Fructose: Ursache für Gehirnschäden


Fructose wird bei der Lebensmittelindustrie immer beliebter – und somit immer häufiger als Süssungsmittel in Getränke, Süssigkeiten und Fertigprodukte gemischt. Fructose aber verändert Gene im Gehirn derart, dass es zu den unterschiedlichsten Krankheiten kommen kann, verkünden Wissenschaftler der University of California. Eine spezielle Omega-3-Fettsäure aber scheint die fructosebedingten Gehirnschäden wieder aufheben zu können.

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Fructose – beliebt, aber schädlich fürs Gehirn

Fructose (Fruchtzucker) ist in Sachen Süssungsmittel der Liebling der Lebensmittelindustrie geworden. Denn Fructose ist billiger und dazu noch um einiges süsser als normaler Haushaltszucker (Saccharose). Man benötigt davon also viel weniger, um dasselbe süsse Ergebnis zu erzielen.

Ob Fructose für den Verbraucher nun schädlich ist oder gar schädlicher als Saccharose, interessiert die Lebensmittelindustrie dabei nicht. Sie spart eine Menge Geld, wenn sie Fructose einsetzt – und nur das zählt.

 

So hemmt Fructose beispielsweise das Sättigungsgefühl. Gleichzeitig fördert sie die Fettbildung. Sie macht also dick, führt nebenbei zur Fettleber und verstärkt eine Insulinresistenz, was langfristig wiederum Diabetes mit sich bringt.

Fructose erhöht ausserdem den Harnsäurespiegel, was Gicht und Nierensteine begünstigen kann. Auch der Blutdruck und die Blutfettwerte steigen dank Fructose, so dass jetzt Herzkrankheiten wahrscheinlicher werden.

Ganz neu sind die Erkenntnisse, dass Fructose konkret Gehirnschäden verursachen kann, weshalb die zunehmende Zahl der Betroffenen mit Alzheimer, Parkinson, Depressionen, ADHS etc. niemanden mehr zu wundern braucht.

Industrielle Fructose steckt in vielen Getränken und Fertigprodukten

Fructose heisst im Volksmund Fruchtzucker, einfach deshalb, weil Fructose natürlicherweise auch in Früchten enthalten ist. Isst man jedoch Früchte, dann führt dies nicht zu den genannten schädlichen Auswirkungen der Fructose (siehe weiter unten).

Fructose wird erst dann zum Problem, wenn man sie in isolierter, konzentrierter und industriell verarbeiteter Form zu sich nimmt, etwa Form des industriellen Süssungsmittels namens High-Fructose Corn Syrup (HFCS) – ein fructosereicher Maissirup, der zu 40, 55 oder 90 Prozent aus Fructose bestehen kann.

Kaum jemand wird diesen Maissirup bei sich zu Hause haben – und doch isst man ihn nicht selten täglich. Denn die Lebensmittelindustrie mischt ihn in viele Produkte, beispielsweise in gezuckerte Softdrinks, in Süssigkeiten, Desserts, Dips, Frühstückscerealien und vieles mehr.

Da überdies der Haushaltszucker (Saccharose) zu 50 Prozent aus Fructose besteht, nimmt man mit jedem gezuckerten Lebensmittel immer auch reichlich Fructose zu sich.

Insgesamt geht man hierzulande von einem täglichen Fructoseverzehr von 60 Gramm pro Person aus (bei Jugendlichen aufgrund des Softdrinkkonsums meist mehr), was im Jahr etwa 20 Kilogramm Fructose ergibt. In den USA sind die Zahlen aufgrund der stärkeren Verbreitung des HFCS noch deutlich höher.

Parallel zum steigenden Zucker- und Fructosekonsum steigen auch die Zahlen der genannten Zivilisationserkrankungen (Bluthochdruck, Diabetes & Co.), so dass in Ländern mit höherem Fructoseverzehr auch mehr kranke Menschen leben.

Die oben erwähnten fructosebedingten Gehirnschäden führen nämlich nicht nur zu Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson & Co, sondern auch zu den typischen Zivilisationserkrankungen. Alle diese Krankheiten können also ihren Ursprung im Gehirn haben.

