Auf den Spuren von Elfen, Feen und Geistern – Welt der Wunder


Sie leben in einer verborgenen Welt. Doch plötzlich tauchen sie unter uns auf: Naturgeister. Geheimnisvolle Wesen, die über enorme Zauberkräfte verfügen. Meerjungfrauen werden nur als Fabelwesen abgestempelt, doch gibt es sie auch in Wirklichkeit? Hier sind 5 echte Meerjungfrauen, die auf Kamera festgehalten . „Hier ist eine kurze Aufnahme von jungen Leuten, die in der Schweiz Urlaub gemacht haben. Durch Zufall ist da doch tatsächlich ein Einhorn zu sehen. In diesem Video geht es um 5 Mystische Wesen die es vielleicht tatsächlich gibt. Sie verschwinden genauso schnell, wie sie aufgetaucht sind und hinterlassen .

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Gruß an die Naturwesen

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TA KI

Unsichtbare Wesen, die allgegenwärtig unter uns leben


Wenn wir von Gnomen, Elfen oder Feen hören, denken wir in der Regel an eine Fantasiewelt, die nur in Märchen, Legenden, Romanen, Fabeln oder Filmen vorkommt. Allerdings tauchen Elementarwesen in jeder Kosmogonie als echte Wesen auf und nicht wie in einem Märchen, sondern als ein Teil der Entstehungsgeschichte. Aber existieren Elementarwesen wirklich? Es gibt immer mehr Menschen auf der ganzen Welt, die der festen Überzeugung sind, dass diese mysteriösen Wesen nicht nur in der Mythologie und in alten Überlieferungen zu finden sind, sondern das sie wirklich existieren und allgegenwärtig sind.

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Gruß an das Unsichtbare

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TA KI

Der Samstagsfilm


Epic – Verborgenes Königreich

Mary Katherine (M.K.) besucht nach langer Zeit ihren Vater, Professor Bomba, der zusammen mit seinem Hund Ozzie in einem alten Haus im Wald lebt. Sein Leben widmet der leicht weltfremde Professor Bomba der Erforschung kleiner Wesen, den Beschützern aller Lebewesen des Waldes. Gesehen hatte Professor Bomba diese Wesen allerdings bisher noch nicht. Schließlich führt seine Suche dazu, dass seine Tochter ihr Elternhaus frühzeitig wieder verlassen möchte.

Gerade auf dem Weg hinaus folgt sie allerdings ihrem Hund Ozzie, der in den Wald rennt. Dabei findet sie Königin Tara, die von Mandrake bei einem Überfall der Boggans tödlich getroffen wurde. Königin Tara setzt ihre Fähigkeiten ein, um M.K. zu schrumpfen, und gibt ihr die Knospe, die den Fortbestand der Leafmen („Blattmenschen“) garantieren soll. Kurz darauf stoßen die Leafmen zur sterbenden Tara und M.K. vor.

M.K. hilft den Leafmen nun, die Knospe vor dem Zugriff Mandrakes zu beschützen, und sucht gleichzeitig einen Weg, wie sie wieder zurück in ihre Welt kommt. Mit Hilfe des Leafmans Nod und dem Leafmen-Anführer Ronin gelingt es ihr schließlich, die Knospe zum Erblühen zu bringen.

Gruß an die Verzauberten

TA KI

Mʏsᴛᴇʀʏ X – Dɪᴇ Wᴇʟᴛ ᴅᴇs Üʙᴇʀɴᴀᴛᴜ̈ʀʟɪᴄʜᴇɴ (Doku)


Die Welt des Übersinnlichen präsentiert sich in Form von gesammelten Fernsehberichten auf Mʏsᴛᴇʀʏ X, und verschafft einen umfassenden Einblick in die Grenzbereiche des menschlichen Daseins.
Die Doku ist in in drei grundsätzliche Bereiche unterteilt: Geheimnissvolle Kräfte des Geistes, Geheimnisvolle Energien, Die Welt des Übersinnlichen.

1. Geheimnisvolle Kräfte des Geistes 0:00:00
– 6. Sinn der Haustiere
– Orientierung von Brieftauben
– 6. Sinn bei Menschen
– Fernwahrnehmung
– Astral-Reisen
– Medium Rosemarie Brown / Komponisten-Channeling
– Channeling
– Telepathie
– Uri Geller / Psychokinese
– Geistige Kraft bewegt Gegenstände
– Levitation
– Guru Sai Baba / Materialisation
– Pendeln
– Kontakt mit Geistern und Engeln
– Okkultismus / Satanismus / Hexenkult
– Exorzismus

2. Geheimnisvolle Energien 0:57:44
– Marien-Erscheinung
– Stigmatisierungen
– Wunderheiler der Philippinen
– Wunderheilung in China
– Geistheiler in England
– Lebensenergie Qi
– Leonhard Hochenegg / Kommunikation mit Pflanzen
– Aura / Biophotonen / Astral-Leib
– Sheldrake / Morphische Felder
– Energetisches Wasser / Johann Grander
– Tai Chi, Feng Shui
– Erdstrahlen / Geomantie

3. Die Welt des Übersinnlichen 1:54:30
– Geister
– Poltergeister
– Stimmen und Bilder aus dem Totenreich
– Medien und Ektoplasma
– Stammesreligionen und Voodoo
– Kobolde, Trolle, Feen, Gnome, Elfen, Engel
– Himmels-Erscheinungen / UFO-Sichtungen
– Kornkreise
– Zeitreisen
– Überlichtgeschwindigkeit / Tunneleffekt
– Frühere Leben
– Bewusstsein

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=3mXXhlOXIfM

Gruß an die Wissenden

TA KI

Wenn man die Welt mit lichten Augen sieht


Erla Stefánsdóttir ist Islands Elfenbeauftragte. Denn was andere nur vom Hörensagen kennen, ist für sie ganz normalie Realität: Die Welt der Elfen, Gnomen, Feen und Zwerge.
Von: Ursula Seiler

Berg- und Naturgeist

Nie hätte Erla Stefansdottir (ausgesprochen: Erdla Stefaunsdouttir) geahnt, dass sie eines Tages weltweite Bekanntheit erlangen würde. Zwar musste sie fast siebzig Jahre alt werden, bis es soweit war, doch offen gestanden ist ihr die Berühmtheit sowieso eher lästig als angenehm. Was könnte der irrlichterne Glanz des Ruhms einen schon verlocken, wenn man zeit seines Lebens in einer wahren Märchenwelt lebt? Denn Erlas Augen sind nicht vernebelt wie die unsrigen, sondern sehen durch Raum und Zeit. Wie damals, als sie in der Primarschule zu spät zum Unterricht kam und als Begründung angab, sie habe den Jungen in der Holavallaschule zugesehen. Der Lehrer wirkte leicht verstört. Kein Wunder, gab es doch diese Schule nur in den Jahren 1786 bis 1804! Erla konnte jedoch schon immer vorwärts und rückwärts in die Zeit schauen. Als sie ihren Führerschein machte, passierte es ihr oft, dass sie in der Nähe des alten Friedhofs anhalten musste, weil sie sich nicht mehr auf der Straße, sondern auf einer Wiese mit Kühen und Menschen wiederfand, die Heuballen machten. „Nach kurzer Zeit konnte ich dann – wieder in der Gegenwart – weiterfahren.“ Früher hatte sie auch noch am Straßenrand wartende Leute im Auto mitfahren lassen. Seit so mancher von ihnen auf der Rückbank plötzlich verschwand, tut sie das nicht mehr.Auch in der Schule hatte ihr die erweiterte Wahrnehmungsfähigkeit manchen Streich gespielt. „Im Klassenzimmer sollte man immer aufstehen, wenn jemand hereinkam. Das war schwierig für mich, weil ich bei allen möglichen und unmöglichen Gelegenheiten aufstand, wenn Leute hereinkamen, die nicht von dieser Welt waren. Dann bekam ich einen Platz ganz hinten und stand erst auf, wenn ich sah, was die anderen machten“, erzählt sie.

Erla vermag nicht nur hellzusehen, sie kann auch nach Belieben ihren Körper verlassen. „Die Methode, die ich benutze, ist: das Bewusstsein in den Kopf, d.h. im dritten Auge, mitten zwischen den Augenbrauen zu sammeln und mir dort einen Schmetterling vorzustellen, der dann mit meinem Bewusstsein hochfliegt. Wenn ich auf diese Weise meinen Körper verlasse, sehe ich einen schmalen Silberstrang, der mich mit meinem Körper verbindet. Dieser Silberstrang ist die Verbindung zum Erdenkörper und wenn er abreißt, stirbt der Erdenkörper, aber es ist auch denkbar, dass eine andere Seele sich in ihn einnisten kann.“ Hat sie ihren Erdenkörper verlassen, kann sie in der Erdenwelt oder auch auf höheren Ebenen herumreisen. Die beste Methode, um in kurzer Zeit ungeahnt viel zu lernen, findet sie.

Erlas Fähigkeiten erlaubten ihr auch zu überprüfen, ob der Mann, auf den sie ein Auge geworfen hatte, tatsächlich der Mann ihres jetzigen Lebens war. „Ich erkannte ihn wieder aus alter Zeit und konnte einige gemeinsame Leben verfolgen“, berichtet sie und relativiert: „Wenn Leute über Liebe auf den ersten Blick sprechen, glaube ich, dass das nicht immer der erste Blick ist. Die Menschen verlieben sich, weil sie in einem früheren Leben zusammengelebt haben und sich gut kennen. Der erste Blick in diesem Leben weckt die Verbindung wieder auf.“ Die Kinder, die sie in diesem Leben hat, hatte sie mit demselben Mann schon vor 800 Jahren in Nordchina, und ihre drei besten Freundinnen – nun allesamt Isländerinnen – kennt sie aus ihrem letzten Leben. „Meine Liebe, wo bist du gewesen?“, hatte sie Freundin Gudrun Audunsdottir beim ersten Zusammentreffen gefragt. Und die hatte geantwortet: „Seit vierzig Jahren in Reykjavik, doch ich erinnere mich noch, wie wir uns in Petersburg am Anfang des 20. Jahrhunderts verabschiedet haben.“

Außerhalb ihres Landes wurde Erla, von Beruf Klavierlehrerin, bekannt in ihrer Funktion als „Elfenbeauftragte“ Islands. Immer wieder kam es vor, dass Bauvorhaben auf unerklärliche Weise ständig gestört wurden. Wie beispielsweise, als eine Stunde nördlich von Reykjavik ausgerechnet in einem Gebiet, das besonders dicht von Elfen, Gnomen, Nymphen, Feen und Trollen besiedelt war, eine Feriensiedlung und ein Golfplatz gebaut wurden. Offensichtlich schätzen nicht nur Menschen, sondern auch Naturwesen Plätze, die sich durch auffallende Schönheit auszeichnen. „Die Bauarbeiten liefen katastrophal ab“, sagt Erla Stefansdottir. „Jeder Tag kostete ein Vermögen, doch die Arbeiter kamen kaum voran. Eines Tages kippte auf der steinharten Lavastraße ein fünfzig Tonnen schwerer Schaufelbagger zweimal hintereinander einfach um. Für den Projektleiter, der seit dreißig Jahren überall auf der Welt im Geschäft ist, ein absolutes Rätsel.“ Schließlich rief man Erla zu Hilfe, doch sie konnte nicht viel tun. Wohl erklärte sie den Wesen, dass die Arbeiter keine Schuld daran hätten, dass ihr schönes Gebiet zerstört werde, sondern – wenn schon – derjenige, der das Land verkauft habe. Daraufhin versprachen die Naturgeister, niemanden mehr zu verletzen, doch Schwierigkeiten machten sie weiterhin. Auch soll der ehemalige Besitzer des Landes wenig später ernsthaft krank geworden sein.

Ein ähnlicher Fall, der in der internationalen Presse vermeldet wurde, ereignete sich in der Gemeinde Kópavogur unweit der Hauptstadt. Dort musste man eine breite Straße um einen Felsen herum führen, der Elfenwohnsitz ist. Die Wesen hatten ähnliche Schwierigkeiten bereitet. Heute heißt die Straße sogar nach dem Felsen Álfshólfsvegur – Elfenhügelweg.

Erfolgreich war Erla jedoch in einem anderen Fall. Da wurde am Ende der Laugavegur-Straße in Reykjavik ein großes Autohaus gebaut. Mehrere Leute stürzten vom Gerüst und verletzten sich. Erla entdeckte Elfenhäuser in den Felsen neben der Baustelle: „Arbeiter hatten Farbe darauf gekippt, Müll und Baumaterial hingeworfen, es war eine Riesensauerei. Auf meinen Rat hin säuberte man die Felsen und hatte fortan keine Probleme mehr. Um die Felsen herum hat man eine Verkaufs- und Ausstellungsfläche für Autos betoniert, aber die Elfenhäuser wurden ausgespart, stehen unter Schutz, sind unberührt und sauber.“

Anscheinend macht es den Elfen nichts aus, nun von Asphalt umgeben zu sein, solange man nicht jene physischen Orte – eben beispielsweise Felsen oder Grashügel – kaputt macht. Als kleines Mädchen hatte Erla öfters mit Elfenkindern gespielt – manchmal auch, ohne sich bewusst zu sein, dass sie Bewohner anderer Ebenen waren. Da gab es zwei Spielkameraden bei ihrem Sommerhaus, die seltsame Namen hatten – Stormur (Sturm) und Blaer (Brise); ein Junge und ein Mädchen. Sie lebten in einem jener Häuser, die sich sehr von den normalen Islandhäusern unterschieden, waren sie doch kugel-, bogen- oder kegelförmig oder hatten auch ein kleines spitzes Dach und waren rosa, blau, gelb oder grün bemalt, mit Fenstern und Türen, die aufgemalte Blumengirlanden schmückten. Was besonders eigenartig war: Die Umgebung ums Haus ihrer Freunde veränderte sich immer wieder. „Mal wuchs dort Gras, manchmal rieselte ein Bach vorbei, manchmal war dort eine Schlucht mit Felsen oder glitzernden Kieselsteinen“, erinnert sich Erla in ihrem Büchlein Erlas Elfengeschichten. Wir sehen also: Die Elfen in der Nähe des Autohauses sind keineswegs zubetoniert! Auf ihrer Lebensebene dürften sie von ebenso schöner und wechselnder Landschaft umgeben sein. Hauptsache, Mensch müllt ihr Haus nicht zu!

Die Grenzen zwischen physischer und Jenseitswelt erscheint in den Erzählungen Erlas sowieso schwer fassbar. Da geht sie mit Elfenkindern Blaubeeren pflücken und bringt sie nach Hause zu Mama und Papa, und die Beeren schmecken sooo lecker – doch Mama freute sich nicht ungetrübt, denn klein Erla hatte alle Beeren in ihre Schürzentaschen gesteckt – und wie sollte sie die unvermeidlichen Flecken wieder rausbekommen? Seltsam nur, dass sie nichts findet, als sie ihren Eltern die Stelle zeigt, wo sie die Beeren gepflückt hat, doch ein paar Beeren hat sie noch in der Schürze, und auch die Eltern haben diese gegessen und erleben können, dass es richtige Blaubeeren waren! Oder doch etwa nicht? Denn zu Mamas Erleichterung hat ihre Schürze nicht den kleinsten Fleck abbekommen…

Oder die Geschichte, wo jemand eine Brosche verliert und Erla einen Elfenmann in der Nähe fragte, ob er sie nicht finden und zurückbringen könnte. Tags darauf sagt der Elfenmann Erla ganz genau, wo ein Freund von ihm die Brosche gefunden hat – und dass sie nun unter jenem Rosenstrauch liege, gleich rechts vor der Eingangstür zum Haus der Besitzerin. Und dort lag sie dann auch, in aller Unschuld. Da hatte sich der Elfenmann aber einen feinen Topf Grütze verdient, die er sehr genoss – auch wenn er nur ihre Energie in sich sog.

Oder die Geschichte mit dem silbernen Löffel: Da war einem jungen Pärchen einer von sechs silbernen Löffeln unerklärlich ab handen gekommen. Niemand ahnte, wer der „Dieb“ gewesen sein konnte. Doch die Schwiegermutter der jungen Frau meinte, dass wohl ihre Freundin, die blau angezogen sei und hinter dem Haus wohne, den Löffel geliehen hätte. Keiner wollte das glauben – nicht zuletzt, weil hinter dem Haus ja gar niemand wohnte. Doch ein paar Monate später, als Gäste kamen und die junge Frau das gute Silber auftischen wollte, da lagen sechs Löffel im Kästchen. Fünf waren ganz dunkel angelaufen, nur einer glänzte ganz hell und rein.

Erla weiß, dass besonders Gnomen es lieben, sich auf Dinge draufzusetzen und sie so unsichtbar zu machen. Sie könnte ein Liedchen singen über ihren Hauszwerg und andere feinstoffliche Bewohner ihres schönen Heims, die mit ihr Schabernack treiben, indem sie sich auf den Schlüsselbund oder die Brille setzen und – schwups – sind sie für das menschliche Auge verschwunden! Sollte Ihnen das öfters passieren, dann stellen Sie ihren unsichtbaren Mitbewohnern doch mal ein Schälchen mit feinem Essen hin oder singen sie ein Lied für sie. Zeigen Sie ihnen, dass sie sich ihrer Gegenwart bewusst sind und sie schätzen. Dann geht vielleicht weniger „verloren“.

