Die heilende Kraft der Bäume in Glaube und Tradition


Die heilende Kraft der Bäume

Bereits seit uralten Zeiten ist die heilende Kraft und die Lebenskraft der Bäume bekannt. Die Menschen kamen zu ihnen, um die Heilung von Herzleiden und anderen körperlichen Gebrechen zu bekommen und mit Lebenskraft geladen zu werden oder suchten bei den Bäumen die Gabe der Vision.
Bei vielen Völkern entstanden Kulte zur Anbetung von Bäumen – der Baum wurde verehrt, denn er symbolisierte Lebenskraft, Weisheit, Ruhe, Erholung und Schutz.
In allen Religionen existiert ein gewisser Baum, der das Verbindungsglied zwischen dem Menschen, dem Gott und der Erde ist. Auch in der Mythologie vieler Völker zeigt sich diese sehr alte und enge Verbindung von Mensch und Baum, sogar ihre Existenz führen zahlreiche Völker auf Bäume zurück.
Baum und Mensch sind sich näher, als man denkt. Vieles von dem, was wir heute über Bäume wissen, stammt aus dem uralten Volksglauben und wurde durch Bräuche, Sagen und auch Lieder überliefert. Die Menschen waren Teil des Waldes, begriffen das Wesen der Pflanzen und sahen in ihnen nicht nur Nutzmittel. Unsere Vorfahren wussten ihre Eigenschaften auch als Heilmittel zu nutzen. Sie wussten, jede Baumart hat ihren Charakter und enthält eine ihr eigene Medizin.

Altgriechische Dichter, Heilende und Philosophen schrieben bereits darüber. Wie auch die altertümlichen Griechen, meinten die Druiden und Heiden der „Alten Rus“ nicht ohne Grund, dass die Bäume das Verbindungsglied zwischen dem Kosmos und der Erde sind. Die Druiden waren beispielsweise der Annahme, dass eine Quelle der kosmischen Kraft die Mistel – „das Kind der Leere“ ist. Die Verehrung der Mistel bei den altertümlichen Kelten wurde von den komplizierten Ritualen und Opferungen begleitet. So wurde die Mistel auf den sechsten Tag des zunehmenden Mondes gesammelt, mit einer goldenen Sichel abgeschnitten, wobei sie nicht auf die Erde fallen sollte.

Schema für die Arbeit mit der Kraft der Bäume

Auch die alten russischen Heilenden beachteten die heilende Kraft der Bäume. In der modernen Literatur wird über die Arbeit mit der Kraft der Bäume nur sehr wenig gesagt. Die Bäume werden grob auf „Spender“ und „Saugende“ unterteilt, das heißt – die Energie „spendend“ und die Energie „saugend“. Jedoch ist eine solche Gliederung zu sehr abstrakt und für die Praxis nicht brauchbar, da der Charakter der Erkrankung eines Patienten oft unklar ist und man sich daher in der Auswahl eines Holzhelfers irren kann.
Es daher sehr häufig anzutreffen, dass sich bei Menschen, die Bäume als Heilende verwenden, der Zustand nicht verbessert und es gegenteilig sogar zur Verschärfung der Erkrankung und zur bedeutenden Verschlechterung des Befindens führt.

Jedoch gibt es nach Ansicht der alten russischen Heilenden auch ein Schema für die Arbeit mit der Kraft der Bäume, das brauchbar für jeden Menschen ist, der an einem beliebigen Leiden erkrankt ist.
Das Besondere dabei ist, man darf nicht nur mit einem Baum arbeiten – sei es der „Spender“ oder „Saugende“.
Ein Überschuss an Energie kann zu Allergien, entzündlichen Prozessen und bei Menschen mit einer schwachen psychologischen Immunität, zur Aggression und Hysterie führen.
Der Mangel an Energie kann zur Schwäche, Depression und zu Erkrankungen führen, die mit den Prozessen der Stagnation im Organismus verbunden sind.
Daher spielt die richtige Ordnung in der Arbeit mit der Kraft der Bäume, nach Ansicht der alten russischen Heilenden, eine sehr bedeutende Rolle. Außerdem muss die Behandlung entsprechend dem ganztägigen energetischen Biorhythmus durchgeführt werden.

Bereits am frühen Morgen, mit dem Sonnenaufgang, beginnt sich der Körper mit seiner Arbeitsenergie aktiv zu füllen. Zu diesem Zeitpunkt muss man daher mit dem Baum-Spender anknüpfen. Solche geeigneten Bäume sind die Eiche, der Ahorn, die Birke und andere Bäume, die zu den festen Baumarten gehören. Mit ihnen muss man mit dem ganzen Körper anknüpfen – ihn umarmen. Dabei bildet nur eine Ausnahme die Eiche, an sie muss man sich mit dem Rücken anlehnen.

Nach dem halben Tag wird dann an einen Baum-Harmonisator angeknüpft, der die energetische Anstrengung aufheben wird und den Überfluss an Energie, die vom Spender gegeben wurde, ergreift und aufnimmt. Als Harmonisator verhalten sich Kiefer, Lärche, Weißtanne und Weide. Die harmonisierenden Bäume werden durch die Handflächen der Hände kontaktiert.

Am späten Abend, vor dem Einschlafen, soll die richtige Verteilung der Energie im Organismus durchgeführt werden. Hier wird der Helfer ein beliebiger Obstbaum sein, wie Apfel-, Birnen-, Pflaumen- oder Vogelbeerbaum. An diese Bäume wird mit der Stirn angelehnt.

Bei allen diesen Bäumen dauert die Sitzung etwa 15 bis 20 Minuten. Es sollten dafür immer Bäume ausgewählt werden, die in der Gruppe mit anderen Bäumen stehen, denn diese knüpfen besser an.
Auch lässt diese Methode zu, nach dem Ternärsystem (auch Dreiersystem) zu arbeiten, das bedeutet, mit der Aufnahme ihrer Energie, ihrer Anpassung und Verteilung. Deshalb ist sie nach Ansicht der alten russischen Volksheilenden nicht nur für die Behandlung beliebiger Erkrankungen, sondern auch für die Befreiung von einer Schädigung, wie an den Augen und bei anderen Schäden brauchbar.
Bei dieser Technik ist es auch für die Menschen gut, wenn sie auf eine vegetarische Ernährung übergehen, da sich damit der Körper an die Energie der Pflanzen anpasst.

Quelle: http://russische-volksmedizin.info/die-heilende-kraft-der-baeume/

Gruß an die Wissenden

TA KI

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Was glauben eigentlich Heiden?


Das Leben der Heiden in Nordeuropa war sehr stark von den Jahreszeiten geprägt. Die Sonnenwenden im Sommer und im Winter heiliges feuerwaren wichtige Festtermine, ebenso die Tag- und Nachtgleiche im Frühling und im Herbst. Um das Heidentum zu überwinden, musste die Kirche diese Festtermine der Jahreszeiten später mit christlichen Festen besetzen.

Aus der Wintersonnwende wurde das Fest von Christi Geburt und zur Sommersonnwende sollte Johannes der Täufer geboren sein. Entsprechende Hinweise in den Evangelien können nicht älter sein als die Mission der nordischen Heiden:

„Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.“ Joh. (3.30)

Rechts sehen Sie ein Bild aus Wikipedia zum Johannisfeuer am Mittsommertag.

Die Religion der Heiden war sinnstiftend und sinnvoll, man feierte den kürzesten und den längsten Tag des Jahres. Der Geburt des Johannes zu gedenken, weil davon in der Heiligen Schrift die Rede war, raubte der Feier den tieferen Sinn. Die Heiden hatten den Kindern unter dem Feuer die Jahreszeiten erklärt.

Weit verbreitet ist auch noch in unseren Tagen die Vorstellung, man habe als Anhänger einer Religion an kindische Wundergeschichten zu glauben und völlig idiotische Gebote über Fastenzeiten und Gebetsregeln zu beachten oder aber als ungläubiger Atheist und Materialist die Welt für völlig unbeseelt zu halten und den Geist als einen chemisch-mechanischenen Prozess in einem Roboter zu erklären.

 Doch dieser Materialismus als Atheismus ist mit der von ihm abgelehnten Religion eng verwandt. Er kann sich die Welt nicht anders vorstellen als entweder nach den Geschichten von Mohammed, Jesus, Jahwe, Buddha, Zeus oder eben als sinnlosen Materialismus.

 Das Andenken der Heiden wurde von den Priesterschaften des religiösen Wahns völlig ausgelöscht. Bevor wir mit der Religionskritik beginnen, sollten wir darum dem Glauben der Heiden gedenken, dessen Reste wir in ganz entstellter Form etwa in der Weihenacht zur Wintersonnwende und dem Osterfest der ewigen Wiedergeburt noch erkennen.

(wird fortgesetzt)

 Die Erfindung des Christentums im 14.-16. Jahrhundert

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Das haben Sie in der Schule ganz anders gelernt. Aber man konnte uns in der Schule keinen triftigen Grund nennen, warum sich gerade dieser komische Glaube im alten Rom gegen viel vergnüglichere Kulte oder viel intelligentere Philosophien hätte durchsetzen können.

 

Eine kurze Skizze des Themas:

Der Jesuit Jean Hardouin hat behauptet, dass es vor dem Jahr 1300 kaum echte Schriften gab. Die Schriften der alten Kirchenväter seien spätere Fälschungen, die in frühe Jahrhunderte zurückdatiert wurden und deren Verfasser meist noch in Gebieten wie Nordafrika gelebt haben sollten, die inzwischen vom Islam erobert waren, so dass der Phantasie keine Grenzen gesetzt waren. Der mit der Geschichte Englands sehr vertraute Edwin Johnson folgte den Argumenten von Hardouin und konnte für Englands Geschichte nachweisen, dass es tatsächlich vor der Zeit Heinrichs VIII. kaum sichere Quellen gab und dafür viele offensichtlich später geschaffenen Werke aufgetaucht waren, deren Echtheit bezweifelt werden müsse, weil frühere Zeitgenossen und Gelehrte nichts von diesen Werken oder Geschehnissen wussten.

Für den deutschen Sprachraum ist bekannt, dass die bedeutendsten Werke plötzlich in Klöstern aufgetaucht sein sollen, gefunden von genau den Humanisten, die so sehr auf deren Thematik spezialisiert waren, dass sie sich diese Bücher auch genauso gut selber ausgedacht und geschrieben haben konnten.

Nach Edwin Johnson war das Christentum eine Erfindung von vordem militärischen Mönchsorden, die Europa gegen den Ansturm des Islam verteidigt hatten. Der Islam wäre also die älteste Religion, die sich auf eine Heilige Schrift stützt. Die Juden hätten die Idee der Mohammedaner aufgegriffen und sich mit den Büchern von Moses auch eine Buchreligion geschaffen.

Nur den Griechen und Römern und übrigen Nordeuropäern fehlten brauchbare Schriften. Die Mönche fanden vor allem die heiligen Schriften der Juden ganz gelungen und suchten nach einem Trick, um sich deren religiöse Werke aneignen zu können. Natürlich ohne die komplizierten Gesetze beachten zu müssen und ohne die politischen Unruhen, die mit der noch im 13. Jahrhundert immer wieder aufflammenden Hoffnung der Juden auf das Erscheinen des Messias verbunden waren.

Wir kennen den Dreh, mit dem die heiligen Schriften der Juden schließlich zur Heiligen Schrift der Christen wurden, die Ankunft ihres Messias in eine ferne Vergangenheit gerückt war, in der sie ihn nicht anerkannt hatten, und die Gesetze des Alten Bundes durch den Neuen Bund aufgehoben wurden.

Unbeantwortet ist nur noch die Frage, wann genau sich die Erfindung des Christentums abgespielt hat.

Möglicherweise im alten Rom des 4. Jahrhunderts oder sehr viel später, so dass die Kirche gezwungen war, wollte sie älter erscheinen als der Islam, einige Jahrhunderte vor dem Jahr 1300 mit der Hilfe ihrer Mönche in den Schreibstuben der Klöster mit erfundenen Geschichten der frühen Christen und Heiden zu füllen.

So könnten im Laufe der Zeit ganze Bibliotheken mit alten Werken entstanden sein, nicht nur die Geschichte der christlichen Märtyrer, die Kirchenväter, sondern auch passend dazu die Werke alter römischer und griechischer Dichter und Denker und Historiker. Manches Problem, etwa mit der Überlieferung des Homer, wäre überwunden, wenn diese Werke erst von den Humanisten der Renaissance geschaffen und dann den alten Griechen und Römern zugeschrieben wurden. Die Aktualität der Gedanken des Aristoteles zum Zeitpunkt des Erstdrucks seiner jeweiligen Schriften braucht uns dann auch nicht mehr zu wundern.

Aber ist die Geschichte nicht von den Historikern lückenlos erschlossen worden? In den Geschichtsbüchern sieht es auf den ersten Blick so aus, bis der kundige Leser sich selbst mit den Quellen näher beschäftigt. Da ergeben sich erstaunliche Erkenntnisse, etwa über Rom im 6. Jahrhundert laut einem Johannes Diaconus, angeblich aus dem 9. Jh.:

Nur einen Mangel mußte der gelehrte Mönch bedauern: man konnte an der Kurie Gregors nicht Griechisch reden. Der Papst selbst bekannte, daß er nicht Griechisch verstand, und dies ist auffallend, da er doch so viele Jahre als Nuntius in Konstantinopel gelebt hatte; denn dort konnte er täglich Griechisch reden, wenn auch die höfische und offizielle Sprache noch immer die lateinische war. In Byzanz wiederum gab es niemand, der lateinische Schriften gut zu erklären wußte, und so sehen wir, wie vollständig die Entfremdung beider Städte voneinander und Roms von der klassischen Literatur der Griechen geworden war.

Ferdinand Gregorovius: Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter – Kapitel 63

Da hätte ein Papst Gregor kein Griechisch gekonnt, obwohl jahrelang Nuntius in Konstantinopel. Dort habe der Hof aber Latein geredet und darum die lateinischen Schriften der alten Römer nicht gut zu erklären gewusst. Die Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter ist voll solcher Ungereimtheiten, die nur den Schluss erlauben, dass Papst Gregor wie seine Nuntiatur in Konstantinopel erfunden sind. Die Unkenntnis des Griechischen hält sich in Rom und ganz Italien bis zur Eroberung Konstantinopels durch die Türken. Erst die Flüchtlinge aus Griechenland scheinen in den folgenden Jahrzehnten und Jahrhunderten die Kunde von der großen Kultur und die Schriften der alten Griechen im ganzen christlichen Europa verbreitet zu haben. Vorher gab es die Schriften der alten Griechen vermutlich nicht und auch keine alten Römer, die sie gelesen und über sie geschrieben hatten, bis dann der berühmte Homer samt Sokrates, Platon und Aristoteles in Rom angeblich völlig vergessen worden sein mussten und auch aus Konstantinopel keines der alten Werke nach Rom kam oder vom Latein sprechenden Hof übersetzt werden konnte. Jedenfalls nicht bis zur Eroberung der Ewigen Stadt Konstantinopel durch die Türken, nach der die ins Exil geflohenen Griechen ihr Schwert mit der Feder tauschten und die ehrfürchtigen Europäer die große Kultur der Griechen lehrten.

Der Papst Gregor müsste allerdings, wenn es ihn gegeben hat, der Kultur der alten Griechen auf ganz andere Weise verbunden gewesen sein:

Gregor eroberte als »Konsul Gottes« auch das ferne britische Eiland für Rom. Es wird erzählt, daß er eines Tags, ehe er noch Papst war, auf dem Forum, wo man damals Sklavenmärkte hielt, drei schöne fremde Knaben zum Verkauf ausstellen sah, und, über ihre Herkunft belehrt, gerufen habe: »Angler, gleich wie Engel sind sie.« Er erlöste die Heimatlosen; von »apostolischem Geist« ergriffen, wollte er selbst als Missionar nach jenem Lande gehen, aber das römische Volk hielt ihn fest, und erst im Jahre 596 sandte er aus seinem Kloster eine Schar Mönche unter des Augustinus Führung nach der fernen, einst von den Römern beherrschten Insel ab. Ihr Erfolg war groß: Britannien, welches zwei Jahrhunderte früher vom Römischen Reich aufgegeben und dann von dem kraftvollen Volk der Angelsachsen erobert worden war, wurde durch ein einsames Kloster am Colosseum als neue, von Glaubenseifer glühende Provinz der orthodoxen römischen Kirche einverleibt. Gregor rief alte Erinnerungen herbei und nannte den König Adelbert und seine Gemahlin Adelberga den neuen Constantin und die neue Helena.

Gregorovius ebenda

Da hätten also drei schöne Knaben auf dem Sklavenmarkt im christlichen Rom den Gregor an Engel und das noch unbekehrte Engelland erinnert.

 Wer eigene Nachforschungen betreiben möchte, sei auf eine sehr interessante Website verwiesen, die in kurzer Form Hin- und Verweise zu unserem Thema enthält (ohne allerdings schon feste Resultate zu bieten):

 

  • Bible (Old Testament. New Testament.) (was) is Fiction („historical Fiction“, etc.).
  • Jesus (was) is a Fictional character (not „historical“).
  • Paul (was) is a Fictional character. Etc.

Cristianism.com

Sammlung denkwürdiger Stellen aus den heiligen Schriften:

Compiled by Donald Morgan

Die ältesten religiösen Gesetze dürften von Hammurapi stammen, falls wir unter religiösen Gesetzen nicht das Gebot eines eifernden Gottes (als Sprachrohr seiner um Opfer und Einfluss besorgten Priesterschaft) verstehen möchten, alle Anhänger anderer Götter abzuschlachten, sondern einen höheren moralischen Standard zugrunde legen.

Codex Hammurapi

‚In the prologue [of the stela] Hammurapi [d. 1750 B.C.E. (king of Babylonia 1792 – 1750 B.C.E.)] states that the gods of old had predestined Babylon to be supreme in the world, and predestined him „to cause justice to shine in the land, to destroy the wicked and the evil, that the strong might not oppress the weak. “ ….It is significant that the authority of the law depends on its divine origin. This claim of divine origin made any infraction of the law an offense not only against the state or society but also against the divine order itself. The Bible is thus not the first way of life to claim divine authority, for the earliest books of the Bible date from long after Hammurapi’s Code. But laws like Hammurapi’s paved the way for mankind’s acceptance of Sacred Scripture as being of divine origin. Hammurapi’s claims did not stick, but ever since 621 B.C. [interesting date. source?], when the Law of Moses was once and for all time accepted as of divine origin, Scripture has stuck without interruption in Judaism, and subsequently in the daughter religions of Christianity and Islam. The success of the Bible has, in its rich prehistory, many an apparent failure, including the Code of Hammurapi.‘ [3].

Page 184

Merkwürdig bleibt, wie wenig Bezug die angeblich alte oder frühe Literatur auf diese erste Gesetzgebung nimmt. Der Verdacht, dass die Datierung des Codex Hammurapi und seines Urhebers gar nicht stimmen könnte, liegt ebenfalls nahe.

 

 Die Idee der Erbsünde

Alle theologischen Fragen sind ein heikles Thema, weil es sich auf den ersten Blick um völlig absurde Kindereien handelt. Erst mit einem tieferen Blick lassen sich sinnvolle Gründe und Hintergründe erkennen. Am Beispiel der Erbsünde kann ich das kurz schildern:

So, wie dieses Thema von den christlichen Kirchen behandelt wird, müsste man glauben, dass die Theologen entweder sämtlich zu dumm sind, um den Gehalt ihrer Lehren selber zu begreifen, oder aber so bösartig, diesen Gehalt vor ihrem Publikum zu verbergen, indem sie diesem die albernste und absurdeste Auslegung angedeihen lassen.

Es geht bei der Erbsünde also nicht darum, dass die Eltern sich bei der Zeugung ihrer Kinder mit Fleischeslust versündigt hätten, wie es auf den Kanzeln gepredigt wurde, und die armen Kinder dafür ewig verdammt wären, falls sie nicht von einem Pfaffen mit geweihten Wässerchen benetzt werden. Sondern darum, dass alle „im Fleische“ geborenen Menschen zu bösartigen Absichten und Taten fähig und geneigt sind. Wer möchte das nach einem Blick auf die menschliche Gesellschaft und Geschichte bestreiten?

Wir werden also im Laufe der Untersuchung auf eine rationale Grundlage der abendländischen Religion stoßen, die sich von allen von den Kanzeln gepredigten Kindereien und Absurditäten gewaltig unterscheidet.

Der erste Sündenfall mit dem Apfel

Falls die Herleitung dieser Geschichte (PDF S. 9) stimmt, wäre es verräterisch für die Heilige Schrift:

Vom Griechischen (Attisch: to mälon, Jonisch: to malon) leitet sich das Lateinische malum für Apfel,
malus für Apfelbaum ab.
Von da führt der Weg durch Verwechslung und Umdeutung zum gleichnamigen Adjektiv
malus, mala, malum, was schlecht, schlimm, böse heißt….

Dadurch erhielt der Apfel im Christentum den Sinn für Verlockung, Gefährdung, Sünde, Verderben
durch ADAM UND EVA. MALUM EX MALO – Das Übel vom Apfel, die sogenannte Erbsünde vom
Sündenfall im Paradies.

In vielen christlichen Darstellungen nach der traditionellen Theologie wird MARIA dargestellt
mit einem Jesuskind, das mit einem Apfel spielt. Es hält den Apfel Evas in der Hand, die Ursünde.
Jetzt aber von JESUS gesühnt. Erlösung der Menschheit.

Zumindest konnten die Theologen nicht erklären, welche Bewandtnis es wirklich mit dieser „Frucht vom Baum der Erkenntnis“ habe, die allerdings auch mehrere andere Deutungen zulässt, wenn man etwa an das „Erkennen“ einer Frau denkt. Vielleicht fällt uns noch eine sinnvolle Interpretation dieser zentralen Stelle der Heiligen Schrift ein.

Zum Beispiel die Transsubstantiation:

Dass die Gläubigen in ihren Heiligen Messen immer wieder das durch ein Mysterium verwandelte Fleisch und Blut ihres Heilands in Gestalt von Brot und Wein konsumieren, scheint ebenfalls auf einer Verwirrung alter Sitten und Bräuche zu beruhen, wie das Weihnachtsfest, mit dem ursprünglich die Wintersonnenwende gefeiert wurde.

Der alte Brauch bestand wohl einfach darin, einen oder mehrere Fremde mit einem gemeinsamen Gastmahl zu empfangen und nicht den Leib des Herrn. Manchmal wurde einem Fremden auch Brot und Salz gereicht, nach dessen Verzehr er unter dem Schutz des Gastgebers stand, während bis dahin jeder den Fremden hätte erschlagen, ausrauben oder versklaven dürfen. Oder eben es wurde Brot miteinander gebrochen und aus einem Kelch gemeinsam Wein getrunken und darauf hat das Oberhaupt der Gemeinschaft den Fremden in seine Arme geschlossen und verkündet, dass dieser nun sein Fleisch und sein Blut und damit ein Bruder und gleichberechtigtes Mitglied der Familie, des Dorfes oder Stammes wäre. Von Karl May kennen wir entsprechend das Ritual der Blutsbrüderschaft bei Indianern. Es ist auch möglich, dass die Aufnahme des Fremden symbolisch vor den verehrten Ahnen erfolgte und damit sein Fleisch von deren Fleisch und sein Blut von deren Blut war.

Das Christentum scheint es darauf angelegt zu haben, einerseits an ganz alten Bräuchen und Festen anzuknüpfen, diesen dabei aber eine völlig irrsinnige Auslegung zu geben. Dazu vielleicht später mehr, jedenfalls war der Fremde, vielleicht ein junger Mann aus einem anderen Stamm als Gatte für ein Mädchen aus dem Dorf oder einfach ein irgendwo bei der Jagd, beim Handel oder auf einem Kriegszug aufgelesener sympathischer Kerl, durch das Ritual der Kommunion für jeden aus der Sippe „mein Fleisch und mein Blut“ und nicht der Inhalt des Brotkorbs oder der Weinflasche.

Das größte Wunder der Heiligen Schrift:

Im alten Rom soll Caesar nach seinem Tod und manche schon zu Lebzeiten in den Rang der Götter erhoben worden sein, der Kaiser Hadrian ordnete sogar zum Andenken an seinen geliebten Antinous dessen Deifizierung an. Wie ist es zu erklären, dass der christlichen Kirche da ausgerechnet ein jüdischer Messias einfiel?

Es war die Zeit der Buchreligion angebrochen. Man konnte auch nicht irgendwelche Bücher nehmen oder gar neu geschriebene Bücher zu heiligen Schriften erklären, sondern die Bücher mussten alt und ehrwürdig sein oder wenigstens verbreitet genug, damit ihnen hohes Alter zugeschrieben werden konnte. Ohne heilige Schriften war weder mit Caesar noch mit Antinous als Gott in Zukunft etwas anzufangen. Brauchbare Schriften hatten allein die Juden, aber wie sollte man Anspruch auf deren Werke erheben?

Einzig der Glaube an einen jüdischen Messias konnte die heiligen Schriften der Juden in die Heilige Schrift der Christenheit verwandeln.

Für dieses wahrlich weltbewegende Wunder des Glaubens danken die Mönche und Pfarrer der Christenheit, die sonst jegliche heilige Schriften hätten entbehren und von den Kanzeln vielleicht aus De bello Gallico oder Platons Symposion hätten lesen müssen, noch in unseren Tagen ihrem Jesus Christus als Erlöser.

 Marcion und die Erlösung von der Welt und ihrem bösen Schöpfer

Marcion (ca. 85-160) sei ein Zeitgenosse des 2. Jahrhunderts gewesen. Da wundert es, dass er sich nur auf die Schriften des Paulus stützen konnte und keine anderen Quellen kannte. Er ist also kein Zeuge für die Echtheit eines Christentums im 2. Jahrhundert, denn nichts anderes, als was in den Briefen des Apostels zu lesen stand, wusste man im 14. Jahrhundert auch, um im Streit um die richtige Lehre einen Marcion gegen die katholische Kirche zu erfinden. Die beste Studie über Marcion ist von Adolf von Harnack:

Marcion, seines eigenen Glaubens als des echtpaulinischen gewiß, sah die große Christenheit um sich in einer inneren Verfassung, in der alles verloren schien. Während er überzeugt war, daß Christus das AT und den Gott desselben abgetan und einen fremden Gott verkündet hatte, identifizierte sie fort und fort die beiden Götter und erbaute sich aus dem AT, war also durch und durch „judaistisch“. Ferner, Bücher unter den gefeierten Namen der Urapostel stützten und förderten offenkundig durch ihre Erzählungen diesen Irrtum. Endlich — das Schlimmste — selbst in den Briefen des Paulus stand unverkennbar vieles, was unzweideutig den Irrglauben bestätigte, daß Christus der Sohn des Weltschöpfers sei und den Willen dieses seines Vaters in seinem Werke fortgesetzt habe.

 Wie war das geschehen, und wie konnte es geschehen, wenn doch die Wahrheit nach einigen Hauptstellen in den paulinischen Briefen so unzweideutig und klar war? Eine große Verschwörung wider die Wahrheit muß, nachdem Christus die Welt verlassen, sofort eingesetzt und mit durchschlagendem Erfolg ihre Absichten durchgesetzt haben.
Keine andere Erklärung reicht hier aus. Marcion griff diese Erklärung auf. Um sie zu beweisen, stand ihm aber, wie seine Ausführungen lehren, schlechterdings nichts zu Gebote als die Erinnerung an den Kampf, den Paulus mit seinen judaistischen Gegnern geführt hatte, und auch von diesem Kampfe wußte er nichts anderes, als was in den Briefen des Apostels zu lesen stand.

 Es ist wichtig, diese Tatsache nicht zu übersehen. Niemals hat sich Marcion auf andere Zeugnisse zu berufen vermocht. Kein lebendiger Widerhall jener Kämpfe war mehr zu ihm gekommen; von keiner fortgesetzten Aktion wußte er über das aus den Briefen Bekannte hinaus, und keine neue Urkunde stand ihm zu Gebote, die ihm über die Absichten, sei es des Paulus, sei es seiner Gegner Aufschluß geben konnte.

ADOLF VON HARNACK: MARCION: DAS EVANGELIUM VOM FREMDEN GOTT (PDF) (Seite 35f)

Nun stehen auch die Briefe des Paules nicht in einem originalen Zusammenhang mit wirklichen historischen Ereignissen und deren Zeitzeugen. Nach Marcion hat Paulus allein das wahre Evangelium erhalten, alle anderen verkündigen ein gefälschtes Evangelium, doch sogar die Briefe des Paulus seien gefälscht. So viel Fälschung bereits damals?

(1) Paulus erklärt, daß es nur ein Evangelium gebe und daß er es allein vertrete, wie er es auch besonders empfangen habe; (2) er erklärt ferner, daß die anderen alle ein gefälschtes judaistisches Evangelium verkündigen und daß er sie daher alle schlechthin bekämpfen müsse als solche, welche in dem Irrglauben befangen sind, der Vater Jesu Christi sei mit dem Weltschöpfer und Gott des ATs identisch.

Aus diesen Erklärungen ergaben sich für Marcion folgende Einsichten:
(1) Das Evangelium, welches Paulus meint, muß nach seinen eigenen Worten von allem Judaismus frei sein, d. h. nicht nur keinen Zusammenhang mit dem AT haben, sondern ihm feindlich gegenüberstehen; also ist alles gefälscht, was als christlich gelten will, aber diesen Zusammenhang aufweist.
(2) Daraus ergab sich ihm sofort, daß auch die Briefe des Paulus verfälscht sein müßten, da sie in ihrem gegenwärtigen Bestand vieles Judaistische enthielten.
(3) Es ergab sich ihm aber ferner aus den paulinischen Briefen, daß das ganze apostolische Zeitalter ausschließlich von einem Hauptthema bewegt gewesen ist, von dem Kampfe der judaistischen Christen gegen das wahre, d. h. das paulinische Evangelium. Der deutlichste Beweis für diese seine geschichtliche Ansicht sind die Prologe zu den Paulusbriefen, mögen sie nun von Marcion selbst stammen oder von einem seiner Schüler; denn in ihnen werden diese Briefe ausschließlich unter dem Gesichtspunkt betrachtet, wie die Gemeinden, an die sie gerichtet sind, zum paulinischjudaistischen Kampfe stehen, und der Verfasser bringt es wirklich fertig, ihnen allen dieses Thema aufzunötigen: die „falsi apostoli“ kommen entweder dem Paulus in der Mission zuvor oder dringen in seine Mission ein; die Gemeinden lassen sich entweder von ihnen berücken oder bleiben dem Evangelium des Paulus treu.

