Russischer Fan: „Was machst du, wenn ein Brite dir den Schädel einschlagen will?“


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In den vergangenen Tagen haben Medien die Randalen bei der Fußball-EM fast schon zu einer Auseinandersetzung auf politischer Ebene hochgeschaukelt. Ob aber nur die Russen die ganze Schuld dafür tragen, ist fraglich. In einem Sputnikinterview spricht ein russischer Fan über Details der Ausschreitungen zwischen den Fangruppen in Marseille.

Einem Russen würden im Durchschnitt zehn bis 15 Briten gegenüberstehen, sagt Iwan (erfundener Name).

„Wir hatten nur einen Fanblock, also 10.000 bis 15.000. Alle anderen waren Briten – ungefähr 70.000. Und  das nur im Stadion, in der Stadt gab es noch mehr“, so der Russe.

Außerhalb des Stadions sei es den ganzen Tag vor dem Anpfiff zu kleineren Zusammenstößen gekommen. Dabei seien die Briten nicht besonders wählerisch gewesen — Flaschen seien gegen jeden geflogen, der russisch aussah, ganz egal, ob das ein gewöhnlicher Fan, Hooligan oder Ultra gewesen sei.

„Wenn du in einem russischen T-Shirt herumspaziertest, bekamst du sofort etwas ab. Es flogen Flaschen und Münzen. Die Briten okkupierten das ganze Stadtzentrum. Es gab kein einziges Lokal, wo nur Russen gesessen haben“, erzählt der russische Fan.

Iwan und seine Fangruppe hätten neutrale T-Shirts ohne Aufschriften getragen, allerdings habe das kaum geholfen — man habe ihnen angesehen, dass sie aus Russland seien.

Die Briten hätten sich sehr aggressiv verhalten, da sie sich ihrer Überzahl bewusst gewesen seien.

 „Als sie zwei-drei Russen sahen, haben sie diese bewusst beleidigt. Sie zeigten verschiedene obszöne Gesten und schrien solche Parolen, wie ‘Putin ist ein …‘. (Ein in der Ukraine beliebter Sprachgesang zur Beleidigung des russischen Präsidenten Wladimir Putin, Anm. d. Red.) Wahrscheinlich haben die das von den Ukrainern übernommen“, vermutet Iwan.

Danach hätten die Briten auf russischen Fahnen herumgetrampelt und sogar darauf uriniert.

Beim Spiel hätten sie sich jedoch noch unkorrekter benommen – vom Fanblock der Briten seien Becher geflogen, dutzende hätten den Stinkefinger gezeigt. Erst danach sei „das passiert, was passiert ist“, so der Russe.

„Natürlich gab es bei den Briten viel mehr gewöhnlicher Fans, die keine Ultras sind. Doch auch sie kämpften. Eigentlich kämpften alle. In Großbritannien werden die Menschen nicht in Fans oder Hooligans unterteilt, jedermann ist im Falle eines Falles bereit, bei einer Schlägerei mitzumachen“, betont der russische Fußball-Fan.

Was jedoch tatsächlich mit dem bei den Zusammenstößen schwer verletzten Briten passiert sei, wisse niemand bestimmt. Iwan habe darüber erst im Internet erfahren.

Mit den Polizisten hätten sich die Russen jedoch im Unterschied zu den britischen Hooligans gar nicht erst angelegt. So ein Ziel habe es nicht gegeben.

„Ich würde gern mal sehen, was ihr machen würdet, wenn euch jemand den Schädel mit einer Flasche einschlagen will. Einfach nur so, hinterrücks. Versucht ihr das dann tatsächlich mit Worten beizulegen?!“, fügte er hinzu.

Am Dienstag hat die UEFA dem Russischen Fußballbund (RFS) eine Geldstrafe von 150.000 Euro auferlegt und die russische Nationalmannschaft bei der EM 2016 auf Bewährung gesperrt.

