Flüchtlingskrise: Österreich will Brenner mit Soldaten sichern – Rom bestellt österreichischen Botschafter ein


Angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen in Italien will Österreich „sehr zeitnah“ Kontrollen am Brenner-Pass einführen und im Grenzgebiet auch Soldaten stationieren. In Rom kommt dieser Plan offenbar nicht gut an.

Nach der Ankündigung von Grenzkontrollen am Brenner wegen der steigenden Flüchtlingszahlen hat Italien den österreichischen Botschafter einbestellt. Das Außenministerium in Rom teilte am Dienstag mit, dies sei die Konsequenz aus der österreichischen Ankündigung, Soldaten am Brenner-Pass stationieren zu wollen.

Angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen in Italien will Österreich „sehr zeitnah“ Kontrollen am Brenner-Pass einführen und im Grenzgebiet auch Soldaten stationieren.

Österreichs Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) hatte der „Kronen Zeitung“ vom Montag gesagt, er halte einen „Assistenzeinsatz“ des österreichischen Bundesheeres „für unabdingbar, wenn der Zustrom nach Italien nicht geringer wird“. Für den Einsatz zur Grenzsicherung sind dem Bericht zufolge 750 Soldaten verfügbar.

Am Wochenende hatte das österreichische Verteidigungsministerium vier gepanzerte Fahrzeuge in das Grenzgebiet verlegen lassen. Italien fühlt sich angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen schon jetzt von den EU-Partnern allein gelassen. (afp)

Quelle: http://www.epochtimes.de/politik/europa/fluechtlingskrise-oesterreich-will-brenner-mit-soldaten-sichern-rom-bestellt-oesterreichischen-botschafter-ein-a2158634.html

Gruß an die Klardenker

TA KI

 

Bundesregierung bereitet sich auf Balkan-Grenzsturm vor


Die deutschen Sicherheitsbehörden wappnen sich für den Ernstfall. In einem internen Lagebild werden bei Grenzschließungen der Balkanstaaten ein „Stürmen der Grenzen“ und „Panik und Chaos“ erwartet.

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Angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen bereiten sich die deutschen Sicherheitsbehörden darauf vor, dass die Balkanstaaten ihre Grenzen schließen. Das geht aus dem vertraulichen Lagebild „Illegale Migration“ des „Gemeinsamen Analyse- und Strategiezentrums illegale Migration“ (Gasim) hervor, das der „Welt am Sonntag“ vorliegt.

Darin wird ein „Stürmen der Grenzen“ als Szenario genannt. Eine „Sackgasse“ auf der Balkanroute ohne europäische Unterstützung könnte „Panik und Chaos bei Migranten und Behörden auslösen“.

Am Potsdamer Gasim sind unter anderem Bundesnachrichtendienst, Bundeskriminalamt, Bundesamt für Verfassungsschutz, Bundespolizei, das Auswärtige Amt und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) beteiligt.

„Rückstau“ und „Verschlechterung der humanitären Lage“

Die Sicherheitsbehörden warnen davor, dass die Flüchtlinge derzeit immer schneller über den Balkan nach Mitteleuropa kommen. Die „Durchlaufzeit“ habe sich „weiter verkürzt“. Im Fall von gleichzeitigen Grenzschließungen in Mazedonien, Serbien, Kroatien, Slowenien und Ungarn käme das „griechische System der Drehtür“ jedoch „zum Erliegen“. Das „organisierte Weiterreichen“ der Migranten entlang der Balkanroute wäre unterbrochen, heißt es im Lagebild.

Eine „Verhinderung jeglichen Überschreitens der Landgrenzen“ ist nach Ansicht der Sicherheitsbehörden nur mit hohem „personellen und technischen Aufwand realistisch“. Andernfalls werde die „grüne Grenze“ zum „Einfallstor“. Im Fall von konsequenten Grenzschließungen auf dem Balkan wird mit einem „Rückstau“ und einer „weiteren Verschlechterung der humanitären Lage“ gerechnet.