Harnack, ebenda, S. 36f

Die Übersetzung der Heiligen Schrift

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Rechts sehen wir den Moses (Grabmal Papst Julius II., San Pietro in Vincoli, Rom, 1515) von Michelangelo mit zwei Hörnern auf dem Kopf. Die Hörner zeugen von einem Übersetzungsproblem: Moses kam vom Berg Sinai nach heutiger Deutung mit strahlendem Antlitz zurück, hebräisch Q-R-N (qoph, resh, nun – qāran oder qärän: Horn), was als Ausstrahlung oder auch als Hörner übersetzt werden kann, so dass es in der Vulgata quod cornuta esset facies sua hieß. Noch zum Beginn des 16. Jahrhunderts war selbst in Rom in den höchsten Kreisen der Träger der christlichen Kultur die Rezeption der mosaischen Bücher nicht weit gediehen, wie wir an diesem Beispiel leicht sehen. Eine bis heute unterdrückte Übersetzung wäre, dass Moses vom Berg Sinai gekrönt herunter stieg, als König mit einer Krone auf dem Haupt. Merkwürdig, weil so naheliegend.

Der Fehler sollte seit Hieronymus, der zum Ende des 4. Jahrhunderts in Bethlehem die Bibel in Latein übersetzt habe, niemandem aufgefallen sein? Und die Septuaginta sollte niemand auf Griechisch gelesen haben all die Jahrhunderte? Denn dort wäre es mit δεδόξασται ἡ ὄψις entweder schon im 2. Jh. v.u.Z. oder später, vermutlich im 16. Jahrhundert erst, richtig übersetzt worden. Ein gehörnter Moses findet sich übrigens an vielen christlichen Kirchen und in vielen Bildern aus dem 15./16. Jahrhundert.

Kannte Michelangelo keinen Juden in Rom, der ihn mal schnell auf seinen Irrtum hingewiesen hätte? Der sich vielleicht durch einen gehörnten Moses gekränkt gefühlt hätte, denn ein Gehörnter ist für uns heute z. B. der Teufel oder ein betrogener Ehemann? Oder kannte die jüdische Gemeinde in Rom ihre mosaischen Schriften auch noch nicht besser im Jahr 1515?

Die Wörter unserer Sprachen sind eng verwandt: corona für Krone oder cornu, plural cornua, für Horn klingen nach dem hebräischen qrn, wie auch nach einer deutschen Krone oder dem Horn. Eine Krone ist bildlich ein Heiligenschein, eine Ausstrahlung des Hauptes. Die Sprachen hängen viel enger zusammen, als wir das auf der Schule lernen (wo der englische war mit Krieg übersetzt wird, statt mit Wehr – siehe die Wehrmacht, das noch mit dem altfranzösischen guerre identisch ist, auch lateinisch vir (Mann, Mensch) und virtus (Tugend, Gott der Tapferkeit) etc.).

Ein schönes Beispiel für den engen Sprachzusammenhang ist der Name des römischen Gottes Jove (Jupiter, Jove-Pater) mit dem hebräischen JHWH oder Yah, Yahu, Iahu, Io und Diodors Iao, ferner Janus und Janua oder Dianus und Diana, wohl alles aus Dyeus, mit Deus und Zeus und wohl sogar Jesus. Die Entwicklung der Götternamen aus IOU, IAO, IAΩ, IAOUE (Clemens von Alexandria) wird hier erklärt:  Thou, I and We und  Archaischer Vokalsymbolismus

Ein weiteres Beispiel ist der Koran: qurʼān von arabisch qaraʼa (lesen, rezitieren), syrisch qeryānā (Lektion) und englisch query – Question (von lateinisch quaerere „fragen“, „suchen“).

Zur Bezeichnung Religion => re-legere (sammeln, wiederholt vortragen), Koran (das zu Lesende), Legende (zu Lesendes) bei Uwe Topper, Kalendersprung S. 285

schild-der-cornuti-quelle-wikipediaDie CORNUTI: Hilfstruppen der Römer aus Germanen

 In dem Zusammenhang sollte auch ein Blick auf die berühmten Cornuti geworfen werden. Sie hätten unter Konstantin in der Schlacht um die Milvische Brücke unter dem Christuszeichen gekämpft. Ihr eigentliches Zeichen waren aber Hörner auf dem Schild und auf ihren Helmen.

Mit den Cornuti werden die ersten Brakteaten erwähnt, eine spezielle Münzsorte, die einmal im vierten Jahrhundert schon aufgekommen sei und später wieder in der Blütezeit des Mittelalters und des Baus der gotischen Kathedralen. Ein Jahrtausend dazwischen mit eher komischen Geschichten statt Geschichte in den Büchern der Historiker:

Bei Brakteaten des 5. und 6. Jahrhunderts handelt es sich um kreisrunde, einseitig geprägte Schmuckscheiben aus Edelmetall. Ihren Ursprung haben die Brakteaten in der Imitation spätantiker römischer Kaisermedaillons. Von den über 900 bisher gefundenen Brakteaten der Völkerwanderungszeit stammen etwa je 300 aus Dänemark und Schweden, 190 aus Norwegen, 30 aus England und 20 vom europäischen Kontinent südlich von Dänemark. Die größten Konzentrationen befinden sich auf Gotland und in Westnorwegen.

Brakteaten waren von Mitte des 12. Jahrhunderts bis ins 14. Jahrhundert fast im gesamten deutschsprachigen Raum (mit Ausnahme des Rheinlands, Westfalens und des Mittelrheingebiets) die vorherrschende regionale Münzsorte. Der Begriff Brakteat ist keine zeitgenössische Bezeichnung und wurde erstmals im 17. Jahrhundert für diesen Münztypus verwendet. In einigen Regionen wurden die Brakteaten in regelmäßigen Abständen verrufen (in Magdeburg im 12. Jh. zweimal jährlich), mussten also gegen neues Brakteatengeld eingetauscht werden.

 

 Die ersten Juden Osteuropas

Das Judentum Osteuropas ist ein Phänomen. Es hat im 16. bis 19. Jahrhundert etwa 90% der jüdischen Population der Erde ausgemacht. Die Sprache war Jiddisch, ein lutherdeutscher Dialekt, allerdings meist in hebräischen Buchstaben von rechts nach links geschrieben.

 Die Geschichte von den Chasaren scheint weitgehend eine Erfindung. Es existieren keine glaubwürdigen Texte, der bekannte Briefwechsel zwischen dem spanischen Juden Hasdai ibn Shaprut und einem Chasarenfürsten Joseph steht auf derselben Stufe wie der Briefwechsel zwischen Jesus und dem Priesterkönig Johannes.

 Nach Bernard Dov Weinryb, The Jews of Poland (1972), tauchten die Juden in Polen nicht vor der Mitte des 12. und dem Beginn des 13. Jahrhunderts auf (ebenda, S. 22). Erste Reisende wie Benjamin von Tudela (von 1165-1173 unterwegs) und Petachja von Regensburg (1175-1190) – oder die Fälscher dieser ersten Reiseberichte – wissen nichts von damals bestehenden jüdischen Gemeinden in Osteuropa. Petachja beschrieb allerdings eine Genueser Handelskolonie auf der Krim namens Gazaria mit Relikten aus der Zeit der Chasaren und Siedlungen der Karaiten auf der Krim.

 Weinryb zitiert den Reisebericht von Benjamin:

 He goes on: „And after that [after Germany] there is Bohemia and the city called Prague, which is the beginning of the land Slavonia, which the Jews who live there [in Prague] call Kanaan because the people who live there sell their sons and daughters as slaves to all nations; these are the people of Russia and this is a large state from Prague to the city of Kiev.“ There follows a description of the winter cold in Russia, but no mention of jews in that country. (ebenda, S. 22/23)

 Interessant ist in dem Zusammenhang, dass die Sklaven (slaves) nach dem Volk der Slawen benannt sein sollen. Dann könnte der Begriff der Sklaverei erst aus dieser Zeit des Handels mit versklavten Slawen im 12. Jahrhundert stammen. Weinryb (Anmerkung S. 23) führt noch lateinische Dokumente aus dem angeblich 9. Jahrhundert an, in denen das Volk der Slawen und die gehandelten Sklaven mit demselben Wort bezeichnet werden. Sollte die römische Tradition der Sklaverei nicht viel älter sein?

Im Gebiet der Slawen befanden sich auch Serben (Sorben), nach denen womöglich das Servieren, also das Dienen im Latein, benannt wurde. 

 Die Besiedlung durch Juden aus Westeuropa habe nach Weinryb (S. 24f) erst nach dem Mongoleneinfall im Jahr 1241 in Polen einen bedeutenden Umfang erreicht. Die als „deutsche Kolonisation“ bezeichnete Besiedlung Polens sei nach dem deutschem Recht oder besonders dem Magdeburger Recht für Juden erfolgt, wobei auch Juden aus dem Gebiet der Wallonen, Flamen und Hollands an der Ansiedlung beteiligt waren. Der älteste jüdische Grabstein in Breslau ist aus dem Jahr 1203, in Podolia in Südpolen stammt der älteste Stein aus dem Jahr 1240; jüdische Gemeinden und Friedhöfe in den größeren Städten Polens werden erst in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts bekannt.

Das Heidentum

wiki-pan-und-daphnisDie Heiden kannten den gehörnten Gott Pan als Fruchtbarkeitsgott. Der gehörnte Moses wird den Heiden daher zunächst ganz vertraut erschienen sein, aber eben nur unter der Voraussetzung, dass erst im 14. bis 16. Jahrhundert das uns heute bekannte Christentum sich durchsetzen konnte. Später wurde aus dem gehörnten Pan dann der gehörnte Teufel, der mit Hexen sündigen Umgang pflegte.

 Wer sich die Skulpturen an den romanischen Kirchen ansieht, findet noch wenig christliche Inhalte. Uwe Topper hat in seinem Buch Zeitfäschung – Es begann mit der Renaissance eine Vielzahl dieser Darstellungen untersucht und deren vorchristlichen Ursprung diskutiert. Seine mutigen Gedanken, für die Uwe Topper heute eigentlich berühmt sein müsste, hat man in den herrschenden Kreisen wohl übel vermerkt und ihm seit 1998 einige Probleme bereitet und ihn vor allem totgeschwiegen.

Es ist ziemlich sicher, dass die ersten Kirchen nichts mit dem uns heute bekannten Christentum zu tun hatten. Die Kirchtürme dienten wohl als Wach- und Signaltürme, bei Gefahr durch Wetter, Feuer oder Feinde alarmierten die Glocken die Menschen im Dorf und in den umliegenden Höfen, die Kirche barg bei Überfällen durch Söldner und Banden die Frauen und Kinder vor feindlichem Beschuss, die wehrhaften Bauern warteten mit ihren Mistgabeln und Dreschflegeln und die männliche Dorfjugend mit Schleudern und Steinen hinter den Mauern des Kirchhofs.

Dass die Christen wehrlos sein sollten und nur auf ein Wunder hoffen dürften, ist eine späte Erfindung der herrschenden Klasse. Denn kräftige Bauern mit furchtlosen Söhnen würden ein Heer von gepanzerten Rittern aufreiben, was die Bauern wussten und was darum als Geschichte vom Hirtenknaben David gegen Goliath in die Bibel eingebaut wurde. Die Ritter waren ganz auf eine ritterliche Kampfweise auf freiem Feld und bei gutem Wetter angewiesen, denn eine Mistgabel stoppt jedes Pferd und gegen einen Dreschflegel hilft kein Helm aus Blech. Notfalls brauchten die Bauern mit Frau und Kind nur in den nächsten Wald flüchten und auf die Nacht warten, um die in ihren hinderlichen Rüstungen klirrenden und scheppernden Feinde zu erdolchen. Die Bauern und ihre Söhne mussten demütige Christen werden, die auf himmlische Retter hoffen, um sich dann ins gottgewollte Elend zu fügen, dazu erfand man die Pfaffen. Nicht die eisernen Rüstungen und Schwerter brachten dem Adel den Sieg über die freien Bauern, sondern der fromme Betrug der christlichen Missionare.

Danach riefen die Kirchglocken auch nicht mehr zur gemeinsamen Wehr, sondern nur noch zum frommen Gebet vor dem Martyrium der Männer, Frauen und Kinder.

 Ohne Punkt und Komma oder Abstand zwischen den Wörtern

textbeispiel-angeblich-4-jh-codex-vaticanus-graecusMan habe also aus Platzmangel und wegen der hohen Kosten der Tierhäute (Papyrus) oder des Pergaments alle Blätter eng beschriftet, ganz ohne Punkt und Komma und auch ohne jeden Abstand zwischen den Wörtern, die nicht an großen und kleinen Buchstaben zu unterscheiden waren. Das liest sich dann so:

 

manhabealsoausplatzman            erengbeschriftenmüsseng           eauchnichtangroßenundk

gelundwegenderhohenkos           anzohnepunktundkomma            leinenbuchstabenzuunter

tendertierhäute(papyrus)o           aberauchohnejedenabsta            scheidenwarendasliestsic

derdespergamentsalleblätt           ndzwischendenwörterndi             hdannso

 

Dafür wurde der Platz auf dem Pergament damit verschwendet, den Text in drei engen Spalten zu schreiben und darum herum einen großen Rand zu lassen. Das müssen Sie alles glauben und für bare Münze nehmen, wenn Sie sich als Wissenschaftler mit alten Texten beschäftigen wollen.

Und wie dieser Codex Vaticanus Graecus rechts sollen nicht nur die Heiligen Schriften, sondern alle Bücher tradiert worden sein. Also auch die dicke Schwarte von Josephus über den Jüdischen Krieg, Platon und Aristoteles, die Werke der alten Geschichtsschreiber wie Herodot und Tacitus, die Kirchenväter wie Augustinus und was auch immer sonst noch. Für mich ist das schon der Beweis, dass es keine alten Bücher gegeben haben kann, ehe nicht ein Abstand zwischen zwei Wörtern und Satzzeichen gebräuchlich wurden; so teuer können Papyrus und Tierhäute gar nicht gewesen sein.

Die Fälscher sind wirklich von alten Gebrauchstexten ausgegangen. Die Buchstaben auf Pergament und Papyrus sollten eine für Diebe und sogar den Boten unverständliche Botschaft sein, außer für den rechtmäßigen Empfänger: Die Juden und Araber haben sogar die Lautzeichen weggelassen und nur Konsonanten geschrieben. So war ein Bote mit dem Brief unterwegs, der diesen selbst unter Folter nicht lesen würde. Falls der Empfänger zum Verständnis des Schreibens Hilfe brauchte, kam getrennt von dem Brief ein zweiter Bote, der ungefähr ahnte, wie der Brief zu verstehen war, aber ihn erst beim Empfänger zu sehen bekam, so dass er den genauen Inhalt nicht kannte, wenn er abgefangen wurde. Man konnte so ohne Probleme heikle geschäftliche und politische Themen abhandeln:

mnknntshnprblmhklgschftlchndpltschthmnbhndln

Mit einer verschlüsselten Botschaft können Händler gefahrlos den Kunden eine wertvolle Karawane mit Gewürzen ankündigen oder zwei Scheichs räuberischer Beduinenstämme mochten sich mit Brief und Boten zu einem Überfall auf diese Karawane verständigen. Vermutlich wurden die Kinder der Gewürzhändler wie der räuberischen Scheichs von Schriftgelehrten anhand erbaulicher Texte unterwiesen, um später die Konsonantenschrift entziffern zu können. Dabei entstanden wohl die ersten heiligen Schriften der Araber und Juden und die Tradition der Besinnung und Andacht geweihter Tage, an denen jeder Handel und jeglicher Raubzug oder Betrug zu ruhen hatten. Eine Bibliothek wie in Alexandria oder Pergamon für normale Leser ist auch in Latein und Griechisch mit Vokalen aber ohne Wortabstand und Satzzeichen völlig undenkbar. Doch bei der Fabrikation der ersten angeblich echten alten Werke auf Papyrus oder Pergament, die als Quellen und Belege für den Druck lesbarer Bücher dienten, mussten die Fälscher auf deren zum Beweis des hohen Alters künstlich erschwerte Lesbarkeit für eine breiteres Publikum ja keine Rücksicht nehmen.

 

 Die Wiedererlernung des Griechischen

Es ist schon eine merkwürdige Geschichte mit der Geschichte: Da habe das oströmische Reich auf griechischem Boden bis zur Eroberung Konstantinopels durch die Türken bestanden, aber gleichzeitig wären die griechischen Philosophen im Abendland vergessen worden und mit ihnen in Italien sogar die griechische Sprache. Die Araber hätten uns dann die griechischen Schriften bewahrt und sie über dunkle Jahrhunderte ins Mittelalter gerettet. Ein Humanist namens Jacobus Angelus habe kurz vor dem Untergang Ostroms seit sieben Jahrhunderten erstmals in Italien wieder die griechische Sprache unterrichtet:

Giacomo d’Angelo da Scarperia or Scarparia (Jacobus Angelus) was a Renaissance humanist, born in Florence. He hastened to Venice, when Manuel Chrysoloras had arrived as an envoy of Manuel Paleologus in 1393 and had stayed to teach Greek in Italy for the first time in seven centuries. He decided to return with Chrysoloras to Constantinople — the first Florentine to do so — in company with Guarino da Verona, to immerse himself in advanced Greek studies under Demetrios Kydones. Coluccio Salutati wrote to urge Giacomo to search the libraries there for texts especially of Homer, and for lexicons of the Greek language, with the result that Giacomo translated Ptolemy’s Geographia into Latin in 1406: he dedicated it first to Pope Gregory IX, and then in 1409 rededicated it to Alexander V. He also brought new texts of Homer, Aristotle and Plato to the attention of western scholars.

Da hätten also die Italiener die Kenntnis der Sprache des oströmischen Reiches verlernt und das seit 700 Jahren und noch vor seiner Eroberung durch die Türken und das kommt seit weiteren bald 700 Jahren keinem Historiker komisch vor. Jedenfalls erklären sie damit, dass die großartigsten Werke von Ptolemäus, Homer, Aristoteles und Platon in Italien bis zum 15. Jahrhundert unbekannt waren. Aber selbst in Konstantinopel müssen Homer, Aristoteles und Platon schwer zu (er)finden gewesen sein und konnten meist erst nach der Eroberung durch die Türken von den griechischen Flüchtlingen gefunden oder besser erfunden werden. Jedenfalls (er)fand man im Lauf der Jahrhunderte immer mehr davon und sogar in deutschen Klöstern wie Fulda.

Dabei wäre ein griechischer Text von Homer schon im 14. Jahrhundert nach Italien gelangt, aber dessen hochgebildete Humanisten hätten kein Wort davon verstanden:

Petrarch chanced upon a Greek text of Homer in 1354 (Clarke 10). It was sold to him by Nicholas Sigerus, a Greek who visited Italy to discuss the differences between the Eastern and Western churches. But then Petrarch didn’t know any Greek. He had a poor translation into Latin made by one Leonzio Pilato, an ignorant and bad-tempered person whom Boccaccio had to lodge during his work. So, Petrarch and Boccaccio were about the only persons in the Western world acquainted with Homer in the fourteenth century.

José Ángel García Landa: Homer in the Renaissance – The Troy Stories

Wenn selbst große Dichter wie Petrarca und Boccaccio die Sprache Homers und des Oströmischen Reiches nicht kannten, wie lasen die Päpste und Kardinäle die in griechischer Sprache verfasste Septuaginta, die griechischen Evangelien und Apostelbriefe oder das Werk des Flavius Josephus und der griechisch schreibenden Kirchenväter? Sie mussten den Inhalt der heiligen Schriften erraten oder sich von einem Tölpel wie Leonzio Pilato, der in Florenz auf den ersten Lehrstuhl für griechische Sprache in Westeueropa seit der Antike berufen wurde, eine verdorbene Übersetzung anfertigen lassen. Historiker sollte man sein, da dürften wir alles glauben und bräuchten jetzt nur noch die Jahreszahlen auswendig lernen.

Da wir aber logisch denken, wäre zu vermuten, dass die Freunde Petrarca und Boccaccio sich erstmals an den Werken des Homer versucht haben und das Ergebnis noch intensive Überarbeitung erforderte, bis es dem begeisterten Publikum präsentiert werden konnte. Das Problem war selbstverständlich nicht die Übersetzung aus dem Griechischen, sondern die angeblich griechische Urfassung. Erst gegen Ende des 15. Jahrhunderts war der Text von Homer fertig zum Druck:

Homeric Opera were printed in Greek for the first time at Florence in 1488 / 1489; the Iliad had been printed in Brescia in 1474, and would appear in a different edition in 1497 (Bingham 3-4). The commonest Greek editions of the Renaissance were bilingual texts, set side by side with a Latin translation. (ebenda)

 

Die These des Jean Hardouin

Der Jesuit Jean Hardouin (1646-1729) war Bibliothekar am Jesuiten-Kolleg unter Ludwig XIV. in Paris. Er leitete die vom König finanzierte Herausgabe der alten Konzilsakten in einem zwölfbändigen Werk Conciliorum collectio regia maxima (1715). Wenn irgend jemand die Quellenlage kennen musste, dann Hardouin.

 

In seinem erst 1766 publizierten Werk Prolegomena erklärte er sämtliche Schriften der Alten Kirchenväter zu Fälschungen, ebenso die Septuaginta und fast alle anderen alten Werke – mit wenigen Ausnahmen wie der Vulgata, er musste diese Ausnahmen wohl aus Vorsicht einräumen. Wenn wir augenzwinkernd die nach Hardouin wenigen angeblich echten Schriften wie alle anderen Schriften behandeln, hätte es vor dem Jahr 1300 keine Bücher gegeben und alle vor dieses Jahr datierten Werke sind Fälschungen aus späterer Zeit, vor allem seit der Erfindung des Buchdrucks.

 

The Prolegomena of Jean Hardouin: Translated by Edwin Johnson  (Hrsg. Hermann Detering)

 

The Prolegomena of Jean Hardouin (online)

Edwin Johnson

Edwin Johnson hat Jean Hardouin übersetzt und selbst wichtige Bücher zu dem Thema verfasst, deren letztes über die Erfindung der Geschichte Englands die überzeugendste Beweisführung zu unserer These liefert. Von Uwe Topper gibt es hier einen einleitenden Artikel:

 

Johnson, ein radikaler Verfechter der Chronologiekritik

 

Ob Johnson mit dem so viel größeren Alter des Islam schon richtig lag, ist mir noch nicht ganz klar. Allerdings scheint der Text des Koran wirklich zu einer viel früheren Stufe des Schreibens und des Verstehens der Welt zu gehören. Edwin Johnson:

 

The great tradition of the Mosque owed not a syllable either to the church or to the Synagogue. On the contrary, both the church and the Synagogue were indebted in different ways to that great theological system, which was in existence long before its Jewish and Catholic sisters. I examined the traditions of the Synagogue, and found that the cause of our illusions in reference to the antiquity of Judaism was similar to the cause of our illusions in respect to the Catholic Church.

The Rise of Christendom

 

Edwin Johnson war der Ansicht, dass die Paulus-Briefe vor den Evangelien entstanden sein mussten. Hier werden vor allem Namen eingeführt und natürlich das Dogma der Nachfolge der Päpste. Auch andere Schriften, wie etwa von Hieronymus und Sueton, konstruierten die später entstandenen Werke:

 

It has been pointed out by historians like Ranke, l’Aubigne, and others who have dealt with the early sixteenth-century literature, that there were sceptics in the seats of culture, who denied that Church Story “ rested upon genuine testimony,“ and who asserted that it was a contrivance of „saintly trickery.“ It appears to have been in recognition of these opinions that the Preface to the List of the alleged “ Illustrious Men “ was written.
No matter for the moment when the List was drawn up. The Preface must be disgusting to every man of taste. No one with an ear for sincerity in the tone of thought could be deceived by a manifesto like this. When the monks‘ manner is once understood, you will recognise here an indirect confession of all that I have alleged on other grounds, to the effect that the Church had no literature at the time of the Revival of Letters, and that it was necessary to construct a literature on lines laid down in some old Latin and Greek writers, especially in a list of illustrious writers ascribed to Suetonius.
It is admitted that nothing of the kind has been before attempted except by „Eusebius Pamphili“ in the ten books of his Church History. The catalogue of orators in Cicero’s “ Brutus “ has also been used as a model.

THE PAULINE EPISTLES (bei Radikalkritik) oder THE PAULINE EPISTLES (PDF) (S. 28)

 

Dazu empfehle ich Wikipedia über die berühmten Männer bei Hieronymus:

 

De viris illustribus (On Illustrious Men) is a collection of short biographies of 135 authors, written in Latin, by the 4th century Latin Church Father Jerome. He completed this work at Bethlehem in 392-3 CE. The work consists of a prologue plus 135 chapters, each consisting of a brief biography. Jerome himself is the subject of the final chapter. A Greek version of the book, possibly by the same Sophronius who is the subject of Chapter 134, also survives. Many biographies take as their subject figures important in Christian Church history and pay especial attention to their careers as writers.

De Viris Illustribus

 

Auch einige der frühesten Bibelübersetzer gehören in das Reich der Fabel. Zeitgenössische Chronisten, deren Schriften echt sind, wussten nämlich kein Wort über deren Werke und Schriften zu berichten. Papier ist geduldig:

 

I would beg the reader to dismiss from his mind the tales about Wicliff and about Tyndal : there is absolutely no evidence from the writers of the time, Polydore and Leland, that any translation of the Bible had been put forth under either of those names, or any name.

The Pauline Epistles (PDF, S. 57)

 

In seinem erst nach seinem Tod publizierten Buch über den Aufstieg der englischen Kultur hat Johnson ganz überzeugend die Erfindung der englischen Geschichte vor der Zeit von Henry VIII. nachgewiesen:

 

The Rise of English Culture (archive.org)

 

Eine wichtige Quelle für Edwin Johnson hinsichtlich der in den Klöstern und an anderen Orten verfügbaren Literatur und sonstigen Schriftquellen war John Leland. Dieser John Leland durchstreifte Englands Klöster, Kirchen, Schulen, Schlösser, Städte und Dörfer während der Jahre 1533 bis 1539 auf der Suche nach Schriften. Er fand fast nichts. Seinen Bericht, erst 1709 veröffentlicht, können Sie hier lesen:

 

John Leland: Commentarii de scriptoribus Britannicis (archive.org)

 

 

Das Werk eines anderen Autors – Arbuthnot: „The Mysteries of Chronology“ – geht nicht ganz so weit wie Edwin Johnson:

 

F. F. Arbuthnot: The Mysteries of Chronology (archive.org)

 

Arbuthnot diskutiert die Einführung der arabischen Ziffern mit noch nicht voll ausgereifter Schreibweise im 15. Jahrhundert auf Münzen und ersten Inschriften. In Büchern werden noch bis ins 16. Jahrhundert römische Ziffern für die Angabe des Datums verwendet. Datierungen nach Anno Domini sind erst im 15./16. Jahrhundert gebräuchlich.

Daneben sehr interessant das Kapitel über den berühmten Roger Bacon (angeblich 1214-94) auf den Seiten 210-213: Bacon wird von John Boston und Polydore nicht erwähnt und John Leland kann nur mit Mühe eine Liste mit dreißig Titeln seiner angeblichen Werke anführen und hat davon wohl keines gefunden und gelesen. Heute soll Bacon als erster Europäer das Pulver zwar nicht erfunden, aber seine Mischung beschrieben haben. Alles Erfindungen nach 1539.

 

 

Ein gutes Beispiel für die Geschichtserfindung und deren gläubige Weitergabe in unseren Tagen ist der englische Mönch Gildas der Weise. Er habe ein Werk De Excidio et Conquestu Britanniae über die Geschichte Englands von der Eroberung durch die Römer bis in sein sechstes Jahrhundert verfasst. Dieses großartige Werk wurde später von Bede Venerabilis als Grundlage für seine Historia ecclesiastica gentis Anglorum benutzt, womit auch diese Geschichtsquelle samt Autor ins Reich der Phantasie entschwindet.

 

Die vielen genauen Details über das Leben des angeblich ersten englischen Chronisten Beda Venerabilis, die wir heute überall lesen können, und deren genaue Quellen die Wissenschaft inzwischen gefunden und ausgewertet hat, waren in den Jahren 1533-39 nirgendwo in England existent. Sie wurden alle erst später von frommen Mönchen und anderen Chronisten erfunden. Ein Beda Venerabilis hat niemals existiert und seine Schriften und alle Quellen über seine Person wurden später geschaffen. Er ist dabei nur ein Beispiel für ungezählte ähnliche Geschichten. Man sehe sich nur die reichen Details an, mit denen inzwischen diese erfundenen Leben ausgeschmückt wurden, und bedenke die mächtigen Mauern der Bibliotheken und Archive, die all diese Schriften seit frühesten Zeiten bis in unsere Tage gesammelt und aufbewahrt haben müssten.

 

Ein wichtiger britischer Historiker war noch Nennius, dessen Werk aus dem Jahr 828 mit der Ankunft der Troianer beginnt, geführt von Brutus, einem Nachfahren des Aeneas. Von diesem Brutus habe England den Namen Britannien. Nennius beschrieb die zwölf Schlachten des King Arthur, aber noch ohne genaue Daten, die dann die Annales Cambriae nannten – angeblich im zehnten Jahrhundert verfasst, aber nur in einer Kopie angeblich aus dem zwölften Jahrhundert bekannt. Da sieht man wieder, wie das lange Studium der Quellen zu immer genaueren Erkenntnissen führt.

 

Aber die Quellen unserer Geschichte sind wahrlich schwer zu finden und nur allzu leicht zu erfinden. Dabei sind die Schüler und Studenten mit einfachen Mitteln zu täuschen und die Lehrer wollen doch nur deren Glauben an die herrlich ausgemalten alten Zeiten bewahren. Die Wahrheit würde den schönen Trug grausam zerstören, wie die wenigen wirklich als Forscher mit diesen Zeiten befassten Wissenschaftler an sich selbst erleben mussten. Die maßgeblichen Autoritäten unter den Historikern wissen alle, wie es wirklich um die Quellenlage steht. Aber sie erzählen es nicht unnötig weiter.