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Gruß an die, die solche politisch inszenierten „Brot und Spiele“ Veranstaltungen komplett boykottieren
TA KI

Vor EM in Frankreich: Kein Ende der Streiks in Sicht – Fußballfans droht ein Streik-Chaos


In diesem Liveticker bringen wir einen Gesamtüberblick über die Lage in Frankreich, vor und während der EM. Aktuelle Themen wie: Terrorgefahr, Unwetterkatastrophe, Streiks und Demonstrationen.

Der Countdown zur EM 2016 läuft: Von 10 Juni bis zum 10 Juli 2016 wird die Fußball-Europameisterschaft in Frankreich statt finden.

+++ 06.06.2016 +++

Weitere Streiks in Frankreich 

Die Lage in Frankreich will sich auch vier Tage vor der EM nicht beruhigen. Vor allem die Arbeitskämpfe im Verkehrsbereich schüren Sorgen vor Auswirkungen auf das Sportereignis. Ausgefallene Züge, Versorgungsprobleme an Tankstellen, Zusammenstöße am Rande von Demonstrationen bei denen bereits mehr als 100.000 Menschen auf die Straßen gehen, sind zum Alltag der einstigen Grande Nation geworden. Seit Wochen prägen Streiks und Proteste den politischen Alltag in Frankreich.

Und das hat sich auch wenige Tage vor dem Eröffnungsspiel der Fußball-Europameisterschaft am Freitag nicht geändert. Unklar ist, ob zentrale Konflikte vorher noch entschärft werden können – oder ob die Aktionen sich in die Zeit des Fußballturniers ziehen.

Die Besucher müssen sich jedenfalls auf mögliche Störungen einstellen. Im Konflikt um die Arbeitsmarktreform ist kein plötzlicher Burgfrieden zu erwarten, zumal der Senat just während der EM über das Gesetz berät. Für den 14. Juni ist ein neuer Protesttag angekündigt. Auch ist nicht entschieden, ob der am Mittwoch begonnene Streik der Eisenbahner rechtzeitig beigelegt wird. Bei der Air France ist für die ersten EM-Tage ein Pilotenstreik angekündigt.

Nachlässigkeit bei Gefahrenabwehr

Experten sorgen sich um die Sicherheit während des Turniers in Frankreich.  Der Sicherheitschef der Fußball-WM 2006, Helmut Spahn, warf den EM-Organisatoren Nachlässigkeit bei der Gefahrenabwehr vor. Erfahrungen und Expertise aus anderen Ländern seien nicht zurate gezogen worden, sagte Spahn der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Nach Angaben der „Bild am Sonntag“ schließt das Bundespolizei-Präsidium Anschläge während der EM nicht aus und mahnte alle Polizei-Direktionen zur erhöhten Eigensicherung.

Auch die Streiks verkomplizieren die Sicherheitslage, so die „BamS“ und beruft sich dabei auf ein internes Dokument, das auf Hinweisen des Bundesamtes für Verfassungsschutz beruhen soll. Demnach habe der Islamische Staat dazu aufgerufen, den am Montag beginnenden Fastenmonat Ramadan zu Anschlägen im Westen zu nutzen. Damit sei möglicherweise auch die EM bedroht.

+++ 04.06.2016 +++

BKA-Chef: Keine Hinweise auf konkrete Anschlagspläne bei EM

Kurz vor der EM in Frankreich sieht das BKA keine konkrete Gefahr für Terror-Anschläge. Es gebe derzeit „keine Hinweise, die auf konkrete Anschlagsplanungen hindeuten“, sagte BKA-Präsident Holger Münch der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ . Jüngsten Medienberichten, die unter Bezug auf interne BKA-Berichte vor Terror-Attacken bei der am 10. Juni beginnenden Europameisterschaft gewarnt hatten, widersprach Münch. Das BKA habe keine Terrorwarnung für die EM ausgesprochen, sondern lediglich eine Gefährdungsbewertung erstellt, betonte der BKA-Chef. (dpa)

+++ 03.06.2016 +++

Ende der Streiks gefordert 

15:39 Uhr Jetzt, kurz vor dem Beginn der EM, fordert die französische Regierung ein Ende der Streikwelle. Verkehrsminister Alain Vidalies sagte dem Radiosender RTL am Freitag, die Arbeitsniederlegungen bei der Bahn müssten enden, berichtet „Reuters“. Er meinte auch, dass der geplante Pilotenstreik bei Air France „unverantwortlich“ sei.