Das Lagebild nennt verschiedene Szenarien. Flüchtlinge könnten über Bulgarien ausweichen oder via Albanien mit dem Schiff nach Italien übersetzen. Griechenland müsste eine wichtigere Rolle übernehmen und Rückführungen in die Türkei durchführen. Bei einem Rückstau in der Türkei könnten Flüchtlinge künftig wieder per Frachter („Ghostships“) nach Italien gelangen.

Die Analyse rechnet mit einer weiteren Zunahme des Flüchtlingsstroms. „Die Migration auf dem Seeweg aus der Türkei nach Griechenland ist im Oktober erneut angestiegen“, stellte das Gasim in der vergangenen Woche fest. Die Rede ist von einem „Anstieg von syrischen Staatsangehörigen, die aus dem Libanon und Jordanien kommen“. 50 Prozent der Syrier in Jordanien beabsichtigen demnach, „in naher Zukunft aufzubrechen“. 91 Prozent davon hätten Europa als Ziel.

Quelle: http://www.welt.de/politik/deutschland/article148562417/Bundesregierung-bereitet-sich-auf-Balkan-Grenzsturm-vor.html

Gruß an die Vorbereiteten

TA KI

Mitternacht ist Toresschluss- Ungarn schließt Grenze zu Kroatien


ab604020221936eba535337139e5d770Ungarn schließt um Mitternacht seine Grenze zu Kroatien. Der Bau eines Stacheldrahtzauns zum EU-Nachbarland ist dann abgeschlossen. Mit dem Zaun will Ungarn die Flüchtlinge von der sogenannten Balkanroute fernhalten.

Ungarn wird in der Nacht zum Samstag seine Grenze zu Kroatien schließen. Das kündigte der ungarische Außenminister Peter Szijjarto in Budapest an. Erst am Donnerstag hatte die ungarische Regierung bekannt gegeben, dass der Bau eines Stacheldrahtzauns an der Grenze zu dem EU-Nachbarland zur Abwehr von Flüchtlingen vom Balkan fertiggestellt sei und eine kurzfristige Entscheidung zur Grenzschließung angekündigt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am 5. September angesichts der dramatischen Lage syrischer Flüchtlinge in Ungarn entschieden, Tausende Migranten unregistriert einreisen zu lassen. Seitdem hat sich der Anstieg der Flüchtlingszahlen noch deutlich beschleunigt.

Seit Wochen gibt es Spekulationen, dass die offizielle Asylprognose womöglich deutlich zu niedrig gegriffen ist. Zuletzt hatten Schätzungen die Runde gemacht, die Zahl der Flüchtlinge in Deutschland könnte im Gesamtjahr 1,5 Millionen erreichen. Der „Spiegel“ und die „Hamburger Morgenpost“ berichteten unter Berufung auf ein vertrauliches Papier aus dem Bundesinnenministerium, allein zwischen dem 5. September und Mitte Oktober seien in den Bundesländern mehr als 400.000 Flüchtlinge angekommen.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hatte bislang an seiner Prognose von 800.000 festgehalten. Erst in der vergangenen Woche hatte der CDU-Politiker gesagt, er werde vorerst keine neue Zahl dazu vorlegen. Jede Vorhersage führe zu Unruhe und zum Teil auch zu Missverständnissen in der Bevölkerung.

Der Koalitionspartner SPD hatte in den vergangenen Wochen Druck auf de Maizière gemacht, dessen Prognose öffentlich in Zweifel gezogen und die Bevölkerung auf höhere Flüchtlingszahlen eingestimmt.

Quelle: http://www.n-tv.de/politik/Ungarn-schliesst-Grenze-zu-Kroatien-article16153716.html

Gruß an die Hochverräter!!!

TA KI

 

Bundesamt sieht „Migrationswelle“ aus Albanien


Albaner haben in Deutschland kaum Chancen auf Asyl. Trotzdem flüchten sie in Scharen aus ihrem Land. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge rechnet inzwischen mit insgesamt 450.000 Asylbewerbern.

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Die Zahl der Flüchtlinge aus Albanien ist in diesem Jahr sprunghaft angestiegen. Das geht aus einem Bericht des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hervor, der der „Welt“ vorliegt. Bislang deutet demnach nichts auf eine Umkehr des Trends hin: „Wegen der unverändert schlechten wirtschaftlichen und sozialen Lage in Albanien und durch die nun in Gang gesetzte Migrationswelle ist (…) auch für die Zukunft von einem hohen Migrationspotenzial auszugehen“, heißt es.

