass die Gewinnung des Trankes offenbar damit einhergeht, dass hier ein Gott seinen Vater umbringt. In dieser Variante spielt Indra ebenfalls die Hauptrolle, entscheidend dabei ist aber, dass er dabei aber von einem anderen Hochgott begleitet wird (einmal Vishnu, das andere Mal Trita).

Und diese indische Variante findet dann tatsächlich ihre erstaunlich genaue Entsprechung in einem Lied der älteren Edda. Und erst diese Erkenntnis macht Einzelheiten des Liedes verständlicher. Es handelt sich um das Hymir-Lied.

Als man bei dem Meeresgott Aegir ein Gelage abhalten will, fehlt es an einem geeigneten Kessel für das Getränk. Also zieht Thor in Begleitung von Tyr los, um für d[…Textpassage fehlt…]

Erstaunlich aber ist nun, dass hier der Riese Hymir als Vater von Tyr/Teiwaz genannt ist, was allen anderen Quellen widerspricht. Auch hier geht die Geschichte also mit dem Detail einher, dass der alte Blitzschleuderer bei der Erlangung des Rauschtrankes (und als nichts anderes darf man diese Kesselaktion bewerten) von einem weiteren Hochgott begleitet wird, und dass bei dieser Unternehmung ein Gott seinen Vater tötet. Und gerade diese verblüffende Parellele zum indischen Material macht deutlich, dass hier ein Jahrtausende altes Motiv getreu bewahrt worden ist, auch wenn es im altnordischen Kontext keinen genealogischen Sinn mehr ergibt.

Aber nicht genug damit: Durch diese germanische Version wird nämlich abermals die Brücke zurück zur indischen Mythologie geschlagen, denn eine weitere indische Variante über den Rauschtrank berichtet von der Suche nach einem geeigneten Gefäß, bei dem der Beherrscher der Gewässer (wie der altnordische Aegir) ebenfalls eine wichtige Rolle spielt.

Man sieht, dass die Erlangung des Rauschtrankes ein bei den Indoeuropäeren wohl sehr beliebtes Thema war. Gerade der zahlreichen Variationen wegen aber erstaunen die über Jahrtausende treu bewahrten parallelen Details bei Indern und Germanen.

Ende und Neugeburt der Welt

In den Quellen der Edda wird uns das Ende der Welt recht genau beschrieben. Die Sonne verfinstert sich, ein mehrjähriger Winter bricht herein, die Menschen verlieren Anstand und Moral und es kommt zum sinnlosen Morden aller gegen alle, und in einer gewaltigen zum Himmel lodernden Feuersbrunst geht die Welt unter. Aus allen Richtungen ziehen dämonische Kräfte und Wesen heran und es kommt zu einem letzten Kampf der Götter gegen die zerstörerischen Kräfte des kosmischen Geschehens, bei dem die Götter unterliegen und ebenso sterben, wie alles andere auf der Welt. In düsteren und mächtigen Bildern wird uns das ausgemalt.

In den altrömischen Sibyllinischen Weissagungen finden wir dieses Ende und den Weltenbrand nun mit teilweise identischen Formulierungen beschrieben wie in der Edda. In der römischen Quelle heißt es u.a.:

„Wenn aber einst auf der Erde Erdbeben mit schrecklichem Blitzstrahl gemengt sein wird, flüchtiger Wölfe rasende Wut und Männer-Ermorden […], dann wird des siebenhügeligen Roms gewaltiger Reichtum zugrunde gehen, von stark loderndem Feuer verzehrt und der Flamme des Vulkan. Aber die sämtliche Welt mit all den unzähligen Menschen tötet einander in rasender Wut. Und in der sämtlichen Welt wird es so an Menschen mangeln.“

Aber nach dieser totalen Vernichtung steigt eine neue Erde aus dem Nichts empor. Jene Götter, die schuldlos blieben, werden wiedergeboren. Es ist von einem „Mächtigen“ die Rede, der „von oben“ kommen und alles gut lenken wird. Und auch ein Menschenpaar hat überlebt, indem es sich im Holz des Weltenbaumes versteckt hat. Es wird auch die neue Erde wieder mit Menschen bevölkern. Die mehrfache Überlieferung dieser Tatsache (Völuspa, Vafþruðnismál und Gylfaginning) macht deutlich, dass es sich hierbei nicht nur um eine individuelle Eingebung des Völuspa-Dichters handeln kann.