 

 

Der eifernde Gott der Karawanenstraßen

wiki-ankunft-einer-karawaneEigentlich ging es um den Handel mit Weihrauch und Gewürzen. Durch das Heilige Land der Mohammedaner, Juden und Christen zogen die Karawanen mit Weihrauch aus Arabien, Gewürzen aus Indien, Opium und anderen Drogen von Afghanistan, Seide aus China, Perlen aus dem Arabischen Meer und Edelsteinen aus den Bergen. Die Heiligen Schriften haben ihren Lesern fast nichts davon verraten: Die Schriften der Juden berichten kurz von der reichen Königin von Saba, die Evangelien von den drei Weisen aus dem Morgendland mit ihren wertvollen Geschenken, nur im Koran kommen Handelskarawanen überhaupt vor. Die Gläubigen sollten nicht auf den dummen Gedanken kommen, dass es womöglich gar nicht um einen einzig wahren Glauben ginge, sondern um die sprudelnde Geldquelle aus der Herrschaft über die Handelswege. Daher wissen selbst die Juden nichts über irgendwelche Geschäfte zwischen Morgenland und Abendland und die christlichen Leser erfahren nur etwas über die Jungfrau Maria und die Wunder Jesu und kein Wort vom Geheimnis des glücklichen Arabien. Sogar Caesar fand nur Cleopatra im Teppich und Flavius Josephus hörte und sah nichts von reich beladenen Karawanen, wenn wir den alten Schriften glauben. Dabei soll schon das Römische Reich jedes Jahr 1500 Tonnen allein an Weihrauch verbraucht haben, was mit den christlichen Kirchen nicht besser wurde.

 

Mit einem Blick sehen Sie auf dem Bild rechts, was Ihnen die Bibel über das Heilige Land verschwiegen hat, als wären Juden und Christen nie auch nur in der Nähe von Arabien gewesen (Quelle Wikipedia):

 

 

Panzerreiter ohne Steigbügel auf Pferden ohne Hufeisen?

quelle-wikipedia-traiansäuleBei den antiken Reiterschlachten mit Pferden ohne richtige Hufeisen und gepanzerten Reitern ohne Steigbügel oder gar noch ohne Sattel muss es ganz lustig zugegangen sein. Merkwürdig, dass die alten Historiker nichts von fußlahmen Gäulen berichten oder Herden von Ersatzpferden für die Kavallerie. Die Römerstraßen wären zwar für die ersten Wagenräder ideal gewesen, aber kaum für Pferde ohne geschützte Hufe.

 

Die Darstellung auf der Traiansäule zeigt wohl eiserne Schuppenpanzer, die Reiter wie Pferd vor Beschuss schützen sollen.

 

Die ersten Hufeisen sollen von den Kelten eingeführt worden sein, die Römer hätten anfangs ihren Pferden noch einen eisernen Hufschutz mit Riemchen ans Bein gebunden:

 

Sogenannte „Hipposandalen“ sind antike Vorläufer heutiger Hufschuhe für Pferde. Im alten Ägypten wurden geflochtene Sandalen aus Bast oder Lederschuhe verwendet, die mit Stricken oder Riemen ans Pferdebein gebunden wurden. Allerdings waren solche Konstruktionen wenig haltbar. Die Römer verwendeten bereits mit Lederriemchen gebundenen Hufschutz aus Bronze oder Eisen, aber auch bei ihnen verursachten die Riemen Scheuerwunden. Bei schnellem Ritt flogen die gebundenen Eisen schnell weg oder die Pferde gerieten ins Straucheln. Genagelte Hufeisen, wie sie heute verwendet werden, scheinen von den Kelten erfunden worden zu sein; seit spätkeltischer Zeit (2. oder 1. Jahrhundert v. Chr.) in Gebrauch, wurden sie von den Römern übernommen und modifiziert. Daneben benutzte man allgemein, aber auch zu besonderen Zwecken (z. B. in morastigem Gelände) die erwähnten Hipposandalen. Zahlreicher werden die Funde aufgenagelter Hufeisen erst seit dem frühen Mittelalter (um 600).

Wikipedia: Hufeisen

 

Schwere Reiter haben so wie Kriegswagen nur bei stark ritualisierten Kämpfen einen Wert. Also in einer aristokratischen Gesellschaft von Rittern, die auch als Feinde den Kampf nach festen Regeln führen, auf einem für Kriegswagen oder Ritterheere geeigneten Schlachtfeld und nicht im Gebüsch, Wald oder Morast. Auch nicht bei Nacht, wenn die Ritter abgestiegen und ohne Rüstung müde in ihren Zelten liegen und die Pferdchen irgendwo angebunden oder an den Beinen gefesselt sind. Zuerst müssen beide Seiten nach dem Morgengrauen Zeit finden, ihre Truppen aufzustellen, bei Regen oder Nebel wird die Schlacht verschoben.

 

Ein Feind, der sich nicht um ritterliche Ehre kümmert und nicht an strenge Regeln für den Kampf hält, würde ein Ritterheer wie vorher schon eine Armee aus Kriegswagenfahrern im unwegsamen Gelände schon beim Anmarsch und möglichst in mondheller Nacht oder bei Nebel, Regen und starken Wind einfach niedermachen. Der Wert der erbeuteten Pferde, Schwerter und eisernen Rüstungen, die sinnvoller für Pflugscharen eingeschmolzen werden konnten, würde jeden Bauern in weitem Umkreis mit seinen Söhnen und kräftigen Prügeln, Dreschflegeln, eisernen Haken und Dolchen zu wahren Heldentaten gegen die sich in scheppernder Rüstung durch Gebüsch, Wald und Morast quälenden oder nachts erschöpft in ihren Zelten schlafenden Ritter motivieren.  Das Ritterheer setzte gesellschaftliche Verhältnisse voraus, in denen den Bauern und allem einfachen Volk durch Schuldknechtschaft und Christentum endgültig und seit langen Zeiten jeder Gedanke an regellose Gegenwehr ausgetrieben war.

 

Die Glücksritter im Heiligen Land

wiki-kreuzfahrerstaaten-im-jahr-1140Ob es die Bezeichnung Glücksritter damals schon gab? Vielleicht sollten wir noch etwas deutlicher von Weihrauchfahrern und Gewürzrittern im Heiligen Land Arabien sprechen.

 

Die Kreuzfahrerstaaten waren jedenfalls doch viel größer, als es nur zum Schutz für fromme Pilger zum Besuch der Grabeskirche in Jerusalem nötig gewesen wäre.

 

Eine lange Zeit beherrschten die Kreuzritter sogar die Karawananstraße zwischen Mekka und Damaskus von ihren Kreuzritterburgen östlich des Jordan.

 

1098 wurde die Grafschaft Edessa gegründet und von 1100 bis 1187 herrschte ein christlicher König in Jerusalem. Friedrich II. konnte mit Diplomatie 1229 noch einmal Jerusalem zurück gewinnen bis es 1244 von ägyptischen Söldnern geplündert wurde und eine Rückeroberung nicht mehr möglich war.

 

Akkon ging 1291 verloren und im Jahr 1302 fiel die Inselfestung Ruad der mit den Mongolen verbündeten Templer vor der syrischen Küste an die Mamelucken.

 

Die Karte rechts zeigt die Grenzen im Jahr 1140 (Wiki Kreuzfahrerstaaten):

 

Sie müssen dort ganz sicher den lukrativen Handel mit Gewürzen und anderen Schätzen Arabiens betrieben haben, was auch die ökonomische Grundlage für die mächtigen Mönchsorden der Tempelritter und des Malteserordens wurde. Der Templerorden bestand von 1118 bis 1312, als das Heilige Land an die Mohammedaner verloren war und dafür der Seeweg nach Indien gesucht werden musste. Bis man den Seeweg nach Indien fand, dürften die Juden den Schmuggel aus Arabien nach Europa betrieben haben, was ihren großen Einfluss an den Höfen der Fürsten und Könige und selbst der Bischöfe und Päpste erklärt und ihre Tätigkeit als Leibärzte: Spezereien für die Küche und Drogen gegen Schmerz und Leid!

 

Über den Handel und Schmuggel mit den Schätzen Arabiens schweigen unsere Geschichtsbücher wie die Heiligen Schriften und verlegen sich auf fromme Geschichten über betende Mönche und mosaische Gesetze studierende Schriftgelehrte.

 

 

 

Gewürzburgen und Gewürzzünfte und Gewürzhandelsstädte

Wie der Name Würzburg (auch Herbopolis/Herbipolis) schon sagt, bekam der Gewürzhandel großen Einfluss auf Wirtschaft und Gesellschaft. Auch die Kaiserstadt Nürnberg war dem Handel mit Gewürzen verbunden, wodurch die noch heute berühmten Nürnberger Lebkuchen entstanden.

 In Basel in der Schweiz gab es im 14. Jahrhundert eine eigene Zunft für das Gewürz Safran:

 Die Zunft der Gewürzhändler und Krämer vereinigte anfangs Berufsleute die speziell dem Detailhandel mit Gewürzen, Spezereien und Drogen nachgingen. Ihnen stand zur Nutzung eine Pulvermühle zur Verfügung, welche die Zunft am Rümelinbach zu Füssen des Kohlenbergs unterhielt. Während des Konzils zu Basel  stieg die Nachfrage nach Gewürzen erheblich, so dass man 1437 im St.Albantal eine zweite Gewürzmühle in Betrieb nahm.

E.E. Zunft zu Safran Basel

 Zumindest auf dem Konzil von Basel (1431-49) wussten die frommen Christen doch von Gewürzen, Spezereien und Drogen, deren Handel ihre Nachfrage befriedigen musste, aber in den Heiligen Schriften nie erwähnt wurde. Der Abfluss des zum Kauf der himmlischen Gewürze, Spezereien und Drogen von den Reichen und Mächtigen benötigten Goldes und Silbers in Richtung Arabien musste auf die Wirtschaft und sozialen Verhältnisse Europas verheerende Auswirkungen gehabt haben und ist vermutlich die Erklärung für die Pestepidemien des 14. Jahrhunderts. Also nicht irgendein urplötzlich aufgetauchter neuer Pesterreger, wie die Historiker meinen, sondern die Wirtschaftskrise, durch Geldmangel und Verschuldung ausgelöst, die dann Unterernährung und soziale Verelendung zur Folge hatte, so dass die Bevölkerung plötzlich zum Opfer von Krankheiten und Seuchen wurde, die ihnen all die Jahrhunderte vorher nichts anhaben konnten.

 

Robert Baldauf

Unter dem Verfassernamen „Robert Baldauf, Basel“ wurde 1902-1903 ein Werk mit dem Titel „Historie und Kritik“ (Band I, Leipzig, Dycksche Buchhandlung; Band IV, Verlag Friedrich Reinhardt Universitätsbuchdruckerei, Basel 1902, [die aufwendigen und sehr gut dokumentierten Nachforschungen zu Robert Baldauf von Andreas Volkart 2013/14 haben in der Druckerei Reinhardt keine Hinweise auf einen Robert Baldauf ergeben]; Bände II und III nicht existent) publiziert. Über den Verfasser ist weiter nicht viel bekannt, an der Universität Basel war ein Student Robert Baldauf für wenige Semester eingetragen, der aber kaum die Voraussetzungen für das Werk gehabt haben kann. Ein passender Robert Baldauf hat aber anscheinend keine weiteren Spuren hinterlassen. Robert Baldauf dürfte bei dem heiklen Thema auch sicher ein Pseudonym sein, der wirkliche Autor wird sich kaum zu so einem Werk bekannt haben. Wir haben hier ein Werk, zu dem kaum ein Dutzend Autoren fähig gewesen sein könnten, und wissen nicht sicher, wer es geschrieben hat.

 

Der von Volker Dübbers (siehe unten) als möglicher Autor ins Spiel gebrachte Friedrich Nietzsche hätte das Wissen und den Hintergrund gehabt, sonst fällt mir keiner ein. Das würde auch sein Grummeln erklären und die sonst größenwahnsinnig klingenden Andeutungen über seine gefährlichen Erkenntnisse zum Thema des Christentums.

 

Wikipedia über Baldauf:

 

Baldauf’s studied numerous presumed ancient manuscripts and claimed they were, for the most part, recent forgeries. Baldauf discovered parallels between the historical books of the Old Testament and the works of the mediaeval Romance genre as well as Homer’s Iliad that were string enough to lead him to the assumption that the text of both the Iliad and the Bible date from the late Middle Ages.

 

Some of the mediaeval chronicles ascribed to different authors resembled each other to such an extent that Baldauf was forced to identify them as works of the same author, despite the fact that the two documents were presumed separated chronologically by an interval of two centuries at least. At any rate, some of the expressions characteristic for Romanic languages that one finds in both documents fail to correspond with either of the alleged datings (one of them being the ninth and the other the eleventh century). Apart from that, some of the manuscripts contain distinctly more recent passages, such as frivolous stories of endeavours in public steam baths (which the Europeans only became acquainted with during the late Reconquista epoch) and even allusions to the Holy Inquisition. Baldauf’s study of the „ancient“ poetry in Volume 4 demonstrates that many „ancient“ poets wrote rhymed verse resembling that of the mediaeval troubadours. Unlike Hardouin, Baldauf is convinced that the verse of Horace is of mediaeval origin, pointing out German and Italian influences inherent in his Latin. Furthermore, Baldauf points out such pronounced parallels between the poetry of Horace and Ovid (who were presumably unaware of each other’s existence) that one becomes convinced that the works of both belong to a third party – apparently, a much later author – a fact most philologists explain by the fact that Roman literature was heavily influenced by Greek models and especially Homer’s writings and the motives used in the Ilias and the Odysee have marked all occidental literature until today.

 

Baldauf sums up his research in the following words: „Our Romans and Greeks have been Italian humanists.“ All of them – Homer, Sophocles, Aristotle and many other „ancient“ authors, so different in our perception, hail from the same century, the fourteenth and fifteenth of the Italian renaissance. Baldauf avers that the entire history of the Ancient Greeks and Romans—likewise the Biblical „history,“ which correlates with the above to some extent—was conceived and introduced by the Italian humanists, as well as their colleagues and followers from other countries.

 

Es handelt sich bei dem Buch „Historie und Kritik“ um eine Sammlung von Anmerkungen und nicht um eine systematische Argumentation. Das Thema ist die in den Klöstern angeblich gefundene Literatur der alten Griechen und Römer und die Schriften des Alten und Neuen Testaments und die Kirchenväter. Nach Ansicht des Verfassers wurden die Schriften nicht gefunden, sondern von Leuten wie Poggio Bracciolini (1380-1459) und vielen Gleichgesinnten erfunden.

 

Der Autor argumentiert als Philologe, der in angeblichen Urtexten wie Homer oder Caesar (z.B. Veni, Vidi, Vici) erst weit später – teilweise erst im Mittelalter – entwickelte Reimformen wie den germanischen Stabreim erkennt.

 

R. Baldauf: Historie und Kritik I – Der Mönch von St. Gallen (pdf) oder Historie und Kritik I – Der Mönch von St. Gallen (archive-org)

 

R. Baldauf: Historie und Kritik IV. Das Altertum C. Metrik und Prosa (pdf)

 

Einige markante Thesen aus diesem Werk, Band IV, Das Altertum (Römer und Griechen):

 

„Ziehen wir die schlüsse: die durch weite zeiträume getrennten: Homer, Aeschylus, Sophokles, Pindar, Aristoteles sind etwas näher zusammenzurücken. sie sind wohl alle kinder eines jahrhunderts.

ihre heimat ist aber gewiss nicht das alte Hellas, sondern das Italien des 14./15. jahrhunderts gewesen. unsere Römer und Hellenen war die italienischen humanisten.

— einst wird kommen der tag, da die heilige Ilios hinsinkt! —

noch einmal: die auf papyrus und pergament geschriebene geschichte der Griechen und Römer ist durchweg, die auf erz, stein etc. geschriebene; zum grossen teil eine geniale fälschung des italienischen humanismus. der humanismus war es, der verkündete: exegi monumentum aere perennius!

aber das ist nur eine seite des humanismus. sein zweites grosses werk ist die aufzeichnung, d.h. fälschung der bibel, des alten wie des neuen testaments – und diese beiden fälschungswerke liessen ein drittes erstehen, die fälschung der ganzen frühmittelalterlichen quellenlitteratur.

planmäßig, systematisch erdichtet, erfunden ist die ganze geschichte der europäischen völker von anfang an bis ins 13. jahrhundert, verfälscht bis in die zeit der reformation.

der italienische humanismus hat der erde die schriftlich fixierte welt des altertums und die bibel geschenkt, und im verein mit den humanisten der anderen länder die geschichte des frühen mittelalters.

die periode des humanismus ist keine receptive zeit gelehrten sammeleifers gewesen, sondern eine welt der ureigensten, produktivsten, ungeheursten thätgkeit: über ein halbes jahrtausend ist die bahn gegangen, die er gewiesen hat.

das christentum hat bis ans ende des 13. jahrhunderts nur in der tradition bestanden, in der tradition, die durch die welt germanischen götterglaubens tief beeinflusst war, und aus dieser mit heidnischgermanischen elementen durchstzten christlichen tradition schöpften die italienischen bibelschriftsteller.

diese behauptungen klingen abenteuerlich, mehr als seltsam. aber sie lassen sich beweisen.
einige der beweise liegen hier vor, andere werden folgen. sie werden folgen, bis der humanismus in seinem innersten wesen erkannt ist.

thöricht wäre es, über die vorliegenden thesen „zur tagesordnung überzugehen“

 

Historie und Kritik (einige kritische bemerkungen) IV. Das Altertum, Basel 1902,S. 97f

 

„Es ist so eine eigene sache mit funden! wie schnell lässt sich erfinden, was sich nicht finden lässt!“ (Baldauf, a.a.O, S. 19)

 

Robert Baldauf wird mit seinen Behauptungen von dem Jesuiten und Herausgeber der alten Konzilsakten Jean Baldouin gestützt, dessen Thesen in England von Edwin Johnson aufgegriffen und umfassend vor allem am Beispiel der Erfindung der englischen Geschichte belegt wurden.

 

 

Ein Philologenring mit Friedrich Nietzsche?

Im Jahr 2012 wurde von Volker Dübbers die These publiziert, dass es sich bei Robert Baldauf um ein Pseudonym handeln könnte, hinter dem sich niemand anders als der bekannte Philosoph Friedrich Nietzsche verbarg. Auf dessen Anweisung seien seine Enthüllungen über die wahren Hintergründe des Christentums erst posthum publiziert worden, Nietzsche starb im August 1900.

 

Nun könnte man diesen Verdacht mit vielen dunklen Sprüchen aus Nietzsches bekanntem philosophischem Werk belegen wollen, aber der dunklen Sprüche sind da viele, deshalb wollen wir einen anderen Weg gehen. Nämlich über die persönlichen Verbindungen von Nietzsche in den Kreis der Philologen. Und hier erleben wir gleich wieder das aus anderen Nachforschungen bekannte Phänomen, wie eng doch die Kreise zusammen hängen und auf wie wenige bekannte Namen wir immer gleich wieder stoßen.

 

Jacob Bernays (1824-81) war der Onkel von Martha Bernays, Freuds Ehefrau, und studierte Philologie in Bonn, dem damaligen Zentrum der deutschen Philologie, bei Friedrich Wilhelm Ritschl, dessen Lieblingsschüler er wurde. Des Professor Ritschls wohl bekanntester Student war Friedrich Nietzsche, dem Ritschl zu seiner Professur in Basel verhalf. Bernays veröffentlichte 1855 als erstes Werk ausgerechnet eine Lebensbeschreibung des J.J. Scaliger, der unsere Chronologie geschaffen hat und damit im Mittelpunkt der Geschichtserfindung stand. 

Jacob Bernays war mit dem Schriftsteller Paul Heyse befreundet, der 1910 den Nobelpreis für Literatur erhielt. Dessen Vater, Karl Wilhelm Ludwig Heyse, Professor für klassische Philologie, war von 1815 bis 1817 Erzieher von Wilhelm von Humboldts jüngstem Sohn sowie von 1819 bis 1827 von Felix Mendelssohn. Die Mutter, Julie Heyse, stammt aus der begüterten und kunstinteressierten Familie des preußischen Hofjuweliers Jakob Salomon, der sich nach seinem Übertritt vom Judentum zum Christentum Saaling nannte, und war eine Cousine von Lea Mendelssohn, der Mutter von Felix Mendelssohn.

 

Theodor Heyse war ein Onkel von Paul Heyse und war als Altphilologe 1832 nach Rom gezogen, wo er in handschriftlichen Quellen forschte und als Privatlehrer arbeitete. Er kam 1861 kurz nach München, kehrte aber schon 1865 nach Italien zurück, wo er bis zu seinem Tod 1884 lebte. Er verfasste eine Schrift über die Vulgata des Alten Testaments nach dem Codex Amiatinus (Leipzig 1873) zusammen mit Konstantin von Tischendorf. Tischendorf war laut Wikipedia einer der bedeutendsten Erforscher der Textgeschichte des Neuen Testaments und trug maßgeblich zu einem wissenschaftlich gesicherten Bibeltext bei. Unter anderem entzifferte er den Codex Ephraemi Syri, entdeckte 1844 den Codex Sinaiticus und erforschte die Septuaginta. In den Kreisen der Chronologiekritiker gilt Tischendorf als der Auftraggeber des Codex Sinaiticus, der wohl von den Mönchen erst nach seinen Vorgaben geschaffen wurde. Nach der offiziellen Darstellung des angeblichen Fundes wären die Mönche des Klosters auf dem Sinai zu dumm gewesen, die Schätze ihres Klosters zu kennen, wie das plötzliche Auftauchen gerade dringend benötigter und bestens erhaltener Werke in der Regel von deren (Er-)Findern dem Publikum erklärt wird. Die Schilderung der Entdeckung des Codex ist entlarvend:

 

Die Mönche waren gastfreundlich, doch über die Bestände in der Bibliothek konnte keiner der Brüder genaue Auskunft geben. So machte sich Tischendorf selbst an die Arbeit und untersuchte die Bestände der Bibliothek, wo er 129 großformatige Pergamentblätter entdeckte. Der griechische Text stammte aus dem Alten Testament und die Buchstabenform ließ eine Datierung auf die Mitte des 4. Jahrhunderts zu. 43 Blätter dieser Handschrift durfte der deutsche Gelehrte gemäß seinem eigenen veröffentlichten Bericht – keine andere Aufzeichnung darüber ist bisher bekannt – nach Leipzig mitnehmen, wo er diese 1846 – zu Ehren des Unterstützers seiner Reise, des Königs Friedrich-August II. von Sachsen – unter dem Titel ‚Codex Frederico-Augustanus‘ veröffentlichte. …

Den Fundort dieser alten Handschrift gab Tischendorf aber nicht preis, sondern beschrieb ihn vage als „von einem Kloster im Orient“, da er hoffte, die restlichen 86 Blätter noch erwerben zu können.

Bei Tischendorfs zweitem Besuch im Katharinenkloster 1853 waren die 86 Blätter unauffindbar. Auch bei seinem dritten und letzten Besuch 1859 unter der Schirmherrschaft des russischen Zaren Alexander II. wusste zunächst keiner der Mönche etwas vom Verbleib der uralten Bibelhandschrift. Nach Tischendorfs Bericht wurde er am Vorabend seiner Abreise vom Verwalter des Klosters in seine Zelle eingeladen, da dieser dem Forscher eine griechische Bibel zeigen wollte. Als Tischendorf die in ein rotes Tuch eingepackte Bibel öffnete, sah er vor sich nicht nur die vermissten 86 Pergamentblätter liegen, sondern gemäß seinem Bericht sah er am 4. Februar die 347 Blätter des Codex.

Codex Sinaiticus (Wikipedia)

 

Zu Tischendorfs Fund erübrigt sich für einen denkenden Menschen jeder Kommentar. Der springende Punkte ist hier aber der Umstand, dass der Altphilologe Friedrich Nietzsche von seinem Professor Ritschl und über Bernays => Heyse/Heyse => Tischendorf einen Zugang zu dem sonst vor dem Publikum verborgenen Geschehen aus erster Quelle gehabt haben könnte und eigentlich auch müsste. Es ist also auch hier schön zu sehen, wie der kleinste Kreis von Fachleuten immer über alles voll informiert sein musste, während den gewöhnlichen Studenten und dem Publikum mit der allergrößten Selbstverständlichkeit und bis heute die Geschichte vom (trojanischen) Pferd erzählt wird.

 

Wilhelm Kammeier und die Entstehung der Katholischen Kirche im 14. Jahrhundert

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Wilhelm Kammeier (1889-1959) war aufgefallen, dass die in den Geschichtsbüchern geschilderte Verlegung des Papstsitzes von Rom nach Avignon im 14. Jahrhundert keinen Aufruhr unter den angeblich seit über einem Jahrtausend den Traditionen der Römischen Kirche verhafteten Gläubigen ausgelöst haben sollte. Hieß es in den Schriften nicht ausdrücklich, dass der Bischof von Rom Papst sein sollte? Oder war das eine spätere Erfindung, wenn die Zeitgenossen davon offenbar nichts wussten? Gab es vor dem 14. Jahrhundert überhaupt einen Papst in Rom und eine Katholische Kirche?

 

In seinem Werk Die Wahrheit der Geschichte des Spätmittelalters (archive.org) zeigt der Geschichtsforscher Kammeier überzeugend, dass es vor dem 14. Jahrhundert keine Universalkirche gegeben haben kann. In Frankreich begann, gestützt vor allem auf die Pariser Universität, die Schaffung einer französischen Staatskirche, die zunächst ihre Zentrale in Avignon fand. Der Papstpalast in Avignon wirkt allerdings noch wenig christlich, sondern eher wie eine Ordensburg, was uns nicht überraschen muss.

 Nach der herrschenden Lehre wäre das Avignonesische Papsttum dadurch entstanden, dass im 13. Jahrhundert nationalstaatliche Tendenzen den Zusammenhalt des Abendlandes untergruben. Der französische König Philipp IV. habe sogar den Papst in Rom der Häresie beschuldigt und verhaften lassen, davon gebrochen sei Papst Bonifatius VIII. (1294–1303) in Rom gestorben, heißt es in der offiziellen Geschichte. Das Hl. Römische Reich Deutscher Nation sei zu der Zeit gerade durch Partikularismus geschwächt (bzw. noch nicht erfunden) gewesen und habe dem französischen König daher keinen Widerstand geleistet. Jedenfalls wären unter dem französischen Einfluss immer mehr Kardinäle Franzosen gewesen und hätten darum mit Clemens V. einen Franzosen in Lyon zum Papst gewählt, der gar nicht erst nach Rom gegangen wäre, sondern sich gleich in Lyon zum Papst hätte krönen lassen. Der französische König hätte diesem Papst auch nicht sofort einen kräftigen Fußtritt verpasst, um ihn nach Rom zu befördern, wo der Einfluss des Papstes im über tausendjährigen Zentrum der Katholischen Kirche schließlich für Frankreich wesentlich wichtiger gewesen wäre, wenn es einen Sitz eines Papstes in Rom schon gegeben hätte, als in Lyon oder gar Avignon, wo sich der angebliche Papst nach vier Jahren von Lyon aus ansiedelte.

 

Erst mit den Thesen von Kammeier wird die Geschichte verständlich und logisch: Die französischen Bischöfe wählten selbstverständlich einen Franzosen zu ihrem Oberhaupt in Lyon und nicht in Rom. In Lyon wird dieses Oberhaupt der französischen Kirchen auch gekrönt und verlegt seinen Bischofssitz nach Avignon. Auch die folgenden französischen „Päpste“ denken gar nicht daran, in Rom zu residieren, das damals anscheinend nur etwa 15.000 Einwohner hatte (dazu mehr bei Kammeier, a.a.O. Rätsel Rom im Mittelalter, S. 49). Erst im Verlauf des 14. Jahrhunderts nahmen der Einfluss der französischen Kirche und Politik in dem Ausmaß zu, dass der Ober-Bischof von Avignon den Anspruch erheben kann, der Papst der allgemeinen Christenheit, also einer Katholischen Kirche zu sein. Dazu braucht es eine politisch neutrale Papstresidenz außerhalb Frankreichs und die Wahl fällt am Ende des 14. Jahrhunderts auf Rom. Die in dieser Zeit entstandene Apostelgeschichte und die Apostelbriefe werden mit dem Blick auf den erst im 15. Jahrhundert endgültig entschiedenen Papstsitz in Rom fabriziert: Papier ist geduldig, die Schäflein sind gläubig, wer nicht gläubig war, riskierte den Scheiterhaufen:

 

Nach Jan Hus ist die Kirche die Gesamtheit aller Prädestinierten … (ecclesia est universitas praedestinatorum). Ihre Prädestination macht sie zu Mitgliedern der heiligen Kirche. Christus ist das Haupt – und kein Haupt außer ihm – der Kirche, das ihr selbst und jedem einzelnen Mitglied geistliches Leben vermittelt.

Jan Hus

 Hätte es einen römischen Papst schon über ein Jahrtausend gegeben, dann wären die Thesen von Jan Hus bis Luther völlig undenkbar gewesen, die ja nach ihrem eigenen Verständnis für die allgemeine Christenheit und nicht für ihre gerade vom Papst abgefallene Privatsekte lehrten.

 

 Das Abendländische Schisma

wikipedia-konstanzer-konzilsgebäudeKurz vor dem sogenannten Abendländischen Schisma soll der Papst Gregor XI. nach Rom zurückgekehrt sein, was Kammeier deshalb für erfunden hält. Die offizielle Geschichte stellt der Papststadt Rom kein viel besseres Zeugnis aus: Im Januar 1377 habe Gregor XI. Ostia erreicht und sei auf dem Tiber nach Rom gekommen. Bereits im Mai musste der Papst aus Rom fliehen und residierte bis November in Anagni, ein heute unbedeutender Ort, in dem sich jedoch im 12./13. Jahrhundert die Päpste die Klinke der Dorfkirche abwechselnd in die Hände gedrückt haben müssten. Im November sei Gregor XI. wieder nach Rom gezogen und nur sein Tod im März 1378 habe seine Rückkehr nach Avignon verhindert.

