Wickel für Hals, Bauch, Puls und Wade


Wickel sind wieder in Mode. Sie gehören zu den alten Hausmitteln, die bereits Pfarrer Kneipp im Zusammenhang mit seiner Hydrotherapie mit Erfolg angewandt hat. Jeder kennt Wadenwickel, die bei hohem Fieber zum Einsatz kommen. Jedoch existieren eine Vielzahl an Wickelrezepten, die neben der Schulmedizin oder anderen naturheilkundlichen Behandlungsmethoden die Heilung bei zahlreichen Beschwerdebildern beschleunigen können. Zusammen mit den Tüchern werden unterschiedlichste Wirksubstanzen verwendet. Dazu gehören Wasser, Wildkräuter, ätherische Öle, Quark, Schüßler Salze, Heilerde und Vieles mehr. Inzwischen werden in Berlin medizinische Studien durchgeführt, in denen beispielsweise die Wirksamkeit von Wickeln gegen Arthrose untersucht wird. Die Wickel lindern nachhaltig Schmerzen und andere Symptome.

Wie Wickel wirken

Diese alten Hausmittel stärken die Abwehrkräfte, reduzieren Entzündungen und somit auch Schmerzen. Sie sind, je nach Anwendung, kühlend oder wärmend, fördern die Durchblutung, dienen zur Entschlackung, lösen Krämpfe und zeigen entsprechend der verwendeten Wirkstoffe viele weitere positive Effekte. Dennoch sind Wickel keine Zaubermittel. Bei ernsteren Erkrankungen und/oder falls keine Besserung eintritt, ist unbedingt der Gang zum Arzt oder Heilpraktiker erforderlich.

Krankes Kind mit Wadenwickel
Wadenwickel zur Fiebersenkung sind das bekannteste Einsatzgebiet, doch können Wickel auch gegen zahlreiche weitere Beschwerden angewandt werden. (Bild: photophonie/fotolia.com)

Die Behandlung mit Wickeln stellt eine sogenannte Reiztherapie dar. Je nach Temperatur und Größe des Wickels bedeutet dies einen schwachen oder gar starken Reiz für den Körper, worauf letzterer dann reagiert. Ein Beispiel dafür ist der bekannte Wadenwickel, bei dem mit einem kühlen Wickel dem Körper Wärme entzogen wird. Der Grundsatz „Weniger ist mehr!“ trifft hier – wie so oft – zu. Das heißt, dass die Reize sanft sein sollten, damit der Körper weder auskühlt noch überhitzt wird. Je jünger der Patient ist, desto geringer sollten der Reiz und die Behandlungsdauer sein. Die hier erwähnten Anwendungszeiten beziehen sich in der Regel auf Jugendliche und Erwachsene.

Was bei der Anwendung wichtig ist

Dieses Hausmittel benötigt etwas Vorbereitung. Folgendes ist dabei zu beachten: Ein Wickel wird nicht zwischen Tür und Angel durchgeführt sondern erfordert eine ruhige Atmosphäre. Um sich währenddessen auch wirklich ausruhen zu können, ist vorher der Gang zur Toilette angeraten. Direkt nach dem Essen, aber auch bei knurrendem, leeren Magen ist eine Wickelanwendung nicht zu empfehlen. Kalte Wickel dürfen niemals auf kalter Haut angewandt werden. Kalte Füße werden vorher aufgewärmt – am besten durch ein Fußbad. Auf eventuelle Allergien ist zu achten, wenn der Wickel Zusätze wie zum Beispiel Kräuter oder ätherische Öle enthält. Kaffee, schwarzer Tee, Alkohol und Nikotin sind vor der Behandlung zu meiden.

Warm, heiß oder kalt?

Erwachsene und Jugendliche werden gefragt, nach welcher Temperatur sie sich fühlen. Lehnt jemand Kälte ab oder merkt, dass diese nicht gut tut, darf niemals ein kalter Wickel angewandt werden. Bei Babys und Kleinkindern werden grundsätzlich warme Wickel verwendet, da kalt oder heiß einen zu starken Reiz setzen würde.

Wichtig zur Wickel-Anwendung ist eine möglichst entspannte körperliche Verfassung und danach ist Ausruhen unbedingt notwendig. Vorab kann der Körper durch ein Meersalzbad und Aromaöl auf den Wickel vorbereitet werden. (Bild: PhotoSG/fotolia.com)

Warme Wickel

Warme Wickel werden verwendet, wenn Kälte nicht angezeigt, heiß aber ebenso wenig geeignet ist. Ein warmer Wickel ist zum Beispiel bei Nasennebenhöhlen-, Nierenbecken– oder Blasenentzündungen und bei Neuralgien das Mittel der Wahl.

Heiße Wickel

Heiße Wickel durchwärmen stark, sie sind nur für Jugendliche und Erwachsene geeignet und sollten nicht bei Säuglingen angewandt werden. Sie helfen besonders gut bei Verspannungen im Bereich des Rückens und bei Abszessen oder Furunkeln.

Kalte Wickel

Kalte Wickel entziehen dem Körper Wärme. Sie werden deswegen häufig in Verbindung mit Fieber, Gelenkentzündungen, Schwellungen und Schmerzen angewandt.

„Zutaten“ für Wickel

Für einen Wickel wird Folgendes benötigt: Ein Innentuch aus Baumwolle oder Leinen, ein Zwischentuch, ebenso aus Baumwolle oder Leinen, ein Außentuch, eventuell aus Wolle. Für das Innen- und Zwischentuch können einfach Babywindeln genutzt werden. Als Außentuch taugen auch ein alter Schal oder ein Kopfkissenbezug, der mit dem Gürtel eines Bademantels fixiert wird. Wem dies zu kompliziert ist, der besorgt sich ein fertiges Wickelset.

Erste Hilfe bei hohem Fieber. Kalte Wadenwickel entziehen dem Koerper Waerme. Tuecher straff um die Wade wickeln. Nach etwa 15 Minuten sollte die Koerpertemperatur um mindestens ein halbes Grad gesunken sein. [Abdruck nur mit Honorar, Namensnennung und Belegexemplar Henning Riediger Tannenhof 117c 22397 Hamburg Tel. 040/6080742 E-Mail: henning.riediger@t-online.de Steuer-Nr. 50/198/00549 USt.-IdNr. DE 118420134 Bankverbindung: Hamburger Sparkasse BLZ 200 505 50 Konto-Nr. 1299/475663 IBAN DE 27 2005 0550 1299 475663 BIC HASPDEHH]
Kalte Wadenwickel entziehen dem Körper Wärme und senken das Fieber. (Bild: Henrie/fotolia.com)

Die Größe des Innentuches richtet sich nach der zu behandelnden Stelle. Das Innentuch ist stets das Tuch, das mit der entsprechenden Flüssigkeit getränkt wird oder worauf die zu verwendenden Zusätze gebracht werden. Abgedeckt wird dieses mit einem Zwischentuch. Die äußere Schicht bildet das Außentuch, das häufig aus Wolle oder auch Seide besteht. Bei manchen Anwendungen sind noch etwas Rohwolle oder Watte nötig.

Wickel für den Hals

Generell gilt, dass der vordere und seitliche Teil des Halses mit dem Innentuch bedeckt werden, die Wirbelsäule jedoch stets frei bleiben sollte. Ein kühler oder auch kalter Halswickel hilft bei Halsschmerzen, vor allem, wenn sich die Betroffenen nach kalten Getränken sehnen. Dafür werden entweder kühles bzw. kaltes Wasser oder Zusätze wie zum Beispiel Zitronensaft, Zitronenscheiben oder Quark verwendet.

Zitronenwickel für den Hals – Zitronensaft oder Zitronenscheiben

Der Saft einer Zitrone wird dem Wasser zugegeben und damit das Innentuch getränkt. Als Alternative können Zitronenscheiben verwendet werden. Dazu wird eine Zitrone in dünne Scheiben geschnitten. In die Mitte eines Baumwolltuches werden so viele Zitronenscheiben platziert, dass beim Anlegen die Wirbelsäule frei bleibt. Die freien Enden des Tuches werden darüber geklappt und es wird mit der Faust darauf geklopft, damit der Zitronensaft entweichen kann. Dann wird der Wickel um den Hals gelegt. Darüber kommen Zwischen- und Außentuch. Sobald ein Juckreiz entsteht, wird der Wickel umgehend entfernt, ansonsten nach ungefähr einer halben Stunde.

Der Zitronensaft für die Wickel wird am besten direkt frisch gepresst, da er so die meisten Wirkstoffe enthält. (Bild: WavebreakmediaMicro/fotolia.com)

Quarkwickel für den Hals

Wickel mit Quark gehören zu den relativ bekannten Hausmitteln. Der Quarkwickel für den Hals hilft bei Hals- und Rachenschmerzen, auch wenn diese recht stark sind. Quarkwickel wirken gegen Entzündungen und Schwellungen. Quark riecht jedoch recht unangenehm, gerade dann, wenn er warm geworden ist. Deshalb lehnen Kinder diesen Wickel oft ab. Allerdings ist gerade die Quark-Variante eine besonders wirkungsvolle Wickelart.

Hierfür wird Magerquark auf die Mitte des Innentuchs aufgetragen. Die beiden freien Seiten werden darüber geschlagen und der Wickel wird kurz auf die Heizung gelegt, damit er temperiert ist. Die dünne Seite des Innentuches kommt auf den Hals, darüber kommt das Zwischentuch, dann der Wollschal. Vorsicht: auch hier muss die Wirbelsäule „quarkfrei“ sein. Der Wickel kann so lange getragen werden, bis der Quark warm ist. Bei Abnahme des Wickels ist Vorsicht geboten. Der trocken gewordene Quark bröselt sehr stark.

Kartoffelwickel für den Hals

Der Kartoffelwickel hilft bei leichten Schluckbeschwerden. Sind die Beschwerden heftiger, fällt die Wahl besser auf die Zitronen- oder Quarkvariante. Die Kartoffeln werden für den Wickel in Schale gekocht, in ein Küchenkrepp gewickelt und dann mit Hilfe eines Kartoffelstampfers oder eines ähnlichen Küchenwerkzeugs zerstampft. Das Ganze kommt anschließend in die Mitte des Innentuchs, die beiden freien Enden kommen darüber und die dünne Seite des Wickels wird auf die Haut gelegt. Vorsicht, der Wickel ist heiß und muss gegebenenfalls vor der Anwendung noch ein wenig abkühlen. Ein Zwischentuch ist hier nicht dringend nötig. Das Innentuch kann jedoch mit Rohwolle oder Watte bedeckt werden und darüber kommt der Wollschal – fertig ist der Kartoffelwickel. Dieser hält die Wärme sehr lange und bleibt am Hals, so lange dies als angenehm empfunden wird.

Honig bekämpft Pilze, Bakterien und Viren – außerdem wirkt er antientzündlich. All diese nützlichen Eigenschaften machen Honig zu einem wertvollen Bestandteil von Wickeln. (Bild: Leonid/fotolia.com)

Honigwickel für den Hals

Honig hat eine stark entzündungshemmende Wirkung, die für einen Wickel gut genutzt werden kann. So wird für den Honigwickel das Innentuch dick mit Honig bestrichen (circa einen halben Zentimeter dick) und die beiden freien Enden werden darüber geschlagen. Die dünne Seite des Tuches sollte dann Vorder- und Seitenbereich des Halses bedecken. Darüber kommen Zwischentuch und Außentuch. Dieser Wickel kann ein bis zwei Stunden getragen werden.

Wickel für die Ohren

Mittelohrenentzündungen gehören stets in ärztliche Behandlung. Jedoch kann ein Ohrenwickel die Behandlung gut unterstützen und die Entzündung reduzieren.

Kamillenwickel für die Ohren

Kamille ist ein Hausmittel, das heute immer mehr Zuspruch findet. Sie wirkt vor allem entzündungshemmend. Für den Wickel werden circa eine Handvoll getrocknete Blüten in ein Säckchen gegeben. Dies wird zwischen zwei Wärmflaschen angewärmt, dann auf das erkrankte Ohr gelegt und mit einer Mütze oder einem Stirnband dort fixiert. Um die Wirkung noch zu verstärken, legt sich der oder die Betroffene mit dem kranken Ohr auf eine Wärmflasche oder ein angewärmtes Dinkelsäckchen. Der Wickel kann mehrmals am Tag wiederholt werden und wird nach circa einer Stunde abgenommen. Das kranke Ohr wird danach noch etwas warm gehalten. Zugluft ist unbedingt zu meiden.

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Wickel gegen Ohrenschmerzen bei Kleinkindern werden mit einer Mütze oder einem Stirnband auf dem Ohr fixiert. (Bild: lisalucia/fotolia.com)

Zwiebelwickel für die Ohren

Zwiebeln wirken entzündungshemmend und damit auch schmerzstillend. Obwohl dieser Wickel nicht gerade gut riecht, sollte er unbedingt bei einer Ohrenentzündung ausprobiert werden. Kinder lehnen ihn anfangs ab, wenn sie seine Wirkung verspüren, fragen sie jedoch bei Beschwerden sogar danach. Gerade bei starken Ohrenschmerzen ist dies ein gutes Hausmittel, um Erleichterung zu schaffen. Für den Zwiebelwickel wird eine mittelgroße Zwiebel gehackt, in ein dünnes Tuch oder einen Fingerling gegeben, zwischen zwei Wärmflaschen etwas erwärmt und dann aufs Ohr oder auch hinters Ohr (auf den Knochen) gelegt. Darüber kommt etwas Rohwolle oder Watte und fixiert wird das Ganze mit Mütze oder Stirnband. Auch hier kann die Wirkung durch das Liegen auf einer Wärmequelle unterstützt werden. Nach einer Stunde wird der Zwiebelwickel entfernt und das Ohr weiterhin durch Mütze oder Stirnband geschützt.