Auch in den römischen Quellen finden wir das passende Gegenstück:

„Goldene Zeit mit gefahrlosem Frieden wird wiedergeboren. Huldreich kehrt endlich zur Erde zurück, ohne Zeichen der Trauer, Themis [Göttin der Gerschtigkeit, die die Erde aus Trauer über die Ungerechtigkeit der Menschen als letzte verlassen hatte]. Es folgen glückliche Zeiten. Während der Gott hier die Völker regiert, lässt die arge Bellona [Göttin des Krieges] rückwärts die Hände sich binden.“

Über lange Zeit konnte man nicht anders, als dieses Bild für eine direkte Übernahme christlicher Vorstellungen zu halten. Zu ähnlich war die Darstellung den apokalyptischen Bildern aus der Offenbarung des Johannes. Zu offensichtlich schien in „dem Mächtigen von oben“ der christliche Gott durchzuschimmern, der nach dem Untergang des Heidentums zur Herrschaft kam, und zu offensichtlich erinnerte die neue Erde an das Paradies oder das „himmlische Jerusalem“.

Erst seit den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts brachte die Bibelforschung Erkenntnisse zu Tage, die früher nicht einmal gedacht werden durften. Zunehmend wurde klar, dass die Verbreitung dieser Vorstellungen genau umgekehrt verlaufen war. Diese Vorstellungen von einem solchen Ende und Neubeginn entstammen nicht den biblischen Quellen, sondern das Judentum hat sie von den indoeuropäischen Iranern übernommen. Sie sind also indeoeuropäisches Erbe. Bezeichnenderweise tauchen sie auch im gesamten Alten Testament nicht auf, sondern erst in einer extrem späten Zeitphase. Zum objektiven Beleg dafür zwei Zitate von international angesehenen Religionswissenschaftlern:

„Die Frage stellt sich, wie das altisländische Endzeitszenar sowohl mit dem biblischen übereinstimmen kann, als auch offensichtlich mit dem im iranischen und indischen Kulturbereich überlieferten. Die nordischen Vorstellungen zu Schöpfung und Urzeit können dabei beiseite bleiben, da ja nicht ‚christentumsverdächtig‘, aber die folgenden Überlegungen stützen helfen. Die Antwort wird dann lauten müssen: Es ist mit einem indogermanischen (gemeinsamen) Grundstock eschatologischer Vorstellungen, einem indogermanischen Endzeitszenar zu rechnen, die im germanischen und im iranischen (und indischen) Raum unter je bestimmten historischen Bedingungen aktiviert wurden. Im Zuge der engen kulturellen Berührung Israels mit Persien (Palästina war über 200 Jahre lang Teil des Persischen Großreiches) sind dieselben Vorstellungen, ist dieses selbe Szenar auch Bestandteil der jüdischen und später christlichen Apokalyptik geworden. Die Gemeinsamkeiten zwischen nordgermanischer und christlicher Eschatologie ergäben sich dann aus einer gemeinsamen (indogermanischen) Quelle, nicht primär aus christlicher Beeinflussung.“ (Hasenfratz, S. 125 f.)

„Die persische Vorstellung von einem Weltdrama, das mit der Schöpfung beginnt und mit der Vernichtung alles Bösen seinen Abschluss findet, weist eine Reihe von Zügen auf, die vom Judentum übernommen wurden und aus diesem in das Christentum und in den Islam übergegangen sind. Die Juden haben diese Vorstellungen sich zu eigen gemacht, in angemessener Weise umgebildet und ihrem Geschichtsschema eingefügt. Diese kosmische [indogermanische] Eschatologie ist also die Wurzel, aus welcher die Geschichtskonstruktion der westlichen Religionen erwachsen ist.“ (Glasenapp, S. 228 f.)

Vor allem aber sind die indischen Quellen der beste Beweis für den indoeuropäischen Kontext, denn hier finden wir abermals wieder die genauen Parallelen zu den germanischen Quellen. Das Weltende zeichnet sich ebenfalls durch einen Untergang von Moral und Anstand ab. Beim Untergang der Welt erscheint „von oben“ Vishnu („der Mächtige“) auf einem weißen Ross, um jedem Menschen die karmischen Belohnungen oder Strafen für seine Taten zuzuteilen. Und diese Parallele zu dem „Mächtigen, der von oben kommt“ aus der germanischen Völuspa ist nun so augenfällig, dass auch hier der Verdacht auf christlichen Einfluss ziemlich zu schwinden beginnt.