Das BAMF teilt in dem Schreiben den Bundesländern mit, dass es unter anderem aufgrund der hohen Flüchtlingszahlen aus Albanien seine Prognose für die Zahl der Asylanträge in diesem Jahr auf 400.000 Erst- und 50.000 Folgeantragssteller erhöht. Die Länder hatten sich bereits im März für eine Korrektur der Schätzung von bislang 300.000 Asylanträgen ausgesprochen.

Albanien soll zum sicheren Herkunftsland erklärt werden

Flüchtlinge aus Albanien haben kaum eine Chance, in Deutschland Asyl gewährt zu bekommen. Die Anerkennungsquote lag zuletzt in einem sehr niedrigen Bereich. Aufgrund der hohen Zuwanderungszahlen fordern Union und SPD mittlerweile, Albanien zu einem sicheren Herkunftsstaat zu deklarieren, um Asylanträge bevorzugt bearbeiten und im Regelfall ablehnen zu können. Angesichts der Schwierigkeiten bei der Unterbringung von Flüchtlingen aus Krisengebieten möchte die Politik damit für Entlastung sorgen.

Nach Angaben der Nürnberger Behörde verzeichnet die Bundesrepublik einen „anhaltenden Zustrom von Asylantragstellern aus den Westbalkanstaaten“. Zu Beginn des Jahres wurde dieser von Bewerbern aus dem Kosovo dominiert. Mittlerweile kommen vor allem Flüchtlinge aus Albanien. Ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte die Zahl laut BAMF im März mit insgesamt 6300 albanischen Asylsuchenden.

20.000 registrierte albanische Asylbewerber

Das Bundesamt rechnet allerdings mit „stark steigenden Asylanträgen“ von Albanern. Hintergrund sind die Zahlen, die von den Ländern in das elektronische Verteilungssystem „Easy“ eingespeist worden sind. Diese geben einen Hinweis auf die aktuelle Lage, während die offiziellen Zahlen des BAMF meist erst mehrere Wochen später nach genauer Analyse präsentiert werden. Derzeit liegt der Wert der in dem System registrierten albanischen Asylbesucher bereits bei rund 20.000 Personen, wie das BAMF schreibt.

Gerüchte über die bereitwillige Aufnahme albanischer Migranten in Westeuropa sowie über gewährte Sozialtransferleistungen erhöhen die Ausreisewilligkeit der Migranten

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

Die Behörde vergleicht die Lage in Albanien mit der im Kosovo: „Die wirtschaftliche Lage für Teile der Bevölkerung ist anhaltend prekär. Gerüchte (teilweise gezielt gestreut) über die bereitwillige Aufnahme albanischer Migranten in Westeuropa sowie über gewährte Sozialtransferleistungen erhöhen die Ausreisewilligkeit der Migranten und erleichtern kriminellen Reiseunternehmen zusätzlich des Geschäft.“ Kosovarische Busunternehmen in Albanien würden bereits Reisen nach Deutschland anbieten. Das BAMF lobt Albanien dafür, dass das Land bereits Gegenmaßnahmen ergriffen hat. So wurden zum Beispiel die Grenzkontrollen verschärft.

Hintergrund für die hohen Asylbewerberzahlen sind laut BAMF unter anderem die hohen Sozialleistungen für Asylantragssteller für die Dauer des Verfahrens. Dazu kommen die wirtschaftliche Situation in Deutschland sowie ein Fachkräftemangel. Auch die weiterhin mehrmonatige Bearbeitungsdauer von Asylanträgen dürfte ein „nicht unerhebliches Motiv bei der Wahl des Ziellandes“ sein. Das Bundesamt verweist zudem darauf, dass abgelehnte Asylanträge „konsequent durchgesetzt“ werden müssten, wenn Ausreisepflichten bestehen.

Laut Bundesamt ist die Zahl der Flüchtlinge über das Mittelmeer trotz der Wintersaison angestiegen. Bis April kamen rund 23.000 Migranten in Booten aus Libyen nach Italien. Das seien elf Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2014. Insgesamt 95 Prozent der in Italien gelandeten Migranten starteten ihre Überfahrt in Libyen.