Heißer Zwiebelwickel

Noch wirksamer als der einfache Zwiebelwickel ist ein Ohrwickel, für den die Zwiebeln in Pflanzenöl oder Ghee schonend erhitzt werden. Die Hitze löst und verteilt die flüchtigen schwefelhaltigen Verbindungen der Zwiebel noch besser. Durch die Hitze lösen sich Stoffe, die wie ein Antibiotikum wirken. Dazu eine große Zwiebel klein schneiden, diese in das schwach erhitzte Fett geben und unter mehrmaligem Wenden glasig braten – die Zwiebel sollten nicht braun werden. Die angebratene Zwiebel in einen Frotteewaschlappen oder ein umgeschlagenes Küchentuch geben. Je nachdem wie warm es am Ohr nun sein darf wird noch ein kleines Handtuch um diesen Waschlappen gelegt. Anschließend flach hinlegen, mit dem schmerzenden Ohr seitlich auf den Lappen. Die helfenden Wirkstoffe steigen durch die feuchte Wärme nach oben in den Ohrgang. Der Wickel sollte so lange am Ohr verbleiben, bis er spürbar abkühlt. Nach Bedarf mehrfach am Tag wiederholen.

Wickel für die Brust

Wickel für die Brust helfen bei Husten, festsitzendem Schleim und Hustenattacken. Die Brustwickel werden bei kleinen Kindern nur vorne auf dem Oberkörper aufgelegt, bei größeren Kindern und Erwachsenen dürfen diese fast rundherum, unter Aussparung der Wirbelsäule, angelegt werden. Die Wirkung der Brustwickel wird unterstützt, indem links und rechts die Rippengegend durch Wärmflaschen warm gehalten wird.

Hat man die Haut durch den Zitronensaft oder andere Inhaltsstoffe gereizt, so empfiehlt sich zur Linderung der Beschwerden eine Salbe oder ein Extrakt aus Ringelblumen. (Bild: Pixelmixel/fotolia.com)

Quarkwickel für die Brust

Anwendung siehe Quarkwickel für den Hals.

Heiße Zitronenwickel für die Brust

Der Zitronenwickel ist ein gutes Hausmittel bei festsitzendem Husten. Voraussetzung dafür ist eine intakte, unempfindliche Haut, da der Zitronensaft unter Umständen zu Hautreizungen führen kann. Wenn dies eintritt, muss der Wickel sofort entfernt und die Haut mit einer pflegenden Salbe, zum Beispiel Ringelblumensalbe, versorgt werden.

Für den Wickel wird eine große Zitrone ausgepresst und mit heißem Wasser vermischt. Damit wird das Innentuch getränkt, das um die Brust – mit Aussparung der Wirbelsäule – angelegt wird. Der Zitronenwickel kann eine halbe Stunde dort bleiben. Danach sollte die Haut mit einer geeigneten pflegenden Creme oder Salbe versorgt werden.

Wickel mit Lavendelöl für die Brust

Lavendel hat eine entspannende, beruhigende, aber auch krampflösende Wirkung. Der Brustwickel mit Lavendelöl hilft somit bei Unruhezuständen, Einschlafstörungen und auch bei Reizhusten und Verschleimung. Dafür wird ein Baumwolltuch in zehnprozentiges Lavendelöl getaucht, dann in Alufolie gepackt und zwischen zwei Wärmflaschen circa zehn Minuten lang erwärmt. Mit dem Tuch wird die Brust bedeckt, darüber kommt noch etwas Rohwolle oder Watte und zuletzt ein Wollschal. Der Wickel kann so lange angelegt bleiben, wie dies angenehm ist.

Das aus den Blüten des Lavendels gewonnene ätherische Lavendelöl wirkt im Wickel verwendet angenehm entspannend (Bild: Eileen Kumpf/fotolia.com)

Wickel mit Thymiantee für die Brust

Thymian ist ein ganz hervorragendes Kraut, das bei Husten gute Dienste leistet. Als Tee ist dieses Hausmittel in aller Munde. Für den Brustwickel wird von einem halben Liter Wasser und zwei Teelöffeln Thymiankraut ein Tee gekocht, in den anschließend das Innentuch getaucht wird. Das ausgewrungene Tuch bedeckt dann die Haut, darüber kommen ein Zwischentuch und ein Wollschal und zuletzt an jede Flanke eine Wärmflasche. Die Dauer der Anwendung beträgt circa eine Stunde.

Wickel für den Bauch

Ein einfaches Hausmittel bei Bauch gelegt. Darüber kommen Zwischentuch und Wolltuch. Wer mag, legt darauf noch eine Wärmflasche. Solang der Wickel warm ist, kann dieser auf dem Bauch bleiben.

Besonders bei Magen-Darmbeschwerden wie dem Reizdarmsyndrom hilft der Kümmel nicht nur als Tee, sondern auch als Kümmelöl im Wickel. (Bild: Swapan/fotolia.com)

Wickel für den Bauch mit Kümmelöl

Diese Variante ist vor allem angebracht bei Blähungen. Das Innentuch wird dazu mit zehnprozentigem Kümmelöl getränkt, in Alufolie eingeschlagen und zwischen zwei Wärmflaschen angewärmt und dann auf den Bauch gelegt. Dieser Wickel hilft bereits Babys, wenn diese unter lästigen Blähungen leiden und/oder die Nahrungsumstellung nicht vertragen. Das Innentuch wird am besten mit etwas Rohwolle oder Watte abgedeckt und dann mit dem Wollschal fixiert. Dieser Wickel darf auch über Nacht bleiben.

Pulswickel – Hände und Füße

Pulswickel sind eine Alternative zu den bekannten Wadenwickeln. Sie werden als Alternative bei Fieber angewandt. Dafür wird Wasser (Temperatur vier bis fünf Grad unter der Körpertemperatur) mit etwas frisch gepresstem Zitronensaft vermengt. Damit werden kleine Tücher getränkt und diese dann um die Schlagadern von Händen und Füßen gelegt. Darüber kommen Zwischentücher und fixiert wird das Ganze am besten mit Wollstulpen. Dieses Hausmittel wird alle zehn Minuten erneuert und die Anwendung drei Mal wiederholt. Danach ist eine Pause von mindestens einer Stunde nötig.

Leberwickel zur Fastenentgiftung

Nach Hildegard von Bingen wirkt ein Leberwickel entspannend und entlastend für den ganzen Körper. Dazu wird hauptsächlich Schafgarbe benötigt, Hirschzungenkraut, Mariendistelkraut und Salbei sind eine passende Ergänzung. Eine gute Handvoll der getrockneten Kräuter mit 400 Millilitern kochendem Wasser übergießen, 20 Minuten ziehen lassen. Ein dickes Mulltuch (oder ersatzweise Babywindeln oder ein kleines Frotteehandtuch) mit dem fertigen Tee tränken, die Kräuter können direkt in das Tuch gewickelt werden. Diesen Leberwickel nun am Rücken auflegen, noch ein Handtuch darüber. Mit einer Wärmflasche sollte der Wickel nun auch von außen gewärmt werden, während auf der Seite liegend entspannt wird. Dazu kann die Wärmflasche auch einfach mit Hilft eines alten Schals am Körper fixiert werden, bis der Wickel nach etwa 40 Minuten wieder abgenommen wird. Bestenfalls wird er nach dem Essen und vor der Nachtruhe gewickelt. Achtung, bei Magen- oder Darmgeschwüren sollte dieser Wickel nicht verwendet werden.

Die Gewöhnliche Schafgarbe (Achillea millefolium) wirkt unter anderem gallenflussanregend, astringierend und entkrampfend. Als Wickel angewandt entfaltet sie ihre Leber schützenden Wirkungen besonders gut. (Bild: pisotckii/fotolia.com)

Krautwickel fürs Knie

Wie schon oben angeschnitten, kommen die Wickel wieder in Mode und werden heutzutage sogar von Ärzten in die Therapie integriert. Bei akuten Kniebeschwerden, Knieschwellungen oder einer Arthrose wirken Krautwickel äußerst wohltuend. Für solch einen Wickel werden die Blätter des Wirsing- oder Weißkohl mit einer Teigrolle (oder einem Nudelholz) auf einer Babywindel gerollt, sodass die Säfte austreten können. Die Wirkung tritt bei diesem Wickel schnell ein, da er direkt am schmerzenden Kniegelenk angelegt wird. Dabei sollte dieser Wickel unbedingt mehrmalig über einen längeren Zeitraum angewandt werden. Er bleibt pro Anwendung für mindestens zwei Stunden am betroffenen Knie. Solch eine Krautwickelkur kann sogar gegen Gelenkverschleiß helfen – stellten Essener Forscher in einer Studie fest.

Ayurvedische Wickel

Auch in der indischen Naturheilkunde sind Wickel ein bekanntes Hausmittel. Sie werden aus unterschiedlichen Gründen aufgelegt – gegen Schmerzen, zur Entspannung, gegen Entzündungen oder zum Ableiten giftiger Stoffe. Bei Husten empfiehlt sich ein Wickel mit Ghee, der um die Brust gelegt wird. Achtung: Bei akuten Infekten mit Fieber oder Schleimbildung sowie bei vollem Magen sollten diese Wickel nicht angewandt werden.

Das Butterschmalz „Ghee“ kann einfach zu Hause hergestellt werden, es ist Basis für viele ayurvedische Wickel. Mit Hilfe des hochwertigen Öles können die Wirkstoffe in die Haut einziehen. (Bild: bjphotographs/fotolia.com)

Ayurvedischer Nierenwickel

Die Nieren filtern Giftstoffe aus den Körperkreisläufen, sie sollten immer warm gehalten werden. Ein richtig angewendeter Nierenwickel unterstützt den Körper hervorragend bei der Ausscheidung belastender Stoffe.

Der Nierenwickel wird mit Ingwer und Ackerschachtelhalm zubereitet. Aus drei Esslöffeln geriebenem Ingwer, einem Esslöffel Ackerschachtelhalm sowie einer kleinen Tasse heißem Wasser angerührt, und dann mindestens acht Stunden stehen gelassen. Am nächsten Tag diese Flüssigkeit nochmal erwärmen, wenn sie zu dickflüssig ist, mit mehr Wasser verdünnen. Anschließend mit der Mullwindel (oder ersatzweise einem Baumwolltuch) filtern. Die Masse auf dem Tuch verteilen und den Wickel mit der gefilterten Flüssigkeit tränken, anschließend auspressen.

Dieser Wickel kann nun – mit der Ingwermasse nach innen – auf die Nieren gelegt werden, über den Rücken. Die Wirkung des Wickels kann durch eine Wärmflasche noch verbessert werden. Der Wickel sollte spätestens dann abgenommen werden, wenn die Wärmflasche erkaltet ist. Danach die Nieren gut abtrocknen und dem Körper noch etwas Ruhe gönnen.

Für alle ayurvedischen Wickel wird frischer Ingwer benötigt, der möglichst fein gerieben wird. (Bild: tycoon101/fotolia.com)

Verschiedene Wickel

Spezielle Varianten der Wickel können gegen verschiedene weitere Beschwerden angewandt werden, wobei die Wirkstoffe eine maßgebliche Rolle spielen.

Wickel mit Heilerde

Ein Wickel mit Heilerde hilft bei Verstauchungen, Gelenkbeschwerden, einem Abszess und Vielem mehr. Warmes oder auch kühles Wasser, je nach Beschwerden und Empfinden, wird mit Heilerde zu einem Brei vermischt und dann auf die Mitte eines Baumwolltuches gestrichen. Die beiden anderen Enden werden eingeschlagen und der Wickel wird mit der dünnen Seite auf den erkrankten Bereich gebracht. Ein Heilerdewickel kann solange dort bleiben, wie es angenehm ist.

Quarkwickel bei Gelenkbeschwerden

Gelenkbeschwerden – vor allem, wenn diese akut und entzündlich sind – reagieren recht gut auf eine Anwendung mit Quark. Dafür wird der Quark nicht direkt auf die Haut aufgebracht, sondern wie bei dem Heilerdewickel auf ein Tuch gegeben. Der Quarkwickel darf ebenso lange dort bleiben, wie dies gut tut.

Wickel mit Senfmehl für die Gelenke

Bei chronischen Beschwerden ist der Senfmehlwickel ein gutes Hausmittel. Dafür wird schwarzes Senfmehl mit warmem oder gar heißem Wasser zu einem Brei vermischt und dann auf ein Tuch gebracht. Dies wird von beiden Seiten eingeschlagen und mit Hilfe einer Mullbinde am schmerzenden Gelenk befestigt. Der Wickel wird sofort entfernt, wenn das Ganze zu brennen beginnt, ansonsten nach fünf bis zehn Minuten.