— Ende des Artikelauszugs —

Der Samstagsfilm


Der Film beginnt mit einer Szene, in der ein schwarzhaariges Mädchen blutend auf einem Steinboden liegt.

1944 – der spanische Bürgerkrieg (1936–1939), der mit dem Sieg der Faschisten unter Franco endete, ist vorbei, während weltweit noch der Zweite Weltkrieg wütet. Der franquistische Hauptmann Vidal befindet sich mit seiner Truppe in den Bergen Nordspaniens. In einer verlassenen Mühle hat er sein Hauptquartier eingerichtet. Von dort aus bekämpft er Partisanen, die von den nahgelegenen Bergen aus Widerstand leisten. Vor kurzem hat er die jetzt hochschwangere Carmen geheiratet, die eine zehnjährige Tochter, Ofelia, hat. Als die beiden auf dem Weg zum Hauptmann sind, hält das Auto an, weil Carmen sich übergeben muss. Etwas abseits der Straße findet Ofelia eine Steinstatue, aus der ein übergroßes Insekt (Stabschrecke) krabbelt, nachdem Ofelia einen an der Straße liegenden Stein, der das fehlende rechte Auge der Statue ist, wieder eingesetzt hat. Als Ofelia zurückgerufen wird und das Auto weiterfährt, folgt das Insekt der Wagenkolonne.

Für ihren Stiefvater, der mit äußerster Brutalität gegen die Partisanen vorgeht, ist Ofelia ein Störfaktor, das bemerkt sie unmittelbar bei der ersten Begegnung mit ihm. Neben der Mühle befindet sich ein altes Mauerwerk mit einem großen Tor – Mercedes, eine der Hausangestellten des Hauptmanns, erzählt Ofelia, dies sei ein Labyrinth und stehe schon sehr lange dort, viel länger noch als die Mühle.

In der ersten Nacht, als Ofelia neben ihrer Mutter nicht einschlafen kann, taucht das Insekt wieder auf. Ofelia zeigt ihm ihr Märchenbuch, in dem eine Fee abgebildet ist. Das Insekt sieht auf das Bild und verwandelt sich – unter großer Anstrengung sich reckend – in eine Fee. Schließlich führt es das Mädchen in das steinerne Labyrinth. In der Mitte des Labyrinths angekommen, die einer Lichtung gleicht, geht Ofelia eine Wendeltreppe aus Stein hinab. Am dunklen Grund findet sie nichts als eine weitere Steinskulptur, die einen Pan, ein Mädchen und ein Baby darstellt. Sie begegnet zum ersten Mal dem Pan, der, wie aus einem Winterschlaf erwacht, noch zittrig das kleine Mädchen betrachtet. Erfreut erzählt er Ofelia, dass sie die Wiedergeburt einer Prinzessin sei, die einst aus Neugier ihr unterirdisches Reich verlassen, im Laufe der Zeit menschlich geworden sei und ihre wahre Identität vergessen habe. Noch immer warte der Vater der Prinzessin, der König, auf sie. Ofelia könne den Fluch brechen und der dahinsiechenden magischen Welt zu neuem Leben verhelfen, indem sie dorthin zurückkehre.

Allerdings müsse sie drei Prüfungen bestehen, sagt der Pan, um festzustellen, ob die Seele der Prinzessin nicht schon zu lange bei den Menschen gewesen sei und sie ihre Unsterblichkeit dabei verloren habe. Die Prüfungen müsse Ofelia bis zur nächsten Vollmondnacht bestanden haben – sonst sei sie für immer dazu verdammt, bei den Menschen zu leben, zu altern und irgendwann zu sterben. Er gibt ihr ein Buch mit leeren Seiten, in dem die Prüfungen erscheinen werden. Ofelia kehrt zum Haus zurück.

Am nächsten Tag hat der Hauptmann zu einer abendlichen Feierlichkeit wichtige Persönlichkeiten eingeladen, und Ofelias Mutter hat ihr dafür ein Kleid genäht. Ofelia macht sich auf, die erste Prüfung anzutreten. Unter einem uralten, großen Baum sitzt eine Riesenkröte, die den Baum langsam absterben lässt. Ofelia soll die Kröte töten und einen Schlüssel aus deren Magen holen, um den Baum zu retten. Es gelingt ihr, aber ihr schönes Kleid, das sie – um es nicht schmutzig zu machen – an einen Ast des Baumes gehängt hat, ist völlig verdreckt. Die Mutter ist entsetzt und ärgerlich und schickt Ofelia ohne Abendbrot ins Bett.

Ofelia findet heraus, dass die Hausangestellte Mercedes und der Arzt Dr. Ferreiro mit den Partisanen kooperieren – sie schleichen sich nachts hinaus, und der Arzt amputiert einem verwundeten Partisanen das vom Wundbrand befallene Bein. Ihrer hochschwangeren Mutter geht es immer schlechter, weshalb Ofelia die zweite Prüfung nicht beginnt. Der ungehaltene Pan taucht in ihrem Zimmer auf und gibt ihr eine Alraune. Ofelia soll die Alraune in einer Schüssel mit Milch unter das Bett der Mutter stellen und sie täglich mit zwei Tropfen ihres Blutes füttern. Sofort geht es ihrer Mutter besser. Ofelia hat nun Gelegenheit für die zweite Prüfung.

Sie muss eine Tür aus Kreide an die Wand malen, die sich dann materialisiert. Dahinter befindet sich ein Raum, in dem ein opulentes Festmahl aufgetischt ist. Der Pan hatte sie gewarnt, sie dürfe nichts essen oder trinken. Auch müsse sie von diesem gefährlichen Ort zurückkehren, bevor die Sanduhr, die er ihr zusammen mit der Kreide gegeben hat, abgelaufen ist. Zur Hilfe gibt er ihr drei Feen mit, die sie leiten sollen. Am Tischende sitzt reglos ein augenloses humanoides Monster, dessen Augäpfel auf einem eisernen Teller vor ihm liegen. Ofelia findet drei kleine Fächer an der Wand, jedes mit einem Schloss versehen. Die Feen deuten auf das mittlere Fach, doch Ofelia entscheidet sich für das linke, öffnet dieses und findet einen Dolch darin. Die Kreatur am Tisch bewegt sich noch immer nicht, und Ofelia, noch hungrig vom Vortag, isst zwei Weinbeeren, obwohl die Feen verzweifelt versuchen, sie davon abzuhalten. Daraufhin erwacht die Kreatur und steckt sich die Augäpfel in die Handinnenflächen. Der Kinderfresser (Glasmalereien an der Decke zeigen seine schrecklichen Taten, und in einer Ecke liegen hunderte Kinderschuhe) ergreift zwei der Feen, die ihn aufhalten wollen, und beißt ihnen die Köpfe ab. Nur mit Glück kann Ofelia durch eine zweite Kreidetür, die sie an die Decke zeichnet, entkommen, da sich die erste wegen der abgelaufenen Sanduhr bereits geschlossen hatte.

Der Pan ist wütend und wirft ihr vor, wegen ihres Ungehorsams versagt zu haben; dann verschwindet er. Ofelia will neue Bluttropfen in das Gefäß mit der Alraune träufeln, doch ihr Stiefvater entdeckt sie dabei. In ihrer Verzweiflung, die Kontrolle über ihre Tochter ganz verloren zu haben, wirft die Mutter die Alraune ins Kaminfeuer. Im selben Augenblick setzen bei ihr heftige Wehen ein. Vidal hat inzwischen in den Wäldern eine Gruppe Partisanen gestellt und alle getötet bis auf einen, den er nun die ganze Nacht lang bestialisch foltert. Der Arzt erlöst den gefolterten Partisanen am nächsten Morgen mit einer Morphium-Spritze. Vidal, der anhand von gleichen Penicillinbehältern entdeckt hat, dass der Arzt den Rebellen hilft, erschießt diesen von hinten. Carmen stirbt bei der Geburt, doch das neugeborene Kind, Vidals leiblicher Sohn, überlebt. Als sich Vidals Vermutung, auch Mercedes kooperiere mit den Partisanen, bewahrheitet, beschließt er, sie zur Rede zu stellen. Mercedes will mit Ofelia in die Wälder fliehen, doch die beiden werden unweit des Hauses gestellt. Ofelia wird in ihrem Zimmer eingesperrt, während Mercedes gefoltert werden soll. Sie kann sich mit ihrem versteckt gehaltenen Küchenmesser befreien und den Hauptmann verletzen. Sie flieht in die Berge, wo die Soldaten, die sie zurückholen sollen, von den Partisanen erschossen werden.

Es ist Vollmondnacht. Ofelia ist allein und verzweifelt in ihrem Zimmer, als überraschend der Pan auftaucht und ihr eine letzte Chance geben will, wenn sie ihm ohne Widerworte und Fragen gehorcht. Sie soll mit ihrem kleinen Bruder ins Labyrinth kommen. Da ihr Zimmer bewacht wird, gibt ihr der Pan wieder ein Stück Kreide, mit dessen Hilfe sie direkt ins Zimmer des Hauptmanns gelangt. Ihr Stiefvater ist dabei sich zu betrinken, während er seine von Mercedes aufgeschlitzte Wange näht. Unterdessen greift eine Übermacht von Partisanen den Hof an. Als Ofelia mit seinem Sohn aus dem Zimmer läuft, rennt der Hauptmann ihr nach. Weil ihm Ofelia aber das Beruhigungsmittel ihrer Mutter in den Schnaps getröpfelt hat, fällt es ihm in seiner Benommenheit schwer, sie einzuholen.

Im Labyrinth entkommt Ofelia dem Hauptmann. Im Vollmondlicht verrät der Pan Ofelia ihre letzte Prüfung. Sie soll das Blut eines unschuldigen Menschen opfern, mit dem Dolch aus der zweiten Prüfung – und das Opfer soll ihr Bruder sein. Ofelia weigert sich. Der Pan ist wütend und drängt sie zur Tat. Ofelia weigert sich wieder. Der Pan lässt von ihr ab mit dem Satz, wenn dies ihr Wunsch sei, dann müsse sie für immer in der Welt der Menschen bleiben.

Hauptmann Vidal findet Ofelia, wie sie mit ihrem Bruder im Arm ins Leere spricht – er kann den Pan nicht sehen. Er nimmt ihr seinen Sohn weg, und während sich Ofelia hilfesuchend zum Pan umdrehen will, erschießt Vidal sie. Es ist die Szene vom Anfang des Films, in der das Mädchen – jetzt wird klar, es ist Ofelia – blutend auf dem Boden liegt. Hauptmann Vidal verlässt das Labyrinth und wird am Eingang von den Partisanen, die den Militärstützpunkt erobert haben, gefangengenommen. Vidal will seinen zu erwartenden Tod als Heldentod inszenieren, doch Mercedes sagt ihm, dass sein Sohn nicht einmal erfahren werde, dass er je gelebt habe. Dann nehmen die Partisanen den kleinen Jungen an sich und erschießen Vidal. Die Gruppe findet Ofelia sterbend im Labyrinth. Ihr Blut tropft nach unten in den Schacht zur Skulptur, als sie von einem warmen Licht umflossen wird. Ihre Unschuld öffnet ihr den Weg in das unterirdische Reich. Dort trifft sie auf ihre Eltern und den Pan. Ihr Vater erklärt ihr, dass sie die letzte und wichtigste Prüfung bestanden habe, da sie bereit gewesen sei, nicht das Blut ihres Bruders, sondern ihr eigenes zu opfern. Der Pan heißt die Prinzessin willkommen, sie darf zurück in das Königreich an die Seite ihrer Eltern. In der realen Welt lächelt Ofelia ein letztes Mal, bevor ihr menschlicher Körper in den Armen der weinenden Mercedes stirbt.

An dem Baum, an den Ofelia ihr grünes Kleid gehängt hatte, sprießt eine weiße Blüte. Die Fee, die nun wieder ein Insekt ist, setzt sich neben die Blüte auf den Ast.

https://de.wikipedia.org/wiki/Pans_Labyrinth

Gruß an die Fabelwesen

TA KI

Isländische „Elfenkirche“ wurde umgesetzt


120.314.529

Der 70 Tonnen schwere Lava-Brocken musste Platz für eine Straße machen.

In dem Städtchen Gardabaer auf Island haben Bauarbeiter einen 70 Tonnen schweren Lava-Brocken behutsam zur Seite gehievt, um Platz für eine Straße zu machen. Dass sie mit dem Koloss am Mittwoch so vorsichtig umgingen, hat einen Grund: Der Fels beherbergt nämlich nach Überzeugung einiger Isländer eine „Elfenkirche“.

Die Kapelle im Lavafeld sei ein Ort, zu dem Menschen und Elfen kämen, um Rat zu suchen, sagte Ragnhildur Jonsdottir, die sich von den Naturgeistern als Sprecherin auserwählt sieht. Ende 2013 hatte sie sich mit zwei Dutzend anderen vor die Bulldozer geworfen, um zu verhindern, dass die „Kirche“ für den Bau der Straße zertrümmert wird. Die Arbeiten waren daraufhin gestoppt und an anderer Stelle weitergeführt worden. Jetzt, wo der Stein aus dem Weg ist, kann die Straße fertigstellt werden.

Quelle: http://kurier.at/politik/weltchronik/gardabaer-islaendische-elfenkirche-wurde-umgesetzt/120.304.029

Gruß an die Elfen

TA KI

Der Samstagsfilm: Der Herr der Elfen


Kyle und Evie ziehen mit ihren Eltern auf die Insel Man in ein Haus, das sie von ihrer Großmutter geerbt haben und zu dem eine Goldmine gehört. Allerdings ist die längst geschlossen, denn in der Mine sollen Dämonen wohnen. Seit ihrer frühesten Kindheit haben Kyle und Evie von der Großmutter Gruselgeschichten über Elfen und Riesen gehört. Ihnen ist klar, dass die angeblichen Dämonen nur das Elfenvolk sein können, das zusammen mit ihrem König Ar von einem bösen Riesen in der Erde eingeschlossen wurde und auf seine Erlösung wartet. Und tatsächlich machen die beiden auch Bekanntschaft mit Elfen. Als sie von der unheilbaren Krankheit ihres Vaters erfahren, wollen die Kinder gegen alle Widerstände der abergläubischen Dorfbewohner die Mine wieder öffnen und Ar bitten, ihren Vater zu retten. Dabei werden sie verschüttet.

Gruß an die Mythen und Märchenliebhaber

TA KI

 

Isländische Kommission bestätigt Existenz von Ungeheuer


  • Island hat jetzt sein eigenes Loch Ness: Eine Wahrheitsfindungskommission hat die Existenz eines Seeungeheuers bestätigt.
  • Der Lindwurm „Lagarfljótsormur“ existiert schon seit Jahrhunderten in Sagen.
  • Die lokale Tourismusbehörde freut sich über die Bestätigung und hofft auf viele Besucher.
Von Ingrid Fuchs

Kommission bestätigt Existenz von „Lagarfljótsormurinn“

Um Elfen vor dem sicheren Tod durch Bauarbeiten zu bewahren, werfen sich manche Isländer vor Bulldozer. Andere beharren umgekehrt darauf, schon einmal von einem Fabelwesen gerettet worden zu sein: Dass das Volk im hohen Norden an, nun ja, fragwürdige Erscheinungen glaubt, ist schon längst kein Geheimnis mehr. Mit welcher Ernsthaftigkeit es das tut, überrascht aber doch. Etwa wenn eine eigens eingerichtete 13-köpfige Wahrheitsfindungskommission nach mehr als zweijähriger Recherche bekannt gibt: Der „Lagarfljótsormurinn“ existiert wirklich!

Elfen in Island

Nach Protest in Island Behörden nehmen Rücksicht auf Elfen

Eigentlich tauchen alle naselang Berichte auf, jemand habe das Ungeheuer von Loch Ness erblickt. Jetzt hat es einem Experten zufolge seit mehr als 18 Monaten keine „bestätigten Sichtungen“ mehr gegeben. Drei Fotos wurden nicht als Beweise anerkannt.

Kleiner Kopf, langer Hals, gewölbter Rücken: Es gibt klare Vorstellungen darüber, wie das Ungeheuer von Loch Ness aussieht. Kein Wunder, schließlich wurde das Untier schon viele Male gesichtet. Jetzt dürfte die Erinnerung jedoch langsam verblassen – denn Nessie, befürchten manche, könnte tot sein.

Die BBC zitiert einen Mann namens Gary Campbell aus der nahegelegenen schottischen Stadt Inverness, dem zufolge es seit 18 Monaten keine „bestätigten Sichtungen“ mehr gegeben hat. Eine derart lange Flaute habe es zuletzt vor 90 Jahren gegeben, sagt der selbst ernannte Sichtungs-Archivar.

