Es tut sich was! Mehr als eine Million Unterschriften gegen Glyphosat (Video)


Die Europäische Bürgerinitiative für ein Verbot des Unkrautvernichters Glyphosat hat nach eigenen Angaben mehr als die nötige Million Unterschriften zusammen. Ihr Anliegen muss damit von der Europäischen Kommission geprüft und beschieden werden.

Nachdem die Europäische Chemikalienagentur ECHA ihr Glyphosat-Gutachten Mitte Juni eingereicht hat, muss die EU-Kommission in den nächsten sechs Monaten über die Zulassung entscheiden.

Die EU-Kommission diskutiert nach Auskunft einer Sprecherin zurzeit mit den Mitgliedsländern den Vorschlag, die Zulassung für Glyphosat um zehn Jahren zu verlängern. Mitte Juli soll der zuständige Ausschuss in Brüssel voraussichtlich über die Frage abstimmen.

Bis dahin wird offenbar nach einer Kompromisslinie gesucht. Im vergangenen Jahr hatte die nötige Mehrheit gefehlt, den Einsatz von Glyphosat über 2017 hinaus zu erlauben – allein in Deutschland wird rund ein Drittel aller Felder mit Glyphosat behandelt (Das Genfood-Monster: Die Wahrheit über die grüne Gentechnik).

So hatte sich die Bundesregierung in dieser Frage enthalten, da die Koalitionspartner sich uneins waren. Inzwischen scheinen die Zeichen auf Zustimmung zu stehen: Der parlamentarische Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium Peter Bleser hob im Bundestag hervor, international seien alle einig, dass Glyphosat nicht krebserregend sei.  Das müsse man berücksichtigen.

Und die SPD-Abgeordente Rita Hagl-Kehl sagte, man könne bei Glyphosat „nicht sofort den Hebel umlegen“. „Wir brauchen einen Ausstiegsplan“, so die Agrarexpertin. Am deutlichsten aber war ein Tweet des Staatssekretärs im Bundesumweltministerium, Jochen Flasbarth: Einem Neuantrag der Kommission werde man nur mit Biodiversitätsauflagen zustimmen.

Die Europäische Bürgerinitiative (EBI) muss ihre Unterschriften derweil von den EU-Mitgliedsstaaten prüfen lassen. Diese legen sie dann der EU-Kommission vor, die sich innerhalb von drei Monaten mit dem Antrag befassen muss, so eine Sprecherin. Außerdem haben die Aktivisten das Recht, ihre Forderungen im Europäischen Parlament vorzustellen.

Neben dem Verbot von Glyphosat verlangen sie, das Zulassungsverfahren für Pestizide zu reformieren und EU-weit verbindliche Reduktionsziele festzulegen. Wie auf der Webseite der EU-Kommission zur EBI ersichtlich, hat das Beteiligungsforum Campact die Initiative mit 200.000 € unterstützt.

Insgesamt waren rund 100 Organisation aus 13 Ländern daran beteiligt, innerhalb von vier Monaten die nötigen Unterschriften aus mindestens sieben EU-Mitgliedsländern zu sammeln.

„Über eine Million Menschen senden ein klares Signal an die Kommission: Es darf keine Neuzulassung des globalen Ackergifts Nummer eins in Europa geben“, sagte Harald Ebner, Experte für Bioökonomie der grünen Bundestagsfraktion.

Ein Antrag der Fraktion an den Bundestag, die Bundesregierung zu einem Votum gegen Glyphosat aufzufordern, wurde von der Regierungskoalition wieder von der Tagesordnung genommen (Tödliche Agrikultur – Wie Monsanto die Welt vergiftet (Video)).

Verbot für Glyphosat auf Vorrangflächen beschlossen

Parallel dazu hat sich auch bei der EU etwas getan: Das Europäischen Parlament hat vor wenigen Tagen ein Pestizidverbot auf sogenannten ökologischen Vorrangflächen ab 2018 beschlossen. Dabei handelt es sich um Flächen, die Landwirte aus der normalen Bewirtschaftung ausnehmen müssen.

Wollen sie Subventionen von der EU bekommen, müssen sie fünf Prozent ihrer Fläche entweder brach liegenlassen oder sie – unter bestimmten Auflagen – mit einer Zwischenfrucht bepflanzen. Bisher war dabei der Einsatz von Pestiziden und damit auch von Glyphosat nicht generell verboten.

Um dem Artenverlust in der Landwirtschaft entgegenzuwirken, hatte EU-Agrarkommissar Phil Hogan ein Pestizid-Verbot auf diesen Flächen zur Abstimmung vorgeschlagen.