 

Gegen jede Logik hätten die Römer 1378 den Wegzug des nächsten Papstes nach Avignon gefürchtet. Im Kardinalskollegium seien achtzehn französische Kardinäle, aber nur vier Italiener und ein Kardinal aus Spanien vertreten gewesen, was ganz zu Kammeier passt, aber nicht zur traditionsreichen Papstkirche. Die Kardinäle hätten zwar mit Urban VI. zuerst einen Italiener gewählt, nachdem dieser dann 29 neue Kardinäle, unter denen nur drei Franzosen waren, ernannt und die Rückkehr nach Avignon verweigert habe, hätten die Franzosen ihn für unfähig erklärt und nach ihrem Abzug aus Rom in Fondi Robert von Genf (als Clemens VII.) zum neuen Papst bestimmt. Die französische Krone habe auf der Wahl von Franzosen und dem Papstsitz Avignon bestanden, glauben die Historiker. Nachdem die Engelsburg am 28. April 1379 an Urban gefallen war, musste Clemens VII. von Italien ins sichere Avignon fliehen, geht es da weiter.

 

Kammeier meint, dass die Franzosen in Avignon Clemens VII. gewählt haben und das Hin und Her mit Päpsten in Rom 1377/78 vor dem Schisma erfunden sei, weil es seinerzeit noch gar keinen römischen Papst gab.  Clemens VII. starb im Jahr 1394 in Avignon, wo Benedikt XIII. sein Nachfolger als Gegenpapst wurde.

 

Urban VI. versuchte, mit einer Armee Neapel zu erobern, musste sich aber auf seine Festung Nocera zurückziehen und zuletzt per Schiff nach Genua flüchten. Ein Jahr nach seiner Rückkehr sei er in Rom vergiftet worden. Sein Nachfolger Bonifatius IX. habe einen schwungvollen Ablasshandel betrieben und die Vikariate des Kirchenstaates verkauft. Ihm sei es gelungen, die Stadt Rom voll unter seine Herrschaft zu bringen. Er habe bis zu seinem Tod 1404 in Rom erfolglos versucht, den deutschen König Wenzel und dessen Nachfolger, Ruprecht von der Pfalz, zu einer Kaiserkrönung nach Rom zu locken. Aber Karl der Große hat sich schon am 25. Dezember 800 in Rom vom Papst zum Kaiser krönen lassen, wie uns die Historiker erzählen.

 

Das Schisma weitete sich noch aus, ich zitiere dazu nur kurz Wikipedia:

 

Am 25. März 1409 trafen sich sieben Kardinäle von Papst Gregor und siebzehn von Papst Benedikt in Pisa zu einem Konzil, setzten die Päpste von Rom und von Avignon ab und wählten den Erzbischof von Mailand, Petros Philargis de Candia, zum Papst. Dieser nannte sich Alexander V. Da sich aber die beiden anderen Päpste weigerten zurückzutreten, hatte die Christenheit nun drei Päpste. Nachfolger Papst Alexanders wurde 1410 Baldassare Cossa als Johannes XXIII. Er soll dessen mutmaßlicher Mörder gewesen sein.

 

Mit dem Konzil von Konstanz sollte das Schisma enden. Es wurde auf Betreiben König Sigismunds von Papst Johannes (XXIII.) einberufen.

 

Man zählte 33 Kardinäle, 346 Patriarchen, Erzbischöfe und Bischöfe, 2148 weltliche Doktoren sowie 546 Vorsteher und Glieder der Mönchsorden, alle mit Pferden und ihren zahlreichen Begleitern, so dass die Stadt aus allen Nähten platzte.

 

Wir dürfen mit gutem Grund annehmen, dass in Konstanz die Universalkirche nicht nach einem Schisma wieder vereinigt, sondern erstmals gegründet wurde, wozu die vielen weltlichen Doktoren während und nach ihrer Teilnahme am Konzil die passenden theologischen Schriften zu verfassen oder entsprechend anzupassen hatten. 56 Kardinäle und Gesandte wählten im November 1417 im Konstanzer Konzilgebäude  Martin V. zum ersten Papst dieser Universalkirche. Er entstammte dem römischen Adelsgeschlecht der Colonna, musste aber erst noch zum Priester und Bischof geweiht werden, was aber das geringste Problem war:

 

Er hatte auch nie die Absicht, die Konzilsbeschlüsse zu bestätigen. Es gab Überlegungen, die Kurie nach Deutschland oder wieder zurück nach Avignon zu verlegen. … Johanna II. von Neapel hielt mit ihren Truppen immer noch Rom besetzt. Außerdem war der Kirchenstaat wiederum in völliges Chaos versunken. Nachdem Martin deshalb anfangs in Mantua und Florenz residieren musste, zog er erst drei Jahre nach seiner Wahl am 29. September 1420 in Rom ein, nachdem die Königin ihre Truppen hatte abziehen lassen.

 

In Rom habe er mit dem „Wiederaufbau“ der Stadt und des Kirchenstaates begonnen und durch hemmungslosen Nepotismus fast ganz Latium in die Hand seiner Familie gebracht. Als erster Renaissancepapst hat er die Kunst wieder neu belebt und wohl die „Entdeckung“ einiger klassischer Kunstwerke und die zur ruhmreichen Geschichte Roms passende Restaurierung alter Gebäude unter dem ganzen Gerümpel und Dreck der Ruinen Roms angeregt und finanziert.

 

 

Die Humanisten

Fra Giovanni Giocondo (1433-1515) war ein großer Finder oder Erfinder und hatte die besten Beziehungen zu Königen und zu Julius Caesar Scaliger. Wikipedia:

 

Frà Giocondo scheint die erste Hälfte seines Lebens hauptsächlich den humanistischen Studien gewidmet zu haben, die er mit dem Studium der antiken Architektur verband. In dieser Zeit unterrichtete er Julius Caesar Scaliger auf dessen väterlichem Landsitz Lodrone (zwischen Brescia und Trient) in der griechischen und lateinischen Sprache. Obwohl er Mitglied eines Ordens war, verbrachte er die meiste Zeit seines Lebens außerhalb des Klosters. In Rom und anderen Städten Italiens sammelte Fra Giocondo mehr als 2000 Inschriften, die er Lorenzo de’ Medici widmete; eine Abschrift befindet sich in der Biblioteca Magliabecchiana zu Florenz. Während seines Aufenthalts in Frankreich fand er ein Manuskript von Cäsars Gallischem Krieg, das mit seinem Kommentar versehen bei Aldus in Venedig gedruckt wurde. Seine durch 140 Holzschnitte illustrierte Vitruv-Ausgabe erschien 1511 ebenfalls in Venedig. Durch ihre umfangreiche Bebilderung prägte sie fast alle nachfolgenden Vitruveditionen und war damit epochemachend für die Geschichte der Renaissancearchitektur. Andere Autoren ließ er zum ersten Mal drucken, so auch Columellas Schrift De re rustica.

 

Fra Giocondo diente der Republik Venedig, dem Kirchenstaat und drei Königen als Architekt und Ingenieur: König Ferrante von Neapel, Karl VIII. und Ludwig XII. von Frankreich.

Uwe Topper zur Datierung des Alten Testaments

Das Buch Esther

 

Uwe Topper hat in seinem Werk Fälschungen der Geschichte (S. 207ff) das Esther-Buch näher untersucht. Er hält es für das jüngste Buch des AT und datiert den Esther-Text zusammen mit dem Purim-Fest, zu dem er verlesen wird, ins 12. Jahrhundert. Die Vorlage ist das Sakaeafest der Perser, in dem die Verehrer des Gottes Marduk von einem Mithra-Verehrer mit dem Namen Bogay bedroht und durch die Göttin Ischtar gerettet werden, woher die Namen Mardochai, Bougaios und Esther kamen. Weil das Makkabäerbuch das Fest an einem Mordechai-Tag (II Makk. 15,36) erwähnt, kann auch dieses Werk erst aus dem 12. Jahrhundert datieren. Die Septuaginta enthält die griechische Fassung des Textes. Dass die Geschichte des Estherbuches unhistorisch ist, wird auch offiziell eingeräumt.

 

Der Perserkönig hieß Achaschwerosch, was als aramäischer Name für Xerxes stehen soll. Topper verweist darauf, dass ein Ahasveros erst Mitte des 13. Jahrhunderts auftaucht und (in vielen Schriften wie speziell in einer christlichen Legende von 1602) den ewigen Juden bezeichnet. Ein Ahasveros kommt auch in den Büchern Esra und Daniel und in dem apokryphen Buch Tobit vor. Die Renaissance verknüpfte die Vorstellung des ewigen Wanderers mit dem islamischen Chadir und verweist damit auf die Gnosis iranischer Prägung (Topper, S. 210).

 

 

Das Grab von Esther und Mordechai

wikipedia-mausoleum-von-esther-und-mordechaiEin Mausoleum von Esther und Mordechai befindet sich tatsächlich in Hamadan im Iran. Ist es ein Beweis für die Geschichte der Heiligen Schrift?

 

Fachleute behaupten allerdings:

 

Even when you don’t have a Ph.D. in architectural history, you can easily date it to the Middle Ages: it looks like a Seljuk türbe, or tomb-tower.

 

The two tombs inside the building can be dated to the thirteenth century. They are empty. The Hebrew inscription on the walls inform us that the cenotaphs were built by the mother of two brothers, who had served as physicians at the court of a Mongol ruler.

The Tombs of Esther and Mordechai

 

Es handle sich um zwei Brüder, die als Ärzte am Hof eines Mongolenfürsten im 13. Jahrhundert gearbeitet hätten. Das Mausoleum wurde erstmals im Abendland von dem den Orient bereisenden Benjamin von Tudela beschrieben, falls dessen Reisebericht(PDF) echt und zutreffend datiert ist. Das würde die Datierung des Esther-Buches durch Uwe Topper bestätigen.

 

 

Das Grab des Propheten Daniel in Susa

wikipedia-grab-des-daniel-in-susaBeim sogenannten Grab des Daniel in Susa handelt es sich um eine islamische Pilgerstätte. Während der Begleittext von Wikipedia keine Zweifel aufkommen lässt, finden wir auch hier wieder das 13. Jahrhundert und den Benjamin von Tudela als ersten Berichterstatter im Abendland:

 

In its present form, the mausoleum dates back to the twelfth century, with many more recent additions. It is mentioned by the Jewish writer Benjamin of Tudela, who visited Susa in 1167. You will not meet many Jews over there, because the mausoleum is Islamic. A modern wall painting quotes Imam Huseyn (the man who died at Kerbala), who invites Shi’ite Muslims to visit the place: “Anyone who visits my brother Daniel, it is like he visited me.” There used to be another wall painting, showing Daniel in the lions’ den, but it has been overpainted.

The Tomb of Daniel

 

Wie soll sich die Verehrung des Daniel durch die Muslime begründen? Bei der Belagerung der Stadt Susa im Südwesten des Iran durch die arabischen Eroberer hätten die christlichen Priester und Mönche ihre arabischen Feinde beleidigt und behauptet, sie könnten die Stadt nur mit Hilfe des Teufels erobern. Die Stadt sei jedoch schnell gefallen und nach der Hinrichtung der persichen Adligen und der Plünderung des Kirchenschatzes hätten die Araber einen silbernen Sarkophag mit einer Mumie entdeckt, dessen Siegelring einen Mann zwischen zwei Löwen zeigte. Dar Kalif Umar habe ein würdiges Begräbnis der Mumie angeordnet und aus dem alten christlichen Kult für den jüdischen Propheten habe sich schließlich eine von Moslems besuchte Grabstätte entwickelt, obwohl der Koran von diesem Daniel nichts wusste.

 

Wahrscheinlich hat der Reisebericht des Benjamin von Tudela oder eines späteren Reisenden die passenden Geschichten in der Heiligen Schrift angeregt.

 

 

Der babylonische Talmud und andere Quellen

Handschrift des babylonischen Talmud (Cod Hebr. 95):

 

Stefan Rohrbacher: „Die zahlreichen Konfiskationen und Verbrennungen machten den Talmud, dieses nächst der Bibel wichtigste Werk des Judentums, auch im Zeitalter des Buchdrucks noch zu einer gesuchten Rarität – selbst bedeutende Rabbiner klagten in der Frühneuzeit häufig, daß sie seit vielen Jahren kein Talmudexemplar in Händen gehabt oder nur einzelne Traktate in ihrem Besitz hätten. Aus älterer Zeit ist, von Fragmenten abgesehen, überhaupt nur das später in Pfersee aufbewahrte, nahezu vollständige Exemplar gerettet worden. Im Spätjahr 1342 wohl in Frankreich vollendet, gehörte diese Handschrift zunächst dem Oberrabbiner R. Matatia b. Josef in Paris. Nach der Ausweisung der französischen Juden von 1394 kam sie offenbar mit den Flüchtlingen nach Italien. Im Jahre 1480 in Padua augenscheinlich an einen deutschen Juden verkauft, war sie seit 1588 nachweislich im Besitz der Familie Ulma-Günzburg, bis sie um 1800 in das Kloster Polling bei Weilheim (Oberbayern) und schließlich 1806 in die königliche Bibliothek zu München gelangte.“
Judengemeinden in Schwaben im Kontext des Alten Reiches, herausgegeben von Rolf Kiessling, Sabine Ullmann (S.  88)

 

Die Frage ist jetzt selbstverständlich, ob der seit 1588 im Besitz der Familie Ulma-Günzburg befindliche babylonische Talmud wirklich aus viel früherer Zeit stammt. Bis Babylon werden wir ganz sicher nicht zurückgehen müssen, aber selbst Paris 1342 und Padua 1480 könnten schon Geschichten statt Geschichte sein, um das Werk künstlich älter zu machen.

 

Eine kleine Schule für Hebräisch finden wir ausgerechnet nicht weit in Isny im Allgäu:

 

… ein 1542 in Isny gedrucktes jüdisch-deutsches Sittenbuch ist der ehrbaren und züchtigen Frau, Frau Morada, Doktorin der freien Kunst der Arznei, wohnhaft zu Günzburg gewidmet…

Judengemeinmden in Schwaben, ebenda S. 85

 

Besonders auf den babylonischen Talmud stützt sich die Zusammenfassung religiöser Vorschriften im Schulchan Aruch, im 16. Jahrhundert von Josef Karo verfasst.

 

Vielleicht als ergänzende Hinweise, damit niemand meint, wir verirren uns hier zwischen Schwäbischen und gar Allgäuer Kuhflecken: Der Günzburger Arzt Elieser behandelte 1534 am Hof zu Innsbruck die Kinder des Königs, erhielt 1542 einen Schutzbrief der bayrischen Herzöge, wohnte 1543 beim Augsburger Bischof in Dillingen, ab 1545 in Wien, befehdet von den Universitätsärzten, aber protegiert von König Ferdinand. Sein Sohn war der wegen seines Reichtums, der nach dem Zemach David unter den deutschen Juden nicht seinesgleichen hatte, berühmte Simon Günzburg (Judengemeinden in Schwaben, S. 85/86). Dieser Simon Günzburg, selber ein wahrer Schriftgelehrter, bereiste ausgiebig die Judengemeinden in Polen. Falls er bei der Gelegenheit die Schriften aus der Isnyer Druckerei verteilt hat, wäre damit die Frage geklärt, warum Jiddisch ein deutscher Dialekt auf der Stufe des Lutherdeutschen ist und woher dieser Dialekt stammt.

 

Paul Fagius war ein Reformator und Hebraist, geboren 1504 in Rheinzabern und gestorben 1549 in Cambridge. Nach seinem Studium in Heidelberg, wo er 1518 der Heidelberger Disputation beiwohnte, studierte er in Straßburg die hebräische Sprache. 1527 wurde er Schulrektor ausgerechnet in der freien Reichsstadt Isny im Allgäu und nahm an der Berner Disputation teil, wo er auch auf den Reformator Ulrich Zwingli traf. Wikipedia:

 

1537 kehrte Paul Fagius als Pfarrer nach Isny zurück. Hier lernte er vom jüdischen Grammatiker und Herausgeber Elijah Levita Hebräisch. Zusammen richten sie in Isny eine Druckerei ein. Eines der Werke, das bei dieser Zusammenarbeit herausgegeben wurde, ist das Buch Shemot Devarim, ein altjiddisch-hebräisch-lateinisch-deutsches Wörterbuch (Isny 1542).

1543 ordnete er in Konstanz das Kirchenwesen. Im Jahr darauf trat er die Professur für das Alte Testament und den damit verbundenen Pfarrposten an der Universität Straßburg an. Kurfürst Friedrich II. von der Pfalz beauftragte ihn 1546 mit der Reform der Universität Heidelberg. …

Mit dem Beginn der Gegenreformation wuchs der Druck auf Paul Fagius. Als entschiedener Gegner des Augsburger Interims wurde er daher aus der Universität ausgeschlossen und verließ im April 1549 Straßburg, um sich einer Professur an der Universität Cambridge zu widmen. Dort lehrte er hebräische Philologie und die Auslegung des Alten Testaments. Nach nur kurzer Tätigkeit erlag er im November 1549 einer Fiebererkrankung.

 

Nun hätte er gleich zweimal Hebräisch gelernt und der ebenfalls berühmte Elijah Levita wäre für den Unterricht ausgerechnet nach Isny im Allgäu gekommen. Aber sonst sind wir auf historisch sicherer Grundlage.

 

Zu Elijah Levita, einem vielseitigen Autor, dessen bedeutendstes Werk vielleicht bis heute niemand ahnt, aus Wikipedia:

 

… ist auch bekannt unter den Namen Elija Bachur Levita, Elias Levita, Elija ben Asher ha Levi oder Elia Levi Ben Ascher Aschkenasi („Elia, Sohn des Ascher, genannt der Deutsche“).

Schon früh beschäftigte er sich mit der hebräischen Grammatik. Später zog er nach Venedig, und im Jahre 1504 wurde er in Padua Hebräischlehrer für jüdische Kinder. Als Schriftsteller verfasste er auch Ritterdichtungen, welche zumindest teilweise als Parodien angelegt waren. Außerdem trat er als Übersetzer von Psalmen hervor.

1509 reiste er nach Rom und unterrichtete Aegidius de Viterbo, Kardinal und Ordensgeneral des Augustinerordens, in Hebräisch. Während dreizehn Jahren blieb er dort und veröffentlichte u.a. das Sefer ha-Bachur, das zunächst 1518 in Rom und 1542 in Isny gedruckt wurde.

1527 kehrte er nach Venedig zurück und wurde Korrektor in der berühmten Offizin Daniel Bombergs.

1540 bis 1542 lebte Levita in der freien Reichsstadt Isny im Allgäu. Dort unterrichtete er den Reformator und Hebraisten Paul Fagius in Hebräisch und veröffentlichte mit diesem einige Werke.

1542 bis 1544 lebte er in Konstanz.

Elija Levita starb im Alter von 80 Jahren am 28. Januar 1549 in Venedig.

 

Ganz erstaunlich, wie da in einem Satz Isny zusammen mit Rom erwähnt wird. Aber der Kuhflecken war ganz sicher absolut geeignet für zwei Gelehrte und noch einige verschwiegene Gehilfen, dort ganz ungestört wichtige Werke zu schaffen, für die sogar eine Druckerei eingerichtet wurde, in Isny im Allgäu.

 

Elijah Levita, zu dessen Nachkommen der britische Premierminister David Cameron zählt, war schon 70 Jahre alt, als er 1540 Frau und Kind verließ, um in Isny auf Einladung von Paul Fagius dessen Druckerei für Hebräisch zu leiten. Bei der Gelegenheit legte er auch seinen in Jiddisch verfassten Ritterroman Bovo-Bukh neu auf.

 

Im Jahr 1514 war Levita nach Rom gezogen, wo er zehn Jahre im Haus von Egidio da Viterbo (1471–1532) verbrachte, einem Kardinal und Generalvikar der Augustiner, der 1524 vom Papst zum Lateinischen Patriarchen von Konstantinopel ernannt wurde. Papst Leo X sandte Egidio als Legaten zum spanischen König Karl, der  bald als Karl V. deutscher Kaiser werden sollte. Während seines Aufenthaltes in Rom lehrte Levita, der auch Aramäisch beherrschte, den Kardinal Hebräisch und unterrichtete die römischen Notablen in den Sitten und Lehren der Juden. Wegen des Sacco di Roma, bei dem die Bibliothek des Kardinals zerstört wurde, musste Levita 1527 aus Rom nach Venedig fliehen, wo er wieder Hebräisch lehrte.

 

Der Kardinal Egidio war bekannt mit dem Humanisten und Philosophen Marsilio Ficino. Wikipedia:

 

Mit seinen Übersetzungen und Kommentaren trug er maßgeblich zur Kenntnis Platons und des Platonismus in seiner Epoche bei und machte dem lateinischsprachigen Publikum Schriften antiker griechischsprachiger Autoren zugänglich. Sein vom Neuplatonismus Plotins geprägtes Platon-Verständnis wurde für die Frühe Neuzeit wegweisend. Die ihm von der Nachwelt zugeschriebene Rolle des Leiters einer „Platonischen Akademie“ in Florenz hat er allerdings nicht gespielt. Es gab damals keine Einrichtung dieses Namens, sondern nur einen informellen Kreis seiner Schüler, die er „Akademiker“ nannte, ohne institutionellen Rahmen.

 

Da müssen wir zu Plotin nur noch Plethon ergänzen, um den ganzen Platonismus in Vollendung zu erfassen. Auch die Welt der schon am Namen zu erkennenden Erfinder der griechischen Philosophie ist sehr klein – Wikipedia:

 

Georgios Gemistos (* um 1355/1360 in Konstantinopel; † 26. Juni 1452 in Mystras in der Nähe des antiken Sparta), auch bekannt unter seinem ab 1439 verwendeten Pseudonym Plethon („der Reichhaltige“), war ein griechischer Philosoph in der Tradition des Platonismus.

 

Außerdem war der Kardinal Egidio noch sehr mit Pico della Mirandolas Interpretation der Kabbalah vertraut und aus Interesse für den Talmud korrespondierte er mit Johannes Reuchlin, dem ersten bedeutenden deutschen Hebraisten, dessen Schwester Elisabeth Reuter, geb. Reuchlin, die Großmutter von Philipp Melanchthon war.

 

Wir sind mit dem Kardinal Egidio (mit dem Geburtsnamen Antonini) noch nicht ganz am Ende – wieder aus Wikipedia:

 

Antonini also engaged another Jewish scholar, Baruch di Benevento, to translate for him the Zohar (the mystic Book of Splendor). The scholar last named may also have been partly responsible for the numerous cabalistic translations and treatises which appeared under the name of Ægidius. The cardinal was a collector of Hebrew manuscripts, of which many are still to be seen at the Munich Library, bearing both faint traces of his signature and brief Latin annotations.

In the Biblioteca Angelica at Rome an old Bible manuscript is extant, which was given to Antonini by Pope Leo X. The British Museum contains a copy of Makiri and the Midrash on the minor Prophets, written for the cardinal at Tivoli, in the year 1514, by Johanan ben Jacob Sarkuse. The study of Jewish literature led the cardinal to a friendly interest in the Jews themselves, which he manifested both in his energetic encouragement of Reuchlin in the struggle referred to above and in a vain attempt which he made in the year 1531, in conjunction with the cardinal Geronimo de Ghinucci, to prevent the issue of the papal edict authorizing the introduction of the Inquisition against the Maranos.

 

Die von dem Kardinal gesammelten Manuskripte scheinen also nicht untergegangen, sondern über viele wichtige Archive und Bibliotheken verstreut zu sein, wo sie überall als echt originale Dokumente geführt werden. Wikipedia zu Baruch di Benevento:

 

Baruch of Benevento was an Italian Jewish Cabalist in Naples, during the first half of the 16th century.

He was the teacher of Cardinal Ægidius of Viterbo and of Johann Albrecht Widmanstadt in the Zohar and other cabalistic works, and lectured on these subjects in the house of Samuel Abravanel. In a note at the end of one of his manuscripts, Widmanstadt says: „Eodem tempore (MDXLI.) audivi Baruch Beneventanum optimum cabalistam, qui primus libros Zoharis per Ægidium Viterbiensem Cardinalem in Christianos vulgavit.“

 

Der Beginn der abendländischen Orientalistik

Es ist klar, man brauchte Orientalisten. Und man fand sie auch da, wo man sie brauchte. Wir sind wieder im kleinen Schwabenland:

 

Johann Albrecht Widmannstetter wurde 1506 in der Nähe von Ulm geboren und starb 1557 in Regensburg. Er gilt neben Johannes von Reuchlin und Sebastian Münster, an dessen Kosmographie er mitarbeitete, als einer der Begründer der abendländischen Orientalistik, heißt es zu ihm bei Wikipedia. Eine erstaunliche Karriere: Das Studium orientalischer Sprachen führte ihn von Tübingen über Turin und Neapel nach Rom. Von 1533 an war er päpstlicher Sekretär, erst bei Clemens VII., dann bei Paul III. Im Jahr 1533 hielt Widmannstetter eine Vorlesungsreihe in Rom, in der er die Theorien von Nicolaus Copernicus erläuterte, vermutlich hauptsächlich auf Basis des Commentariolus von 1509, da Copernicus sein Hauptwerk De Revolutionibus Orbium Coelestium trotz Drängen von Freunden erst kurz vor seinem Tod 1543 veröffentlichte. Die Vorlesungen stießen bei Kardinälen und Clemens VII. auf großes Interesse. 1535 wurde er Sekretär bei Nikolaus Kardinal von Schönberg, dem Erzbischof von Capua. Der Kardinal schrieb, vermutlich aufgrund der Vorlesungen Widmannstetters, im Jahre 1536 einen Brief an Copernicus, in dem er diesen zur Veröffentlichung seines Werkes drängte.

Für Ludwig X., seinen Schwiegervater, war er nach seiner Rückkehr nach Bayern von 1539 bis 1545 als Rat tätig und unternahm in seinem Auftrag zahlreiche Reisen, unter anderem erneut nach Rom und Gent. Nach dessen Tode 1545 wechselte er in den Dienst von dessen Bruder, Herzog Ernst (1500–1554), der von 1540 bis 1554 Erzbischof von Salzburg war. Von 1546 bis 1552 war er Kanzler und Archivar von Kardinal Otto von Waldburg, dem Bischof von Augsburg. Auf dem Augsburger Reichstag von 1548 wurde er am 2. März vom Kaiser in den Ritterstand erhoben. 1551 folgte die Ernennung zum kaiserlichen Hofpfalzgrafen, und im darauf folgenden Jahr (1552) trat er als Kanzler der österreichischen Länder in den Dienst König Ferdinand I. 1554 wurde er zum Superintendenten der Universität Wien ernannt. Hier war er neben der Reform der Universität auch mit der Gründung eines Jesuitenkollegs in Wien beauftragt.

 

Er publizierte das Neue Testament in syrischer Sprache, wie es bei Wikipedia heißt, mit der Unterstützung Ferdinands I. aus einem Manuskript, das der Priester Moses von Mardin aus Mesopotamien mitgebracht hatte. Dieser Druck war auch der erste Druck in einer orientalischen Sprache in Wien. Dagegen seien seine Übersetzung des Koran ins Lateinische und eine arabische und eine syrische Grammatik nicht gedruckt worden, trotz bester Beziehungen zu Königen und Päpsten.

 

Die Theorie der Katastrophen

sündflut

Die alten Römer und Griechen hatten nach historischen Berichten wie nach den erhaltenen Ruinen eine relativ hochstehende Zivilisation. Wir finden Aquädukte, große Thermen, Foren, Sportanlagen und Theater in allen größeren Städten rund um das Mittelmeer, bis hinauf nach Trier und noch im englischen Städtchen Bath.

 

Dann muss sich irgendetwas ereignet haben, so dass die Thermen, Sportanlagen und Theater dem Verfall überlassen blieben, selbst die Aquädukte nicht erhalten wurden und die sehr stark gesunkene Zahl der Bevölkerung mit ihrem nackten Überleben beschäftigt war, unentwegt in den Kirchen um Gnade und den Erlass ihrer Schuld (oder waren es Schulden?) und den himmlischen Frieden bettelnd und einer endlosen Zahl zu Tode gemarterter „christlicher“ Väter und Jungfrauen gedenkend.

 

Hatte sich etwas ganz Schreckliches ereignet und was genau? Und wann? Da schweigen sich unsere Geschichtsbücher aus. War es die Völkerwanderung und was hatte diese ausgelöst? Aber wie sollten die wenigen Zehntausende Goten und Vandalen und der Hunnenfürst Attila der offiziellen Geschichtsschreibung das dichtbevölkerte römische Reich verwüstet haben? Und war das Christentum nicht vorher schon römische Staatsreligion geworden? Oder war der Untergang des römischen Reiches die Folge der moralischen Verirrungen seiner Caesaren oder gar der Mehrheit der Römer?

 

Jedenfalls sehen wir den Aufstieg des Christentums mit Schreckensbildern verbunden. Die Menschen fürchten das Jüngste Gericht, Sündflut, Teufel und Hexen und schwere Strafen für ihre nicht beglichene Schuld, die sogar kleine Kinder schon auf sich geladen haben. Eines Erlösers Leiden am Kreuz in Jerusalem soll endlich alle Menschen von Schuld befreit haben. Die Kindstaufe durch Pfarrer als Ablösung der „Schuld“ in der Kirche, gab es zuvor ein Kopfgeld für Neugeborene?

 

Dass dem Christentum furchbare Ereignisse den Weg bereitet haben mussten, war den modernen Heiden schon immer irgendwie bewusst. Das 20. Jahrhundert sollte die verschüttete Vergangenheit wieder hochwühlen. Zunächst aber schreckten die ersten Chronologiekritiker vor ihren Konsequenzen zurück. Die Katastrophe sollte wirklich ein himmlisches Unglück gewesen sein, ein Immanuel Velikovski erdachte sich irdische Katastrophen als Folge entgleister Planeten. Ein „letzter Ruck“ habe dann, so seine Anhänger, noch im 14. Jahrhundert zusammen mit der Pest ein Drittel der Bevölkerung Westeuropas gekostet.

 

Man mag über das Planetenbillard Velikovskis und seiner Anhänger lachen, aber es war eine verzweifelte These, für die dem Christentum und dem Islam voran gegangene Zerstörung der Kultur der alten Römer und Griechen wie zum Teil noch der nordischen Heiden himmlische Kräfte und keine Menschen verantwortlich zu machen.