Gehirnschäden durch Fructose

Viele Krankheiten – von Diabetes über Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis hin zu Demenz, Parkinson, Depressionen, bipolaren Störungen und ADHS – gehen mit Veränderungen bestimmter Gene im Gehirn einher.

Eine Studie der University of California UCLA aus dem Jahr 2016 zeigte, dass Fructose zu genau diesen Genschäden führen kann. Der Zucker schädigt etwa 900 Gene auf eine Weise, dass letztendlich die genannten Krankheiten entstehen. Fructose begünstigt diese Krankheiten also nicht nur, sie verursacht sie geradezu.

Fructose entfernt von der DNA (vom Nukleotid Cytosin) eine bestimmte biochemische Gruppe oder fügt diese wieder hinzu. Mit dieser Strategie kann Fructose die Gene wahllos an- und ausschalten.

Es handelt sich dabei um 700 Gene im Hypothalamus (dem grössten Stoffwechselkontrollzentrum im Gehirn) und um mehr als 200 Gene im Hippocampus (jenem Bereich des Gehirns, das für Lernprozesse und Erinnerungen zuständig ist).

Zuvor durchgeführte Forschungsarbeiten derselben Wissenschaftlergruppe hatten bereits ergeben, dass Fructose zusätzlich die Zellkommunikation zwischen den Gehirnzellen stört und die Anhäufung von toxischen Molekülen im Gehirn erhöht.

Dies alles zusammen führt dann zu Gehirnschäden, die sich u. a. in einer reduzierten Lernfähigkeit und zu einem verminderten Erinnerungsvermögen.

DHA: Eine Omega-3-Fettsäure, die vor Gehirnschäden durch Fructose schützt

Gleichzeitig hielten die beteiligten Wissenschaftler in ihrer Veröffentlichung im Fachmagazin EbioMedicine aber auch noch eine gute Nachricht bereit:

Eine bestimmte Omega-3-Fettsäure – die Docosahexaensäure DHA – scheint die durch Fructose verursachten Gehirnschäden wieder aufheben zu können.

„DHA repariert dabei nicht etwa nur ein oder zwei Gene; es scheint, als würde DHA das gesamte Genmuster wieder in seinen normalen, gesunden Zustand katapultieren“, erklärt Dr. Xia Yang, Studienleiterin und Assistenzprofessorin für integrative Biologie und Physiologie an der UCLA. „Wir konnten sogar bereits klären, warum DHA derart positive Auswirkungen hat.“

DHA ist ein natürlicher und essentieller Bestandteil der Membran menschlicher Gehirnzellen. DHA stärkt die Synapsen im Gehirn und fördert auf diese Weise Lernprozesse und das Erinnerungsvermögen, also genau jene Funktionen, die von der Fructose geschädigt werden.

DHA: Eine ganz besondere Fettsäure

DHA ist teilweise eine essentielle Omega-3-Fettsäure. Essentiell bedeutet, dass ein Nährstoff mit der Nahrung aufgenommen werden muss.

„Teilweise essentiell“ ist DHA deshalb, weil der menschliche Körper dazu in der Lage ist, aus der pflanzlichen Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure zu einem gewissen Grad DHA herzustellen. Nicht immer ist diese Eigenproduktion jedoch ausreichend, um den DHA-Bedarf des Körpers zu decken. Daher rät man meist dazu, auch mit der Nahrung noch zusätzlich DHA aufzunehmen.

Die natürlicherweise vorhandene DHA-Dosis genügt angesichts der grossen heutzutage verzehrten Zuckermengen jedoch meist nicht, um Krankheiten abzuwehren.

Gehirnschäden vorbeugen: Fructose meiden – DHA einnehmen

Die beteiligten Forscher empfehlen zur Vorbeugung der beschriebenen Gehirnschäden daher dringend, gezuckerte Softdrinks, Desserts und anderweitig gesüsste Fertigprodukte zu meiden, also generell weniger Zucker zu konsumieren sowie die DHA-Versorgung zu optimieren.

Doch solle man nicht glauben, dass DHA schon alles richten wird, man also einfach nur gemeinsam mit dem täglichen Liter Cola und all den Süssigkeiten ein paar Omega-3-Kapseln schlucken muss und schon richtet der Zucker keinen Schaden mehr an.

