EASAC hat der Homöopathie den Krieg erklärt


von Freeman

Die European Academies Science Advisory Council (EASAC) oder der Zusammenschluss der Nationalen Wissenschafts-Akademien der Länder der Europäischen Union, hat in seinem am 20. September veröffentlichten Bericht die Homöopathie frontal angegriffen.

Sie behauptet, die alternativmedizinische Behandlungsmethode sei völliger Unsinn und

die Werbung für und die Anwendung von homöopathischen Produkten verursacht signifikanten Schaden.

Ziel dieses Berichtes ist es, die Gesundheitspolitik in der ganzen Europäischen Union und die Gesetzgebung gegen die Homöopathie zu beeinflussen, um das wachsenden Interesse an der alternativen Heilmethode in der Bevölkerung zu bekämpfen.

So wurden im Jahr 2015 zum Beispiel in Deutschland Homöopathika für 595 Mio. Euro umgesetzt, was ein Wachstum von 12,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr bedeutet.

Offensichtlich handelt es sich bei der EASAC um eine Lobby-Organisation für die Pharmaindustrie, denn sie behauptet, es gebe keine alternative Medizin, sondern nur eine einzige Medizin, dessen Wirksamkeit bewiesen wurde.

Es ist interessant wie sich diese Organisation von angeblichen Wissenschaftlern im selben Bericht völlig widerspricht, denn einerseits wird darin behauptet, Homöopathie wäre schädlich, andererseits „haben die Produkte nicht mehr als einen Plazeboeffekt an den Patienten.

Der totale Widerspruch liegt darin, wenn Homöopathie nichts bewirkt oder nur eine Scheinheilung ist, wie kann sie schädlich sein?

Dafür bringt die EASAC die Erklärung, Homöopathie würde Patienten davon abbringen sich von der „echten Medizin“ behandeln zu lassen, was dann aber bedeutet, eine teure, möglicherweise gefährliche und oft nie endende Behandlung durch das medizinischen Establishment.

Ein Patient muss ein Dauerkunde sein und bleiben, denn nur so gibt es ständig Umsatz. Ein geheilter Patient bringt nichts, deshalb soll nur behandelt werden. Jede Woche einen Arztbesuch und Pillen verschreiben. Die Anreize für die Mediziner sind völlig falschrum.

Dazu kommt noch, man ist als Patient ein Versuchskaninchen, denn wenn eine Arznei nichts bringt, dann wird eine andere ausprobiert. Die Medizin hat sehr wenig mit exakter Wissenschaft zu tun sondern eher mit einem Ratespiel. Ausserdem werden ständig neue Krankheiten erfunden, die einer Behandlung bedürfen.

Die EASAC macht sich keine wirklichen Sorgen um die Gesundheit der EU-Bürger, sondern sorgt sich um den Umsatz der Pharmaindustrie. Deshalb müssen die Regierungen der EU-Mitgliedsländer dazu gebracht werden, die „Konkurrenz“ der alternativen Heilmethoden einzuschränken oder sogar ganz zu eliminieren.

Wie macht man das? In dem die homöopathischen Behandlungen nicht mehr von den Krankenkassen bezahlt werden oder in dem man sehr teure und aufwendige Tests der Wirksamkeit den Herstellern der homöopathischen Mittel auferlegt.

In den Augen der EASAC dürfen die Menschen nicht selber entscheiden, was für Heilmethode für sie am besten ist. Nein, es muss ihnen durch Besserwisser mit Titeln diktiert werden. Nur die sogenannte „Schulmedizin“ ist der richtige Weg. Dabei, wie oft hat die sich schon geirrt?

Wie zum Beispiel,

Cholesterin muss immer gesenkt werden!

In den 80er Jahren war Cholesterin der liebste Feind der Hausärzte. Millionenfach verschrieben sie Cholesterinsenker – die so genannten Statine, verboten Eier und Butter. Heute weiss man: Die Ernährung beeinflusst den Cholesterinspiegel nur geringfügig und hohe Werte müssen nicht um jeden Preis gesenkt werden.

Oder

Entzündete Mandeln müssen raus!

Bis in die Siebziger Jahre hinein wurden Mandeln bei Kindern fast routinemässig entfernt. Doch bei den Operationen traten immer wieder schwere Blutungen auf, einige Patienten starben sogar. Schliesslich setzte in den späten siebziger Jahren ein Umdenken ein. Heute werden Mandelentzündungen zunächst mit Antibiotika behandelt. Nur bei schweren, wiederkehrenden Entzündungen wird noch operiert.

Oder

Hormonersatztherapie hilft Frauen in den Wechseljahren!

Bis Anfang des Jahrtausends verordneten Ärzte fast jeder Frau in den Wechseljahren Hormontabletten, um Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen zu bekämpfen. Doch im Jahr 2002 leitete die „Women’s Health Initiative“-Studie eine Kehrtwende ein. Die Studie zeigte, dass längst nicht alle Frauen von den Hormonen profitieren. Zudem steigern die Medikamente die Gefahr, eine Thrombose, einen Schlaganfall oder sogar Brustkrebs zu bekommen. Heute wägen Ärzte sehr genau ab, bevor sie einer Frau tatsächlich Hormontabletten verschreiben.

Oder

Ernährung und Lebensstil spielen eine Rolle bei der Entstehung eines Magenkarzinoms!

Dabei hat der australische Arzt Barry Marshall entdekt, die meisten Magenkrankheiten werden durch Helicobacter-pylori-Bakterien verursacht. Seine Theorie wurde zunächst von vielen Wissenschaftlern abgelehnt, die der Meinung waren, dass Bakterien im sauren Milieu der Magensäure nicht überleben könnten. Er bewies aber durch einen Selbstversuch das Gegenteil und bekämpfte die Bakterien durch simple Antibiotika. Im Dezember 2005 erhielt er zusammen mit John Robin Warren den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für die Entdeckung des Helicobacter pylori, denn seit seiner Entdeckung und danach der Bekämpfung der Bakterien im Magen sind die Magenerkrankungen, wie Magengeschwüre und Magenkrebs, um 90 Prozent weltweit zurückgegangen.

Wir sehen, es gibt „feste Überzeugungen“ und „eingefahrene Therapien“ in der Medizin, die immer wieder revidiert werden müssen.

Ich persönlich kann berichten, die Homöopathie hat bei der Gesundheit meiner drei Kinder sehr geholfen und auch bei mir. Selbstverständlich muss alles mit Vernunft betrachtet werden. Jedes Extrem in die eine oder andere Richtung ist falsch. Ganz falsch ist aber ein Gesundheitssystem, das nur auf Umsatzsteigerung und Profitmaximierung ausgelegt ist.

Das Problem mit vielen Wissenschaftlern und wissenschaftlichen Organisationen ist, sie Vertreten nur noch Dogmen und sind völlig intolerant gegenüber Andersdenkenden. Alles was ausserhalb ihrer engen Sich der Welt liegt sehen sie als Bedrohung an, die bekämpft werden muss. Dabei gibt es nicht nur eine Antwort auf Probleme und nicht nur eine These als Erklärung, sondern immer mehrere Alternativen.

In Abwandlung des 1. Gebot lautet das der EASAC:

Du sollst keine andere Medizin haben neben mir!

Ja, die „Götter in Weiss“ dulden oft keine Konkurrenz und man muss an sie bedingungslos glauben.

Quelle: https://brd-schwindel.org/easac-hat-der-homoeopathie-den-krieg-erklaert/

Gruß an die Klardenker

TA KI

Pharmalobby gegen Homöopathie: Wissenschaftler für Warnhinweise auf Verpackungen


Im schlimmsten Fall ist Homöopathie wirkungslos, wenn sie aber doch wirkt, dann aufgrund des Placebo-Effekts, so behaupten die Gegner. Dass auch die Wirkung mancher klassischer Präparate auf dem Placeboeffekt beruhen könnte, lassen sie dabei außer Acht. Hauptsache, der Gegner wird bekämpft. Dabei hat kürzlich eine Uni-Studie Belege dafür geliefert, dass grundsätzlich bei allen Therapieformen die Macht der Gedanken eine wesentliche Rolle spielt.

Kritik an Wirkungslosigkeit – Kongress in Leipzig

Osnabrück. Vor dem an diesem Mittwoch in Leipzig beginnenden Homöopathie-Weltkongress regt sich Widerstand in der Fachwelt. Der Pharmazeut und Leiter der Abteilung Gesundheit der Universität Bremen, Professor Gerd Glaeske, forderte in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstag) Warnhinweise auf Verpackungen alternativer Präparate. „Auch in der Schulmedizin ist nicht alles durch gute Studien belegt, was behauptet wird“, sagte der Professor. „Für die Homöopathie gibt es aber gar keine Ergebnisse aus methodisch akzeptablen Untersuchungen, die als Alternative zur Evidenz in der Schulmedizin zitiert werden können“, erklärte der Mediziner, der regelmäßig auch als Gutachter für Krankenkassen und die Stiftung Warentest tätig ist.

„Wir sollten dringend eine gesetzliche Kennzeichnungspflicht für homöopathische Präparate einführen, die deutlich macht, dass eindeutige Hinweise auf Wirksamkeit und Nutzen fehlen“, forderte der Wissenschaftler. Dies diene dem Schutz von Patienten, „die Homöopathie noch immer als Alternative zur Schulmedizin anwenden“.

Politiker machen sich darüber hinaus parteiübergreifend dafür stark, die Übernahme von Kosten für homöopathische Produkte den Krankenkassen und -versicherungen in der nächsten Legislaturperiode zu verbieten. Bisher tragen zahlreiche Anbieter Kosten in vielen Fällen zur Kundenbindung als freiwillige Leistung. Ohne nachgewiesene Wirksamkeit treibe dies aber die Kosten im Gesundheitswesen in unverantwortlicher und überflüssiger Weise, argumentieren die Kritiker.

Quelle: http://opposition24.com/pharmalobby-homoeopathie-wissenschaftler-warnhinweise/323988

Gruß an die Klardenker

TA KI

Schüßler-Salze


Mineralstofftherapie mit den Schüßler-Salzen

Die Mineralstofftherapie mit den Schüßler-Salzen ist bereits mehr als 100 Jahre alt und ihr bei ihrer Entwicklung orientierte sich Dr. Schüßler an modernster medizinischer Forschung. Mit dem Einzug von Antibiotika, Geräte- und schließlich evidenzbasierter Medizin nahmen die Funktionsmittel nach und nach ihren Platz in der Naturheilkunde ein, den sie bis heute fest besetzen. Die Nachfrage an natürlichen, individuell auf den Menschen abgestimmten Therapiemöglichkeiten steigt nämlich angesichts der wachsenden Resistenzen gegen Antibiotika und der Nebenwirkungen sonstiger konventioneller Medikamente in der Bevölkerung stetig an. Vor allem zur Behandlung und Selbstbehandlung von leichteren Beschwerden, etwa Erkältungsinfekten, Muskelkrämpfen, Hautproblemen, aber auch zur Prophylaxe werden übersichtliche und risikoarme Therapieverfahren wie die Biochemie nach Dr. Schüßler, gern angenommen.

Dr. Schüßler: Forschung zwischen Homöopathie und Zellularpathologie

Ihren Namen tragen die „Schüßler-Salze“ nach dem deutschen Arzt Dr. med. Wilhelm Heinrich Schüßler (1821 – 1898), der zunächst sehr an der Homöopathie interessiert war, in seiner Forschungsarbeit jedoch bald das Hauptaugenmerk auf anorganische (d.h. kohlenstofffreie) Mineralsalze und deren Bedeutung im menschlichen Organismus, insbesondere im Stoffwechsel der Zellen, richtete. Er folgte er dem Grundsatz des bekannten Zellpathologen Virchow, nach dem die Krankheit des Körpers gleichzusetzen sei mit der Krankheit der Zelle sowie der Annahme, dass Krankheit erst durch den Verlust anorganischer Mineralsalze entstünde.

Mineralstofftherapie mit Schüssler Salze. (Bild: semevent-fotolia)
Mineralstofftherapie mit Schüssler Salze. (Bild: semevent-fotolia)

Zwölf Mineralstoffverbindungen zur Heilung aller Betriebsstörungen

Schüßlers Forschungen ergaben, dass insgesamt zwölf „Betriebsstoffe“ (Mineralsalze) für den gesunden Zellbetrieb notwendig seien, deren gestörte Verteilung und Verwertbarkeit im Körper zu Krankheiten führten. Im Umkehrschluss bildete Schüßler seinen Leitsatz, dass „die im Blut und in den Geweben vertretenen anorganische Stoffe […] zur Heilung aller Krankheiten [genügen], die überhaupt heilbar sind.“ („Mineralstofftherapie nach Dr. Schüßler“, Deutsche Homöopathie-Union, Ausgabe 2004). Die Auswahl umfasst je drei Kalzium-, Kalium- und Natriumverbindungen sowie je eine Eisen-, Magnesium und Siliziumverbindung, die Schüßler zu biochemischen Funktionsmitteln verarbeitete.

Die Zelle erhält den Impuls zum Auffüllen des Mineralstoffdepots

Um unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden, werden die Mineralstoffe potenziert, d.h. als homöopathische Verdünnungen verabreicht. Die Verwertungsblockaden sollen aufgehoben werden, indem den Zellen die Information zur vermehrten Aufnahme gegeben und somit die (Selbst-) Heilung des Organismus eingeleitet werden. Es werden also nicht etwa die Mineralsalze selber zugeführt, sondern der Impuls zur besseren Verwertung gegeben. Aufgrund der Potenzierung sowie der übersichtlichen Arzneimittelanzahl (im Gegensatz zum riesigen Arsenal) der Homöopathie beschrieb Schüßler sein Verfahren zunächst als „abgekürzte homöopathische Therapie“, grenzte es später jedoch als „biochemische Therapie“ wieder schärfer davon ab.

Die Qual der Wahl: Welches Mittel in welcher Form?

In der Selbstbehandlung erfolgt die Wahl der Funktionsmittel in der Regel nach in Büchern veröffentlichten Registern, in denen die passenden Mineralstoffe bestimmten Beschwerden zugeordnet werden. In der Naturheilpraxis ermitteln Heilpraktiker die Salze nach deren physiologischer Funktion im Organismus, aber auch mithilfe von Anlitzdiagnostik, Kinesiologie, Tensortestung und anderen bioenergetischen Messverfahren.

Die von Schüßler entwickelten Funktionsmittel wurden bis heute um zwölf zusätzliche Mineralsalze erweitert. Inzwischen sind sie neben der Tablettenform einzeln auch als Tropfen, Globuli und zur äußeren Anwendung als Cremes, Gels und Salben erhältlich, wo sie neben den medizinischen auch kosmetische Aufgaben erfüllen sollen. Einige Apotheken mischen die individuell benötigten Salze zu einem Pulver zusammen, was die Einnahme erheblich erleichtern kann. Zur kurmäßigen Anregung des Stoffwechsels, z.B. im Rahmen einer Frühjahrskur, gibt es auch ein Komplexpräparat, welches die zwölf „originalen“ Schüßler-Salze enthält. (Dipl.Päd. Jeanette Viñals Stein, Heilpraktikerin)

Quelle: http://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/mineralstofftherapie-mit-den-schueler-salzen-9512.php

Gruß an die Naturheilkundler

TA KI

Impfungen bei Hund und Katze ausleiten


Tierärzte achten akribisch darauf, dass ihre Patienten ordentlich durchgeimpft sind. Nicht selten aber geht es Hund und Katze – ähnlich wie uns Menschen – nach dem Impfen gar nicht gut. Was ist dann zu tun? Und wie kann man die Impf-Giftstoffe wieder aus dem Körper von Hund und Katze ausleiten?

Impfungen bei Hund und Katze ausleiten
© Chendongshan – Shutterstock.com

Überimpfte Haustiere?

Hunde und Katzen dürfen nur ausgestattet mit einem so genannten EU-Heimtierausweis, einem Mikrochip und einer Tollwut-Schutzimpfung innerhalb der EU mitreisen.

Auch in eine Pension, in Hundeausläufe, auf den Hundeplatz und auf die Rennbahn darf Hund meist nur mit dem Nachweis einer ganzen Reihe verschiedener Impfungen.

Und auch wenn eine Tollwutimpfung in Wirklichkeit für mehrere Jahre Schutz gewährt, wird diese mehrjährige Gültigkeit nicht immer vom Tierarzt auch in den Impfpaß eingetragen und eine erneute Impfung ist nach Ablauf eines Jahres nötig.

Achtet man jedoch darauf, dass die dreijährige Gültigkeit eingetragen wird, dann wird dies in der EU sowie in Norwegen und der Schweiz auch anerkannt.

Oft jedoch werden die meisten Hunde und Katzen vorsorglich jedes Jahr geimpft – und zwar leider nicht nur gegen Tollwut, sondern genauso gegen viele weitere Krankheiten, die eigentlich ebenfalls einen mehrjährigen Impfschutz haben.

Mögliche Impffolgen für Hund, Katze & Pferd

Impfungen gehen jedoch nicht bei jedem Tier spurlos vorüber. Beim einen kommt es vielleicht „nur“ zu einer schmerzhaften Schwellung an der Impfstelle, so daß sich das Tier (je nach Ort der Impfstelle) am Impftag z. B. gar nicht mehr hinlegen möchte oder aufgrund des Schmerzes verschreckt und panisch reagiert.

Doch vermutet man, daß es auch langfristige Folgen der zahlreichen Impfungen und Manipulationen des Immunsystems gibt. Dazu zählen in erster Linie Allergien und chronische Hautprobleme, chronische Bindehautentzündungen, Verdauungsbeschwerden, chronische Zahnfleischentzündungen, chronischer Schnupfen und Epilepsie, sowie beim Pferd eine erhöhte Anfälligkeit für Koliken,

Keine Impfpflicht für Hund und Katze

Stellt sich nun die Frage, was Sie für ihr Tier tun können, damit es durch Impfungen so wenig wie möglich belastet wird.

Es gibt nach wie vor zum Glück auch für Tiere keine Impfpflicht – weder in der Schweiz noch in der EU. Sie sind also generell frei in Ihrer Entscheidung, ob Sie Ihr Tier impfen lassen wollen und wie viele Impfungen Sie für nötig halten.

Es sei denn, Sie möchten mit Ihrem Hund oder Ihrer Katze ins Ausland reisen. Hier ist dann – wie oben erklärt – die Tollwutimpfung Pflicht.

Titerbestimmung kann Impfung überflüssig machen

Sollte Ihr Tierarzt auf eine bestimmte Impfung drängen, gegen die Ihr Tier in seiner Jugend oder in den letzten Jahren bereits geimpft wurde, dann könnten Sie mit einer Blutuntersuchung den Titer – also den Status des Impfschutzes – feststellen lassen.

Ist der Titer noch hoch genug, wird auch Ihr Tierarzt keinen vernünftigen Grund für eine Impfung mehr vorbringen können.

So kann z. B. der Tollwuttiter auch dann noch hoch genug sein, wenn die letzte Tollwut-Impfung vor mehr als fünf Jahren verabreicht wurde – was sich erst kürzlich ganz konkret beim Hund eines unserer ZDG-Redaktionsmitglieder gezeigt hat.

Wenn eine Impfung aus den oben genannten Gründen (Reise, Pension, Hundeplatz etc.) aber nicht zu umgehen ist, dann wäre es klug zu wissen, was man tun kann, um mögliche belastende Impfreaktionen so gering wie möglich zu halten.

Herkömmliches Ausleiten bei Hund und Katze schwierig

Während man aus vielen Human-Impfstoffen das Quecksilber bereits entfernt hat, ist es noch in fast jeder Heimtierimpfung in Form des altbekannten Thiomersals enthalten.

Eine Schwermetallausleitung mit Chlorella-Algen und Co. könnte da natürlich dem ein oder anderen Tierhalter in den Sinn kommen. Die Algen könnten in Pulverform dem Futter beigemischt werden, was generell eine gute Idee im Sinne einer ganzheitlichen Nahrungsergänzung darstellt.

Doch werden Katzen sicher nicht die zur Schwermetall-Ausleitung erforderliche Chlorella-Dosis zu sich nehmen wollen, und auch nicht jeder Hund ist begeistert vom plötzlichen Chlorella-Geschmack in seinen Mahlzeiten.

Da ferner noch weitere Komponenten zur erfolgreichen Quecksilber-Ausleitung gehören, zu denen Tiere erfahrungsgemäss kaum überredet werden können und es ausserdem keine Hinweise dazu gibt, ob die Ausleitung beim Tier auf dieselbe Weise durchgeführt werden sollte wie beim Menschen, sollte man hier besser auf den Instinkt des Tieres achten und ihm keine beliebigen Ausleitungsmittelchen gegen seinen Willen aufdrängen.

Bieten Sie Ihrem Hund also Chlorella-Algen-Tabs an. Wenn er sie mag, ist das fein. Wenn nicht, dann muß er sie auch nicht nehmen.

Silicium zur Ausleitung von Aluminium

Aluminiumhydroxid ist ein Wirkverstärker, der in sehr vielen Impfstoffen enthalten ist. Das Spurenelement Silicium kann zur Ausleitung von Aluminium eingesetzt werden. Details dazu haben wir hier beschrieben: Ausleitung von Aluminium

Silicium kann Hunden und Katzen sehr leicht ins Futter gegeben werden – zumal heutzutage die Lebensmittel und so auch die Tiernahrung oft sehr siliciumarm sind.

Hunde mögen Silicium oft sogar gern und nehmen es mit Begeisterung auch pur direkt aus einem Schälchen.

Impfungen bei Hund und Katze ausleiten mit Homöopathie

Treten konkrete Impffolgen auf, kann oft die Homöopathie sehr gute Dienste leisten, denn sie wirkt bei Mensch und Tier gleichermassen. Richtig angewandt können homöopathische Mittel helfen, akute und auch chronische Folgen einer Impfung günstig zu beeinflussen.

Im Folgenden möchten wir Ihnen einige ausgesuchte Mittel vorstellen, die Sie auch als Laie problemlos nach einer Impfung anwenden können. Bitte verwenden Sie die Mittel nur in niedrigen Potenzen wie D6 oder D12.

Für eine Behandlung chronischer Impffolgen ist es ratsam, wenn Sie eine/n erfahrene/n homöopathisch arbeitende/n Heilpraktiker/in oder Tierheilpraktiker/in hinzuziehen.

Akute Impffolgen sollten Sie ferner umgehend auch mit Ihrem Tierarzt besprechen!

 

Dosierung und Verabreichung

Treten nun nach einer Impfung gesundheitliche Probleme auf, dann gibt man das ausgewählte homöopathische Mittel grundsätzlich zwei Wochen lang – und zwar 3-mal täglich 5 Globuli (Kügelchen). Die Globuli schiebt man am besten unauffällig seitlich in das Mäulchen.