 

Der Mongolensturm im 13. Jahrhundert

mongolen-verschleppen-ungarische-bürgerSeit 1206 unterwarfen die Mongolen des Dschingis Khan weite Gebiete in Nord- und Mittelasien. 1237 eroberten sie Moskau und das Reich der Wolgabulgaren, 1240 zerstörten sie Kiew. Am 9. April 1241 schlug eine im Norden gegen Deutschland ziehende Horde der Mongolen ein kleines deutsch-polnisches Heer bei Liegnitz westlich von Breslau und 2 Tage später eine in Ungarn eingefallene Heeresgruppe von etwa 100.000 Mann den ungarischen König Bela IV. bei Muhi in der Nähe von Pest. Die Mongolen kämpften in Schlesien unter dem Prinzen Baidar Khan, einem Sohn Dschagatais, mit nach zeitgenössischen Berichten 100.000 Mann, nach heutiger Auffassung jedoch viel weniger, das Heer Heinrichs II. von Schlesien und Polen habe kaum 4.000 Mann umfasst. Ungarn wurde nach der Schlacht bei Muhi von den Mongolen verheert, das dürfte keine Zweifel an ihrer Anzahl erlauben:

 

Nicht nur das ungarische Heer, sondern das gesamte Königreich schien vernichtet, die Geschichtsschreibung spricht vom „Zusammenbruch“ Ungarns. Große Teile der Bevölkerung Ungarns wurden versklavt und in Todesmärschen deportiert, sofern sie sich nicht hungernd in die Sümpfe oder in jene wenigen befestigten Städte flüchten konnten, die den mongolischen Belagerern standhalten und Schutz zu bieten vermochten.

 

Von 1241-43 eroberten die Mongolen Anatolien:

 

The Mongol conquest of Anatolia (or Mongol subjugation of Turkey in some sources) was a fast process, effectively lasting from 1241 to 1243. Real power over Anatolia was exercised by the Mongols after the Seljuks surrendered in 1243 until the fall of the Ilkhanate. Because the Seljuk Sultan rebelled several times, in 1255, the Mongols swept through central and eastern Anatolia, and would remain until 1335. The Ilkhanate garrison was stationed near Ankara. Remains of the Mongol cultural heritage still can be seen in Turkey, including tombs of a Mongol governor and a son of Hulagu.

 

By the end of the 14th century, most of Anatolia was controlled by various Anatolian beyliks due to the collapse of the Seljuk dynasty in Rum. The Turkmen Beyliks were under the control of the Mongols through declining Seljuk Sultans. The Beyliks did not mint coins in the names of their own leaders while they remained under the suzerainty of the Ilkhanids. The Osmanli ruler Osman I was the first Turkish ruler who minted coins in his own name in 1320’s, for it bears the legend „Minted by Osman son of Ertugul“.

 

Die Türken wären angeblich schon vor den Mongolen nach Anatolien gezogen und dann von diesen unterworfen worden. Später wären sie wieder unabhängig geworden. Angeblich hätten schon die Ritter des ersten Kreuzzuges Türken vor Jerusalem getroffen, das gerade zwischen Türken und Ägyptern umkämpft gewesen sei.

 

Nach unseren offiziellen Geschichtsbüchern hätten die Mongolen ihre Siege nicht ausgenutzt. Die Mongolen hätten Liegnitz nicht erobern können und wären umgedreht, um sich mit dem Heer in Ungarn zu vereinigen. Nur mongolische Vorausabteilungen wären bis in Teile Brandenburgs, Mähren, Niederösterreich, die kroatische Adria und Thrakien vorgerückt. Wegen des Todes ihres Groß-Khans wäre das Mongolenheer über Tausende Kilometer in die Mongolei bis in ihre Hauptstadt Karakorum zurück marschiert, um die Nachfolge des Groß-Khans zu regeln.

 

So steht es zumindest in unseren Geschichtsbüchern.

 

Innere Streitigkeiten hätten den Plan der Eroberung der Atlantikküste durch Batu Khan verhindert. Dessen jüngerer Burder Berke habe gar das Heilige Land vor den Mongolen gerettet, weil er zum Islam konvertiert wäre.

 

1258 eroberten die Mongolen Bagdad, 1260 überrannten sie Syrien, wurden aber in der Schlacht von Ajn Djalut, kurz vor Jerusalem, von den Mamluken Ägyptens besiegt. Die christlichen Kreuzfahrer wären heimlich im Bund mit den Mongolen gegen ihre islamischen Feinde gewesen. Bohemund IV. von Antiochia und Tripolis sei vom Papst wegen seines Bundes mit den Mongolen exkommuniziert worden. Die Stärke des Heeres der Mongolen und der Mamluken habe jeweils nur knapp über 10.000 Mann betragen.

 

Der Herrscher der Mamluken, der in der Schlacht gegen die Mongolen die Reserve der Mamluken befehligt habe, war seit 1260 Baibars I., laut offizieller Geschichtsschreibung ein ehemaliger und eventuell türkischer Sklave aus dem russischen Steppengebiet, der von den Mongolen an einen Mamluken verkauft worden sei. Sein Sohn hieß Berke Qan – wir müssten Historiker sein, um nicht auf die Idee zu kommen, dass er wohl eher Berke Khan genannt wurde – und herrschte nur kurz von 1277-79 als Sultan in Ägypten. Seine mongolische Mutter habe zu großen Einfluss auf ihren schwächlichen Sohn gehabt und sein Bruder Solamisch (Salomon/Süleiman?) wurde neuer Sultan.

 

Es spricht eigentlich alles dafür, dass wir es hier von Baibar I. aus der russischen Steppe über Berke Khan bis Süleiman mit türkischen Gefolgsleuten der Mongolen zu tun haben, die Ägypten erobern konnten und dort in unseren Geschichtsbüchern, die den Sieg der Mongolen verbergen sollen, als Mamluken herrschten.

 

In der offiziellen Geschichte habe es nun einen Konflikt zwischen den Mongolen gegeben, als Hulagu Khan, der Bruder des Großkhans Kublai Khan, die Niederlage von Ajn Djalut mit einem neuen Feldzug gegen Ägypten rächen wollte. Der zum Islam konvertierte Berke Khan – nanu? – ich zitiere das besser aus der Wikipedia:

 

The Berke–Hulagu war was a civil war in the Mongol Empire which fought between two Mongol leaders: Berke Khan of the Golden Horde, and Hulagu Khan of the Ilkhanate. It was fought mostly in the Caucasus mountains area in the 1260s after the destruction of Baghdad in 1258. The war marked a key moment in the fragmentation of the Mongol Empire after the death of the Great Khan Mongke.

In 1252, Berke converted to Islam, and in 1257 he assumed power in the Golden Horde after the death of Ulaghchi. Like his brother Batu, he was loyal to the Great Khan Mongke. Although aware of Berke’s conversion to Islam, Hulagu, after conquering Persia, destroyed Baghdad in 1258, added Iraq to the Mongol Empire, advanced towards Syria and Mamluk Sultanate, and began a war of attrition against the Mamluk Sultanate. Berke became enraged with Hulagu’s rampage through Muslim lands, and as a preparatory step, directed his nephew Nogai Khan to raid Poland in 1259 in order to collect booty to finance a war. Several Polish cities were plundered, including Kraków and Sandomierz. Berke then struck an alliance with the Mamluk Sultan Qutuz and later Sultan Baibars of Egypt.

 

Sollte der Sultan Baibars von Ägypten nicht einen Sohn namens Berke Qan gehabt haben? Ich zitiere wieder Wikipedia:

 

Berke Qan war von seinem Vater Baibars (1260–1277) zum Nachfolger bestimmt worden. Er konnte die Herrschaft 1277 zunächst auch übernehmen. Er war aber ein schwacher Herrscher und stand unter dem Einfluss seiner mongolischen Mutter. Als er die Gefolgsleute seines Vaters aus ihren Ämtern entfernte, nahm die Opposition zu. 1279 erzwang sein Schwiegervater Qalawun den Rücktritt von Berke Qan. Ihm wurde Kerak in Transjordanien als selbständiges Herrschaftsgebiet zugewiesen.

 

Die meisten Mamluken wären von türkischer Abstammung gewesen – wohl alle als Sklaven nach Ägypten verkauft und dort an die Macht gekommen. Da muss es turbulent zugegangen sein, denn kurz vor den Mamluken hätte noch ein Stamm Kurden über Ägypten geherrscht – das wollen wir jetzt nicht weiter verfolgen. Aber es leuchtet uns sofort ein, dass die überwiegend türkischen Krieger der Mongolen ihre Brüder Mamluken nicht besiegen mochten, wie es die Historiker herausgefunden haben wollen – Wikipedia:

 

Jochi, Genghis Khan’s oldest son, was of disputed parentage and only received 4,000 Mongol warriors to start his Khanate. His nearly 500,000 warriors were virtually all Turkic people who had submitted to the Mongols. Thus, the Khanate was Turkic in culture and had more in common with their Muslim Turkic Mamluks brothers than with the Mongol shamanist Hulagu and his horde. Thus, when Hulagu Khan began to mass his army for war against the Mamluk-controlled Holy Land, they swiftly appealed to Berke Khan who sent armies against his cousin and forced him to defend his domains in the north.

 

Das glauben wir doch sofort!

(…)

Quelle: http://www.wolfgang-waldner.com/nachforschungen/erfindung-des-christentums/

Gruß an die, die etwas wissen wollen

TA KI

 

Wer hat eigentlich Grund, sich beleidigt zu fühlen?


In Deutschland wird gegen Dieter Nuhr ermittelt – im Iran das Opfer einer versuchten Vergewaltigung hingerichtet. Das wirft einige Fragen auf. Beleidiger und Beleidigte messen mit zweierlei Maß.

 

Während eine deutsche Staatsanwaltschaft gegen Dieter Nuhr ermittelt, weil sich ein deutscher Muslim durch die exzessiv harmlosen Witzeleien des Kabarettisten über den Islam beleidigt fühlt, wurde in einem iranischen Gefängnis eine Frau hingerichtet, die vor fünf Jahren zum Tode verurteilt worden war, nachdem sie einen Mann erstochen hatte, der sie vergewaltigen wollte.

Es ist nicht der erste Fall. Die „Süddeutsche“ berichtete über ein 16 Jahre altes Mädchen im Iran, das wegen „unkeuschen Verhaltens“ zum Tode verurteilt und gehängt wurde. Die Autorin des Berichts, eine bekannte Islamexpertin, wies darauf hin, dass die Steinigung im Iran „faktisch abgeschafft“ wurde.

Und dass „iranische Menschenrechtler“ allein die Tatsache, „dass man darüber nachdenkt, die Steinigung durch andere Strafen zu ersetzen“, als „einen Schritt in die richtige Richtung“ sehen, „als Abkehr vom angeblich unflexiblen Korsett des islamischen Rechts“.

Barbarei im Namen einer barmherzigen Religion

So betrachtet, hat die Justiz der Islamischen Republik Iran wieder einmal bewiesen, wie flexibel sie das islamische Recht auslegt, indem sie nicht mehr steinigen, sondern hängen lässt. Und zwar nicht den Mann, der versucht hat, eine Frau zu vergewaltigen, sondern die Frau, die sich dagegen gewehrt hat.

Von der unfassbaren Logik des Urteils einmal abgesehen, wirft der Fall noch andere Fragen auf. Wer hat eigentlich einen Grund, sich beleidigt zu fühlen? Gläubige Muslime durch die Schriften von Salman Rushdie, die Karikaturen von Kurt Westergaard und die Witze von Dieter Nuhr? Oder alle anderen: Agnostiker, Atheisten, Christen, Heiden, Juden und säkulare Muslime durch eine Barbarei, die im Namen einer barmherzigen Religion begangen wurde?

Und ist angesichts dieser Praxis die feine Unterscheidung zwischen Islam und Islamismus noch tragbar? In Pakistan hat vor Kurzem ein Berufungsgericht das Todesurteil gegen eine Christin bestätigt, die sich angeblich abfällig über den Propheten Mohammed geäußert hat. Auch diese Frau soll am Galgen sterben. Wenn das mal kein weiterer Schritt in die richtige Richtung ist.

Quelle: http://www.welt.de/debatte/henryk-m-broder/article133658943/Wer-hat-eigentlich-Grund-sich-beleidigt-zu-fuehlen.html

Gruß an die Kulturvermischer

TA KI

Christianisierung pro Heidentum


Zwei Dinge sind im Vatikan schwer zu bekommen: Ehrlichkeit und eine Tasse Kaffee. (Papst Johannes Paul I)

Im Jahr 0 unserer Zeitrechnung wird in Palästina der Mann geboren, den seine Gläubigen den Sohn Gottes nennen, Jesus. Etwa 30 Jahre später stirbt er als Aufrührer am Kreuz. Für seine Anhänger, die Christen, beginnt mit seinem Tod ein Kreuzzug durch Europa, wie er bis heute ohne vergleichbare Grausamkeit geblieben ist.

Der gekreuzigte Gott erobert Europa

Breiten sich die Christen zu Beginn durch Überzeugungskraft aus und unter der stetigen Bedrohung durch Christenverfolgungen besonders unter den römischen Kaisern, so gewinnen sie jene Kaiser alsbald für ihre Glaubensideale. Im Wahn der Vorstellung, der Gott des Christentums sei der alleinige Weg des Menschen zur Erlösung, beginnen ihre Priester unter dem Schutz der Römer die blutige Missionierung der Andersgläubigen mit Schwert und Feuer.

Wanderpriester ziehen durch die Länder der Kelten und Germanen. Sie predigen den Heiden das Christentum. Um ihre Lehre durchzusetzen, verwüsten sie die heiligen Haine, brennen die Tempel nieder und fällen die heiligen Bäume. Wer gegen den Willen der Priester weiterhin den heidnischen Göttern huldigt, der wird vielerorts zu deren Mordopfer. Der neue Glaube duldet keine anderen Götter.

Während die Germanen des Festlandes der christlichen Mordbrennerei zum Opfer fallen, verwenden die Priester zur Missionierung der Inselkelten andere Mittel. Man kommt in Frieden die keltische Gastfreundschaft nutzend. Die gutgläubigen Inselkelten sehen den Christengott als eine Weiterentwicklung ihrer Götter. Die druidische Kaste der Filid hilft den christlichen Missionaren sogar bei der Verbreitung der Lehre.

Die Christen jedoch nutzen die Gastfreundschaft der Kelten schamlos aus, entweihen auch hier keltische Heiligtümer mit dem Argument, der Christengott habe den Heidengott besiegt und führen einen Grabenkrieg gegen die alte Religion und ihre ranghohen Druiden und Goden.

In ganz Europa wachsen christliche Kirchen aus den heiligen Hainen und auf den Standorten der alten Heiligtümer. Manche dieser Heiligtümer werden durch die Missionare sogar einfach übernommen. Beispiel dafür ist in England der sprechende Stein, der den Namen des Königs bekannt gibt. In einer Seitenkapelle der Westminster Abbey erhielt er seinen Platz unter einem Thronsessel und war fortan christliches Eigentum. Ein großer Prozentsatz der heutigen Kirchen im germanischen und keltischen Raum steht auf alten heidnischen Kultplätzen. Die Natürlichkeit dieser Kraftorte wird durch dunkle Kirchenmauern zerstört. Ähnlich eingenommen wurden die heidnischen Jahresfeste. So existiert heutzutage weit verbreitet der Irrglaube alte heidnische Feste, wie Weihnachten oder Ostern zum Beispiel, seien christliche Feste.

inquisition

Ermordung und Verbrennug von Heiden
und Hexen im Namen der Inqusition

War das Christentum erst einmal etabliert, so säten die Priester gewissenlos den Hass unter den Bekehrten gegen die noch heidnischen Stammesbrüder. Im Gegensatz zum lebensbejahenden germanischen Glaube, predigte das Christentum eine Lebensverachtende Existenz in Armut, Demut und Unterwürfigkeit. Dadurch war es für die römischen Besatzer und für die ihnen nachfolgenden Herrscher ein adäquates Mittel zur Ausbeutung des ihnen unterstehenden Volkes. Alles Leid war nun gottgewollt und alle Lebensfreude war Sünde.

Am Schlimmsten beeinflusste der neue Glaube die gesellschaftliche Stellung der Frau. War sie im germanischen Glaube noch dem Mann gleichgestellt und bekleidete sie noch Ämter und Würden, so wurde sie unter den Christen zum Sinnbild der Erbsünde. Sie war dem Mann unterstellt, hatte zu dienen und zu gehorchen. Eine Wertevorstellung, die auch heute noch ihre gesellschaftliche Stellung in christlichen Ländern bestimmt. Immer wieder wurde in den kommenden 2. Jahrtausenden die Frau Opfer des christlichen Hasses. Im Mittelalter oft als Hexe verbrannt, ist sie noch im 20. Jahrhundert häufig das Opfer männlicher Geringschätzung und Gewalt.

2000 Jahre Christentum haben der Gesellschaft keinen Fortschritt gebracht, im Gegenteil. Die einmal bis zu den Griechen und Chinesen hin bekannte und bewunderte Philosophie der Germanen und Kelten versank in kaum fassbarer geistiger Rückständigkeit. Der lebensfeindliche Blut und Opferkult der Christenpriester predigte den Menschen Armut und Leid als göttliche Prüfung, von der sie erst der Tod erlöse. Geblieben ist ein Glaube von kaum fassbarer Kälte und Unmenschlichkeit, dessen Lehrbuch, die Bibel, erfüllt ist von Hass, Gewalt und Völkermord. Verloren ist die Wärme und Menschlichkeit der alten Götter, mit denen sich der Gläubige noch identifizieren konnte. Da wo sie den Menschen nahe standen hat das Christentum nur eines hinterlassen: Leere.

Keine andere Institution als die Kirche hat im Laufe ihrer Geschichte mehr Blut vergossen, wie der erste und zweite Weltkrieg zusammen. Und doch, niemand trägt ihr etwas nach… niemand wagt ein Wort der Kritik. Die Kirche ist heilig und die Worte des christlichen Gottes und seiner Diener sind allein selig machend. Dabei wurden alleine bei der Christianisierung Süd- und Mittelamerikas ca. 70 Millionen Indios ermordet… von den ungezählten Todesopfern kirchlichen Heidenhasses in Europa ganz zu schweigen.

Trotzdem sieht die Kirche bis heute ihr Handeln als „Notwehr gegen Ketzertum, Hexerei und Unglauben“. Niemand fühlt sich schuldig und keiner sucht nach Verständigung. Noch immer sind Heiden die Botschafter des Teufels und noch immer widerfährt ihnen Diskriminierung. Noch in jüngster Zeit stempelt man naturreligiöse Menschen als Neo- Nazis ab und diskutiert offen über Einschränkungen der Glaubensfreiheit.

Quelle: http://www.wodanserben.de/proheidentum.php

Gurß an die einzig wahren gläubigen

TA KI

Jehova – ein „Gott“ wird demaskiert


Geschrieben von: Dr. W. Hopfner   
Keine andere Figur hat die Weltgeschichte der vergangenen drei Jahrtausende so ungünstig beeinflusst wie „Jehova“. Die blutigste Spur, quer durch die Jahrhunderte, wurde in seinem Namen gezogen, Millionen Menschen in seinem Namen umgebracht, durch Mühe und Fleiss erworbene Vermögen in seinem Namen geraubt. Jehovas Anhängerschaft ist fast genauso gross wie die Unkenntnis über den Charakter dieses Kunstprodukts, wahrscheinlich weil die wenigsten sich mit ihm eingehender befasst haben. Wie es aussieht, wird das noch lange Zeit so bleiben. Da unsere Menschenart ganz besonders darunter gelitten hat, kann es sinnvoll sein, sich etwas näher mit ihm zu beschäftigen.

 

Wer ist das also, dieser „Jehova“, was ist das für ein Gebilde, das noch heute nicht nur vom seinerzeit von ihm „auserwählten Volk“ verehrt, angerufen und gebraucht wird, sondern von zahlreichen durch Mission freiwillig oder mit Gewalt „bekehrten“ Menschen anderer Völker? Sehen wir uns zuerst das Volk an, bei dem Religion, Volkstum und Geschichte so eng miteinander verwoben sind, wie bei kaum einem anderen, das sich fast untrennbar mit diesem „Gott“ verbunden hat:

Etwa um 1400 v.Ztw. lebten im Süden und Osten der Halbinsel Sinai semitische Volkstämme, die sich „Hebräer“ nannten. Etwas später kamen aus Ägypten entflohene Kleinvieh-Nomaden hinzu, die sich „Israeliten“ hiessen. Beide vereinigten sich zu zwölf Stämmen, die unter ihrem Führer Moses am Berg Sinai zu einer religiösen Einheit zusammengeschlossen wurden und allmählich einen stark religiös geprägten Sakralstaat bildeten, mit verschiedenen Heiligtümern und Wallfahrtsstätten als Mittelpunkt. Im religiösen Bereich kannten sie anfangs eine ganze Reihe von Kulten: Den Kult der Gestirne, den Kult von Naturgottheiten, Hausgöttern (Teraphim), von Tieren (Kalb, Schlange), von heiligen Bäumen, Quellen, Steinen. Gleichzeitig erfanden sich einige von ihnen einen Gott namens „El“, einen Herrn, dessen hervorstechendstes Merkmal ein besonders großes Glied war. Dieser verschmolz, wieder etwas später, mit der Gott-Erfindung einer anderen Gruppe zu jenem besagten Jehova. Nach und nach drängte die um den Jehova-Kult entstehende Priesterkaste die urtümlichen, naturgemässen Kulte zurück. Die Verehrung dieses Jehova allein, wurde das gemeinsame Kennzeichen der zwölf Stämme, die sich nun „Volk Israel“ nannten. Dieser Vorgang war etwa um 1200 v.Ztw. abgeschlossen.

Mittlerweile hatten sich etwa seit dem Ende der Bronzezeit in Palästina (dem „Land Kanaan“) und in Syrien etliche Kleinstaaten gebildet mit recht hohen Kulturen – Länder, in denen „Milch und Honig“ floss. Aber schon damals wurde der Fehler begangen, zugunsten des eigenen Wohllebens die Armee zu vernachlässigen. Nur kleine, teilweise aus Berufskriegern bestehende Heere, sollten vor Eindringlingen schützen. Diese kamen auch bald:

Planmässig vernichteten die aus den Wüsten vordringenden Israeliten das enge Netz der kanaanäischen Kleinstaaten. Dabei schoben sie ihrer Erfindung, ihrem Gott Jehova, immer grössere „Macht“ zu, indem sie ihre Überfälle mit angeblich von „Ihm“ erhaltenen Befehlen rechtfertigten. Für ihre Führer war es wesentlich einfacher, einen Krieg auf Geheiss eines Gottes zu beginnen, als aus eigenem Antrieb. Dem Volk konnten sie sagen: „Gott will es!“ Und niemand konnte ihnen dabei eigene Absichten unterstellen oder nachweisen. Was wollte also diese praktische Erfindung, dieser Jehova im einzelnen? (Alle folgenden Zitate sind Originalton laut Bibel):

„Zerstöre, o Israel, ihre grossen und schönen Städte, die du nicht gebaut hast, und Häuser voller Güter, die du nicht gefüllt hast, und ausgehauene Brunnen, die du nicht ausgehauen hast, und Weinberge und Ölbäume, die du nicht gepflanzt hast“.

Jehova, ihre praktische Ausrede, ihre Entschuldigung und Rechtfertigung gab all das in ihre Hand, was andere Völker erarbeitet und kultiviert hatten. Und neben der anhaltenden Niedermetzelung der Kanaanäer, im alten Testament auch „Amoriter und Hethiter“ genannt, überfielen die Israeliten auch gleich noch deren Nachbarn, die Ammoniter und Moabiter und töteten, laut Bibel, von letzteren einmal bei einem einzigen Gefecht „10000 Mann, alles starke und streitbare Männer“. Wenn man daran denkt, dass zur damaligen Zeit manche Völker nur aus etwa 10 – 20 000 Individuen bestanden, ist die Grösse des Massakers erst richtig einzuschätzen.

Immer wieder fielen sie über die Philister her, von denen der Israelit Samgar angeblich allein einmal 600 „mit einem Ochsenknüppel erschlug und erlösete Israel“, so übersetzte uns das Martin Luther. Gerade die Todfeindschaft zu den indogermanischen Philistern, die fünf Städte der Küstenzone beherrschten (Gaza, Astod, Ekron, Askalon, Gath) und die wohl von den Ägäischen Inseln stammten, diente dazu, die vorher gespaltenen Stämme zusammenzuschweissen. Die Israeliten überfielen mehrmals – bis zu deren Ausrottung – die Tsikal, Midianiter, und die Aramäer. Allerdings fielen sie zwischen 1200 und 1000 v.Ztw. auch viermal über sich selber her.

Nun geschah dieses Abschlachten fremder Völker nicht zufällig und „profan“, etwa durch blutrünstige Strauchritter, Steppenbanden, Räuber oder Halsabschneider, sondern kaltblütig geplant durch „ein Königreich von Priestern und deren heiliges Volk“ (2.Mos.19,6), durch reine, vom „Gottesgeist Jehovas getriebene“ Hirtennaturen (Noth), auf Befehl „charismatischer Führer“ (Würthwein). Immer voran mordete Jehova, der „niemand ungestraft“ lässt, dessen Nase Rauch, dessen Mund „verzehrendes Feuer“ entfährt, der „Flammen sprüht“, Schwefel regnen lässt, glühende Schlangen schickt und die Pest, der „Gott der Heerscharen“, der „Schlachtreihen Israels“, „der rechte Kriegsmann“, ein „schrecklicher Held“, ein „schrecklicher Gott“, „ein eifernder Gott, der die Missetat der Väter heimsucht an den Kindern bis ins dritte und vierte Glied“. (Man beachte die Wortwahl der „Heiligen Schrift“). Gewiss erscheint Jehova auch gelegentlich „barmherzig“, wirkt „Heilstaten“ – allerdings kümmert er sich nur um „jüdische Abkömmlinge“, wie wir aus der Bibel erfahren.

Fast immer geht „Unheil“ von ihm aus, „Vernichtung, jähes Verderben“, und das gleich für „alle Bewohner der Erde“. Bei seinem Kommen bebt angeblich die Welt, die Berge wanken, und die Gegner krepieren wie die Fliegen. Aufgepasst Feindstädte, falls ihr Berührung mit Jehova habt: „Wenn sie Jahwe, dein Gott, in deine Gewalt gegeben hat, sollst Du alles, was an Männern darin ist, mit dem Schwert töten, dagegen die Weiber und Kinder, das Vieh und alles, was sich in der Stadt befindet … geniessen“ (Henry Morgenthau brauchte nur aus der Bibel abzuschreiben). An anderer Stelle heisst es: „Du sollst keine Seele am Leben lassen“.

Dieser Jehova, diese monströse Erfindung – von Absolutheit besessen wie keine Ausgeburt der Religionsgeschichte zuvor und von einer Grausamkeit, die auch keine danach übertrifft – steht nicht nur hinter der Geschichte des Judentums, sondern auch hinter der gesamten Geschichte des Christentums. Und das auch heute noch! Verlangen die Kirchen doch heute noch von der ganzen (!) Menschheit, an ihn zu glauben, ihn anzubeten, für ihn zu sterben. Es ist ein Gott von so einzigartigem Blutdurst, dass er „alles Dämonische aufsaugte“. Denn weil er selbst „der gewaltigste Dämon war, brauchte man in Israel keine Dämonen mehr“ (Volz). Es ist ein Gott, der vor Eifersucht und Rache schäumt, der keinerlei Toleranz oder Andersgläubigkeit zulässt, vielmehr jede Gemeinschaft mit Heiden, den „Goyim“, die „rasha“ sind – nämlich gottlos – strikt untersagt, der „scharfe Schwerter“ fordert, um an ihnen „Vergeltung“ zu vollziehen. „Wenn dich der HERR, dein Gott, in ihr Land bringt…und er ausrottet viele Völker vor dir her…dass du sie schlägst, so sollst du an ihnen den Bann (Cherem) vollstrecken. Du sollst keinen Bund mit ihnen schliessen und keine Gnade gegen sie üben…eure Töchter sollt ihr nicht geben ihren Söhnen, und ihre Töchter sollt ihr nicht nehmen für eure Söhne…Du wirst alle Völker vertilgen, die der HERR, dein Gott, dir geben wird. Du sollst sie nicht schonen“. Halleluja, halleluja.

Dieser Gott geniesst nichts so sehr wie Rache und Ruin. Er geht auf im Blutrausch. Seit der Vernichtung der kanaanäischen Stadtstaaten durch die Israeliten, von diesen – heute noch – verharmlosend “ Die Landnahme“ genannt, sind die geschichtlichen Bücher des Alten Testaments „auf lange Zeit die Chronik eines immer erneuten Gemetzels ohne Grund und Schonung“ (Brock). „Sehet nun, dass ich es allein bin und kein Gott neben mir ist!… So wahr ich ewig lebe: Wenn ich mein blitzendes Schwert schärfe und meine Hand zur Strafe greift, so will ich mich rächen an meinen Feinden… will meine Pfeile mit ihrem Blut trunken machen, und mein Schwert soll Fleisch fressen, mit Blut von Erschlagenen und Gefangenen, von den Köpfen streitbarer Feinde“.

Der „Gott“ Jehova ist nach seinen Aussprüchen schlimmer als irgendein anderer Gott der Welt. Nicht Bewahrung des Lebens heischt er, nicht gleiches Recht für alle Menschen, sondern das Gegenteil. Stets stöhnt er über die Unzulänglichkeiten bei der Ausführung seiner Ausrottungsbefehle oder gar die Verbrüderung mit den Heiden: „Auch vertilgten sie die Völker nicht, wie ich, der HERR, doch geboten hatte, sondern sie liessen sich ein mit den Heiden und lernten ihre Werke und dienten ihren Götzen…“. Denn dieser Gott will „allein“ Gott sein, nichts neben sich dulden, ist ein Gott „always at war with other gods“ (Dewick). Jede Konkurrenz muss verschwinden. Totaler Religionskrieg ist angesagt – tabula rasa! „Zerstört alle heiligen Stätten, wo die Heiden, die ihr vertreiben werdet, ihren Göttern gedient haben…und reisst um ihre Altäre und zerbrecht ihre Steinmale und verbrennt mit Feuer ihre heiligen Pfähle, zerschlagt die Bilder ihrer Götzen und vertilgt ihren Namen…“ . (…). Wer sich Jehovas Befehlen widersetzt, wer gar rät, sich andere Ideale oder Götter zu schaffen und diesen zu dienen, gleichgültig ob es „deine Frau (ist) in deinen Armen oder dein Freund, der dir so lieb ist wie dein Leben“, ein jeder muss sterben. Und „deine Hand soll die erste gegen ihn sein, ihn zu töten…“.