Die Abgeordneten des EU-Parlaments stimmten knapp gegen den Beschluss des EU-Agrarausschusses und die Resolution des deutschen EP-Abgeordneten Albert Deß (CSU) und des Briten John Stuart Agnew (UKIP). Beide hatten sich zuvor im Agrarausschuss gegen den Vorschlag der EU-Kommission und somit gegen das Pestizidverbot auf ökologischen Vorrangflächen stark gemacht (Studie „Glyphosat und Krebs – Gekaufte Wissenschaft“ weist auf EU-Mängel und Monsanto-Tricks hin).

Link zur Bürgerinitiative:

http://ec.europa.eu/citizens-initiative/public/initiatives/open/details/2017/000002

Quelle: https://www.pravda-tv.com/2017/06/es-tut-sich-was-mehr-als-eine-million-unterschriften-gegen-glyphosat/

Gruß an die Denkenden

TA KI

Gekaufte Wissenschaft: Neue Untersuchung belegt Manipulationen bei der Bewertung von Glyphosat


Letzten Donnerstag wurde in Wien der Bericht „Glyphosat und Krebs: Gekaufte Wissenschaft“ vorgestellt. Er belegt, wie Monsanto und andere Glyphosat-Hersteller wissenschaftliche Belege zu Gesundheitsgefahren des Unkrautvernichters manipuliert haben. Die Agrar-Konzerne wollen ein Verbot des Wirkstoffs in der EU verhindern.

Am Donnerstag den 23.3. 2017 wurde in Wien der Bericht „Glyphosat und Krebs: Gekaufte Wissenschaft“ vorgestellt. Er zeigt auf, wie Monsanto und andere Glyphosat-Hersteller wissenschaftliche Belege zu Gesundheitsgefahren des Unkrautvernichters manipuliert haben. Damit wollen die Agrar-Konzerne ein Verbot des Wirkstoffs in der EU verhindern.

Die von der WHO-Krebsforschungsagentur (IARC) im März 2015 vorgenommene Klassifizierung von Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend für den Menschen“ brachte die Konzerne unter Handlungsdruck. Um zu verhindern, dass Glyphosat die Zulassung in der EU verliert, finanzierten die Hersteller eine Reihe von Studien zur Gefährlichkeit von Glyphosat, die in Wissenschaftsjournalen veröffentlicht wurden.

„Die Bemühungen der Hersteller und Behörden, Glyphosat entgegen den Beweisen für dessen krebserzeugende und erbgutschädigende Wirkung gegen ein Verbot zu verteidigen, ist wissenschaftlich unseriös und von ernsthaften Interessenskonflikten geprägt“, so Dr. Peter Clausing, Toxikologe und Mitautor des heute von der österreichischen Organisation Global2000 veröffentlichten Berichts. So wurden unter anderem wichtige Informationen weggelassen und stattdessen irrelevante Daten präsentiert. Dadurch wurden Sachverhalte verzerrt, Leser in die Irre geführt und wissenschaftliche Beweise geleugnet. Dies wird in dem Bericht „Gekaufte Wissenschaft“ nachgewiesen.

Die Behörden, die in das Zulassungsverfahren von Pestiziden involviert sind – darunter das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), die europäische Lebensmittelbehörde (EFSA) und die europäische Chemikalienagentur (ECHA) – haben diese Studien-Ergebnisse unkritisch übernommen. Sie kommen folglich ebenfalls zu dem Schluss, dass Glyphosat kein Risiko für die Gesundheit darstellt.

„Monsanto hat erheblichen Einfluss auf Studien zu Glyphosat genommen, die die Grundlage für die Bewertung durch europäische Behörden waren. Deshalb hat die von der ECHA in der letzten Woche ausgesprochene Entwarnung für das Pestizid ein massives Glaubwürdigkeitsproblem. Die Bundesregierung darf der ECHA-Bewertung deshalb nicht folgen und muss in Brüssel gegen die Wiederzulassung von Glyphosat stimmen“, so Christine Vogt, Referentin für Landwirtschaft am Umweltinstitut München e.V..

Das Umweltinstitut München hat gemeinsam mit vielen anderen Organisationen eine Europäische Bürgerinitiative (EBI) gestartet, mit der ein EU-weites Glyphosat-Verbot und der Schutz der Menschen und der Umwelt vor gefährlichen Pestiziden gefordert wird. Dieser Forderung haben sich bereits mehr als 500.000 Menschen aus ganz Europa angeschlossen.

Quelle:http://www.epochtimes.de/gesundheit/gekaufte-wissenschaft-neue-untersuchung-belegt-manipulationen-bei-der-bewertung-von-glyphosat-a2083195.html

Gruß an die Wissenden

TA KI