Die Omega-3-Fettsäure scheint zwar in Sachen Schadensbegrenzung durch Fructose sehr hilfreich sein zu können, ob sie es jedoch schafft, wirklich sämtliche Krankheiten abzuwenden, wenn man sich ansonsten nicht um seine Gesundheit kümmert, ist fraglich.

Wer sich jedoch für einen insgesamt gesunden Lebensstil entscheidet, sollte in jedem Fall auch auf die umfassende Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren achten. Isst man dann zwischendurch einmal ein Stückchen Kuchen, trinkt ein Glas Saft oder isst einen Schokoriegel, dann können diese überschaubaren Zuckermengen von der eingenommenen DHA gut kompensiert werden.

 

Wie man Fructose meidet

Die höchsten Fructosemengen nimmt man mit gezuckerten Softdrinks, gezuckerten Joghurts und Süssigkeiten zu sich.

Softdrinks

Gerade Limonaden werden oft in grossen Mengen genossen. Ein Liter und mehr pro Tag ist für viele Menschen ganz normal. Ein Liter Cola oder Fanta bringt schon 100 Gramm Zucker (ca. 33 Würfelzucker), mindestens die Hälfte davon ist Fructose.

Wird die Limo mit HFCS oder Fructose gesüsst, ist der Fructoseanteil noch höher.

Früchte

Früchte sind kein Problem. Man isst sie nicht kiloweise und nimmt gleichzeitig Ballaststoffe und Vitalstoffe zu sich. Überdies sind Früchte nicht annähernd so zuckerreich wie gezuckerte Getränke und Süssigkeiten.

Die meisten Früchte enthalten zwischen 1,5 und 4,5 g Fructose pro 100 g.

Als fructosearm gelten beispielsweise Mandarinen mit nur 1,3 g Fructose pro 100 g und Brombeeren mit nur 1,35 g pro 100 g. Einige Früchte gelten als fructosereich. Dazu gehören Äpfel, Birnen, Feigen, Kirschen und Trauben. Sie enthalten zwischen 5 und 7 g Fructose.

Fruchtsäfte

Nicht empfehlenswert sind lediglich Fruchtsäfte aus Konzentrat, die nachträglich ebenfalls mit Fructose gesüsst sein können.

Frisch gepresster Saft hingegen liefert am Beispiel Orangensaft nur um die 2,5 g Fructose pro 100 ml. Eine Cola enthält mehr als das Doppelte. Während der Saft noch Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe liefert, belastet die Cola nicht nur mit Zucker, sondern auch mit Phosphorsäure und Koffein.

Apfelsaft (6,5 g) und Traubensaft (8 g) gehören hingegen zu den fructosereichen Obstsäften, die man – genauso wie reine Obstsmoothies – nicht als Durstlöscher verwenden sollte (weder gekauft noch frisch gepresst).

Ab und zu ein Glas ist kein Problem. Zur Deckung des Flüssigkeitsbedarfs aber ist Wasser immer noch die allerbeste Lösung.

Fertigprodukte

Bei anderen Fertigprodukten (Dips, Dressings, Ketchup, Marmelade etc.) lesen Sie aufmerksam die Zutatenliste. Sollte dort HFCS, Fructose-Glucose-Sirup, Glucose-Fructose-Sirup, Fructose, Fruchtkonzentrate o. ä. auftauchen, wählen Sie besser ein anderes Produkt aus.

Dicksäfte

Wenn Sie im Bio-Supermarkt einen Dicksaft kaufen möchten, greifen Sie lieber nicht zu Agavendicksaft, Birnen- und Apfeldicksaft, da diese hohe Fructoseanteile haben. Wählen Sie lieber Ahornsirup oder Reissirup. Hier ist der Glucosegehalt sehr viel höher als der Fructoseanteil. Glucose ist natürlich auch nicht gerade gesund, aber nicht ganz so schädlich wie Fructose.

Gehirnschäden durch Fructose vermeiden: Gesunde Süssungsmittel

Um Gehirnschäden durch Fructose zu vermeiden, verwenden Sie am besten nur noch unbedenkliche Süssungsmittel, doch auch diese natürlich nur in überschaubaren Mengen.