Zwar wurden drei Bilder bei einem Nessie-Sichtungs-Wettbewerb eingereicht. Auf einem war jedoch nur eine Welle zu sehen, auf einem weiteren eine Ente, ein drittes sei überhaupt nicht am Loch Ness aufgenommen worden. Obwohl Campbell von „verstörenden Neuigkeiten“ spricht, ist er sich sicher, dass das Ungeheuer aus der Tiefe nur eine Pause macht und noch in diesem Jahr „mit aller Macht“ zurückkehren wird.

Aus wissenschaftlicher Sicht wird die Existenz Nessies stark angezweifelt, der Mythos hält sich jedoch seit Jahrhunderten – und beschert der Region im schottischen Hochland seit jeher wichtige Einnahmen aus der Tourismusbranche.

Island

Ragnhildur Jónsdóttir in ihrem Elfengarten, durch den sie auch Touristen führt. In dem Städtchen Garðabær legte sie 2013 den Bau einer Straße lahm, weil sie durch eine Elfenkirche führen sollte.

(Foto: dpa)

Die Angst vor dem Elfenfluch

Wenn Elfen angeblich an einer Stelle auf der Baustelle wohnten, warteten die Bagger so lange, bis die Naturgeister umgezogen waren – solange es den Staat nicht zu viel Geld kostete. „Das tut ja nicht weh“, sagt Matthíasson pragmatisch. „Unbestritten ist der Glaube an das Übernatürliche gelegentlich Anlass für die Befürchtungen von Menschen vor Ort, und diese Meinungen werden genauso berücksichtigt wie alle anderen“, schreibt Matthíassons Kollege Viktor Arnar Ingólfsson in einem fünfseitigen Papier – Er hat es extra verfasst hat, weil es so viele Anfragen von Journalisten zu den Elfen gab.

Darin berichtet er unter anderem von einem Fluch, der vor Jahren ein Bauprojekt heimgesucht haben soll. Ein Medium hatte davor gewarnt, dass die Steine an einer geplanten Straße nicht gesprengt werden sollten. Zugleich passierten Unfälle, Bulldozer stellten aus unerklärlichen Gründen den Betrieb ein. Am Ende blieben die Steine stehen. „Manche Leute glauben, dass die Elfen die Straßennutzer beschützen – zum Dank für die Rücksichtnahme.“

Als die Straßenführung geändert werden sollte und der Hügel in Gefahr war, halfen sie und ihr Sohn dem Parlamentsabgeordneten, den riesigen Stein aus dem Weg zu wuchten und auf das Grundstück des Politikers zu versetzen. Jónsdóttir hatte nicht immer mit Elfen zu tun. Die Frau war gerade 50 Jahre alt geworden, als die Naturgeister sie zu ihrer Sprecherin auserkoren, wie sie erzählt. „Sie versprachen mir Abenteuer“, sagte die Isländerin, während sie durch ihren Elfengarten – einen Park in der Stadt Hafnarfjörður – schlendert.

Dass eines dieser Abenteuer einmal hinter den Gitterstäben einer Gefängniszelle in Reykjavík enden würde, hätte sie sich damals nicht träumen lassen. Gegen die Festnahmen gehen sie und andere „Freunde der Lava“ zurzeit gerichtlich vor.

Der Glaube an Elfen in Island

Mit seinen skurrilen Lavalandschaften und moosreichen Wäldchen erweckt Island leicht den Eindruck eines verwunschenen Ortes. Mehrere Hundert Touristen pilgern jedes Jahr in den Hellisgerði-Park, um Jónsdóttirs Geschichten über Elfen zu hören. In Buchläden liegen Karten mit den Lieblingsplätzen der angeblich verborgenen Wesen aus. Gerade im ansonsten unscheinbaren Hafnarfjörður ist das Interesse für die Naturgeister über die Jahrzehnte unverändert groß geblieben.

Anders in Islands hipper Hauptstadt Reykjavík. Viele der jungen Städter glauben nicht an Elfen – oder sprechen einfach nicht darüber. Wiederum andere sehen Elfen und das Huldufólk als Metaphern für die wilde Landschaft, in der die Isländer leben. Während das Huldufólk in Größe und Gestalt den Menschen ähneln soll, können Elfen der Legende nach unterschiedliche Erscheinungsformen haben. Gemeinsam haben sie, dass sie in der Natur in Felsen oder auf Hügeln leben sollen. Mitunter wird aber gar nicht zwischen den Fabelwesen unterschieden.

Ob sie nun daran glauben oder nicht: Jeder Isländer kennt mindestens eine Anekdote, in der die Fabelwesen vorkommen. „Jeder hat so eine Geschichte in seiner Familie“, sagte Pétur Matthíasson von der isländischen Straßenbaubehörde. „Das ist einfach Teil unseres kulturellen Erbes.“ Er ist zwar selbst nicht von der Existenz der Naturwesen überzeugt. Trotzdem hat sich in seiner Behörde schon so manches Bauprojekt in die Länge gezogen, weil andere an die Naturgeister glauben.

Elfen in Island

Ragnhildur Jónsdóttir in ihrem Elfengarten, durch den sie auch Touristen führt. In dem Städtchen Garðabær legte sie 2013 den Bau einer Straße lahm, weil sie durch eine Elfenkirche führen sollte.

(Foto: dpa)

Die Angst vor dem Elfenfluch

Wenn Elfen angeblich an einer Stelle auf der Baustelle wohnten, warteten die Bagger so lange, bis die Naturgeister umgezogen waren – solange es den Staat nicht zu viel Geld kostete. „Das tut ja nicht weh“, sagt Matthíasson pragmatisch. „Unbestritten ist der Glaube an das Übernatürliche gelegentlich Anlass für die Befürchtungen von Menschen vor Ort, und diese Meinungen werden genauso berücksichtigt wie alle anderen“, schreibt Matthíassons Kollege Viktor Arnar Ingólfsson in einem fünfseitigen Papier – Er hat es extra verfasst hat, weil es so viele Anfragen von Journalisten zu den Elfen gab.

Darin berichtet er unter anderem von einem Fluch, der vor Jahren ein Bauprojekt heimgesucht haben soll. Ein Medium hatte davor gewarnt, dass die Steine an einer geplanten Straße nicht gesprengt werden sollten. Zugleich passierten Unfälle, Bulldozer stellten aus unerklärlichen Gründen den Betrieb ein. Am Ende blieben die Steine stehen. „Manche Leute glauben, dass die Elfen die Straßennutzer beschützen – zum Dank für die Rücksichtnahme.“

Parallelen zum Monster von Loch Ness

Doch von vorne. Der „Lagarfljótsormurinn“, wohnhaft im Lagarfljót-See und manchmal auch schlicht als Lindwurm bezeichnet – existiert offiziell schon seit dem Jahr 1345, allerdings nur in einer Sage. Ähnlich wie beim Monster von Loch Ness in Schottland meldeten sich in der Vergangenheit aber immer wieder Menschen, die den isländischen Lindwurm gesehen haben wollen, schwimmend und an Land. Laut einem Bericht des Internetportals Ancient Origins ist das Tier etwa 90 Meter lang und übersät mit Höckern und Beulen – also eigentlich gar nicht so leicht zu übersehen.

Inspiriert vom schottischen Tourismus-Boom rund um Nessie, setzten die Isländer im Jahr 1997 eine Belohnung für alle Bild- oder Filmaufnahmen aus, die vom eigenen Monster geliefert würden. Nach 15 Jahren, Anfang 2012, war es soweit, das isländische Fernsehen zeigte eine gut 30 Sekunden dauernde Videoaufnahme eines in der Nähe wohnenden Bauerns, Hjörtur Kjerúlf. Darauf zu sehen: ein schlangenartiges (aber bei weitem nicht 90 Meter langes) Wesen, das sich durch den Eismatsch des Lagarfljót schiebt. Für viele war das: der Beweis. Für einen skeptischen Wissenschaftler: ein gefrorenes Fischernetz in der Strömung.

Loch Ness Nessie

Sorge in Schottland Wo ist Nessie?

Eigentlich tauchen alle naselang Berichte auf, jemand habe das Ungeheuer von Loch Ness erblickt. Jetzt hat es einem Experten zufolge seit mehr als 18 Monaten keine „bestätigten Sichtungen“ mehr gegeben. Drei Fotos wurden nicht als Beweise anerkannt.

Kleiner Kopf, langer Hals, gewölbter Rücken: Es gibt klare Vorstellungen darüber, wie das Ungeheuer von Loch Ness aussieht. Kein Wunder, schließlich wurde das Untier schon viele Male gesichtet. Jetzt dürfte die Erinnerung jedoch langsam verblassen – denn Nessie, befürchten manche, könnte tot sein.

Die BBC zitiert einen Mann namens Gary Campbell aus der nahegelegenen schottischen Stadt Inverness, dem zufolge es seit 18 Monaten keine „bestätigten Sichtungen“ mehr gegeben hat. Eine derart lange Flaute habe es zuletzt vor 90 Jahren gegeben, sagt der selbst ernannte Sichtungs-Archivar.

Zwar wurden drei Bilder bei einem Nessie-Sichtungs-Wettbewerb eingereicht. Auf einem war jedoch nur eine Welle zu sehen, auf einem weiteren eine Ente, ein drittes sei überhaupt nicht am Loch Ness aufgenommen worden. Obwohl Campbell von „verstörenden Neuigkeiten“ spricht, ist er sich sicher, dass das Ungeheuer aus der Tiefe nur eine Pause macht und noch in diesem Jahr „mit aller Macht“ zurückkehren wird.

Aus wissenschaftlicher Sicht wird die Existenz Nessies stark angezweifelt, der Mythos hält sich jedoch seit Jahrhunderten – und beschert der Region im schottischen Hochland seit jeher wichtige Einnahmen aus der Tourismusbranche.

Belohnung für den Beobachter

Von da an war es Aufgabe der Wahrheitsfindungskommission, festzustellen, was es mit dem Monster auf sich hat. Im Gremium saßen ein Pastor, eine Biologin, eine Ethnologin, ein Parapsychologe und Politiker – die Interessen an wissenschaftlicher Aufklärung, Erhalt der Fabelwesen-Faszination und Unterstützung für den Tourismus wurden also alle irgendwie vertreten. Nun verkündete die Iceland Review Online dann das erstaunliche Ergebnis.

Für Hjörtur Kjerúlf, der das Video aufgenommen hat, bedeutete das eine Belohnung von etwa 3300 Euro plus einen saftigen Aufschlag von der lokalen Tourismusbehörde – und die Bestätigung, dass er den Lagarfljótsormur wirklich gesehen hat. Und dem Rest der Welt gibt das die Hoffnung, doch noch einem jahrhundertealte Fabelwesen zu begegnen. Nessie macht sich ja schon länger rar. Und Elfen gelten auch als ziemlich scheu.

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/panorama/monster-in-lagarfljt-islaendische-kommission-bestaetigt-existenz-von-ungeheuer-1.2157257

Gruß an die Fabelwesen

TA KI

Der Druidenhain – das fränkische Stonehenge


Der-Druidenhain2-718x400Der Druidenhain, ein Fels-Labyrinth, gelegen im Städtedreieck Nürnberg-Bamberg-Bayreuth, inmitten der landschaftlich reizenden Fränkischen Schweiz, wird auch als das fränkische „Stonehenge“ bezeichnet. Die mystisch-geheimnisvoll anmutenden und mit Moos und Baumwurzeln bewachsenen Dolomit-Felsblöcke lassen vermuten, dass die Entstehung auf einen Kultplatz keltischer Druiden zurück zu führen ist. Betritt man den Druidenhain, so überkommt einen das Gefühl unvorstellbarer Ruhe und vollkommener Erdung. Mächtige, dicke Baumwurzeln, die ihre Arme um die Felsblöcke auszubreiten und sie zu beschützen scheinen sowie hohe Bäume sorgen für eine großartige beruhigende Atmosphäre. An diesem Kraftort mag man sich gerne vorstellen, wie Kobolde und Elfen im Morgengrauen wilde Partys feiern, so märchenhaft wirkt die Szenerie um die teilweise beträchtlichen Ausmaßes umfassenden Felsblöcke und die mächtigen Bäume und Baumwurzeln rundherum.

Die Felsformationen wirken zusammen mit den Baumwurzeln als Einheit, wie eigenständige Lebensformen, ganz so, als ob man sie zum Leben erwecken könnte. Wenn man so durch die Felsblöcke schlendert könnte man sich auch gut vorstellen, sich am Meeresboden zu befinden, in einem Meer, in dem sich kein Wasser mehr befindet, so korallenriffähnlich sind die Jurafelsen, die mehr als 2 Millionen Jahre alt sind.

Keltische Kultstätte?Druidenhain2

Anfang des 20. Jahrhunderts kam der damalige Bürgermeister Georg Richter der Gemeinde Wohlmannsgesees, zu dessen Gebiet der Druidenhain gehört, durch seine Forschungen zu dem Schluss, dass es bei den Felsanordnungen um eine vorgeschichtliche Kult- und Sonnenbeobachtungsstätte handelt. Es gibt auch Mutmaßungen, dass der Kraftort Druidenhain  Reste von Kultanlagen aus der Megalithzeit sind. Wissenschaftliche Untersuchungen der Universität Nürnberg-Erlangen konnten nicht belegen, dass die Felsformationen etwa von Menschenhand in ihre jetzige Positionen bewegt und/oder als Kultstätte genutzt wurden. In den Gemeindeakten von Wohlmannsgesees, datiert aus dem Jahre 1863, ist wiederum zu lesen, dass die geometrische Anordnung der Felsblöcke und die zuweilen zu beobachtenden Strudellöcher bereits Mitte des 19. Jahrhunderts die Vermutung aufkommen ließen, dass dort in heidnischen Zeiten Opfer gebracht wurden.

Eingang zur Unterwelt

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Die Einheimischen gaben den Felsgebilden Namen wie Opferstein, Wächter, Taufstein, Altar, Grab, Mondkalender oder „Eingang zur Unterwelt“. Das Unerklärliche und das Mystische beflügelt die Fantasie der Menschen und so lebt auch der Druidenhain von den Menschen, die ihn aufsuchen, ihn ehren und sich mit ihm verbinden. Dadurch entsteht diese Energie, die alle verbindet und einen Kraftort entstehen lässt wie den Druidenhain, dem fränkischen Stonehenge.

Genauer Standort
Google-Maps: 49.786293,11.260557
Druidenhain Das fränkische Stonehenge


Bildrechte: 2012Spirit.de

Quelle: http://www.2012spirit.de/2013/11/der-druidenhain-das-fraenkische-stonehenge/

Gruß an die heiligen Stätten

TA KI

Germanische Religion


Geschrieben von: Hans von Schubert
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Nach dem Ausgleich von Freiheit und Gebundenheit, Persönlichkeits- und Gemeinschaftsbewußtsein strebt das Leben der Germanen. Eben weil er ihn vorfand, hat Tacitus den Römern darin einen Spiegel vorgehalten. Die Forschung hat seiner Zeichnung nicht Unrecht gegeben. Die kleinen Gebilde, die uns bei Tacitus als civitates, „Staaten“, Bürgerschaften, oder später in England, Deutschland, Dänemark als Völkerschafts- oder Gaukönigtümer begegnen, lassen eine Vereinigung von beiden erkennen. Besonders erklärt sich aus jener Doppelheit von Persönlichkeits- und Genossenschaftsbewußtsein das den Germanen eigentümliche, schon von Tacitus angestaunte Gefolgschaftswesen: der freie Anschluß kriegerischer Jungmannen an einen Edeling oder Fürsten auf gegenseitige Treue hin, sie zu Dienst, er zu Unterhalt verpflichtet, er der Hlaford, Lord oder Truhtîn, Scharenführer, sie untereinander „Genossen“, alle zusammen „Bankgenossen“ in derselben Halle, kameradschaftlich, jener aber auf erhöhtem Sitz, dem Hochsitz des Hauses. Es ist die Keimzelle eigentümlicher Bildungen auf dem Gebiete germanisch-deutschen politischen Lebens.

Sehen wir zu, welche Stelle nun der Religion bei solcher allgemeinen psychologischen Anlage zukam.

In den 163 Sprüchen der nordischen Odinsfreunde ist nur wenig von Opfer und Gebet die Rede; auf mangelnde Religion darf man daraus nicht schließen: diese ganze Ethik erscheint ja als Gottesspruch, als Odinsweisheit. Das zähe Fortleben heidnischen Aberglaubens in Deutschland zeigt, daß er einst als Glaube auch hier fest in den Herzen saß. Der am spätesten von den christlichen Franken unterworfene, sprödeste, ungemischteste, von der Wanderzeit unberührt gebliebene Stamm, der der Sachsen, galt den Franken als „allerheidnischster“, „dem Götterkult völlig ergeben“.