Nun kann es aber sein, dass Ihr Hund oder Ihre Katze die Globuli genauso unauffällig wieder ausspuckt.

Globuli können dann auch in einer winzigen Menge Wasser aufgelöst werden. Das Wasser wird dann in eine Spritze (ohne Nadel!!) aufgezogen und seitlich ins Maul gegeben.

Notfalls können die Kügelchen auch unter das Essen gemischt werden. Manche Hunde nehmen Globuli jedoch gerne selbständig ein, was man vorher abchecken sollte, bevor man aufwändige Verabreichungszeremonien vorbereitet.

Bitte geben Sie immer nur EIN Mittel, welches Ihnen passend erscheint. Verbessern sich die Symptome innerhalb zweier Wochen nicht, sollten Sie das Mittel absetzen und ein anderes Mittel wählen.

Bei Besserung der Symptome können Sie nach zwei Wochen die Dosierung auf einmal täglich 5 Globuli herabsetzen, so lange, bis die Symptome verschwunden sind.

Nachfolgend eine Auswahl an möglichen homöopathischen Mitteln, die sich für Impffolgen besonders gut eignen und dem Tier helfen, die verursachenden Gifte besser auszuscheiden:

Homöopathische Mittelauswahl

Gunpowder

Das homöopathisch aufbereitete Schwarzpulver enthält Salpeter, Schwefel und Kohle. Es wird oft als „homöopathisches Antibiotikum“ bezeichnet, weil es in der Lage ist, infizierte Wunden zu heilen.

Bei Abszessen, Furunkeln und Stichen ist es hilfreich und sogar bei einer Blutvergiftung leistet es gute Dienste.

Der große Arzt und Homöopath des 19. Jahrhunderts – J. C. Burnett – hatte einst gesagt: „Jede Impfung verursacht eine Vakzinose.“ Mit Vakzinose ist die Impfkrankheit gemeint, wobei diese wiederum nicht nur die unerwünschten Impffolgen beschreibt, sondern ganz allgemein die Auswirkungen des Impfstoffes auf den Körper. Die Impfkrankheit ist also eine Krankheit, die der Körper infolge des Impferregers durchlebt.

Laut Burnett ist eine Vakzinose ein durch den Impferreger ausgelöster krankhafter Zustand der Konstitution,

Gerade aber Gunpowder ist in der Homöopathie – neben Thuja – DAS Mittel bei Vakzinosen, das gegeben wird, um die schädlichen Impfbegleitstoffe auszuleiten und Impf-Nebenwirkungen gering zu halten.

Gunpowder ist daher nach jeder Impfung ratsam und sollte grundsätzlich zwei Wochen lang verabreicht werden.

Antimon tartaricum

Wenn nach einer Impfung nun asthmaähnliche Zustände auftreten oder das Tier mit hörbarem Schleimrasseln atmet, ist Antimon tartaricum angebracht.

Auch „Brechweinstein“ genannt, hat es eine starke Wirkung auf die Atemwege, insbesondere wenn der Schleim schon fast zu Erstickungsanfällen führt. Dieses Mittel kann sogar ein Lungenödem heilen.

Lyssin

Wenn es besonders nach einer Tollwutimpfung zu epileptischen Zuckungen durch blendendes Licht oder den Anblick laufenden Wassers kommt, kann Lyssin seine heilende Wirkung entfalten.

Auch wenn das Tier plötzlich vermehrt speichelt, ist dieses Mittel angebracht.

Lyssin ist eine sogenannte Nosode – also ein homöopathisch aufbereitetes Mittel aus tierischem oder menschlichem Material – und wird in diesem Fall aus dem Speichel eines tollwütigen Hundes gewonnen.

Malandrinum

Wenn sich nach einer Impfung trockene, rissige und schuppige Ausschläge zeigen, die das Tier zu ständigem Jucken veranlassen, bringt oft diese Nosode aus der Pferdemauke (bakterielle Hautentzündung in der Fesselbeuge des Pferdes) Erleichterung – und das nicht nur bei Pferden.

Malandrinum gilt als eines der wichtigsten Mittel neben Thuja und Silicea, um Impffolgen zu beseitigen!

Mezereum

Manchmal bilden sich nach einer Impfung dicke, krustige Ausschläge, aus denen Eiter sickert und die furchtbar jucken. Hier kann die Pflanze Mezereum – auch „Seidelbast“ genannt – Abhilfe schaffen.

Allerdings wirklich nur in homöopathischer Aufbereitung, da der Seidelbast – wie viele Ausgangsstoffe in der Homöopathie – hochgiftig ist. Schon zehn seiner Beeren können für ein Kind tödlich sein, während manche Vogelarten gegen das Gift unempfindlich zu sein scheinen, da sie die Beeren genüsslich verspeisen.

Wenn Sie zudem das Gefühl haben, Ihr Tier leidet unter Knochenschmerzen und möchte nicht an die kalte Luft, kann das ein zusätzlicher Hinweis für dieses Mittel sein.

Mezereum ist auch bekannt als wichtiges Mittel bei Herpes Zoster (Gürtelrose) und den damit in Zusammenhang stehenden schlimmen Nervenschmerzen.

Sarsaparilla

Die sogenannteSarsaparillawurzel“ ist ein Liliengewächs aus Südmexiko, das nach einer Impfung angebracht ist, wenn sich juckende, trockene oder auch nässende Hautausschläge zeigen.

Auch wenn plötzlich schmerzhafte Risse an den Pfoten auftauchen oder das Tier beim Urinieren unter Schmerzen leidet, kann die Wahl auf dieses Mittel fallen.

Silicea

Der feingepulverteBergkristall“ kommt nach Impfungen dann in Frage, wenn sich zum Beispiel ein eitriger Abszess an der Impfstelle bildet.

Auch wenn es zu epileptischen Zuckungen kommt und/oder es zu unwillkürlichem Kotabgang nach der Impfung kommt, kann es hilfreich sein, dieses Mittel zu geben.

Ein Tier, das Silicea braucht, ist meist von magerer Statur und oft etwas ängstlich in seinem Charakter.

Thuja

Wie bereits oben erwähnt, gehört Thuja (der Lebensbaum) zu den wichtigsten Mitteln, die nach Impfungen verabreicht werden können.

In seinem Buch „Vakzinose und ihre Heilung mit Thuja“ hat J. C. Burnett Thuja als wirksames Heilmittel gegen Vakzinosen beschrieben.

Auch wenn Lähmungserscheinungen nach einer Impfung auftreten oder es zu Durchfall kommt, kann Thuja gute Dienste leisten.

Genauso ist Thuja angezeigt, wenn das Tier seit der Impfung unter einer chronischen Ohrentzündung leidet oder sich immer mehr Warzen bilden. In diesem Fall ist es aber ratsam, professionelle, homöopathische Hilfe hinzuzuziehen.

(…)

Quelle: https://kraeutermume.wordpress.com/2016/05/26/impfungen-bei-hund-und-katze-ausleiten/

Gruß an die Aufgeklärten

TA KI

Wirkung und Anwendung aller Salze Schüßler-Salze bei Mensch und Tier


 

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Darreichungsformen der Schüssler-Salze

Tabletten / Pastillen

Die häufigste Darreichungsform der Schüssler-Salze sind Tabletten (), deren Grundlage aus Milchzucker (Lactose) besteht.Diese Tabletten werden in folgenden Potenzen angeboten:

  • D3
  • D6
  • D12

Die häufigste Potenz der Schüssler-Salze ist D6.Eine Ausnahme stellen folgende Salze dar, die meistens in D12 angewandt werden:

  • Nr. 1 (Calcium Fluoratum)
  • Nr. 3 (Ferrum Phosphoricum)
  • Nr. 11 (Silicea)

Globuli und Tropfen

Für Menschen, die keinen Milchzucker vertragen, gibt es die Schüssler-Salze auch als Globuli und in Tropfenform.Von den Globuli nimmt man je 5 Globuli für jede Tablette, die in Anwendungsanleitungen angegeben wird.

Von den Tropfen nimmt man je 5 Tropfen für jede Tablette, die in Anwendungsanleitungen angegeben wird.

Normale Anwendung

Die gängige Anwendung der Schüssler-Salze ist

  • 3 bis 6 mal täglich 1 bis 2 Tabletten

Die Tabletten werden nacheinander einzeln in den Mund gesteckt und langsam auf der Zunge zergehen lassen.In akuten Fällen nimmt man alle 5 Minuten eine Tablette, bis sich das Befinden bessert, längstens jedoch einen halben bis ganzen Tag lang.

Danach geht man zur normalen Dosis über.

Mehrere Salze

Wenn man mehrere verschiedene Salze einnehmen will, nimmt man von jedem Salz dreimal täglich eine Tablette.Die Entscheidung, ob man mehrere Salze gleichzeitig oder nur einzelne Salze nehmen will, ist bei den Schüssler-Salzen dem eigenen Gutdünken überlassen.

Manche Schüsslersalz-Enthusiasten nehmen immer möglichst viele verschiedene Salze ein, andere nehmen maximal drei verschiedene Salze innerhalb eines Tages und wieder andere bevorzugen nur ein einzelnes Salz zur gleichen Zeit. Die Auswahl einzelner oder weniger Salze erfolgt danach, welches am besten zur Gesamtsituation passt.

Kinder

Kinder nehmen bei akuten Beschwerden alle ein bis zwei Stunden eine Tablette.

Sobald sich das Befinden bessert, nehmen sie

  • 3 bis 4 mal täglich eine Tablette

Mehr Informationen über die Anwendung von Schüsslersalzen für Kinder …

Hochdosiert

Wenn man davon ausgeht, dass die Behandlung durch Schüssler-Salze eine Substitutionstherapie darstellt, kann man die Tabletten auch hochdosiert einnehmen.

Manche Anwender nehmen in diesem Fall jede Minute eine Tablette ein.

Im Munde zergehen lassen

Damit die Mineralsalze bereits von der Mundschleimhaut aufgenommen werden können, damit sie schnell ins Blut übergehen, sollte man sie langsam im Munde zergehen lassen.

Am besten nimmt man sie eine halbe Stunde vor dem Essen ein.

Man kann sie aber auch nach oder zwischen den Mahlzeiten einnehmen.

Nach der Einnahme trinkt man am besten ein Glas frisches Wasser, damit der Körper genügend Wasser hat, um eventuelle Giftstoffe ausscheiden zu können.

Hinweis für Diabetiker

Da die Tabletten der Schüssler-Salze Lactose enthalten, müssen Diabetiker sie bei ihrer Berechnung der Broteinheiten berücksichtigen.

  • 50 Tabletten entsprechen 1 Broteinheit

 

Mineralstoffe im Körper regulieren und so Krankheiten behandeln – das ist der Anspruch der Schüßler-Salze. Sie sind auch für die Selbstbehandlung geeignet. Seit fast 150 Jahren sind die Schüßler-Salze Bestandteil der alternativen Medizin. Nach ersten Erfahrungen mit der Homöopathie hat der Oldenburger Arzt Dr. Heinrich Wilhelm Schüßler schließlich eine eigenständige Behandlungsform entwickelt.
Er nannte sie „Biochemie“. Der Grundgedanke: Bei Krankheitssymptomen besteht eine Verteilungsstörung von Mineralsalzen im Körper, die durch die Einnahme eben dieser Salze wieder ausgeglichen werden soll.

Minerale in starker Verdünnung

Die Behandlung mit Schüßler-Salzen hat nichts mit einer Nahrungsergänzung zu tun, bei der man hohe Konzentrationen von Mineralsalzen wie Magnesium, Kalzium oder Kieselsäure z.B. als Tabletten zu sich nimmt. In den homöopathisch dosierten Schüßler-Salzen sind die jeweiligen anorganischen Minerale nur in starker Verdünnung enthalten. Die häufig verwendete Verdünnung D6 steht beispielsweise für einen Teil des Salzes und 1 Million Teile Verdünnungsmittel.

Schüßler und seine Anhänger wollen auf diese Weise nicht etwa einen nahrungsbedingten Salzmangel ausgleichen, sondern direkt Vorgänge in den Körperzellen anstoßen: Diese sollen dadurch leichter die richtigen Mineralien in ausreichender Menge aufnehmen. So sollen die Funktion der Organe verbessert und die Selbstheilungskräfte im Körper angeregt werden.

12 Basissalze

Schüßler selbst hat zwölf Basissalze (oder auch Funktionsmittel) entwickelt, später kamen noch 12 weitere Ergänzungsmittel hinzu. Die Salze haben den Vorteil, dass sie relativ einfach zu handhaben und damit auch gut für den Eigenbehandlung durch den Laien geeignet sind. Auch bei Kindern können sie angewendet werden – Neben- und Wechselwirkungen sind nicht bekannt.

Schüßler führte eine Liste, wie und wann die betreffenden Mineralsalze aus seiner Erfahrung am besten eingesetzt werden. Trotzdem ist die Wirksamkeit der Schüßler-Salze nicht in wissenschaftlichen Studien belegt. Sie bezieht, wie viele alternative Heilmethoden, den Nachweis ihrer Wirksamkeit aus der Praxis.

Anwendung

Die kleinen geschmacksneutralen Tabletten lässt man im Mund zergehen oder trinkt sie aufgelöst in heißem Wasser (nicht mit Metalllöffel verrühren!) in kleinen Schlucken, die möglichst lange im Mund behalten werden. So sollen die Wirkstoffe bereits über die Mund- und Rachenschleimhaut ins Blut übergehen.

Faustregel: Bei akuten Beschwerden alle 10–15 Minuten eine Tablette nehmen, nach Besserung die Abstände schrittweise erhöhen bis zu einer Einnahme von 3-5 Tbl./Tag – solange bis die Symptome verschwunden sind. Auf der jeweils gleichen Wirkstoffbasis gibt es außerdem Salben zum Beispiel für Hauterkrankungen oder bei Quetschungen und Gelenkerkrankungen. Auch die Einnahme mehrerer Schüßler-Salze ist gebräuchlich.

Schüßler-Salze: Die 12 Hauptsalze

Schüßler-Salze werden vorwiegend zur Selbstbehandlung genommen. Dafür muss man entweder ein klares Beschwerdebild haben oder sich anhand körperlicher Merkmale sehr genau beobachten, um das passende Salz zu finden. Entsprechende Symptomlisten sind in einschlägigen Büchern zu finden – hier ein kurzer Überblick, bei welchen Hauptsymptomen welches Mittel besonders geeignet ist:

Nr. 1 Calcium fluoratum (Kalziumfluorid)

„Der Elastizitätsförderer“: Hornhautbildungen, splitternde Fingernägel, Gewebserschlaffung, Analekzeme, Krampfadern, Hämorrhoiden und Adernverkalkung.

Nr. 2 Calcium phosphoricum (Kalziumphosphat)

„Der Zellerneuerer“: Störungen der Zahn- und Knochenbildung, schlecht heilende Knochenbrüche. In Verbindung mit Nr. 8 für die Genesungsphase nach überstandenen Krankheiten.

Nr. 3 Ferrum phosphoricum (Eisenphosphat)

„Der Entzündungshemmer“: Hauptmittel im ersten Stadium aller Entzündungen und bei frischen Wunden, Quetschungen, Verstauchungen, Blutungen und pulsierenden Schmerzen.

Nr. 4 Kalium chloratum (Kaliumchlorid)

„Der Schleimhautstärker“: Entzündungen im „zweiten Stadium“, bei weiß-grauem Belag der Zunge, Mandelentzündung, Masern, Mumps, Heiserkeit, Mittelohrkatarrh, Augenentzündung, Gelenkschwellung, Sehnenscheidenentzündung.

Nr. 5 Kalium phosphoricum (Kaliumphosphat)

„Der Energiespender“: Unruhe, Schlaflosigkeit, Erschöpfungszustände des Körpers und des Geistes, Gedächtnisschwäche, Herzschwäche, Muskelschwäche und Lähmungsgefühl.

Nr. 6 Kalium sulfuricum (Kaliumsulfat)

„Der Schleimhemmer“: Im „dritten“ Stadium der Entzündung, Katarrhe (gelblich-schleimig) wie Fließschnupfen; fördert die Abschuppung nach Masern, Scharlach und Röteln.

Nr. 7 Magnesium phosphoricum (Magnesiumphosphat)

„Der Krampflöser“: Krampfneigung wie Herzkrampf, Magenkrampf, Blasenkrampf, Wadenkrampf, Regelkrämpfe. Auch bei Magen-, Gallen- und Nierenkoliken.

Nr. 8 Natrium chloratum (Natriumchlorid, Kochsalz)

„Der Wasserhaushaltsregulierer“: Blutarmut, Tränen- und Speichelfluss, wässriger Nasenkatarrh, Kälteempfindlichkeit, Lippenbläschen, Kopfschuppen, trockene Haut.

Nr. 9 Natrium phosphoricum (Natriumphosphat)

„Der Säurehemmer“: Sodbrennen, Rheuma, Ischias, chronische Müdigkeit, Akne, Mitesser, Windeldermatitis, Sodbrennen, Heißhunger, Gastritis und nach fettreicher Mahlzeit.

Nr. 10 Natrium sulfuricum (Natriumsulfat)

„Die Reinigungskraft“: Schnupfen, Grippe, geschwollene Augen, Verstopfung, Durchfall, Rheuma, Schuppenflechte, Neurodermitis, Vergiftungskopfschmerzen (Kater), Fieberblasen.

Nr. 11 Silicea (Kieselsäure)

„Der Festigkeitsgeber“: Erschöpfung, Unterernährung, Alterserscheinungen, Furunkel, Fistel, Drüsenvereiterungen, Arterienverkalkung, Zahngeschwüre, Gerstenkorn, Überbein, Hautjucken, Haarausfall, Bindegewebsschwäche.

Nr. 12 Calcium sulfuricum (Kalziumsulfat)

„Der Wundheiler“: Offene Eiterungen und Abszesse, Rachitis, Blasen- und Nierenentzündungen, Rheuma, Gicht, Zahnfleischentzündung, chronische Bronchitis.

 

Ergänzungsmittel Nr. 13-27


Die Mineralstoffe Nr. 1 – 12 sind die Hauptmittel, mit denen Dr. Schüßler seine Patienten jahrzehntelang erfolgreich behandelte. Er tendierte zur Einfachheit und hatte sich deshalb etwas von der Homöopathie abgewandt und nutzte hauptsächlich diese 12 körpereigenen Stoffe, die im Organismus in Gramm und Kilogramm enthalten sind.

Vielen sind die vormals 12 Ergänzungsmittel Nr. 13 – 24 bekannt, mittlerweile gibt es 15 Ergänzungsmittel (also Nr. 13 – 27). Der Hintergrund der 12 Ergänzungsmittel ist ein Herr, der zwischen dem I. und II. Weltkrieg einen Handel mit „Wässerchen und Pülverchen“ im fahrenden Handel anbot. Dem waren die 12 Schüßler Salze bekannt … und so bot er aus dem homöopathisch bekannten Bereich weitere 12 Mittel, also die Ergänzungsmittel an. Diese sind aus der Homöopathie herausgenommen und biochemisch hergestellt worden. (Seit 2006 gibt es die Nrn. 25 und 26, seit 2007 die Nr. 27.) Anhänger bzw. Schüler von Dr. Schüßler setzen die Ergänzungsmittel gerne ein, wenn die Nrn. 1 – 12 nicht so recht anschlagen oder die Heilung zu langsam fortschreitet. Das ist die grundsätzliche Aussage von vielen Therapeuten.

Die Ergänzungsmittel sind Spurenelemente, also in unserem Körper nur in Mikrogramm und weniger enthalten. Deswegen „kleckert“ man mit der Einnahme – während die 12 Schüßler Salze in Gramm und Kilogramm im Körper enthalten sind, deshalb „klotzt“ man mit den ersten 12.

Genauer:

Von den Ergänzungsmitteln würde man maximal 2 – 3 Tabletten pro Tag lutschen, während man von den 12 Schüßler Salzen im chronischen/prophylaktischen Bereich 6 – 8 Tabletten lutschen würde und im Akutfall sogar alle 5 Minuten eine Tablette einnimmt (lutschen = unter der Zunge zergehen lassen). Insofern sind diese Ergänzungsmittel genau genommen KEINE Schüßler Salze.

Schüßler Salz Nr. 13 – Kalium arsenicosum D12


Stichwort: Haut

 

Kalium arsenicosum wirkt harmonisierend auf die Muskulatur und die Schleimhäute im Verdauungs-, Genital- und Atembereich; wird vor allem bei schwer zu beeinflussenden Hautleiden eingesetzt, besonders bei chronischen Hauterkrankungen mit heftigem Juckreiz;

auch Einsatz bei Schwächezuständen der Nerven (Neuralgien, Lähmungen, Krämpfe) oder Erschöfpungszuständen mit Abmagerung und Blutarmut.

Schüßler Salz Nr. 14 – Kalium bromatum D12


Stichwort: Beruhigung

 

Kalium bromatum wirkt harmonisierend und ausgleichend bei der Diagnose „Vegetative Dystonie“ (also auf das Zentralnervensystem); hat einen starken Bezug zum Nervensystem; es reguliert den Schlaf-Wach-Rhythmus; wirkt hustenstillend bei quälendem Hustenreiz; nervöse Beschwerden (nervöses Asthma, nervöse Sehstörungen) und auch Schilddrüsenfunktionsstörungen sprechen gut auf Kalium bromatum an;

allgemeine Leitsymptome sind: Verlangsamung mit Gedächtnisschwäche und Sprechstörungen; Verschlimmerung durch Wärme, Besserung durch Bewegung.

Schüßler Salz Nr. 15 – Kalium jodatum D12


Stichwort: Schilddrüse

Kalium jodatum ist das wichtigste „Schilddrüsenmittel“ in der Biochemie. Es wirkt regulierend auf die Schilddrüse (egal, ob Über- oder Unterfunktion) und den Blutdruck, regt Herz- und Gehirntätigkeit an; wirkt sich entzündungshemmend und schmerzstillend auf Muskulatur, Bänder, Sehnen und Gelenke aus, z. B. Arthrose; es stärkt die Immunabwehr;

regt den Stoffwechsel an und fördert damit auch Appetit und Verdauung.

Schüßler Salz Nr. 16 – Lithium chloratum D12


Stichwort: Rheuma; schwere Depressionen

Lithium chloratum beeinflusst den Eiweißstoffwechsel: Es hilft bei Gewebeschwund genauso wie bei Abmagerung oder bei abgelagertem bzw. überproduziertem Fehlgewebe (Überbeine, Narbengewebe u. ä.); da der Eiweißstoffwechsel häufig mit dem rheumatischen Formenkreis korrespondiert, kann Lithium chloratum in diesem Bereich eingesetzt werden; es fördert die Auflösung und Ausscheidung von Harnstoff und Harnsäurekristallen; auch bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege kann man an dieses Mittel denken;

einsetzbar auch bei depressiven Zuständen. (In der Psychatrie wird grobstofflich Lithium eingesetzt … mit all den dazugehörigen Risiken und Nebenwirkungen, wie z. B. Übergewicht.)