(…)

Quelle: https://www.zentrum-der-gesundheit.de/fructose-schaedigt-das-gehirn-16080358-0816.html

Gruß an die Naschkatzen

TA KI

Plötzlich fremde Sprachen sprechen…


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Großbritanni: Frau leidet an seltenem Syndrom, wodurch sie in fremden Akzenten spricht

Eine Britin leidet an einem Syndrom, von dem weltweit nur 60 Menschen betroffen sind.

Die 49-jährige aus Chatham (Großbritannien) spricht in ausländischen Dialekten, darunter französisch und chinesisch, der Auslöser für ihr Sprachwirrwarr war eine Migräne.

Nach einem Zusammenbruch verlor sie die Fähigkeit zu sprechen. Experten sagen, das seltene Syndrom würde bei Menschen mit leichten Gehirnschäden auftreten. Der Alltag gestaltet sich für die Besitzerin eines Haarsalons als schwierig, manchmal sieht sie sich rassistischen Äußerungen ausgesetzt.

Quelle: http://www.shortnews.de/id/1093169/grossbritanni-frau-leidet-an-seltenem-syndrom-wodurch-sie-in-fremden-akzenten-spricht

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Aufgewacht und eine fremde Sprache gesprochen

Was Sabine Kindschuh erlebt, ist sensationell und schockierend zugleich – nach einem Schlaganfall spricht sie plötzlich Schweizerdeutsch.

Oberalba Gut gelaunt öffnet Sabine Kindschuh die Tür ihres Hauses in Oberalba. Mit einem freundlichen „Hallo“ reicht sie die Hand. Ein „Hallo“, das anders klingt als gewöhnlich. Nicht Hochdeutsch, auch kein Rhöner Dialekt gibt ihren Worten den Klang. Sabine Kindschuh spricht Schweizerdeutsch – ohne jemals in dem Land gewesen zu sein, beherrscht sie diese Sprache perfekt. Es ist eine Krankheit, die nur 60 Mal auf der ganzen Welt dokumentiert ist, erzählt sie. Das Fremdsprachen-Akzent-Syndrom, eine seltene neurologischen Erkrankung, traf Sabine Kindschuh nach einem leichten Schlaganfall vor einigen Jahren. Seitdem lebt die heute 57-Jährige damit und bekommt selbst noch Gänsehaut dabei, wenn sie erzählt, was sie mit dieser Krankheit alles erlebt hat. „Das würde ein ganzes Buch füllen“, sagt sie und lacht, auch wenn ihr in all den Jahren oft nicht zum Lachen zumute war.

Als sie 47 Jahre war, hatte Sabine Kindschuh ihren ersten Schlaganfall. Die rechte Körperseite sei dabei in Mitleidenschaft gezogen worden. Das war 2003. Wieder aufgerappelt, habe sie zwei Jahre später zu Hause gespürt, dass etwas mit ihr passiert sei. „Eventuell war es ein kleiner Hirnschlag oder ein leichter Schlaganfall.“ Danach habe sie plötzlich angefangen zu stottern. „Sehr schlimm“ sei das gewesen, worauf sie einen Logopäden zu Rate zog und ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Dort verbrachte sie die erste Nacht, ohne nur zu ahnen, was folgen würde. Als sie am Morgen erwachte und die ersten Worte sprach, kam der Schock. Sabine Kindschuh sprach Schweizerdeutsch. „Ich dachte, ich spinne!“ Sie habe die Bettdecke über den Kopf gezogen und leise vor sich hin gesprochen. „Es ging nicht weg.“ Die Ärzte schickten sie sofort zum Psychologen, weil sie dachten, sie sei „nicht mehr normal“. Für die lebenslustige Frau aus Oberalba eine schmerzliche Erfahrung, denn viele Menschen dachten, dass „ich sie veralbere“. Selbst die Hausärztin habe ihr nicht geglaubt und gemahnt, sie müsse „richtig sprechen“. Aber es ging nun mal nicht, so sehr sie sich auch bemühte.

Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus wandte sich Sabine Kindschuh an ihren Sprachtherapeuten Dr. Hans Jentzsch in Bad Salzungen. Er äußerte den Verdacht, dass es sich um das Fremdsprachen-Akzent-Syndrom handeln könnte. Ein Krankheitsbild, das er in seiner langen Berufszeit „noch nie erlebt“ hatte. Aus dem Anfangsverdacht wurde Gewissheit. Vor ihr lagen die ersten zwei Jahre, die „sehr schlimm“ für sie gewesen seien. Besonders, „um zu akzeptieren, was nicht mehr zu ändern ist“. Lange Zeit arbeitete Hans Jentzsch mit Sabine Kindschuh therapeutisch zusammen. Sie wisse auch, wie es richtig sein müsste, könne es aber im Alltag nicht umsetzen.

Für ihre Familie, ihre vier Kinder und ihren Ehemann, sei es eine große Umstellung gewesen. Doch waren sie es, die Sabine Kindschuh den nötigen Halt gegeben haben, gerade in der ersten schweren Zeit. Auch wenn ihr Mann anfänglich schockiert gewesen sei und nicht wusste, ob er dem glauben sollte, was er hörte. Sie löste die Situation mit Humor und sagte, er solle froh sein, dass sie nicht polnisch aufgewacht sei. Doch nicht immer half ihr die lebenslustige Seite weiter. Oft sei sie an ihre Grenzen gestoßen, wenn sich Menschen von ihr abgewandt haben, weil sie sich von ihr veralbert fühlten. Im Dorf hatte ihr Mann sofort für Aufklärung gesorgt. Die meisten fanden es lustig und sprechen heute von der „Schweizerin in der Nachbarschaft“. Da, wo sie auf Menschen traf, die sie nicht kannten, geriet sie in ständige Erklärungsnot. „Ich dachte, ich kann doch niemanden belügen.“

Doch irgendwann war ihre Kraft am Ende. Um sich selbst zu schützen, ließ sie Menschen, die sie kennenlernte, im Glauben, eine Schweizerin zu sein. Dafür möchte sich Sabine Kindschuh nun entschuldigen. Auch möchte sie um mehr Akzeptanz und Verständnis bitten und Aufklärungsarbeit leisten. Wichtige Gründe, warum sie jetzt den Weg in die Öffentlichkeit gesucht hat. Sie wandte sich an das MDR-Fernsehen, an die Redaktion der Talkshow „Unter uns“. Reiste vor Kurzem mit ihrem Mann zur Aufzeichnung der Sendung nach Leipzig, nachdem das Fernsehteam bei ihr in Oberalba zu Besuch war, um sich davon zu überzeugen, dass es sich tatsächlich um einen außergewöhnlichen Fall handelt – sensationell und schockierend zugleich. Die 57-Jährige hofft, durch ihr öffentliches Auftreten „andere mutige Menschen zu finden“, die das gleiche Schicksal mit ihr teilen. Mittlerweile weiß sie, dass es richtig ist, die Öffentlichkeit nicht zu meiden. Sonst könne es passieren, in eine Depression zu geraten. So weit ist es bei Sabine Kindschuh nicht gekommen. Bei vielen Späßen sei sie dabei, allerdings bis zu einer gewissen Grenze. Auslachen lasse sie sich nicht mehr, sie habe das nötige Selbstbewusstsein entwickelt, sich gegen verletzende Angriffe zu wehren. Dafür sorge sie jetzt im Familienkreis für beste Unterhaltung, trage Sketche und Reden vor und sei insgesamt ein aufgeschlossenerer Typ geworden. Früher sei sie eher zurückhaltend gewesen, wenn auch schon immer sehr lebenslustig.

Täglich trainiert Sabine Kindschuh ihre Gedächtnisleistung. Genauso oft probiert sie, Hochdeutsch zu sprechen – ohne Erfolg. Das Haus wurde zum „Häusli“, die Wurst zum „Würstli“, oft verwechsle sie Wörter in ihrer Bedeutung oder kann sie nicht mehr ins Hochdeutsche übersetzen. „Doch wer mich kennt, versteht mich“, sagt sie. Nur ihre fünfjährige Enkelin versucht sie manchmal zu verbessern.