Als Sigrid-Brunhild in der nordischen Siegfriedsage, von Sigurd befreit, erwacht, und ehe sie ihm die Weisheitssprüche und Lebensregeln sagt, ruft sie betend aus:

„Heil dir, Tag, und Heil euch, Söhnen des Tags,
Heil dir, Nacht, und Kinder
der Nacht!
Blicket mit milden Augen
hierher auf uns,
gebt uns Sitzenden den Sieg!
Heil euch, ihr Asen, Asinnen Heil,
Heil dir, nährende Erde!
Rede und Menschenklugheit gebt
uns zwei Edelingen
und heilende Hände, solange wir
leben!“

In diesem altnordischen Gebet klingen die verschiedenen Töne zusammen, die sich auch in Deutschland zusammengefunden haben werden. Die Natur lebte dem alten Deutschen wie dem Nordmannen, nur daß bei dem Deutschen Baum und Berg, Quelle und Sumpf eine größere Rolle gespielt haben als Klippe und Meer. Dabei schwankt die Anschauung naturgemäß: einerseits findet sich die Meinung, daß alle Bäume beseelt seien, also auch der Wald, und ein ganzer Hain heilig – noch später bat der Holzfäller den Baum wohl um Verzeihung, wenn er ihn schlagen mußte, und das Abschälen der Bäume war mit schwerster Todesstrafe belegt – dem „Ausdärmen“, das heißt der Darm des Frevlers wurde um die entschälten Stellen gelegt –, andererseits gibt es einzelne ausgezeichnete Bäume, wie der Riesenbaum bei Upsala, wie die Irminsul, das Heiligtum der Sachsen, wie die hessische Donarseiche bei Hofgeismar, die Bonifaz fällte. Ähnlich ist’s auch mit den Quellen. Sie sind alle heilig, aber es gibt die besonders heilige Quelle, wie das Wunder des Süßwasserquells auf dem heiligen Eiland im Nordmeer, Helgoland, das Sacrum der friesischen Völker. Stärker noch und ganz allgemein waren alle Germanen des frommen Staunens voll über die gewaltigen Erscheinungen des Himmels, die Sonne mit ihrer Leuchtkraft, das Gewitter mit seinem Donner, den Wind, von dem man nicht weiß, woher er kommt und wohin er fährt, aber sein Sausen in den Lüften hören wir wohl. Sie boten ihm das Bild der kämpfenden Natur. Nur Totemismus im eigentlichen Sinne in der Form der Tierverehrung findet sich nicht; selbst die Rolle, die das Roß, namentlich bei den Sachsen, spielt, wird man nicht hierhin rechnen können. Das Tier, das er beherrschte oder erlegte, war ihm nicht wunderbar genug.

Über die unbestimmten Vorstellungen schritt die deutsche Phantasie fort zu den bestimmteren von Geistwesen, die entweder gebunden sind an einen Ort in der Natur oder ungebunden durch die Natur schweifen, mit eigenen geheimnisvollen Reichen, über Nixen und Riesen zu Hausgeistern, Elfen, Wichten und Zwergen, in denen die alte Ahnenverehrung weiterlebt. Ist es Zufall, daß sich die Phantasie in Deutschland mit besonderer Liebe der unglaublich kleinen und eben in dieser Kleinheit wunderbaren Wesen angenommen hat und schon eine „Andacht zum Kleinen“ kannte? Sie können sich sogar ganz unsichtbar machen, durch die Tarnkappe, und haben doch wieder einen Kraftgürtel. In ihrer verborgenen, schätzehütenden Geistigkeit sind sie am menschenähnlichsten geworden.

Über dieser Schicht, die im gewöhnlichen Leben beherrschend fortdauerte, wie bei den Griechen und Römern der Dämonenkult, sehen wir den Glauben an persönliche, von der Naturbasis halb oder ganz gelöste Götter sich erheben. Axel Olrik hat in seinem schönen Buch über „Nordisches Geistesleben“ dargelegt, wie den ganzen nordischen Mythus der Gedanke des Kampfes der Riesen gegen die Götter durchzieht. Das ist doch nur ein Niederschlag des allgemeinen religionsgeschichtlichen Vorgangs, wie er sich bei den Griechen im Mythus des Titanen- und Gigantenkampfes gegen die Olympier ähnlich findet. Die lichteren Götter des Himmels, die Bringer, Erhalter, Segner der menschlichen Kultur, haben sich zu behaupten gegen die dunkleren Gewalten der Erde, die Zeit der Erdgebundenheit weicht. Das ganze Dasein erscheint ins Lichtere gehoben. Himmelsgötter sind Tyr oder Ziu (wohl die alte, indogermanische Gottheit des indischen Dya¯us, die auch in Zeus, Jupiter steckt), Thor-Donar der Gewitter-, Odin-Wodan der Sturmgott, auch Baldur, er in den Merseburger Heilsprüchen für Deutschland bezeugt ist; Nerthus, die weibliche Erdgottheit, die Fruchtbarkeit, die Gattin des Frey, des Wachstumsgotts, bei den Friesen und an der See heimisch – Götter des Gerichts und der Ehe, der Volksgemeinschaft und des Hauses, also der verschiedenen Seiten der Kultur, aber die wichtigste, die ersten drei, doch Götter des Kriegs zugleich. Als einen Kampf der erhaltenden Mächte gegen die zerstörenden sah der Germane das Leben an, auch das Leben seiner Götter: was sich für uns als ein Austausch der verschiedenen Göttergruppen gibt, stellte sich ihnen als Kampf dar. Durch einen Kampf der Asen und Wanen sahen sie die Götterscharen zusammentreten, durch einen Kampf gegen die Mächte der Finsternis sich behaupten. Auch Loki, der Gott des Feuers, war in ihre Gesellschaft erhoben: das Feuer verzehrt, aber erhält auch. Doch stammte Loki von unten. Und hier setzte das Verhängnis an. Die Lohe konnte von unten aufschlagen und die Himmelsburg vernichten in dem Endkampf, in dem die Muspelsöhne, die Riesen, erscheinen, die Götter aber ihr Gefolge aufbieten. Denn aus der Hel, der Unterwelt, ist die Walhalla geworden für die Schlachttoten, die doch den Tod nicht mehr sehen, sondern von der Walstatt durch die Walkyren in die ewige Kriegerhalle geleitet werden. Das ist die Gefolgschaft der Götter, das sind die Tapfersten der Tapferen, die Einherier.

„Thunaer ende Wodan ende Saxnot“ (das ist vermutlich Tyr oder Ziu) „und allen Unholden, die ihre Genossen“ sind, mußten die sächsischen Täuflinge abschwören. Auch dieser deutsche Götterhimmel war also reich, aber Donar und Wodan standen voran. Auch zwischen ihnen ist ein Kampf, der erstere der nordische Hauptgott, der andere mehr den Westgermanen eigen, jener die Kraft, dieser den Verstand vertretend, jener doch auch bei den abgeschlosseneren Sachsen noch an erster Stelle, dieser da, wo der Verkehr den Sinn geweckter gemacht hatte, zum Beispiel auf dem Heiligenberg bei Heidelberg an Stelle des Merkur von kimbrischen Legionären verehrt. Beide aber stehen nun nebeneinander: Thor-Donar mit dem Unterton des Rohen, Tölpelhaften, aber Guten und Wohltätigen, der Freund der Menschen, also der Gott des sittlich-rechtlichen Gemeinschaftslebens – Odin-Wodan, schmiegsam und veränderlich wie der Wind, mit dem Unterton des Schlauen und Listigen, der Lehrer nicht nur des Guten, sondern auch des Nützlichen, des privaten Vorteils, der individuellen Religion im guten und schlechten Sinn. Wodan siegte auf der ganzen Linie, seit er den Menschen die ersten Runen ritzte und sie den Zauber der heimlichen Sprüche lehrte, mit denen man die Dinge zwingen kann. Die angelsächsischen Könige alle schrieben ihre Abkunft von ihm her, und selbst im Norden wurde er zum Vater der Asen, der Götter, zum Allvater. Hier erst wird etwas von „Urheberreligion“ erkennbar. Man spürt den inneren Streit und den Ausgleich der beiden am Anfang ausgewiesenen Neigungen in der Seele des Germanen: Gemeinschafts- und Persönlichkeitsbewußtsein, Gemeinschafts- und Persönlichkeitskultur.

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„Ich entsage allen Teufelsworten und -werken, Donar, Wodan und Saxnot“, gelobten die Sachsen bei der Taufe. Sie wußten sich also mit Worten und Werken an ihren Dienst gebunden. Rudolf von Fulda hielt die Schilderung aus der Germania des Tacitus (c.10) noch immer für zutreffend, wonach die Deutschen nichts taten, ohne den Willen der Götter zu erkunden, in Los und Orakel, bei Gericht und vor der Schlacht. Das Gemeinschaftsleben, das Recht war geheiligt durch Religion, beide gebunden an heiligen Wortlaut und strenge Form der Handlung. In der Volksversammlung, dem Thing, hat das Opfer seine Stätte, wird der Neiding, der Frevler, den Göttern geopfert von den Priestern des Volks, indem er an einen Baum des heiligen Hains gehängt wird, wie die feindlichen Gefangenen, die, dem Gotte geweiht, dort „baumelten“ – es ist durchaus mit dem Volke unlösbar verwachsene Religion, in der zuletzt auch Bilder und Tempel und frohe Götterfeste zu bestimmten Zeiten, zum Teil mit Umfahrten, als Feste des Volkes nicht fehlten. Wir können schon der taciteischen Schilderung entnehmen, daß den edeln und fürstlichen Geschlechtern des Volkes die Priester entnommen wurden. Das stimmt zu der allgemeinen Beobachtung, daß Königtum und Priestertum in der Wurzel etwas gemein hatten. Wie das Familienoberhaupt, der Hausherr, die Herdgenossen auch beim Opfern vertritt, so der fürstliche Edeling, dessen Haus- und Sippenwirtschaft sich zur Volksherrschaft erweitert hat, die Volksgenossen. Denn auch das häusliche Priestertum des Familienvaters, das durch Tacitus und später aus dem Norden bezeugt ist, wird in Deutschland anzunehmen sein, so wenig wir hier davon wissen, so wenig wir namentlich von einer deutschen Parallele zu den nordischen Privat- oder Eigentempeln unmittelbare Kunde haben.

Nun sucht der Mensch, nachsinnend, die Geschichte und das Wesen der Dinge zu durchdringen. Am Anfang schon gaben die Götter den ersten Menschen Seele und denkenden Geist, so heißt es in der Völuspa. Die ganze Welt ist wie ein großer Baum, eine Weltenesche, der heiligste aller heiligen Bäume, dessen Wipfel in den Himmel ragt und dessen Wurzeln bis zu Riesenreich und Unterwelt gehen, in dessen Krone Odins Windroß weidet und an dessen Fuße die Götter selbst ihr heiliges Recht finden im Thing. Hier aber sitzt an ewiger Quelle, am Born des Lebens das Schicksal, die Wurd, und legt des Lebens Lose den Menschenkindern. Und hier liegt auch verborgen Heimdals Horn, des Himmelswächters, das einst ertönen wird, wenn die Riesen anstürmen zum Endkampf. Denn noch weiter und tiefer sieht der Seherin Auge – „Könnt ihr weiteres verstehen?“ Die Götter auch sind dem Schicksal verfallen, sie selbst sind nicht das letzte Wort. Es kommt die Stunde, da sich die gebändigten Elemente der Welt empören, das Meer, die große Schlange, die das Erdreich umringelt, sich aufbäumt gegen Sonne und Sterne und Wind und Donner. Und das entfesselte Chaos, der Fenriswolf, fällt den Göttervater; der aber wird gerächt durch den Sohn; Thor und der Midgarddrache, Gewitter und Meer töten sich gegenseitig. Den sicheren Untergang vor Augen kämpfen die Götter bis zur Vernichtung – die Sonne versinkt, und die Lohe schlägt über alles empor. Der Weltenbaum zittert.

Aber an der Wurzel an heiliger Quelle sitzt das Schicksal und hält ihn bei frischem Grün. Eine neue Erde steigt aus der Flut. „Über schäumenden Fällen schwebt der Adler – Fische fängt er an felsiger Wand“. „Auf unbesätem Acker werden Ähren wachsen“, alles Böse schwindet, denn Baldur erscheint mit anderen lichten Asen – „Könnt ihr weiteres verstehen?“ „Einen Saal seh’ ich stehen – die Sonne überstrahlt er – mit Golde gedeckt auf Gimles Höhen: – dort werden wohnen wackere Scharen (d. i. eine neue Gefolgschaft) – und ein Glück genießen, das nimmer vergeht.“

Das ist die tiefsinnige Religionsphilosophie im Munde einer Seherin, sicher in den Grundzügen auch den Deutschen nicht fremd, die von der Wurd – Meotod nannten sie die alten Sachsen – und den Muspelsöhnen und dem letzten Streit wohl wußten. Man kann denken, daß auch eine deutsche Veleda ähnliches weissagte. Keine klare Weltendeutung, aber eine gewaltige Weltanschauung in unerhört kühn hingesetzten sich jagenden Bildern, eine germanische Apokalypse, an deren Ende doch auch ein neuer Himmel und eine neue Erde und eine neue Himmelsburg stehen, der Sieg der sittlichen Ordnung über das Chaos der Elemente.

Quelle: http://www.asatru.de/nz/index.php?option=com_content&view=article&id=144:germanische-religion&catid=5:kultur&Itemid=26

Gruß an die Ahnen

TA KI

Nordische Mythologie


Am Anfang waren Kälte und Hitze

Der Weg nach Norden ­ Norway, Norwegen, Norge ­ wurde immer als schwer zu finden betrachtet, beschwerlich zu gehen und gepflastert mit unsäglichen Gefahren. Für die Schriftsteller der Antike war Norwegen ein Märchenland ­ Ultima Thule, bevölkert von wilden Barbaren und voll von merkwürdigen und phantastischen Wesen.

Von Tor Åge Bringsværd

Der Grieche Pytheas erzählt (im 4. Jahrhundert v.Chr.) von einem Ort, an dem die Naturgesetze nicht zu gelten scheinen, wo Erde und Wasser sich vermischen, und wo alles frei herumzuschweben scheint. Und der berühmte Historiker Herodot klagt, es sei eigentlich gänzlich unmöglich, irgendetwas von diesen nördlichen Gegenden zu beschreiben, weil man ganz einfach seine Hand nicht vor Augen sehe. Das liege an all den weißen Federn, die einem ununterbrochen ins Gesicht flögen, sagt er; die Luft sei voll von solchen weißen Federn, und sie lägen wie ein dichter Teppich auf dem Erdboden. Vermutlich müssen wir diese Aussage als den ein wenig mißglückten Versuch eines Südländers deuten, einen Schneesturm zu schildern… Es stimmt jedoch: Norwegen hat immer schon mehr als genug Eis und Schnee gehabt. Ein großer Teil des Landes liegt nördlich des Polarkreises. Und obwohl sich das Eis schon vor langer Zeit aus unseren Gegenden zurückgezogen hat, dauerte die Eiszeit in Norwegen länger als an den meisten anderen Orten der Welt.

Auch das sogenannte „Heidentum“ hielt sich hier im Norden länger als andernorts. Während das übrige Europa bereits seit tausend Jahren christianisiert war, beteten wir hier oben weiterhin unsere alten „heidnischen“ Götter an.

Wikinger wurden sie genannt, die alten Norweger, die um das Jahr 1000 Europas Küsten unsicher machten und Schrecken und Grauen bis nach London und Paris und weit ins Mittelmeergebiet verbreiteten, die wilden und gnadenlosen „Barbaren“, die nicht gerade einen großen Bogen machten, um Kirchen und Klöster zu plündern… War ihnen denn nichts heilig? Was glaubten sie selbst, diese blonden Seeräuber?

In diesem kurzen Artikel wird versucht, einen Umriß von der alten nordischen Mythologie zu zeichnen ­ so wie wir sie aus der Lieder-Edda kennen ­ der mächtigen Götterdichtung, die vor tausend Jahren entstand (niemand weiß, von wem), und die in isländischen Pergamenthandschriften aus dem 13. Jahrhundert erhalten ist.

Haben diese alten Erzählungen auch für uns heute noch Bedeutung?

Mythen und Märchen werden nie inaktuell. Sie handeln nämlich nicht nur von „damals“ und „zu der Zeit“. Genauso gut können sie von „jedesmal“ und „zu allen Zeiten“ berichten. Und die nordische Mythologie gehört – meiner Meinung nach – ganz einfach zu den spannendsten, originalsten und den am stärksten zum Nachdenken zwingenden Versuchen, die es überhaupt gibt, unsere innere und äußere Wirklichkeit zu beschreiben ­ mit Worten und poetischen Bildern Leben und Dasein einzufangen.

Wie entstand die Welt?

Am Anfang waren Kälte und Hitze. Auf der einen Seite die Gegend Niflheim (Nebelheim) mit Frost und Nebel. Auf der anderen Seite Muspellsheim, ein Meer von lodernden Flammen. Zwischen ihnen war nichts. Nur eine große, gähnende Schlucht, Ginnungagap. Hier in dieser gewaltigen Leere ­ mitten zwischen Licht und Dunkel ­ sollte alles Leben seinen Anfang nehmen. In der Begegnung zwischen Eis und Feuer… Denn langsam begann der Schnee zu schmelzen, und geformt von der Kälte, aber von der Hitze zum Leben erweckt, entstand ein seltsames Wesen ­ der Frostriese Ymir. Ein größerer Riese hat nie gelebt.