DWO-IP-Asyl-Abschiebungen-Scheitern-CP-AufmQuelle: http://www.welt.de/politik/deutschland/article140601644/Bundesamt-sieht-Migrationswelle-aus-Albanien.html

Gruß an die verantwortlichen PO-litiker

TA KI

Dem überwiegenden Teil der Deutschen „reicht es“- Der Streit ums Geld für Flüchtlinge


UmfrageDemonstrationen vor Flüchtlingsheimen, Bürgermeister, die beschimpft oder gar bedroht werden, und Übergriffe auf Asylbewerberheime wie jetzt in Tröglitz in Sachsen-Anhalt – die Stimmung in Deutschland gegenüber Flüchtlingen ist aufgeheizt. Angesichts der steigenden Zahl von Menschen, die nach Deutschland kommen, dürfte sich dies auch nicht so schnell abkühlen. 37 Prozent der Bürger finden nach einer jüngeren Studie, dass zu viele Ausländer in Deutschland leben.

Vor vier Wochen trat der ehrenamtliche Bürgermeister von Tröglitz, Markus Nierth, zurück, weil er sich von der Politik alleingelassen fühlte. Ein NDP-geführter Protestzug gegen ein für 40 Asylbewerber vorgesehenes Gebäude sollte an seinem Haus vorbeiführen. Als nun in der Nacht zum Samstag das Gebäude in Flammen aufging, kündigte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) mit markigen Worten an: „Wir werden keinen Schritt zurückweichen. Hier geht es nicht nur um Verbrechensbekämpfung, hier geht es um unsere Demokratie.“

Eine Art Verteilungskampf

Vielleicht hätte man einfach nur früher auf die Ängste der Einwohner eingehen müssen. Landrat Götz Ulrich (CDU) räumt zumindest ein, dass man „im Vorfeld“ des Konfliktes nicht ausreichend mit den Einwohnern des Ortes geredet habe. Hier, wo sich die Konflikte zwischen örtlicher Verwaltung, die ein Asylbewerberheim durchsetzen muss, und ausländerfeindlichen Bürgern abspielen, geht es nämlich auch um eine Art Verteilungskampf.

Die Flüchtlinge bekämen zu viel Sozialleistungen – zulasten der sozial schwachen Bewohner, so der Vorwurf aus der Zuhörerschaft, als sich Ulrich bei einer Versammlung vor wenigen Tagen die Sorgen der Menschen in Tröglitz anhörte.

Die Flüchtlingsorganisation Pro Asyl bemängelt, dass auf allen drei Ebenen – Bund, Länder und Gemeinden – beim Thema Ausländer nur kurzfristig gedacht werde. Angesichts der vielen internationalen Krisen war nach Meinung von Experten der Anstieg der Asylzahlen seit langem absehbar. Doch Bund, Länder und Kommunen hätten nicht rechtzeitig reagiert.

Der Bund ist für die Bearbeitung der Asylanträge zuständig. Länder und Kommunen müssen sich um Versorgung und Unterbringung der Flüchtlinge kümmern. Diese fühlen sich angesichts steigender Flüchtlingszahlen überfordert. Seit langem streiten Bund und Länder um die Finanzierung. Der Bund hält den Ländern vor, Geld für die Flüchtlinge vor Ort nicht oder zumindest nicht rechtzeitig an die Kommunen weiter zu geben.

Wohl mehr Geld notwendig

Ende 2014 war jedoch der Druck so groß geworden, dass der Bund für 2015 und 2016 zusätzlich insgesamt eine Milliarde Euro zusagte. Schon Anfang dieses Jahres verlangten die Länder mehr. Das Bundesamt für Migration geht davon aus, dass im Jahresverlauf 300.000 Flüchtlinge nach Deutschland kommen. Aus einigen Bundesländern werden fast doppelt so hohe Zahlen genannt. „Ich ärgere mich darüber“, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) vor kurzem dem „Tagesspiegel“. Und er fügte hinzu: „Die Schätzungen des Bundesamtes für Migration waren in den vergangenen Jahren nicht schlecht.“

Pro Asyl fordert langfristiges Konzept

Doch auch wenn de Maizière darauf verweisen kann, dass der Bund unter anderem durch mehr Personal für eine Beschleunigung der Asylverfahren gesorgt habe: Sollten die Zahlen der Asylbewerber für März und April und damit der Druck auf den Bund weiter steigen, wird er wohl noch Geld draufpacken müssen.

