Sterbender Mittelstand USA: So wenige Hausbesitzer wie noch nie zuvor


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Von Michael Snyder

Michael Snyder IMGDer Anteil von Amerikanern, die ein eigenes Haus besitzen, ist auf den niedrigsten je aufgezeichneten Stand gefallen. Während des zweiten Quartals 2016 fiel die saisonal nicht bereinigte Zahl der Hausbesitzer auf nur noch 62,9 Prozent – genau dort stand sie auch, als das US-Census-Bureau 1965 damit anfing, die Zahl zu veröffentlichen. So sieht keine “Erholung“ aus. Während der ganzen Obama-Jahre ist der Anteil hausbesitzender Amerikaner immer kleiner und kleiner geworden. Der Grund dafür ist natürlich, dass der Mittelstand in Amerika stirbt.

Vergangenes Jahr erfuhren wir, dass Amerikaner des Mittelstands zum ersten Mal überhaupt zu einer Minderheit der Bevölkerung geworden sind. Für einen hohen Anteil an Hausbesitzern benötigt man einen florierenden Mittelstand und den gibt es nicht, ohne gut bezahlte Arbeitsplätze für den Mittelstand. Deshalb schreibe ich so ausgiebig über die Ausweidung des Mittelstands, denn die US-Wirtschaft wird systematisch ausgehöhlt und die meisten Amerikaner verstehen nicht, was geschieht.

Traditionell war der Besitz eines Hauses ein Zeichen dafür, dass man ein Teil des Mittelstandes geworden ist. Unter Barack Obama ist der Prozentsatz hausbesitzender Amerikaner aber in jedem einzelnen Jahr gefallen. In der Vergangenheit haben wir darüber gesprochen, dass dieser Prozentsatz auf den niedrigsten Stand seit Jahrzehnten gefallen ist, aber jetzt ist er offiziell auf den niedrigsten jemals aufgezeichneten Stand gefallen. Das Folgende stammt von CNBC:

Nachdem der Anteil der Hausbesitzer noch vor etwas mehr als einem Jahrzehnt seinen höchsten Stand erreicht hatte, ist er auf ein Allzeittief gefallen und könnte in den kommenden Monaten noch weiter fallen. Im zweiten Quartal dieses Jahres fiel der Anteil auf 62,9 Prozent (nicht saisonbereinigt), was derselbe Stand wie 1965 ist, als das US-Census-Bureau begann die Daten zu erfassen. Während des gewaltigen Häuser-Booms Mitte der 2000er, stieg der Prozentsatz bis auf 69,2. Seinerzeit warben Politiker für die “Hausbesitzer-Gesellschaft“.

Warum also geschieht dies? Nun, laut Wolf Richter machen Analysten viele Faktoren dafür aus:

Steigende Häuserpreise in einer Wirtschaft stagnierender Löhne (für die unteren 80 %) haben bezahlbare Häuser für viele Menschen außer Reichweite gerückt. Preiswerte Häuser in vielen innerstädtischen Gegenden bringen tägliches weites und kostspieliges Pendeln mit sich. Erst-Hauskäufer haben Probleme eine Anzahlung zu machen, weil sie den letzten verfügbaren Cent für die steigenden Mieten ausgeben.

Den Millennials [“Generation Y“, geboren etwa 1980 bis 1999] wird die Schuld gegeben. Ihnen wird für alles die Schuld gegeben. Sie haben gesehen, wie ihre Eltern mit dem amerikanischen Traum umgingen und ihn in einen amerikanischen Albtraum verwandelt – und sie haben ihre Lektion früh im Leben gelernt.

Die Umgebung superniedriger Zinsen hat Häuser nicht erschwinglicher gemacht, denn aufgrund der superniedrigen Zinsen sind die Häuserpreise massiv gestiegen und die Tilgungsraten sind inzwischen höher, als sie vorher waren.

All diese Punkte sind sicherlich legitim, aber die Wahrheit ist, dass etwas auf uns zukommt, was viel größer als all das ist. Der Mittelstand in den Vereinigten Staaten stirbt seit Jahrzehnten und in den vergangenen Jahren haben sich die langfristigen, den Mittelstand wie ein Krebs langsam auffressenden Trends signifikant beschleunigt. Schauen Sie sich nur diese Zahlen an:

– In Amerika hat heute in jeder fünften Familie niemand einen Arbeitsplatz.

– Aktuell sind 102 Millionen arbeitsfähige Amerikaner arbeitslos.