Da, wo das Eis schmolz, formten die Tropfen auch ein anderes Wesen ­ eins mit Euter und Hörnern, eine riesige Kuh. Sie hieß Audhumla. Ihre überreichliche Milch floß in mächtigen Strömen aus ihren gewaltigen Zitzen. Auf diese Weise fand Ymir Nahrung. Aber wovon nährte sich die Kuh? Sie beleckte die in ihrer und des Riesen Umgebung umherliegenden Eisblöcke, die salzig waren. Dann aber geschah etwas Merkwürdiges: Als sie die Blöcke beleckte, kam aus einem von ihnen plötzlich langes Menschenhaar hervor! Am nächsten Tag kamen ein Kopf mit einem Gesicht hervor! Und am dritten Tag legte sie beim Lecken den ganzen Körper frei… Es war ein Mann. Er war hochgewachsen und schön. Buri war sein Name – und von ihm stammen die Götter ab, die wir Asen nennen.

Der Riese Ymir bekam Kinder mit sich selbst. Als er schlief, fing er an zu schwitzen… und da wuchs ihm unter seinem linken Arm Mann und Weib. Ymirs Beine wollten seinen Armen offensichtlich in nichts nachstehen… seine Füße paarten sich, und ein Sohn mit sechs Köpfen wurde geboren. Das ist der Ursprung der Geschlechter der Hrimthursen, die wir Trolle und Riesen nennen können, die wir jedoch auch unter dem Namen Jöten kennen.

Den verschiedenen Geschöpfen muß es lange gelungen sein, in Frieden miteinander zu leben. Sie bekamen jedenfalls Kinder miteinander… Odin ­ er, der später aller Götter Oberhaupt wurde ­ ist der Sohn der Riesen-Tochter Bestla und von Bur, dem Sohn von Buri. Es wimmelt sozusagen von Jöten. Und eines Tages üben Odin und seine Brüder ­ Wili und We ­ den Aufstand gegen Ymir und sein Geschlecht. Es kommt zu einem schweren Kampf; Odin und seine Brüder aber siegen. Sie töten Ymir ­ und aus seinen Wunden ergießen sich Ströme von Blut über die Feinde der Asen, in denen sie nahezu alle ertrinken… alle, bis auf zwei. Von diesem Riesen-Paar, das in die Nebelwelt flüchtet und sich dort versteckt, stammen alle späteren Hrimthursen-Geschlechter ab… Auch Audhumla ­ die erste Kuh ­ muß über die Kante in den Abgrund hinuntergespült worden sein, denn nach diesem Blutbad hat nie wieder jemand von ihr gehört oder sie gar gesehen…

Die Asen schleppen den toten Ymir bis in die Mitte der Schlucht Ginnungagap ­ in die große Leere. Dort legen sie ihn wie einen Deckel über den Abgrund.

Hier erschaffen sie die Welt – aus der Leiche des Riesen.

Sein Blut wird zum Meer. Sein Fleisch zur Erde. Seine Gebeine werden zu Gebirgen und Klippen. Die Zähne und zersplitterte Knochenreste werden zu Steinen und Geröll. Die Haare zu Bäumen und Gras. Sein Gehirn werfen die Götter hoch in die Luft. Auf diese Weise entstehen die Wolken. Und der Himmel? Er entsteht aus seiner Schädeldecke…, die sie wie ein Gewölbe, eine Kuppel über alles Erschaffene stülpen. Danach fangen die Götter Funken aus dem heißen Muspellsheim ein und setzen sie an den Himmel. Dort hängen sie jetzt und funkeln. Auf der Innenseite dessen, was einst des Riesen Ymir Schädel war… So wurden die Sterne erschaffen.

Aus Ymirs Leiche kriechen kleine Würmer. Sie sind der Ursprung der Zwerge, der Unterirdischen, die in Grotten und Höhlen leben. Die Asen wählen vier von ihnen, die das Himmelsgewölbe tragen, die vier Ecken der Welt bewachen sollen. Diese Zwerge heißen: Osten, Westen, Norden und Süden.

So bekommt alles Ziel und Sinn.

Wie wurde der Mensch erschaffen?

Als Odin und seine Brüder Wili und We einmal am Meeresstrand entlanggehen, finden sie zwei an Land gespülte Baumstämme.

Sie nehmen die Stämme und schaffen Menschen daraus.

Odin ist es, der ihnen Leben einhaucht, so daß sie selbst atmen und leben können. Wili gibt ihnen Verstand und Bewegung. We gibt ihnen Antlitz, Sprache, Gehör und Gesicht. Sie geben ihnen Wärme und Farbe.

Jetzt sind die Stämme kein Treibholz mehr; sie sind Mann und Frau.

Die Asen geben dem Mann den Namen Ask („Esche“) und der Frau den Namen Embla (vielleicht „Ulme“ oder „Rebe“). Von ihnen stammen alle Menschen ab.

Wie entstand die Zeit?

Am Anfang gab es keine Zeit. Alles steht seltsam still.

Aber die Asen geben der Riesen-Frau Nacht und ihrem Sohn Tag jeweils ein Pferd und einen Wagen – und setzen sie an den Himmel, so daß sie jeden Tag und jede Nacht um die Welt fahren können. Nacht fährt vorweg. Ihr Pferd heißt Rimfakse. Es hat Rauhreif in der Mähne, und der Tau, der sich jeden Morgen auf Felder und Wiesen senkt, sind Schaumtropfen aus seinem Zaumzeug. Hinter ihr fährt ihr Sohn Tag. Sein Pferd heißt Skinfakse, denn aus der Mähne des Pferdes strahlt und leuchtet es…

Auch die Sonne ist jetzt erschaffen ­ aus Funken aus Muspellsheim, und der Mond hat seine richtige Bahn bekommen. Auch ihnen hat man je ihren Himmelswagen gegeben. Zwei Kinder haben die Aufgabe, darauf zu achten, daß Sonne und Mond nicht von ihren Wagen fallen ­ und die schnellen Pferde zu lenken. Und hier ist Tempo die Devise! Zwei riesige Wölfe sind ihnen ständig auf den Fersen; sie schnappen nach der Sonne, dem Mond und wollen sie verschlingen! Irgendwann … irgendwann einmal wird es ihnen vielleicht gelingen…

Man sagt, die Welt ist rund?

Sie ist rund – aber nicht wie ein Apfel oder ein Ball. Die Welt hat die Form eines Kreises… eine dünne, flache Scheibe, wie abgeschnitten vom Ende eines Stücks Holz.

Wo in der Welt wohnen die Asen – und wo wohnen wir?

Am Anfang war alles Urwald und Einöde. Aber die Asen glichen Pionieren. Sie schufen Lebensraum für sich selbst und uns. Midgard nannten sie die Wohnstätte der Menschen, da sie mitten in der Welt liegt. Und im Zentrum von Midgard bauten die Götter ­ damit die Menschen sich nicht allein und verlassen fühlen sollten ­ für sich selbst einen gewaltigen Wohnsitz: Asgard ­ eine mächtige Götterburg, beschützt von dicken Mauern. Um dorthin zu gelangen, muß man über den Regenbogen reiten ­ eine Brücke aus loderndem Feuer. Auch um Midgard herum wurde ein Schutzwall angelegt – denn draußen, im Wilden und Unbekannten, herrschen Dunkelheit und unheimliche Kräfte. Hier ­ in Utgard und Riesenheim (Jötunheim) wohnen Riesen (Jöten) und Trolle. So hat alles seine Ordnung ­ wie die Jahresringe eines Baums. Und ganz weit draußen ­ an allen Kanten ­ wogt das große Weltmeer.

Aber gibt es nicht auch Zwerge und Elfen auf der Welt?

Und ob! Aber auch Zwerge und Elfen haben ihre Wohnstätte. Die Zwerge hausen gewöhnlich in Felswänden und zwischen Felsblöcken, häufig auch im Innern der Erde. An versteckten Orten in Midgard und Utgard. Sie sind tüchtige Schmiede, wobei man ihnen jedoch nie ganz trauen kann… Die Elfen demgegenüber sind sowohl Göttern als Menschen freundlich gesinnt. Alfenheim wird ihr Land genannt. Einige meinen, Alfenheim liege innerhalb der Mauern von Asgard; andere meinen, es sei in Midgard zu finden. Über Zwerge und Elfen herrscht große Unsicherheit. Einige meinen sogar, sie gehören zu ein und demselben Geschlecht und sollten „Lichtalfen“ und „Schwarzalfen“ genannt werden. Einst gab es noch ein anderes Göttergeschlecht als die Asen ­ Wanen wurden sie genannt. Sie wohnten in Wanaheim. Ihre Burg aber wurde dem Erdboden gleichgemacht, und kein Mensch weiß heute mehr, wo dieser Ort liegt…

Hat die Welt ein Zentrum?

Mitten in Midgard liegt Asgard – und mitten in Asgard haben die Götter einen „Hofbaum“ gepflanzt, eine riesige Esche, genannt Yggdrasil. Eine ihrer Wurzeln liegt in Asgard, eine weitere in Riesenheim und eine dritte in Niflheim. Ihre Zweige ragen so weit, daß sie die ganze Welt überschatten. Yggdrasil ist das Zentrum der Welt ­ und solange der Baum grün ist und fruchtbar und neue Triebe trägt ­ so lange wird die Welt bestehen.

Wer kennt das Schicksal; wer kann Kommendes voraussehen?

In unmittelbarer Nähe einer Quelle in Asgard leben drei Schicksalsgöttinnen – Urd, Werdandi und Skuld. Sie werden Nornen genannt. Die Nornen kennen das Schicksal eines jeden lebenden Wesens, und sie wissen, wie es einem jeden ergehen wird. Manche meinen, es gebe mehr Nornen als diese, unter Elfen und Zwergen. Auch unter den Menschen gebe es Frauen, die mehr sehen als andere. Eine solche Seherin oder Sibylle wird Wölva genannt. Der Name bedeutet „Stabträgerin“. Ihr Stab ist Symbol für ihre übernatürlichen Kräfte. In Trance kann sie mit der Geisterwelt Verbindung aufnehmen. Sie kennt zahlreiche wirkungsvolle Zauberlieder.

Wie heißen die wichtigsten Götter?

Odin ist der wichtigste unter den Asen. Er ist weise und des Zauberns mächtig; er ist der König der Götter. Der Mittwoch ist sein Tag (norw. onsdag – Odins Tag). Seine Frau heißt Frigg, und ihr Tag ist der Freitag (norw. fredag – Friggs Tag). Sein Pferd heißt Sleipnir. Es hat acht Beine. Odin besitzt zwei Raben – Huginn und Muninn. Jeden Morgen fliegen sie über die Welt, um zu sehen und zu hören, und am Abend kommen sie heim, um Odin alle Neuigkeiten zuzutragen. Sein Speer heißt Gungnir; er trifft jedes Ziel. Von Odins Ring – Draupnir (Träufler) – tropfen jede neunte Nacht acht gleich prachtvolle Ringe ab. Odin hat nur ein Auge, das zweite verpfändete er einst in seiner Jugend an den Riesen Mimir, um aus der wunderbaren Quelle der Weisheit trinken zu dürfen, die Mimir bewachte. (Bei einer späteren Gelegenheit wurde Mimir enthauptet; Odin aber fand das blutige Haupt des Riesen und salbte es mit heilenden Kräutern. Die Augen öffneten sich sofort, und der Mund konnte wieder Worte formen. Seitdem war Mimirs Kopf einer der besten Berater Odins…)

Odins Sohn Thor ist der zweitmächtigste der Götter. Der Donnerstag (norw. torsdag ­ Thors Tag) ist sein Tag. Thor ist stark und hitzig – und geht nie der Möglichkeit aus dem Weg, mit Riesen oder Trollen einen Kampf auszufechten. Obwohl Tyr (norw. tirsdag ­ Tyrs Tag) ihn vielleicht an Mut übertrifft, gibt es auf der ganzen Welt niemanden, der so stark wäre wie Thor. Und sein Hammer ­ Mjöllnir ­ ist die gefährlichste Waffe im Himmel und auf Erden. Thor kann ihn so klein oder so groß machen, wie es ihm gefällt. Wirft er den Hammer, trifft dieser alles, was der Gott anvisiert und ­ kehrt immer in seine Hand zurück. Wenn Thor sich auf Reisen begibt, spannt er Böcke statt Pferde vor seinen Wagen. Selbst wenn die Böcke am Abend geschlachtet werden, sind sie am nächsten Morgen wieder quicklebendig ­ vorausgesetzt, man achtet genau darauf, beim Essen keinen einzigen ihrer Knochen zu brechen und alle Reste zu sammeln und sie nach Beendigung der Mahlzeit wieder fein säuberlich in ihr Fell zurückzulegen. Wenn Thors Wagen am Firmament entlangfährt, haben wir Gewitter ­ (Thor = Donar = Donner). Sif heißt seine Frau. Ihr Haar ist aus Gold, und von allen Asinnen, den nordischen Göttinnen, ist es nur die Liebesgöttin Freyja, die schöner ist. Sie ist es auch, die die Asen das Zaubern lehrte. Sie besitzt ein magisches Falkengewand, dank dessen sie sich jederzeit in den Raubvogel verwandeln kann; und auf Ausfahrten läßt sie ihren Wagen mit Vorliebe von einer Meute Katzen ziehen. Jeder, der in Herzensangelegenheiten Rat und Trost sucht, wendet sich an Freyja, aber sie kann nicht helfen, hat die Liebesgöttin selbst doch einen für Zeit und Ewigkeit währenden Liebeskummer! Ihr eigener Ehemann hat sie verlassen und ist seiner Wege gegangen (niemand weiß, wohin). Freyja weint oft bittere Tränen um ihn, und jedesmal sind ihre Tränen aus reinstem Gold… Freyjas Bruder heißt Frey. Der Name bedeutet „der Herr“ oder „der Vornehmste“. Er ist der Gott der Fruchtbarkeit. Eigentlich stammen sowohl er als auch Freyja aus dem Geschlecht der Wanen (das heißt, sie gehören zu den Göttern, mit denen die Asen einst am Anfang aller Zeiten um die Weltherrschaft kämpften). Das Geschwisterpaar kam ursprünglich, zusammen mit seinem alten Vater, als Geiseln zu den Asen… Frey besitzt den phantastischen Eber mit den goldenen Borsten, Gullinborsti – das Schwein, das sich zu Lande, zu Wasser und in der Luft gleich gut bewegen kann! Und er besitzt das magische Schiff Skidbladnir, das immer nur in achterlichem Wind segelt und das man nach Verwendung wie ein Tischtuch zusammenfalten und in einen Beutel stecken kann. Bei den Göttern in Asgard gibt es zahlreiche andere herrliche Schätze; am kostbarsten sind die magischen Äpfel, die die Göttin Idun hütet – die Äpfel der ewigen Jugend, von denen die Götter hin und wieder ein Stück essen müssen, um nicht alt und gebrechlich zu werden.

Odin hat viele Söhne. Es hat keinen Sinn, sie alle zu nennen. An Heimdall kommen wir jedoch nicht vorbei. Er wurde vor Urzeiten auf wunderbare Weise von neun (!) Riesen-Mädchen geboren und ist der Wächter der Götter. Er wohnt am Himmelsberg und bewacht die nach Asgard führende Regenbogenbrücke Bifröst. Heimdall braucht weniger Schlaf als ein Vogel; er sieht nachts ebenso gut wie am Tage und kann das Gras wachsen hören… Heimdall besitzt das Horn Gjallarhorn, in das er am letzten Tag blasen soll, um die Asen zum letzten großen Kampf gegen Trolle und dunkle Mächte zu den Waffen zu rufen.

Balder ist der Sohn von Odin und Frigg. Er ist bekannt für seine Freundlichkeit, Milde und Klugheit. Balder hat schlechte Träume und fürchtet sich davor, zu sterben; aber dank seiner Mutter ­ die mächtigste aller Göttinnen von Asgard ­ schwören alle belebten Wesen und unbelebten Dinge, daß sie ihm niemals etwas antun werden. In Asgard vergnügen sich die Götter nun damit, spielerisch auf Balder zu schießen, da er ja weder getötet noch verwundet werden kann. Frigg jedoch hatte vergessen, den Mistelzweig zu befragen ­ ihrer Meinung nach war er zu klein und unansehnlich. Das kommt dem Intriganten Loki zu Ohren, und mit List stachelt er den blinden Höd dazu an, Balder zu erschießen. Die Asen senden berittene Boten ins Totenreich, damit sie um Balders Rückkehr bitten. Hel, die Königin des Totenreichs sagt, wenn die ganze Welt um Balder weine, solle er wieder lebendig werden. Und alle Dinge und alle Wesen ­ selbst Steine und Bäume ­versuchen (vergeblich), den Toten ins Leben zurückzuweinen.

Wer sind Götter und dabei Feinde der Menschen?