Pro Asyl kritisiert vor diesem Hintergrund, dass Deutschland ein langfristiges Konzept zur Integration von Flüchtlingen fehle. Solange Bund, Länder und Kommunen so zerstritten sind, wird sich daran wohl auch nicht so schnell was ändern.

Quelle: http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/id_73535198/aengste-der-bevoelkerung-der-streit-ums-geld-fuer-fluechtlinge.html

Gruß an die Klardenker

TA KI

Länder rechnen mit weit mehr Asylbewerbern


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Die Regierung rechnet mit 300.000 Asylanträgen im Jahr 2015. Vier Bundesländer intervenieren nun. Sie fordern eine deutliche Anhebung der Prognose, um die nötigen Vorbereitungen treffen zu können.

Deutschland muss sich wegen der Kriege und Krisen in der Welt auf noch mehr Flüchtlinge einstellen als zuletzt erwartet. Bereits im vergangenen Jahr hatten rund 200.000 Menschen einen Asylantrag gestellt. Das war der höchste Wert seit dem Auseinanderbrechen Jugoslawiens vor 20 Jahren. Für 2015 rechnet der Bund offiziell mit einem weiteren Anstieg um 100.000 Flüchtlinge. Doch nun werden Zweifel an dieser Prognose laut. Sogar die Zahl von einer halben Million Asylbewerber wird genannt.

Mehrere Länder mahnen den Bund zu mehr Ehrlichkeit bei der Prognose der Asylbewerberzahl. Wie Recherchen der „Welt am Sonntag“ ergaben, haben sich Hessen, Schleswig-Holstein, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen auf Arbeitsebene beim zuständigen Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) beschwert. Die Bundesländer sprachen sich für eine Heraufsetzung der Zahlen aus.

Das von SPD, Grünen und SSW regierte Schleswig-Holstein rechnet 2015 bundesweit gar mit über 500.000 Asylbewerbern. „Wir dürfen nicht die Augen vor der Realität verschließen“, erklärte Kiels Innenminister Stefan Studt. Das Haus des SPD-Politikers hat die Entwicklung der vergangenen Jahre und die aktuellen Werte analysiert. „Wenn wir unsere Zahlen hochrechnen, müssen wir 2015 in Deutschland mit 500.000 bis 550.000 neuen Asylbewerbern rechnen“, sagte Studt. Er erwartet vom Bund eine Prognose, an der sich Länder und Kommunen orientieren können, um eine vernünftige Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge zu garantieren.

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Auch der Innenminister des von SPD und Linke regierten Brandenburg, Karl-Heinz Schröter (SPD), geht von mehr Flüchtlingen aus: „Aufgrund unserer Erfahrung wird die Zahl in diesem Jahr wohl angesichts der weltweiten Krisen deutlicher steigen.“ Die Länder benötigten vom BAMF eine „realistische Einschätzung“ zur Planung. „Bereits heute haben wir alle Hände voll zu tun, um ausreichend Plätze für die Unterbringung der Flüchtlinge zu schaffen“, so Schröter. „Derzeit laufen wir der Lage hinterher.“

Das schwarz-grün regierte Hessen übt gar Fundamentalkritik an den Zahlen des Bundes: „Grundsätzlich besteht das Problem, dass das BAMF seine Prognosen zu gering ansetzt“, erklärte das Haus von Sozial- und Integrationsminister Stefan Grüttner (CDU) auf Anfrage. Die Länder seien jedoch „auf realitätsnahe Prognosen des BAMF angewiesen, da sie hiernach ihre Platzkapazitäten ausrichten müssen“.

Zustrom aus dem Kosovo reißt ab

Das BAMF lehnt eine neue Prognose zum aktuellen Zeitpunkt allerdings ab. Man halte eine Anpassung für das laufende Jahre „für verfrüht“, erklärte die Nürnberger Behörde. Die Entwicklung der Asylantragszahlen im Bundesgebiet werde jedoch „sehr genau beobachtet“. Eine Korrektur im weiteren Verlauf des Jahres sei daher „durchaus möglich“.