Sabine Kindschuh ist eine starke Frau, die vielleicht durch ihre lebenslustige Art so manche schwierige Klippe überwunden hat. Zum Abschied klingt das „Auf Wiedersehen“ gar nicht mehr so ungewöhnlich. Die Freude am Gespräch mit ihr lässt den schweizerdeutschen Dialekt recht schnell zur Normalität werden. Dieser Gedanke bleibt zurück und die Bewunderung für eine Frau, die über Nacht eine „neue Identität bekommen hat“, ohne ein anderer Mensch geworden zu sein.

Das Fremdsprachen-Akzent-Syndrom (Foreign Accent Syndrome, FAS) ist eine extrem seltene neurologische Erkrankung, die sich dadurch äußert, dass die Betroffenen innerhalb kurzer Zeit im Rahmen einer Stimmbildungsstörung ihre Sprachmelodie ändern, was von Außenstehenden häufig als ein Akzent einer Fremdsprache oder plötzlich auftretender Dialekt interpretiert wird. Die Erkrankung entsteht nicht spontan und isoliert, sondern ist stets Folge einer zugrunde liegenden neurologischen Erkrankung wie einem Schlaganfall, schwerer Migräne oder einem Schädel-Hirn-Trauma. Etwa 60 Menschen mit dieser Störung sind seit 1941, dem Jahr der Erstbeschreibung, bekannt geworden.

Der Verlust des gewohnten Sprachmusters sowie die Reaktionen des persönlichen Umfeldes können bei den Betroffenen zu schweren psychischen Belastungen führen. Quelle: Wikipedia

Quelle: http://www.insuedthueringen.de/lokal/bad_salzungen/fwstzslzlokal/Aufgewacht-und-eine-fremde-Sprache-gesprochen;art83434,2460303

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Engländer spricht nach Schlaganfall plötzlich fließend Walisisch

Als Alun Morgan drei Wochen nach einem Schlaganfall aus dem Koma erwachte, erstaunte der 81-Jährige die Ärzte sehr – denn seine ersten Worte sprach der Mann aus Bath nicht in seiner Muttersprache Englisch. Stattdessen plauderte der Engländer munter auf Walisisch, einer Sprache, die er nie gelernt oder gesprochen hatte.

morgan-JPG_111441Als Alun Morgan langsam wieder das Bewusstsein erlangte und zu sprechen begann, machte er Ärzte wie Familie sprachlos. Das berichtet die britische Zeitung „Bath Chronicle“. Denn seine Muttersprache Englisch hatte Morgan komplett vergessen –  dafür sprach er das Krankenhauspersonal in fließendem Walisisch an. Die komplexe Sprache keltischen Ursprungs beherrschen in Großbritannien nur noch rund 750.000 der ca. 3 Millionen Waliser.

Das war umso unglaublicher, als Morgan nie Walisisch gelernt oder gesprochen hatte. Doch offenbar hatten sich nach dem Schlaganfall Kindheitserinnerungen aus dem Unterbewusstsein des Mannes an die Oberfläche gedrängt, heißt es in einem Bericht der britischen Tageszeitung „Daily Telegraph“. Denn während des Zweiten Weltkriegs war der damals elfjährige Alun mit seiner Familie nach Wales geflüchtet. Während dieser Zeit hatte der Junge zwar kein Walisisch erlernt, die auffällig klingende Sprache muss sich unbewusst dennoch tief in das Gedächtnis des Kindes eingebrannt haben. So tief, dass sie dort haften blieb, obwohl Morgen noch in den 40er-Jahren Wales wieder verließ und seither auch nie mehr dort gelebt hat. Schnell diagnostizierten die Ärzte Aphasie, besser bekannt als Wortblindheit. So bezeichnet man eine Sprachstörung, die durch eine Schädigung der (meist) linken Hirnhälfte auftritt.

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So einfach, wie Morgan die unbekannte Sprache „erlernte“, so steinig ist der Weg zurück zu seiner Muttersprache. „Langsam kamen die englischen Worte zurück – aber es war wirklich sehr hart“, berichtete Morgan den Reportern des „Telegraph“.

Quelle: https://de.nachrichten.yahoo.com/engl%C3%A4nder-spricht-nach-schlaganfall-flie%C3%9Fend-walisisch-100419617.html

Gruß nach Babel

TA KI