Schüßler Salz Nr. 17 – Manganum sulfuricum D12


Stichwort: Eisenhaushalt

Manganum sulfuricum ergänzt die Wirkung von Nr. 3 Ferrum phosphoricum, indem es die Aufnahme von Eisen im Körper fördert; es stabilisiert das Immunsystem und hier speziell im allergischen Bereich; geeignet auch bei Kreislauf- und Durchblutungsstörungen;

Haar- und Nagelkrankheiten; anämische Kinder und Jugendliche bzw. auch Schwangere, die unter Eisenmangel leiden, können in der Verbindung 3+17 gute Erfolge erzielen;

In der Homöopathie wird Manganum sulfuricum dem Manganum aceticum gleichgesetzt (Anämie, Gelenkerkrankungen auf der Basis chron. Anämie, chron. Schleimhautkatarrhe der Luftwege bei Anämischen, Parkinsonismus = chron. Mn-Vergiftung erzeugt Bilder vom Typ der Parkinson-Krankheit und der Multiplen Sklerose).

Schüßler Salz Nr. 18 – Calcium sulfuratum D12


Stichwort: Erschöpfung

Über Calcium sulfuratum gibt es recht wenig Informationen.

Bislang wird es überwiegend bei Erschöpfungszuständen mit Gewichtsverlust (trotz Heißhunger) eingesetzt oder auch bei hartnäckigen, entzündlichen und eitrigen Hauterkrankungen. Es unterstützt den Körper bei sämtlichen Entgiftungsprozessen, speziell der Leber; es reguliert die Ausscheidungen bei Bronchialerkrankungen und unterstützt bei Infekten aller Art.

Schüßler Salz Nr. 19 – Cuprum arsenicosum D12


Stichwort: Schmerzen; Niere

Cuprum arsenicosum ist in der Homöopathie ein wichtiges Mittel gegen Koliken und Krämpfe jeder Art; es fördert den Eisenstoffwechsel und stärkt das Immunsystem (sehr gute Verbindung mit der Nr. 3); es wirkt entkrampfend und reguliert die Kupferverteilung im Körper: bei vielen Erkrankungen (z. B. Bluthochdruck, Hyperaktivität, Depressionen usw.) wurde ein erhöhter Kupferspiegel im Blutserum festgestellt.

Homöopathie: wie Cuprum aceticum – Krampfneigung der glatten und quergestreiften Muskulatur, Leberzirrhose, Epilepsie; Besserung des Hustens und Erbrechens durch kaltes Trinken, Verschlimmerung durch Berührung, Schreck, Hitze, vor Menses und nachts.

Schüßler Salz Nr. 20 – Kalium Aluminium sulfuricum D12


Stichwort: Nerven

 

Kalium Aluminium sulfuricum wirkt blutgerinnend und entzündungshemmend auf Wunden und Schleimhäute (auch bei Durchfall, Katarrhen o. ä.) und hilft bei übermäßigem Schwitzen (besonders nachts); es wird eingesetzt bei Darm- und Blähungskoliken oder Magenproblemen; unterstützend bei allen Problemen, die insbesondere auf das vegetative Nervensystem zurückzuführen sind; es verbessert die Konzentration, das Gedächtnis, Vergesslichkeit im Alter und hilft bei Lernstörungen.

Schüßler Salz Nr. 21 – Zincum chloratum D12


Stichwort: Stoffwechsel

 

Diabetiker scheiden doppelt so viel Zink aus wie Gesunde: Deshalb wird Zincum chloratum äußerst hilfreich bei Diabetikern eingesetzt, da es am Insulinstoffwechsel beteiligt ist;

es hilft bei der Herstellung von Kollagen; es ist am Alkoholabbau der Leber beteiligt und harmonisiert nervliche Erkrankungen (Hyperaktivität, Depressionen, Restless-Legs-Syndrom u. ä., grundsätzlich bei einer Überreizung des Nervensystems); besonders Personen mit einem gereizten Nervensystem oder leichter Verzagung könnten Nr. 21 gut gebrauchen.

Schüßler Salz Nr. 22 – Calcium carbonicum D12


Stichwort: frühzeitiges Altern

 

Calcium carbonicum fördert die Heilung von Knochenbrüchen, ermöglicht den Aufbau der Zähne und des knöchernen Skeletts, fördert die Abheilung von Haut- und Schleimhauterkrankungen (chronische); wird in der Homöopathie eingesetzt bei Rachitis, mangelhaftes Wachstum, Kopfschweiß, kalte/schweißige Füße, Milchschorf, nässende/seborrhoische (ölige/fettige Schuppung) Ekzeme, Abmagerung, chronische Krankheiten, Lymphsystem.

Schüßler Salz Nr. 23 – Natrium bicarbonicum D12


Stichwort: Übersäuerung

 

Natrium bicarbonicum bindet überschüssige Säure (Sodbrennen usw.)

Man sollte die Nr. 23 vor allem einsetzen, wenn man das Gefühl hat, dass irgendwie alle alternativen Methoden nicht so richtig anschlagen oder helfen. Mit der Nr. 23 kann man den Stoffwechsel sanft und effektiv entsäuern; aktiviert den Stoffwechsel, besonders die harnpflichtigen Substanzausscheidungen; die Bauchspeicheldrüse wird mit Nr. 23 positiv beeinflusst; wird gerne in der Homöopathie bei der Behandlung von Zuckerkrankheit und deren Folgeschäden eingesetzt. Die Nr. 23 ist die einzige Ausnahme bei den Ergänzungsmitteln, die man gerne auch „klotzen“ kann!

Ein Hinweis für den homöopathischen Einsatz sind z. B. schwere Beine/Füße und schwache Fußgelenke, brennende Fußsohlen, zuckende Hände beim Einschlafen, Ameisenlaufen, ein bohrender Schmerz in der Spitze des linken Schulterblattes, ständige Kälte zwischen den Schulterblättern, geblähter Bauch, morgens trübe Augen oder auch weiße Sternchen oder blendende Blitze vor den Augen.

Schüßler Salz Nr. 24 – Arsenum jodatum D12


Stichwort: Haut

 

Arsenum jodatum hilft bei chronischen Haut- und Schleimhauterkrankungen; die Sekrete erzeugen Brennen der Teile, über die sie laufen; ausgeprägte Abschälung der Haut in großen Schuppen, darunter kommt eine nässende Oberfläche zum Vorschein; Ekzeme im Bartbereich, schlimmer durch Waschen; fauliger Ohrenfluss; Heuschnupfen;

es unterstützt die Blutbildung.

 

Eine Besonderheit ist, dass Arsenumtrijodid früher gegen Lepra eingesetzt wurde.

Schüßler Salz Nr. 25 – Aurum chloratum natronatum D12


Stichwort: Frau

 

Aurum chloratum natronatum bringt unterdrückte Absonderungen zum Vorschein, wie Sekrete der Nasennebenhöhle oder der Gebärmutter; alle Erkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane; chronischer Rheumatismus, Folge überhöhter Harnsäure;

Bluthochdruck bei vegetativer Fehlregulation

Schüßler Salz Nr. 26 – Selenium D12


Stichwort: Mann

 

Selenium wird eingesetzt bei physischer und psychischer Erschöpfung; Schlafstörungen; Hautausschläge (Jucken um die Fußknöchel und im Bereich von Hautfalten, fettige Haut, aufgekratzte Stellen, die anhaltend nässen, krustenbildende Ausschläge auf den Handtellern, Schuppenflechte der Handflächen, Akne) und Haarausfall; Heiserkeit; Prostatabeschwerden, sexuelle Schwäche; unterstützend bei Ausleitung und Entgiftung.

 

Homöopathie: dauerhafter Bestandteil der Knochen und der Zähne; ausgeprägte Wirkungen auf die Nerven des Urogenitalsystems; geistige oder körperliche Anstrenung macht einen schläfrig; sehr vergesslich, verspricht sich oft, kann manche Wörter beinahe gar nicht aussprechen; Verschlimmerung bei heißen Tagen, Zugluft (auch warme), Wein, Stuhlgang Verbesserung: nach Sonnenuntergang, einatmen kühler Luft, trinken von kaltem Wasser.

 

Männliche Genitalien: Selen steigert das Verlangen, schwächt aber die Potenz; tropfenweiser Abgang von Sperma im Schlaf, Sperma geht leicht oder verfrüht ab: beim Koitus, mit unvollkommener Erektion aber lang anhaltendem Orgasmus; beim Stuhlgang, Sperma ist sehr dünn, wässrig und geruchlos; Aussickern von Prostatasekret: im Schlaf, Sitzen, Gehen und beim Stuhlgang.

 

Weibliche Genitalien: starke Menstruationsblutung von dunkler Farbe; Klopfen der Adern im Bauch während der Schwangerschaft, besonders nach dem Essen.

Schüßler Salz Nr. 27 – Kalium bichromicum D12


Stichwort: Luftwege

 

Das homöopathische Mittel Kalium bichromicum wird bei Mittelohrentzündung, Nasennebenhöhlenentzündung und Erkältung verwendet; das typische Einsatzgebiet sind chronische Erkrankungen der oberen Luftwege.


Schüssler-Salze: Anwendungsgebiete / Krankheiten

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Schüssler-Salze für Tiere

Wie der Mensch brauchen auch Tiere ausreichend Mineralstoffe, um vollständig gesund zu sein.

Daher bietet es sich an, auch in der Tierheilkunde Schüssler-Salze einzusetzen.

Da die Schüsslersalze nebenwirkungsfrei angewendet werden können, eignen sie sich auch zur problemlosen Behandlung des eigenen Haustiers, zumal die Schüssler-Salze durch den Milchzuckergehalt für die Tiere relativ wohlschmeckend sind.

Gruß an die Heilenden

TA KI

 

Heilpflanzen als Medizin


Die Medizin nutzt viele pflanzliche Medikamente. Ungefähr 3000 Heilpflanzen sind bekannt, aus etwas 500 stellt die moderne Medizin Arzneimittel her. Herzglykoside gewinnt die Pharmazeutik zum Beispiel aus dem Fingerhut. Diese Giftpflanze direkt einzusetzen kann zum Tod führen – selbst bei einer geringfügig zu hohen Dosierung.

Ätherische Ölfe liefern Thymian, Eukalyptus und Latschenkiefer, das aus der Mariendistel gewonnene Silymarin schützt die Leber; Weinlaub und Rosskastanie stärken die Venen. Schöllkraut, Pfefferminze, Kamille und Kümmel helfen bei Magen / Darmleiden, Baldrian, Hopfen, Melisse und Passionsblume beim Einschlafen. Weißdorn stärkt das Herz, Johanniskraut lindert Depressionen.

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Die Substanzen einiger Pflanzen sollten Leidende nur als medizinische Extrakte zu sich nehmen, um nicht ihre Krankheit durch den Tod zu beenden. Dazu gehört die Tollkirsche. Die Steinzeitjäger benutzten sie bereits als Pfeilgift. Seit der Antike setzten Ärzte sie als Heilmittel ein. Ihren lateinischen Namen Atropa belladonna erhielt die schwarz-violette Strauchfrucht jedoch als fragwürdiges Mittel, die Männerwelt zu verführen. Atropin erweitert nämlich die Pupillen, und weit bis in die Neuzeit träufelten sich Frauen Tollkirschensaft in die Augen, um als schwarzäugige Schönheit zu glänzen.

Ärzte wenden sie in der Augenheilkunde an; sie löst krämpfe bei Epilepsie und Asthma, und sie hilft gegen Bronchitis wie Reizhusten. Auch die Parkinson-Krankheit lässt sich mit der Tollkirsche lindern.

Das aus der Tollkirsche extrahierte Atropin entspannt die Muskeln, und es hilft gegen Krämpfe in den Muskeln des Magen-Darm-Traktes. Außerdem hilft es gegen Regelschmerzen. Auch medizinisch dosiertes Atropin kann indessen schwere Nebenwirkungen auslösen: Der Mund kann austrocknen, der Appetit ausbleiben, der Darm verstopfen; bisweilen schlägt das Herz schneller, und die Patienten erbrechen sich.

Mädesüß

Mädesüß ist eine Heilpflanze, die viele Menschen gar nicht kennen. Sie enthält schmerzstillende Substanzen, die ähnlich wie Acetylsalicylsäure wirken. Mädesüß riecht süßlich, und unsere Vorfahren würzten damit den Honigwein.

Die Germanen der Antiken nutzten Mädesüß als Schmerzmittel. Das war kein Aberglauben, das Kraut enthält nämlich Salicylsäure. Der Apotheker Felix Hoffmann stellte aus dieser Substanz 1897 Acetylsalicylsäure her, und die ist bis heute als Schmerzmittel in Gebrauch.

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Das echte Mädesüß wird ungefähr zwei Meter hoch; die Blattoberseite ist dunkelgrün, die Unterseite „behaart“, die Blätter sind fein gezähnt. An den Rispen wachsen kleine Blüten. Diese riechen süß und sind weiß-gelb gefärbt. Mädesüß blüht von Juni bis August und wächst auf feuchtem Böden, oft in der Nähe von Bächen.

Das Heilmittel befindet sich in den Blüten: Das Pflanzenöl besteht unter anderem aus Salicyladehyd und Salicylsäuremethylester. Die beiden Stoffe spaltet der Körper zu Salicylsäure auf. Sie wirkt gegen Entzündungen, lindert Schmerzen und senkt Fieber.

Fingerhut

Der Fingerhut ist seit der Antike berühmt – und berüchtigt. Noch vor hundert Jahren galt ein Tee aus Blättern des Fingerhuts als Heilmittel gegen ein schwaches Herz. Das ist nicht falsch, denn die Glykoside von Digitalis pupurea lassen das Herz schlagen. Der Gehalt der Glykoside schwankt, und überdosiert können sie töten.

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Medikamente aus Fingerhut enthalten Extrakte von Digoxin und Digitoxin. Als Tabletten und verordnet von Herzen helfen diese gegen Störungen des Herzrhytmus.

Echtes Johanniskraut

Das Johanniskraut wächst auf der Heide, also in offenen Landschaften mit wenig Bäumen. Die Blätter sehen „durchbohrt“ aus. Diese hellen Punkte sind Öldrüsen. Die gelben Blütenblätter sind punktiert wie die Blätter. Die Öldrüsen enthalten Hypericin, und das färbt das Öl rot. Zerreibt man die Blüten, färben sich die Finger dunkelrot.

Dies führte zwar zu vielerlei Aberglauben um eine vermeintliche „Blutpflanze“; die heilende Wirkung des Johanniskrautes ist jedoch Realität. Der Stoff Hyperforin und die Terpene in der Pflanze wirken antibakteriell und heilen Wunden wie Verbrennungen, Magen- und Darmstörungen.

Johanniskraut wird vielfach zu Medizin verarbeitet: Als Kapseln, Pillen und Dragees; als Tee; als Tropfen; als frisch gepresster Saft und als Öl.

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Johanniskraut ist wissenschaftlich anerkannt, um Depressionen zu behandeln. Dafür braucht es aber eine hohe Dosis und regelmäßige Kontrolle eines Arztes. Johanniskraut gilt als „erste Hilfe“ bei Depressionen und kann die Stimmung der Kranken heben, bevor andere Therapien greifen. Allerdings ist hier die Sorgfalt des Arztes gefragt. Leichte und mittelschwere Depressionen, nur mit Johanniskraut behandelt, können sich zu schweren Depressionen entwickeln. Dann aber wirkt das kraut nicht mehr, und sich auf die Pflanze zu verlassen ist lebensgefährlich. Schwer Depressive sind nämlich akut selbstmordgefährdet. Tee und Kapseln helfen auch gegen leichte Angststörungen und innere Unruhe.

Johanniskrautöl lässt sich auf die Haut auftragen, um Wunden und Verbrennungen zu heilen, Muskelschmerzen ebenso zu lindern wie Prellungen, Verstauchungen und Verrenkungen, Nervenschmerzen, Hexenschuss und Rheuma.

Herbstzeitlose

„Wer kennt nicht die zarte Jungfer

Im Lilatrauergewand,

Die seitdem frierend blühet

Auf herbstlich verödetem Land!“

(Die Herbstzeitlose, Emerenz Meier 1874-1928)

Die Herbstzeitlose wird bis zu 30 cm hoch; Teile der Pflanze wachsen unter der Erde, um die kalte Zeit zu überstehen. Im Winter wächst über der Knolle eine neue und bildet sich im Sommer bis zu einem Durchmesser von 5 cam aus. Im Frühjahr sprießen die lanzettförmigen Laubblätter bis zu 40 cm Länger. Sie sehen dem Bärlauch ähnlich, und das führt zu Vergiftungen.

Das Kraut bildet bis zu drei Blüten aus; ihre Blütenhüllblätter verwachsen zur Form einer Röhre. Der Fruchtknoten befindet sich in der Erde. Die Zeitlose blüht von September bis Oktober.

Die Kapselfrucht in Form eines Eis tritt im Mai aus der Erde, sie schwillt in den nächsten Wochen auf und wird braun.

Die Pflanze wächst vom Süden der britischen Inseln über Frankreich bis Norditalien und östlich bis in die Ukraine. Sie liebt feuchte Wiesen mit satten Nährstoffen im Windschutz.

Die gesamte Pflanze enthält Colchicin, ein giftiges Alkaloid – die Blüte 1,8%, die Samen 0,5, die Knolle 0,2 und die Blätter 0,03 %. Die Droge bleibt auch in der getrockneten Pflanze erhalten.

Die Phamazeutik nutzt besonders den Samen. Aus diesem Semen Colchicin wird das Colchicum-Dispert gewonnen. Jedes Dragee mit 15,6 mg enthält 0,5 mg Colchicin. Colchicin hilft gegen Gicht. In der Krebsbehandlung wird Demecolcin eingesetzt; das enthält die Zeitlose ebenfalls.

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Die Homöopathie stellt aus Knollen der Herbstzeitlosen das „Colchicum autumnale“ her – dazu werden die Knollen zerkleinert und in Alkohol eingelegt. Homöopathen reichen dieses Mittel be Gicht, Rheuma und Schwangeschaftsbeschwerden. Es ist verschreibungspflichtig.

Von Eigenversuchen ist dringend abzuraten; denn die Pflanze kann einen Menschen töten. 60 g Blätter, das heißt eine Handvoll, reichen dazu aus. Nach einigen Stunden setzen die Symptome ein: Der Mund brennt, das Schlucken fällt schwer, Brechreiz und Durchfall geben sich die Hand. Nach einer hohen Dosis setzt der Atem aus, der Kreisluaf bricht zusammen, der Vergiftete stirbt.

Kinder auf dem Land sind in Gefahr, weil sie die Pflanzen beim Heusammeln in die Finger bekommen, wenn die Zeitlosen blühen und deshalb besonders giftig sind. Sogar Milch von Schafen und Ziegen, die die Pflanzen fraßen, sind überliefert. Erwachsene spielen mit ihrem Leben, wenn sie die Herbstzeitlose verwechseln: Wer sie als Bärlauch oder kleine Küchenzwiebeln ansieht und sie in eben solcher Menge verwendet, überschreitet leicht eine tödliche Dosis.

Schlafmohn – Der Saft der Götter

„Unter all den Mitteln, die dem Menschen zu geben, um seine Leiden zu lindern, dem Allmächtigen gefallen hat, ist keines so umfassend anwendbar und so wirksam wie Opium.“ (Thomas Sydenham, 1624-1689)

Der Schlafmohn stammt ursprünglich aus den Ländern des östlichen Mittelmeers. Die Blütenknospe ist 1-3 cm lang und steht auch haarigen Stielen. Die Blüten erreichen einen Durchmesser von 5-10 cm. Vier weiß-violett-rote Kronblätter sind doppelt so groß wie die Kronblätter. Die Blume blüht von Juni bis August.

Ritzt man die unreifen Samenkapseln auf, tritt ein Milchsaft hervor, und mit ihm die „Königin der Drogen“: Opium. Die antiken Griechen nutzten es als Schlafmittel für Kinder. Sie waren aber nicht die ersten Opiumfreunde; bereits die Bandkeramik-Kultur nutzte den Mohn, und das 6000 Jahre v. Chr. Schlafmohn ist damit eine der ältesten kultivierten Pflanzen. Keilschriften 4000 v. Chr. berichten bereits, wie Medizin aus Schlafmohm hergestellt wird.

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Die Sumerer, die erste Hochkultur des vorderen Orients, nannten ihn die „Pflanze der Freude“. Aus der Bronzezeit stammen Gefäße in Form von Mohnkapseln, die Opium enthielten – und sogar Opiumpfeifen. Die Ägypter nutzten vor fast 4000 Jahren Opium zu religiösen Zeremonien.

Wofür Opium stand, wissen wir bei den antiken Griechen genau: Die Mohnkapsel was Symbol für Morpheus, daher der Bergiff Morphin, den Gott des Traumschlafes, für Thanatos, den Gott des Todes und für Nyx, die Herrin der Nacht. Traum, Nacht und Tod, mit anderen Worten, die dunkle Romantik – diese Bedeutung verlor das Opium bis heute nicht, samt seiner Kinder Morphium und Heroin.

Die Römer liebten den Schlafmohn als Droge; die Reichen konsumierten ihn in Mengen. Die alten Chinesen nutzten Schlafmohn anfangs medizinisch, später wurde er zur Volksdroge.

Die Christen hingegen verboten den Genuss von Opium – aber nicht etwa wegen der Suchtgefahr, sondern wegen seiner medizinischen Kraft. Schmerz kam in der christlichen Lesart von Gott, ein so effizienter Schmerzbetäuber wie das Opium galt deshalb als Teufelswerk. Die Kreuzritter brachten das Opium später nach Europa zurück; die arabische Medizin setzte es nämlich vielfältig ein.

Die Griechen und Römer atmeten mit Opium getränkte Schlafschwämme ein; das Mittelalter rührte Opium in der Theriak. Laudanum, eine Opiumtinktur, gab es im 19. Jahrhundert in jeder Apotheke.

Der deutsche Apotheker Friedrich Wilhelm Sertürner isolierte 1806 das Alkaloid Morphin aus dem Opium; die Firma Merck brachte es 1828 als Schmerzmittel auf den Markt. Die als Morphium bekannte Medizin wurde 1870/71 massenhaft eingesetzt, um Verwundete zu behandeln – unzählige von ihnen litten an Morphinsucht.

Das Ziel war jetzt, ein ebenso wirksames Mittel zu schaffen, das nicht abhängig machte. 1874 kam „Diamorphin“ auf den Markt, und um 1900 wurde es als Heroin als Massenware produziert: Um Schmerzen zu lindern, gegen Husten und – Ironie der Geschichte – um Morphiumabhängige zu behandeln. Doch Heroin machte wesentlich schneller abhängig als Morphium, und es wirkte viel stärker. Deshalb schränkten die meisten Länder den Handel und Gebrauch ein; in Deutschland darf es als Arznei nicht verwendet werden.