Nun ist die indische Anschauung aber noch viel weitergehender. Sie unterscheidet zwischen dem ständigen Untergang einzelner „Welteneier“ (also Planeten und ihrer Bewohner) und dem endgültigen Untergang des gesamten Kosmos. Aber auch hier kommt es in beiden Fällen zu einer Neugeburt. Man geht von einer ständigen Neuentstehung von Planeten aus, die wiederum Wohnstätte für inkarnierte Seelen bilden. Aber auch nach dem Untergang des gesamten Kosmos erfolgt eine Rückbildung in jene undifferenzierte Urmaterie, wie wir sie am Anfang in Form des „Abgrundes“ kennengelernt haben, die aber nach einer langen Pause völliger Ruhe in einem identischen Schöpfungsprozess einen neuen Kosmos bildet, den neue Götter und Lebewesen bevölkern werden.

Verblüffend ist dabei nicht nur, dass hier in exakt angegebenen Zeiträumen gerechnet wird, die in die Jahrmilliarden gehen und somit den tatsächlichen Gegebenheiten nahekommen, sondern auch, dass diese uralten religiösen Vorstellungen unglaubliche Ähnlichkeiten mit modernsten kosmologischen Modellen der Astronomie aufweisen: Urknall, Expansion des Kosmos, der irgendwann wieder in sich zusammenfällt, was zu einem neuen Urknall mit anschließender Neuentstehung des Kosmos führen wird.

Wenngleich es auf Grund der Quellenlage etwas verwegen wäre, für die germanische Welt ähnlich durchdachte Feinheiten anzunehmen, haben wir doch genug Hinweise auf dasselbe zyklische Weltbild von Werden, Vergehen und Wiedergeburt als ewigem Kreislauf, wie es für alle indoeuropäischen Religionen typisch gewesen zu sein scheint. Dieses zyklische Weltbild steht aber in unvereinbarem Kontrast zu dem linearen Weltbild der monotheistischen Religionen, das von einem einmaligen Anfang der Schöpfung durch Gott zu einem endgültigen Ende aller Dinge verläuft.

Schlussbemerkung

Die hier behandelten Zusammenhänge sind nur die Spitze eines Eisberges. Sie ließen sich beliebig vertiefen und vermehren. Aus Gründen der Übersichtlichkeit ist der Artikel auf die markantesten Beispiele begrenzt worden. Er dürfte aber auch in dieser Form seine Funktion erfüllen, denn die dargestellten Zusammenhänge sind in der Regel nur professionellen Religionswissenschaftlern oder Indogermanisten bekannt. Leider! Das Klischee, dass die vorchristlichen Religionen Europas „primitiv und barbarisch“ gewesen seien, ist immer noch weit verbreitet. Bezeichnenderweise aber macht niemand den noch heute existierenden indoeuropäischen Religionen diesen Vorwurf, sondern die werden gerade ihrer philosophischen Tiefe wegen oft bewundert.

Das bringt uns zu der Frage, welche indoeuropäischen Religionen denn überhaupt noch überlebt haben. In Europa keine, zumindest nicht offiziell. Natürlich hat sich ein unübersehbarer Strom dieses Denkens im Untergrund fortgesetzt. Nicht nur alle Märchen sind voll davon und viele Volksbräuche gehen auf vorchristliche Traditionen zurück, sondern gerade der Katholizismus ist in vielen seiner Dogmen und Ausformungen (die weniger auf jüdische, sondern sehr viel mehr auf spätantike Strömungen zurückgehen) sehr viel heidnischer, als es seinen offiziellen Vetretern (und Kritikern!) recht sein mag. Genau das war ja das entscheidende (und gewissermaßen völlig brechtigte!) Argument des Protestantismus gegen den Katholizismus.