Ein Wickel aus Bienenwachs

Eine Bienenwachsauflage ist etwas ganz Besonderes und schon für die kleinsten Kinder geeignet. Die fertigen Bienenwachsauflagen sind in der Apotheke zu erwerben. Sie werden mit Papier abgedeckt und dann zwischen zwei Wärmflaschen angewärmt. Danach können sie direkt auf die Haut gelegt werden. Sie helfen bei Husten, bei Gelenk- und Rückenbeschwerden und lindern Bauchschmerzen und Blähungen. (sw, dp, aktualisiert am 07.11.2018)

Quelle

Gruß an die Wissenden

TA KI

Hopfen (Humulus) – eine alte Heilpflanze


Hopfen (Humulus)

Hopfen entstammt in seiner Wildform wahrscheinlich den feuchten Bergtälern im vorderen Asien. Heute ist der Echte Hopfen (Humulus lupulus) in mehr als 50 Ländern zwischen dem 35. und 55. Breitengrad kultiviert und wird überwiegend für das Bierbrauen verwendet. Unter anderen Breitengraden kann er nicht mehr ausreifen. In Mitteleuropa ist der Wilde Hopfen nahezu überall anzutreffen. Er kommt nicht sehr häufig vor, wächst dann aber meist in kleinen Gruppen. Die Wildpflanze wächst bevorzugt an stickstoffreichen Standorten mit ausreichend Feuchtigkeit. Der Hopfen (Humulus) ist eine zweihäusige Pflanze – der männliche Blütenstand ist eine Rispe, der weibliche eine zapfenartige Ähre. Man findet ihn vor allem an Waldrändern, Lichtungen und Gebüschen. Die Blüten wachsen von Juni bis August, die Früchte reifen von Juli bis September.

Geschichte

Als Heilpflanze ist der Hopfen schon sehr lange bekannt. Bereits in der Antike und im Frühmittelalter berichten Ärzte von seinen positiven Eigenschaften der Pflanze. Über Jahrhunderte findet man ihn in allen bekannten Werken der Kräuterkunde. Vom persischen Arzt Johannes Mesue wurde die Pflanze beispielsweise im 8. Jahrhundert zur Blutreinigung und bei Gallenleiden empfohlen.
In Mitteleuropa ist der Anbau von Hopfen seit der Karolingerzeit belegt. Er wurde anfangs in Klostergärten gezüchtet, um eine wohlschmeckende und nährstoffreiche Fastenspeise zu haben. Auch wurde ihm eine dämpfende Wirkung auf sexuelle Regungen zugeschrieben, die vor allem für Mönche von Nutzen war. Auch Hildegard von Bingen widmete dem Hopfen ihre Aufmerksamkeit. Im Mittelalter rühmte Paracelsus seine den Schlaf fördernde Eigenschaft.

Inhaltsstoffe

Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen des Hopfens gehören Hopfenbittersäuren (Humulon und Lupulon), Lupulin, ätherisches Öl, Gerbstoffe, Harze, Flavonoide sowie Mineralstoffe, Zucker und Eiweiß.

Anwendung in der Volksmedizin

Für Heilzwecke werden in der Volksmedizin ausschließlich die Fruchtstände (Zapfen) der weiblichen Pflanzen verwendet. Hopfen wird bei verschiedenen Beschwerden eingesetzt, beispielsweise bei Nervosität und innerer Unruhe, Reizblase und Schlafstörungen. Das Hopfenbitter wirkt appetitanregend und verdauungsfördernd, auch hemmt es das Wachstum von Bakterien. Auch fördert es die Absonderung von Speichel- und Magensaft. Sein Tee wirkt nervenberuhigend, lindert Schlaflosigkeit, Unruhe und Depressionen. Besonders das Einschlafen kann er verbessern.
Weiterhin wird er bei nervösen Magen-, Darm- und Blasenleiden verwendet. Seine antibiotische, krampflösende und harntreibende Wirkung wird bei Nieren- und Blasenerkrankungen genutzt. Hopfen wirkt fiebersenkend, auch kann er Muskel- und Gelenkschmerzen bei rheumatischen Erkrankungen lindern. Äußerlich können Hopfenaufgüsse oder ein Brei aus Hopfenzapfen bei Prellungen, arthritischen und rheumatischen Schmerzen sowie bei schmerzhaften Furunkel, Geschwüre, Ekzeme, Akne und Entzündungen der Haut helfen.

Bei selbst gesammeltem Hopfen sollen die reifen Zapfen vor Sonne geschützt getrocknet werden. Die Inhaltsstoffe des Hopfens werden für unterschiedliche medizinische Zwecke in der Volksmedizin verwendet.

R E Z E P T E

Wässriger Auszug

Für einen wässrigen Auszug aus den Zapfen wird das Verhältnis von 1 Teil zerkleinerter getrockneter Zapfen zu 20 Teilen Wasser empfohlen. Dieser Auszug wird verwendet, um den Appetit anzuregen, die Verdauung zu verbessern sowie für die Behandlung von Gastritis, Magen-Darm-Beschwerden sowie als Diuretikum und entzündungshemmendes Mittel bei Entzündungen der Blase und Nieren, Gallenblase und Leber. Dazu nehmen Sie von dem Auszug 3-mal täglich 1 EL vor dem Essen ein.

Aufguss als Beruhigungsmittel

Oft wird ein Aufguss von Hopfen als Beruhigungsmittel bei erhöhter nervöser Erregung und Schlaflosigkeit verwendet. Dafür übergießen Sie 2 TL zerkleinerte getrocknete Zapfen mit 0,25 l kochendem Wasser, lassen den Aufguss abkühlen und trinken ihn noch warm vor dem Schlaf. Dieser Aufguss wird auch für die Verringerung der sexuellen Erregbarkeit eingesetzt.

Wässriger Brei

Der wässrige warme Brei aus zerkleinerten Zapfen von Hopfen wird als Analgetikum bei Prellungen, arthritischen und rheumatischen Schmerzen, sowie bei schmerzhaften Furunkel, Geschwüren, Ekzeme, Akne und Entzündungen der Haut verwendet.

Haarausfall und Schuppen

Aufgüsse und Sude von Hopfen helfen auch den vorzeitigen Haarausfall und Schuppen zu bekämpfen.

Hinweis: Hopfen ist eine leicht giftige Pflanze. Daher sollte seine Anwendung nicht überdosiert werden. Nur 1 bis 2 g Lupulin (im Hopfen enthalten) können Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Müdigkeit, Schwäche und Kopfschmerzen auslösen.

Quelle

Gruß an die Wissenden

TA KI

Hildegard von Bingen: Heilkraft von Edelsteinen und Metallen


Seit Jahren interessieren sich immer mehr Menschen für die Naturheilkunde Hildegards von Bingen. Trotzdem ist ein Teil davon, die Edelsteinheilkunde, noch relativ unbekannt. Hautunreinheiten, Gelenkschmerzen, Kreislaufbeschwerden und Stress sind nur einige der Leiden, bei denen Steine helfen.

Das Buch “Hildegard von Bingen – Die Edelsteine und Metalle: Das Kompendium” ist ein kompaktes Nachschlagewerk: Für jede Erkrankung wird genau beschrieben, welcher Stein wie verwendet wird.

Trotz aller sprachlichen und begrifflichen Schwierigkeiten bei der Übertragung des Originaltextes in eine heute verständliche Form sollte man sich dennoch nicht abhalten lassen, sich den bei Hildegard beschriebenen Edelsteinen und Metallen zuzuwenden.

Gerade eine mögliche Heilanwendung der Steine und Metalle begründet heute unser Interesse an ihnen. Obwohl Heilungen oder eine Stabilisierung der Gesundheit durch die Anwendung von Edelsteinen bis heute wissenschaftlich nicht nachprüfbar sind, konnte ich in der Praxis bisher erstaunliche Linderungen verschiedenartigster Krankheitszustände durch die zusätzliche Anwendung von Edelsteinen beobachten.

Das Kompendium soll zudem Behandler, die sich ebenfalls mit den Edelsteinen der hl. Hildegard beschäftigen, dazu anregen, eine Kasuistik der Edelsteine Hildegards zu erstellen, um eventuell auf diesem Weg die echten Hildegard-Anweisungen von den später hinzugefügten zu scheiden.

Es wurde versucht, den bei Hildegard beschriebenen Edelsteinen unsere heute gebräuchlichen Bezeichnungen zuzuweisen und sie mineralogisch einzuordnen. Bei nahezu allen Steinen sind verschiedene Anwendungshinweise (im Text als Rezepte bezeichnet) beispielhaft angeführt, um eine mögliche Anwendung zu erleichtern.

Doch darf man die Steine nur als einen kleinen Teil aus der Gesamtheit der von Hildegard überlieferten Heilmittel betrachten. Ebenso muss bei der Anwendung der gedankliche Zusammenhang zu dem komplexen Medizinsystem Hildegards gewahrt bleiben (Heilsteine in der Steinheilkunde).

Es wäre falsch, die Edelsteine aus dem gesamten Medizinwerk Hildegards herauszunehmen und eine eigenständige Edelsteintherapie daraus zu entwickeln.

Die Edelsteine werden in der Therapie nur als ein möglicher Baustein in einem großen Gebäude verstanden, nicht als ein in sich geschlossenes, eigenständiges Medizinsystem.

In „Hildegard Medizin Praxis“ habe ich versucht aufzuzeigen, dass die Hildegard-Heilkunde an sich auf vier verschiedenen Säulen steht.

Das sind:

1. Die Diät (richtige Ernährung, Lebensweise, …)

2. Das Fasten (Rückbesinnung auf Gott)

3. Die Ausleitungsverfahren (Aderlass, Schröpfen, Brennkegel)

4. Die Heilmittel (Fauna, Flora, Metalle, Elemente, Edelsteine) Diese vier Säulen halten untereinander die Waage.

Jede muss ihre „discretio“ (das rechte Maß) wahren, um das gesamte System nicht zu gefährden und um ihm nicht zu schaden. Die Edelsteine und Metalle sind in dieser Aufzählung dem Punkt vier, den Heilmitteln, zuzuordnen, und spielen selbst da nur eine untergeordnete Rolle im Vergleich zu der Fülle der Heilmittel aus dem Pflanzenreich.

Vor jeder Selbstmedikation von Edelsteinen und Metallen muss ein Arzt oder Heilpraktiker im Sinne des HpG zu Rate gezogen werden, um Fehldiagnosen auszuschließen und einem durch die unkontrollierte Selbstbehandlung möglichen gesundheitlichen Schaden vorzubeugen, oder, um andere, behandlungsbedürftige Krankheiten zu erkennen und medizinisch zu versorgen.

Das Kompendium der Edelsteine und Metalle möchte aber nicht zuletzt die wunderbare Vielfalt und große Schönheit der bei Hildegard von Bingen beschriebenen Mineralien aufzeigen, sondern auch den weiteren Zugang zu den Schriften Hildegards eröffnen und das Interesse an ihnen wecken.

Saphir

Einordnung und Anwendung

Als Saphir bezeichnet man die blaue oder hellblaue, aber auch grünliche oder gelbe Varietät des Korund.

Für die Anwendung in der Edelsteinmedizin benötigen wir – wie auch bei allen anderen Edelsteinen – keine teuren geschliffenen Steine, sondern es genügt ein gewöhnlicher Saphir-Kristall, eine Saphir-Scheibe oder sogar ein Bruchstück von einem Saphir, das auch getrommelt sein darf.

Wird der Saphir zur Behandlung verwendet, sollte er auf keinen Fall gefasst sein, weil die Legierung der Fassung die Heilwirkung negativ beeinflussen oder gar zunichte machen kann.

Indikation

Rezept

• Saphir-Trommelstein oder • Saphir-Scheibe oder
• Saphir-Kristall
• 250 ml Wein

Den Saphir beim Aufstehen in den Mund nehmen und ca. 1/2 bis 3/4 Stunde im Mund behalten, bis sich der Stein angewärmt hat. Kurz bevor wir den Stein aus dem Mund nehmen, erwärmen wir ca. 250 ml Wein auf dem Herd, nehmen den Stein aus dem Mund und halten ihn in den Wein-Dampf, bis sich der Saphir beschlägt. Diesen Beschlag ablecken und erneut in den Wein-Dampf halten und wieder ablecken (ca. 3–4-mal).

Danach den Wein von der Feuerstelle nehmen, abkühlen lassen und etwas davon trinken. Man kann den Stein auch in den Wein legen und dann den Wein trinken. Diese Saphir-Anwendung kann kurmäßig 6–8 Wochen lang durchgeführt werden. Danach sollte man eine Pause von 2–3 Wochen einlegen und dann erneut eine 6–8 wöchige Kur anschließen.

Für Kinder ungeeignet.

Der Saphir kann auch bei Schulkindern mit Lernschwierigkeiten eingesetzt werden. Dazu wird man aber nicht die Wein-Anwendung heranziehen, sondern zu folgendem Rezept greifen.

Indikation

Lernschwierigkeiten, Konzentrationsschwäche

Rezept

• Saphir-Trommelstein oder
• Saphir-Scheibe oder
• Saphir-Kristall

Mit dem Saphir die Zunge vor jeder Mahlzeit mehrmals bestreichen.

Bei älteren Schülern und auch bei Studenten können beide Rezepte für Lern- und Konzentrationsschwäche miteinander kombiniert werden, indem man morgens das Saphir-Wein-Rezept anwendet und dann den Tag über vor jeder Mahlzeit die Zunge mit dem Saphir bestreicht.

Wichtig für beide Anwendungen ist, dass der Patient nicht böswillig ist, d. h. er soll keine negativen Gedanken und Gefühle wie z. B. Zorn, Hass usw. hegen, weil dies den von sich aus labilen Säftehaushalt im Körper nachteilig beeinflussen kann. Diese Störungen im Säfteverhältnis behindern die regulierende Arbeit des Saphir. Doch auch dafür bietet der Saphir seine Hilfe an.