Man verweist darauf, dass Anfang des Jahres ungewöhnlich viele Menschen aus dem Kosovo gekommen seien. Dieser Trend gehe jedoch zurück. Auch eine mittlerweile schnellere Bearbeitung von nahezu aussichtslosen Anträgen führe dazu, dass die Zahlen von Januar und Februar „nicht ohne Weiteres auf das gesamte Jahr hochgerechnet werden“ könnten.

Die Vorhersage von Flüchtlingszahlen ist äußerst schwierig. Niemand kann vorhersehen, ob nicht schon bald der nächste Krieg ausbricht – oder Gegner sich plötzlich die Hände reichen. Und doch sind die Prognosen darüber unverzichtbar, wenn die Menschen gut untergebracht sein sollen. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat daher eine schwere sowie wichtige Aufgabe.

Die vergangenen Jahre waren davon geprägt, dass die Behörde, die dem Bundesinnenministerium zugeordnet ist, ihren Wert im Laufe der Jahre nach oben korrigierte. In die Prognosen fließen viele Faktoren ein wie zum Beispiel Entwicklungen in den Herkunftsländern.

Sogar die offizielle Bilanz für 2014 könnte falsch sein

Auf Landesebene übt man nun nicht nur Kritik an der Prognose. Auch die Bilanz für das Jahr 2014 sieht man als problematisch an. In den Ländern will man Zehntausende Asylbewerber mehr gezählt haben. Die offiziell präsentierte Zahl von 202.834 Asylanträgen wäre damit nicht korrekt. Die Diskrepanz hat offenbar damit zu tun, dass es dauert, bis die Zahl der in den Ländern erfassten Asylsuchenden auch in der Statistik des BAMF erfasst ist.

Die Länder sind auf die Prognosen des Bundes angewiesen. Dieser ist lediglich für die Bearbeitung der Asylanträge zuständig. Für die Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen sind bislang die Kommunen in den Ländern verantwortlich.

Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD), forderte vom Bund mehr Geld für Flüchtlinge: „Die Länder und Kommunen sind bei der Unterbringung der Flüchtlinge sehr gefordert, und gerade die Kommunen stoßen teils an die Grenzen des finanziell Leistbaren“, sagte Dreyer. Sie geht nicht nur von höheren Asylbewerberzahlen aus. Sie erwartet zudem, dass sich „der Bund strukturell finanziell beteiligt – sowohl an den Kosten für die Unterbringung als auch an den Gesundheitskosten“. 500 Millionen Euro, die der Bund jeweils für 2015 und 2016 zugesagt habe, reichten bei Weitem nicht aus.

Ein dauerhaftes finanzielles Engagement des Bundes bei der Flüchtlingsaufnahme fordert auch der Deutsche Städtetag. Präsident Ulrich Maly verlangte jedoch darüber hinaus, dass die Länder die Mittel des Bundes in Höhe von einer Milliarde Euro für die Versorgung „vollständig den Kommunen“ zugutekommen lassen. Maly forderte zudem eine weitere Personalaufstockung beim BAMF, um Asylanträge zügiger bearbeiten zu können.

Auch die flüchtlingspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Luise Amtsberg, plädiert für „mehr geschultes Personal, um Asylanträge schneller zu bearbeiten“. Aus einer Antwort der Regierung auf eine Schriftliche Frage der Grünen geht hervor, dass mit 389 Stellen bislang nur etwa die Hälfte der zusätzlichen 650 Stellen beim BAMF besetzt sind. Der Personalmangel im BAMF führe dazu, „dass viele Syrer seit über acht Monaten auf eine Anhörung warten“, so Amtsberg. Im schwarz-roten Koalitionsvertrag ist eine durchschnittliche Bearbeitungsdauer von drei Monaten angeführt. Derzeit liegt sie bei mehr als fünf Monaten.

Quelle: http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Politik/d/6349686/laender-rechnen-mit-weit-mehr-asylbewerbern.html

Gruß an die Wahrheit

TA KI