Wie aus dem gesamten Artikel schon deutlich werden sollte, ist Indien mit fast einem Drittel der Weltbevölkerung bis heute eine der tragenden Kräfte indoeuropäischen Religionsverständnisses. Andererseits aber handelt es sich beim heutigen Hinduismus nicht um EINE Religion, sondern der Begriff ist eine Sammelbezeichnung für alle Traditionen des indischen Subkontinents, die in sich teilweise äußerst widersprüchlich sind. Die uralte vedische Schicht der indischen Tradition ist heute durch vielfältige andere Einflüsse überlagert, so dass es falsch wäre, die heutigen religiösen Ausprägungen indischen Denkens aus einer rein indoeuropäische Quelle abzuleiten.

Sehr viel berechtigter aber ist es, eine frühe Weiterentwicklung alt-indischen Denkens als typisch indoeuropäisch anzusehen: den Buddhismus. Der entspringt gänzlich der alten indoeuropäischen Weltsicht, und auch alle Texte des frühen Buddhismus sind in Pali, einer dem Sanskrit sehr ähnlichen, altertümlichen indoeuropäischen Sprache verfasst. Allein schon deshalb muss man ihn zu den indoeuropäischen Religionenen zählen.

Kleine Reste indoeuropäischer Religionen haben im iranischen Kulturbereich überlebt, darunter auch die der kurdischen Yesidi, deren Religion allerdings eine Art Geheimlehre ist, die gegenüber Außenstehenden abgeschirmt wird. Das entspricht bitterer Erfahrung, denn sie werden nicht nur staatlicherseits ihrer kurdischen Identität wegen verfolgt, sondern zusätzlich vor allem von den anderen (muslimischen) Kurden als „Götzenanbeter“ diskriminiert.

Eine weitere iranische Religionsgemeinschaft sind die Parsen. Dabei handelt es sich um die alt-iranische Religion schlechthin, wie sie vor der Islamisierung des Landes Staatsreligion war, jener Religion, die Zarathustra ca. 800 v.Chr. aus den alten indoeuropäischen Traditionen in eine neue Form gebracht hatte. Der Begriff „Persien“ leitet sich aus ihrem Namen ab. Sie sind heute in ihrer Heimat ebenfalls eine verfolgte Minderheit. Prominentestes und religiös bekennendes Mitglied dieser Religion war übrigens Queen-Sänger Freddy Mercury.

Der Mythenschatz, den all diese Religionen hervorgebracht haben, ist von einer unermesslich reichen und schönen Ausformung, von der wir auch in den alten europäischen Quellen noch zahlreiche Beispiele finden. Der Untergang und das Vergessen dieser reichen Mythologie wäre ein unersetzlicher Verlust des kulturellen Erbes großer Teile der Menschheit.

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Literatur

Das Problem beginnt schon bei den Quellen. Es gibt keine Gesamtübersetzung der Veden, sondern nur kleine Auswahlbände:

Paul Thieme: Gedichte aus dem Rig-Veda. Stuttgart: Reclam 1993

Arthur A. MacDonell: A Vedic Reader for Students. Oxford University Press 1917 (bis heute immer wieder nachgedruckt)

Walter Ruben: Texte der indischen Philsophie. Bd.1: Aus den Veden. Berlin 1961

Die Texte der Veden sind für „Uneingeweihte“ aber noch weitaus schwieriger und unverständlicher, als es die Lieder-Edda für Anfänger ist. Deshalb sind Sekundärwerke zur vedischen Religion grundsätzlich der bessere Einstieg. Die allerdings sind leider oft nur für Fachleute verständlich.

Für die griechischen Quellen ist Hesiods Theogonie zu erwähnen, die in einer preiswerten Neuübersetzung von Otto Schönberger 1999 im Reclam Verlag erschienen ist. Auch Hesiods Schrift „Werke und Tage“ bietet vereinzelte Hinweise. Das Maßgebliche aber muss man sich leider aus zahlreichen anderen Quellen und Handbüchern zusammensuchen.