Indikation

Gicht, gichtbedingte Kopfschmerzen, Gichtanfälle

Rezept

• Saphir-Trommelstein oder
• Saphir-Scheibe oder
• Saphir-Kristall

Den Stein beim Anfall in den Mund nehmen und im Mund behalten, bis sich die Beschwerden gebessert haben.

Zorn und Gicht sind bei Hildegard zwei Begriffe, die stets zusammen auftreten. So ist ein zorniger Mensch oft mit der Anlage zu Gicht behaftet, und ein Mensch, der Gicht (und Rheuma) hat, kann sich seiner Umwelt mit Zornausbrüchen bemerkbar machen. Somit können beide Phänomene mit ein und demselben Heilmittel behandelt werden, weil es im Prinzip ein und dieselbe Krankheit ist.

Sie macht sich nur auf verschiedenen Ebenen bemerkbar. Auf der körperlichen Ebene in Form der Gicht – auf der seelischen Ebene in Form des Jähzorns. Die Krankheit kann auf beiden Ebenen gleichzeitig auftreten. Bemerkenswert ist bei diesem Textabschnitt auch die Beschreibung des „goldgefassten Saphir“. Dieser soll wirklich nur in reinstes Gold (999) gefasst sein, wenn wir ihn als Schmuckstein zu Heilzwecken verwenden wollen. Allerdings ist ein aus reinstem Gold gefertigter Ring – aufgrund der Weichheit des Goldes – nicht sehr dauerhaft. Das ist dann kein Ring für alle Tage, sondern nur für ganz besondere Anlässe und für die Heilkunde.

Hier verfahren wir wie beim Rezept für Gicht.

Karfunkel

Einordnung und Anwendung

Unter dem bei Hildegard beschriebenen „Karfunkel“ verstehen wir heute den Rubin. Dieser gehört – wie der Saphir in seinen verschiedenen Farben und der orangefarbene Padparadscha – in die Korund-Gruppe. Der Rubin hat eine hellrote bis dunkelrote, auch bis ins Violette reichende Farbpalette. Rubine können sowohl in Form von sechseckigen flachen Scheiben als auch als längliche, tonnenförmige, sechseckige Steine kristallisieren.

Häufig findet man an einer oder allen Kristall-Endflächen ein – mehr oder weniger deutlich ausgebildetes – Dreieck, oder mehrere ineinandergeschachtelte, stufenförmig ansteigende Dreiecke. Für die Behandlung genügt ein unbehandelter Rohstein.

Der Rubin sollte niemals – außer bei der Behandlung – auf der bloßen Haut getragen werden, da er bei falscher oder unkontrollierter Anwendung dem Menschen auch Schaden zufügen kann, wie wir bei Hildegard lesen. Schmuckstücke aus Rubin oder rubinbesetzten Schmuck deshalb immer nur auf der Kleidung tragen.

Indikation

Kopfschmerzen

Rezept

• Rubin-Kristall

Einen Rubin-Kristall auf den Scheitel auflegen, bis man eine Erwärmung an der Auflagestelle bemerkt. Das dürfte – so der Hildegard-Text – nach 30–45 Minuten der Fall sein. Wenn die Auflagestelle schon früher warm wird, dann muss der Stein entsprechend früher entfernt werden. Bei starker Wärmeentwicklung den Stein sofort wegnehmen.

Auch wenn sich kein Wärmegefühl einstellt, nimmt man den Rubin nach ca. 45 Minuten vom Kopf.
Die Anwendung kann 1–2-mal täglich durchgeführt werden.

Zur Behandlung von Kopfschmerzen kann man auch Apfelknospen-Öl, Tannensalbe, Birnhonig, Hirschzungenfarnpulver und den Jaspis einsetzen. Gut bewährt hat sich auch der Aderlass und das Schröpfen in Kombination mit den aufgeführten Heilmitteln.

Amethyst

Einordnung und Anwendung

Der Amethyst gehört – rein wissenschaftlich gesehen – in die Gruppe der Quarze und ist somit ein naher Verwandter des Bergkristalls, des Zitrin, des Prasem und anderer kristalliner Ausbildungen des Quarzes. Er ist ein hell- bis dunkelviolett gefärbter und klar durchsichtig bis durchscheinender Edelstein. Seine Farbe kann durch allzu lange und intensive Sonnenbestrahlung sowie durch intensive Wärmebehandlung nachlassen und bei Temperaturen über 250°C sogar ganz verschwinden.

Zum Einsatz in der Therapie kann man einen Amethyst-Trommelstein oder einen naturgewachsenen Amethyst-Kristall verwenden.

Indikation

Plötzliche Anschwellung, z. B. nach Stoß oder Schlag, nach Insektenstichen

Rezept

• Amethyst-Trommelstein oder
• Amethyst-Kristall

Den Amethyst mit Speichel befeuchten und mit dem befeuchteten Stein die Schwellung ca. 15–30 Minuten lang bestreichen. Der Schmerz lässt nach, und die Schwellung geht rasch zurück.

Der Amethyst nützt eigentlich jeder Familie mit Kleinkindern, denn diese haben oft mit Beulen oder angeschlagenen Gliedern zu „kämpfen“. Hier kann der Amethyst eine rasche Linderung bringen.

Indikation

Fleckige Gesichtsfarbe, Hautunreinheiten; als After- Shave – nach der Rasur, wenn die Haut „brennt“

Rezept 1

• Amethyst-Trommelstein oder
• Amethyst-Kristall

Den Amethyst mit Speichel befeuchten und dann den Speichel auf die eckige Gesichtshaut auftragen.

Rezept 2

Wir setzen ca. 1l Wasser auf den Herd und bringen es zum Kochen. Den Amethyst halten wir in den Wasserdampf, bis er beschlägt. Dann nehmen wir den Topf vom Herd und legen den Stein in das heiße Wasser. Dieses lassen wir abkühlen und waschen das Gesicht mit diesem Amethyst-Wasser.

Die Anwendung – morgens die Speichelbehandlung, tagsüber das Amethyst- Wasser – wiederholen wir so lange, bis die Haut fleckenfrei ist. Als Rasierwasser kann man das Amethyst-Wasser natürlich auch morgens nach der Rasur verwenden.

Wichtig! Das Gesicht sollte nicht mit Seife oder anderen „waschaktiven Substanzen“ gewaschen werden, sondern immer nur mit reinem Leitungswasser. So kann man sich eine schöne Gesichtshaut bis ins hohe Alter bewahren.

Gold

Einordnung und Anwendung

Hildegard schreibt, dass das Gold – bevor es zur Anwendung kommt – gereinigt werden muss, aber so, dass ihm nichts „abege“. Was dieses „abege“ bedeutet, konnte bisher noch nicht genau erschlossen werden.

Wenn wir deshalb Nuggetgold für die Anwendungen benützen, dann muss dieses vorher
– in einem Reinigungsprozess – eventuell sogar mehrere Male geglüht oder zum Schmelzen ge-
bracht werden, damit sich das Gold von „Unrat“ befreien kann. Dann erst ist es für den Einsatz als Medikament brauchbar.

In letzter Zeit bin ich auch dazu übergegangen, Feingold, wie wir es in jeder Bank kaufen können, in die Behandlung mit einzubeziehen. Die Münze oder der Feingoldbarren wird vor der Pulverisierung einmal zum Glühen gebracht.

Bei diesem Gold kann man außerdem sicher sein, dass es reines Gold ist. Goldnuggets können – je nach Reinheitsgrad – einen relativ hohen Anteil an „Fremdbestandteilen“ haben.

Indikation

Gicht, Rheuma, Arthritis, Arthrose; zur Magenreinigung, zur Normalisierung des Hungergefühls (sowie bei Appetitlosigkeit als auch bei „Fresssucht“); Universalmittel zur Erhaltung der Gesundheit und zur Vorbeugung gegen Krankheiten; unterstützend zur Regulierung des vegetativen Nervensystems,
zur Optimierung des Wärmehaushalts, zur Regulierung und Aktivierung des hormonellen Systems

Rezept

• 2 x 0,6 g Goldpulver
• 2 x 1/2 Handvoll Weizen- oder Dinkelfeinmehl
• Wasser

Am ersten Tag:

Die Menge Feinmehl, die auf eine halbe Handfläche passt, mit etwas Wasser zu einem knetfähigen Teig anrühren. Diesem Teig wird ein Päckchen Goldmehl zu 0,6g untergeknetet. Den nun fertigen Goldmehl-Teig essen wir am ersten Tag morgens nüchtern, etwa eine halbe Stunde vor dem Frühstück.

Am zweiten Tag:

Wir bereiten uns denselben Teig auf dieselbe Art und Weise wie am Vortag und formen aus dem Goldmehlteig einen Keks oder einen Fladen, den wir bei 180°C ca. 5 bis 10 Minuten lang backen. Den fertigen Goldkeks – wir können es auch als „Goldbrot“ bezeichnen – essen wir auf nüchternen Magen etwa eine halbe bis eine Stunde vor dem Frühstück. Fertig ist die Goldkur!

Eine der Abschriften der Physica beschreibt bei der Goldkur noch einen weiteren, dritten Tag, an dem das Goldplätzchen genommen werden sollte. Bisher hat es sich jedoch bewährt, die Goldkur an zwei aufeinanderfolgenden Tagen durchzuführen. Wer aber nach den ersten zwei Tagen Goldkur noch keine Besserung seines Zustandes erfahren hat, kann natürlich noch einen dritten Tag anhängen und sich am darauffolgenden Tag nochmals ein Goldplätzchen zubereiten und entsprechend nüchtern verzehren.

Die Mehlmenge für die Goldkur gibt Hildegard ganz individuell an.

Ein Mensch mit kleinen Händen – etwa ein Kind – benötigt eine wesentlich kleinere Menge an Feinmehl als z. B. ein erwachsener Mann.

Aufgrund dieser individuellen Mengenangabe halte ich nichts von bereits fertig gebackenen Goldkeksen oder fertigen Goldmehlmischungen.

Zur Bereitung des Goldmehlteiges ist es von Vorteil, das Mehl in eine kleine Schüssel zu geben, nach und nach das Wasser einzuschütten. Sobald man einen schönen, knetfähigen Teig hat, kann man das Goldpulver entweder in die Schüssel streuen und unterkneten, oder man macht mit dem Finger eine kleine Mulde in den Teig, füllt das Gold hinein und knetet es dann kräftig unter.

Indikation

Gicht, Rheuma, Arthritis, Arthrose, „Magen eber“, Allergieneigung, empfndlicher (nervöser) Magen

Rezept

• Gold (Goldmünze, Goldbarren, Goldnugget)
• 1 l Wein

Gold in einen Schmelztiegel geben und am Feuer (in der Glut) oder über einer Flamme bis zum Glühen des Goldes erhitzen, und anschließend sofort glühend in den naturreinen Wein legen. Diesen Vorgang wiederholen wir so oft, bis der Wein warm wird (je nach Größe des Goldstückes 2–3-mal). Von diesem goldgewärmten Wein trinken wir 3–5-mal täglich je ein bis drei Likörgläser voll. Der Goldwein ist dabei jedes Mal etwas zu erwärmen.

Es ist sinnvoll, beide Anwendungen, die Goldkur in Form von Goldmehlteig und Goldmehlplätzchen und den Goldwein miteinander zu kombinieren, um eine rasche Besserung des Zustandes zu erreichen.
Für die Behandlung von Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises sollte man Goldkur (in Form von Goldmehlteig und Goldmehlplätzchen) und Goldwein miteinander kombinieren, um eine raschere Linderung zu erreichen… (Kolloidales Gold: Faszinierendes Heilmittel)

Auszug aus dem Buch “Hildegard von Bingen – Die Edelsteine und Metalle: Das Kompendium“.

Quellen: PublicDomain/st-benno.de am 08.06.2018

Quelle

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Gruß an die Wissenden

TA KI

 

Gesundheit: Die 10 mächtigsten Heilpflanzen


Heilpflanzen werden oft unterschätzt. Manchmal nutzt man sie bei kleinen Wehwehchen. Aber wirkliches Vertrauen bringt man ihnen nicht gerade entgegen. Das ist schade, denn in Heilpflanzen steckt ein solch grosses Potential für unsere Gesundheit, dass es fast schon leichtsinnig wäre, darauf zu verzichten.

Wir stellen Ihnen heute die Top Ten der Heilpflanzen vor. Wetten, dass auch Sie künftig – bei Beschwerden gleich welcher Art – verstärkt Heilpflanzen nutzen werden?

Heilpflanzen wirken ganz anders als schulmedizinische Medikamente. Und das ist auch ganz normal.

Denn Heilpflanzen bestehen nicht aus einem einzigen künstlichen Wirkstoff, sondern aus einem Potpourri an natürlichen Wirkstoffen, das bei jeder Heilpflanze anders ist.

Da sind Vitamine, Mineralien, Spurenelemente, Antioxidantien und die ganz speziellen sekundären Pflanzenstoffe. Letztere sind es meist auch, die für die spezifische Wirkung der Pflanze verantwortlich sind.

Auch Heilpflanzen haben Nebenwirkungen. Nebenwirkungen sind hier jedoch nicht gleich bedeutend mit unerwünschten Begleiterscheinungen – wie das bei den meisten Medikamenten der Fall ist.