Ein Abfallen von Jehova wird als ein Ehebruch bezeichnet, denn Jehova fungiert auch als Ehemann. Nicht als der einer Göttin, sondern als Ehemann Israels. Wer sich von ihm lösen will und eine Frau ist, wird als „Hure“, „Hurenkind“, „Ehebrecherin“, „Tempeldirne“ bezeichnet. Männer gehen „mit den Huren“, das „Land läuft vom HERRN weg der Hurerei nach“, wenn es einen der seltenen Versuche macht, vom Monotheismus loszukommen, es „nimmt Hurenlohn auf allen Tennen“. Die Bibel, das „Wort Gottes“, stellt uns zeitweise das „Verheissene Land“, das „Heilige Land“, als eine Art Nuttenparadies vor. Israels geringe, aber doch gelegentlich erfolgte Anstrengungen, von Jehova wieder loszukommen, werden mit dem Treiben brünstiger Tiere verglichen.

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Wehe, wenn dieses Volk nicht gehorcht! Jehova kündigt ihm ungezählte Greuel an, Heimsuchungen „mit Schrecken, mit Auszehrung und Fieber, dass euch die Augen erlöschen und das Leben hinschwindet…Und ich will wilde Tiere unter euch senden, die sollen eure Kinder fressen und euer Vieh zerreissen“. Ja, er will dann, tobt er immer wieder, „siebenfältig mehr strafen um eurer Sünden willen, dass ihr sollt eurer Söhne und Töchter Fleisch essen…“. (Den Kannibalismus in Neuguinea sollten Juden und Christen nicht verurteilen. Der Genuss des Fleisches des Gottessohnes und das Trinken seines Blutes – wenn auch im übertragenen Sinne – ist noch heute Christenpflicht).

„Und ich will eure Städte wüst machen und eure Heiligtümer vernichten…und mit gezücktem Schwert hinter euch her sein…“.

Nie erlahmt dieser Gott, seine Rache für jeden kleinsten Ungehorsam anzudrohen: „Verflucht wirst du sein in der Stadt, verflucht wirst du sein auf dem Acker…Verflucht wird sein die Frucht deines Leibes… Verflucht… Verflucht… Verflucht… Der HERR wird dir die Pest anhängen…Der HERR wird dich schlagen mit ägyptischem Geschwür, mit Pocken und Grind und Grätze, dass du nicht geheilt werden kannst… Der HERR wird dich schlagen mit bösen Geschwüren… von den Fusssohlen bis zum Scheitel… dazu wird der HERR alle Krankheiten und Plagen… über dich kommen lassen“, und so weiter, und so weiter.

Das Töten ist Jehovas große Lust. Massenmord im Krieg war bei den Israeliten selbstverständlich, aber auch die Todesstrafe in Friedenszeiten – gewöhnlich Steinigung, ausnahmsweise Verbrennung bei lebendigem Leib – wurde auf angebliches Geheiss Jehovas grosszügig vollzogen. Nicht bloss ein Mörder muß sterben, auch wer einen Menschen beraubt, wer Vater oder Mutter schlägt oder ihnen nur flucht, ist des Todes. Ebenso belegt Jehova Ehebruch mit der Todesstrafe – natürlich nur den der Frau samt ihres Liebhabers – Geschlechtsverkehr während der Menstruation, Hurerei einer Priestertochter, Nichtschreien einer Verlobten bei Vergewaltigung, Inzest, Homosexualität, Verkehr mit Tieren. Ein Weib war sogar dann zu töten, wenn es „irgendeinem Tier“ entblösst nahte – „und das Tier auch“ (3.Mos.10,16).

Frauen werden von Jehova insgesamt als unbelehrbar und leichtfertig betrachtet, ausserdem wenig geachtet, wie schon die Zusammenstellung „Frauen, Sklaven, Kinder“ ausdrückt. In Jehovas „heiliger Schrift“ werden Frauen vielfach diffamiert, verhöhnt, zurückgesetzt, aus dem öffentlichen Leben verdrängt. All das kehrt später im Christentum für fast zwei Jahrtausende wieder und ist zum grössten Teil noch heute in der kirchlichen Hierarchie feststellbar.

Selbstverständlich verlangt Jehova für jede Verehrung eines anderen Gottes die Todesstrafe, ebenso für Lästerung seiner selbst, ferner für Unterlassung der Beschneidung, für Zauberei, Wahrsagerei, Anrühren des Berges Sinai. Auch Annähern an die Stiftshütte will er mit dem Tod bestraft sehen, ebenso wie unkorrekte Kleidung des Hohepriesters im Tempel, Arbeit am Sabbat, Genuss ungesäuerter Brote am Passah, verspätete Darbringung des Passah-Opfers, Essen von Opferfleisch nach drei Tagen, absichtliche Verletzung der Opferordnung, Ungehorsam gegen Priester oder Richter und anderes mehr.

Den Tod zu bringen hat bei Jehova schon eine Art religiöses Gepräge. Und das wirkt auf die Menschen, die ihn verehren, zurück. Denn so, wie man sich untereinander im Geist Jehovas belog und betrog – Thamar den Juda, Rebekka den Esau, die hebrüischen Wehmütter den Pharao, Laban den Jakob, Jakob (sein Name heisst übersetzt: der Hinterlistige) wiederum seine Brüder – so tötete man auch im Geiste Jehovas ohne jegliche Skrupel. Jehova selber verschlingt ja Menschen, speit Feuer, schickt Meeresfluten, mordet ohne Ende, einzelne nicht nur, sondern auch ganze Gruppen: Alle Erstgeburten der Ägypter, die Rebellen und Unkeuschen in der Wüste, dreitausend Verehrer des Goldenen Kalbs. Also kann es keine Sünde, kein Verbrechen sein, wenn man all das Jehova nachmacht: „So spricht der HERR, der Gott Israels: Ein jeder gürte sein Schwert… und erschlage seinen Bruder, Freund und Nächsten“. Jehova tötet „das ganze Heer des Pharao… so dass nicht einer von ihnen übrigbleibt… eine herrliche Tat“. Jehova tötet die Familie des Hohepriesters Eli, die Häuser der Könige Jeroboam, Baesa, Achab, er vernichtet Städte wie Sodoma und Gomorrha durch „Schwefel und Feuer vom Himmel herab“, die gesamte damalige Menschheit durch die Sintflut. Das Skandalöse aber ist: Katholische Kirchengeschichtler der Jetztzeit ficht das alles nicht an. „Die Bibel enthält die Geschichte der Grosstaten, der mirabilia, die Gott im Kosmos und in der Geschichte getan hat“ , so der katholische Historiker Danielou noch heute. Da fehlen einem die Worte.

Die Rückwirkungen der Untaten dieser von Menschen geschaffenen und zu einer – schlauerweise unsichtbaren – „Person“ erhobenen Figur Jehova auf eben diese Menschen, bleibt nicht aus. Da der HERR dies alles getan hat, wird Israel immer wieder zu einer Art Grössenwahnsinn ermuntert: „Von heute an will ich Furcht und Schrecken vor dir auf alle Völker unter dem ganzen Himmel legen“. „Ihr sollt eure Feinde jagen, und sie sollen vor euch her dem Schwert verfallen. Fünf von euch sollen Hundert jagen, und Hundert von euch sollen Zehntausend jagen“. Da der HERR dies alles will und sogar befiehlt, so ist all das auch nicht im geringsten kriminell, sondern gut, wesenhaft religiös, der Krieg selbst ist ein frommer Akt, etwas Heiliges, das Kriegslager geradezu das älteste Heiligtum.

Die Kriege selbst werden vorwiegend als „Heilige Kriege“ geführt, der Krieg wird zur Sache Jehovas. Alle Erfolge werden allein seiner Macht zugeschrieben, die Siege sind Jehovas Siege, die Feinde sind Jehovas Feinde, die eigenen Totschläger sind „sein Volk“, und die Beute gehört ihm natürlich auch. Alle Haudegen werden vor Kampfesbeginn „geweiht“, vor dem Gemetzel bringt man Opfer dar. Es gibt einen organisierten, höchst einflussreichen Klerus. Dieser befragt Jehova vor dem Kampf und betet zu ihm. Die Bundeslade garantiert seine Gegenwart, sie begleitet die Streiter. Priester feuern unentwegt an, treiben den Kämpfern die Angst aus und den Mut ein: „Denn der HERR, euer Gott, geht mit euch…“. „Der HERR, mein Feldzeichen“… All das kehrt im Christentum wieder – und das schändliche daran ist, dass es bis zum heutigen Tag unter christlicher Regie immer wiederkehrt!

Und so handelten die Israeliten gemäss den Weisungen ihres Herrn. Sie vernichteten die bedeutenden Reiche des Sihon und Og nördlich von Moab: Sie liquidierten Sihon, den König der Amoriter, so „vollstreckten wir den Bann (Cherem) an allen Städten, an Männern, Frauen und Kindern, und liessen niemand übrig. Nur das Vieh raubten wir für uns und die Beute aus den Städten“. Nicht anders schlugen sie Og, den König von Basan, „und seine Söhne und sein ganzes Kriegsvolk, bis keiner mehr übrigblieb“. „Und es gab keine Stadt, die wir ihnen nicht nahmen, sechzig Städte…Und wir vollstreckten den Bann (Cherem) an ihnen… an Männern, Frauen und Kindern. Aber alles Vieh und die Beute aus den Städten raubten wir für uns“.

Auch vom Sieg über die Midianiter meldet die „Heilige Schrift“: „Und sie zogen aus zum Kampf… wie der HERR es Mose geboten hatte, und töteten alles, was männlich war. Samt diesen Erschlagenen töteten sie auch die Könige der Midianiter… Und die Kinder Israels nahmen gefangen die Frauen der Midianiter und ihre Kinder, all ihr Vieh, alle Habe und alle Güter raubten sie und verbrannten mit Feuer alle ihre Städte, wo sie wohnten, und alle ihre Zeltdörfer“. Moses, dem Heerführer, genügte das aber nicht. Er „wurde zornig“, weil alle Frauen noch lebten sowie die Knaben und schrie: „Warum habt ihr alle Frauen leben lassen?…So tötet nun alles, was männlich ist unter den Kindern, und alle Frauen, die nicht mehr Jungfrauen sind. Alle Mädchen, die unberührt sind, die lasst für euch leben… Und es betrug die Beute 675000 Schafe, 72000 Rinder, 61000 Esel. An Menschen aber 32000 Mädchen, die nicht von Männern berührt waren“. Erinnern wir uns: Dieser Moses hatte kurze Zeit vorher den Israeliten die „10 Gebote“ gegeben, von denen eines sagt: „Du sollst nicht morden!“ Diese Gesetze galten also offensichtlich nur gegenüber den eigenen Volksangehörigen.

In dieser Art verwüstete das „Volk Gottes“ zwischen 1250 und 1225 v.Ztdw. den grössten Teil Kanaans, mordete unter religiösem Geschrei wie „Schwert für den HERRN und Gideon !“ alle dort lebenden Heiden, schleppte – bestenfalls – Frauen und Kinder, stets aber die lebensnotwendigen Herden fort, beging die abscheulichsten Greueltaten und priess sie als Heldentaten, verbrannte Dörfer und Städte bis auf den Grund. Heutige Archäologen finden bei Ausgrabungen kanaanäischer Orte häufig eine dicke Ascheschicht, die von jener Vernichtung durch Feuer herrührt. So wurde Asdod an der wichtigen „Strasse am Meer“, eine der grössten Städte der Eisenzeit, später Hauptstadt des Fünfstädtebundes der Philister, um 1235 v.Ztw. von den Israeliten niedergebrannt. So überfielen sie Hazor, den bedeutendsten befestigten Platz Kanaans, so zerstörten sie Lachis und Debir. Der amerikanische Historiker Parkes stellt kühl fest: „It is true that there is ethnic intolerance all through Israel’s history“.

Manchmal rotteten sie ganze Stämme aus. Dazu hatten sie sich den heute noch gebrauchten – zuletzt 1933 gegen Deutschland ausgesprochenen und noch in Kraft befindlichen – „Bann“ (Cherem) ausgedacht. Den Feind wollen sie mit Verhängung des „Cherem“ als Ganzes ihrem Jehova weihen, als „Brandopfer“. Nichts soll von ihm übrigbleiben. Ausdrücklich befiehlt der HERR in diesen Fällen: „Du sollst nichts leben lassen, was Odem hat, sondern du sollst an ihnen den Bann vollstrecken, nämlich an den Hethitern, Amoritern, Kanaanitern, Peristitern, Hewitern und Jebusitern, wie dir der HERR, dein Gott, geboten hat, damit sie euch nicht lehren, all die Greuel zu tun, die sie im Dienst ihrer Götter getan, und ihr euch so versündigt an dem HERRN, eurem Gott“.

Wie kann es zu einer solchen, noch in die Jetztzeit reichenden (Cherem!) barbarischen Haltung kommen? Voraussetzung ist unstreitig der extremste Nationalismus der Antike, verbunden mit der ringsum fremden Einmaligkeit des jüdischen Monotheismus. Beide steigerten sich gegenseitig schon früh zu einem unduldsamen Hass gegen die übrige Menschheit sowie einem, auch in der Katastrophe des jüdischen Exils nie preisgegebenen Auserwähltheitsdünkel. Eine geistig religiöse Weiterentwicklung, so, wie sie das Heidentum – trotz christlicher Verfolgung – bis in die heutige Zeit und gerade in der heutigen Zeit durchmacht, gibt es bei vielen Anhängern Jehovas nicht. Der römische Geschichtschreiber Tacitus hält mit Rücksicht auf die religiöse Toleranz der Römer den Juden die „Hartnäckigkeit ihres Aberglaubens“ vor und bezeichnet sie im Judenkapitel seiner „Historien“ als „eine den Göttern verhasste Menschenart“ (genus hominum… invisum deis).

Die zweite Voraussetzung des israelitischen Fanatismus und der daraus entstandenen, in der Weltgeschichte einzigartigen Ausrottung einer Vielzahl anderer Völker, ist die vermeintliche Lasterhaftigkeit aller „Ungläubigen“, die das Land angeblich „unrein“ machen. „Denn alle, die solche Greuel tun, werden ausgerottet werden… ich bin der HERR, euer Gott“, sind die Worte Jehovas.

DieHeiden waren damals bereit, den Gott der Juden neben ihren Göttern zu dulden. Leider gereichte ihnen das regelmässig zum Verderben. Im „Buch der Richter“ schildert uns das Alte Testament fast ausnahmslos „Heilige Kriege“ gegen die Heiden, welche die Israeliten von 1200 bis 1050 v.Ztw. führten. Die Ruinen vieler wiederholt zerstörter Dörfer und Städte des 12. und 11. Jahrhunderts liefern noch heute einen entsprechenden archäologischen Kommentar dazu.

Das „Wort Gottes“ schildert im Buch Josua die „Landnahme“ der aus den Wüsten vordringenden Israeliten. Diese „Landnahme“ war ein solcher „Heiliger Krieg“. Geführt wurde er mit kaum zu übertreffender Brutalität. Die Bundeslade, Bürgschaft für Jehovas Gegenwart, begleitete die Metzeleien. Mit Hilfe der Bundeslade überquerte man den Jordan, sieben Tage trug man sie um das belagerte Jericho, wozu sieben Priester die Posaunen bliesen, bis man „an allem“ den Bann (Cherem) vollstreckte „mit der Schärfe des Schwerts, an Mann und Weib, jung und alt, Rindern, Schafen und Eseln“. Ebenso verfuhren Jehova und die „Kinder Israel“ mit all den anderen Städten, die sie in Schutt und Asche legten, mit Ai, mit Makkeda, Libna, Laschis, Eglon, Hebron, Debir, Hazor, Gibeon. Mit ermüdender Monotonie verkündet das „Wort Gottes“: … und liessen niemand übrig“, „… und liess niemand übrig“, „… und liess niemanden übrig“, „… und vollstreckte den Bann an allem, was Odem hatte“, „die ganze Beute dieser Städte und das Vieh teilten die Kinder Israel unter sich; aber alle Menschen erschlugen sie mit der Schärfe des Schwerts, bis sie vertilgt waren, und liessen nichts übrig, was Odem hatte“.

Nur manchmal machten sie „Friedensangebote“, bei Städten, wo sie nicht selbst siedeln wollten. Ihr Jehova wusste eine einfache Lösung für Frieden, und die ging so: „Wenn du vor einer Stadt stehst, so sollst du ihr zuerst den Frieden anbieten. Antwortet sie dir friedlich und tut dir ihre Tore auf, so soll das ganze Volk, das darin gefunden wird, dir frohnpflichtig sein und dir dienen“. Andernfalls freilich befiehlt Jehova, „sollst du alles, was Mannes darin ist, mit der Schärfe des Schwertes erschlagen“. Ist doch einfach, oder?

Zur Kriegführung hatten sie sich einiges ausgedacht: Spionage, Überrumpelung, Nachtmärsche, Nachtangriffe, Unterminierung der Stadtmauern, Eindringen durch Schächte, ballistische Wurfmaschinen und Steinschleudern. Streitwagen und Kavallerie hatten die Israeliten jedoch lange Zeit nicht. Als Nomaden wussten sie erstaunlicherweise mit Pferden lange Zeit nicht umzugehen. Josua und auch noch David liessen daher diesen Tieren, wenn sie sie erbeuteten, die Sehnen durchschneiden.

Das Buch, in dem solches steht und das einem Teil der Bevölkerung als „Gottes Wort“ eingeredet wird, darf in der BRD frei verkauft werden, es ist Heranwachsenden zugänglich, bei ihm will der Gesetzgeber nicht die Gefahr der „sozialethischen Verwirrung Jugendlicher“ sehen. Warum wohl? Weil in den Ausschüssen, die über die Jugendgefährdung eines Buches befinden – die Vertreter der Kirchen sitzen! Und über das eigene Verherrlichen von Verbrechen wird die Kirche natürlich nicht schlecht urteilen. Und das ist der eigentliche Skandal! Würde hingegen jemand – rein hypothetisch – schreiben: „Die Gesetze im Dritten Reich waren ihrer Zeit um hundert Jahre voraus“, würde er von den Sittenwächtern der „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften“ gejagt und zur Strecke gebracht werden. Zurück zur Bibel und unserem Untersuchungsobjekt, Jehova.

In der Königszeit dauerten die Kriege, Raubzüge, Überfälle unentwegt fort. Samuel, Israels letzter Richter und erster König, hatte die indogermanischen Philister bekriegt und nahezu vernichtet. Seinem Nachfolger Saul befahl er in Jehovas Namen: „So zieh nun hin und schlage Amalek (gemeint sind ganz allgemein „die Heiden“) und vollstrecke den Bann (Cherem) an ihm und an allem, was er hat; verschone sie nicht, sondern töte Mann und Frau, Kinder und Säuglinge, Rinder und Schafe, Kamele und Esel…“. Der eigentlich Skandal aber ist: Noch heute attestiert das bändereiche katholische „Lexikon für Theologie und Kirche“ diesem Völkermörder „Unbescholtenheit“ und rühmt: „Lauterer Eifer für die Theokratie, für Recht und Gesetz, steter Gehorsam gegen Gottes Willen zieren Sauls Charakter“. Nicht der damaligen Untaten wegen sind die heutigen Anhänger und Vertreter der jüdisch-christlichen Ideologie unsere Feinde! Ihre heutige Verherrlichung der damaligen Verbrecher, ihr Bekenntnis zur „Tradition“ jener Menschenverachtung, ihre Beschönigung der Barbarei, für die sie kein Wort des Bedauerns oder gar der Entschuldigung finden – von Wiedergutmachung ganz zu schweigen – verhindern jede Diskussionsbasis mit ihnen.

Saul (1020-1000 v.Ztw.), der erste König Israels – der eindeutig an Depressionen und Verfolgungswahn litt – knüpfte kräftig an die Tradition vom „Heiligen Krieg“ an. Laut Bibel kämpfte Saul „gegen alle seine Feinde ringsumher“, gegen Moabiter, Ammoniter, Edomiter, gegen König Zobas, die indogermanischen Philister und Amalektiter. Als er, natürlich auf Jehovas Befehl, alle Amalektiter, einschliesslich der Kinder und Säuglinge, ermorden liess, das beste Vieh aber schonte – somit den Bann (Cherem) nicht vollständig ausführte – erregte er den Zorn des altersschwachen Propheten Samuel und natürlich auch den des HERRN. Angeblich „zur Strafe“ wurde er von den Resten der Philistern beinahe vernichtend geschlagen und beging Selbstmord – der erste in der Bibel erwähnte Freitod.

Sein Nachfolger wurde David (übersetzt heisst der Name: Liebling Gottes). Er kaufte sich Sauls Tochter Mihal für den merkwürdigen Preis von hundert, den Philistern abgeschnittenen Vorhäuten (da wird sie sich aber gefreut haben). Er führte von 1000-961 v.Ztw. einen Krieg nach dem anderen, natürlich immer „gegen lauter Unterdrücker“. In seinem Danklied bekennt er: „Meinen Feinden jage ich nach und vertilge sie, und kehre nie um, bis ich sie umgebracht habe. Ich will sie zerstäuben und zertreten“. Der katholische Kirchenlehrer und „Heilige“ namens Ambrosius lobt ihn daher auch, denn er „fing nie einen Krieg an, ohne den HERRN zu Rate gezogen zu haben. Deshalb ging er aus allen Schlachten als Sieger hervor, die Hand bis ins höchste Greisenalter am Schwerte…“. Als erprobter einstiger Hauptmann einer Räuberbande ging David, der von einem anderen katholischen Kirchenlehrer, dem „Heiligen“ Basilius, gelobte „hochgemute Kriegsheld“, besonders gründlich vor. „So oft David das Land überfiel, liess er weder Mann noch Frau am Leben“, rühmt die „Heilige Schrift“. Die gesamte jüdische, christliche und erstaunlicherweise auch islamische Theologie sind voll des Lobes und der Verehrung dieses „Bluthunds“ – wie er mehrfach in der Bibel tituliert wird. Und auch der HERR bestätigt anerkennend: „Du hast viel Blut vergossen und grosse Kriege geführt“. Doch immer geschah alles MIT GOTT! Und daher heisst es mehrfach: „Der HERR half David, wo er auch hinzog“, so, nachdem David „zweiundzwanzigtausend Aramäer“ erschlug, so, nachdem er „achtzehntausend Edomiter“ erschlug. Alles immer MIT GOTT, denn „ich bin bei dir gewesen, wo du auch hingegangen bist, und habe deine Feinde ausgerottet vor dir her und dir einen Namen gemacht, wie die Grossen auf Erden Namen haben“ – die grossen Verbrechergestalten, sagen wir Heiden, aber das steht nicht in der Bibel.

„Bluthund“ David freilich attestiert sich selbst „Gerechtigkeit, Reinheit“. „Ich handle umsichtig und redlich. Ich nehme mir keine bösen Sachen vor. Ich halte die Wege des HERRN, ich bin ohne Tadel vor ihm“. Noch in seinen letzten Worten erscheint David sich rein „wie das Licht des Morgens, wenn die Sonne aufgeht, am Morgen ohne Wolken“.

Unter Davids Herrschaft entstand Gross-Israel, das zum grössten Land zwischen Ägypten, Mesopotamien und der Türkei wurde. Er schlug die Philister so vernichtend, dass sie danach nicht mehr in der Bibel erwähnt werden. Dies gelang ihm, nachdem er das Vertrauen und die Gastfreundschaft des Philisterkönigs Achis von Gath, der ihm 16 Monate lang Schutz vor Saul gewährt hatte, zum Ausspionieren der Philisterstädte nutzte. Er schaffte den Kern eines Berufsheeres und verschärfte entscheidend den Jahwe-Glauben, indem er diesen zur allein geduldeten Staatsreligion machte.

Wie aber Jehova den „Bluthund“ David preist, weil er „meine Gebote hielt und mir von ganzem Herzen nachwandelte, dass er nur tat, was mir wohlgefiel“, und wie David sich selber preist, so preist ihn fort und fort – und das noch heute – der christliche Klerus. Dieser hat es durch die Jahrhunderte mit allen grossen Verbrechern der Geschichte gehalten, wenn und solange sie ihm nützten. Das ist auch heute noch so und das ist der eigentliche Skandal!

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David nützte den Jehovasdienern und so machten sie ihn zum Vorbild für Jahrtausende: Weil er treu zu Jehova stand, für den HERRN gern Kriege führte, seine Kriegsbeute „heiligte“, sie für den Tempel (und damit für den Klerus) bestimmte, „auch das Silber und Gold, das er den Heiden abgenommen hatte, den Edomitern, Moabitern, Ammonitern, Philistern und Amalektitern“, und weil er alles, was gegen Jehova und seine Diener war, zum Verstummen brachte. „Den Bösen kann ich nicht leiden… Jeden Morgen bring ich zum Schweigen alle Gottlosen im Lande, dass ich alle Übeltäter ausrotte aus der Stadt des HERRN“. So passte es dem Klerus zu allen Zeiten.

Davids Grossreich hielt nicht lange. Im Jahre 926 v.Ztw. wurde es in das Südreich Juda und das Nordreich Israel geteilt. Jetzt bekam Jehova erst richtig zu tun, denn es war klar, dass beide Teile übereinander herfielen und sich – immer in Jehovas Namen und mit seinem Segen – bekriegten (Wir kennen das aus dem dreissigjährigen Krieg). Er musste ständig die Seiten wechseln – das strengt an. Machtkämpfe, Staatsstreiche und Kriege rissen nicht ab. Es war Krieg zwischen den Königen Rehabeam und Jerobeam, und es war Krieg zwischen Asa und Baesa. Blut floss dabei angeblich wie Wasser. Das Nordreich Israel schaffte es mit Jehovas Hilfe einmal, fünfhunderttausend Leute des Südreichs Juda zu erschlagen. Dann wechselte Jehova die Fronten, denn das Südreich Juda überfiel das Nordreich Israel und zahlte es jenem erfolgreich im Namen des HERRN heim.

Fast die Hälfte aller israelitischen Könige starb eines unnatürlichen Todes, weil sie von ihren jeweiligen Gegnern ermordet wurden. Und das, obwohl sie doch alle glühende Anhänger Jehovas waren. Das liest sich dann so:

Asarja, König von Juda regierte nur sechs Monate, denn Schallum, sein Gegner, schlug ihn tot und wurde König an seiner statt. Aber Schallum regierte nur einen Monat, denn Menahem schlug Schallum tot und wurde König an seiner statt. Menahem, der bei der Eroberung der Stadt Tiphsachs „alle Schwangeren aufschlitzen liess“, hielt sich immerhin mit Jehovas Hilfe ein Jahrzehnt und starb friedlich. Sein Sohn Pekachja freilich herrschte wieder bloss zwei Jahre, dann machte Pekach eine Verschwörung und schlug ihn tot und wurde König an seiner statt. Nach zwanzig Jahren rebellierte Hosea gegen Pekach und schlug ihn tot.

Als Baesa den israelitischen König Nadab aus dem Hause Jerobeam (910-909 v.Ztw.) erschlagen hatte, „erschlug er anschliessend das ganze Haus Jerobeam. Er liess auch nicht einen übrig vom Hause Jerobeam, bis es ganz vertilgt war nach dem Worte des HERRN“. Nach ihm ergriff sein Sohn Ela das Staatsruder; allerdings nur für zwei Jahre, denn sein Knecht Simri schlug ihn tot und wurde König an seiner statt. Simri liquidierte nun „nach dem Worte des HERRN“ in Martin Luthers plastischem Deutsch, „das gantze haus Baesa/ und lies nicht uber auch nur einen der an die wand pisset“.

Doch Simri sass nur sieben Tage auf dem Thron, dann wurde er im Turm des Palastes verbrannt, denn Omri erhob sich zum König. Omri war einer der fähigsten Könige, denn er festigte erst einmal das Nordreich und begründete eine Dynastie, die sich immerhin 40 Jahre hielt. Über Omri und seinen Sohn Ahab, berichtet das Alte Testament verständlicherweise nicht viel, denn beide übten religiöse Toleranz, insbesondere gegenüber dem aufkommenden Kult des Baal, taten also wieder das, „was dem HERRN missfiel“. Natürlich wurde die tolerante Dynastie Omri/Ahab liquidiert und ausgerottet. Dabei taten sich der Prophet Elia als Hetzer und der Armeegeneral Jehu als Mörder besonders hervor. Denn der HERR gebot: „Du sollst das Haus Ahabs, deines Herrn, schlagen… Und ich will von Ahab ausrotten, was männlich ist, bis auf den letzten Mann … Und die Hunde sollen seine Königin Isebel fressen, auf dem Acker…“. Erst tötete Jehu alle 70 Söhne Ahabs, deren Köpfe man ihm in Körben übersandte, dann „erschlug Jehu alle Übriggebliebenen vom Hause Ahab, alle seine Grossen, seine Verwandten und seine Priester, bis kein einziger übrigblieb“. „Ergreift sie lebendig! Und sie ergriffen sie lebendig und töteten sie bei dem Brunnen von Beth-Eked, zweiundvierzig Mann, und er liess nicht einen einzigen von ihnen übrig“. Elisa, der Nachfolger des berüchtigten Propheten Elia – heute noch von den Katholiken als „Hersteller der Herzensreinheit in den Familien“(!) verehrt (Hamp), liess am Bach Kison sämtliche heidnischen Baalspriester abschlachten, „vierhundertfünfzig Mann“ laut Bibel, einer der „Höhepunkte seiner Lebensbahn“. König Jehu wollte dem nicht nachstehen. Er ludt Baals sämtliche Anhänger zu einem „heiligen Fest, denn ich habe ein grosses Opfer dem Baal zu bringen“ – und befahl dann seinen Schergen: „Geht hinein und erschlagt jedermann; lasst niemand entkommen! Und sie schlugen sie mit der Schärfe des Schwertes“. Anschliessend erhielt er von Jehova grosses Lob: „Weil du willig gewesen bist, zu tun, was mir gefallen… sollen dir auf dem Thron Israels sitzen deine Söhne bis ins vierte Glied“. Der Mörder Jehu selbst drückte diesen Thron 28 Jahre lang.

Die Massaker gingen weiter bis zum Jahre 772 v.Ztw. Da kassierten die Assyrer im ersten Ansturm das Nordreich Israel und 597-587 eroberten die Babylonier das Südreich Juda, Jerusalem wurde erstürmt, der Tempel zerstört. Die Oberschicht und die Handwerker wurden deportiert, nur vom „niederen Volk“ ein Teil zurückgelassen, „Weingärtner und Ackerleute“. Die Zerstreuung der Israeliten über ganz Kleinasien begann. Im Jahre 538 v.Ztw. erlaubte der heidnische, babylonische König Kyros die Rückkehr nach Palästina. Nur ein kleiner Teil machte Gebrauch davon. Ab jetzt werden die Israeliten „Juden“ genannt. Bald darauf wurde Babylon von den Persern erobert und 200 Jahre später existierte auch das persische Reich, das bis dahin grösste der Welt, nicht mehr. Es wurde Beute der Makedonier unter Alexander dem Grossen. Dann drangen die Römer vor und beerbten die untergehenden antiken Reiche, gelangten somit in den Besitz Palästinas.