Heroin gilt als die am schnellsten süchtig machende Droge, sowohl körperlich wie seelisch. Außerdem gewöhnt sich der Organismus sehr schnell an den Stoff, und das führt dazu, immer höhere Dosen in immer kürzeren Abständen zu sich zu nehmen, um den Entzug aufzuhalten. Der bedeutet schwitzen, zittern und schlaflos umher irren, Gliederschmerzen und Kreislaufprobleme.

Morphin wird auch heute bei starken Schmerzen eingesetzt: Tumorschmerzen, Operationswunden, Herzinfarkt oder Unfallverletzungen – als Tropfen, Granulat, Zäpchen, Injektion oder Tablette.

Rohopium stillt den Schmerz, hemmt den Appetit, hilft gegen Durchfall und bringt Schlaflosen ihre Ruhe. Bei Süchtigen führt die Appetitlosigkeit zu Gewichtsverlust. Eine Überdosierung kann Atemlähmung auslösen und zum Tod führen. Die psychischen Folgen zeigen sich als Lethargie und Depression.

Opium unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz und darf nur noch bei chronischem Durchfall verschrieben werden. Opioide, nämlich Tilidin und Tramadol, sind nach wie vor Schmerzmittel – insbesondere bei Zahnoperationen. (Dr. Utz Anhalt, Heilpflanzen in der Medizin)

Quelle: http://www.heilpraxisnet.de/naturheilkunde/heilpflanzen-medizin/

Gruß an die Forschenden

TA KI

Studien belegen die Wirksamkeit der Homöopathie


Die Wirksamkeit der Homöopathie ist seit über 200 Jahren dokumentiert und durch zahlreiche Studien belegt. Homöopathische Arzneimittel werden von über 7.000 Ärzten in Deutschland erfolgreich eingesetzt. Die Ärzte, es sind zumeist Fachärzte, verfügen über die Zusatzbezeichnung Homöopathie oder über das Homöopathie-Diplom des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ), dies ist eine noch weitergehende Ausbildung. Die guten Therapieerfolge werden von den Patienten in zahlreichen Umfragen bestätigt. Doch warum homöopathische Arzneimittel heilen, darüber gibt es bislang nur Theorien. Der Wirkmechanismus ist nicht geklärt.

Es ist eine von Homöopathie-Kritikern oft bemühte und dennoch falsche Behauptung, dass es keine qualitativ hochwertigen Studien gebe, die positive Ergebnisse zur Wirksamkeit der Homöopathie zeigen.

Sowohl doppelblind-randomisierte Studien als auch Studien aus der Versorgungsforschung belegen, dass die Homöopathie über einen reinen Placebo-Effekt hinaus wirkt. „Es liegen heute mehr als 200 randomisierte klinische Studien zur Homöopathie vor, von denen mehr als die Hälfte ein statistisch signifikantes positives Ergebnis zugunsten der Homöopathie aufweisen“, schreiben die Autoren der Webseite www.informationen-zur-homoeopathie.de. Viele dieser Studien haben jedoch zu kleine Fallzahlen oder weisen methodische Defizite auf. Unterm Strich bleiben laut den Experten aber 25 Studien, die in Systematische Reviews oder in Metaanalysen zusammengeschlossen werden können.

 

Die Anzahl und die Auswahl der Studien, die in eine Metaanalyse aufgenommen werden, können das Ergebnis in eine gewünschte Richtung manipulieren. Im Jahr 2005 wurde der Homöopathie so medial der Todesstoß versetzt: „Das Ende der Homöopathie“ titelte der angesehene britische Lancet, und die deutschen Medien griffen die Schlagzeile auf. Eine Forschergruppe verglich in einer Metaanalyse zunächst 110 Studien zur Homöopathie mit 110 ähnlichen Studien zur konventionellen Medizin. Das Ergebnis war für beide Therapierichtungen positiv. Im nächsten Schritt wurden jedoch nur noch acht homöopathische mit sechs konventionellen Studien verglichen. Das Ergebnis: Das Ende der Homöopathie. Das wissenschaftliche Vorgehen dieser Forschergruppe wurde stark kritisiert, die Schlagzeile aber war in der Welt.

 

Versorgungsforschung – Die Methode im Praxistest

Die Studien aus der Versorgungsforschung zeigen in der Summe ein erstaunlich einheitliches Bild: Patienten, die sich homöopathisch behandeln lassen, weisen klinisch relevante Verbesserungen auf. Besonders interessant aus der Perspektive der Versorgungsforschung sind vergleichende Studien, in der die ganz normale homöopathische Arztpraxis mit der konventionellen Arztpraxis als Kontrollgruppe verglichen wird. Die Therapieeffekte sind hierbei für die Homöopathie ähnlich gut wie in der konventionellen Medizin.

So kann aus Sicht der Versorgungsforschung von einem Nutzen der Homöopathie für Patienten und Gesundheitssystem ausgegangen werden.

Zu diesem Schluss kommt auch das Health Technology Assessment, das im Rahmen des Schweizer Programms „Evaluation der Komplementärmedizin (PEK)“ durchgeführt wurde: „Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass es ausreichend Belege für eine prä-klinische Wirkung und klinische Wirksamkeit (Evidenzgrad I und II) gibt, und dass sie absolut und insbesondere im Vergleich zu konventionellen Therapien eine sichere und kostengünstige Intervention darstellt. Die Akzeptanz in der Bevölkerung ist hoch.”

Quelle: https://www.dzvhae.de/homoeopathie-presse/homoeopathieforschung.html

Gruß an die Erwachenden

TA KI

Homöopathie in der Intensivmedizin: Interview mit Prof. Dr. Michael Frass, Internist, Intensivmediziner, Homöopath


„In einem modernen wissenschaftlichen Kontext scheint es vielleicht zunächst befremdlich, ein Buch vorzulegen, das dem Einsatz homöopathischer Medikamente in der Notfall- und Intensivmedizin gewidmet ist.“ Mit diesen Worten leiten Michael Frass und Martin Bündner ihr Fachbuch „Homöopathie in der Intensiv- und Notfallmedizin“ ein. Mitherausgeber Prof. Dr. Michael Frass ist Oberarzt, Universitätsprofessor, Internist, Intensivmediziner und Homöopath an der Klinik für Innere Medizin I am Wiener AKH. Michael Frass kennt die Vorbehalte gegenüber der Homöopathie (insgesamt und besonders in der Notfallmedizin), ist von ihrem medizinischen Nutzen jedoch aufgrund praktischer Erfahrungen voll überzeugt. Die Carl und Veronica Carstens-Stiftung attestierte seinem Fachbuch ein hohes wissenschaftliches Niveau. Björn Bendig sprach mit Michael Frass über die besonderen Herausforderungen der Homöopathie speziell in der Intensivmedizin.

Foto: Prof. Dr. Michael Frass

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In welchen Fällen ist Homöopathie in der Intensivmedizin besonders hilfreich?

Prof. Dr. Michael Frass: Gerne setze ich die Homöopathie bei schweren fieberhaften Zuständen – also einer Sepsis, bei Versagen der Atmung, bei Lebererkrankungen und nach Sauerstoffmangelzuständen zusätzlich zur konventionellen Behandlung ein.

Die Homöopathie trifft in der Intensivmedizin auf besondere Herausforderungen. Wie wird eine Anamnese bei Patienten durchgeführt, die im künstlichen Tiefschlaf sind?

Prof. Dr. Michael Frass: Dies ist sicher die größte Herausforderung für Homöopathen, wenn sich die Patienten in künstlichem Tiefschlaf befinden. Hier wird einerseits die konventionelle Anamnese herangezogen, sehr rasch versuche ich aber, Kontakt mit den Angehörigen aufzunehmen, um einerseits die dem akuten Ereignis vorangegangenen auffallenden Symptome zu erfahren und andererseits etwas von der Konstitution und den Besonderheiten des Patienten zu erfahren. Im Verlauf der Erkrankung sind oft die Beobachtungen des Pflegepersonals sehr hilfreich für die Mittelwahl und einen allenfalls nötigen Mittelwechsel.

Welche Einsatzmöglichkeiten und Grenzen gibt es für die Homöopathie als Begleittherapie in der Intensiv- und Notfallmedizin?

Prof. Dr. Michael Frass: Die Intensivmedizin bietet aus meiner Sicht die ideale Kombination aus konventioneller Medizin und Homöopathie, da die Patienten perfekt und permanent überwacht werden. Wenn also die konventionelle Diagnostik und Therapie laufen, dann gibt es keine Situation, in der die Homöopathie nicht eingesetzt werden könnte.

 

Können Homöopathika gegen Nebenwirkungen konventioneller Pharmaka eingesetzt werden?

Prof. Dr. Michael Frass: Homöopathika können auch gegen Nebenwirkungen eingesetzt werden, als bekanntestes homöopathisches Arzneimittel kann hier wohl Nux vomica genannt werden, das nach Medikamentenintoxikation im Repertorium angeführt ist. Es ist ja übrigens auch ein berühmtes Katermittel, letztendlich ist übermäßiger Alkoholkonsum auch eine Form der Medikamentenintoxikation.

Wie reagieren andere Ärzte und Angehörige auf Ihre Therapievorschläge und -methoden?

Prof. Dr. Michael Frass: Die Reaktionen sind sehr unterschiedlich: von Ärzten, die ein Konsilium – also die Beratung mehrerer Ärzte über einen Krankheitsfall – von sich aus anfordern, über solche, die einer von Angehörigen gewünschten homöopathischen Begleitbehandlung positiv gegenüberstehen bis zu solchen, die dies rundweg ablehnen. Es ist wichtig, darauf hinzuweisen, dass eine homöopathische Begleitbehandlung keinen wie auch immer gearteten Einfluss auf die konventionelle Medizin hat, also andere Medikamente nicht stört.

Wächst der Einsatz von Homöopathie in der Intensivmedizin?

Prof. Dr. Michael Frass: Der Einsatz in der Intensivmedizin wächst nur sehr langsam, aber immer mehr engagierte Kollegen bemühen sich um einen vermehrten Einsatz. Ich habe auch von Anästhesisten gehört, die homöopathische Mittel gerne während der Narkose einsetzen und bemerken, dass Blutungen während Operationen schneller zum Stillstand kommen.

Findet die Homöopathie Ihrer Meinung nach zunehmend Akzeptanz in Forschung und Lehre?

Prof. Dr. Michael Frass: Die Forschung in der Homöopathie ist noch sehr beschränkt, das Interesse – vor allem unter den jungen Kollegen und Studenten – ist vorhanden, die Mittel sind leider sehr begrenzt. Die Akzeptanz in der Lehre nimmt an der Medizinischen Universität Wien zu: etwa 150 Studenten besuchen die Wahlfachvorlesung „Homöopathie“, außerdem gibt es die Vorlesung „Grundlagen und Praxis komplementärmedizinischer Methoden“; in der Ausbildung sind zudem einige Stunden Komplementärmedizin, darunter Homöopathie, nunmehr Pflichtvorlesungen für Studenten.

Was wünschen Sie sich in Bezug auf wissenschaftliche und mediale Debatten über Homöopathie?

Prof. Dr. Michael Frass: Debatten machen nur Sinn, wenn konstruktive Kräfte am Werke sind. Leider wirken die destruktiven Kräfte in der Öffentlichkeit sehr stark. Selten ist eine wissenschaftliche Debatte mit wissenden Kollegen, viel öfter eine auf Effekthascherei ausgerichtete Zusammensetzung der oft nicht einmal allgemein medizinisch gebildeten Diskussionsteilnehmer. Auch verstehen manche Homöopathiegegner die Interpretation von Metaanalysen – also die zusammenhängende Beurteilung mehrerer Studien – nicht. Das Wohl der Patienten, nicht das Nichtverstehenkönnen einer Methode sollte im Vordergrund stehen. Interessanterweise nimmt aber die Mündigkeit der Patienten zu, die sich das Recht herausnehmen, selbst ihren Gesundheitszustand zu beurteilen.

Können Sie sich vorstellen, dass Rettungswagen und Intensivstationen standardmäßig mit homöopathischen Arzneien ausgerüstet werden?

Prof. Dr. Michael Frass: Das wäre natürlich optimal: Arnica C200 nach einem Unfall oder Schock kann oft entscheidend helfen. Wir haben zu diesem Zweck gemeinsam mit einer Wiener Apotheke auch eine Zusammenstellung von Arzneimitteln für schwere Notfälle und Intensivsituationen zusammengestellt.

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Das Interview führte Björn Bendig, DZVhÄ.

Quelle: http://dzvhae-homoeopathie-blog.de/?p=466

Gruß an die erwachenden Schulmediziner

TA KI

Ausgestochen! Homöopathie gegen Insektenstiche und Zeckenbisse


Juckende Insektenstiche homöopathisch behandeln. Bei Stichen von Wespen oder Hornissen ist Vespa crabro das Mittel der Wahl.

Nervtötendes Gesurre, juckende Stiche: Insekten können den Sommer ganz schön vermiesen. Ihre Stiche sind zwar in der Regel harmlos, dennoch gilt: Vorbeugen ist besser als Kratzen. Homöopathische Mittel sind bewährte Helfer bei der Mückenabwehr und der Behandlung nicht immer vermeidbarer Insektenstiche. Auch gegen Wespenstiche und zum Schutz vor Zeckenbissen hat die Homöopathie einiges zu bieten.

Hausmittel, ätherische Öle oder Chemiekeule – fast jeder hat einen Tipp parat, wenn es darum geht, wie man sich sommerliche Plagegeister vom Leib hält. Eher weniger bekannt ist: Auch einige homöopathische Arzneimittel haben sich zur Vorbeugung von Insektenstichen bewährt. Der große Vorteil: Sie belasten den Körper nicht mit chemischen Stoffen und sind auch für Menschen geeignet, die den Geruch natürlicher Insektenabwehrer wie Lavendel oder Melisse nicht mögen oder allergisch auf ätherische Öle reagieren.

Schutz vor Insektenstichen: Am besten mehrere Methoden kombinieren

Angeblich soll die Einnahme von Vitamin B1 (Thyamin) den Körpergeruch so verändern, dass Mücken das Weite suchen. Wissenschaftlich bewiesen ist diese These jedoch bislang nicht. Gute Erfahrungen gibt es dagegen mit der vorbeugenden Einnahme des homöopathischen Mittels Staphisagria (Stephanskraut). Um die Anfälligkeit für Mückenstiche herabzusetzen, empfehlen Experten zwei- bis dreimal, in schwierigen Fällen bis zu fünfmal täglich 3 Tropfen (zum Beispiel Staphisagria D6) auf 1 Esslöffel Wasser. Wer damit keinen Erfolg erzielt, kann alternativ Berberis vulgaris (Berberitze) in gleicher Dosierung und Wiederholung versuchen. Auch das homöopathische Mittel Ledum palustre gilt als wirkungsvoll gegen Mückenstiche.

Da Mücken vor allem in der Abenddämmerung stechen und von Geruchsstoffen im Schweiß (Milchsäure, Harnsäure, Ammoniak) angelockt werden, ist die Gefahr eines Stichs nach einer kühlen Dusche deutlich geringer. Danach am besten in ein weißes T-Shirt schlüpfen. Mücken sehen schlecht und machen ihre Opfer zunächst über den Geruchssinn aus. Die verbreitete Annahme, dass sie von Licht angezogen werden, ist deshalb falsch. Allerdings verlassen sie sich im Nahbereich zusätzlich auf ihre Augen und bevorzugen dann vor allem dunkle Flächen. Und nicht zuletzt: Es liegt nicht am süßen Blut, dass manche Menschen Mückenmagneten sind. Süßes Blut gibt es nicht. Allerdings scheint die Blutgruppe einen Einfluss auf den Körpergeruch zu haben. So konnten chinesische Wissenschaftler zeigen, dass Mücken vor allem Menschen mit Blutgruppe 0 sehr attraktiv finden.

Genießerfreuden im Sommer, wären da nur nicht diese lästigen Insektenstiche. | Bild: Kzenon - fotolia

Um sich zu vermehren, brauchen Mücken Wasser. Dazu reicht schon eine kleine Menge, etwa im Untersetzer eines Blumentopfs. Da im eigenen Garten anders als an Seen oder Teichen kaum natürliche Mückenfeinde wie Frösche, Libellen und andere Insekten leben, ist es wichtig, überschüssiges Gießwasser zu entfernen und Regentonnen gut abzudecken. Auch Vogeltränken sollten mindestens einmal pro Woche gereinigt und neu gefüllt werden. Für eine ungestörte Nachtruhe sorgen Moskitonetze über dem Bett und Fliegengitter an den Fenstern.

Kein Zeckenbiss! Homöopathie bietet zusätzlichen Schutz

Nicht im Gras liegen und nur auf asphaltierten Wegen gehen sind immer noch die sichersten Methoden, um Zeckenbisse zu vermeiden. Denn anders als oft angenommen, fallen die Tierchen nicht von den Bäumen auf ahnungslose Spaziergänger herab. Sie sitzen vor allem auf Grashalmen. Überall wo Gras ist, besteht also immer auch die Gefahr, dass sich die Parasiten an uns oder unseren vierbeinigen Freunden festklammern. Wer keinen großen Bogen um jeden Grashalm machen möchte, kann dennoch einiges zu seinem Schutz tun. Die bekanntesten Maßnahmen: Helle Kleidung, um die Zecke zu entdecken, bevor es zum Zeckenbiss kommt, sowie lange Hosen und geschlossene Schuhe.

Eine Ergänzung dazu bietet die Homöopathie. Empfohlen wird zum Beispiel Sulphur C200, viermal wöchentlich 3 Tropfen oder Globuli über einen Zeitraum von vier Wochen. Man sollte sich auf den Schutz dieses homöopathischen Arzneimittels aber nicht hundertprozentig verlassen. Es ist das i-Tüpfelchen beim Zeckenschutz und kann richtiges Verhalten und feste Kleidung nicht ersetzen. Doch das gilt ebenso für Cremes und Sprays mit chemischen Wirkstoffen, die Schutz vor Zecken versprechen.

Körperliche Beschwerden durch Zeckenbiss und Insektenstiche

Von einer Insektengiftallergie und lebensbedrohlichen Stichen im Mund- und Rachenbereich abgesehen sind die Attacken heimischer Insekten in der Regel harmlos. Zwar können Zecken in seltenen Fällen auch schwerwiegende Krankheiten übertragen und körperliche Beschwerden verursachen. Ein Grund zur Panik sei ein Zeckenbiss aber nicht. Darauf weist die Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) hin. Geschätzt wird, dass in Deutschland von 100 Personen, die von einer Zecke gebissen werden, eine an Borreliose erkrankt. In den acht Bundesländern, in denen eine Meldepflicht für Borreliose besteht, wurden für das Jahr 2011 knapp 8.000 Erkrankungen registriert. FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) ist deutlich seltener: In ganz Deutschland wurden 2011 etwa 400 erkrankte Personen gemeldet – die meisten davon in Bayern und Baden-Württemberg.

Leider sind die juckenden Quaddeln nach Insektenstichen aber ziemlich lästig und können sich durch Kratzen entzünden. Wichtigste Akutmaßnahme bei allen Arten von Insektenstichen ist Kühlen. Ist kein Eis oder kaltes Wasser zur Hand, tut es auch Spucke. Im nächsten Schritt lassen sich Juckreiz, Rötung und Schwellung mit Salben, Hausmitteln und homöopathischen Arzneimitteln lindern.

Homöopathische Behandlung von Insektenstichen – Staphisagria und Berberis

Für stark juckende Mückenstiche ist Staphisagria, zum Beispiel als C30, ein Mittel der Wahl. Ebenso wirkungsvoll ist Berberis vulgaris. Beide Mittel lindern auch die sehr schmerzhaften Stiche von Bremsen. Äußerlich gegen den Juckreiz hilft Halicar-Salbe mit dem Wirkstoff Cardiospermum (Herzsamen) oder kühlendes Calendula-Gel. Dazu die Haut gut reinigen und zwei- bis dreimal täglich eine Calendula-Kompresse auflegen.

Erste Hilfe bei einem Wespenstich – Apis mellifica und Vespa crabro

Erfahrene Homöopathen greifen bei Insektenstichen in der Regel zu Apis mellifica. Das homöopathische Mittel, das aus der Honigbiene gewonnen wird, sollte in keiner Haus- und Reiseapotheke fehlen. Ist die Einstichstelle nach einem Bienen- oder Wespenstich gerötet und schwillt das Gewebe stark an, wird Apis D6 als Doppelgabe (3 Globuli oder Tropfen, 15 Minuten später wiederholen) oder eine Gabe (3 Globuli oder Tropfen) in einem Glas Wasser empfohlen. Apis unterstützt den Körper dabei, die Schwellung schnell abzubauen und lindert die Schmerzen. Bei Stichen von Wespen oder Hornissen ist Vespa crabro das Mittel der Wahl. Es wird angewendet wie Apis.

Hornissen stechen nur, wenn man ihrem Nest zu nahe kommt. Auch Hummeln stechen eher selten. Beide Insekten stehen unter Artenschutz und dürfen nicht getötet werden. Einen Wespenstich handelt man sich dagegen recht schnell ein, da sich das nervöse Hin und Her der Tierchen schnell auf den Menschen überträgt. Werden wir hektisch, fühlen sich Wespen schnell bedroht und stechen zu. Wer die Tipps des Naturschutzbunds NABU zum Umgang mit Wespen beherzigt, kann Obstkuchen und Co. in Zukunft ohne die ungebetenen Gäste genießen.

Auch nach Zeckenbiss: Ledum gegen starkes Jucken und Brennen

Das homöopathische Mittel Ledum palustre gehört zu den klassischen Akutmitteln bei Verletzungen. Zu den homöopathischen Anwendungsgebieten zählen insbesondere punktförmige Wunden, die sich durch Kälteanwendung bessern. Ledum ist daher ein häufiger Bestandteil homöopathischer Salben zur Insektenstichbehandlung. Innerlich angewendet wird Ledum bei Insektenstichen, die stark jucken und brennen und bei Schmerzen, Schwellungen oder anderen körperlichen Beschwerden nach einem Zeckenbiss. Nach einem Zeckenbiss sollte aber immer baldmöglichst ein Arzt aufgesucht werden, um eine Borreliose-Erkrankung auszuschließen. Ledum, zum Beispiel als C30, kann auch zur Vorbeugung von Insektenstichen angewendet werden. Die Dosierung liegt bei 3 Globuli morgens und abends, solange die Gefahr besteht, mit Insekten in Kontakt zu gelangen.

Wann zum Arzt?