Man kann sie Hrimthursen oder Trolle und Riesen (Jöten) nennen. Sie wohnen in Utgard und Riesenheim (Jötunheim) – in der Einöde und im rauhen Gebirge. Sie sind die Chaoskräfte, häufig große und starke Kerle. Der einzige unter den Asen, der ihnen wirklich gewachsen ist, ist der Donnergott Thor. Die Riesen aber sind wie niemand sonst der Zauberkünste mächtig. Einmal zum Beispiel schufen sie aus Lehm einen mächtigen Raufbold ­ ein künstliches lebendes Wesen mit furchterregendem Aussehen ­ neunzig Meilen groß und mit dreißig Meilen Brustumfang! Die Jötun-Frauen werden Riesinnen genannt. Ihre Reittiere sind Wölfe, deren Zaumzeug aus Kreuzottern besteht. Sie können häßlich sein wie die Nacht und echte Monstren, aber sie können auch unglaublich schön sein… und so herrlich, daß selbst Odin sich mehr als einmal zur Brautwerbung und wilden Liebesabenteuern hat verlocken lassen.

Eigentlich aber sind wohl Loki und seine Kinder weit gefährlicher?

Loki ist der Unruhestifter und Intrigant. Ursprünglich ein Riese, hat er jedoch in jungen Jahren sein Blut mit dem Odins vermischt und wurde deshalb in den Kreis der Asen aufgenommen.

Loki ist ein Spaßvogel, mit dem es am Ende jedoch aus und vorbei ist. Er verrät die Asen und ist die Ursache für Balders Tod. Dafür wird er bestraft, indem er gefesselt wird – mit einer Schlange über sich, die giftigen und ätzenden Eiter auf sein Gesicht tröpfelt. Seine Frau Sigyn demgegenüber ist treu. Geduldig steht sie neben ihm, eine große Schüssel haltend, die den tödlichen Eiter auffangen soll. Ab und zu aber muß sie sich entfernen, um die Schüssel zu leeren. Dann tropft der Eiter direkt auf Lokis Gesicht, und er schüttelt den Kopf so stark, daß die ganze Erde bebt. Das ist es, was man Erdbeben nennt. Loki hat Kinder in Asgard. Außerdem aber hat er andere und dabei seltsamere Sprößlinge. Mit der Riesin Angrboda ist er Vater des Fenriswolfs, der Midgardschlange Jörmundgand und der Hel, der Göttin des Totenreichs. Und mit dem Hengst Swadilfari wurde er Mutter (!) des Pferdes Sleipnir.

Der Fenriswolf ist ein regelrechtes Monstrum von einem Wolf. Er wuchs in Asgard auf, wurde aber sehr bald riesengroß, wild und wahnsinnig, so daß nur der Gott Tyr es wagte, ihm Futter zu geben. Den Asen gelang es, die Zwerge zu beauftragen, gleichsam in Maßarbeit eine Fessel herzustellen, wobei sechs Bestandteile Verwendung finden sollten: der Schall des Katzentritts, der Bart der Frauen, die Wurzeln der Berge, die Sehnen der Bären, der Atem der Fische und der Speichel der Vögel (deshalb haben die Katzentritte keinen Schall mehr, die Frauen keinen Bart usw.). Und mit List gelang es ihnen, den Wolf so fest zu fesseln, daß er sich kaum rühren konnte, und es wurde ihm ein Schwert in den Rachen geklemmt, so daß er nur bewegungslos dasteht mit weit geöffnetem Rachen, ohne zubeißen zu können. Erst am Weltenende wird er sich endlich losreißen…

Das zweite Kind, das Loki mit der Riesen-Frau Angrboda bekam, war eine Schlange. Die Asen warfen sie ins Meer, wo sie mit der Zeit so unbeschreiblich groß wurde, daß man sie von da an Midgardschlange nannte ­ da sie die ganze Menschenwelt umgibt und sich selbst in den Schwanz beißt.

Dennoch fragt es sich, ob nicht das letzte der drei Kinder von Loki und Angrboda Asen und Menschen den größten Kummer bereitet hat. Es handelt sich um ein unheimliches Mädchen ­ halb weiß, halb blauschwarz. Sie wurde aus Asgard verwiesen und ließ sich hoch im Norden nieder. Hier schuf sie ein unterirdisches Totenreich ­ eine graue, kalte, feuchte Welt. Hel heißt sie, und Hel ist auch der Name ihres Königinnen/Totenreichs. Nach Hel kommen alle, die an Krankheit oder Altersschwäche sterben. Hier „leben“ sie ein geborgenes „Schattendasein“. Die Todeskönigin selbst erinnert an einen Kadaver, und all ihr Hab und Gut trägt Namen, die an das kalte „Leben“ im Grab denken lassen. Wenn man in alten Zeiten meinte, „Wiedergänger“ gingen um, hieß es häufig: „Die Pforte zur Hel (Hölle) ist offen.“ Am letzten Tag werden Hel und ihr Heer von Toten gegen die Asen kämpfen.

Können wir nach dem Tod auch an andere Orte kommen?

Diejenigen, die sich auf dem Schlachtfeld tapfer schlagen, kommen nach dem Tod zu Odin oder Freyja. Walküren oder „Kampfjungfrauen“ werden die mit Brünnen bekleideten Frauen genannt, die der Götterkönig entsendet, um solche gefallenen Helden zu holen. Die Walküren sind bewaffnet und können durch die Luft reiten. In Asgard teilen Odin und Freyja den Kriegerhaufen unter sich auf. Die eine Hälfte kommt zu Odin nach Walhall und die andere Hälfte zu Freyja nach Volkwang.

Vom Leben in Volkwang wissen wir nicht viel. Über das Dasein in Walhall aber gibt es viele Berichte. Auf dem Festungswall dieser riesigen „Soldatenkaserne“ dürfen die Helden sich den ganzen Tag lang nach Lust und Laune schlagen, und es spielt keine Rolle, ob sie einen Arm oder zwei verlieren, denn am Abend erheben sie sich wieder unversehrt und im Besitz aller ihrer Glieder. Als Freunde und in gütlichem Einvernehmen ziehen sie in den mächtigen Festsaal ein, wo schöne Walküren ihnen Met einschenken und gekochtes Schwein servieren. Und das Schwein selbst, das sie verzehren, ist ziemlich einmalig. Sährimnir heißt es. Jeden Tag wird es geschlachtet und verspeist, aber am Abend ist es wieder quicklebendig.

Am letzten Tag wird Odin Asen und tote Helden in den letzten großen Kampf gegen Riesen und Mächte der Finsternis führen. Er selbst wird gegen den Fenriswolf kämpfen ­ und die Bestie wird ihn verschlingen. So die Weissagung.

Können Götter sterben?

Ja, Götter können sterben.

Wie wird die Welt enden?

Gegen Ende der Zeit werden Mangel und Unfrieden herrschen. Diese Zeit nennt sich Ragnarok oder „Weltuntergang“ – das heißt, „die Zeit, in der sich alle Mächte auflösen“. Brüder fallen einander in den Rücken, und der Sohn verschont seinen eigenen Vater nicht. Danach werden drei Jahre kommen, die nur ein einziger langer Winter sind, genannt Fimbul. Gebirge stürzen ein, und alle Fesseln werden reißen. Anschließend werden Himmel-Wölfe Sonne und Mond verschlingen. Dabei wird auch der Fenriswolf endlich loskommen. Er wird mit weit aufgesperrtem Rachen durch die ganze Welt laufen. Dabei berührt sein Unterkiefer die Erde, sein Oberkiefer den Himmel. In seinen Augen brennt Feuer, und aus seinen Nasenlöchern züngeln Flammen. Auch Loki wird freikommen. Er wird ein unheimliches Schiff auftakeln ­ Naglfar, das Schiff, das aus den ungeschnittenen Nägeln toter Menschen gebaut ist. Mit zerfetzten Segeln und einer Besatzung aus verwesten Leichen wird Loki mit diesem Schiff das Totenreich seiner Tochter verlassen… Und die Midgardschlange wird sich aufs Land wälzen. Sie wird sich über Felder und Wiesen vorwärtsschlängeln. Im Süden birst der Himmel. Und aus dem Land dahinter ­ dem unbekannten und bedrohlichen Muspellsheim, dem Feuerland, das lange bevor Odin und seine Brüder die Welt erschufen existierte ­ kommt ein gewaltiges Heer von glänzenden Reitern. Sie tragen Flammenschwerter in ihren Händen. Überall da, wo sie heranstürmen, wird alles in Brand gesetzt. Und die große Regenbogenbrücke stürzt ein unter ihrem Gewicht… An der Stelle, die Wigrid-Wall heißt (hundert Meilen breit und hundert Meilen lang) wird die letzte entscheidende und blutige Schlacht stattfinden. Odin wird vom Fenriswolf verschlungen. Thor und die Midgardschlange bringen einander um. Heimdall und Loki ebenso. Die ganze Welt brennt. Selbst Yggdrasil ­ der große Weltenbaum ­ steht in Flammen. Wenn der Feuersturm sich ausgetobt hat, ist die ganze Welt eine qualmende Brandstätte. Die verbrannten Reste versinken im Meer und verschwinden.

Und das ist das Ende?

Nein. Aus dem Meer wird sich eine neue Erde erheben, grün und wunderbar. Fruchtbar wie ein Traum. Mit Feldern, die ungesät Früchte tragen. Mit Fisch und Wild im Überfluß. Niemand soll mehr hungern. Denn siehe! Die Sonne hat eine Tochter geboren. Alles Übel hat ein Ende genommen! Die Erde ist reingewaschen. Ein neues Leben kann beginnen! Asgard ist verschwunden. Die alte Götterburg ist dem Erdboden gleichgemacht. Trotzdem versuchen sie, hierher zurückzukommen ­ die Asen, die im letzten großen Kampf nicht fielen…

Es gibt also Überlebende?

Die Zufälligen ­ diejenigen, die die Erde erben sollen.

Gibt es auch Menschen unter ihnen?

Ein einziges Menschenpaar hat überlebt. Sie heißen Liv und Livtrase. Sie suchten Zuflucht an einem Ort, an dem der Feuersturm vorbeiraste, ohne sie aufzuspüren. Und das Meer gab sie lebend zurück. Lange Zeit hatten sie sich nur vom Morgentau genährt. Von diesen beiden wird ein neues Menschengeschlecht kommen…

Es gibt also Hoffnung – trotz allem?

Die Mythen sagen uns, daß es immer Hoffnung gibt.

Der Autor des Artikels, Tor Åge Bringsværd (geb. 1939), ist preisgekrönter Schriftsteller und Dramatiker. Er schreibt gleich gern für Kinder und Erwachsene. Bringsværds Werke sind in fünfzehn Sprachen übersetzt, und seine Theaterstücke wurden bisher in dreizehn Ländern aufgeführt.

Quelle: http://www.asatru.de/nz/index.php?option=com_content&view=article&id=98:nordische-mythologie-&catid=8:mythologie&Itemid=27

Gruß an unsere Ahnen

TA KI

Island nimmt Rücksicht auf Elfen


Jeder zweite Isländer glaubt an Elfen, und dieser Glaube versetzt in Island Berge. Oder zumindest Felsen. In dem Städtchen Garðabær legte Ragnhildur Jónsdóttir Ende 2013 gemeinsam mit zwei Dutzend anderen den Bau einer Straße lahm, weil die künftige Trasse genau durch eine kleine Elfenkirche – einen Lavasteinbrocken – führen sollte.

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Garðabær. Der Glaube an Elfen versetzt in Island Berge. Oder zumindest Felsen. In dem Städtchen Garðabær legte Ragnhildur Jónsdóttir Ende 2013 gemeinsam mit zwei Dutzend anderen den Bau einer Straße lahm, weil die künftige Trasse genau durch eine kleine Elfenkirche – einen Lavasteinbrocken – führen sollte. „Die Bulldozer kamen, und wir haben uns davor geworfen, um sie zu stoppen“, sagt die 54-Jährige. Zwei Verhaftungen und viele Briefe an hochrangige Politiker später wird die Straße trotzdem gebaut. Der Fels soll aber aus Respekt vor den Naturgeistern nun umziehen. Ein Kran hievt den viele Tonnen schweren Stein an eine andere Stelle.

„Es wäre natürlich besser gewesen, sie hätten den Bau der Straße gestoppt“, erzählt Jónsdóttir. „Aber immerhin sind die Politiker bereit, das hier zu tun, und dafür haben sie viel Ärger auf sich genommen.“ Die Kapelle im Lavafeld sei ein Ort, zu dem Menschen und Elfen kämen, um Rat zu suchen. Bis zum Winter soll der Fels neben einen anderen gerückt werden – eine „heilige Kirche“, um die die Straße dank Jónsdóttir schon einen Bogen macht. Die Arbeiten gehen derweil erst einmal am anderen Ende der Baustelle weiter.

Elfen in Island

Es ist nicht das erste Mal, dass der Schutz von Elfen und angeblich verborgener Wesen – Huldufolk – ein Bauprojekt behindert. 2012 bat ein isländischer Politiker Jónsdóttir um Rat: Bei einem schlimmen Autounfall war er wie durch ein Wunder unverletzt geblieben. Ein Hügel hatte seinen Wagen nach fünf Überschlägen gebremst.

„Er war überzeugt, dass Elfen in dem Fels wohnten“, sagt Jónsdóttir. Als die Straßenführung geändert werden sollte und der Hügel in Gefahr war, halfen sie und ihr Sohn dem Parlamentsabgeordneten, den riesigen Stein aus dem Weg zu wuchten und auf das Grundstück des Politikers zu versetzen.

Mit seinen skurrilen Lavalandschaften und moosreichen Wäldern erweckt Island leicht den Eindruck eines verwunschenen Ortes. In Buchläden liegen Karten mit den Lieblingsplätzen der angeblich verborgenen Wesen aus. Gerade im ansonsten unscheinbaren Hafnarfjörður ist das Interesse für die Naturgeister über die Jahrzehnte unverändert groß geblieben.

Anders in Islands Hauptstadt Reykjavik. Viele der jungen Städter glauben nicht an Elfen – oder sprechen einfach nicht darüber. Trotzdem kennt jeder Inselbewohner mindestens eine Anekdote, in der die Fabelwesen vorkommen. „Jeder hat so eine Geschichte in seiner Familie“, sagt Pétur Matthíasson von der isländischen Straßenbaubehörde. „Das ist einfach Teil unseres kulturellen Erbes.“

Er ist zwar selbst nicht von der Existenz der Naturwesen überzeugt. Trotzdem hat sich in seiner Behörde schon so manches Bauprojekt in die Länge gezogen, weil andere es sind. Wenn Elfen angeblich an einem Ort auf der Baustelle wohnten, warteten die Bagger so lange, bis die Naturgeister umgezogen waren – solange es den Staat nicht zu viel Geld kostete. „Das tut ja nicht weh“, sagt Matthíasson pragmatisch.

„Unbestritten ist der Glaube an das Übernatürliche gelegentlich Anlass für die Befürchtungen von Menschen vor Ort, und diese Meinungen werden berücksichtigt“, schreibt Matthíassons Kollege Viktor Arnar Ingólfsson in einem fünfseitigen Papier, das er extra verfasst hat, weil es so viele Anfragen von Journalisten zu den Elfen gab. Darin berichtet er unter anderem von einem Fluch, der vor Jahren ein Bauprojekt heimgesucht haben soll.

Ein Medium hatte davor gewarnt, dass die Steine an einer geplanten Straße nicht gesprengt werden sollten. Zugleich passierten Unfälle, Bulldozer stellten aus unerklärlichen Gründen den Betrieb ein. Am Ende blieben die Steine stehen. „Manche Leute glauben, dass die Elfen die Straßennutzer beschützen – zum Dank für die Rücksichtnahme.“

Von Julia Wäschenbach

Quelle: http://www.maz-online.de/Nachrichten/Buntes/Island-nimmt-Ruecksicht-auf-Elfen

Gruß an die Fabelhaften

TA KI

Urbock oder echtes Bier


Christian Rätsch

Urbock oder echtes Bier

Jeder kennt Bier. Jedenfalls das moderne, nach dem Deutschen (genauer: Bayerischen) Reinheitsgebot gebraute. Seit 1516 darf Bier demnach nur noch aus Wasser, Malz, Hopfen und Hefe durch natürliche Gärung hergestellt werden. Das Reinheitsgebot war aber nicht nur ein Gebot, sondern gleichzeitig ein Verbot. Denn es wurde ausdrücklich der Gebrauch von Bilsenkraut, sowie anderer Kräuter als Bierzusatz mit diesem Erlaß verboten. Warum aber wurde das Bilsenkraut verboten? Was hatte es mit Bilsenkraut-Bier auf sich?