Nach der Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft bauten die Juden den Tempel, den „zweiten Tempel“ wieder auf, 515 v.Ztw. weihten sie ihn ein. Die Priesterkaste war rasch wieder die mächtigste und reichste Macht im Lande, der Hohepriester wurde der Führer Judas. Der „Bund mit Jahwe“ wurde erneuert, allerdings war der „Neue Bund“ nur ein übler Aufguss des alten: „Die Heiden sollen erfahren, dass ich der HERR bin“. Man predigte weiter die Exclusivität, die religiöse Unduldsamkeit, den nationalen Ungeist, den totalen Sieg Jahwes, die Errichtung des „Gottesreichs“ auf Erden. Besonders tat sich der Prophet Esra hervor. Er hatte natürlich „die Hand des HERRN“ über sich und erlässt Bestimmungen, die schärfer sind als die Nürnberger Gesetze 1935 : Alle fremden Frauen und Kinder sollten aus den Häusern der Juden verstossen, ausländische Einflüsse unterbunden werden. „Haupthaar und Bart“ raufte sich Esra wegen der Mischehen, warf sich auf die Knie, betete, weinte und beschwor die Juden: „Ihr habt dem HERRN die Treue gebrochen… scheidet euch von den fremden Völkern des Landes und von den fremden Frauen. Er kämpfte für Rassereinheit, wusste aber nicht, dass die Juden schon damals nicht mehr „reinrassig“ werden konnten. Jahrhundertelang hatten sie sich mit den geraubten Frauen und Mädchen der besiegten Heiden vermischt.

Für den Verfall der ehemaligen israelischen Macht hat Esra die Erklärung bereit, die auch heute noch alle Pfaffen für Katastrophen bereithalten: „Um unserer Missetaten willen sind wir und unsere Könige und Priester von Jehova in die Hand der Könige der (fremden) Länder gegeben worden, ins Schwert, ins Gefängnis, zum Raub und zur Schmach, so wie es heute ist“. Nur sehr vorsichtig wird jetzt, unter der Fremdherrschaft, der Hass auf die Heiden artikuliert: „Und lasst sie nicht zu Frieden und Wohlstand kommen ewiglich, damit ihr mächtig werdet und das Gut des Landes esst und es euren Kindern vererbt auf ewige Zeiten“.

Es war ja auch wirklich zum Haare ausraufen: Abraham, der „Stammvater“, „trotz seiner Vorhaut“ in der Gunst des HERRN stehend, hatte die Ägypterin Hagar als Nebenfrau genommen, seine Hauptfrau Sarah war zuerst eine Götzenanbeterin gewesen. Beider Sohn Isaak hatte eine Vollblutheidin geheiratet, Rebekka. Beider Sohn Jakob hatte die fremdstämmige Bilha und zusätzlich noch die Heidin Silpa geheiratet. Moses selbst hatte eine dunkelhäutige Äthiopierin genommen – angeblich mit Billigung Jehovas. Abertausende von israelischen Kriegern hatten eine oder mehrere fremdrassige Beutenebenfrauen von den Kriegszügen mitgebracht.

Auch Nehemia, der Nachfolger Esras, verteufelte die herrschende Liberalität: „Und ich schalt sie und fluchte ihnen und erschlug einige Männer und packte andere an den Haaren und beschwor sie bei Gott… So reinigte ich sie von allem Ausländischen…“ – um das „Gottesvolk“ zu bilden und den Glauben an die „Auserwähltheit vor anderen Völkern“ zu festigen. Das war der eigentliche Grund dieser Absonderungsvorschrift.

Esra und Nehemia hatten Erfolg. Die Mischehen wurden gelöst, die fremden Frauen samt Kindern verstossen. Priester mussten anhand der Geschlechtsregister ihre jüdische Abstammung nachweisen. Dabei hatte Jehova einst, entgegen seinem noch früher ergangenen Befehl, selbst die Ehe mit kriegsgefangenen Ausländerinnen gestattet, ja sogar geraten, „ein schönes Mädchen“, dessen Vater und Mutter man gerade erschlagen hatte, zu heiraten, wenigstens solange, bis man „keinen Gefallen mehr“ an ihr hatte. Seit Esra’s Zeit bis heute sind Mischehen im Judentum verpönt.

Nehemia stachelte den jüdischen Nationalismus an. Eindrucksvoll erinnerte er an die Vergangenheit der Vorfahren: „Und du gabst ihnen Königreiche und Völker… Und du demütigtest vor ihnen die Bewohner des Landes, das du unseren Vätern gegeben hast… siehe, in ihm sind wir Knechte“. Die von Nehemia bejammerte „grosse Not“ betraf allerdings nur die politische Ohnmacht des Judentums nach der Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft. Denn der herrschenden Klasse, den Priestern – zu allen Zeiten die Profiteure in Katastrophen – ging es glänzend. Die griechischen Historiker Hekataios und Aristeas, die um 300 v.Ztw. Palästina bereisten, bestaunten den Pomp und die Pracht mit der die rund 700 Tempelpriester und vor allem der Hohepriester in Jerusalem auftraten. Ein anderer Schriftsteller beschreibt um 170 v.Ztw. dies Gepränge so: „Wie herrlich war er… wie der Morgenstern zwischen den Wolken… wie die Pflanzenpracht des Libanon… rings um ihn der Kranz seiner Söhne wie Zedernschösslinge… Dann beeilte sich das ganze Volk allzumal und fiel auf sein Angesicht… Dann stieg er herab und erhob seine Hände… und der Segen des Herrn war auf seinen Lippen“. Erinnert uns das nicht an einen Papstauftritt von heute?

Der Klerus sorgt in erster Linie immer wieder für sich selbst – durch „göttliche“ Befehle, versteht sich: „Das Beste von den Erstlingen deines Feldes sollst du in das Haus des HERRN, deines Gottes bringen“. „Alles Beste vom Öl und alles Beste vom Wein und Korn, die Erstlingsgabe, die sie dem HERRN bringen… alles, was zuerst den Mutterschoss durchbricht, es sei Mensch oder Vieh…“. „Bringt aber den Zehnten in voller Höhe in mein Vorratshaus“… „Und dass niemand vor mir mit leeren Händen erscheine!“ So heisst es im „Wort Gottes“.

In Nichts stehen die heutigen christlichen Kleriker ihren jüdischen Amtsinhabern nach. 13 Milliarden DM lassen sie derzeit jährlich als Kirchensteuer eintreiben. Mancher Heide glaubt, er finanziere durch Austritt aus der Kirche diese Organisation nicht mehr. Doch der Skandal ist: Fast die gleiche Summe erhalten die Kirchen noch einmal als verdeckte staatliche Zuwendungen aus dem allgemeinen Steueraufkommen , über die nicht geredet wird, die aber auch von den aus der Kirche Ausgetretenen erbracht werden müssen. Einmalig in der Welt ist es, dass diejenigen, die mit der Kirche nichts zu tun haben wollen, diese Organisation auch noch mitfinanzieren müssen! Die Streichung der Kirchensteuer und der verdeckten Zuwendungen würde ein Sparpotential von derzeit rund 30 Milliarden DM freimachen. Heidnische Glaubensgemeinschaften kosten den Staat nichts. Von unseren ethischen und moralischen Kategorien im Vergleich zum Jehova-Glauben wollen wir in diesem Zusammenhang garnicht reden.

Kehren wir zu Jehova und seinem Volk, das sich so eng mit dieser Scimäre verbunden hat, zurück. Der Rest ist schnell erzählt: Nach der Eroberung Palästinas durch Alexander den Grossen (332 v.Ztw.) herrschte hier die judenfreundliche makedonische Dynastie der Ptolemäer. Ihnen folgte die eher judenfeindliche Dynastie der Seleukiden. Durch sie kam der Hellenismus ins Land. Die Oberschicht der Juden beschäftigte sich nun allmählich mit der weitaus überlegenen, antiken, griechischen Kultur und begann, sich zunehmend als „Weltbürger“ zu fühlen. Das Proletariertum und einige besondere Zirkel allerdings pflegten ihre Abgeschlossenheit und den „heiligen Samen“ der Verblichenen. Von Regierungsseite aus wurde versucht, aus Jerusalem eine griechische polis (Stadt) zu machen um die hier herrschenden, alttestamentarischen Zustände zu beseitigen und eine Zivilisation wie in den übrigen griechischen Städten in Alexanders Reich aufzubauen. Von jüdischer Seite gab es dagegen erbitterte Widerstände. Der energische Seleukidenkönig Antiochus IV. wollte den Widerstand brechen. Mitten im jüdischen Tempel errichtete er einen Zeus-Altar (168 v. Ztw.), untersagte die jüdische Religion und brannte die Stadt nieder. Vorher raubte er noch den Tempelschatz. Sein Ziel, das Judentum auszutrocknen, erreichte er nicht. Aufstände brachen aus, der jüdische Nationalismus erstarkte wieder, ein „Glaubenskrieg“ begann.

Antiochus IV. widerrief nun das Religionsverbot und begann eine Politik der Beschwichtigung, aber es war zu spät. Die Aufständischen, Makkabäische Brüder genannt, gingen darauf nicht ein, sondern weiteten ihren „Heiligen Krieg“ zu einer Art Fortsetzung der Greuel während der „Landnahme“ aus. „Der Sammelpunkt jener Freiheitskämpfer war der Altar des Herrn, und ihre Losung: „Jahwe mein Panier“, schwärmte Kardinal Faulhaber noch vor einigen Jahren von den Makkabäern. Kurz, alle Mordlust und Rachsucht resultierten „aus der Frömmigkeit“ (Wellhausen).

Diese als Makkabäer-Aufstände bezeichneten Überfälle, Brandschatzungen, Verwüstungen und Mordtaten von unvorstellbarer Grausamkeit, endeten mit der Ausrottung der „gottlosen“ Heiden in ganz Israel. Ganz besonders verfolgt wurden die Samariter, ein jüdisch-heidnisches Mischvolk, das die orthodoxen Juden hassten, wie niemand anders. Samaria, Hauptstadt einst des Nordreichs Israel unter König Omri, galt stets als Rivalin Jerusalems. Die Samariter selbst waren zwar jüdischen Glaubens, aber nur in abgewandelter Form. Sie erkannten aus der „Heiligen Schrift“ nur den Pentateuch, die fünf Bücher Mose, an. Hundert Jahre dauerten die Makkabäer-Kriege bis im Jahre 64 v.Ztw. die Römer Palästina eroberten und dem Spuk ein Ende machten.

Die katholische Kirche nennt noch heute die makkabäischen Brüder trotz oder vielleicht wegen ihrer besonderen Grausamkeiten „heilige Krieger“. Sie verdienen nicht nur „von allen geehrt zu werden“, so der Kirchenlehrer Gregor von Nazianz, „vielmehr sollen jene, die ihr Lob singen und jene, die ihr Lob hören, ihre Tugenden nachahmen und, durch die Erinnerung an sie angetrieben, es ihnen gleichtun“. Und Augustinus rühmt die makkabäischen Brüder, die „noch vor der Ankunft Christi im Fleische für das Gesetz Gottes bis zur Hingabe ihres Lebens stritten“. Sie wurden zu Symbolen der „ecclesia militans“, ihre hochverehrten „Reliquien“ nach Konstantinopel, nach Rom und unvermeidlicherweise auch nach Köln in die Makkabäerkirche gebracht. Auf dem Konzil von Trient (16. Jahrhundert) wurden die beiden Bücher der Makkabäer endgültig als zur „Heiligen Schrift“ zählend anerkannt. Und noch im 20. Jahrhundert nennen sich mehrere besonders militante jüdische Organisationen „Makkabi“. Das derzeit gültige katholische Lexikon für Theologie und Kirche nennt sie „Vorkämpfer des Monotheismus“, die kath. Kirche begeht das Fest dieser „Heiligen“ am 1.August, der katholische Theologe Jean Danielou schrieb 1955 ein Buch über „Die heiligen Heiden des Alten Testaments“ – Sie haben richtig gelesen. Ja, das gibt es tatsächlich! „Heilige Heiden“, die vor der Geburt des umstrittenen „Christus“ gelebt haben. Wir, die wir die Logik zur Grundlage unserer Überlegungen machen, werden es nicht fassen, aber es gibt schon viele Jahrhunderte lang alttestamentarische Heilige wie einen „Heiligen Abel, Henoch, Daniel, Noe, Job, Melchisedech, Lot“. Letzterer hatte, wenn auch angetrunken, mit seinen Töchtern Blutschande getrieben und dies so erfolgreich, dass beide schwanger wurden (1.Mos.19,30ff). Die heutige (!) katholische Theologie nennt Lot einen „Repräsentanten des gewöhnlichen Lebens, auch ein Vorbild der Reinheit. Sein Beispiel hat exemplarischen Wert“. Noch Fragen ?

Keine andere Figur hat die Weltgeschichte der vergangenen drei Jahrtausende so ungünstig beeinflusst wie „Jehova“. Die blutigste Spur, quer durch die Jahrhunderte, wurde in seinem Namen gezogen, Millionen Menschen in seinem Namen umgebracht, durch Mühe und Fleiss erworbene Vermögen in seinem Namen geraubt. Jehovas Anhängerschaft ist fast genauso gross wie die Unkenntnis über den Charakter dieses Kunstprodukts, wahrscheinlich weil die wenigsten sich mit ihm eingehender befasst haben. Wie es aussieht, wird das noch lange Zeit so bleiben. Da unsere Menschenart ganz besonders darunter gelitten hat, kann es sinnvoll sein, sich etwas näher mit ihm zu beschäftigen.

Um die Zeitenwende herum wurde der Krieg gegen das heidnische Rom mit äusserster Wildheit und Grausamkeit geführt, „Gottes messianisches Königtum“ wurde von vielen damaligen Juden angestrebt, die „Erlösung“ von der römischen Besatzungsmacht erhofft. Allerlei apokalyptisches Gemunkel von der Ankunft eines Messias, und der Glaube, „einer der Ihrigen werde die Weltherrschaft“ ergreifen, beflügelte die Aufständischen. Diese Situation bot ein reiches Betätigungsfeld für allerlei Gaukler, Wundertäter, Gottessöhne, Propheten und sich „Messias“ nennende „Erlöser“. Der zeitgenössische jüdische Geschichtsschreiber Flavius Josephus berichtet von ihnen. Auch war das damalige Judentum untereinander recht zerstritten. Eine Gruppierung, die Essener Juden, könnten einen Rabbiner gehabt haben, der dem Apostel Paulus später als Vorlage für seine Erfindung eines „Christos“ gedient hat.

Aber noch war es nicht soweit. Noch stand der Kampf gegen die römischen Besatzer im Vordergrund. Besonders hervor taten sich dabei die Zeloten, auch „Messermänner“ genannt. Ihre Spezialtät war es, unliebsamen Zeitgenossen am hellichten Tage ein kleines, gebogenes Messer in den Rücken zu stossen und sich dann an den Kundgebungen des Unwillens über diese Mordtaten lautstark zu beteiligen. Schliesslich gelang es den Zeloten, den sogenannten „Bellum Judaicum“ (66-70) zu inszenieren, einen so blutigen Krieg gegen die Römer, dass diese selbst militärisch stark strapaziert wurden. Mit der Abschlachtung einer zahlenmässig kleinen römischen Besatzung in der Burg von Jerusalem begannen die Zeloten und machten mit Massakern gegen fast alle Minderheiten in ganz Judäa weiter. Daraufhin schickten die Römer ihren Feldherrn und späteren Kaiser Titus Flavius Vespasian und begannen systematisch, Palästina wieder fest in ihre Hand zu nehmen. Nur in Jerusalem herrschte noch purer Terror, jeder versuchte jeden umzubringen. Im Herbst des Jahres 70 setzte Vespasians Nachfolger Titus dem Treiben ein Ende. Bis auf die Grundmauern wurde der „zweite Tempel“ niedergebrannt, Jerusalem wurde ein einziger Trümmerhaufen. Schwerste Steuern belasteten das Land, Räuberbanden machten alles unsicher.

Das religiöse Leben unter der Leitung von 72 Schriftgelehrten aber blühte, denn römischerseits „scheute man davor zurück, dem jüdischen Jehova-Glauben als solchem den Krieg zu erklären“ (Mommsen). Wenige Jahre später erhielt man die Quittung dafür. In einem „Endkrieg Gottes“ erhoben sich die Zeloten erneut. Ihr „König“ und „Messias“ Lukuas Andreas liess in der Kyrenaika angeblich 200000 Nichtjuden umbringen, auf Zypern sollen sogar 240000 Nichtjuden von den Zeloten ermordet worden sein. Als Rache dafür liessen die Römer in Ägypten alle Juden Alexandriens ermorden und Kaiser Hadrian, ein Freund der römischen Götter, errichtete in Jerusalem ein Jupiterheiligtum sowie einen Tempel der Venus. Daraufhin eskalierte der Jüdische „Endkrieg“ unter Ben Kozeba (Bar Kochba) so sehr, dass Kaiser Hadrian vier Legionen, eine grosse Flotte und seinen besten General, Julius Severus, schicken musste. Dieser zerstörte 50 Festungen sowie 985 Dörfer und machte den grössten Teil der männlichen Bevölkerung nieder, Frauen und Kinder wurden in die Sklaverei verkauft oder vertrieben. Die Zerstreuung der Juden in alle Teile des römischen Weltreichs wurde ausgeführt. Kein Israelit durfte Jerusalem betreten, erst ab dem 4. Jahrhundert durften die Juden alljährlich am 9.Aw den Untergang ihrer „Heiligen Stadt“ beweinen.

Fast zweitausend Jahre Exil folgten – aber am 14. Mai 1948 bildeten sie wieder einen jüdischen Staat, den sie heute „Erez Israel“, Gross-Israel, nennen, und der heute im Besitz von Atomwaffen ist, ohne dass ihre Regierung den Atomwaffensperrvertrag je unterschrieben je hätte, ohne dass je eine Kontrollbehörde sich mit den israelischen Atomwaffen befasst hätte – was wir bei manchen Überlegungen berücksichtigen sollten…

Das geistige Klima in diesem heutigen jüdischen Staat wird deutlich, wenn man sich ein Interview des auch hierzulande bekannten israelischen Schriftstellers Ephraim Kishon ansieht, veröffentlicht in der österreichischen Zeitung „Kurier“ vom 25.10.1976:

„Ich bin Jude, nationalistisch, extremistisch, chauvinistisch, militaristisch. Und wem das nicht gefällt, der braucht meine Bücher nicht zu lesen… Wer antiisraelisch eingestellt ist, ist ein Antisemit. Das ist der alte zweitausendjährige Schlüssel“.

Wir können für die Zukunft wohl noch einiges erwarten…

Die Behauptung, Jehova sei eine Erfindung der Phantasie, ruft erboste Reaktionen beim jüdischen und christlichen Klerus hervor. Bekanntlich verlangen beide von ihren Gläubigen, dass diese an einen „persönlichen“ Gott, also einen Gott als Person, glauben müssen. Sie übersehen dabei, dass sie die Beweise für ihre Jehova-Erfindung selbst liefern:

Sie wissen über Jehova alles ganz genau, sie kennen alles, was er denkt, was er gesagt hat, seinen Willen, seine Massnahmen, so, als hätten sie ständigen persönlichen Kontakt mit ihm. Den haben sie natürlich nicht. Ständigen Kontakt haben sie mit ihren eigenen Gedanken. Aus diesen Gedanken formene sie sich die Worte ihres Gottes, und aus diesen Worten werden ihre Taten. Ihre Taten aber enthüllen uns ihren pfäffischen Charakter, auch wenn sie uns ihr schändliches Tun als „von Gott gewollt“ anpreisen.

Die Menschen haben und hatten zu allen Zeiten ein mehr oder minder starkes religiöses Bedürfnis. Auch gibt es individuelle Unterschiede, der eine bindet sich stärker an übergeordnete Normen, der andere schwächer. Heiden binden sich an die Gesamtheit der Natur, Juden und Christen verpflichteten sich – nicht immer freiwillig! – einer priesterlichen Erfindung, jenem „Jehova“. Dieser hat tatsächlich nur einige Dinge zu bewirken: Die Sicherung des Unterhalts einer sich als „Mittler zu Gott“ ausgebenden Kaste, die in schamloser Weise das natürliche, religiöse Empfinden der Bevölkerung ausnutzt. Des weiteren hat dieser Jehova zu bewirken die Durchsetzung von Machtansprüchen, die diese Kaste sich ausgedacht hat und weiterhin beansprucht. Und letztendlich soll die Jehova-Erfindung den Blick dafür verschleiern, dass in Wirklichkeit kein Mensch eines Priesters, Rabbis, Mittlers oder Tempeldieners bedarf, wenn er seine religiösen Vorstellungen in Freiheit ausleben will.

Der jüdische und christliche Klerus liefert noch andere Beweise dafür, dass ihr „Gott“ Jehova nur eine Erfindung ihrer Phantasie ist. Bekanntlich besitzen beide das „Wort Gottes“ und preisen es jedem, der es hören oder nicht hören will, an. Nun darf man wohl erwarten, dass das Wort Gottes, wenn es von einem angeblich „ewigen“ Gott einmal ausgesprochen wurde, unverrückbar fest steht und alle Zeiten überdauert. Dem ist beim jüdisch-christlichen „Wort Gottes“ nicht so. Der jüdische und der christliche Klerus, allen voran die Evangelische Kirche Deutschlands, ändern von Zeit zu Zeit nach Bedarf das „Wort Gottes“. So stehen in einer Luther-Bibel des 16. Jahrhunderts andere Dinge – nicht nur dem sprachlichen Ausdruck nach, sondern vor allem dem Sinn nach – als in einer Bibel der Jetztzeit. Wie kommt das?

Wenn wir einmal analysieren, was dieser Jehova sagt, was er tut, wie er sich darstellt, welche Vorstellungen die Menschen von ihm gewinnen müssen, dann fällt das Ergebnis geradzu deprimierend aus. Jehova ist seinen Aussagen und Taten zufolge ein Monster im wahrsten Sinne des Wortes. Hass, Rachsucht, Mordlust, Bestialität, Eifersucht, Neid – alles was den niedersten Instinkten menschlicher Phantasie entspringt, ist Kennzeichen dieses Gebildes. Vor einer solchen Fiktion – vor allem wenn sie ihnen noch als Realität eingeredet wird – können normale Menschen nur in Angst leben. Sympathisch kann ein solches Wesen nicht sein. Und nun müssen die klerikalen Vertreter dieses Monsters sehen, dass seit fast hundert Jahren eine Strömung bei unseren Menschen entsteht, die weg von diesem barbarischen Aberglauben, hin zu nüchterner, sachlicher, naturwissenschaftlicher Beurteilung zielt. Das sich allmählich festigende Heidentum, mit der bewussten Freilegung geistiger Kräfte, wie sie schon bei unseren Vorfahren vorhanden waren, ist nur die Speerspitze dieser Entwicklung.

Mit rattenhaftem Instinkt hat die Evangelische Kirche erkannt, dass hier eine Gefahr für ihr „Wort Gottes“ entsteht, und sie hat bereits mit der Abwehr begonnen. Gefährlich wird es nämlich für die Bibel dann, wenn der Schmutz und Schund, die Abartigkeiten und die Verkommenheit der Handelnden und ihre kriminelle Energie, die in dieser „heiligen“ Schrift als etwas Vorbildliches, Besonderes, Auserwähltes dargestellt wird, an den einfachen, klaren, ethischen Grundsätzen des Heidentums gemessen werden sollten. Und das wird ganz sicher geschehen, je mehr das Heidentum ins öffentliche Bewußtsein tritt. Jehova würde dann als das dastehen, was er ist: Die Erfindung einer eifernden, kriegslüsternen, alttestamentarischen Priesterkaste, die mit Hilfe dieser Kunstfigur es über die Jahrtausende verstanden hat, ihre Ziele hinterlistig und brutal zugleich durchzusetzen – ohne Rücksicht auf das Leben von Millionen von Menschen. Mit Sicherheit würden sich diejenigen, die das erkennen, von Jehova abwenden, ihn und sein Bodenpersonal gar verachten, er würde ins Hintertreffen geraten und ganz abgelehnt werden und seine „heilige Schrift“, das „Wort Gottes“ würde vielleicht dort landen, wo es schon längst hingehört – auf dem Müll der Geschichte.

Was also tun seine Anhänger? Sie fälschen zunächst ihr jahrtausendelang den Menschen eingebleutes „Wort Gottes“, entschärfen und „schönen“ die besonders widerwärtigen, brutalen und unmenschlichen Stellen. Ein Beispiel:

Jehova, der Gott des Alten Testaments – in gewohnter Kontinuität auch der Gott der christlichen Jahrtausende – bringt, weil sie die Bundeslade angeschaut hatten, 50070 Menschen um. Martin Luther übersetzte das als „funffzig tausend und siebenzig Man“. Die Evangelische Kirche Deutschlands macht in ihrer „Lutherbibel“ daraus ganze „siebzig Mann“(!). Das klingt besser, harmloser, auch wenn man den übrigen Fünfzigtausend damit die Ehre abschneidet. Die sind ja lange schon tot und hauen den Fälschern nicht mehr auf die Finger.

Noch ein Beispiel:

Bis zum Jahre 1963 las man in jeder Bibel die Textstelle „2.Buch Samuel l2,31“ so:

„Aber das (feindliche) Volk drinnen führte er (David) heraus und legte sie unter eiserne Sägen und Zacken und eiserne Keile und verbrannte sie in Ziegelöfen. So tat er allen Städten der Kinder Ammon. Da kehrte David und alles (jüdische)Volk wieder gen Jerusalem“.

Luther selbst hatte so übersetzt:

„Aber das Volck drinnen füret er eraus/ und legt sie unter eisern segen und zacken/ und eisern keile/ und verbrand sie in Zigelöfen „.

Die vom Rat der EKD im Einvernehmen mit dem Verband der Evangelischen Bibelgesellschaften in Deutschland 1956 und 1964 genehmigte, 1971 gedruckte Bibel, die in dreister Weise die Unterzeile trägt „Nach der deutschen Übersetzung Martin Luthers“ gibt diese Stelle jetzt so wieder:

„Aber das Volk darin führte er heraus und stellte sie als Fronarbeiter(!) an die Sägen, die eisernen Pickel und an die eisernen Äxte und liess sie an den Ziegelöfen arbeiten(!) „.

Ein Verbrechen, einen Mord machen sie zu einer blossen Zwangsarbeit. Sie schämen sich nicht, diese Fälschung als „Nach der deutschen Übersetzung Martin Luthers“ zu bezeichnen, denn der tote Reformator kann sich ja gegen diese Unterschiebung auch nicht wehren und die von David bestialisch umgebrachten Heiden scheinen für die EKD nur gewöhnlicher Dreck zu sein.

Auch die entsprechende Stelle des Ersten Buches der „Chronik 20,3“ lautet nach der Übersetzung Martin Luthers so:

„Aber das volck drinnen füret er eraus/ und teilet sie mit Segen/ und eisern Hacken und Keilen“.

Die EKD fälscht diese Stelle um in ihrer autorisierten Bibel , wiederum angeblich „Nach der deutschen Übersetzung Martin Luthers“:

„Aber das Volk darin führte er heraus und liess sie mit Sägen und eisernen Hacken und Äxten Frondienste leisten“.

Man möchte halt gerne eine „schöne“ heilige Schrift haben, in der es zwar gelegentlich ein wenig rauh zuging, sonst aber alles recht harmonisch verlief, ganz nach dem Willen der lieben, braven Juden, die folgsam gegenüber ihrem HERRN waren. Und deswegen fälschen sie munter drauf los.

 

Zum Nachlesen gibt’s das hier: http://www.speakingbible.com/germanns/index2.htm 

Warum tun sie das? Den Hinweis für die Erklärung liefern sie selbst:

Sie kamen darauf, daß die jüdischen Toten des zweiten Weltkriegs mit diesen Bibelstellen verglichen werden konnten. Wenn also dem deutschen Volk Untaten gegen die Juden vorgeworfen werden, könnte man im Gegenzug deutscherseits darauf hinweisen, daß die Juden selbst schon Jahrhunderte vorher zahlreiche heidnische Völker ausgerottet hatten, und zwar auf bestialische Weise. Diese Möglichkeit musste schnell beseitigt werden. Also wurden die Textstellen 2.Samuel 12,31 und Chronik 20,3 „verharmlost“ und umgefälscht. Dass sich die Evangelische Kirche Deutschlands in ihrem bekannten, vorauseilenden Gehorsam, erinnert sei an die „Stuttgarter Erklärung“, hierbei besonders hervortat, werden wir nicht vergessen. Wir werden darauf noch zurückkommen.

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Auch die Rabbiner sind rührig. Pinchas Lapide, ein kürzlich verstorbener jüdischer Theologe, hat in der ihm eigentümlichen Hast gleich zwei Bücher zusammengeschrieben, die im katholischen „Weltbild-Verlag“ vertrieben werden, und in denen er eine ganze Reihe von „Fehlübersetzungen“ und „Fehldeutungen“ der Bibel „richtigstellt“. So soll z.B. der alte biblische Grundsatz „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ jetzt nicht mehr das Prinzip „Rache“ ausdrücken, sondern „Wiedergutmachung und Versöhnung“ bedeuten. Die Fälscher gehen mit ihres „Gottes Wort“, einem Buch, das sich einst kleinasiatische Ziegenhirten erfanden, so um, wie es gerade opportun ist. Sie haben erkannt: Vor Jehova, dem eifersüchtigen Gott des Hasses, der Rache, unvorstellbarer Grausamkeiten, fürchtet sich bei uns heute kaum noch jemand. Vor allem aber wirkt er abstossend. Also wird er zum Gott für Friede, Freude, Eierkuchen umgefälscht. Vielleicht lassen sich damit ein paar Simpel fangen.