Stiche im Hals- oder Mundbereich, etwa auf der Zunge oder im Rachen, sind ein Notfall und müssen umgehend ärztlich behandelt werden. Ebenso ein Fall für den Arzt sind:

• bleibende Schwellungen trotz Selbstbehandlung
• geschwollene Lymphknoten
• allergische Reaktionen
• Druckempfindlichkeit, starke Erwärmung oder Verhärtung rund um den Einstich
• Kopfschmerzen, Fieber sowie Schwächegefühl und Benommenheit

(…)

Sperma–Gnosis


Carl Kellner
Theodor Reuss
Aleister Crowley

Peter-R. König [1]

Es ist Gottes Ehre, eine Sache verbergen; aber der Könige Ehre ist’s, eine Sache erforschen, Sprüche 25;2

                                  Ordo Templi Orientis und der Heilige Geist

 

Zum Verständnis des Gnostikers und des Magiers beginnen wir mit der Kosmogonie ihrer leicht diver­gierenden Weltanschauungen. Irgendwann am Anfang ist für Gnostiker, wie auch für Magier, das Universum auseinanderge­brochen – entweder verschuldet durch den weiblichen Aspekt eines Schöpfers oder aufgrund eines Mittlers zwischen dem Göttlichen und dem Profanen. Das Göttliche hat sich daraufhin beinah voll­ständig aus der Materie zurückgezogen. Das gesamte Universum steht im unsichtbaren Prozess, Gott zu werden (und nicht zum Demiurgen, dem Weltenschöpfer in einigen gnostischen Systemen).[2]
Der Gnostiker will nun das Universum heilen oder die Gottwerdung beschleuni­gen, indem er die weni­gen Spuren des beinah vollständig entschwundenen Göttlichen, den Logos, wieder in den Himmel, ins Pleroma, zurückbringt. Für den Magier hingegen ist der im Materiellen hängengebliebene Logos (oder dessen Spuren) das Wort: nun fleischgewordenes Göttliches (‚Am Anfang war der Logos‘), ein Machtinstrument, mit dessen Hilfe Überirdischem und Irdischem der Wille aufgezwungen werden kann. Deshalb braucht der Magier Worte und Rituale, um der Materie und den Geistern Herr zu wer­den. Für den Gnostiker hingegen ist alles ein Hinstreben zurück ins Himmlische, ein Heimfinden à la Novalis.[3]

Gnostiker und Magier leben in zwei Welten zur gleichen Zeit. Während sich jedoch der Magier der jenseitigen Welt bedienen will, um über die diesseitige zu herrschen, sucht der Gnostiker nach einer göttlichen Realität, d.h. nach einem veränderten Bewusstsein in der diesseitigen, die er nur als Schatten der jenseitigen erlebt. Manche Magier und Gnostiker glauben, daß Sexualität als Schlüssel oder Tür in an­dere Realitäten verwendet werden kann (hievon gibt es auch hinduistische, buddhistische, taoistische und natürlich auch tantrische Auffassungen).[4] Sie unterscheiden dabei zwischen asketischer und liber­tinistischer Anschauung.

Gnostizismus ist ein schillerndes Set aus sich überschneidenden Traditionen und permanenten Sich–Neuerfindungen, die sich widerspruchslos widersprechen können.[5] Die Verschmelzung unterschiedlicher Überlieferungen führt zu einer seltsamen Mischung aus unzusammenhängenden Elementen in einer nur scheinbar einheitlichen Konzeption von Gnosis. Deshalb ist es falsch anzunehmen, dass alle Gnostiker Sperma–Gnostiker seien. Aber im Kontext des O.T.O. ist mehrheitlich von diesen zu sprechen.

Aufgrund des vorhandenen Reichtums an Schriften ist es unmöglich, sämtliche Bereiche, die sich mit Gnosis beschäftigen, erschöpfend zu behandeln. Ich werde die komplexen gnostischen Traditionen nur ansatzweise anklingen lassen, jedoch weder die umfangreiche Literatur, weder die Kosmologie–Ent­würfe im Einzelnen, noch die Historie zurückliegender Gnostischer Gruppierungen streifen.[6] Ich springe direkt zu den Gnostikern dieses Jahrhunderts[7] und vernachlässige mehrheitlich die magischen Weltanschauungen. Dieser Essay streift den Ursprungsort der modernen Gnosis, nämlich deren weltliche Ebene, wo die Historie der organisierten Gnostiker am meisten beeinflusst wird. Dies recht­fertigt die Nennung dessen, was oberflächlich gesehen aus einer banalen Froschperspektive heraus voreilig zum Umfeld Klatsch reduziert werden könnte. Es ist jedoch keinesfalls beabsichtigt, damit die Bou­levard–Neugier zu befriedigen, jemanden anzuprangern oder an der zunehmenden Öffentlichmachung und Skandalisierung des ehemals Privaten in der Medienlandschaft teilzunehmen.

Erlösung


In einer Welt zu existieren, die subjektiv als verfault erlebt wird (ein gnostischer Ausdruck), schreit nach Erlösung. Diese Erlösung aus dem Tal der Tränen, der Hölle, der drückenden Bürde findet ihren Anfang beim physischen Körper. Sie wirkt in höhere Sphären hinein (z.B. die gefühlsmässige Ebene und den Intellekt) und schreitet stufenweise fort, bis der Mensch (mit Hilfe des gesammelten Logos) seinen ursprünglich angestammten göttlichen Platz im himmlischen Pleroma wieder ein­nehmen kann. Dieses Pleroma, sei es nun innerhalb des Menschen oder ausserhalb im Welt­raum/Himmel definiert, ist der gnostische Gegen–Ort zur verfaulten Erde. Zwei Wege können ein­geschlagen werden, um die Verfaultheit zu verlassen: sie zu unterdrücken oder zu meiden (das asketi­sche Konzept): oder sie aufzulösen, indem man sie völlig durchlebt (der sinnliche Weg). Auf einer hö­heren Ebene kann man es umgekehrt ausdrücken. Der sinnliche Weg führt zur homöopathischen As­kese: zur Schwächung des Bösen, indem man sich ihm notwendigerweise hingibt. Der sinnliche Gno­stiker umarmt die Sünde, um die Verrottung der Welt zu erleben und als Phönix aus ihrer Asche aufzusteigen. Sex schwitzt den göttlichen Logos aus, der ins Pleroma eingeht. Der Aske­tiker hingegen verabreicht gegen das Gift der Existenz die Missachtung des Körpers als Medizin,[8] da ja der Mensch und die Welt sich gegenseitig vergiften. Beim Asketiker nennt sich das ‚die sofortige Rückkehr des ‚verlorenen Sohnes‘ zu Gott ist das Ziel der Gnostiker.‘[9]

Die oben eingeführte Weltanschauung der Homöopathie wird verblüffend oft ebenfalls von asketischen Gnostikern in die Praxis umgesetzt. Homöopathie hat in der Tat einiges mit Gnostizismus gemein.[10] Klassische Homöo­pathie und Gnostizismus betrachten beide die materielle Ebene, d.h. den Körper als die bedeutungslo­seste für die Entwicklung des Menschen, obwohl die Materie als Ort der Symptome gilt. Beide Kon­zepte streben nach der Rückbringung der Menschheit und des Einzelnen in einen ursprünglichen Zu­stand von Ordnung und Ganzheit, der sich am wichtigsten Ort, im Himmel und in der Seele zentriert.
Beide, Homöopathie und Gnostizismus, vermitteln, dass die Heilung/Erlösung von Oben nach Unten wirkt und von Innen nach Aussen (gemäss Hermes Trismegistos). Während die Gnostiker jedoch ihre Erlö­sung entweder mithilfe von Optimum durch Maximum oder Optimum durch Minimum anstreben, sucht Homöopathie nach dem Goldenen Mittelweg der Ordnung.

Das Hauptanliegen der asketischen und libertinistischen Gnostiker steht und fällt mit deren Konzept von Sperma. Allein das Sperma enthält nämlich den göttlichen Logos, der, möglicherweise vom Mann in die Frau platziert, ins Pleroma zurückge­bracht werden muss.[11] Folgende Fragen drängen sich auf: 1. Können Frauen erlöst werden? und 2. Was fangen wir mit dem Sperma an?
Diese zwei Fragen sind die heikelsten in der Geschichte des modernen Gnosti­zismus und haben er­regte Diskussionen unter den Mitgliedern der verschiedenen O.T.O.–Gruppen ausgelöst, seitdem die­ser Essay als Artikel in Frühversionen ab 1995 publiziert worden ist. Einige fruchtbare Kommentare der beteiligten Parteien sind nun in die folgenden Abschnitte aufgenommen worden.

Die Frauenhasser


Da die Gier des weiblichen Aspekts der Schöpfergottheit oder Evas Sündenfall den Sturz ins Profane verursacht haben soll, ist es nun die Pflicht Adams, dem Universum seine Vollständigkeit zurückzugeben. Physi­kalisch gesehen wird die Frau für ihren Sündenfall mit der schmerzhaften Wunde zwischen ihren Beinen bestraft:[12] an derjenigen Stelle nämlich, an der der Mann früher mit ihr verbunden und eins gewesen sein soll: damals ein einziger Körper, der perfekte Androgyn, der vollständige Mensch.[13] Deshalb erlebt nun lediglich der Mann die Lust, die das Universum anfänglich auseinandergerissen hat. Die Frau muss leiden. Nach dem Auseinanderreissen des androgynen Adam transportiert nur noch das Sperma den Heiligen Logos. Frauen weisen keine Prostata auf[14] und sind zur Erlö­sung des Mannes vollkommen überflüssig, solange er nicht mit ihrer Hilfe nach Androgynität strebt.[15]
Viele gnostischen Bewegungen, seien es nun die alten, traditionellen, oder die neuen, moder­nen, weisen allein dem Mann die Erlösungsmöglichkeit und –aufgabe zu. Frauen sollen zuerst Männer wer­den, um erlöst zu werden.[16]
Empfindet der asketische Gnostiker die Welt als durchgehend verrottet, vermeidet er das Zeugen und Gebä­ren von Kindern und wird Vegetarier. Ein Asketiker vermeidet die Ejakulation sogar mit seiner eige­nen Frau und leitet seine Sexualenergien mithilfe von Yogapraktiken[17] in seinen Kopf, wo er die direkte Brücke zum Göttlichen definiert und lässt die Frau an SEINER wunderbaren Fähigkeit teilnehmen, den Logos zu produzieren.[18] Um Androgynität zu erlangen, penetriert er seine Frau ohne Orgas­mus, damit auch sie von seinem Glück profitiere (in diesem weltanschaulichen Umkreis finden sich auch einige Rosenkreuzer)[19] – der sinnliche Gnostiker hingegen benützt ALLE Frauen, um sein Pneuma auszuschwitzen.
Falls der Gnostiker Gebrauch von der Frau machen will, dann soll sie lediglich als Öffnung/Tor zu höheren Wesenheiten und Bewusstseinszuständen dienen. Als Sexualmagier braucht er allein ihr Vaginalse­kret oder Blut auf eine Kristallkugel zu schmieren.[20] In den O.T.O.–Gruppen findet eine Durchmischung beider Weltanschauungen und Praktiken statt.

Unsere zwei Fragen (1. können Frauen erlöst werden? und 2. was fangen wir mit dem Sperma an?) sind untrennbar. Nur das Sperma offeriert Erlösung und die Frauen müssen Männer werden.[21] Anders gesagt: Spermakontakt oder –konsumation und die Fähigkeit des Körpers, solches zu produzieren, machen erlö­sungsfähig oder befähigen zur Macht über die Welt.[22]
Eine Vielzahl von Themen und Fragen eröffnen das Feld für die modernen Sophisten.[23] Ist eine Erlösung auch ohne zur Ganzheit des zuvor Auseinandergerisse­nen zurückzukehren möglich? Wäre eine Vollkommenheit möglich, die verschieden wäre von derjenigen des ursprünglichen Schöpfergot­tes, ohne einen weiblichen Aspekt, ohne Sündenfall?

Die Sophisten der Modernen Welt


Die Idee, dass Glaube durch sexuelle Impulse getrieben werde, kommt im Laufe des 18. Jahrhunderts im Zuge der Aufklärung wieder auf. Systematische Argumente für den sexuellen Ursprung der Religionen lassen sich um 1780 eruieren.[24] J.G.R. Forlong benutzt 1883 den Begriff ‚Phallo–Solar worshippers‘ für die Bevölkerung in den anglo–indischen Gebieten.[25]

Drei berühmte Protagonisten im Umkreis des O.T.O.–Phänomens sind: der Österreicher Carl Kellner (1850–1905), der Deutsche Theodor Reuss (1855–1923) und der Engländer Aleister Crowley (1875–1947). Diese mo­dernen Gnostiker (und deren Anhänger) sind Spermagnostiker: Sie verbinden Sperma mit dem Heiligen Logos; und, zumindest Reuss und Crowley, scheinen Frauenhasser zu sein.[26] Während sich jedoch Reuss‘ Biographie[27] beiden Erlösungswegen, dem asketischen und dem libertinistischen, öffnet, zeigt Crowleys libertinistische Biographie[28] ein Individuum, dessen Universum jeden Tag mehr zusammen­schmilzt und dessen Realität sich mit magischen Dämonen bevölkert, die sich auch im dunkelsten Moment nicht homöopathisch auflösen, um den Weg des Phönix freizugeben.

Der Okkulte Kreis um Kellner 1895


Während die zur selben Zeit aktive H.P. Blavatsky, Gründerin der Theosophischen Gesellschaft, vor unsauberen und von den Meistern missbilligten Yogapraktiken warnt, lernt und lehrt Kellner Hatha–Yoga, der sich nach den Philosophien von Samkhya, Advaita und seines Freundes Franz Hartmann (1838–1912) richtet. Er vertieft sich in Meditationen, um frühere Inkarnationen wieder zu durchleben (Patanjalis Yoga Sutra),[29] in denen er seine Frau als die Grosse Göttin anbetet. Er selber sieht sich als babylonischer Priester. In einer seiner Villen befindet sich ein fensterloser Kellerraum, in dem laut der oral History der Familie die alchemistischen Experimente statt­finden, um das Lebenselixier herzustellen.[30] Die freimaurerähnliche Struktur des erst nach seinem Tode durch Theodor Reuss entwickelten O.T.O. findet in Kellners privatem Hatha–Yoga–Kreis keinen Eingang. Es lässt sich kein Beleg dafür finden, dass der Begriff O.T.O. zu Lebzeiten Kellners schon existiert haben könnte. Sein Privatzirkel nennt sich Okkulter Kreis oder Inneres Dreieck und konnotiert lediglich rhetorisch ein Eingebun­densein in etwas Anderes. Mit dem Tod Kellners endet die Existenz dieses losen Privatzirkels um Hatha–Yoga. Möglicherweise leitet Kellner eine deutschsprachige lose Gruppe der Hermetic Brotherhood of Light (HBL, siehe unten), die er als einer der 12 (Neu?)gründer in Boston/Chigaco 1895 nach Europa gebracht haben könnte. Belege dafür existieren jedoch nicht. Techniken dieser HBL sind u.a. der Gebrauch von bewusstseinserweiternden Drogen oder die magische Fokussierung eines besonderen Wunsches auf einen Talisman.[31] Möglicherweise bestehen Dop­pelmitgliedschaften dieser losen HBL–Gruppe mit einigen von Kellner und Reuss annektierten Organisationen, z.B. dem Memphis–Misraim–Ritus oder dem Alten und Angenommenen Schottischen Ritus und eben dem Hatha–Yoga–Kreis.[32] [Für die Spekulationen in diesem Abschnitt existieren keine schriftlichen Unterlagen.]

Fraternitas Lucis Hermetica = Hermetic Brotherhood of Light ? [33]


In den 1960er Jahren teilt der Schweizer O.T.O. den Interessierten seine Meinung über die Zusammenhänge der verschiedenen Orden mit: ‚Die wahren aktiven Glieder des O.T.O. werden Hermetische Brüder des Lichts oder Illuminaten ge­nannt, was von Fra Peregrinus X° O.T.O. (Theodor Reuss) und Baphomet XI° O.T.O. (Aleister Crow­ley) historisch festgelegt wurde.‘[34]
Zur Geschichte: The Hermetic Brotherhood of Luxor ist von Pascal Beverly (1825–8.10.1875) gegrün­det. Der innere Zirkel nennt sich Fraternity of Eleusis. 1886 wird die allein in Boston existierende HBL geschlossen, worauf man die Eulis Brotherhood gründet, welche Carl Kellner oder auch den Franzosen Encausse/Pa­pus beeinflusst haben könnte.
Am 22.1.1917 stellt Reuss in seinem Manifesto ‚Anational Grandloge & Mystic Temple: Verità Mi­stica, Or. Ascona‘ den O.T.O. noch als Hermetic Brotherhood of Light vor.[35]
Es ist jedoch anzunehmen, dass dies nur ein Schwindel von Reuss war, der in einem Brief an Crowley zugab, dass dies nur aus ‚taktischen Gründen‘ geschah: die Bezeichnung ‚Hermetic Brotherhood of Light‘ zu verwenden. Im Grunde genommen meinte Reuss die ‚Asiatischen Brüder vom Rosenkreuz‘, die ‚mächtigen und weisen Orden der Ritter und Brüder des Lichts‚.

 

Theodor Reuss an Aleister Crowley, 1917

 

Hin und wieder verwendet auch Heinrich Tränker diese Bezeichnung, zum Beispiel auf der ‚2nd Fama‘ von 1930. Reuben Swinburne Clymer sieht sich als einer der Nachfolger der HBL. Der Begriff Bruderschaft des Lichtes wird jedoch nicht nur im englischsprachigen Raum verwendet:

Brüder des Lichtes der sieben Gemeinden in Asien


Nachdem er 1780 aus dem Orden der Gold– und Rosenkreuzer ausgeschlossen wird, legt der Baron Hans Heinrich von Ecker und Eckhoffen (1750–1790) 1781 den Grundstein für die Asiatischen Brüder vom Rosenkreuz, indem er angeblich den ‚mächtigen und weisen Orden der Ritter und Brüder des Lichts‘ wiedererweckt. Die Ritter des Lichts geben vor, ihren Ursprung von den sieben weisen Vätern, den Vorstehern der sieben Kirchen in Asien, genommen zu haben. Der Orden versteht sich als Sammelbecken für Christen und Juden, wohl auch Moslems aus der Türkei, Persien und Armenien. Dies bewirkt eine synkretistische Aufnahme verschiedenartigster Elemente, so vor allem auch der Kabbala und der Gnosis. Mitglieder durchlaufen zunächst einmal verschiedene Vorstufen, bevor sie endlich in den erlauchten Kreis der wirklich Wissenden aufgenommen werden.

Ähnlich wie später Theodor Reuss, wird Ecker vorgeworfen, seine Ordensgründung sei lediglich ein Geldbeschaffungsmittel, da er sein persönliches Vermögen vergeudet habe und ein von Ordensmitgliedern erbetenes Darlehen nicht zurück bezahlt, respektive falsch eingesetzt habe. Wie später bei Theodor Reuss werden ausserdem bei jeder Beförderung in eine höhere Stufe Gebühren fällig. Zusätzlich sind Mitgliedsbeiträge zu bezahlen, von denen der Orden lebt. Im Laufe der Zeit entstehen viele Verräterschriften, Gegnerschriften und eigene Unterlagen. 1785 führt eine kaiserliche Verordnung zur Auflösung aller alchemistisch arbeitenden Logen und besonders der Asiatischen Brüder. Die kabbalistischen und gnostischen Elemente beeinflussen jedoch viele spätere Organisationen. Theodor Reuss lässt sich von der so genannten Verräterschrift ‚Der Signatstern‘ von 1866 zum Entwurf seines VII° O.T.O. inspirieren. Das Original wie auch Reuss‘ Ritualtext weisen auf eine Priesterschaft hin. Das O.T.O.–Ritual führt eine ausführende Oberpriesterin als weibliches Element auf.[36]

Der O.T.O. unter Theodor Reuss


Nach Carl Kellners Tod 1905 führt Reuss Kell­ners Hatha–Yoga in ein freimaurerähn­liches System über, in dem die ersten sieben rituell verliehenen Grade zur Öffnung der Chakras dienen[37] und die letzten, sexualmagischen Wissensgrade nur noch per communicatio verliehen werden. Der X° bezeichnet den nationalen Führer, der dem weltweiten Oberhaupt, dem Outer Head of Order, O.H.O., unterstellt ist. Reuss erweitert Kellners Yogapraktiken, indem er den Manichäismus miteinbringt.[38] Im Manichäismus ist die Materie böse, also ein Ort der Verwesung. Obwohl sich der Manichäismus in seinen Schriften ausdrücklich asketisch äussert (kein Fleisch, keine Ehe, kein Geschlechtsverkehr), gibt es auch anderweitige Berichte. Ohne ins Detail gehen zu wollen: Es gehört zum festen Bestandteil des Manichäismus, dass sich Engel mit den Ar­chonten geschlechtlich vereinigen und so deren schlechte Fesseln lösen. Archonten sind die Mächte, die das zwiebelschalenartig aufgeteilte Universum bewohnen und die Menschen versklaven. Der Sin­gular Archon ist der Demiurg, der Weltengestalter/Schöpfer. Durch die Vermählung des Guten mit dem Schlechten werden die Seelen reingewaschen, und was übrig bleibt ‚allen Arten auf der Erde bei­gemischt.‘
Die Sexualorgane gelten als heilig und eine Heilige Messe bildet symbolisch die permanente Neu–Schöpfung des Universums ab.[39] Grundgedanke ist hierbei, dass durch Zusammenarbeit von Frau und Mann die geistige Weiterentwicklung gefördert wird. Die sexuelle Ebene gilt als Spiegel des kosmi­schen Schöpfungsaktes. Von Eingeweihten durchgeführt, erhält die Abbildung der Ur–Schöpfung Ver­stärkung. Somit bleibt die göttliche Eigenschaft der Schöpfung erhalten, nämlich ewig und immerwäh­rend zu sein, anstatt einmalig und vorbei. Dies unterscheidet sich vom Christentum, das Gottes Schöpfungsakt einem bestimmten und vergangenen Zeitpunkt zuordnet. Die sinnlichen Erregungszu­stände, die sich innerhalb von Frau und Mann während eines Geschlechtsaktes aufstauen, entstam­men nicht allein den physischen Berührungspunkten, sondern auch der Polarität Frau–Mann per se. Richtig angewandtes Atmen beeinflusst die Chemie des Blutstroms und die Hirnumgebung. Bewusst­sein und Ego machen dem Göttlichen Platz. Diese Sexualenergien werden sodann mithilfe weiterer Atemtechniken gespeichert, und deren Transmutation verwandelt den Ausübenden in einen Seher.[40]
Als Reuss circa 1917 beginnt, den Begriff Hermetic Brotherhood of Light als Oberbegriff für seinen O.T.O. in den Briefköpfen zu verwenden, ist anzunehmen, dass er zumindest daran denkt, verschiedene Er­leuchtungs– und Erlösungstechniken dieser Gruppe (die selbst auch kein einheitliches angewandtes Weltanschauungssystem kennt) für sein System zu adaptieren: Die Verwendung von bewusstseinser­weiternden Drogen während des Sexualaktes und die Fokussierung von sexuellen Energien auf ein materielles Medium (z.B. einen Talisman oder eine Photographie), um sich Wünsche zu erfüllen. Reuss lehnt (magische) Masturbation (den VIII° unter Aleister Crowley) als ‚Selbstpeini­gung‘ und ‚widernatürlich‘ ab.[41] Trotzdem bleibt für ihn der Lingam der Schöpfer des Universums. Es gibt Berichte, nach denen sich Reuss homoerotisch betätigt haben soll (‚gegenseitiges Betasten der phalli‘),[42] Zentralgeheimnis von Reuss‘ O.T.O. bleibt je­doch seine Interpretation von Richard Wagners ‚Parsifal‘. Der Speer wird zum Phallus, während der Gral, natürlich die Va­gina, die Grals–Speise enthält: Sperma und Vaginalsekrete. Reuss‘ O.T.O.–Gesellschaft nimmt eine Art sozialistisches Utopia zum Ziel, in dem die Mutter (mit Referenzen zur christlichen Maria) Zentral­stelle im öffentlichen und sexuellen Leben einnehmen soll: in der Gemeinschaft der Neo–Christen O.T.O.[43] Crowley übernimmt die gnostische Auffassung, das Ur–Christentum wieder einführen zu wollen, denn auch unter ihm soll der O.T.O. ‚to restore Christianity to its real status as a solar–phallic religion.‘[44]