– Laut der Social Security Administration [Sozialversicherungsbehörde] verdienen 51 Prozent aller amerikanischen Erwerbstätigen weniger als $ 30.000 im Jahr.

– 1970 blieben dem Mittelstand rund 62 Prozent des Verdienstes als Netto-Einkommen. Heute liegt diese Zahl nur noch bei 43 Prozent.

– Die Federal Reserve sagt, dass 47 Prozent aller Amerikaner nicht in der Lage sind, eine unerwartete Arztrechnung in Höhe von $ 400 Dollar zu bezahlen, ohne sich das Geld dafür irgendwo zu borgen oder etwas zu verkaufen.

– Eine kürzliche Umfrage fand heraus, dass 62 Prozent aller Amerikaner weniger als $ 1.000 an Erspartem besitzen.

– Wenn Sie aktuell schuldenfrei sind und dazu noch zehn Dollar in der Tasche haben, dann besitzen Sie ein größeres Vermögen als etwa 25 Prozent aller Amerikaner.

– Laut Kathryn J. Edin und H. Luke Shaefer gibt es in den Vereinigten Staaten 1,5 Millionen “ultra-arme“ Haushalte, die von weniger als zwei Dollar am Tag leben. Ob Sie es glauben oder nicht, diese Zahl hat sich seit 1996 verdoppelt.

– Im Jahr 2007 bezog noch etwa jedes achte Kind in Amerika Lebensmittelmarken. Heute ist es jedes fünfte.

Während wir in die zweite Jahreshälfte 2016 gehen, verschlechtern sich die Dinge für den Mittelstand weiter. Der US-Wirtschaftsvertrauensindex von Gallup hat gerade den niedrigsten Stand des Jahres erreicht. Ich könnte Ihnen den ganzen lieben Tag lang Zahlen zitieren, aber ich hoffe, Sie erkennen das große Ganze bereits.

Der Mittelstand in Amerika wird immer und immer kleiner und unsere Politiker gehen einfach weiter ihren gewohnten Gang. Sie scheinen sich nicht dafür zu interessieren, dass sie die Schlinge um das, was einst der größte und blühendste Mittelstand in der Geschichte des Planeten war, immer enger ziehen.

Und für den Mittelstand könnte es sehr bald noch viel schlimmer kommen, während diese neue globale Wirtschaftskrise weiter Fahrt aufnimmt. Der in höchstem Maße respektierte Ökonom Peter Schiff glaubt, dass ein großer Niedergang in den USA unmittelbar bevorsteht:

Unter Obamas Führung sind die nationalen Schulden der USA von $ 10 Billionen auf fast $ 20 Billionen gestiegen. Nicht weniger als 100 Millionen Amerikaner sind arbeitslos und 50 Millionen sind verarmt und abhängig von Lebensmittelmarken. Das ist, was uns das billige Geld gebracht hat. Dazu war das alles auch noch “geliehenes“ billiges Geld, was es unendlich schlimmer macht und die Welt ist es leid, uns weiter Geld zu leihen.

Es gibt dort draußen so viele Familien, denen es aktuell richtig schlecht geht und mehr als zwei Drittel aller Amerikaner glauben, dass das Land auf dem falschen Weg ist. Ich würde Ihnen gerne berichten, dass die guten Tage zurück sind und die besten Zeiten für Amerika vor der Tür stehen. Aber anders als die Politiker bei den Tagungen der Republikaner und Demokraten werde ich Sie nicht anlügen.

Sehr harte Zeiten kommen und die Dinge werden für den Mittelstand noch viel härter. Planen Sie entsprechend und bereiten Sie sich vor, so lange Sie es noch können.

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>>> zum englischsprachigen Original-Beitrag

Übersetzung aus dem Englischen vom Nachtwächter

Quelle: http://n8waechter.info/2016/07/sterbender-mittelstand-usa-so-wenige-hausbesitzer-wie-noch-nie-zuvor/

Gruß an die Vorbereiteten

TA KI

Neues Asylgesetz: Regierung entmündigt Gemeinden und gibt noch mehr Geld für Asylanten aus- „Notfalls muss ich Häuser beschlagnahmen“


Obwohl viele Asylwerber gar nicht schutzbedürftig sind, müssen sie bis zur Zustellung des Asylbescheids in Österreich untergebracht und versorgt werden – zu enormen Kosten. Foto: Unzensuriert.at