Nebenwirkungen von Heilpflanzen sind einfach weitere positive Wirkungen. Nehmen wir die Pfefferminze. Ihre Wirkstoffe sind insbesondere ätherische Öle, Flavonoide und Gerbstoffe. Die Hauptwirkung der Pfefferminze bezieht sich auf die Linderung von Magen-Darm-Beschwerden.

Hier wirkt sie jetzt aber nicht – wie das ein schulmedizinisches Medikament tun würde – ausschliesslich gegen zu viel Magensäure oder ausschliesslich gegen Blähungen oder ausschliesslich gegen Schmerzen.

Die Pfefferminze wirkt ganzheitlich:

Sie löst schmerzhafte Krämpfe (spasmolytisch). Sie behebt Blähungen, fördert die Bildung der Gallen-, Magen- und Verdauungssäfte und beschleunigt die Magenentleerung.

Das sind die Hauptwirkungen der Pfefferminze. Und wie sieht es mit den Nebenwirkungen aus? Diese sind natürlich ebenfalls vorhanden, nämlich die folgenden:

Die Pfefferminze wirkt antibakteriell, macht die Atemwege frei, eliminiert schlechten Mundgeruch, wirkt gegen Mundschleimhautentzündungen und sogar gegen Kopfschmerzen.

Unerwünschte Nebenwirkungen gäbe es nur, wenn man die Wirkstoffe der Pfefferminze (z. B. das ätherische Öl) isoliert und in zu grossen Dosen einnehmen würde.

Heilpflanzen jedoch, die in Form natürlicher Zubereitungen verwendet werden, sind mehrheitlich frei von unerwünschten Wirkungen.

Sicherheitshalber sollten jedoch Schwangere und Stillende sowie sehr empfindliche Menschen vor dem Gebrauch von Heilpflanzen ihren Arzt oder Therapeuten befragen.

 

Die Top-Ten der Heilpflanzen

Nachfolgend stellen wir Ihnen zehn der mächtigsten Heilpflanzen und ihre Wirkungen vor und hoffen, damit auch Sie vom grossartigen Nutzen der Phytotherapie (Heilpflanzentherapie) überzeugen zu können.

1.) Die Mariendistel

Die Mariendistel ist eine stachelige, violett blühende Pflanze, die man – insbesondere in warmen Regionen – wild am Wegesrand finden kann.

Jahrhunderte lang wurden die Samen der Mariendistel, die den aktiven Inhaltsstoff Silymarin enthalten, zur Stärkung der Leber verwendet.

Da das Silymarin eine hohe Schutzwirkung auf die Leber hat, verhindert es Schäden, die durch eine Überbelastung der Leber (z. B. durch Vergiftungen oder Entzündungen) entstehen.

Auch bei der heutzutage häufig auftretenden Leberverfettung hat sich die Mariendistel bestens bewährt.

Die Leberschutzwirkung der Mariendistel wurde in Studien eindeutig belegt. Es wurde darin nachgewiesen, dass das schädliche Potential von Leber schädigenden Stoffen in Anwesenheit der Mariendistel abgeschwächt oder gar aufgehoben werden kann.

Die Mariendistel schützt die Leber jedoch nicht nur vor Giftstoffen, sondern beschleunigt auch die Regeneration der Leberzellen.

2. Der Beifuss

Eine äusserst unscheinbare, aber dafür umso mächtigere Heilpflanze ist der gemeine Beifuss (Artemisia vulgaris) – ein Verwandter des Wermut.

Der Beifuss ist in Mitteleuropa heimisch, was äusserst praktisch ist, da man ihn somit nahezu überall kostenfrei zur Verfügung hat.

Die Einsatzgebiete des Beifusses sind vielfältig. Besonders wirksam ist er jedoch bei Beschwerden des Verdauungssystems und bei Frauenleiden.

Ob also Verdauungsschwäche, Blähungen, Appetitlosigkeit oder Gallenleiden, der Beifuss hilft hier genauso wie bei Menstruationsbeschwerden und Krämpfen nahezu aller Art.

Eine Variation des Beifusses ist der einjährige Beifuss (Artemisia annua). Er stammt aus Fernost und wird schon seit vielen Jahrhunderten in der Traditionellen Chinesischen Medizin eingesetzt. Er gilt als Mittel gegen Krebs sowie gegen Malaria (wozu es ganz aktuelle Studien gibt).

Sie sehen also, wie einfach es mit Hilfe von Heilpflanzen sein kann, die eigene Gesundheit zu verbessern.

 

3.) Der Flohsamen

Die Samen des Flohsamens enthalten lösliche Ballaststoffe, die beachtliche Mengen an Wasser aufnehmen können. Nur ein Teelöffel mit Flohsamen lässt eine Tasse voll Wasser innerhalb einer Minute so dickflüssig wie Pudding werden.

Das enorme Quellvermögen des Flohsamens macht ihn zu einem probaten Hilfsmittel gegen Darmträgheit: Der Darminhalt wird durch den Flohsamen vermehrt, ein Dehnungsreiz wird ausgelöst und dieser führt dann schliesslich zur Darmentleerung.

Gleichzeitig werden möglicherweise vorhandene Schlacken oder Kotreste von den Darmwänden gefegt, weshalb Flohsamen zu den Bestandteilen einer jeden hochwertigen Darmreinigung gehören.

Will man die Wirkung des Flohsamens verstärken, dann wählt man nicht den ganzen Flohsamen, sondern Flohsamenschalen. Je feiner diese pulverisiert sind, umso stärker ist deren Quellvermögen und somit ihre Darm reinigende Wirkung.

In Verbindung mit der Einnahme von Flohsamenschalen ist eine ausreichende Trinkmenge von ca. 2,5 Liter stillem Wasser pro Tag enorm wichtig, da es sonst leicht zur Verstopfung kommen kann.

Flohsamen werden aufgrund ihres hohen Gehaltes an heilenden Schleimstoffen auch häufig bei Magengeschwüren und Hämorrhoiden verwendet. Der Schleim legt sich schützend auf die Schleimhäute von Magen und Darm und fördert so deren Regeneration.

Bei einem Darmverschluss sollte man Flohsamen natürlich nicht einnehmen.

4.) Die Klettenwurzel

Kletten kennt jeder – zumindest noch aus der Kindheit. Kletten haften besonders gern an der Kleidung oder im Fell von Tieren. Ungünstig ist es, wenn sich eine Klette im langen Haar verfängt, da ihre Entfernung dann wirklich langwierig werden kann…

Genau diese Eigenschaft macht die Klette jedoch für unser Blut so wertvoll. Es sind nämlich nicht nur ihre Früchte, die klebende oder bindende Fähigkeiten haben.

Auch die Wurzel der Klette kann – laut der Volksheilkunde – binden, allerdings nicht an Kleidung, sondern an Schwermetalle und Gifte. Die Toxine werden auf diese Weise rasch aus dem Körper ausgeschwemmt.

Die Klettenwurzel wirkt ausserdem harntreibend, so dass die gebundenen Giftstoffe nicht unbedingt über den Darm, sondern auch über die Nieren ausgeschieden werden können.

Die Klette besitzt zudem antibakterielle und antimykotische (pilzfeindliche) Eigenschaften, weshalb sie auch sehr gerne bei Hautproblemen wie beispielsweise bei Akne oder als öliger Auszug bei schuppiger Kopfhaut angewandt wird.

Die Haupt-Inhaltsstoffe der Klettenwurzel sind Inulin, Schleime, ätherisches Öl, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Sitosterin sowie die erwähnten antibiotisch und fungizid wirkenden Substanzen.

5.) Die Bärentraubenblätter

Die Bärentraube ist eine Heilpflanze, deren Wirkung als Entgiftungs- und Heilmittel der Nieren, vor allem aber der Blase und der ableitenden Harnwege schon lange bekannt ist.

Daneben verwendet man die Blätter auch bei Husten und bei chronischen Durchfällen.

Der Hauptinhaltsstoff ist das Arbutin. Daneben sind noch Gerbstoffe, Flavonoide und etwas ätherisches Ölin den Bärentraubenblättern enthalten.

Wichtig für die Wirkung des Bärentraubenblättertees ist die richtige Zubereitung:

Durch einen Kaltansatz werden die wichtigen wirksamen Inhaltsstoffe ausgezogen, während die Gerbstoffe, die wegen der Magenbelastung und des unappetitlichen Aussehens nicht erwünscht sind, kaum aus dem Pflanzenmaterial extrahiert werden.

Ein Kaltansatz wird folgendermassen hergestellt. Die Bärentraubenblätter werden mit kaltem Wasser übergossen und einige Stunden (z. B. über Nacht) bei Raumtemperatur stehen gelassen. Dann seiht man die Flüssigkeit ab, erwärmt und trinkt sie.

Allerdings sollte man den Tee – wie alle anderen Arzneitees auch – nur für begrenzte Zeit zu sich nehmen, also so lange, bis die Beschwerden nach wenigen Tagen nachlassen.

Als Tee für jeden Tag eignet sich der Bärentraubenblättertee nicht.

 

6.) Die Stechwinde (Wurzel)

Beheimatet ist die Stechwinde (Sarsaparille) in den zentralamerikanischen Staaten Guatemala, Honduras und San Salvador.

Schon der Name bzw. das Aussehen der Pflanze deutet auf eine ihre Wirkungen hin: Die Stechwinde sticht – und das nicht wenig.

Ihre Wurzel soll nun unter anderem gegen stechende Schmerzen helfen, und wurde mit dieser Eigenschaft bereits vor Jahrhunderten von den Indianern und Chinesen als Schmerzmittel eingesetzt.

Die Stechwinde enthält 1 – 3% Steroidsaponine, Phytosterine und Stärke. Sie hat entzündungshemmende und reinigende Eigenschaften. Auch wirkt sie antioxidativ.

Die Pflanze galt früher als ausgezeichnetes Mittel gegen die Syphilis. Heute ist sie hauptsächlich Bestandteil vieler Blutreinigungstees und unterstützt somit die Leber als Hauptentgiftungsorgan, die bei gesundheitlichen Problemen stechende Schmerzen verursachen kann.

Die Stechwinde kann auch bei der Ausleitung von Umweltgiften eingesetzt werden und hilft aus naturheilkundlicher Sicht bei der Borreliosebehandlung sowie bei asthmatischen Beschwerden und Allergien.

Die Wurzel der Stechwinde soll ausserdem die Bildung weisser Blutkörperchen stimulieren, vor allem die der T-Lymphozyten und der Makrophagen (Fresszellen), was natürlich die Abwehrkraft des Körpers verbessert.

Die blutreinigende Wirkung der Stechwinde ist folglich hilfreich, um Hautprobleme aller Art wie Ekzeme, Milchschorf, Schuppenflechte, Akne, Furunkel und Warzen zu lindern.

Selbst als Aphrodisiakum für den Mann wird die Stechwinde traditionell eingesetzt. Sie soll – wohldosiert – die Testosteron-Produktion anregen, dadurch die männliche Potenz steigern und Muskelmasse aufbauen helfen.

7.) Der Löwenzahn

Wahrscheinlich ist der Löwenzahn deshalb so weit verbreitet, damit für jeden genug dieser mächtigen Heilpflanze zur Verfügung steht 🙂

Der Löwenzahn ist ein leicht bitter schmeckendes Kraut mit Bitterstoffen, Carotinoiden, Flavonoiden, Gerbstoffen, Vitaminen, Mineralstoffen, Schleimstoffen und (in der Wurzel) mit Inulin.

Der Löwenzahn kann Fasten-Symptome wie Kopfschmerzen sowie Nachwirkungen eines übermässigen Alkoholgenusses lindern. Er wird auch bei Bluthochdruck, Husten, Verstopfung und Problemen mit der Gallenblase eingesetzt.

Auch regt der Löwenzahn die Durchblutung an. Auf diese Weise unterstützt er den Abtransport von Stoffwechselschlacken, die sich im Bindegewebe eingelagert haben und zu Krankheiten wie Rheuma und Gicht beitragen können.

Betroffene profitieren vom Löwenzahn insbesondere durch einen spürbaren Schmerzrückgang.

Eine Löwenzahn-Kur kann durch die Anregung der Gallensaftsekretion auch der Bildung oder der Vergrösserung von bereits vorhandenen Gallensteinen entgegen wirken.

Auch Beschwerden im Magen-Darm-Bereich wie Völlegefühl, Blähungen und Verdauungsprobleme können mit dem Löwenzahn gelindert werden.

Ausserdem hat der Löwenzahn eine harntreibende Wirkung, so dass er auch bei Problemen mit den Harnwegen hilfreich sein kann.

Ganz allgemein wirkt der Löwenzahn stärkend auf geschwächte Menschen, da er auch appetitanregend und insgesamt antriebssteigernd wirkt.

Eine Löwenzahn-Kur bietet sich insbesondere im Frühjahr an. Dazu wird der Löwenzahn in Form der frischen Pflanze, als Tee, als Löwenzahnwurzelextrakt, als Löwenzahnfrischpflanzensaft oder als Löwenzahnblattpulver über 4 bis 6 Wochen hinweg verzehrt.

8.) Die Brennnessel

Wer kennt sie nicht, die Brennnessel, die sich überall am Wegesrand und auf den Wiesen ausbreitet und allgemein als Unkraut angesehen wird. Doch ihre zahlreichen Gesundheitswirkungen heben diese Pflanze immer mehr aus ihrem Schattendasein heraus.