Der O.T.O. unter Aleister Crowley


Nach Reuss‘ Tod 1923 verwandelt Crowley den O.T.O. in ein Unternehmen zur Geldbeschaffung.[45] Er will das Lebenselixier unter dem Namen Amrita als ‚Magische Medizin‘ gewerblich ver­treiben[46] und Patienten gemäss ‚O.T.O.–Methoden‘ heilen:[47] mit Yogapraktiken und Sexualsekreten.[48] Wie viele andere z.T. imaginäre Orden, benützt Crowley den O.T.O., um seiner Anhängerschaft das Geld aus der Tasche zu ziehen. Zu diesem Zweck behauptet er, Sex sei um der puren Lust willen zu vermeiden,[49] sondern immer als Gebet zu seiner eigenen Gottheit (die unter den verschiedensten Na­men auftritt: Aiwaz, Baphomet, Sheitan)[50] aufzufassen – letztlich als Gebet zu seiner eigenen Person, die mit einem erigierten Penis identifiziert wird.[51] Crowley selber sieht sich gerne als ‚a Messiah.‘[52]
‚Bodily secretions, suppressed, infiltrate the tissues, poisoning them. Semen unnaturally accumulated clogs the brain as bile does; morbid mental and moral symptoms result. Sex is a physiological process; interference perverts it. […] In the Abbey of Thelema at Cefalù sex is studied scientifically without shame or subterfuge. Passions are physiologically assayed; all acts are allowed, if they injure not others; approved, if they injure not self.‘[53]
Und wie gehen die Crowleyaner wissenschaftlich vor? In Crowleys VIII° ejakulieren seine Anhänger auf mittelalterliche Dämonensiegel oder meditieren mit Hilfe der Statue eines goldenen Phallus, um in Kontakt mit dem eigenen Heiligen Schutzengel/Überich zu gelangen.[54] Im IX°–Akt werden die Sexualsekrete (inkl. Sperma) aus der Va­gina gesaugt und, wenn nicht als heilig konsumiert, auf ein Siegel gebracht, das einem Dämon gebie­tet, einen bestimmten Wunsch zu erfüllen.[55] In seinen Text ‚Emblems and Mode of Use‘[56] beschreibt Crowley die Art und Weise wie ein Talisman mit Sperma zu bestreichen sei, um irgendwie Geld herbei­zuschaffen.[57] Bis in die 70er Jahre hinein ist dieses Papier dermassen geheim, dass dessen Besitz gleichzeitig den IX° O.T.O. bedeutet.[58]

Crowley spielt mit den verschiedensten sexualmagischen Methoden. Eines der O.T.O.–Geheimnisse ist die Anbetung des alten Templeridols Baphomet als Inner Head of the Order. Während einige Variationen der Fra­ternitas Saturni versuchen, dieses Innere Oberhaupt als fleischlichen Egregor zu inkarnieren,[59] ist die Be­deutung von Baphomet in all den O.T.O.–Gruppen, die seit dem Tode Crowley 1947 auftauchen, nicht ganz klar. Dieses Wesen kann man mithilfe verschiedener Techniken fleischlich als Homunkulus in­karnieren, wozu Crowley einen weiblichen Partner empfiehlt, den es, solange bis die Schwängerung ein­tritt, astrologisch bedeutsam zu begatten gelte.[60]
Im XI°, dem hauptsächlich homosexuellen Grad,[61] der jedoch nicht genau definiert ist und auch Menstruations­blut miteinbeziehen kann, identifiziert sich der Praktiker manchmal mit einem ejakulierenden Glied.[62] Blut (oder Kot), das beim Analver­kehr oder durch rituelle Opferung anfällt, soll den Dämon herbeilocken, Sperma ihn am Leben erhalten. Während der geheimste Tempel im IX° der Uterus ist, fungiert als dessen Gegenstück im XI° die Pro­stata – ihr wird in einigen XI°–Variationen besondere Bedeutung zugeschrieben, da sie 256 magische Säfte absondern soll.
Crowley überträgt seine Frauenfeindlichkeit auch auf seine O.T.O.–Rituale.[63] Er sieht keine Verwendung für die Vaginalsekrete und schreibt Frauen keine Göttlichkeit zu.[64] So kann er sich auch keine lesbi­sche Sexualmagie vorstellen. Er betrachtet den Mann als alleinigen ‚Hüter des Göttlichen Lebens; die Frau aber als nur zeitlich beschränkt zweckmässig, als Schrein für die Gottheit, aber nicht als Gottheit selbst. Frauen existieren für Crowley allein zum Gebrauch der Männer. Sein Idealweib: ‚robust, lebhaft, gierig, einfühlsam, bereit und gesund.‘ [a] woman has no soul‘ (New Comment AL I:3) oder ‚Do we call Woman Whore? Ay, Verily and Amen, She is that‘ (New Comment AL III:55). Anders gesagt, sein Interesse gilt allein dem Körper der Frau.[65] Er will keine geistige oder intellektuelle Beteiligung ihrerseits.[66] Seine Hauptwerkzeuge zur Erleuchtung bleiben Lotophagie, Spermatophagie, Koprophagie, Urolagnie und Algolagnie.[67] Das Leben selbst bleibt für Crowley ‚as ugly and necessary as the female body.‘ ‚… the Lingam and the Yoni are but diverse developments of One Organ.‘ ‚The female body becomes beautiful in so far as it approximates to the male. The female is to be regarded as having been separated from the male, in order to reproduce the male in a superior form.‘[68]

Einfache Anleitung zur Sexualmagie


Man halte Störungen fern und den Gedankenfluss rein und kraftvoll auf das Ziel gerichtet und masturbiere vor dem Geschlechtsakt bis kurz vor Erreichen des Orgasmus‘. Das ordnungsgemäss herausgebildete und sexualmagisch belebte Sperma bildet sich nämlich beim Masturbieren schon vor dem Beginn des Rituals und zwar während der höchsten Konzentration auf den zu realisierenden Wunsch (z.B. Geld); das heisst, sobald das innere Bild des spezifischen Willens auf das noch nicht ejakulierte Sperma projiziert wird.
Es ist manchmal nötig, sexualmagische Partnerinnen oder Partner zu gebrau­chen, die von alledem keine Ahnung haben. Leider kommt es oft zu Schwierigkeiten, sobald diese Personen merken, was ihnen bevorsteht.
Sobald der Penis in den Partner eingedrungen ist, müssen Geist und Wille andauernd und intensiv auf den zu erfüllenden Wunsch gerichtet sein. Um vollkommene Übereinstimmung zwischen dem Magier und seinem Partner zu erzeugen, muss während des Aktes ein Mantra gemurmelt werden (Oh Höchstes, oder Aum). Es ist von grösster Wichtigkeit, dass während des Orgasmus (der auf mehrere Mi­nuten ausgedehnt werden kann) der Wille dauernd auf den bestimmten Wunsch konzentriert sein muss – und erst dann zum Stillstand kommen darf, wenn sich das Sperma des Sexualmagiers mit den Körperflüssigkeiten seiner sexualmagischen Partner vermischt. Alle Partner sollten ihren Orgasmus gleichzeitig erleben.[69]
Die Dauer des Aktes sollte zwischen 2–5 Stunden betragen. Der Orgasmus selber muss so lange wie möglich ausgedehnt werden. Der Erfolg hängt von der vollkommenen Kontrolle ab. Das ist die Bedeutung des Satzes ‚Liebe ist das Gesetz, Liebe unter der Kontrolle des Willens.‘
Das Resultat das ganzen Aktes nennt sich Stein der Weisen oder Universalmedizin. Das perfekt zubereitete sexualmagische Elixier aus Sperma, Vaginalsekreten und anderen Körpersäften muss nun vom Magier am besten durch Saugen aus der Vagina oder dem After (falls auch Exkremente eine Rolle spielen sollen) eingesammelt und wieder mit dem Partner oder der Partnerin geteilt wer­den. Das richtig zubereitete sexualmagische Elixier ist kräftig, süss und stark. Es wird rhythmisch von einem Partner zum anderen in den Mundhöhlen hin und hergereicht, ohne mit der Luft in Berührung zu kommen. Es muss von den Schleimhäuten aufgenommen und darf nicht geschluckt werden.[70] Deshalb behalten die Magier das Elixier unter der Zunge, wo sie es langsam und portionenweise mit dem Partner durch einen Zungenkuss austauschen, während sich beide auf ihr Ziel (z.B. Geld) konzentrieren. Das Elixier kann ausserdem durch die Nase in die Stirnhöhle hinaufgesaugt oder auf den Anus, den Damm oder auf die Augen­brauen appliziert werden. Zusätzlich lässt sich das aus diesem Akt gewonnene Elixier in den After einfüh­ren und dann wieder, zusammen mit den Analsekreten, nach Belieben verwenden. Eine Portion wird aufbe­wahrt und in physischen Kontakt mit dem magischen Bindeglied z.B. einem Perga­ment oder einem Talisman mit den entsprechenden Symbolen drauf gebracht. So schmiert man, z.B. um Geld zu beschaffen, das Elixier auf eine Goldmünze oder einen Ring – für Gesundheit berührt man damit die Erde oder reibt es auf den nackten Patienten.
Besonders begabte Sexualmagier können das Elixier durch den Penis wieder einsaugen, wo es im Körper zur Erleuchtung beiträgt.[71]
In jedem Fall sollte man sich nach einem solchen Akt erfrischt fühlen, sonst war irgendwo ein Fehler.[72] So Crowley.

Wie ein Weinkenner notiert sich Crowley die Konsistenz, den Geruch, Geschmack und die Quantität seines Sperma–Ausstosses. Ein typisches Beispiel: ‚Orgasm very strong and savage. Elixir, nearly all absorbed, [Leah Hirsig] could only get a few drops.‘ Oder auch, ‚Elixir, nothing special – good though when duly mixed.‘ Sein Sperma ist der Logos. Obwohl er seinen Anhängern jegliches Gieren nach Erfolg verbietet, hat Crowley nach der Ejakulation nichts Eiligeres zu tun, als sofort jeden Tropfen auf ein Omen hin zu untersuchen, das I–Ging zu werfen und in Büchern nach kabbalistischen und astrologischen Konnotationen zu suchen.

O.T.O.–Variation einer sexualmagischen Einweihung


Der Brasilianer Marcelo Santos nimmt 1999 in England an den sexualmagischen Ritualen des Ehepaars David und Irene Fraenkl–Rietti teil. Diese beiden haben 1996 mithilfe des im Umkreis der Fraternitas Saturni rührigen Ralph Tegtmeier die OTO Foundation gegründet. Santos bericht: ‚VII° – bla–bla: how important it is to be fair and just with your brothers etc. VIII° – Three officers. After wasting three hours reading the previous rituals (the candidate is forbidden to speak during this time), the C. is taken to the temple. A bla–bla follows. Then, one of the officers perform the preaching of the Mass of the Phoenix while masturbating. He ejaculates upon the cakes upon ther altar and distributes the disgusting thing between the candidates, telling them to eat it. (Of course, I only pretended I was chewing, and threw that piece of cake under the chair I was sat upon. The brazilian ‚king‘ did the very same). After that, the candidates are separated: women go to a place in the temple; men to another. Women hear a bla–bla about the ‚rite of stella maris‘, something about female masturbation. Men hear ‚Nuptiis Secretis…‘. Another masturbation and ejaculation and distribution of disgusting melted pieces of cake follows. Finis. IX° – The same cerimony of Minerval, including the same words and signs etc, but with the three I°–III° officers: S., E., and W. In the end, Saladin says ‚The journey never ends‘ or something like. Then, Saladin tells the W. to perform the Star Ruby. After that, Saladin and Emir perform the Star Saphire. S. and E. copulate. E. collects the moisture of sperm and female fluids from within her vagina and distributes between the candidates. Finis. X° – Firstly, the to–be–king ‚receives‘ the ‚highest M–M national degree‘, while holding the penis of the initiator with his right hand. Then he’s made an ‚OTO king‘ (hahaha). Then the king receives ‚Grimorium Sanctissimum‘ as it was the X° instruction and is instructed to perform it as soon as he gets back to his country!!!‘ PRK: ‚who wrote those rituals?!‘ Santos: ‚The british king and David Rietti did. The others were copied from YOUR book [How To Make Your Own McOTO, München 1996] (I saw it with my very eyes).‘[73]

Gestrandete Bischöfe


Nur halbwegs die Pflichten der Manichäischen Auserwählten übernehmend (nämlich durch Konsu­mation das Göttliche Licht wieder einzusammeln, das der Logos spermatikos spurenweise im Men­schen hinterlassen hat, als er wieder ins Pleroma zurückgekehrt ist), vernachlässigen Crowley und Reuss den asketischen Aspekt des Manichäismus (keine körperlichen Aktivitäten, Fleischverzicht, etc., die das Göttliche Licht im Menschen wieder zerstreuen würden) und konzentrieren sich auf die Herstellung des Göttlichen Licht–Körpers, der durch Konsumation die Rückkehr in den Heiligen Bereich des Himmels, das Pleroma, ermöglichen soll.[74] Dieser Licht–Körper ist die aus Sperma, Vaginalsekreten und Menstruationsblut bestehende Hostie. So wird aus der Gnostisch Katholischen Messe à la O.T.O.[75] und dem IX° O.T.O. eine Parodie der christlichen Eucharistie, was vor allem die Konsumation der Hostie (die auch als Universalmedizin angesehen wird) betrifft. Auch Chevalier Le Clément de Saint–Marcq[76] hat das Geheimnis entdeckt und publiziert 1906: ‚Wie kann ein Mensch veranlassen, dass man sein Fleisch isst und sein Blut trinkt, ohne sich zu zerschneiden, sich ein Glied auszureißen, sich zu verletzen, ohne der Ganzheit seines Körpers Schaden zuzufügen? Wir haben keine Wahl; wir müssen es so nehmen, wie es uns die Wissenschaft liefert: das Sperma des Menschen ist essbar: halb–fest, halb flüssig und kann so gleichzeitig gegessen und getrunken werden; und ist so gleichzeitig Fleisch und Blut.‘ Und: ‚Es ist also nicht völliger Aberglaube, dieser absolute Glaube, durch Verzehr von Sperma eine Verbindung zwischen dem Menschen und Gott herzustellen.‘ Das ist das zentrale Geheimnis des O.T.O.[77]

Crowley gibt eine genaue Rezeptur zur Herstellung seiner Hostie schon sechs Jahre bevor er 1910 dem O.T.O. beitritt.[78] Heutzutage sind Variationen im Gebrauch. Zur Vermeidung einer HIV–Infektion empfiehlt der amerikanische 1977 gegründete O.T.O. (Caliphat), die Lichtkuchen/Hostie, falls sie Sperma, Vaginalsekrete und/oder Blut enthalten, bei 70° im Ofen zu backen.[79] Im III° Initiationsritual wird ebenfalls ein Kelch gereicht, der ‚bitter draught‘ enthält. Dazu der Chef dieser Gruppe, William Breeze: ‚The original ritual specified blood and laudanum. The use of either of these substances is against O.T.O. regulations for very sound reasons of medical and legal liability.‘ Es werden deshalb empfohlen: ‚Angostura bitter, Fernet Branca, or a mixture of vodka and powdered myrrh.‘[80] Ein bisschen Asche von nach dem Originalrezept hergestellten Lichtkuchen (Liber AL III;23ff.) darf der Hostie jedoch beigefügt werden.[81]
Unstimmigkeiten eschatologischer Natur werden per Abstimmung innerhalb des Firmenkaders geeinigt: ‚the Supreme Council voted to recognize that that Aeon of Horus exceeds 2,000 Solar years in length–––this is a position statement for the official view of the Order.‘[82]

Crowley benützt ausserdem eine ganz besondere Mischung für seine Hostie. Zwischen 1920–23 frönt er den Drogen Kokain, Äther und Heroin,[83] der Koprophagie und sadomasochistischen Phantasien, in denen er als Sklave fungiert. ‚In my Mass the Host is of excrement [seiner Scharlachroten Huren],[84] that I can consume in awe and adoration; while I make my Holy Guardian Angel the latrine of my imagination.‘[85] Im Sadomasochismus kommen alle Formen religiöser Frömmigkeit zum Ausdruck (knien, beten, verehren, opfern, anrufen, bestrafen) und werden in ihren Idealrollen ausge­lebt: die perfekte Superiorin zu entdecken und den perfekten Sklaven (Crowley). Das ewige Schuldge­fühl überträgt sich auf das Umfeld des Sklaven und verschmutzt dieses: wer Crowley liebte oder zu ihm zärtlich wird, muss also von ihm vernichtet werden, denn Crowley kann nur das Unerreich­bare lieben: den Grossen Abwesenden Vater und seine unpersönliche Scharlachrote Hure (was ja ein Amt, also eine ritualisierte Stereotype, ist), die auf ihm, dem selbsternannten Tier, reitet (so auch seine Tarot–Karte). Die Selbstverleugnung äussert sich im Schutz des Prinzips Thelema, die Ab­stumpfung des Körpers im Drogengenuss und yogischen Körperübungen. Die lustbetonte Minderwer­tigkeit sucht sich im Widerstand gegen alle Vernunft. Auf diese Weise wird Crowley (im System des A.·. A.·.) gezwungen, die Grenzen seines persönlichen Gottes, der Logik (im Abyss, Choronzon),[86] zu erkennen und die Selbstzerstörung soweit zu trei­ben, dass die Möglichkeit rationalen Denkens zerstört wird (Ei des Abyss).[87] Crowley drückt seine Schuldgefühle durch Koprophagie aus: Indem er über andere (seine Anhänger und die Nicht–Thelemiten) Gericht hält und sie bestraft, macht er sich einerseits zu seiner eigenen Obrigkeit (der Ewigen Grossen Ab­wesenden Vaterfigur), sucht jedoch anderseits selber nach Schutz. Zusammen mit seinem religiösen Verlangen, vor einem höheren Wesen (Aiwaz, seinem Heiligen Schutzengel) die Kontrolle zu verlieren und als Botschafter einer höheren Macht zu fungieren (also selber brauchbares Manipulationsmaterial zu werden),[88] sucht er mit offenen Armen nach der tödlichen Wunde der Selbstauslöschung mithilfe der Selbsterniedri­gung durch vollständige Identifikation mit dem Niedrigen. Selber zum manipulierbaren maja zu werden: Der Kot der Scharlachroten Hure reinigt den Sklaven und zusätzlich ergattert er sich eine göttliche Reliquie, die ihm Energie zuführt.[89] Anders gesagt, Crowleys Überkompensation der Minderwertigkeit führt zum Streben nach der Göttli­chen Normalität, d.h. den Vergoldeten Ausscheidungen.[90] Schon lange vor dem Entdecken der Sexualmagie träumt der 22jährige Crowley 1898 in einem Gedicht von seiner Unterwerfung:
‚Thy head beneath the mire / And dung of worthless women shall desire […] Woman must trample thee till thou respire / That deadliest fume.‘ Und ‚I drown in delight at the thought that I who have been Master of the Universe should lie beneath Her feet, Her slave.‘ Gerne befolgt er die Aufforderung seiner Scharlachroten Hure Leah Hirsig, ihren Kot, auf einem Silbertablett serviert, zu verzehren, während sie ihm ihre Zigarette auf der Brust ausdrückt. Und als sie ihren Urin auf ihm entleert, schreibt er ‚Straddle your Beast, My Masterful Bitch […] Now from your wide Raw cunt, the abyss / Send spouting the tide / Of your sizzling piss / In my mouth; oh my whore / Let it pour, let it pour!‘[91]

In sein Tagebuch vom 12.8.1920 notiert er:And I the Worm have trailed my slug–slow slime across Her Breasts; so that Her mother–mood is turned and Her breasts itch with lust of Incest. She hath given Her two–year bastard boy to Her lewd lover’s whim of sodomy, hath taught him Speech and act, things infinitely abhorred, with Her own beastly carcass. She hath tongued Her five–month girl, and asked its father to deflower it. She hath wished Her Beast to rape Her rotten old mother — so far is woman clean of Her! Then Her blood’s grown icy hard and cold with hate; and Her eyes gleam as Her ears ring with a chime of wedding bells, dirty words, or vibrate, cat–gut fashion, to the thin shrieks of a young child that Her Beast–God–Slave–Mate is torturing for Her pleasure ay! and his own, since of Her Cup he drank, and of Her soul he breathed.
He loved it all. He rolled each drop of filth around His tongue. All this because He loved Her. He loved Her as nor God nor Man nor Beast nor Devil has loved.
All this because She loved him as he Her; because She was of his bone marrow, and his flesh nerve, and of his blood the spirochaetes, the pallid hosts, as ‚twere they swooped from Tartary even to Rome!
I could have said it in a word: She’s of sound Satan–stock; I recognized Her the stuff of my ideal, fiend–whore, and under my fierce thumbs her clay’s masterpiece. The summit–beauty of it is her own chief asset, her raw clay’s red ochre, the volcano–brand on her still smoking and charred goat–haunch.
And now—is She indifferent? If so, all’s lost, and I? Most lost were I! From Magus, Word of the Aeon, I were thrust, my Wand a tinder–twig, my Word an Idiot’s babble.
And there She lies, the lazy lump of nastiness, no more to me than my cut toenails, and to Her I am not; she’s asleep!
It’s now 11.50 a.m. From 8.55 I have wanted to do necrophilia, to rape her rotten corpse. But I don’t love Her; it’s her lust for evil, for our Lord, for me Her furies, filths, her frenzies, fantasies, her (would she but say Her word!)—this, this I love. And She went to sleep, wouldn’t take more cocaine, snored, woke once and counselled prudence again and got some hunks of bread and cheese I‘m sweating like a sow, I’ll take some milk and biscuit.