Obwohl viele Asylwerber gar nicht schutzbedürftig sind, müssen sie bis zur Zustellung des Asylbescheids in Österreich untergebracht und versorgt werden – zu enormen Kosten.
Foto: Unzensuriert.at

SPÖ, ÖVP und Grüne präsentierten gestern ein Verfassungsgesetz, das ein Durchgriffsrecht des Bundes für die Errichtung von Asylquartieren in den Ländern vorsieht. Es soll am 1. Oktober in Kraft treten. Damit kann dann Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) Asylwerber auf Grundstücken des Bundes unterbringen, ohne die Zustimmung der Gemeinden einholen zu müssen. SPÖ, ÖVP und Grüne wollen auch eine Quote für die Gemeinden, wie viele Asylwerber sie in Relation zur Wohnbevölkerung aufzunehmen haben.

Was die Quote betrifft, ist im Entwurf zu diesem Gesetz folgendes zu lesen:

Jede Gemeinde hat im Bedarfsfall die erforderliche Anzahl von Plätzen für die Unterbringung von hilfs- und schutzbedürftigen Fremden bereitzuhalten. Die Zahl soll jedenfalls 1,5 Prozent der Wohnbevölkerung betragen (Gemeinderichtwert).

Fass ohne Boden

Damit nicht genug: Die Bundesregierung kann diesen Richtwert kann auch erhöhen, wenn sie es für nötig erachtet. Das ist angesichts der Flut von insgesamt mindestens 80.000 Asylwerber, die 2015 auf Österreich zukommen, durchaus realistisch. Es hat zwar nur eine Minderheit der Asylwerber tatsächlich das Recht auf Asyl, – wie Zahlen aus der Vergangenheit belegen, sind die Mehrheit Wirtschaftsflüchtlinge –, aber bis der Asylbescheid ergeht, müssen alle, auch die illegalen Einwanderer untergebracht und versorgt werden. Ein Fass ohne Boden.

Entmündigung der Gemeinden

Wenn ein Bundesland seine Aufnahmequote nicht erfüllt, greift in Zukunft das „Durchgriffsrecht“ – so wollen es SPÖ, ÖVP und Grüne. Will heißen: Der Bund kann auf Grundstücken, die ihm gehören oder ihm zur Verfügung stehen, Asylwerber unterbringen. Das Ganze per Bescheid, ohne die üblichen Bewilligungen und ohne, dass die Gemeinde dagegen etwas tun kann. Ein völlige Entmündigung der Gemeinde und ihrer Vertreter.

Auf einem solchen Grundstück dürfen maximal 450 Asylwerber untergebracht werden. Dabei geht es laut Entwurf um Grundstücke in Gemeinden, die den Gemeinderichtwert – der ja per Verordnung auch schnell hinaufgesetzt werden kann – nicht erfüllen. Gibt es mehrere Optionen, kommen vor allem Gemeinden mit mehr als 2.000 Einwohnern zum Handkuss.

Mehr Geld für Asylwerber

Mehr Geld soll es für Asylwerber auch geben: Wer einen Asylwerber unterbringt, bekommt pro Tag zukünftig einen Kostenersatz von 20,5 Euro, ab Jänner 2016 21 Euro.

Manche verdienen sich jetzt schon eine goldene Nase: Die private Betrreuungsfirma ORS etwa, die ein Naheverhältnis zu Amnesty International pflegt, kassierte im Vorjahr satte 21 Millionen Euro für die Betreuung der Asylwerber. Insgesamt beschäftigt ORS 175 Sozialbetreuer.

FPÖ will Volksabstimmung

Während die Grünen der Regierung für Durchgriffsrecht, Quoten und Co. den Steigbügelhalter machen und die NEOS das Ganze freudigst bejubeln, kam von der FPÖ dazu scharfe Kritik: Mit Brachialgewalt versuche man jetzt, den Gemeinden und Bezirken gegen ihren Willen Zwangsquoten zu verordnen, sagte FPÖ-Bundesparteiobmann HC Strache.