Das ganze hat Methode. So legte die EKD innerhalb der letzten 100 Jahre drei Lutherbibel-Revisionen vor. In der Fassung von 1975 gehen nicht einmal mehr zwei Drittel des Textes auf den Reformator und Bibelübersetzer Martin Luther zurück. Jedes dritte Wort wurde geändert, teils nur geringfügig, teils schwerwiegend. Von 181170 Wörtern des Neuen Testaments wurden 63420 Wörter geändert, damit der Text möglichst judenfreundlich klingt und Barbareien abgeschwächt oder vertuscht werden können. Luthers Prinzip, „dass die Worte den Sachen dienen müssen, nicht die Sachen den Worten“, dass „nicht der Sinn den Worten, sondern die Worte dem Sinn dienen und folgen sollen“, haben die modernen Fälscher des „Wort Gottes“ auf den Kopf gestellt. Sie bieten dreist eine „Übersetzung Martin Luthers“ an, die dieser garnicht verfasst hat und die sie, dem heutigen Zeitgeist passend, gefälscht haben. Trotzdem soll das „Das Wort Gottes“ sein. Dass sie selbst nicht an ihr „Wort Gottes“ glauben, wird aus der Ehrfurchtslosigkeit deutlich, mit der sie es fälschen.

Es kann uns ja gleichgültig sein, ob die Kleriker ihren Gläubigen originalen Käse oder gefälschten Käse vorsetzen. Wenn es aber darum geht, Bestialitäten der einen Seite zu verharmlosen, damit man vorgeworfenes Unrecht der anderen Seite als etwas „Einmaliges“ darstellen kann, dann sollten wir hellwach werden.

Kehren wir zur Frage nach Jehova zurück. Er ist eine Erfindung der Phantasie von Menschen, die zu einer bestimmten Zeit gelebt haben. Und wie alle Werke der Phantasie – Malerei, Musik, Dichtkunst nicht ausgenommen – sind auch religiöse Gedanken, Inhalte oder Göttervorstellungen, Ausdruck der geistigen Verfassung ihrer Erfinder. Nun musste das in diesem Fall nicht von Anfang an schlecht sein, gefährlich wurde es erst, als die Priesterkaste – gewissermassen Jehovas Bodenpersonal – erkannte, was man mit einer solchen Figur, wie Jehova sie darstellt, machen kann:

Zunächst einmal kann man damit Respekt, Autorität, Abstand schaffen. Wenn ein Gott, noch dazu ein „allmächtiger“ dies oder jenes gesagt hat, dann wird er von den Angehörigen des einfachen Volkes kaum Widerspruch ernten. Seine Autorität wird schliesslich – vielleicht zuerst widerwillig – anerkannt. Ein knechtischer Abstand der Menschen zu einem angeblich allwissenden, allmächtigen Gott entsteht. Verlangt dieser Gott nun etwas, strengt man sich an, es zu erfüllen. Da die Wünsche dieses Gottes von Priestern übermittelt werden, denen man vielleicht aufgrund seiner Erziehung schon immer Ehrerbietung entgegenbringen musste, kommt man garnicht auf den Gedanken, dass hinter dem „Willen Gottes“ ganz handfeste Interessen der Priesterschaft stehen könnten. Geht mal eine „von Gott befohlene“ Unternehmung schief, dann hatte natürlich nicht Jehova Unrecht, schuld waren die unzureichenden Bemühungen der Gläubigen. Ein Schuldbewusstsein bei den Menschen entsteht. Da ist die Erfindung einer „Erbsünde“, mit der man die Menschen schon von frühester Jugend an belasten kann, nicht mehr weit. Nicht nur für Ungehorsame gibt es Strafen. Bis vor garnicht so langer Zeit war schon der Versuch, sich von Jehova zu lösen, mit schwersten Belastungen verbunden.

Auch dem normalen Menschen wird die Welt als Finsternis, Stätte der Verbannung, als Jammertal dargestellt, aus dem er nur durch die „Güte“ Jehovas befreit werden kann. Die Vermittlung dieser Güte erfolgt natürlich durch den Klerus – gegen Bares, versteht sich. Familienbande werden bewusst durch den Jehova-Glauben zerstört. Die befohlene Liebe zu Jehova geht angeblich allem vor, Eltern, Geschwister, Verwandte rangieren nachgeordnet. Ganze Völkerschicksale werden dem Ungeheuer überantwortet. Kriege jeglicher Art werden in seinem Namen geführt, ungeheures Leid über die Menschen gebracht.

Nur eine Frage: Was würden Politiker, Staatsanwälte und Gerichte tun, wenn ein Religionsstifter auftritt, der erklärt, er habe von Wotan den Auftrag erhalten, dafür zu sorgen, dass alle Völker und Personen, die dem auserwählten deutschen Volk bei der ihm von Wotan verheissenen Weltherrschaft im Wege stünden, auszurotten seien? Er würde zweifellos eingesperrt wegen Volksverhetzung, Aufstachelung zum Rassenhass u. dergl.

Warum geschieht dasselbe aber nicht mit denen, die täglich einen Gott als vorbildlich und anzubeten hinstellen, der genau den Verstoss gegen zahlreiche Strafgesetze von seinen Gläubigen fordert? Wieso ist das Eine Religion, das Andere strafwürdiges Unrecht? Und die Gehirnwäsche durch das „Wort Gottes“ hat ja gewirkt: Unter keinem Symbol, auch nicht unter Hammer und Sichel, sind soviele Menschen umgebracht worden wie unter dem Kreuz. Im christlichen Namen sind die grössten Massenmorde der Menschheit erfolgt. Der Schoss ist fruchtbar noch, wie die in unserer Zeit erfolgte Verbrennung von heidnischen Voodoo-Priestern auf Haiti durch Christen und die Ermordung von Palästinensern durch Israelis zeigt. Die Propaganda für diesen Gott ist gemeingefährlich!

Das moderne Heidentum hat sich von Jehova, dieser alttestamentarischen Schimäre, längst befreit und hat sich seinen alten, den Vorfahren bereits vertrauten Göttern zugewendet. Schon vor mehr als 70 Jahren haben Menschen unserer Art, so auch der Verfasser des nachstehenden Gedichts, Dr. Herrmann Fohringer, erkannt, was wir von Jehova und dem „Wort Gottes“ halten:

Des Deutschen Bibel

Es lag vor mir die Bibel, das „Alte Testament“, des Christenglaubens Fibel, die jeder sattsam kennt.
Doch, als ich drin gelesen, da fühlt‘ ich mich fürwahr von einem Wahn genesen, da wurde es mir klar:
Ob jüdisch, ob chaldäisch, ob syrisch, ob latein, ob griechisch, ob hebräisch – das kann nicht unser sein!
Von Ruth und Jeremias, David und Salomon, von Isaak und Elias – wir brauchen nichts davon!
Den schönen Deutschen Glauben an unsre eigne Kraft, den lassen wir nicht rauben von fremder Priesterschaft.
Wir Enkel der Germanen, wir sind aus andrem Holz: Die Taten unsrer Ahnen sind unsres Volkes Stolz.
Der Treue starke Einheit sei unser Heldentum, der Sitte hehre Reinheit ist unser Heiligtum.
Ob nun Brünhildens Klage, ob Wodans wilder Fluch, die alte deutsche Sage sei uns Erbauungsbuch.
Und wer darin gelesen, in seinem Herzen kennt: Es sei des Deutschen Wesen sein Deutsches Testament!

Quelle: http://www.asatru.de/nz/index.php?option=com_content&view=article&id=111:jehova-ein-qgottq-wird-demaskiert&catid=3:christentum&Itemid=21

Gruß an die Gottvollen

TA KI

Die Sage von der Alte Taufe nach Meissel


taufe1Es war kurz nach dem Tode Karl des Großen. Unsere Vorfahren, die alten Sachsen, waren Christen geworden, aber nur äußerlich. Im Innern hielten sie an ihren Göttern fest. Da lebte im Sünteltale ein vornehmer Sachse mit Namen Magnus. Der war noch ein Heide. Wie alle Verkünder der den Sachsen aufgezwungenen Religion, haßte er auch den Mönch Amelung, den ersten Geistlichen in Apelern. Noch mehr aber haßte er diejenigen seiner eigenen Stammesgenossen. die sich hatten taufen lassen und Christen geworden waren und verfolgte sie auf das Grausamste.

So geschah es einst daß er eine Mutter mit ihrem fünfjährigen Söhnlein gefangen nahm, die beide kurz vorher getauft waren. Da die Mutter von dem Christenglauben nicht lassen wollte, führte er beide zu dem alten Opferstein auf dem Deister. Hier drohte er der Mutter, sie und ihr Kind dem Donar zu opfern, wenn sie dem fremden Glauben nicht abschwöre. Aber sie blieb standhaft. Da kannte die Wut des Heiden keine Grenzen. Erbarmungslos schlachtete er erst das Kind vor den Augen der Mutter, dann diese selbst.

Doch der angstvolle Blick des unschuldigen Kindes und die Standhaftigkeit der Mutter mußten wohl sein Herz gerührt haben. Plötzlich erwachte sein Gewissen und ließ ihm keine Ruhe mehr. Da beschwor ihn seine Gemahlin, die schon heimlich eine Christin geworden war, von dem alten Heidenglauben zu lassen und sich zu dem Christengotte zu bekehren. Magnus willigte schließlich ein und wandte sich an den von ihm bisher so gehaßten und bekämpften Mönch Amelung von Apelern.

Der unterrichtete ihn in dem neuen Glauben. Als die Taufe vollzogen werden sollte, meinte Magnus, kein Platz in der ganzen Gegend sei dafür besser geeignet, als der alte Opferstein auf dem Deister. Dorthin begaben sie sich. Oben im Stein befindet sich ein Becken, das immer mit Wasser gefüllt ist. Mit diesem Wasser wurde Magnus getauft. Von daher stammt der Name „Alte Taufe“. Danach ist hier aber keiner mehr getauft worden.

Quelle: „Über den Deister gehn“ von Udo Mierau und Gudrun Wildhagen

Quelle: http://www.mystic-culture.de/kultplatz/deister/taufe/sage-meissel.html

Gruß an die Lügenverbreiter und irrgläubigen Scheinchristen

TA KI

Das Heidentum


pan-und-daphnis

Die Heiden kannten den gehörnten Gott Pan als Fruchtbarkeitsgott. Der gehörnte Moses wird den Heiden daher zunächst ganz vertraut erschienen sein, aber eben nur unter der Voraussetzung, dass erst im 14. bis 16. Jahrhundert das uns heute bekannte Christentum sich durchsetzen konnte. Später wurde aus dem gehörnten Pan dann der gehörnte Teufel, der mit Hexen sündigen Umgang pflegte.

 Wer sich die Skulpturen an den romanischen Kirchen ansieht, findet noch wenig christliche Inhalte. Uwe Topper hat in seinem Buch Zeitfäschung – Es begann mit der Renaissance eine Vielzahl dieser Darstellungen untersucht und deren vorchristlichen Ursprung diskutiert. Seine mutigen Gedanken, für die Uwe Topper heute eigentlich berühmt sein müsste, hat man in den herrschenden Kreisen wohl übel vermerkt und ihm seit 1998 einige Probleme bereitet und ihn vor allem totgeschwiegen.

 Es ist ziemlich sicher, dass die ersten Kirchen nichts mit dem uns heute bekannten Christentum zu tun hatten. Die Kirchtürme dienten wohl als Wach- und Signaltürme, bei Gefahr durch Wetter, Feuer oder Feinde alarmierten die Glocken die Menschen im Dorf und in den umliegenden Höfen, die Kirche barg bei Überfällen durch Söldner und Banden die Frauen und Kinder vor feindlichem Beschuss, die wehrhaften Bauern warteten mit ihren Mistgabeln und Dreschflegeln und die männliche Dorfjugend mit Schleudern und Steinen hinter den Mauern des Kirchhofs.

 Dass die Christen wehrlos sein sollten und nur auf ein Wunder hoffen dürften, ist eine späte Erfindung der herrschenden Klasse. Denn kräftige Bauern mit furchtlosen Söhnen würden ein Heer von gepanzerten Rittern aufreiben, was die Bauern wussten und was darum als Geschichte vom Hirtenknaben David gegen Goliath in die Bibel eingebaut wurde. Die Ritter waren ganz auf eine ritterliche Kampfweise auf freiem Feld und bei gutem Wetter angewiesen, denn eine Mistgabel stoppt jedes Pferd und gegen einen Dreschflegel hilft kein Helm aus Blech. Notfalls brauchten die Bauern mit Frau und Kind nur in den nächsten Wald flüchten und auf die Nacht warten, um die in ihren hinderlichen Rüstungen klirrenden und scheppernden Feinde zu erdolchen. Die Bauern und ihre Söhne mussten demütige Christen werden, die auf himmlische Retter hoffen, um sich dann ins gottgewollte Elend zu fügen, dazu erfand man die Pfaffen. Nicht die eisernen Rüstungen und Schwerter brachten dem Adel den Sieg über die freien Bauern, sondern der fromme Betrug der christlichen Missionare.

 Danach riefen die Kirchglocken auch nicht mehr zur gemeinsamen Wehr, sondern nur noch zum frommen Gebet vor dem Martyrium der Männer, Frauen und Kinder.

Ohne Punkt und Komma oder Abstand zwischen den Wörtern

Man habe also aus Platzmangel und wegen der hohen Kosten der Tierhäute (Papyrus) oder des Pergaments alle Blätter eng beschriftet, ganz ohne Punkt und Komma und auch ohne jeden Abstand zwischen den Wörtern, die nicht an großen und kleinen Buchstaben zu unterscheiden waren. Das liest sich dann so:

 

manhabealsoausplatzman            erengbeschriftenmüsseng           eauchnichtangroßenundk         angeblich-4-jh-codex-vaticanus-graecus

gelundwegenderhohenkos           anzohnepunktundkomma            leinenbuchstabenzuunter

tendertierhäute(papyrus)o           aberauchohnejedenabsta            scheidenwarendasliestsic

derdespergamentsalleblätt           ndzwischendenwörterndi             hdannso

Dafür wurde der Platz auf dem Pergament damit verschwendet, den Text in drei engen Spalten zu schreiben und darum herum einen großen Rand zu lassen. Das müssen Sie alles glauben und für bare Münze nehmen, wenn Sie sich als Wissenschaftler mit alten Texten beschäftigen wollen.

 Und wie dieser Codex Vaticanus Graecus rechts sollen nicht nur die Heiligen Schriften, sondern alle Bücher tradiert worden sein. Also auch die dicke Schwarte von Josephus über den Jüdischen Krieg, Platon und Aristoteles, die Werke der alten Geschichtsschreiber wie Herodot und Tacitus, die Kirchenväter wie Augustinus und was auch immer sonst noch. Für mich ist das schon der Beweis, dass es keine alten Bücher gegeben haben kann, ehe nicht ein Abstand zwischen zwei Wörtern und Satzzeichen gebräuchlich wurden; so teuer können Papyrus und Tierhäute gar nicht gewesen sein.

 Die Fälscher sind wirklich von alten Gebrauchstexten ausgegangen. Die Buchstaben auf Pergament und Papyrus sollten eine für Diebe und sogar den Boten unverständliche Botschaft sein, außer für den rechtmäßigen Empfänger: Die Juden und Araber haben sogar die Lautzeichen weggelassen und nur Konsonanten geschrieben. So war ein Bote mit dem Brief unterwegs, der diesen selbst unter Folter nicht lesen würde. Falls der Empfänger zum Verständnis des Schreibens Hilfe brauchte, kam getrennt von dem Brief ein zweiter Bote, der ungefähr ahnte, wie der Brief zu verstehen war, aber ihn erst beim Empfänger zu sehen bekam, so dass er den genauen Inhalt nicht kannte, wenn er abgefangen wurde. Man konnte so ohne Probleme heikle geschäftliche und politische Themen abhandeln:

 mnknntshnprblmhklgschftlchndpltschthmnbhndln

 Mit einer verschlüsselten Botschaft können Händler gefahrlos den Kunden eine wertvolle Karawane mit Gewürzen ankündigen oder zwei Scheichs räuberischer Beduinenstämme mochten sich mit Brief und Boten zu einem Überfall auf diese Karawane verständigen. Vermutlich wurden die Kinder der Gewürzhändler wie der räuberischen Scheichs von Schriftgelehrten anhand erbaulicher Texte unterwiesen, um später die Konsonantenschrift entziffern zu können. Dabei entstanden wohl die ersten heiligen Schriften der Araber und Juden und die Tradition der Besinnung und Andacht geweihter Tage, an denen jeder Handel und jeglicher Raubzug oder Betrug zu ruhen hatten. Eine Bibliothek wie in Alexandria oder Pergamon für normale Leser ist auch in Latein und Griechisch mit Vokalen aber ohne Wortabstand und Satzzeichen völlig undenkbar. Doch bei der Fabrikation der ersten angeblich echten alten Werke auf Papyrus oder Pergament, die als Quellen und Belege für den Druck lesbarer Bücher dienten, mussten die Fälscher auf deren zum Beweis des hohen Alters künstlich erschwerte Lesbarkeit für eine breiteres Publikum ja keine Rücksicht nehmen.

Die Wiedererlernung des Griechischen

Ein Humanist namens Jacobus Angelus habe seit sieben Jahrhunderten erstmals in Italien wieder die griechische Sprache unterrichtet:

 Giacomo d’Angelo da Scarperia or Scarparia (Jacobus Angelus) was a Renaissance humanist, born in Florence. He hastened to Venice, when Manuel Chrysoloras had arrived as an envoy of Manuel Paleologus in 1393 and had stayed to teach Greek in Italy for the first time in seven centuries. He decided to return with Chrysoloras to Constantinople — the first Florentine to do so — in company with Guarino da Verona, to immerse himself in advanced Greek studies under Demetrios Kydones. Coluccio Salutati wrote to urge Giacomo to search the libraries there for texts especially of Homer, and for lexicons of the Greek language, with the result that Giacomo translated Ptolemy’s Geographia into Latin in 1406: he dedicated it first to Pope Gregory IX, and then in 1409 rededicated it to Alexander V. He also brought new texts of Homer, Aristotle and Plato to the attention of western scholars.

 Da hätten also die Italiener die Kenntnis der Sprache des Oströmischen Reiches verlernt und das seit 700 Jahren und noch vor seiner Eroberung durch die Türken und das kommt seit weiteren bald 700 Jahren keinem Historiker komisch vor. Jedenfalls erklären sie damit, dass die großartigsten Werke von Ptolemäus, Homer, Aristoteles und Platon in Italien bis zum 15. Jahrhundert unbekannt waren. Aber selbst in Konstantinopel müssen Homer, Aristoteles und Platon schwer zu (er)finden gewesen sein und konnten meist erst nach der Eroberung durch die Türken von den griechischen Flüchtlingen gefunden oder besser erfunden werden. Jedenfalls (er)fand man im Lauf der Jahrhunderte immer mehr davon und sogar in deutschen Klöstern wie Fulda.

 Dabei wäre ein griechischer Text von Homer schon im 14. Jahrhundert nach Italien gelangt, aber dessen hochgebildete Humanisten hätten kein Wort davon verstanden:

 Petrarch chanced upon a Greek text of Homer in 1354 (Clarke 10). It was sold to him by Nicholas Sigerus, a Greek who visited Italy to discuss the differences between the Eastern and Western churches. But then Petrarch didn’t know any Greek. He had a poor translation into Latin made by one Leonzio Pilato, an ignorant and bad-tempered person whom Boccaccio had to lodge during his work. So, Petrarch and Boccaccio were about the only persons in the Western world acquainted with Homer in the fourteenth century.

José Ángel García Landa: Homer in the Renaissance – The Troy Stories

 Wenn selbst große Dichter wie Petrarca und Boccaccio die Sprache Homers und des Oströmischen Reiches nicht kannten, wie lasen die Päpste und Kardinäle die in griechischer Sprache verfasste Septuaginta, die griechischen Evangelien und Apostelbriefe oder das Werk des Flavius Josephus und der griechisch schreibenden Kirchenväter? Sie mussten den Inhalt der heiligen Schriften erraten oder sich von einem Tölpel wie Leonzio Pilato, der in Florenz auf den ersten Lehrstuhl für griechische Sprache in Westeueropa seit der Antike berufen wurde, eine verdorbene Übersetzung anfertigen lassen. Historiker sollte man sein, da dürften wir alles glauben und bräuchten jetzt nur noch die Jahreszahlen auswendig lernen.

 Da wir aber logisch denken, wäre zu vermuten, dass die Freunde Petrarca und Boccaccio sich erstmals an den Werken des Homer versucht haben und das Ergebnis noch intensive Überarbeitung erforderte, bis es dem begeisterten Publikum präsentiert werden konnte. Das Problem war selbstverständlich nicht die Übersetzung aus dem Griechischen, sondern die angeblich griechische Urfassung. Erst gegen Ende des 15. Jahrhunderts war der Text von Homer fertig zum Druck:

 Homeric Opera were printed in Greek for the first time at Florence in 1488 / 1489; the Iliad had been printed in Brescia in 1474, and would appear in a different edition in 1497 (Bingham 3-4). The commonest Greek editions of the Renaissance were bilingual texts, set side by side with a Latin translation. (ebenda)

Die These des Jean Hardouin

Der Jesuit Jean Hardouin (1646-1729) war Bibliothekar am Jesuiten-Kolleg unter Ludwig XIV. in Paris. Er leitete die vom König finanzierte Herausgabe der alten Konzilsakten in einem zwölfbändigen Werk Conciliorum collectio regia maxima (1715). Wenn irgend jemand die Quellenlage kennen musste, dann Hardouin.

 In seinem erst 1766 publizierten Werk Prolegomena erklärte er sämtliche Schriften der Alten Kirchenväter zu Fälschungen, ebenso die Septuaginta und fast alle anderen alten Werke – mit wenigen Ausnahmen wie der Vulgata, er musste diese Ausnahmen wohl aus Vorsicht einräumen. Wenn wir augenzwinkernd die nach Hardouin wenigen angeblich echten Schriften wie alle anderen Schriften behandeln, hätte es vor dem Jahr 1300 keine Bücher gegeben und alle vor dieses Jahr datierten Werke sind Fälschungen aus späterer Zeit, vor allem seit der Erfindung des Buchdrucks.

 The Prolegomena of Jean Hardouin: Translated by Edwin Johnson  (Hrsg. Hermann Detering)

Edwin Johnson

Edwin Johnson hat Jean Hardouin übersetzt und selbst wichtige Bücher zu dem Thema verfasst, deren letztes über die Erfindung der Geschichte Englands die überzeugendste Beweisführung zu unserer These liefert. Von Uwe Topper gibt es hier einen einleitenden Artikel:

 Johnson, ein radikaler Verfechter der Chronologiekritik

 Ob Johnson mit dem so viel größeren Alter des Islam schon richtig lag, ist mir noch nicht ganz klar. Allerdings scheint der Text des Koran wirklich zu einer viel früheren Stufe des Schreibens und des Verstehens der Welt zu gehören. Edwin Johnson:

 The great tradition of the Mosque owed not a syllable either to the church or to the Synagogue. On the contrary, both the church and the Synagogue were indebted in different ways to that great theological system, which was in existence long before its Jewish and Catholic sisters. I examined the traditions of the Synagogue, and found that the cause of our illusions in reference to the antiquity of Judaism was similar to the cause of our illusions in respect to the Catholic Church.

The Rise of Christendom

Edwin Johnson war der Ansicht, dass die Paulus-Briefe vor den Evangelien entstanden sein mussten. Hier werden vor allem Namen eingeführt und natürlich das Dogma der Nachfolge der Päpste. Auch andere Schriften, wie etwa von Hieronymus und Sueton, konstruierten die später entstandenen Werke:

 It has been pointed out by historians like Ranke, l’Aubigne, and others who have dealt with the early sixteenth-century literature, that there were sceptics in the seats of culture, who denied that Church Story “ rested upon genuine testimony,“ and who asserted that it was a contrivance of „saintly trickery.“ It appears to have been in recognition of these opinions that the Preface to the List of the alleged “ Illustrious Men “ was written.

No matter for the moment when the List was drawn up. The Preface must be disgusting to every man of taste. No one with an ear for sincerity in the tone of thought could be deceived by a manifesto like this. When the monks‘ manner is once understood, you will recognise here an indirect confession of all that I have alleged on other grounds, to the effect that the Church had no literature at the time of the Revival of Letters, and that it was necessary to construct a literature on lines laid down in some old Latin and Greek writers, especially in a list of illustrious writers ascribed to Suetonius.

It is admitted that nothing of the kind has been before attempted except by „Eusebius Pamphili“ in the ten books of his Church History. The catalogue of orators in Cicero’s “ Brutus “ has also been used as a model.

THE PAULINE EPISTLES (bei Radikalkritik) oder THE PAULINE EPISTLES (PDF) (S. 28)

Dazu empfehle ich Wikipedia über die berühmten Männer bei Hieronymus:

 De viris illustribus (On Illustrious Men) is a collection of short biographies of 135 authors, written in Latin, by the 4th century Latin Church Father Jerome. He completed this work at Bethlehem in 392-3 CE. The work consists of a prologue plus 135 chapters, each consisting of a brief biography. Jerome himself is the subject of the final chapter. A Greek version of the book, possibly by the same Sophronius who is the subject of Chapter 134, also survives. Many biographies take as their subject figures important in Christian Church history and pay especial attention to their careers as writers.

De Viris Illustribus

 Auch einige der frühesten Bibelübersetzer gehören in das Reich der Fabel. Zeitgenössische Chronisten, deren Schriften echt sind, wussten nämlich kein Wort über deren Werke und Schriften zu berichten. Papier ist geduldig:

 I would beg the reader to dismiss from his mind the tales about Wicliff and about Tyndal : there is absolutely no evidence from the writers of the time, Polydore and Leland, that any translation of the Bible had been put forth under either of those names, or any name.

The Pauline Epistles (PDF, S. 57)

 In seinem erst nach seinem Tod publizierten Buch über den Aufstieg der englischen Kultur hat Johnson ganz überzeugend die Erfindung der englischen Geschichte vor der Zeit von Henry VIII. nachgewiesen:

 The Rise of English Culture (archive.org)

Eine wichtige Quelle für Edwin Johnson hinsichtlich der in den Klöstern und an anderen Orten verfügbaren Literatur und sonstigen Schriftquellen war John Leland. Dieser John Leland durchstreifte Englands Klöster, Kirchen, Schulen, Schlösser, Städte und Dörfer während der Jahre 1533 bis 1539 auf der Suche nach Schriften. Er fand fast nichts. Seinen Bericht, erst 1709 veröffentlicht, können Sie hier lesen:

 John Leland: Commentarii de scriptoribus Britannicis (archive.org)

 Das Werk eines anderen Autors – Arbuthnot: „The Mysteries of Chronology“ – geht nicht ganz so weit wie Edwin Johnson:

 F. F. Arbuthnot: The Mysteries of Chronology (archive.org)

 Arbuthnot diskutiert die Einführung der arabischen Ziffern mit noch nicht voll ausgereifter Schreibweise im 15. Jahrhundert auf Münzen und ersten Inschriften. In Büchern werden noch bis ins 16. Jahrhundert römische Ziffern für die Angabe des Datums verwendet. Datierungen nach Anno Domini sind erst im 15./16. Jahrhundert gebräuchlich.

Daneben sehr interessant das Kapitel über den berühmten Roger Bacon (angeblich 1214-94) auf den Seiten 210-213: Bacon wird von John Boston und Polydore nicht erwähnt und John Leland kann nur mit Mühe eine Liste mit dreißig Titeln seiner angeblichen Werke anführen und hat davon wohl keines gefunden und gelesen. Heute soll Bacon als erster Europäer das Pulver zwar nicht erfunden, aber seine Mischung beschrieben haben. Alles Erfindungen nach 1539.

 Ein gutes Beispiel für die Geschichtserfindung und deren gläubige Weitergabe in unseren Tagen ist der englische Mönch Gildas der Weise. Er habe ein Werk De Excidio et Conquestu Britanniae über die Geschichte Englands von der Eroberung durch die Römer bis in sein sechstes Jahrhundert verfasst. Dieses großartige Werk wurde später von Bede Venerabilis als Grundlage für seine Historia ecclesiastica gentis Anglorum benutzt, womit auch diese Geschichtsquelle samt Autor ins Reich der Phantasie entschwindet.

 Die vielen genauen Details über das Leben des angeblich ersten englischen Chronisten Beda Venerabilis, die wir heute überall lesen können, und deren genaue Quellen die Wissenschaft inzwischen gefunden und ausgewertet hat, waren in den Jahren 1533-39 nirgendwo in England existent. Sie wurden alle erst später von frommen Mönchen und anderen Chronisten erfunden. Ein Beda Venerabilis hat niemals existiert und seine Schriften und alle Quellen über seine Person wurden später geschaffen. Er ist dabei nur ein Beispiel für ungezählte ähnliche Geschichten. Man sehe sich nur die reichen Details an, mit denen inzwischen diese erfundenen Leben ausgeschmückt wurden, und bedenke die mächtigen Mauern der Bibliotheken und Archive, die all diese Schriften seit frühesten Zeiten bis in unsere Tage gesammelt und aufbewahrt haben müssten.

 Ein wichtiger britischer Historiker war noch Nennius, dessen Werk aus dem Jahr 828 mit der Ankunft der Troianer beginnt, geführt von Brutus, einem Nachfahren des Aeneas. Von diesem Brutus habe England den Namen Britannien. Nennius beschrieb die zwölf Schlachten des King Arthur, aber noch ohne genaue Daten, die dann die Annales Cambriae nannten – angeblich im zehnten Jahrhundert verfasst, aber nur in einer Kopie angeblich aus dem zwölften Jahrhundert bekannt. Da sieht man wieder, wie das lange Studium der Quellen zu immer genaueren Erkenntnissen führt.

 Aber die Quellen unserer Geschichte sind wahrlich schwer zu finden und nur allzu leicht zu erfinden. Dabei sind die Schüler und Studenten mit einfachen Mitteln zu täuschen und die Lehrer wollen doch nur deren Glauben an die herrlich ausgemalten alten Zeiten bewahren. Die Wahrheit würde den schönen Trug grausam zerstören, wie die wenigen wirklich als Forscher mit diesen Zeiten befassten Wissenschaftler an sich selbst erleben mussten. Die maßgeblichen Autoritäten unter den Historikern wissen alle, wie es wirklich um die Quellenlage steht. Aber sie erzählen es nicht unnötig weiter.

 The Prolegomena of Jean Hardouin (online)

Quelle: http://www.wolfgang-waldner.com

Gruß an die Sprachverdreher

TA KI