In Crowleys Fall scheitert der Sadomasochismus an der Unfähigkeit der ausgewählten Scharlachroten Huren, korrekte Sadistinnen[92] zu sein: er sucht sich potentielle Säuferinnen aus, deren schwache Ich–Barriere in Trance von aussermenschlichen Wesenheiten während magischer Rituale durchbro­chen werden muss. Crowley wendet sich in der Folge gegen sie, greift sie an, wirft sie als Gebrauchs­gegenstand weg. Und so folgt auf seine Erniedrigung keine befriedigende Verherrlichung. Sein Schutzen­gel, dem er sich unterwirft wie einer seiner Scharlachroten Huren,[93] zieht sich aus ihm zurück,[94] wird im Laufe der Zeit ein externes Wesen und letztendlich verschwindet er ganz. [95]

Falls überhaupt je ein gnostisches Übergebäude dem O.T.O. unter Reuss Halt gegeben hat, wird mit Crowley die Religiosität endgültig durch Magie und sog. Selbstvergottung verdrängt.[96] Obwohl man in Crowleys O.T.O. immer noch vom Sanktuarium der Gnosis spricht (womit die sexualmagischen Grade gemeint sind), scheint von Gnosis nicht mehr viel vorhanden. Die Bedeutung des Sperma als Logos findet keine Verwendung mehr bei Crowley, der es praktisch–magisch mehrheitlich für seine weltlichen Interessen einsetzt. Der Gott gewordene Mensch à la Crowley will lediglich irdischen Wesen durch die Kraft seiner Göttlichkeit befehligen. Bis die endgültige Gottwerdung jedoch verwirk­licht ist, möchte er sich durch rituelle Identifikation mit dem Göttlichen lediglich stimulieren.[97] Letzeres ist auch bei Reuss‘ O.T.O. Mittelpunkt und Ziel des Ganzen. Reuss‘ ‚unter Kontrolle des Willens in Gott vollzogener Liebesakt,‘ ‚eine sakramentale Handlung, eine mystische Hochzeit mit Gott‘, ein Kommunizieren, ein Sich–Vereinen mit Gott, mündet bei Crowley jedoch in ein zum selber Gott wer­den.[98] Als Magier löst sich Crowley so nicht im Licht auf, sondern durchlebt einen Werdeprozess im Irdischen. Er verpasst es, sich als Gnostiker im fliessenden Licht des Göttlichen aufzulösen. Crowleys Universum besteht aus theoretischen Ritualisierungen von Selbstauflösungskonzepten, Strategien der Entkoppelung von Persönlichkeit, Identität und Handeln, die jedoch in der Person Crowleys und sei­ner Anhänger zu narzisstischen Selbststilisierungen und Selbstdressurexperimenten degenerieren.

Die dem Caliphat angeschlossene Gnostic Church parodiert die Römisch Katholische Kirche, indem sie Ämter wie Patriarch, Erzbischof, Bischof, Novize, Priester und Diakon (natürlich auch immer in der weiblichen Form) einführt. Anstoss dazu haben schon Reuss und Crowley mit Priester und Diakon in ihrer Gnostischen Messe der 1910er Jahre gegeben. Heutzutage wird das Angebot um weitere Ze­remonien erweitert: Kindstaufe, Erwachsenentaufe, Konfirmation, Ordinierung des Diakons, Hoch­zeit, Todesfeier und einen Exorzismus. Zusätzlich gibt es eine Zeremonie für den Kranken– und Un­terhaltsbesuch, Tierweihungen[99] und natürlich eine Liste von Heiligen (die ausser in Sonderfällen) keine Frauen enthält. Verstorbene O.H.O.s werden automatisch heilig.
Dem V°–Ritual werden Christliche Gebete der Römisch Katholischen Kirche angehängt: ‚Die Litanei der Heiligen Namen Jesu‘, ‚Die Litanei des Heiligen Josef‘ und die ‚Litanei der Gebenedeiten Jung­frau Maria‘.[100] Dies soll als Referenz zum Grossen Magier (also Jesus) des vergangenen Aeons aufge­fasst werden, als Erinnerung daran, dass die Grossen Zyklen aufeinander aufbauen und dass der Wahre Meister Jesus keineswegs der politische Zuchtmeister gewesen sei, als den ihn der Paulismus (d.h. der Papst) hinstelle. Diese Gebete und O.T.O.–Rituale werden von Musik von Mozart, Holst, Strauss und Mahler begleitet.[101] Ungeachtet der traditionellen Bedeutung des Begriffs Wandernde Bischöfe nennen sich einige amerikanische O.T.O.–Bischöfe Gelandete Bischöfe.[102]
Im Jahre 2010 propagiert sich das Caliphat als ‚Church you can believe in.‘[103]

Schwitzen verklebte Chakren Pleroma aus?


Der O.T.O. war und ist immer noch ein Teil des ethnologischen Untergrundes der Kultur, der die Auf­merksamkeit des Mainstreams sucht und auf sich zieht. Auf dem Grund dieses zwischenzeitlich nicht mehr so dunklen Schachtes liegt lediglich eine Hand­voll Sperma. Und weil diese Tatsache zu einfach ist und vielleicht zu beschämend, wird sie von den Anhängern dieser Lehren in Euphemismen eingepackt. Die alten Gnostiker verhielten sich hingegen weniger prüde und benannten ihre religiös–sexuellen Techniken (Ejakulationsvermeidung oder Kon­sumation der Sexualsekrete). Der moderne Gnostiker hingegen bedient sich im Supermarkt der west­lichen und östlichen Traditionen ausserhalb des traditionellen Spermagnostizismus,[104] um das Sperma im innersten Heiligtum seines Tempels zu verstecken.[105] Der Bruch im Universum soll (zumindest nach aussen hin) mit Ritualen, Liturgien, Gesängen, Mantren, Weihen und grossen Worten gekittet werden. So ist das Mysterium verlorengegangen: zuviel Materialismus herrscht in den O.T.O.–Gruppen, der den Suchenden zu Boden zieht und ihn daran hindert, eins mit dem Göttlichen zu werden. Nach vielen Jahren Mitgliedschaft und zahlreichen Mitgliedsbeiträgen, nach dem Kauf aller Bücher des angebete­ten Propheten Crowley, nach deren Lektüre man schon ziemlich schnell um das Geheimnis weiss, merkt das O.T.O.–Mitglied vielleicht, dass ihm die Mitgliedschaft keine organisiert kanalisierte Gnosis vermittelt kann. Niemals kommen diese O.T.O.–Mitglieder näher an Gnosis als durch Sex mit ihrem Bischof. All dies und die komplexe Ordensstruktur,[106] die Ausrichtung der Lehren auf die defizitäre Biographie Crowleys, die Vermischung von gnostischen Doktrinen mit Projizierungen charismatischer Führer lassen den O.T.O. selber als einen unerträglich verfaulten Ort erscheinen. Unbrüderliches Verhalten, aufgeblähte Egos,[107] Lügen, Intrigen und Hysterie erzeugen endlose O.T.O.–Splittergruppen, die sich gegenseitig mit Gerichtsprozessen bedrohen und alles andere als die ursprünglich angestrebte Gnosis zu erzeugen scheinen.

Crowleys O.T.O.–Gruppen sind bis zum Wanst mit seinem Konzept von Thelema gefüllt, das als Filter gegen Geschichte, Religion, Philosophie, Magie und das Alltagsleben eingesetzt wird.[108] Eine Menge Crowley–Anhänger sind über den implizit homosexuellen Background der Auffassung, dass allein Sperma den Heiligen Logos transportiere,[109] schockiert und glauben, dies sei ein Missgriff und Miss­verständnis des Schöpfungsaktes. Zeitgemäss propagieren sie eine gnostische Gleichstellung des Weiblichen mit dem Männlichen und stellen die Zeugung, d.h. Schöpfung in den gnostischen Mittel­punkt. Trotzdem forcieren sie nach wie vor eine kabbalistische Auffassung des Spermas als Logosträ­ger: nämlich dadurch, dass die Frau immer noch als ‚giver of form‘ betrachtet und nur als solche magisch–gnostisch eingesetzt wird.[110] In Thelema sind die gnostischen Lehrsätze an die Doktrin des Wahren Willens angepasst: Jeder Mann und jede Frau haben einen Daseinsgrund, sie haben sich willentlich dazu entschlossen, auf die verrottete Erde hinabzusteigen und eine Mission zu erfüllen, obwohl sie diese vergessen haben – so laut Caliphat. Es ist nicht nur ihre Aufgabe, der verrotteten Erde wieder zu entfliehen,[111] son­dern auch herauszufinden, weshalb sie gekommen sind[112] und welche Funktion sie zu erfüllen haben.[113] Alles in allem, scheint Thelema per se Verrottung auszustrahlen.[114] Der in der Psychologie nicht mehr gern gesehene Thanatos scheint Form und Maske von Eros anzunehmen.

Ein Jahr nach der Publikation einer Frühversion dieses Essays gelangt David Scriven, X° des Caliphats, zu folgenden Gedanken: ‚Before the processes of mitosis and meiosis were fully understood, there was a great deal of speculation and contention about which sex was responsible for carrying the true Essence of Life, and the various hypotheses proposed were influenced by religious, cultural, and even political concerns. The thinking on these matters from ancient times through the Renaissance (in Europe) fell generally into two major camps. One held that it was the male who carried the True Essence, the Seed of Life, and who ‚planted‘ this seed in the fertile soil of the womb of the female, where it was nourished and protected as it developed, on its own, into new Life. For these phallicists, only men possessed this Divine Spark of Life, and women did not. The ovists, for lack of a better term, held the opposite; that it was women who possessed the Seed of Life within their bodies, and that the function of men in the reproductive process was one of enabling or fertilization; of ‚watering the soil” so that the seed that resided therein might sprout and grow. During the 17 th and 18 th centuries, these primitive doctrines were refined into a scientific school of thought called preformationism, which held that living beings were essentially fully–formed prior to conception. This school of thought was divided into the two classical factions, the spermists and the ovists. The doctrine of spermist preformation is exemplified by the famous Homunculus image, drawn by Nicholas Hartsoecker in 1694, and supposedly based on an observation of Anton van Leeuwenhoek. The image shows a spermatozoon containing, within its head, a tiny, but fully–formed, human being, and the implication is that the sperm contains the complete, preformed essence of the unborn person; whereas the egg is merely an inert, nutritive, sheltering matrix. Crowley reproduced Hartsoecker’s Homunculus on the Hermit Trump of the Thoth Tarot Deck. [page 2, snip] As advocates of Crowley’s concept of scientific religion, we need to be prepared to discard scientific doctrines when they are rendered obsolete, even when such doctrines support our spiritual and social paradigms. We may continue to enjoy and revere our holy books, our historical writings, and our customary rites, because these things have historical, symbolic, spiritual, and even talismanic value to us. But we must not allow ourselves to be bound to interpretations, explanations, and applications of our symbols that are based on outmoded and discredited ideas about nature. The true significance of our great and living symbols extends much deeper than such shallow and transient notions. As I have said before, a true symbol is not merely a cipher. If we actively listen to them, our symbols will continue to speak to us the truth, to the extent that we have the capacity to comprehend it.‘[115]

Obwohl all die O.T.O.–Gruppen als ganzes ein verrotteter Ort scheinen, an dem der Sucher mit Leichtigkeit ins Pleroma gelangen könnte, findet kaum Gnosis statt[116] und Dia–Gnose ist gefragt. Der Orden wird zur mütterlichen Projektionsfläche, auf die Vaterfiguren (z.B. Crowley) geworfen werden. Die sexuelle Revolution der Lust und Gnosis degeneriert und erleidet psychologische Deformatio­nen.[117] Diese Gnosis bringt weder homöopathische (sinnliche), noch allopathische (asketische) Erlö­sung.

Sperma als homöopathische Medizin?


Gnostiker und Homöopath versuchen beide, den Menschen wieder der Göttlichen Ordnung des Uni­versums näher zu bringen. Der Gnostiker sucht unmittelbare Anwesenheit des Göttlichen, während der Homöopath die grösstmögliche Ausgeglichenheit des Einzelnen in Ordnung mit dem Universum anstrebt. Hippokrates meinte, dass Krankheit von Gott käme; von Oben; und dass die materielle Ebene als verwundete Göttlichkeit anzusehen sei. Einige Gnostiker sehen nun im Sperma die univer­selle (alchemistische) Medizin, die alles heilt.
Während meiner Untersuchungen des O.T.O.–Phäno­mens bin ich verschiedenen asketischen Sperma–Gnostikern begegnet, die Homöopathie praktizieren. Aus diesem Grund versuche ich nun, den möglichen homöopathischen Aspekt der Sperma–Konsuma­tion zu diskutieren.

Es ist meine Ansicht, dass Sperma, sobald es als Vehikel für den Göttlichen Logos definiert wird, NICHT gleichzeitig als homöopathische Medizin wirken kann, da die Ähnlichkeit der homöopathi­schen Medizin mit der Ähnlichkeit eines kranken Patienten auf der Ebene einer absoluten und indi­viduellen Einheit aller Symptome korreliert und auf der Eigentümlichkeit einer übergeordneten Krankheit/Unordnung. Freudianisch gesehen, basiert in der Homöopathie jede Verordnung auf der Gesamtheit der Symptome, in der das Wirken des Abwehrmechanismus sichtbaren Ausdruck findet. Logos als homöopathische Medizin würde, per definitionem, Logos auflösen. Damit Sperma als ho­möopathische Medizin wirken könnte, müsste es zuerst Medizin werden, das es als Substanz (noch nicht) ist/wäre. Es müsste also nach homöopathischen Vorgehensweisen zubereitet werden, um eine neue Natur auf einer höheren Ebene anzunehmen und Einfluss auf die übergeordnete Krank­heit/Unordnung des Patienten ausüben zu können. Diese homöopathische Methode nennt sich Po­tenzierung. Die Substanz wird ausgedünnt, u.U. über die Grenze hinaus, an der Wissenschaftler noch ihre Moleküle festzustellen vermögen, währenddem das Produkt nach einer bestimmten Methode zusätzlich geschüttelt oder geschlagen wird. Bis jetzt haben weder Wissenschaftler noch Homöopathen eine beiderseits befriedigende Erklärung zur Wirkung der Homöopathie finden können. Die Praxis zeigt jedoch, dass die homöopathischen Me­thoden die Substanz in einen höheren energetischen Zustand überführen: in einen heilenden Zu­stand; der Vorgang erinnert an die Transsubstantia­tion einer katholischen Messe. Aber was wäre der gnostische Nutzen einer solchen, da nach gnostischer Auffassung die Substanz (also das Sperma) den Logos schon im Vorneherein enthält? Und was wäre mit den menschlich–energetischen Aspekten, z.B. einer potenzierten miasmatischen Prädisposition wie Syphilis oder im Falle von HIV? Was würde durch einen potenzierten HI–Virus ausgelöst? Diese Frage wurde bislang nicht beantwortet. Ich bin Ho­möopathen begegnet, die Sperma anwenden würden (wie sie es schon mit anderen körpereigenen Stoffen wie Urin oder sogar Krankheitsprodukten tun). Sperma als homöopathische Medizin würde ihrer Ansicht nach jedoch keine Göttlichkeit erzeugen: Die Schauung der Homöopathie erklärt die Einbringung von Göttlichkeit nicht. Während Gnostiker und Mystiker sich aus ihrem Alltagsbewusstsein hinausbewegen und Magier die Materie zu kontrollieren versuchen, befördern Homöopathen lediglich ihre Arzneien durch Potenzieren aus dem Bereich der Materie.
Der Gebrauch homöopathischen Spermas hinge von der Ganzheit und Einzigar­tigkeit der Symptome ab, die Sperma (sei es nun potenziert oder vielleicht auch nicht) bei einem gesunden Individuum erzeugen würde. Diese Effekte könnten dann bei ähnlichen Sym­ptomen eines kranken Patienten angewandt werden.[118] [Weitere Gedanken dazu im Kapitel über den ‚Korrekten Gnostizismus‚ in ‚Der O.T.O. Phänomen RELOAD‚, München 2011].

Es stellt sich auch die Frage nach dem religiösen Sinn oder Unsinn der Praktik einiger O.T.O.–Grup­pen, ihre Hostie aus Blut, Sperma und Vaginalsekreten (die sie für ihre Gnostischen Messen verwende­n) vorher mit 70° Celsius im Ofen zu backen, um einem möglichen HI–Virus den Garaus zu machen. Welchen Effekt hat Hitze auf den gnostischen Logos? Im gnostischen Thomasevangelium steht zum Thema Hitze und Logos/Jesus: ‚Und Jesus sprach: Wer mir nahe ist, ist dem Feuer nahe.‘ Andere platzieren ihr Sperma in ein Mundvoll Brandy: Spiritus Sanctus? Und was genau rät eigentlich der AIDS–Leugner Harvey Bialy, der im Cabinet des Caliphats sitzt?[119]

Was ist mit der Erlösung all der Frauen, die von den Männern zum Schlucken des Spermas gezwungen werden? Sollten diese Frauen dann nicht viel erlöster als ihre Unterdrücker sein? Können solche Frauen tatsächlich nicht erlöst werden, sondern müssten selber Unterdrücker werden?[120]

Isopathie?


Auch wenn Sperma als Träger des göttlichen Logos gesehen wird, könnte es kaum als homöopathisches Heilmittel eingesetzt werden, da die Ähnlichkeit der homöopathischen Gabe ja auf der Ebene der ganzheitlichen individuellen Gesamtsymptomatik und Eigenheit einer übergeordneten Krankheit basiert.[121] Damit Sperma pharmakologische Wirkungen als homöopathische Universalmedizin entfalten könnte, müsste es überdies zuerst zu einem Medikament werden, das es als Substanz nicht ist. Ein solches würde es nur, wenn man es nach der Hahnemannschen Zubereitungsart behandelte, d.h. es aus seinem materiellen in seinen energetischen Zustand überführte. Es aber zu potenzieren wäre unnötig, falls der Logos schon immanent wäre. Da der menschliche Aspekt ausserdem nicht ausgemerzt, sondern potenziert würde, und miasmatische/homöopathische Prädispositionen möglicherweise nicht nur über die DNS weitergegeben werden, sondern sich der Einfluss von Krankheiten auch während der Lebenszeit vom Eltern–Teil via Zeugung auf die nächste Generation überträgt (z.B. Syphilis),[122] dürfte das Sperma aus diesen Gründen als homöopathische Gabe/Universalmedizin auch nicht in potenzierter Form ohne vorherige genauste Arzneimittelprüfung in Betracht kommen. Konsequent zeigte sich diese Problematik des idealen Sperma in einer HIV–infiszierten Substanz.[123] Die Schauung der Homöopathie erklärt die Einbringung von Göttlichkeit nicht. Es sind jedoch bislang keine homöopathischen Arzneimittelprüfungen mit Sperma, ob nun potenziert oder nicht, bekannt geworden, so dass alle diesbezüglichen Fragen offen bleiben.

Eine mögliche Verbindung von Sperma–Konsumation mit der Heilkunst liesse sich über die Isopathie herstellen. Während die Homöopathie mit Fremdstoffen, körpereigenen Stoffen und Krankheitsprodukten arbeitet, zieht die Isopathie körperfremde und körpereigene Substanzen, z.B. Blut und Urin, als krankheitsauslösendes Agens (Stoff, Erreger), auch in potenzierter Form, vor. Isos pathos bedeutet gleich dem Leiden. Hier offenbart sich die geistige Verwandtschaft der Isopathie mit Spermagnosis. Man halte sich folgendes Schema vor Augen:

Arsen bei Arsenvergiftung
Streptokokkenpotenzen bei Streptokokkeninfekt
Sperma bei Spermavergiftung
Logos bei Logosvergiftung.[124]

Dies dürfte mit der Geschmeidigkeit gnostischen Denkens ohne weiteres praktizierbar sein, wirft jedoch weitere Fragen auf, wie: welche Göttlichkeit oder welcher Logos auf wen oder was vergiftend wirkt – oder ob es doch nicht einfacher wäre, sich weiterhin altmodisch–gnostisch–tantrisch–yogisch den Logos ohne homöopathisches und/oder isopathisches Konzept zuzuführen oder sich mit ihm zu vereinen?
Es stellt sich auch die Frage, welchen Effekt die Praxis des Caliphats, die Hostie in Crowleys Gnostischer Messe (falls bestehend aus Sperma und Menstruationsblut) bei 160° Fahrenheit im Ofen zu erhitzen (um dem HI–Virus den Garaus zu machen),[125] auf die Substanz in gnostischer, homöopathischer oder isopathischer Hinsicht bewirkt. Soll das Amrita tatsächlich koagulieren?

Wie wird es von einer thelemitischen Frau gesehen? Linda Falorio, die keinem organisierten Crowley–O.T.O. angehört, sondern dem so genannten Ma’at–Kontinuum, das sich zu einem thelemitischen Aeon der nach Balance strebenden Ma’at hin entwickelt (z.B. auch in Kenneth Grants englischer O.T.O.–Gruppe), hat (Typhonian O.T.O.)sich speziell für diesen Essay geäussert.[126]
‚Eine komplexe Frage bezgl. des HI–Virus. Von meiner menschlichen Warte her gesehen, sehe ich keinen Vorteil eines solchen Eindringlings, weder für das Grosse Werk noch für das betroffene Indi­viduum. Ich denke, man sollte den Virus ‚bannen‘ wie jede Wesenheit, die von einem Besitz ergreift, so wie ich den Retrovirus verstehe, der die Zellen für seine eigenen Absichten übernimmt […] oder man sollte den Virus im Dreieck gefangennehmen (also dem Kondom). Selbstverständlich kann man nun nicht mehr direkt von den psychosexuellen Flüssigkeiten profitieren, sondern muss sich ihrer auf den feinstofflicheren Ebenen bedienen. Ein mächtiger Magier sollte dazu ohne weiteres imstande sein, glaube ich, bräuchte dazu jedoch eine dafür geeignete Person.
Ähnliche Fragen fallen mir bezüglich körperbehinderter Personen ein, z.B. auch bei Vasektomie oder Frauen mit Hysterektomie oder die jenseits ihrer Menopause sind.[127] […] In diesen Fällen braucht es vielleicht eine/n qualifizierte/n Priester/in, die/der nicht unbedingt die/der Lebenspartner/in ist, um das Elixier aus dem Körperlichen herauszudestillieren. Ist nicht eine mächtige Person in der Lage, körpereigene Endokrine zu erzeugen, obwohl die Drüsen entfernt sind?‘

Nicht alle Zweige des O.T.O. haben Crowleys Thelema übernommen. „Der Grund, dass […] Aspekte von Thelema ausgelassen sind, ist das aktuelle Problem, wie Thelema in der Öffentlichkeit als Religion darzustellen ist, um so vom Staat anerkannt zu werden. Thelema ist ganz eindeutig konträr und an den Grenzen der normativen Gesellschaft. Thelema weist die normativen Werte und Moral ab und zielt auf die Ueberschreitung und Verletzung eben dieser Normen. Die Miteinbeziehung von Drogen in die Rituale, die positive Betonung der Sexualität, die als Werbung für Promiskuität angesehen werden kann und der autoritäre und pro-Nietzscheanische Aspekt von Thelema zwingen die normative Gesellschaft zur Ablehnung und gleichzeitig ermutigt Thelema seine Anhänger, die meisten Aspekte der normativen Gesellschaft abzulehnen.“ [„Journal of Thelemic Studies“, 1;2, 2008, http://thelemicstudies.com/JoTS1–2.pdf, Seite 40, übersetzt]

Siehe auch Das Milieu des Templer Reichs.