Heute wird auf vielen Wochen- und Weihnachtsmärkten an den Honigbuden »Met« verkauft: eine klebrige, honigsüße, dicke Flüssigkeit. Der Met unserer Ahnen hatte mit diesem Kuriosum allerdings nichts zu tun. Genauso hat das Bier unserer Ahnen mit dem heutigen Getränk gleichen namens wenig zu tun. Für Bier und Met waren die Zusatzstoffe weitaus wichtiger als der Gärstoff (Honig, Getreide, Brot, Malz). Die Germanen verfügten über verschiedene Brautechniken und stellten unterschiedlich schmeckende und wirkende Gebräue her, die in der alten und neuen Literatur unterschiedlich als »Met«, »Honigwein« oder »Bier« bezeichnet werden. Per Definition wird Met aus Honig und Wasser, Bier aus Malz oder Brot und Wasser unter Verwendung einer Hefe hergestellt. Sowohl Met als auch Bier enthalten 2-5% Alkohol. Um diese Getränke haltbar, schmackhaft oder kräftiger berauschend zu brauen, werden dem Trunk verschiedene Zusätze, meist Kräuter mit desinfizierenden, aromatischen und/oder psychoaktiven Eigenschaften zugesetzt.

Es gibt in der Biergeschichte keine bis heute bekannte psychoaktive Pflanze, die nicht irgendwann, irgendwo einmal dem Bier zugesetzt wurde. Die alten Ägypter brauten ein Alraunenbier, die Indianer versetzten ihre Chicha (= Maisbier) mit Kokablättern, Stechapfel- und Windensamen (Datura, Turbina, Ipomoea), im Orient wurde das Bier mit Haschisch und Opium aufgebessert, in Sibirien bröselte man getrocknete Fliegenpilze ins Bier. Die Gallier brauten Bier aus dem an sich schon berauschenden Taumel-Lolch (Lolium temulentum) und im Mittelalter würzte man die dünnen Biere mit Zimt, Muskat und Kardamom. Der Hopfen als Bierzusatz ist eine Erfindung der christlichen Mönche. Die Klosterbrüder sollten vom Bier nicht durch aphrodisisch wirkende Zusätze irritiert, sondern vom Hopfen beruhigt werden. Der heidnische »Met der Begeisterung« (Dichter- oder Skaldenmet) war kein simples Bier, kein einfacher Met, er muß ein psychoaktives Getränk gewesen sein, dessen berauschende Bestandteile stimulierend auf die Kreativität gewirkt haben.

In verschiedenen indogermanischen Traditionen dienen psychoaktive Pflanzenzubereitungen den Sängern und Dichtern als Inspirationsquelle: das legendäre Soma der Arier, der euphorisierende Bhang (= Hanf) der Brahmanen, der gepilzte Wein des Dionysos. Womit aber wurde der germanische Dichtermet gebraut? Welche Pflanzen, welche »Gewürze« oder »bitteren Kräuter« kannten und nutzten die Germanen?

Die germanischen Stämme kannten eine Reihe von Gewächsen, die als Zauberpflanzen bekannt waren und deren Ruhm bis in die Neuzeit ausstrahlte. Alle von der Kirche und Inquisition verteufelten Pflanzen waren den Heiden heilig. Auch heute fallen sie noch unter das Betäubungsmittelgesetz oder unter die Giftverordnung.

Bilsenkraut und Pilsener

Der Muslim IBN FADLAN wurde am 2. April 921 vom Kalifen von Bagdad nach Norden geschickt, um die Expansion des Islam voranzutreiben. In der Nähe von Bolgar an der Wolga traf er mit seiner Gesandtschaft auf die Rus, germanische Waränger (= Wikinger). IBN FADLAN war ein guter Beobachter und beschrieb sehr genau die Zeremonie einer Häuptlingsbestattung (Verbrennung auf einem Totenschiff), an der er teilnehmen durfte. Zu diesem Anlaß wurde ein »besonderes Bier« gebraut, das »sie bis zu dem Tage trinken, an dem seine Sklavin sich tötet und mit ihrem Herrn verbrannt wird. Sie trinken dieses Bier Tag und Nacht bis zum Verblöden; oft geschieht es, daß einer stirbt, den Becher in der Hand.« (zitiert n. Hans-Peter HASENFRATZ, Die religiöse Welt der Germanen, Freiburg usw., Herder, 1992)

Diese Darstellung paßt genau auf die Wirkungsweise von Bilsenkraut-Bier. In geringer Dosis berauscht ein mit Bilsenkraut gebrautes Bier; in mittleren Dosen aphrodisiert es. In höheren Dosen kommt es zu deliranten, »verblödeten« Zuständen, Verwirrung, Gedächtnisstörungen, mit tollen, unsinnig erscheinenden Verhaltensweisen. In Überdosierungen wirkt Bilsenkraut tödlich (durch Atemlähmung). Die toxikologische Literatur ist voll solcher Beispiele. Bilsenkraut hat noch eine, für den Schankwirt sehr interessante Nebenwirkung. Die Alkaloide (Scopolamin, Atropin) bewirken eine starke Austrocknung der Schleimhäute. Bilsenkraut-Bier ist das einzige Getränk von dem man immer durstiger wird, je mehr man davon trinkt!

Weiter beschreibt IBN FADLAN wie das gleiche Bier der Sklavin vor ihrem rituellen Freitod gegeben wird und wie es auf sie wirkt: »Hierauf kamen die Männer mit Schildern und Stöcken, reichten ihr einen Becher Bier, worauf sie sang und ihn trank. […] Ein anderer Becher wurde ihr gegeben. Sie nahm ihn und sang lange, während die alte Frau [der Todesengel] sie antrieb, auszutrinken und in das Zelt zu treten, wo ihr Herr lag. Da sah ich, wie sie sich verwirrte: beim Versuch, das Zelt zu betreten, geriet sie mit dem Kopf zwischen Zeltwand und Schiff. Da nahm die Alte ihren Kopf und ging mit ihr zusammen hinein. […] Nun betraten sechs Männer das Zelt und alle hatten Geschlechtsverkehr mit der Sklavin.«

Bilsenkraut (Hyoscyamus niger) war den antiken Autoren (DIOSKURIDES, PLINIUS) sehr gut bekannt. Für die keltischen Gebiete ist der Name Belinuntia, »Kraut des Sonnengottes Bel« überliefert; die Gallier vergifteten ihre Wurfspieße mit Bilsensud. Heilende Eigenschaften wurden schon in den frühesten angelsächsischen Arzneibüchern angeführt. Der Name geht auf Indogermanisch *bhelena zurück und soll ursprünglich »Tollkraut« bedeutet haben. Urgermanisch scheint bil soviel wie »Vision, Halluzination« oder »magische Kraft, Wunderkraft« bezeichnet haben. Es gibt sogar eine germanische Göttin, die Bil hieß; ihr Name wird als »Augenblick« oder »Ermattung« gedeutet. Sie stellt das Bildnis im Mond dar, oder gilt als Personifikation einer Mondphase. Sie war wohl eine »Bilsenfee« oder eine »Göttin des Bilsenkrautes«, eine Art Pflanzendeva. Vielleicht war sie sogar die Göttin des Regenbogens: Bilröst ist der Name der Regenbogenbrücke, die nach Asgard, den Göttergarten, führt. Bil wird auch als ursprüngliches Wort für »Himmelsbrücke« betrachtet.

Der älteste historische Beleg für die Verwendung des Bilsenkrautes als germanische Zauberpflanze befindet sich im 19. Buch der Sammlung kirchlicher Dekrete (»Deutsches Bußbuch«) des Bischofs BURCHARD VON WORMS (gest. 1025). In einer Beichtfrage wird folgendes Ritual – erstaunlich detailliert! – dargestellt:

»Tatest du, was gewisse Frauen zu tun pflegen? Wenn sie Regen benötigen und keinen haben, sammeln sie mehrere Mädchen und erwählen sich daraus eine kleine Jungfrau gewissermaßen zur Anführerin. Sie entblößen sie und führen die so entblößte außerhalb der Siedlung an einen Ort, wo sie Hyoscyamus finden, was auf deutsch Bilse heißt. Sie lassen sie dieses Kraut mit dem kleinen Finger der rechten Hand ausreißen und das entwurzelte Kraut an der kleinen Zehe des rechten Fußes mit irgendeinem Band befestigen. Dann führen die Mädchen, von denen jedes eine Rute in Händen hält, die besagte Jungfrau, die das Kraut hinter sich herzieht, in den nächsten Fluß, und mit eben den Ruten bespritzen sie die Jungfrau mit Flußwasser, und so hoffen sie, mit ihren Zaubereien Regen zu erhalten. Dann führen sie die besagte Jungfrau, nackt, wie sie ist, und die Füße nach Art des Krebses aufsetzend und bewegend, an den Händen vom Fluß zur Siedlung zurück. Wenn du das getan oder zu tun zugestimmt hast,…«

Das Bilsenkraut wurde im Mittelalter bereits verteufelt und in der frühen Neuzeit dem Hexenwesen zugeschrieben: »Die Hexen tranken den Absud vom Bilsenkraut und hatten jene Träume, für die sie gefoltert und hingerichtet wurden. Auch zur Hexensalbe ward es verwendet, und man benützte es zum Wettermachen und zum Geisterbeschwören. Gab es eine große Dürre, so tauchte man einen Bilsenstengel in eine Quelle und besprengte damit den sonneglühenden Sand.« (K. RITTER VON PERGER, Deutsche Pflanzensagen, Stuttgart und Oehringen, 1864, S.181) Hier wird also das Bilsenkraut in die Nähe des Wetter- und Gewittergottes Donar gerückt. Die Römer assoziierten das ihnen gut bekannte Bilsenkraut mit ihrem Jupiter, den sie mit dem germanischen Donnergott gleichsetzten. In der Schweiz findet sich heute noch der volkstümliche Name Jupitersbon, »Bohne des Jupiter« für das seltene Bilsenkraut.

Der germanische Donnergott Thor oder Donar war der trinkfreudigste und trinkfesteste unter den Göttern. Ihm waren darum die stark berauschenden Bocksbiere geweiht. Es ist nichts logischer, als das Bier für den Gewittergott mit seiner Pflanze, dem Bilsenkraut zu brauen. In der Tat ist seit dem frühen Mittelalter der Gebrauch von Bilsenkraut als Bierwürze bezeugt. Die Germanen hatten wegen der enormen Nachfrage nach dem in Deutschland und Nordeuropa sehr seltenen Bilsenkraut eigens dafür Bilsengärten angelegt. Diese Bilsengärten standen unter dem Schutz des Wotan/Odin, dem Vater des Donnergottes, und galten als Heiläcker, also Orte, an denen Heilungskräfte anwesend waren bzw. wo Heilungsrituale durchgeführt wurden. Diese ehemaligen Anpflanzungen leben in verschiedenen Ortbezeichnungen bis heute fort, z.B. Bilsensee, Billendorf, Bilsengarten und vor allem im böhmischen Pilsen. So hat die Stadt, nach der unser modernes, stark gehopftes Bier »Pilsner« heißt, seinen Namen selbst vom Bilsenkraut, das dem echten »Pilsener Bier«, nämlich dem Bilsenkraut-Bier seinen Namen verlieh! In der Schweiz lebt der alte Name pilsener krut in der Bezeichnung Pilsenkraut bis heute fort.

Sumpfporst, Gagel und Grutbier

Bilsenkraut war aber nicht der einzige Bierzusatz, der den Germanen bekannt war. Im Norden wächst der immergrüne Sumpfporst* (Ledum palustre); er hat eine lange Tradition als schamanisches Räuchermittel (z.B. in Sibirien und Zentralasien). Das aromatische Kraut wurde schon früh dem Bier als Würze zugesetzt. In Schweden wurde zur Wikingerzeit mit Sumpfporst, manchmal vermischt mit dem aromatischen Gagel (Myrica gale), Bier gebraut. Dieses Bier heißt in der nordischen und mittelalterlichen Literatur seit dem 5.Jh. »Grutbier«. Es wurde für Gelage und festliche Anlässe gebraut und bis zur Neige geleert.

In den skandinavischen Quellen zum Bier und Bierbrauen wird das Grutbier durchgängig als Ursache für die Berserkerwut angeführt. Bei den Grutbiergelagen kam es meist zu üblen Auseinandersetzungen: »Aufkommender Streit artete oft in Bluttaten aus. In gewissen Gegenden von Småland banden sich die Zweikämpfer nach alter Sitte mit dem Gürtel zusammen, aus dem sie nicht früher freigemacht wurden, bis einer der Zweikämpfer durch das Messer erledigt war. Die Frauen pflegten deshalb das Totenlinnen mitzunehmen, wenn sie ihre Männer zu Trinkgelagen begleiteten.« (W. SANDERMANN, »Berserkerwut durch Sumpfporst-Bier« Brauwelt 120(50), 1980, S. 1870)

Der Sumpfport enthält ein ätherisches Öl (Ledumöl; Hauptwirkstoff Ledol), das stark berauschend wirkt, in höheren Dosierungen zu Krämpfen, Wut und Raserei führt. Vielleicht nutzten die Wikingerbanden und die Berserker-Geheimbünde diese Eigenschaften für ihre magischen Rituale, zur Tierverwandlung und zum sprichwörtlichen Berserkergang, dem furor teutonica.

Pilz-Bier

Pilze spielen in vielen Volkstraditionen ein magische Rolle. Der keltische Giftschwamm Bwyd-Ellylon gehört zu den »Leckerbissen der Elfen«, die Narrenschwämme versetzen den Menschen in einen »närrischen« Zustand, aus Hexeneiern werden Liebestrünke gebraut. Neben eßbaren, ungenießbaren und wenigen wirklich giftigen Pilzen gibt es in allen germanischen Gebieten, ja in ganz Europa ein Vielzahl an psychedelischen Pilzen, besonders den Spitzkegeligen Kahlkopf (Psilocybe semilanceata) und den Dunkelrandigen Düngerling (Panaeolus subbalteatus).

Ob die Germanen die psychedelischen Kräfte der Pilze kannten und nutzten ist nur zu vermuten, aber sehr wahrscheinlich. Es gibt in Skandinavien verschiedene Felsbilder, die anthropomorphe Wesen mit Pilzen darstellen; diese Szenen tragen durchaus schamanische Züge und können auf einen schamanisch-psychedelischen Kult hinweisen. In frühen Dokumenten zur deutschen und nordischen Braukunst wird angeführt, daß dem Bier oder Met »Schwämme«, also Pilze zugesetzt wurden. Die einzige sinnvolle Erklärung dafür ist: die Brauer kannten das psychedelische Geheimnis der einheimischen Pilze und stellten damit ein hochwirksames Ritualgetränk her.

Germanische Trinkgelage

Im Mai werden in den norddeutschen Landen die alkoholstarken Maiböcke gebraut und reichlich – oft bis zur Besinnungslosigkeit – getrunken. Im Herbst wird das Märzen angezapft; auf den Wiesn tobt dann das Oktoberfest und hinterläßt Felder von Besoffenen. In Skandinavien wird das Julbier (= »Weihnachtsbier«) bis zum Zusammenbruch hinuntergestürzt. Diese Volksbelustigungen gehen auf alte Trinkrituale der Germanen zurück.

Im Frühjahr (Ostern) wurden zum Bocksopfer das aphrodisische »Bocksbier« gebraut und den Fruchtbarkeitsgöttern Donar und Freia zu Ehren getrunken. Im Herbst wurde das Erntebier gemeinschaftlich beim Erntedankfest zu Ehren der Erdgottheiten genossen. Zur Wintersonnenwende (Weihnachten) wurde mit dem Julbier den Ahnen (den Toten, die unter Wotans/Odins Schutz standen) gehuldigt.

Die Germanen waren für ihre Trinksitten, ihre Trinkgelage und ihre Trinkhörner weithin berühmt. Schon der römische Geschichtsschreiber TACITUS (1.Jh.) schrieb: »Tag und Nacht ohne Unterbrechung zu zechen ist für niemand ein Vorwurf. Vielfach gibt es dann, wie eben unter Betrunkenen, Händel, die nur selten mit bloßen Schmähreden, öfter mit Totschlag und Verletzungen enden. Aber auch über gegenseitige Versöhnung von Feinden, über die Anknüpfung verwandtschaftlicher Bande und über Berufung von Fürsten, schließlich über Krieg und Frieden beraten sie meist bei solchen Gelagen, weil sich angeblich zu keiner anderen Zeit das Herz leichter für aufrichtige Gedanken erschließt oder für hohe erwärmt.« (Germania 22)

Alle Quellen deuten daraufhin, daß der Genuß von Bier, Met oder ähnlichen Gebräuen mit Geselligkeit und religiösen Ritualen verbunden waren. Man versammelte sich zu Bier- und Trankopfern, benutzte besonderes rituelles Trinkgeschirr, z.B. goldbeschlagene Trinkhörner, und nahm mit Göttern und Ahnen Kontakt auf. COLUMBAN traf in der Bodenseegegend auf die heidnischen Alemannen (Südgermanen), die um eine mächtige Kufe Bier versammelt waren und diese ihrem Gott Wodan (= Odin) zu Ehren gemeinschaftlich leerten (Vita Columbani c.53).