Die Regierung habe der Bahn Zugeständnisse gemacht, etwa bei Ruhezeiten und nun wäre es an der Zeit wieder zu arbeiten, so Vidalies.

Bei Air France soll wegen der geplanten Gehaltskürzungen auch bald gestreikt werden. Es würde aber niemand verstehen, warum ausgerechnet zur Fußball-EM die Flüge entfallen müssten, so der Verkehrsminister. Die EM startet am kommenden Freitag, in den Tagen danach sollte auch der Air France Streik beginnen.

Seit drei Tagen wird bei der Bahn bereits unbefristet gestreikt. Rund die Hälfte der Züge fahren laut „Reuters“ nicht. Auch durch die Überschwemmungen ist der Schienenverkehr teils lahmgelegt.

ARD beklagt zu laxe Sicherheitsvorkehrungen 

10:48 Uhr Ein Reporter-Team der ARD hat bei einem selbst initiierten Sicherheitstest nach eigenen Angaben ungehindert mehrere Ketchup-Flaschen in ein französisches Fußball-Stadion schmuggeln können. Beim Testspiel von EM-Gastgeber Frankreich gegen Kamerun am vergangenen Sonntag in Nantes hätten die Journalisten zwei Plastikflaschen am Körper und eine in einer Handtasche in die Arena bringen können. Nur ein Reporter, der eine Halbliter-Getränkedose bei sich trug, sei von den Sicherheitskräften aufgehalten worden, berichtet der Bayerische Rundfunk in einer Pressemitteilung.

Die UEFA wies laut ARD daraufhin, dass das Stadion in Nantes keine EM-Arena sei und dass bei der Partie andere Sicherheitsvorkehrungen als bei dem Turnier vom 10. Juni bis 10. Juli geherrscht hätten.

Hochwasser in Frankreich 

Doch das Land steckt tief in der Krise. Neben andauernden Demonstrationen gegen die Arbeitsreform der Hollande-Regierung, herrscht in Frankreich auch der Ausnahmezustand wegen möglichen Terrorangriffen. Darüber hinaus versinken einige Stadtteile wegen Dauerregen und dem Ansteigen des Wasserpegels der Flüsse in den Fluten.

Die Unwetter mit schweren Regenfällen haben große Teile Frankreichs getroffen. Präsident François Hollande rief für einige Regionen den Notstand aus. Paris und die nähere Umgebung der Hauptstadt sind besonders betroffen.

Der Pegelstand der Seine überschritt in Paris die Fünf-Meter-Marke, berichtet die „Tagesschau„. Es wird befürchtet, dass das Wasser heute noch auf sechs Meter ansteigt. Dies wäre der höchste Wert seit 15 Jahren. Uferstraßen stehen unter Wasser und sind gesperrt. Der Schiffsverkehr auf der Seine wurde gestoppt. Auch Touristenboote stehen still. Darüber hinaus wurden eine Metro-Strecke und eine Bahnlinie gesperrt.

Der Louvre bleibt heute auch geschlossen, weil Werke aus den unterirdischen Depots in Sicherheit gebracht werden müssen. Auch das am anderen Seine-Ufer liegende Impressionisten-Museum „Musée d’Orsay“ könnte heute geschlossen bleiben.

Rettungskräfte sind im Dauereinsatz. Seit Sonntag wurden etwa 10.000 Einsätze gemeldet. Dabei brachten die Einsatzkräfte mehr als 5000 Menschen in Sicherheit.

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Gruß an die Aufgeklärten
TA KI