Ursächlich wird die Brennnessel bei Problemen der Haut, Muskeln und Gelenke u. a. bei Menschen angewandt, die eine krankhafte Neigung zu Harnsäurebablagerungen haben. Die Brennnessel hilft nämlich bei der Ausscheidung derselben.

Kräuterbücher des 16. Jahrhunderts beschreiben die Pflanze hauptsächlich als Mittel gegen Wassersucht. Und schon die alten Griechen wie Hippokrates hoben besonders die harntreibenden Wirkungen dieser Pflanze hervor.

Auch bei Paracelsus und der Heiligen Hildegard von Bingen wird die Brennnessel als Heilmittel erwähnt.

Aufgrund ihrer intensiven Wirkung wird die Brennnessel auch in der Homöopathie bei Hautauschlägen, leichten Verbrennungen und Sonnenbrand angewandt. Als Urtinktur wird sie von Homöopathen bei Rheuma und Gicht eingesetzt.

Bei der Verwendung von Brennesselkraut ist auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von mindestens 2,5 Liter stillem Wasser zu achten.

9.) Die Birkenblätter

Medizinisch genutzt werden die Blätter der Birke. Sie wirken besonders auf die Nieren (fördern die Nierendurchblutung und Nierenleistung) und auf die Harnwege.

Birkenblätter können als Tee oder als Frischpflanzensaft getrunken oder in Form von Tabletten oder Dragees eingenommen werden. Äusserlich finden die Birkenblätter in verschiedenen kosmetischen Produkten Anwendung, z. B. gegen Schuppenbildung.

Die Anwendungsgebiete der Birkenblätter sind im Einzelnen die folgenden:

  • Durchspülung der Harnwege bei bakteriellen und entzündlichen Erkrankungen, die mit Harndrang und Schmerzen beim Wasserlassen einher gehen
  • Bei Nierengriess
  • Zur unterstützenden Behandlung rheumatischer Beschwerden
  • Zur Blutreinigung im Rahmen von “Frühjahrskuren”

10.) Die Artischockenblätter

Die Artischocke, die ursprünglich aus dem Orient stammt, ist eine bis zu zwei Meter hohe, distelartige Staude. Ihre Blütenknospen werden als Gemüse verzehrt.

Heilsam sind jedoch insbesondere die Artischockenblätter, besonders als Artischockenextrakt.

Sie sind reich an Bitterstoffen (Hauptwirkstoff ist das Cynarin), Flavonoiden, Vitaminen, Mineralstoffen etc.

Die Artischockenblätter wirken hervorragend auf die Gallen- und Lebergesundheit. Sie fördern den Gallefluss und schützen die Leber und helfen ihr bei der Regeneration.

Auch die Bauchspeicheldrüse wird von den Bitterstoffen der Artischockenblätter angeregt, Verdauungssäfte auszuschütten.

Artischockenblätter wirken insgesamt blutfett- und cholesterinsenkend, entzündungshemmend, krampflösend und antioxidativ.

Man kann die Artischocke sowohl als Frischpflanzensaft als auch in Kapselform verwenden.

Sie sehen also, wie einfach es mit Hilfe von Heilpflanzen sein kann, die eigene Gesundheit zu verbessern.

Und wenn Sie eine Frühjahrskur planen sollten, dann kennen Sie jetzt eine ganze Wagenladung von Heilpflanzen, die Sie zur Entgiftung, Entschlackung, Leberregeneration, Blutreinigung etc. integrieren können.

Literatur:

Die einzige Antwort auf Krebs

Natriumbicarbonat: Krebstherapie für jedermann – Der Bestseller jetzt im Taschenbuch –

Selber machen statt kaufen – Haut und Haar: 137 Rezepte für natürliche Pflegeprodukte, die Geld sparen und die Umwelt schonen

Quellen: PublicDomain/zentrum-der-gesundheit.de am 05.04.2018

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Quelle: https://www.pravda-tv.com/2018/04/gesundheit-die-10-maechtigsten-heilpflanzen/

Gruß an die Wissenden

TA KI

Hopfen (Humulus) – eine alte Heilpflanze


Hopfen (Humulus)

Hopfen entstammt in seiner Wildform wahrscheinlich den feuchten Bergtälern im vorderen Asien. Heute ist der Echte Hopfen (Humulus lupulus) in mehr als 50 Ländern zwischen dem 35. und 55. Breitengrad kultiviert und wird überwiegend für das Bierbrauen verwendet. Unter anderen Breitengraden kann er nicht mehr ausreifen. In Mitteleuropa ist der Wilde Hopfen nahezu überall anzutreffen. Er kommt nicht sehr häufig vor, wächst dann aber meist in kleinen Gruppen. Die Wildpflanze wächst bevorzugt an stickstoffreichen Standorten mit ausreichend Feuchtigkeit. Der Hopfen (Humulus) ist eine zweihäusige Pflanze – der männliche Blütenstand ist eine Rispe, der weibliche eine zapfenartige Ähre. Man findet ihn vor allem an Waldrändern, Lichtungen und Gebüschen. Die Blüten wachsen von Juni bis August, die Früchte reifen von Juli bis September.

Geschichte

Als Heilpflanze ist der Hopfen schon sehr lange bekannt. Bereits in der Antike und im Frühmittelalter berichten Ärzte von seinen positiven Eigenschaften der Pflanze. Über Jahrhunderte findet man ihn in allen bekannten Werken der Kräuterkunde. Vom persischen Arzt Johannes Mesue wurde die Pflanze beispielsweise im 8. Jahrhundert zur Blutreinigung und bei Gallenleiden empfohlen.
In Mitteleuropa ist der Anbau von Hopfen seit der Karolingerzeit belegt. Er wurde anfangs in Klostergärten gezüchtet, um eine wohlschmeckende und nährstoffreiche Fastenspeise zu haben. Auch wurde ihm eine dämpfende Wirkung auf sexuelle Regungen zugeschrieben, die vor allem für Mönche von Nutzen war. Auch Hildegard von Bingen widmete dem Hopfen ihre Aufmerksamkeit. Im Mittelalter rühmte Paracelsus seine den Schlaf fördernde Eigenschaft.

Inhaltsstoffe

Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen des Hopfens gehören Hopfenbittersäuren (Humulon und Lupulon), Lupulin, ätherisches Öl, Gerbstoffe, Harze, Flavonoide sowie Mineralstoffe, Zucker und Eiweiß.

Anwendung in der Volksmedizin

Für Heilzwecke werden in der Volksmedizin ausschließlich die Fruchtstände (Zapfen) der weiblichen Pflanzen verwendet. Hopfen wird bei verschiedenen Beschwerden eingesetzt, beispielsweise bei Nervosität und innerer Unruhe, Reizblase und Schlafstörungen. Das Hopfenbitter wirkt appetitanregend und verdauungsfördernd, auch hemmt es das Wachstum von Bakterien. Auch fördert es die Absonderung von Speichel- und Magensaft. Sein Tee wirkt nervenberuhigend, lindert Schlaflosigkeit, Unruhe und Depressionen. Besonders das Einschlafen kann er verbessern.
Weiterhin wird er bei nervösen Magen-, Darm- und Blasenleiden verwendet. Seine antibiotische, krampflösende und harntreibende Wirkung wird bei Nieren- und Blasenerkrankungen genutzt. Hopfen wirkt fiebersenkend, auch kann er Muskel- und Gelenkschmerzen bei rheumatischen Erkrankungen lindern. Äußerlich können Hopfenaufgüsse oder ein Brei aus Hopfenzapfen bei Prellungen, arthritischen und rheumatischen Schmerzen sowie bei schmerzhaften Furunkel, Geschwüre, Ekzeme, Akne und Entzündungen der Haut helfen.

Bei selbst gesammeltem Hopfen sollen die reifen Zapfen vor Sonne geschützt getrocknet werden. Die Inhaltsstoffe des Hopfens werden für unterschiedliche medizinische Zwecke in der Volksmedizin verwendet.

R E Z E P T E

Wässriger Auszug

Für einen wässrigen Auszug aus den Zapfen wird das Verhältnis von 1 Teil zerkleinerter getrockneter Zapfen zu 20 Teilen Wasser empfohlen. Dieser Auszug wird verwendet, um den Appetit anzuregen, die Verdauung zu verbessern sowie für die Behandlung von Gastritis, Magen-Darm-Beschwerden sowie als Diuretikum und entzündungshemmendes Mittel bei Entzündungen der Blase und Nieren, Gallenblase und Leber. Dazu nehmen Sie von dem Auszug 3-mal täglich 1 EL vor dem Essen ein.

Aufguss als Beruhigungsmittel

Oft wird ein Aufguss von Hopfen als Beruhigungsmittel bei erhöhter nervöser Erregung und Schlaflosigkeit verwendet. Dafür übergießen Sie 2 TL zerkleinerte getrocknete Zapfen mit 0,25 l kochendem Wasser, lassen den Aufguss abkühlen und trinken ihn noch warm vor dem Schlaf. Dieser Aufguss wird auch für die Verringerung der sexuellen Erregbarkeit eingesetzt.

Wässriger Brei

Der wässrige warme Brei aus zerkleinerten Zapfen von Hopfen wird als Analgetikum bei Prellungen, arthritischen und rheumatischen Schmerzen, sowie bei schmerzhaften Furunkel, Geschwüren, Ekzeme, Akne und Entzündungen der Haut verwendet.

Haarausfall und Schuppen

Aufgüsse und Sude von Hopfen helfen auch den vorzeitigen Haarausfall und Schuppen zu bekämpfen.

Hinweis: Hopfen ist eine leicht giftige Pflanze. Daher sollte seine Anwendung nicht überdosiert werden. Nur 1 bis 2 g Lupulin (im Hopfen enthalten) können Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Müdigkeit, Schwäche und Kopfschmerzen auslösen.

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Gruß an die Wissenden
TA KI

Kubebenpfeffer ist Heilpflanze des Jahres 2016


NHV Theophrastus, Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus e.V., hat den Kubebenpfeffer zur Heilpflanze des Jahres 2016 gewählt.

Kubebenpfeffer IntKubebe – Seltenes Gewürz und unterschätzte Arznei
Die „Heilpflanze des Jahres 2016“ ist Kubebenpfeffer (Piper cubeba).

„Wie bitte – was?“, so wird manch einer mit hilflosem Blick fragen, denn die Früchte des in Südostasien heimischen Kletterstrauches sind hierzulande meist nur als selten verwendetes Gewürz bekannt. Auch als Fertigarznei spielte er bisher keine große Rolle. Die überlieferten erfahrungsmedizinischen Wirkungen dieser Pfeffersorte (z. B. harndesinfizierend und krampflösend) sind jedoch beachtenswert. Durch die Kür zur „Heilpflanze des Jahres“ will der NHV Theophrastus diese wieder in Erinnerung bringen.

Kubebenpfeffer wird bei entzündlichen Erkrankungen der Harnwege und chronischer Bronchitis eigesetzt.
Er lindert Kopfschmerzen und Schwindel, steigert den Geschlechtstrieb und fördert die Konzentration.
Beim Räuchern wirkt gemörserter Kubebenpfeffer anregend und bringt stockende Energien wieder in Fluss.

Kubebenpfeffer gehört seit jeher zu den wichtigsten Pflanzen der traditionellen indonesischen Jamu-Medizin. Eine Jamu Gedong (Herstellerin und Händlerin zu Fuß in klassischer javanischer Kleidung) verkauft die in einem Bambuskorb getragenen pflanzlichen Heil- und Schönheitsmittel in Dörfern und Städten. Die Heilmittel wurden früher zu Hause hergestellt und die streng gehüteten Rezepturen nur innerfamiliär von Generation zu Generation weitergegeben. Mittlerweile werden auch sie industriell produziert.

Kubebenpfeffer soll neben vielen anderen Gewürzen Bestandteil der aphrodisisch wirkenden „Orientalischen Fröhlichkeitspillen“ gewesen sein. Im mittelalterlichen Europa kannte Paracelsus (1493 – 1541) den Kubebenpfeffer als „erwärmendes Gewürz“, welches von ihm als lebensverlängerndes Mittel empfohlen wurde.

Nach Hildegard von Bingen führt er z. B. „…zu einem fröhlichen Geist, einem scharfsinnigen Verstand und zu reinem Wissen“.

Der portugiesische König soll im 17. Jh. den Verkauf von Kubeben verboten haben, um das Monopol des schwarzen Pfeffers aufrechtzuerhalten. Weiterhin zieht sich die Spur des Kubebenpfeffers über Schnupftabak und Asthmazigaretten bis hin zu alkoholischen Getränken wie z.B. Bombay Sapphire Gin.

Piper cubeba Pflanze IntKubebenpfeffer – ein Kletterstrauch

Seine Heimat hat der Kubebenpfeffer in Indonesien, vor allem auf Java, Sumatra und im Südteil Borneos. Der Kletterstrauch wird 5 bis 10 m hoch, hat bis 25 cm lange, 4 bis 6 cm breite spitze Blätter und walzenförmige Ähren. Daraus entwickeln sich traubenartige Fruchtstände, deren kuglige, rote Früchte an einem kleinen Stil sitzen. Daher nennt sie der Volksmund auch Stiel- oder Schwanzpfeffer. Die Früchte werden geerntet, wenn sie noch nicht ganz reif sind. Bei der Trocknung in der Sonne verfärben sie sich schwarz-bräunlich und bekommen die typische netzartige, runzlige Oberfläche.