Das sei eine Politik der Entmündigung der Bürgermeister und der Bevölkerung. Es sei ungeheuerlich, diese bevölkerungsfeindliche Maßnahme einfach im Parlament durchpeitschen zu wollen. Und Strache kündigte an: „Wir werden auf jeden Fall einen Antrag auf eine Volksabstimmung zu diesem Thema einbringen.“

Quelle: http://www.unzensuriert.at/content/0018491-Neues-Asylgesetz-Regierung-entmuendigt-Gemeinden-und-gibt-noch-mehr-Geld-fuer

„Notfalls muss ich Häuser beschlagnahmen“

Boris Palmer

Tübingens grüner Oberbürgermeister Boris Palmer kündigt unter dem wachsenden Flüchtlingsdruck einschneidende Schritte für Hausbesitzer an. Entgegen der Parteilinie fordert er geringere Asylleistungen.

Die Welt: Herr Palmer, in Ihrer Stadt Tübingen müssen Flüchtlinge wie vielerorts bald notdürftig in Sporthallen untergebracht werden, wohl gar in Zeltunterkünften. Wie wollen Sie über den Winter kommen?

Boris Palmer: Wir wollen für den Winter versuchen, vor allem leer stehende Gebäude zu nutzen. Dabei geht es nicht nur um Wohnhäuser, sondern auch um ungenutzte Gewerbehallen. Statt Zeltstädten im Freien könnten wir dann Zeltunterkünfte in diesen Hallen einrichten. Das ist der Plan für die nächsten acht Monate. Dazu führen wir Gespräche mit den Eigentümern.

Die Welt: Und wenn die Eigentümer nicht mitmachen?

Palmer: Wir haben keine Chance, das Unterbringungsproblem mit Neubauten zu lösen. Die Lieferzeiten für Wohn- und Sanitätscontainer liegen mittlerweile bei mindestens einem halben Jahr. Wir bekommen aber inzwischen pro Monat so viele Flüchtlinge zugewiesen wie früher in einem ganzen Jahr. Jeder wird verstehen, dass es seltsam ist, eine Zeltstadt neben einem leer stehenden Wohngebäude aufzubauen. Wir unterbreiten den Eigentümern derzeit Miet- und Kaufangebote für ihre Häuser. Ich weise in den schriftlichen Angeboten aber auch darauf hin, dass das Polizeigesetz dem Oberbürgermeister die Möglichkeit gibt, im Notfall Häuser für einige Monate zu beschlagnahmen. Die Rechtslage sieht eine Beschlagnahme in Ausnahmesituationen vor. Ich will das unbedingt vermeiden, aber wenn es gar nicht anders geht, muss ich davon Gebrauch machen.

Die Welt: Fürchten Sie da keine langwierigen Rechtsstreitigkeiten?

Palmer: Nein, das Polizeigesetz hat da klare Regelungen. Wenn Obdachlosigkeit in einer Stadt droht, dürfen leer stehende Häuser zur Unterbringung beschlagnahmt werden. Und dieser Notfall kann durchaus eintreten, wenn alle Unterkünfte überfüllt sind und so wie derzeit trotzdem an manchen Tagen 50 Flüchtlinge auf einmal in Tübingen eintreffen. Wir würden im Fall einer Beschlagnahme den Sofortvollzug anordnen. Das heißt, ein Rechtsstreit kann nur im Nachhinein klären, ob der Schritt zulässig gewesen ist oder nicht. Aber die Unterbringung würde in jedem Fall gelingen.

Die Welt: Geht es ausschließlich um große Wohnhäuser oder auch um kleine Einliegerwohnungen?

Palmer: Es geht tatsächlich nur um große Häuser, teilweise mit Platz für 60 bis 70 Menschen. Von diesen Häusern stehen in Tübingen einige seit mehr als zehn Jahren leer. In den meisten Fällen bemühen wir uns schon seit Langem um Gespräche mit den Eigentümern, bis jetzt aber vergeblich. Deshalb bin ich schon der Ansicht, dass wir in diesen Fällen Druck ausüben dürfen und auf die Verpflichtung hinweisen müssen, die sich aus dem Eigentum ergibt.

Die Welt: Um die Attraktivität eines Aufenthalts in Deutschland zu senken, wollen Politiker von CDU und CSU Asylbewerbern weniger Bargeld und vor allem Sachleistungen anbieten. Eine sinnvolle Idee?

Palmer: Ich tue mich schwer damit. Aber der Druck auf die Städte und Kommunen ist inzwischen so dramatisch gewachsen, dass wir unsere ganze Kraft auf die Versorgung der Kriegsflüchtlinge konzentrieren müssen. Wir haben in diesem Winter wirklich nicht den Platz, um Flüchtlinge vom Balkan aufzunehmen, die nicht von akuter Verfolgung bedroht sind. Deshalb müssen wir über alles sprechen, was den Exodus vom Balkan aufhalten kann. Ich habe es lange nicht glauben wollen, aber inzwischen scheint es mir plausibel, dass die Geldleistungen für Asylbewerber in Deutschland so hoch sind, dass sie für viele ein Anreiz sind, herzukommen.