Ritualbiere wurden aber nicht nur für die Raufereien der Berserker gebraut, sondern für Glück und Frieden getrunken. So heißt es in einer germanischen Quellen: »Der Häuptling, der das Opferfest veranstaltete, sollte den Opferbecher und die Speisen segnen, und dann sollte man zuerst Odins Becher leeren – man trank ihn für Sieg und glückliche Regierung des Königs – und dann den Becher des Njördr und Freyr für gute Ernte und Frieden.« (Hkr. I)

In der Edda, der Hauptquelle der nordischen Mythologie steht ein Satz, der sehr aufschlußreich für den Gebrauch des Bieres ist:
»Trunk mag frommen,
wenn man ungetrübt sich den Sinn bewahrt.«
Also: nicht bis zur Besinnungslosigkeit saufen, sondern den Rausch sinnvoll genießen!

Literatur

ERNST HUG, Wolfzahn, Bilsenkraut & Dachsschmalz, St. Märgen, 1993.
A. MAURIZIO, Geschichte der gegorenen Getränke, Berlin, Paul Parey, 1933.
CLAUDIA MÜLLER-EBELING, »Wolf und Bilsenkraut, Himmel und Hölle: Ein Beitrag zur Dämonisierung der Natur« in: Susanne G. SEILER (Hg.), Gaia – Das Erwachen der Göttin, Braunschweig, Aurum, S.163-182.
CHRISTIAN RÄTSCH, Urbock: Bier jenseits von Hopfen und Malz. Aarau, Stuttgart: AT Verlag, 1996.
HERMAN DE VRIES, »heilige Bäume, bilsenkraut und bildzeitung« in: Ch. RÄTSCH (Hg.), Naturverehrung und Heilkunst, Südergellersen, Verlag Bruno Martin, 1993.
Quelle: Natürlich
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Quelle: http://www.christian-raetsch.de/Artikel/Artikel/Urbock-oder-echtes-Bier.html

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Gruß an die Geselligkeit

TA KI

 

 

Germanische und keltische Feste


 

 

Die Fruchtbarkeit und die Jahreszeiten spielten dabei eine zentrale Rolle

 

Januar = Hartung – Perchtenfest
Das neue Jahr wird mit einem Umzug begrüßt. Dabei ziehen 12 hässliche (das alte Jahr) und 12 schöne (das neue Jahr) Perchten mit. Die christliche Ausgabe davon sind die drei Königsumzüge. Diese sind allerdings auch rein heidnisch, denn damit sind die drei Schöpfungsgötter Odin, Hönir und Loki gemeint.
Mittwinteropferfest: Zu Ehren Thors – Mitte Januar; Thor kämpfte zu dieser Jahreszeit mit den Eis/Frostriesen (Eisheiligen).

Januar = Hartung – Fröblot
Dieses Fest ist hauptsächlich Frey, dem Licht und Fruchtbarkeitsgott gewidmet. Bei diesem Fest wird eine Puppe aus Stroh oder Heu auf einem Berg angezündet. Sie symbolisiert den Winter. Das Vieh wird mit Hasel und Birkenzweigen berührt, um fruchtbarer zu werden.  
Fastnacht:
Vollmond nach dem 03.01. – hier wird das Ende des Eises gefeiert. Es war im Allgemeinen üblich, sich zu diesem Fest mit einer Tiermaske zu verkleiden.

Februar = Hornung
Disenopfertag: Vor allem in Schweden – Verehrung der Ahnen & Naturgottheiten (höhere Wesen) und ihrer Herrscherin Freyja in der ersten Februarwoche.
Frühlings Tag und Nacht gleiche: 20.2.

März = Lenzing – Sigrblot
Dieses Fest wurde rund drei Tage gefeiert. Es ist gleich mit dem christlichen Ostern. Die Tage sind nun länger als die Nächte.
Feier der Jugend: Göttin Iduna wurde gegen der 3. Märzwoche ein Fest veranstaltet.
Frühlingsbeginn: Im März (Tag ungenau) findet die Verehrung der Fruchtbarkeitsgöttin Nerthus statt. Ihr zuliebe gab es auch einen Umzug (Karneval), der mit einem geschmückten Wagen, sowie einem Abbild Ihrer stattfand. Dieses Fest zu Ehren Nerthus sollte für eine ertragreiche Ernte im nächsten Jahr sorgen.
Ostern: Zum 20.03. hin wurde Ostara, die Göttin der Fruchtbarkeit, mit verschiedenen Opferritualen verehrt. Als Fruchtbarkeitssymbole zu diesem Fest, galten insbesondere Eier und Kaninchen. Die Eier wurden oftmals bemalt und vergraben. Das Wiederauffinden dieser, durch nahestehende Personen, sollte für einen reichen Kindersegen im folgendem Jahr sorgen. Die Kaninchen wurde verbrannt oder verspeist. Im 19. Jahrhundert kam der Brauch zum heutigen Ostern wieder auf.

April = Wandelmond
Dieses Fest hängt mit hoher Wahrscheinlichkeit noch mit dem vorausgegangenen Sigrblot zusammen. An diesem Tag war es üblich, mit anderen Scherze zu treiben.
Begrüßung des Sommers: In der ersten Aprilhälfte wurden besonders der Alben und ihrem Herrscher Frey gedacht.
Walpurgisnacht: 30.04. (Beltane), den Namen Walpurgisnacht verdankt das keltische Beltane eigentlich der germanischen Göttin Walpurga, der Großen Göttin, für die es viele Bezeichnungen gibt. Die Hexen feierten in der Nacht zum 1. Mai traditionell die Heilige Hochzeit zwischen der Großen Göttin und ihrem Gefährten, die dadurch für fruchtbare Felder, Kindersegen und reichlich Jungvieh sorgten.

Mai = Hohe Maien – blota i moti sumri
Gefeiert wird hier die Vereinigung von Odin mit der Göttin Frigg. Es ist das Fruchtbarkeitsfest. Es fanden Jungfernversteigerungen statt, wo sich die jungen Männer ihre Braut ersteigern konnten. Natürlich mussten die Mädchen nicht teilnehmen – alles auf freiwilliger Basis. Junge Paare wälzten sich nackt im Tau auf der Wiese, um die Fruchtbarkeit der Natur auf sich zu übertragen.

Juni = Brachet – blota at midhjum sumri
Sommersonnenwende: Zum Mittsommer am 21.06. wurden Sunna und Baldur im Juni zu den Feierlichkeiten der Tag- und Nachtgleiche geehrt. Die Sonne (Baldr) befindet sich auf ihrem Höhepunkt, um danach zu „sterben“. Er wird von Loki, dem Gott der Lügen und des Feuers, mit einer Mistel umgebracht. Es wurden Teiche und Brunnen geschmückt, zu Ehren der Göttin des Wassers und der Weisheit, Saga.

Juli = Heuert
Leinenernte: 2. Vollmond nach Mittsommer (12. Ernting), hier wird der Erfolg der begonnenen Ernte gefeiert.
Getreide Feste: Zu Ehren Freys, Sif und Thors wurden zum August hin Feste an den Abenden zur Getreideernte ausgelegt.

August = Ernting – Hörmeitidr
Thor wird gerufen, um gutes Wetter zu bekommen, damit die Ernte nicht vernichtet wird.

September = Scheiding – Haustblot
Herbstopferfest (Tag und Nacht gleiche): Es wurde ursprünglich der Beginn der Jagd gefeiert (23.09).
Erntedankfest: Eines der wenigen germanischen Feste, dessen Bedeutung bis in unsere Zeit noch nicht verloren ist. Es findet im September (30.09.) nach dem Einholen der Ernte statt. Verehrung von Thor, Sif und Frey. Wird 3 Tage lang gefeiert. Den Göttern wird dabei für die Ernte gedankt. Baldr sinkt in die Unterwelt Hel (die Tage werden kürzer). Als Opfer wird der letzte Apfel am Baum hängen gelassen. Außerdem wird ein Eber geopfert und Wodelsbier gebraut. Aus den letzten Korngarben auf dem Feld wird ein Kranz geflochten.

Oktober = Gilbart
Samhain / Halloween: Samhain findet in der Nacht vom 31. Oktober auf den ersten November statt. Es ist ein Totenfest, an dem man den Ahnen gedenkt. Zu Samhain öffnet sich die Unterwelt und die Geister der Ahnen erwachen.
Zweites Disenopferfest: 14.-15. Oktober. Zu diesem Herbstfest wird den Wesen der Natur, den Elfen und Disen für eine erfolgreich Ernte im nächstem Jahr, Kinderwunsch und ein friedliches Jahr geopfert. Der 14.10. galt besonders den eigenen Ahnen.

November = Neblung – blota i moti vetri
Allerheiligen: 01.11.(Samhain / Halloween)
Winteranfang. Die Germanen dachten damals, dass die Natur stirbt. Deshalb wird den Ahnen, Göttern und den Toten gedacht, indem sie Opfer brachten. Sie schmückten die Gräber mit Getreide, Nüssen und anderen Sachen. Es wurden keine menschlichen Opfer gebracht, hingegen aller Behauptungen. Die Krieger in Walhalla wurden gerufen, um in der bevorstehenden Götterdämmerung (Kampf der Götter mit den Riesen) auf Seiten der Götter zu kämpfen. Walhalla war so eine Art Himmel für die nordischen Kulturen (besonders der Kelten), in die alle im Kampf gefallenen Krieger kamen. „Normal“ gestorbene Männer kamen in die Hel.

Dezember = Julmond – Sonarblot
Zu diesem Zeitpunkt muss alle Arbeit für dieses Jahr getan sein. Anschließend werden 12 Nächte durchgefeiert, wobei jede Nacht für einen Monat steht. Im Kampf gegen die Riesen verlieren außer Vidar und Vali alle Götter ihr Leben. Diese rächen ihren Vater (Odin) und zeugen einen neuen Gott, der als Reinkarnation von Odin bzw. Baldr angesehen wird. Das Licht siegt über die Dunkelheit und neues Leben wird entstehen.

Julfest /Wintersonnenwende: Ende Dezember (21.- 22.12.) / erste Januar Woche. Jul bedeutet soviel wie Sonnenrad / Besprechung mit den Toten. Einige im Norden gepflegte Weihnachtsbräuche haben ihren Ursprung in dem Julfest – z.B. das Verbrennen des Julblockes am Herdfeuer oder das zauberkräftige Julbrot. In Schweden gibt es heute noch den Julklapp, ein Geschenk das heimlich vorbereitet und anschließend mit einem lautem Schrei in die Stube geworfen wird. Während der Jultage wurden auch die Juleide ( Eidsbruderschaften, Gemeinschaftsbindungen und Militärische Bündnisse) neu geschworen, damit sie auch im neuen Jahr Bestand hatten. Im Allgemeinen wurden Frey und Odin sehr verehrt. Der letzte Tag des Julfestes jedoch war der Frigg oder Freyja gewidmet.

Diese beiden wichtigen Daten im Jahr geht man seit Ur-Zeiten mit den sogenannten Sonnenwendfeiern an. Die Sonnenwendfeier gilt heute vor allem als altgermanisches Volksfest, da sie in Mitteleuropa bis zur Neuzeit sehr beliebt war. Neben den Germanen gelten auch die Kelten und Slawen als eifrige Sonnenwendfeierer. Im Laufe der Christianisierung Europas wurden die Kulte um die Sonnenwende von kirchlicher Seite bekämpft und verboten.

Doch der Sonnenwendkult war im Bewusstsein der Menschen so stark verankert, dass man ihn nicht auslöschen konnte. Deshalb drückte die Kirche der Sonnenwendfeier einen christlichen Stempel auf. Ab dem 12./13. Jahrhundert wurde das Fest Johannis des Täufers auf die Sommersonnenwende gelegt und in das Johannisfest umbenannt.
Der mit der Sommersonnenwende verbundene Brauch des Sonnenfeuers wurde zum Johannisfeuer. Auch für die Wintersonnenwende wusste die Kirche ein Ersatz zu finden. So wurde aus dem germanischen Julfest das christliche Weihnachtsfest mit dem kleinen Jesus in der Krippe. Diese Idee kam den Kirchenfürsten um das 4. Jahrhundert.
Das germanische Jul war also am Tag der Wintersonnenwende.
Rauhenächte 
Darauf folgten die 12 Rauhenächte. Mit dem Julfest haben die Germanen das vollendete Sonnenjahr gefeiert. Das Sonnenjahr geht von Wintersonnenwende zu Wintersonnenwende und dauert exakt 365,25 Tage. Doch das Mondjahr hatte bei den Germanen auch eine große Bedeutung. Ein Mondjahr beinhaltet 12 Mondmonate die jeweils von Neumond zu Neumond gehen. Diese 12 Mondphasen dauern jeweils ca. 29,5 Tage. Dies ergibt für die Länge des Mondjahres genau 354 Tage. So ergab sich für die Germanen eine Differenz zwischen Sonnen- und Mondjahr von 11 Tagen und 12 Nächten – die 12 Rauhenächte. Diese 12 Rauhenächte liegen somit sprichwörtlich „zwischen den Jahren“ und sind gewissermaßen zeitlos.

Für die Germanen hatten die 12 Rauhenächte große Bedeutung. Hier sollten die Geschehnisse jeder einzelnen Nacht, symbolisch für einen Monat des folgenden Jahres stehen. So sollen z.B. die Träume in diesen Nächten Aufschluss darüber geben, was passieren wird. Es wurden in diesen Nächten auch Orakel befragt, die Auskunft über die Zukunft geben sollten. Dieser Brauch hat sich im Bleigießen zu Silvester erhalten. Es heißt, dass in den Rauhenächten die Seelen der Verstorbenen als wilde Horde, angeführt von Odin, durch die Luft brausen. Mit dem zu Jul entzündeten Räucherwerk wollte man die verstorbenen Seelen vom Heim fernhalten. Es wird allgemein angenommen, dass vom Rauch dieses Räucherwerkes der Name Rauhenächte abgeleitet wurde.

Frau Holle, ist wahrscheinlich mit die germanischen Freyja, manche vermuten Hel, gleichzusetzen, sie gilt als Schutzpatronin in diesen Tagen. Frau Holle mag es nicht, wenn jemand faul und unnütz in den Tag hinein lebt, doch in diesen 11 Tagen und 12 Nächten möchte sie, dass der Mensch sich ausruht und sich auf sein inneres Wesen besinnt. Zu Jul soll er deshalb alle Gedanken und Verhaltensweisen, die nicht zu ihm gehören, fallen lassen. Symbolisch heißt es, dass diese fremden Eigenschaften von Odins wildem Geisterheer der 12 Rauhenächte aufgenommen und für immer fortgetragen werden. Des weiteren sollen die Menschen in diesen Tagen Rückschau auf das vergangene Jahr halten und sich auf das Folgende vorbereiten und sich für dieses auch gute Vorsätze machen.
Die Kirche hat die 12 germanischen Rauhenächte in ihrem Weihnachtsfest übernommen. Daher folgt auf die 12 Nächte nach dem ersten christlichen Weihnachtstag am 25. Dezember, der 6.Januar als Dreikönigstag. Dieser ist nach den drei Magiern aus dem Morgenland benannt, welche dem Stern von Bethlehem folgten und so das Jesuskind fanden. Die Kirche verlegte also das Fest drei Tage nach vorne. Da der Beginn der 12 Rauhenächte seit Ur-Zeiten immer die erste Nacht nach der Wintersonnenwende war, hatten neben den Germanen auch Völker, wie die Inder, Iraner, Griechen und Römer dieses alte Datum.

Thing: Im Februar, zu Beginn des Frühjahres, hauptsächlich aber im Sommer abgehaltenes Gericht während des Julis. In Island wurde es auch schon im Juni, vor oder nach Einholen der Ernte, abgehalten. Tyr wird in dieser Zeit sehr verehrt.

Wochentage

Montag:       Tag des Mondes – Mani (Mond).
Dienstag:     (Schwedisch Tisdag – English Tiwesdeag) – Tag des Tyr.
Mittwoch:     (Schwedisch Onsdag – English Wednesday) – Tag des Wodan / Odin.
Donnerstag: Thor/Donarstag – English Thursday – Tag des Thor.
Freitag:         (English Friday ) – Tag von Freyja oder Frigg.
Samstag:      dän.:Lördag, altnordisch/Norwegisch:Laugadag bedeutet „Laugentag“= Badetag
Sonntag:       Tag der Sunna/Sol (Sonne).

Quellen:
http://www.sagengestalten.de/lex/germ_A.html   von A – Z
http://www.odinownsyouall.de
http://home.freiepresse.de/freis/feste.htm
http://www.berserks.de/Wikinger/wikingerkalender.htm
Germanische Göttersagen – Reclam Verlag – Reiner Tetzner
Die Enzyklopädie der Mythologie – Edition XXL GmbH – Arthur Cotterell
Bildatlas der Weltkulturen “ Die Wikinger“ – Bechtermünz Verlag – J. Graham- Campbell
Mythen der Welt “ Mythologie der Wikinger“ – Athenaion Verlag – Morgan J. Roberts
Runen-Welten – Schirner Verlag – Igor Warneck
Die Edda – Bechtermünz Verlag – Manfred Stange
Die Edda – Eugen Diederichs Verlag – Manfred Günther

Quelle: http://www.berel-am-ries.de/seiten/Chronik/Forschungen-bis-808-nChr/germanische-feste.htm

Gruß an die Ahnen

TA KI