Vielfältiger Geschmack

Fernsehkoch Alfons Schuhbeck schildert, dass sich der Geschmack in drei Phasen entfaltet: „Zuerst wirken sie scharf, dann macht sich eine Bitternote bemerkbar, die sehr eindringlich sein kann. Gegen Ende entwickelt sich ein lang anhaltendes Eukalyptus- oder Kampferaroma.“ Mit Kubebe gewürzt bekommen Fisch, Meeresfrüchte, Lamm oder Hammel sowie Reisgerichte eine frische Note. Auch in der marokkanischen Gewürzmischung Ras el Hanout ist er enthalten. Diese besondere Art des Pfeffers findet man in speziellen Gewürzläden oder über das Internet.

Vielleicht können Sie bei kulinarischen Experimenten mit der „Heilpflanze des Jahres 2016“ neue geschmackliche Highligths entdecken.

Doch auch Eugen Roth rät zur vorsichtigen Dosierung nicht nur bei Kubebenpfeffer:

„Der Witz ist Würze und nicht Speise;
Nie reiche man ihn löffelweise!
Zuträglich – gar bei scharfem Witze –
Ist höchstens eine Messerspitze!

Weiteres rund um den Kubebenpfeffer wird 2016 auf der Internetseite des NHV Theophrastus http://www.nhv-theophrastus.de
und in einer Broschüre veröffentlicht.

Maria Vogel, Dipl.-Ing. (Pharmazie) Oktober 2015

Verwendete Quellen
• Dulk, Friedr. Phil.: Pharmakopoea Borussica, 2. Vermehrte und verbesserte Auflage, Erster theil, Verlag von Fleischhauer und Spohn, Reutlingen 1833 • Hiller, Karl; Metzig, Matthias F.: Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen, Zweiter Band, Spektrum Akademischer Verlag; Heidelberg 2003 • Jayaweera, D. M. A.: Medicinal Plants (Indigenous and Exotic) Used in Ceylon, Part IV, Colombo 1982 • Lee A. Dyer; Palmer, Aparna D.N. : Piper : a model genus for studies of phytochemis-try, ecology, and evolution; Deparment of Ecology and Evolutionary Biology, Tulane University, New Orleans, 2004 • Lonicero, Adamo: Kreuterbuch, originalgetreue Wiedergabe des Kräuterbuches 1679, Reprint, Verlag Konrad Kölbl, Grünwald bei München 1962 • Matthaei, Bettina: Gewürze: 70 Küchengewürze von A-Z. Mit Minirezepten zum Kennenlernen, Gräfe Und Unzer, München 2013 • Rippe, O.; Madejsky, M.: Die Kräuterkunde des Paracelsus, AT Verlag, Aarau 2006 • Schuhbeck, A.: Meine Küche der Gewürze, 5. Aufl., Verlag Zabert Sandmann, Mün-chen 2009 • SIEWEK: Exotische Gewürze: Herkunft Verwendung Inhaltsstoffe, Springer-Verlag, 2013 • Sonnendecker, Klaus: Huang Xingzeng, Verzeichnis der Akteneinträge zu Audienzen und Tributen vom Westlichen Meer, (Xiyang chaogong dianlu) [黃省曾, 西洋朝貢典錄, 1520 n. Chr.] Inaugural-Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades des Fachbereichs Geschichts- und Kulturwissenschaften an der Freien Universität Berlin, 2007 • Stehlow, W.: Die Hildegard-Naturapotheke: Heilmittel und Rezepte von A – Z, Knaur MensSana eBook, 2014 • Vonarburg, Bruno: Homöotanik 4, Extravagante Exoten, Haug-Verlag, 2005

Quelle: http://www.heilpraktiker-berufs-bund.de/patienten/naturheilkunde/374-kubebenpfeffer-ist-heilpflanze-des-jahres-2016.html

Gruß an die Weisen

TA KI

Mistel Viscum Album L. Zauberpflanze, Heilpflanze, Liebespflanze-Mistel, Laubholz-Mistel , Sandelholzgewächse- Die Mistel… die Pflanze der Druiden


Mistel Viscum Album L. Zauberpflanze, Viscum album - Die Mistel Foto K. MarquardtHeilpflanze, LiebespflanzeViscum album Die Mistel

Bocksfutter, Donnerbesen, Donnerkraut, Druidenfuß, Geißkraut, Hexenbesen, Hexenkraut, Leimmistel, Nistel, Vogelmistel, Wintergrün

siehe auch: Die Mistel im Weihnachtsbrauchtum

Unseren Vorfahren erschien die immergrüne Pflanze geheimnisvoll, da sie so hoch oben in den Bäumen wuchs. Weil sie so geheimnisvoll waren, sollten die Misteln auch über zauberhafte Kräfte verfügen.Man glaubte, daß sie vor Feuer schützen könne und hängte sie deshalb an die Hauswand, damit sie Hexen und böse Geister am Eintritt hindere. Man glaubte auch, daß Misteln – ebenso wie vierblättrige Kleeblätter oder Hufeisen, Glück bringen, aber nur demjenigen, der sie zum Geschenk erhält, nicht wenn man sie sich selbst kauft! Die gegabelte Form der Zweige machte sie zum Vorbild der Wünschelrute.

Es existieren zahlreiche Legenden und Mythen um die Mistel.
In der griechischen Mythologie wird die Mistel wegen ihrer narkotisch-psychoaktiven Eigenschaften erwähnt: Wahrscheinlich ist sie die „Goldene Zauberrute“ des Äneas, der mit ihrer Hilfe in die Unterwelt eindrang.

In der der altnordischen „Edda-Sage“ heißt es, der Lichtgott Baldur habe Träume von seinem bald bevorstehenden Tod gehabt und deshalb habe die Göttermutter Freya allen Erdenwesen das Versprechen abgenommen, Baldur nicht zu verletzen. Nur ein Wesen, welches kein richtiges Erdenwesen war, wurde hierbei vergessen: die Mistel. Der Feind der Asen, Loki bemerkte dieses Versehen. Er gab dem blinden Gott Hödur einen Mistelzweig in die Hand und wies ihm die Richtung Baldurs. Dieser stürzte, von Hödurs Mistelzweig tödlich getroffen zu Boden.

Für die Druiden – Hohepriester in Gallien und in Britannien- sozusagen unsere eisenzeitlich-keltischen Vorfahren (siehe Buchtipps unten) – war die Mistel die heiligste aller Pflanzen.
Sie sahen sie als ein Zeichen der Götter an, welches den Menschen mitteilte, daß sie selbst im Baum anwesend seien. Die Druiden schnitten sie deshalb nur im Rahmen eines Gottesdienstes
und nur mit einer goldenen Sichel ab, wobei darauf geachtet wurde, daß sie nicht zur Erde fiel, sondern in einem weißen Tuch aufgefangen werden konnte. Sie erklärten die nach ihrer Ansicht für alle erdenklichen gesundheitlichen Bedürfnisse der Menschen nützliche Mistel zur unverzichtbaren Zutat ihres kräftestärkenden „Zaubertranks“. (Wer die Gallier „Asterix und Obelix“ kennt, der weiß auch, worauf das für die Römer dann hinauslief!). Schließlich verteilten Druiden die Mistelzweige über der Haustür als Schutz gegen böse Geister.

Im Christentum schließlich soll sie der Baum gewesen sein soll, aus dessen Holz das Kreuz gemacht war, an dem Christus starb. Vor Schande soll der Baum eingetrocknet sein, um sich in eine Pflanze zu verwandeln, die allen Gutes bringt, die unter ihr hindurchgehen.

Als Symbol des Friedens versöhnten sich Feinde unter der Mistel und gaben sich den Friedenskuss.

In der Kunst taucht die Mistel im Jugendstil sehr oft als Motiv auf.

HeilpflanzeDie Mistel in der Heilkunde

Im Mittelalter gehörte sie zu den wichtigsten Heilpflanzen. Hildegard von Bingen schätzte Mistelsud gegen erfrorene Gliedmassen. Nachdem sie jahrzehntelang „verteufelt“ war, bestätigt die moderne Medizin – auch die Schulmedizin – heute die Heilfähigkeiten der Misteln.Lange Zeit war die Mistel im empirisch-medizinischen Bereich zur Behandlung der Fallsucht in Gebrauch, in Form von Teedrogen hat sie sich bis heute in der Behandlung milder Formen der Hypertonie bwährt. Misteln enthalten Stoffe, die den Blutdruck senken und die Gefäßverbreiterung fördern. Deshalb gewinnt man diese Stoffe auch für Medikamente gegen Arteriosklerose. In Deutschland gibt es zahlreiche Fertigarzneien mit Mistel. Der Anthroposoph Rudolf Steiner schließlich beschrieb die Mistel als erster als möglicherweise für die Behandlung von Krebs geeignete Heilpflanze.
Mistel Kräuter Tee
Räucherwerk: Mistel

Die Tanne duftet,
die Stechpalme glänzt,
Und vom Balkonknauf, weißbeerig sie,-
Lauscht die Mistel nieder,
die Schelmin, die!
(Ferdinand Freiligrath)

Die Mistel im Garten und in der Botanik

Man kennt drei Unterarten von Misteln:Die einen gedeihen nur auf Laubbäumen, die erste bevorzugt Laubbäume, die zweite Tannen, die dritte Kiefern. Viscum album, die Laubholzmistel, ist die einzige Art mit rein weißen Beeren und weißen Samen. Umgekehrt wie bei den „Landpflanzen“, deren Sproßspitzen nach oben wachsen und Wurzelspitzen nach unten, streckt die immergrüne Mistel wie losgelöst von Himmel und Erde, mit in der Pflanzenwelt einzigartigen Bewegungen ihre Zweige ganz gleichmäßig in alle Richtungen und so kommt es zu der typischen Kugelform. Die Mistel gehört zu den sehr langsam wachsenden Gehölzarten. Nach etwa 5 Jahren blühen sie das erste Mal; bei einem Durchmesser von 50 Zentimetern sind die Pflanzen etwa 30 Jahre alt!
Im Winter, wenn die Laubbäume ihr Blätterkleid verloren haben, sieht man sie schon von Weitem als ein „Geästball“ in vielen Bäumen, dabei werden sie oft mit Vogelnestern verwechselt.
Die Mistel zählt zu den Epiphyten (Pflanzen, die auf anderen Pflanzen wachsen) und ein sogenannter Halb-Parasit. Die grünen Blätter enthalten zwar Chlorophyll und können Photosynthese betreiben, die Versorgung mit Kohlenhydraten ist also gesichert, Wasser und Mineralstoffe entzieht sie aber dem Baum – mehr dazu hier.

Das lateinische Wort viscum bedeutet „Klebstoff, Leim“ (daher kommt das Wort „Viskose“) und die Redensart: „jemanden auf den Leim gehen“.
Auch ihre Vermehrung ist nicht alltäglich: Die Beeren enthalten einen zäh-klebrigen, kautschukartigen Schleim, der dann am Schnabel der Misteldrosseln, die – wie der Name es sagt – besonders für diese Früchte schwärmen, festpappt. Nach dem Schmaus haben sie dann das dringende Bedürfnis ihre klebrigen Schnäbel an Ästen zu wetzen. Dabei heften sie den Samen in luftiger Höhe gleich an die durchs leichte Einritzen vorpräparierte richtige Stelle und der grüne Keim wächst. Die landläufige Meinung, dass Mistelsamen erst nach dem Durchlauf durch den Vogelmagen keimen, stimmt nicht!

Jürgen Dahl schreibt in Nachrichten aus dem Garten, wie man im Garten Misteln ziehen kann:
„Man braucht dazu möglichst frische und viele Früchte. An einem trockenen Dezembertag zerdrückt man sie zwischen zwei Fingern und klebt den Samen mit dem ihm anhaftenden zähen Schleim an die Rinde einjähriger Zweige; am besten wickelt man den Schleimfaden ein paar mal um Samen und Zweig herum. Binnen Stunden trocknet der Schleim und hält den Samen fest. …..Im März wächst aus dem Samen ein am Ende verdicktes Füsschen und krümmt sich sogleich zum Ast hin; sobald sein Ende die Rinde berührt, erweitert es sich zu einer Haftscheibe, aus der der erste Senker in den Ast eindringt. Ein Jahr verharrt der Mistelkeimling so ….Erst im nächsten Frühjahr richtet sich dieses Ende auf, die Keimblätter entfalten sich, fallen aber bald ab, wenn das erste Laubblattpaar sich bildet. Von da an wächst die Mistel Jahr für Jahr in immer paariger Verzweigung etagenweise“.