Die Welt: Wie stehen Sie zu der Forderung aus der schwarz-roten Koalition in Berlin, Albanien und das Kosovo zu sicheren Herkunftsstaaten zu erklären und damit die Asylbewerber von dort schneller zurückschicken zu können?

Palmer: Wenn es uns hilft, Kapazitäten für Kriegsflüchtlinge zu schaffen, muss man es schweren Herzens machen. Zuletzt hat aber die Einstufung anderer Balkanländer als sichere Herkunftsstaaten nicht dazu geführt, dass die Asylverfahren spürbar verkürzt wurden. Das muss der Bund erst mal schaffen, bevor man weitere Länder einbezieht. Wir brauchen schnelle Entscheidungen, damit die abgelehnten Asylbewerber vom Balkan gar nicht erst in den Kommunen untergebracht werden müssen.

Die Welt: Sie klingen ja fast wie ein Unionspolitiker …

Palmer: Nein, gerade der Tonfall der Union stört mich. Wir müssen höllisch aufpassen, dass wir Rechten und Neonazis nicht in die Karten spielen. Die Gefahr, dass falsche Kreise sich im Recht fühlen, ist riesig. Wir müssen klar sagen: Deutschland ist ein Einwanderungsland und heißt Flüchtlinge willkommen. Wir wollen unserer Verpflichtung aus dem Grundgesetz nachkommen und die jetzige Situation nicht dazu nutzen, das Asylrecht zu schleifen. Besonders die CSU zündelt gefährlich am rechten Rand, wenn zum Beispiel Bayern als das ausgenutzte Sozialamt des Balkans beschworen wird. Auch inhaltlich bleibt genug Differenz. Ich meine, dass Sinti und Roma unsere Hilfe brauchen. Hier sollten wir durch Aufnahme eines großen Kontingents aus humanitären Gründen die Asylverfahren entlasten.

Die Welt: Wie wollen Sie Ihre Parteifreunde davon überzeugen, Tabus wie Sachleistungen und die Ausweitung sicherer Herkunftsstaaten zu brechen?

Palmer: Sie haben recht, das waren jahrelang Tabuthemen für die Grünen. In Zeiten, in denen wir nur einige Zehntausend Flüchtlinge pro Jahr in Deutschland aufnehmen mussten, waren diese Themen auch richtigerweise tabu. In diesem Jahr kommen aber vermutlich mehr als 600.000 Flüchtlinge, fast die Hälfte vom Balkan. Wir können nicht länger die Augen davor verschließen, dass wir diese Einwanderung regulieren müssen. Mir geht es darum, das Asylsystem vor dem drohenden Kollaps zu bewahren und dabei eine klare Abgrenzung gegen rechts und gegen die ausländerfeindliche Rhetorik von „Überfremdung“ oder „massenhaftem Asylmissbrauch“ zu ziehen. Und dann müssen wir erreichen, für Menschen vom Balkan legale Arbeitsmöglichkeiten in Deutschland zu schaffen.

Die Welt: Was meinen Sie?

Palmer: Ich kenne viele Metzger, Elektriker oder Bäcker, die Familienväter vom Balkan eingestellt haben, weil Deutsche diese Stellen nicht haben wollten. In der Gastronomie sind 40.000 Stellen unbesetzt. Diese Arbeitgeber fassen sich jetzt an den Kopf, wenn ihre Mitarbeiter wieder zurückgeschickt werden sollen in ihr Herkunftsland. Wir brauchen nicht nur neue Asylgesetze, sondern auch ein Einwanderungsgesetz. Dann, denke ich, kann sich meine Partei auch bewegen.

Die Welt: Was halten Sie von einer Visumpflicht für Balkanstaaten?

Palmer: Sie arbeiten an meinem Parteiausschluss? Auch eine Visumpflicht kann ein letztes Mittel sein, um den Zugang vom Balkan zu regulieren. Aber ich hoffe, dass wir das nun wirklich nicht brauchen.

Quelle: http://www.welt.de/politik/deutschland/article145362505/Notfalls-muss-ich-Haeuser-beschlagnahmen.html

Gruß an alle Volksverräter

TA KI