Vor allem aber gibt es kein Einzelwerk, in dem die Parallelen so systematisch aufgeführt werden, wie es in diesem Artikel erstmals versucht worden ist. Man muss sich das Material auch hier buchstäblich aus Dutzenden von verstreuten Spezialwerken zur Indogermanistik heraussuchen. Von den auch für Laien verständlichen Werken, in denen einiges davon erwähnt wird, seien folgende Titel genannt:

Jan de Vries: Altgermanische Religionsgeschichte. Berlin 1956/57

Herbert Gottschalk: Lexikon der Mythologie. München 1993

Rudolf Simek: Lexikon der germanischen Mythologie. Stuttgart 1984

Helmuth von Glasenapp: Die fünf Weltreligionen. München 1998

Hans-Peter Hasenfratz: Die religiöse Welt der Germanen. Freiburg 1992

Norbert Oettinger: Isländische Edda und indische Veden. Ein mythologischer Vergleich. In: Große Werke der Literatur, Bd.1. Augsburg 1990

Heinrich Zimmer: Abenteuer und Fahrten der Seele. Ein Schlüssel zu indogermanischen Mythen. München 1977 (sowie zahlreiche andere Arbeiten dieses Verfassers)

Gruß an unsere Geschichte
TA KI

Ragnarök


Ragnarok

Ragnarök bezeichnet das letzte Geschick der Götter, dessen Verlauf in der Edda auf visionäre Weise beschrieben wird. In der Völuspa (der Seherin Weissagung) wird von einer alten Völva ein Weltenentwurf geschildert, der vom Anbeginn der Schöpfung bis zu ihrem Untergang handelt. Die Vorzeichen des nahenden Weltenendes äußern sich zunächst in bedrohlichen Naturerscheinungen, wie dem drei Jahre andauernden Fimbulwinter, auch Riesenwinter genannt. Hungersnöte, Mord und Totschlag bestimmen das Bild und gemahnen der Auflösung des sittlichen und sozialen Gefüges der Menschen. In den Welten der Götter, Riesen und der Hel krähen drei Hähne und verkünden den Beginn des allesentscheidenden letzten Gefechts. Der Himmelswächter Heimdall stößt in sein Gjallarhorn und signalisiert die Ankunft der herannahenden Riesenheere, die über die Bifröstbrücke auf Asgard zumarschieren. Der Weltenbaum erzittert, und die entfesselten Elemente brechen von allen Seiten auf Midgard herein. In Asgard sammeln sich die Götter, die Pforten Walhalls öffnen sich, und aus 540 Toren rücken je 800 Einherjerkrieger gegen die anstürmenden Feinde vor. Walvater Odin, mit Goldhelm, Brünne und dem Speer Gungnir bewaffnet, reitet auf Sleipnir dem Wolf entgegen und wird von diesem verschlungen, doch sein Sohn Widar rächt ihn unverzüglich. Der Donnergott Thor erschlägt die Jörmungand, vermag aber nur noch neun Schritte zu tun, bis auch er, vom Gift der Schlange tödlich verwundet, zu Boden sinkt. Der Kriegsgott Tyr und der Höllenhund Garm töten sich gegenseitig, ebenso Heimdall und Loki, die hierauf endlich ihre alte Feindschaft beenden. Der Fruchtbarkeitsgott Freyr unterliegt dem alles versengenden Schwert Surts, da er die eigene Waffe entbehren muss. Nachdem die Götter besiegt sind, schleudert der „Schwarze“ sein Feuer über die ganze Welt. Die Sonne verdunkelt sich, die Erde sinkt ins Meer, vom Firmament schwinden die Sterne und heiße Lohe bedeckt den ganzen Himmel.

Soweit die Schilderung der Ragnarök, deren wörtliche Übersetzung „Verhängnis“ oder „Endschicksal der Götter“ lautet. Durch einen Übersetzungsfehler, bei dem man „rök“ (Verhängnis) mit „rökkr“ (Dämmerung) verwechselte, kam der allgemein bekannte Begriff der Götterdämmerung zustande. Das die germanische Eschatologie bereits von der christlichen Lehre der Offenbarung beeinflusst ist, wird offensichtlich, zumal man die niedergeschriebene Fassung auf die letzten Jahrhunderte des ausgehenden Heidentums datiert. Dennoch gilt das Gedicht als typisch nordisch, über dessen Ursprung sich allerdings nur mutmaßen lässt. Als Vorbild für die beschriebenen Erscheinungen dienten dem auf Island lebenden Verfasser vermutlich all die Vulkanausbrüche, Überschwemmungen und Erdbeben, welche die Insel auch in den vergangenen Jahrhunderten wiederholt heimgesucht haben und dortigen Ansässigen zuweilen wie ein „Weltuntergang“ vorgekommen sein müssen.

Quelle: http://www.wodanserben.de/ragnaroek.php

Gruß an den Wandel

TA KI