Sollten sie (durch Vögel verbreitet) allerdings zu stark auftreten, sollte man vielleicht „Druide spielen“…“

Blüten und Pflanzenteile Mistel zum Räuchern

Mistel-Büchertipps

Linktipps:

Misteln in der Krebstherapie
Großmutter Annas Spezialhonig zum Beruhigen blank liegender Nerven
Mehr zum Parasitismus

Quelle.http://www.zauber-pflanzen.de/viscum.htm

Mistel, Laubholz-Mistel
Viscum album
Sandelholzgewächse

Bestimmungsmerkmale:
Die Mistel wächst als Halbschmarotzer auf Bäumen. Über Ihre Wurzeln zapft sie die Leitungsbahnen der Bäume an, auf denen sie siedelt. Vollschmarotzer beziehen übrigens im Vergleich zum Halbschmarotzer ihre gesamten Nährstoffe aus der Wirtspflanze und haben auch ihre eigene Photosynthese eingestellt, sie besitzen daher keine Grünfärbung mehr. Dies ist bei der Mistel nicht der Fall. Die Mistel hat immergrüne, eiförmige, ledrige Blätter. In ihren Blattachseln erscheinen im Frühjahr unscheinbare gelbe Blüten. Auffallend sind die weißen und innen klebrigen Beeren, die man, wie die ganze Pflanze, im Winter gut erkennen kann, wenn die Bäume ihr Laub abgeworfen haben. Vögel, insbesondere die Misteldrossel (Turdus viscivorus), die die Beeren fressen, scheiden die Samen wieder aus und sorgen somit für die Vermehrung. >> hier finden Sie mehr Infos zur Misteldrossel. Am bekanntesten und am meisten verbreitet ist die Laubholz-Mistel (Viscum album), weitere Arten sind die Tannen-Mistel (Viscum abietis) und die Kiefern-Mistel (Viscum laxum)
Mistel
Mistel
Mistelblüte
Mistelbeeren

Blüte

Frucht

Mistelsamen
Mistel-Querschnitt
Der Samen der Mistel steckt in einer gallertartigen Masse, die sehr klebrig ist. Dadurch kann sich der Samen am Ast fixieren. Querschnitt durch einen mit einer Mistel besetzten Ast. Die oberen 2/3 ist die Mistelwurzel, darunter der Ast.
Standort und Verbreitung:
Die Mistel siedelt gerne in Flußtälern, wo die Luftfeuchtigkeit höher ist. Sie kommt nur zerstreut vor, in manchen Gegenden aber auch häufiger. Sie gedeiht bis zu einer Höhe von 1200 m.Giftstoffe, Wirkung und Symptome:
Die Mistel enthält in ihren Blättern und Stängeln das Viscotoxin (Mistelgift). Der höchste Gehalt an Giftstoffen findet sich in den Stängeln und Blättern, vor allem im Winter. Die Giftstoffe variieren mit der Wirtspflanze, also dem Baum, auf dem die Misteln wachsen. So weisen Misteln, die auf Linde, Ahorn, Robinie und Pappel gedeihen eine höhere Giftwirkung auf, als Misteln, die auf Apfelbäumen wachsen. Bei kleineren Kindern kann es zu Magen- und Darmbeschwerden kommen.

Tiergiftig:
Mistel ist giftig für Pferde, Hunde und Katzen sowie für Nager, wie z. B. Hasen, Kaninchen, Meerschweinchen und Hamster, außerdem für Vögel. Eine Vergiftung zeigt sich durch erschwertes Atmen, Speichelfluss, Magen- und Darmbeschwerden: bei Hunden wurde Erbrechen beobachtet.

Heilwirkung und Medizinische Anwendung:
Mistel wird zur Unterstützung des Blutdrucks eingesetzt und teilweise auch in der alternativen Krebstherapie. Ferner findet sie Anwendung bei geschwächtem Herzmuskel und in der Homöopathie.

Name:
Die Namensherkunft ist ungewiss. Im althochdeutschen hieß die Pflanze mistil, was soviel bedeutet wie Mist, bezugnehmend auf die Verbreitung der Samen durch die Ausscheidung der Vögel. Volkstümlich hatte sie noch viele andere Bezeichnungen, so nannte man sie Hexenbesen, Hexenkraut, Donarbesen, Geißechrut und auch Vogelchrut.
Der botanische Artname Viscum heißt soviel wie Vogelleim, da die Römer aus den klebrigen Beeren Leim herstellten. Der Artname album bedeutet weiß und bezieht sich somit auf die Farbe der Beeren.

Geschichtliches:
“Miraculix” ist zwar eine nette Erfindung von Goscinny und Uderzo, der Brauch Mistel mit goldenen Sicheln zu schneiden allerdings nicht. Die Druiden, die Priester der Kelten (deren Vorfahren die Gallier waren), bestiegen weiß gekleidet die Bäume und schnitten die Mistel für rituelle Handlungen. Für sie gab es nichts heiligeres als die Mistel. Die Pflanze gehört zu den ältesten Zauberpflanzen. Sie kommt schon in der griechischen Mythologie vor, als Äneas mit der “goldenen Zauberrute” in die Unterwelt eindringen wollte; auch diente der Mistelzweig dem Gott Merkur zum öffnen der Tore des Hades, wenn er die Toten begleiten musste und die Pflanze wurde auch in der nordischen Mythologie als Mistelpfeil verwendet. Sicherlich wurde der Mistel deshalb soviel Zauberkraft zugeschrieben, da sie schließlich etwas anders aussieht und anders wächst als andere Pflanzen. Zum einen ist sie selbst im Winter grün und zum anderen ist sie ein Halbschmarotzer und wurzelt auf den Ästen von verschiedenen Baumarten. Grund genug für unsere Vorfahren, ihr magische Kräfte zuzuschreiben. Nachgewiesenermassen nutzte man die Mistel schon heilkundlich im 5. Jahrhundert v. Chr. Plinius beschreibt im 1. Jahrhundert n. Chr. die Wirkung der Mistel bei Fallsucht.  In den letzten Jahren werden im Dezember immer häufiger Mistelzweige in Blumengeschäften angeboten, dies kommt von dem englischen Brauch des Weihnachtsmistelzweiges. Man hängte ihn im Zimmer auf oder band ihn über die Eingangstür, das Mädchen, das von einem Mann unter dem Zweig angetroffen wurde, musste sich von ihm küssen lassen. Somit galt (und gilt ?) die Mistel als Glücksbringer und Symbol für Fruchtbarkeit, gegen die sie auch im Altertum Verwendung fand. So nutzten auch die Kräuterkundler des Mittelalters die Mistel als Heilkraut. Hildegard von Bingen schätzte Mistelsud gegen erfrorene Gliedmassen; man verwendete sie aber auch gegen Epilepsie, wohl daher, da man diese Krankheit bösen Geistern zuschrieb. Da die Mistel ja nicht zur Erde fallen konnte, da sie auf Bäumen wuchs, ging man davon aus, dass dies einem Epileptiker auch nicht geschehen könne, trug er denn einen Mistelzweig bei sich. Der Kräuterpfarrer Sebastian Kneipp setzte die Mistel zum Blutstillen ein

Mistelbaum
Mistel

Quelle: http://www.botanikus.de/Beeren/Mistel/mistel.html

Die Mistel… die Pflanze der Druiden

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Hängen Sie im Januar einen Ast Mistel über Ihre Tür ? Wenn ja, dann tun Sie sehr gut . . .

Seit tausenden von Jahren, soweit wir zurück in die Europäische Urgeschickte zurückgehen können, finden wir, dass die Mistel eine mysteriöse, magische und heilige Pflanze in allen Zentral- und Nordeuropäische Kulturen war. Obwohl eigentlich die meisten Europäischen Kulturen der Mistel mystische  Eigenschaften zuweisten, inbegriffen Mittelmeer-Kulturen wie Griechenland, war ihr Erfolg am grössten in Zentral- und Nordeuropa, insbesonders in den Keltischen Gebieten.

Nun, das Gebiet der Kelten in Europa war eigentlich . . .der ganze Kontinent bis zur Zeit der militärischen und ökonomischen Expansion des Römischen Reiches.

Auf dieser Karte sehen wir in dunklerem Grün das Gebiet, wo die Keltische Kultur um zirka -1000 vor Ch.  entstand. Wir sehen, dass die Westschweiz dazugehört und wir wissen, dass die sogenannte La Tène  Periode die höchste Kulturentwicklungszeit der Kelten war. Um zirka -500 vor Ch. hatten sich die Kelten überall in Europa (auf der Karte leicht grün) ausgedehnt und sogar soweit wie die Gegend der heutigen Türkei wo die Galaten heimisch waren. Die Galaten waren auch ein keltisches Volk, denen der Apostel Paulus bekanntlich einen Brief an die Galaten geschriebe hat (laut Bibel).

Die Teile der Karte, die in braun gezeichnet sind, zeigen uns wo die keltische Kultur und Sprache  heutzutage  noch lebendig ist oder sogar eine neue Blütezeit erlebt.

Diese Karte zeigt uns auch, dass die Urbevölkerungen des grössten Teiles Europas Kelten waren. Leider schafften es die Kelten nie eine politische und militärische Einheit zu bilden, obwohl es die Gallischen Kelten versuchten, aber es war zu spät – die Römer waren schon ein Reich geworden. Die Kelten waren nie eine Nation. Sie waren sehr viele Völker und besonders Stämme, die ähnliche Sprachen und ähnliche Bräuche hatten. Im Gegensatz zu den Römern, hatten sie keine ökonomische, militärische und politische  einheitliche Organisation : sie waren grosse Individualisten ! Man versteht, dass sie von der Römischen zentralisierten und hochorganisierten Militärmacht besiegt wurden und als Kultur praktisch ausgerottet.  Das heist aber lange nicht, dass die Kelten den Römern unterlegen waren … sie hatten eben ein total verschiedenes Konzept von Gesellschaft und Leben !

Nun zur Mistel !

Botanische Eingenschaften
Die Mistel ist eine parasitische Pflanze, die auf verschiedenen Bäumen wächst, aber selten auf Eichen und Tannen, darum wurde Eichen-und Tannenmistel in Urzeiten als besonders magisch  betrachtet. Es kann vorkommen, dass die Mistel als selbständiger Baum wächst, aber sehr selten.

Medizinische Eigenschaften
Im Mittelalter war die Mistel  für verschiedene Zwecke als Heilmittel gebraucht. Die moderne Natur- und anthroposophische Medizin hat die Eigenschften der Mistel auch wiederentdeckt. Sie ist in Behandlungen gegen Blutdruck, Arteriosklerosis und Krebs eingesetzt.

Tradition und Legenden
Laut einer der vielen Legenden über die Mistel, bestand das Kreuz von Jesus Christus aus Mistelholz. Der Mistelbaum war davon so entsetzt, dass er nicht mehr als Baum wachsen wollte und nur noch auf anderen Bäumen weiterlebte und dafür aber ein Glücksbringer wurde.

Die Druiden betrachteten die Mistel als eine heilige Pflanze und glaubten, dass sie allerlei magische Eigenschaften hatte.  Sie war eine Heilpflanze, insbesonders gegen Gift, sie begünstigte die Fruchtbarkeit der Frauen und schützte gegen die Hexen und schlechten Geister und war besonders ein Symbol für Frieden. In Keltischen Sprachen ist die Mistel „alles heiler“ genannt (Uchelwydd).

Die Mistel wächst nur selten auf Eichenbäume. Darum schätzten die Druiden die Eichenmistel am meisten.

Die Kelten schrieben nicht. Ihre Kultur und ihr Wissen wurde von den Druiden mündlich weitergeleitet. Demzufolge,  was wir von ihnen wissen, stammt meistens von den Römern, was natürlich ein Problem darstellt, denn die konnten schreiben was sie wollten. Meistens, zeigten sie wie grossartig sie selbst waren, und wie barbarisch alle anderen waren.

Im 1. Jarhundert (geb. 23 nach Ch.) lebte ein römischer Bürger namens Gaius Plinius Secundus, besser bekannt als Plinius der Ältere. Er arbeitete sehr hart als Historiker, Chronist, Naturwissenschaftler, reiste überall im römischen Reich herum und schrieb eine monumentale Enzyklopedia, wovon viel bis zu uns überlebt habt.

Er beschreibt, dass die Druiden, in weissen Gewänder bekleidet, die Mistel in der 6. Nacht des wachsendes Mondes mit einer goldenen Sichel abschneideten. Andere Druiden standen am Boden und sammelten die Mistel die herunterviel  auf einem weissen Tuch, da sie nicht auf den Boden fallen durfte.

Julius Caesar hat auch viel über die Kelten geschrieben, besonders in seinem Bestseller „Die Gallischen Kriege“ und, obwohl seine Objektivität  von vielen (Historikern) in Frage gestellt ist, beschreibt er auch ein ähnliches Szenario.

Moderne Historiker sind etwas skeptisch. Schon einmal meinen viele, dass eine Sichel für den Zweck nicht geeignet ist. Zudem denken die heutigen Spezialisten  auch, dass Gold (besonders zu diesen Zeiten) nicht stark genug ist um die dicken Misteläste zu schneiden.

So gross war die Prestige der Mistel, dass sie die Transition von den heidischen Druiden in die christliche Zeit schaffte. Im Mittelalter  hängte man weiter Misteläste über die Türen und an die Decken um sich von Hexen und schlechten Geister zu bewahren. Zusammen mit dem Vierblattklee und dem Hufeisen wurde die Mistel als ein grosser Glücksbringer betrachtet.

 

Der Zusammenhang zwischen der Mistel und der Europäischen Kulter ist älter als die Schrift. Hier das runische Zeichen für die Mistel. Es gab nur für sehr wichtige Sachen eine Rune.

Und noch zuletzt, wenn Ihnen jemand einen Ast Mistel schenkt oder wenn sie ihn kaufen dürfen Sie ihn auf keinen Fall in den Abfall schmeissen. Nur das nicht !  Am besten behalten Sie den Ast das ganze Jahr. Er wird Ihnen die ganze Zeit lang gutes Glück bringen. Die Blätter und die Beeren verdürren aber sie fallen nicht weg. Am Ende des Jahres müssen Sie die Mistel zurück in den Wald bringen und an einen Baum hängen.

Quelle: http://www.dweippert-deutschzentrum.com/Jetzt%20lesen%20wir/Die%20Mistel.htm

Gruß an das alte Wissen

TA KI