 

Transgender


Gender weist auf das soziale Geschlecht hin, Sex auf das biologische (also auf den Kontext Sperma und Spermatozoon). Seit auch im Okkultismus das Bewusstsein von den Klischees Sexualität, gender männlich weiblich, den Topographien der Geschlechter und deren Repräsentation in Bewegung geraten ist, stellt sich die Frage nach Sperma–Gnosis und Sexualmagie im Zusammenhang mit Transgender–Personen.[128] Parallel zu den O.T.O–Gruppen, die sich mit der Entwicklung der Medien in die öffentliche Wahrnehmung drängen, entstehen neue genderspezifische Denkmuster und Handlungsvorgaben, die die Wechselwirkung mit den starren okkult–inhärenten Klischees beeinflussen. Hier fällt der O.T.O. auf, da er einerseits eine Art sexueller Transzendenz des Religiösen propagiert, andererseits in Ritualen die althergebrachten Klischees reproduziert.
Die Frage nach dem Sperma–Transgender–Kontext kommt vor allem in Crowleys Gnostischer Messe auf. Sperma/Spermatozoon (also der biologische Aspekt) sowie gender werden von einigen Crowleyanern auf die symbolische Ebene transportiert, wo sich alles einfach lösen lassen soll. Egal, ob das Sperma Spermatozoon enthält oder nicht oder ob der Priester oder die Priesterin Transgender–Personen sind: massgebend ist, so gemäss einiger Partizipienten an der Messe, was die Teilnehmenden (unabhängig der Geschlechtsteile) während der Messe wahrnehmen (wollen). Ein Feld der Fragen öffnet sich, denn eine symbolische Messe wäre keine katholische mehr. Die Diskussionen sind mannigfaltig.[129]

In der Fraternitas Saturni ist das komplexe Sperma–Thema keine Achse, um die sich die Loge dreht. Die Koordinaten verbleiben im Sozialkontext. 2005 berichtet ein 36jähriges Mitglied von seinem Wechsel von Mann zu Frau und outet sich in der Loge, obwohl Ich weiss um die homophobe Einstellung einiger meiner Brüder.‘ Aber, ‚Wie kann ich euch begreiflich machen welches Glück es für mich bedeutet so sein zu dürfen wie ich mich empfinde? Besonders möchte ich mich da bei meinen lieben Schwestern bedanken, die mich mit einer verblüffenden Selbstverständlichkeit in ihre Mitte aufgenommen haben und mir nun im vertrauten Kreis bei der weiblichen Aklimisation [sic] behilflich sind. Ja mir ist klar, wie fremd für einige meiner Geschwister, vorrangig aus dem männlichen Geschlecht, meine Entwicklung vorkommen muss, wie bedrohlich mein Zustand für die wirken muss, die vielleicht selbst Angst haben Dinge in sich zu spühren [sic], die dem Zustand der Konformität widersprechen. Ich mache mir nichts vor.‘ Persönliche Probleme belasten die weitere Mitgliedschaft, worauf sie 2006 ein Jahr Auszeit nimmt.

Collage: Eugen Grosche (Gregor A Gregorius) Grandmaster of the Fraternitas Saturni - and Salome with the Head of St John the Baptist. Transgender, Spermo-Gnose and Sexmagick. Original by: Lucas The Elder Cranach. At: Bob Jones University Collection, Greenville, SC, USA

 

Offensichtlich ist für viele Gnostiker und Magier der Bruch im Universum immer noch offen: eine Schlucht zwischen Himmel und Erde, über die sie asketisch oder libertinistisch eine Brücke zu bil­den versuchen.

ENDNOTEN

[1] Kurzversionen dieses Essays als Vortrag für C.E.S.N.U.R. an der Universität Rom 1995 und am Crowley–Kongress auf Cefalù 1997.
[2] Heraklit: ‚Die Natur der Dinge liegt in ihrem Bestreben sich zu verbergen‘ (Fragment 123) und ‚Latente Struktur beherrscht die offensichtliche Struktur‘ (Fragment 54).
[3] ‚Hinüber wall’ich und jede Pein wird einst ein Stachel der Wollust sein,‘ ‚Hymnen an die Nacht‘, 1800.
[4] Als linkshändiger Pfad wird die Verwendung der Sexualität zur Bewusstseinserweiterung bezeichnet. Dies beinhaltet auch die Überwindung gesellschaftlich/kultureller Tabus. Es ist fraglich, ob sich der ungestüme Selbstverwirklichungsdrang linkshändiger Adepten im organisierten Okkultismus, wie dem O.T.O., ausdrücken kann. Zusammenfassend lassen sich folgende Elemente im linkshändigen Pfad ausmachen: Verwandlung menschlichen Bewusstseins durch Sex in ein göttliches; eine besondere Beachtung des weiblichen Aspektes (z.B. entströmt das zu manipulierende maya der Vagina Kalis); radikale Ablehnung der Traditionen, der Gesellschaft und der Kultur (hierhin lässt sich auch die Gnosis rücken); Auserwähltsein; die Betonung auf die Manipulation der irdischen Körperlichkeit im Hier–und–Jetzt durch Sex — hier der Brückenschlag zur Sexualmagie.
[5] So gibt es keine finale Auslegung dessen, was die Thelemiten unter Thelema verstehen, noch was Magie sein soll, ob es schwarze, graue oder weisse Magie gibt, noch ob Thelema Gnosis ist. Das ununterbrochene Fliessen von Weltanschauungen ist im 3. Band RELOAD am Beispiel von Johannes Maikowski vorgestellt.
[6] Eine Auswahl: Leonhard Fendt: ‚Gnostische Mysterien‘, A.R.W., München1922/1980; Peter Sloterdijk: ‚Weltre­volution der Seele‘, I, Artemis, München 1991; J.P. Asmusen/A. Böhlig: ‚Die Gnosis‘, III, Artemis, Zü­rich/München 1980; Robert Haardt: ‚Die Gnosis‘, Salzburg 1967; E.Hanechen/M. Kraus: ‚Die Gnosis‘, Ar­temis, Zürich/München 1969; Wilhelm Bousset: ‚Hauptprobleme der Gnosis‘, Vandenhöck + Ruprecht, Göt­tingen 1907; Kurt Rudolph: ‚Die Gnosis‘, Vandenhöck + Ruprecht, Göttingen 1980; Hans Jonas: ‚Gnosis und Spätantiker Geist‘, Vandenhöck + Ruprecht, Stuttgart 1934; Johann Maier: ‚Vom Kultus zur Gnosis‘, Otto Müller Verlag, Salzburg 1964; Elaine Pagels: ‚The Gnostic Gospels‘, Random House, New York 1979; Wolfgang Schultz: ‚Dokumente der Gnosis‘, Matthes + Seitz, München 1986; Hans Leisegang: ‚Die Gnosis‘, Kröner, Stuttgart 1985; und viele mehr.
[7] Auch L. Ron Hubbard nannte seine Scientology ‚gnosticism‘, in: ‚False Purpose Rundown‘, 5. Juni 1984.
[8] Peter Sloterdijk: ‚Weltrevolution der Seele‘ I, Artemis, München 1991, 19.
[9] E.C.H. Peithmann (Mitglied unter Reuss): ‚Tibetanische und gnostische Magie‘, in ‚Zentralblatt für Okkultis­mus‘, Leipzig 1931/32, 566. Über Peithmann später mehr.
[10] Quellen zur homöopathischen Forschung: Georgos Vithoulkas: ‚Die wissenschaftliche Homöopathie‘, Göttingen 1986; Marco Righetti: ‚Forschung in der Homöopathie‘, Burgdorf–Verlag, Burgdorf 1988; J.T. Kent: ‚Zur Theo­rie der Homöopathie, J.T. Kents Vorlesungen über Hahnemanns Organon‘, Leer 1954.
[11] Beispiel in: Robert Haardt: ‚Die Gnosis‘, Salzburg 1967, 66.
[12] Ernst T. Kurtzahn (Mitglied von Theodor Reuss‘ O.T.O.), in: ‚Die Gnostiker‘, Baumann–Verlag, Schmiedeberg 1925, 77–82. Auch in der Fraternitas Saturni unter Grosche gilt die Frau als ‚die blutende Wunde des Kosmos‘ und ihre Mondkräfte als negative Manifestation des Saturn. Die Aufgabe des Mannes sei es, die dadurch ausgelösten dämonischen Triebkräfte zu überwinden, ebenso wie es Aufgabe der Frau sei, ihre dämonischen Anlagen zu vergeistigen. Grosche: ‚Das Weib als kosmisch–dämonisches Prinzip‘, in ‚Blätter für angewandte okkulte Lebenskunst‘, August 1952 / Heft 29. Über Kurtzahn später mehr.
[13] ‚Nachdem nun die Gestalt entzweigeschnitten war, sehnte sich jedes nach seiner andern Hälfte, und so kamen sie zusammen, umfassten sich mit den Armen und schlangen sich in einander, und über dem Begehren zusammen zu wachsen, starben sie aus Hunger und sonstiger Fahrlässigkeit, weil sie nichts getrennt von einander tun wollten. […] Da erbarmte sich Zeus, und gab ihnen ein anderes Mittel an die Hand, indem er ihnen die Schamteile nach vorne verlegte, denn vorher trugen sie auch diese aussen, und erzeugten nicht eines in dem andern sondern in die Erde wie die Zikaden […] Von so langem her also ist die Liebe zu einander den Menschen angeboren, um die ursprüngliche Natur wiederherzustellen, und versucht aus zweien eins zu machen und die menschliche Natur zu heilen. Jeder von uns ist also ein Stück von einem Menschen, da wir ja zerschnitten, wie die Schollen, aus einem zwei geworden sind. Also sucht nun immer jedes sein anderes Stück,‘ Platon: ‚Das Gastmahl‘, 189d–191d.
[14] Arnoldo Krumm–Heller: ‚Plantas Sagradas‘, Buenos Aires 1931, 72. Davon später mehr.
[15] Arnoldo Krumm–Heller: ‚La Iglesia Gnóstica‘, Berlin 1931, 71.
[16] Evangelium nach Thomas: ’solange der Mann nicht Frau und die Frau Mann geworden, solange kannst Du nicht das Himmlische Königreich betreten.‘ So sind also nicht alle Gnostiker Frauenhasser, obwohl das zeitli­che Milieu von damals extrem frauenfeindlich ist. Frauen als Männer kommen in Crowleys III°–Einweihungs­ritual vor, wo Frauen während des ‚Ordeals‘ als ‚Brother‘ angesprochen werden, William Breeze: ‚III° Master Magician‘, New York 1996, Seite 82. Im okkulten Denken ist auch der Wille, der in Thelema eine so grosse Rolle spielt, natürlich ein Ausdruck der männlichen Kontrolle über das Universum.
[17] Yoga ist eine der Vorbedingungen, um den Körper zu beherrschen, bevor man ihn als Tempel benützen kann. Im Westen wird der Yoga als Körpergym­nastik missverstanden, die den Körper wendig und den Geist gelassen machen soll. Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes Yoga ist jedoch Vereinigung mit der Quelle allen Seins.
[18] Ernst T. Kurtzahn, in: ‚Die Gnostiker‘, Baumann–Verlag, Schmiedeberg 1925, 77–82.
[19] In etwa Samael Aun Weor (aus dem Umkreis von Arnoldo Krumm–Hellers Fraternitas Rosicruciana Antiqua): ‚Buddha’s Necklace‘, ohne Ort und Datum, 1–95. Ein Mitglied von Weors Gruppe wird deutlicher: ‚I can’t find this quote in any of his books but besides from having an antiquated view on the place of woman in society, both men and women should refrain from the sexual spasm (to avoid ejaculation is SECONDARY), it’s the orgasm which is to be avoided (the sperm is brute mercury, but what is more important is the subtle mercury = sexual energy and the saturated mercury = kundalini) and both man and women have the possibilities to benefit from this sexual magic. It’s also clear that when a spouse does not want to practice Sexual Magic and the other does, the one that doesn’t practice DOESN’T benefit at all of his partner who does practice.‘ ***, Email vom 18.4.2011.
[20] Ist der Gnostiker christlich orientiert, dann nennt er das Menstruationsblut Das Blut Christi und konsumiert es als reli­giöse Nahrung.
[21] Beispiel in: Kurt Rudolph: ‚Die Gnosis‘, 2. Auflage Leipzig 1980.
[22] Was ist jedoch mit Männern, deren Ejakulat keine Spermien enthält?
[23] Nach Hanna Arendt ‚Gehört es doch zu dem eigentlich geschichtlichen Gehalt gerade des 19. Jahrhunderts, dass es eine Fülle von Ideologien hervorgebracht hat, die alle vorgeben, den grossen Schlüssel für die Enträt­selung der Menschheitsgeschichte in der Hand zu haben, und doch in Wirklichkeit alle miteinander nichts an­deres sind als verzweifelte Versuche, der politischen Verantwortung für Handlungen und Ereignisse zu ent­rinnen. In diesem Sinne sind die Ideologen des 19. Jahrhunderts die Sophisten der modernen Welt.‘ ‚Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft. Antisemitismus, Imperialismus, totale Herrschaft‘, New York 1951, Mün­chen 1986, 40.
[24] Bradford J.M. Verter: ‚Dark Star Rising: The Emerging of Modern Occultism 1800–1950‘, Dissertation Prince­ton University 1997, 72.
[25] Forlong: ‚Rivers of Life‘, London 1883, zitiert nach Verter, Dark Star Rising, 75. Andere Autoren, die über die Anbetung des Phallus geschrieben haben: Hodder Westropp und Staniland Wake, ‚Ancient Symbol Worship‘ (1874), Thomas Inman, ‚Ancient Pagan and Modern Christian Symbols‘ (1884), Hargrave Jennings, ‚Illustrations of Phallicism Consisting of Ten Plates of Remains of Ancient Art with Descriptions‘ (1885), Hargrave Jennings ‚Phallism: A Description of the Worship of Lingam–yoni in Various Parts of the World‘ (1889), Jennings, ‚Phallicism, Celestial and Terrestrial‘ (1884).
[26] Crowley: ‚A man who is strong enough to use women as slaves and plaything is all right,‘ ‚Woman is a crea­ture of habit, that is, of solified impulses. She has no individuality,‘ ‚Monogamy is only a mistake because it leaves the excess women unsatisfied,‘ ‚A woman is only tolerable in one’s life if she is trained to help the man in his work without the slightest reference to any other interests soever.‘ ‚Women don’t count, they only exist insofar as they seduce or otherwise destroy men,‘ in: ‚Confessions‘, herausgegeben von John Symonds und Kenneth Grant. Aus Liber Aleph: ‚tell not the Truth to any Woman. For this is that which is written: Cast not thy Pearls before Swine, lest they turn again and rend thee. Behold, in the Nature of Woman is no Truth, nor Apprehension of Truth, nor Possibility of Truth, only, if thou entrust this Jewel unto them, they forthwith use it to thy Loss and Destruction,‘ z.B. auf beyondweird.net/crowley/liber/aleph/tbwf3.html.
[27] Ellic Howe/Helmut Möller: ‚Merlin Peregrinus‘, Königshausen + Neumann, Würzburg 1986; Details in P.R. König: ‚Der Kleine Theodor Reuss Reader‘, ARW, München 1993; P.R. König: P.R. König: ‚Der Grosse Theodor Reuss Reader‘, ARW, München 1997.
[28] John Symonds (IX° von Crowleys O.T.O.): ‚The Great Beast 666‘, London Erstauflage 1951. Die erweiterte Auflage von 1997 ist die endgültige Fassung, da Symonds 2006 verstorben ist. http://en.wikipedia.org/wiki/John_Symonds.
[29] Reuss und Krumm–Heller finden, dass Patanjalis Weg für westliche Ansprüche nicht genüge, sondern allein Reuss‘ Weg der Weissen Magie zu befolgen sei, ‚Rosa–Cruz‘ VI;9, Berlin 27.12.1932, 66.
[30] Beispiele des Lebenselixieres im Laufe der Religionsgeschichte in Heinz Hunger: ‚Die Heilige Hochzeit‘, Wiesbaden 1984. Eine Art Überblick über die Bedeutung des Sperma im Internet auf http://www.Sacredsemen.com. Auf http://www.semenex.com lässt sich das Elixier erwerben.
[31] P.B. Randolph: ‚Magia Sexualis‘, Paris 1931/69; Elias McGregor (ed. Robert North, 1988. North was member of Motta’s O.T.O., 1951–2010): ‚Magia Sexualis by P.B. Randolph‘; Gordon J. Melton: ‚P.B. Randolph – America’s Pioneer Occultist‘, Lyon 1992; Joscelyn Godwin: Artikelserie in ‚Theosophical History‘ volume 2–3, Fullerton 1988–1991; David Board in: ‚Theosophical Hi­story‘ Volume 3,3, Fullerton 1990; und ein Brief von Joscelyn Godwin, datiert 13. Oktober 1994, in: P.R. König: ‚Ein Leben für die Rose‚, A.R.W., München 1995.
[32] U.a. Reuss‘ Magazin ‚Oriflamme‘, Bad Schmiedeberg 1902–1914; Manuskripte; Josef Dvorak, selbsternannter Satanologe, in: ‚Flensburger Hefte‘ 63, Flensburg, Dezember 1998
[33] Karl R.H. Frick (selber Freimaurer): ‚Licht und Finsternis‘, II, Graz 1973–86, 429. Reuben Swinburne Clymer (Rosen­kreuzer);, Book of Rosicruciae II, 70 und ‚Rosicrucian Fraternities in America‘ I, Quaker­town 1935, 411. Josce­lyn Godwin in: ‚Theosophical History‘ (wie oben).
[34] Hermann .J. Metzgers ‚Attest‘, 9.1.1963. Ähnlich auch in: ‚Oriflamme‘ 23, Zürich Januar 1963, 266. Damit ist wohl Reuss‘ Synopsis von 1917 gemeint, in der lediglich die Grade VII°–X° als real active members bezeichnet werden, http://www.parareligion.ch/synopsis.htm.
[35] ‚for tactical purposes‘, Reuss in einem undatierten Schreiben an Crowley, wahrscheinlich von 1917.
[37] Circa 1979, ‚I think [James] Wasserman found some sort of document, a marginal note by Crowley in a copy of the Equinox. I do not remember with any degree of certainty. I do know that Heidrick informed me of the find and conveyed the information in a backward order,‘ Kristopher Dowling, Ex–IX° des Caliphats, Email 8.12.1996. 1982 entbrennt im Caliphat–Blatt ‚The Magickal Link‘ eine lange Diskussion über die Zuord­nung der Chakren, denn offensichtlich kann niemand Cowleys Notizen verstehen.
[38] J.P. Asmussen/A. Böhlig: ‚Die Gnosis‘ 3, Artemis, Zürich/München 1980.
[39] Theodor Reuss in seiner Übersetzung von Crowleys Gnostischer Messe: ‚Die Gnostische Messe, Aus dem Origi­nal–Text des Baphomet, übertragen in die deutsche Sprache von Merlin Peregrinus‘, Bad Schmiedeberg 1917; Faksimile in: P.R. König: ‚Der Grosse Theodor Reuss Reader‘, A.R.W., München 1997. Die Heiligkeit der Se­xualorgane wird in Crowleys VII° offenbart.
[40] Reuss: ‚Mysterica Mystica Maxima‘, in: ‚Jubiläums–Ausgabe der Oriflamme 1912‘, Baumann, Berlin und Lon­don 1912, 23. Reuss spricht in diesem Zusammenhang nicht vom Gnostiker.
[41] Reuss: ‚Parsifal und das Enthüllte Grals-Geheimnis‘, Bad Schmiedeberg 1920; das mit handschriftlichen Noti­zen versehene Manuskript von 1914 transkribiert in: P.R. König: ‚Der Kleine Theodor Reuss Reader‘, A.R.W., München 1993. Ein Auszug folgt in diesem Band.
[42] ‚Wiener Freimaurerzeitung‘ 9/10, Wien 1926, 28; Faksimile in: P.R. König: ‚Der Grosse Theodor Reuss Reader‘, A.R.W., München 1997. Auszüge im 1. Band RELOAD.
[43] Reuss: ‚Das Aufbauprogramm und Leitsätze der Gnostischen Neo–Christen O.T.O.‘, Bad Schmiedeberg 1920; Tran­skript in: P.R. König: ‚Der Kleine Theodor Reuss Reader‘, A.R.W., München 1993. Ein Auszug folgt in diesem Band.
[44] Crowley an William B. Crow, 11.11.1944.
[45] ‚business association,‘ so Crowley in seinem Tagebuch der 40er Jahre. Sein englischer Schatzmeister George M. Cowie an Crowley: ‚I have done my best to keep out of letters anything that would injure you & confirm the police anew that it’s only money that is the object of the Lodge, & to head you off from shouting for it,‘ 6. Ja­nuar 1918.
[46] Der neue amerikanische O.T.O. von 1977, das Caliphat, ‚does not practice medicine,‘ in: ‚Thelema Lodge Newsletter‘, Berkeley, September 1993.
[47] Crowley: ‚the industrial use of Semen will revolutionize human society‘, Tagebucheintrag vom 8. August 1923. So nennt er im Manuskript ‚Amrita‘ am 23. Januar 1933 folgende Anwendungs­gebiete: ‚Asthma, Bronchitis, Neurasthenia, Obesity, Stricture, Some cardiac distress, Greying hair, Loss of interest in sex.‘ Siehe auch Naylor/König: ‚O.T.O. Rituals and Sexmagick‘, Thames 1999, 412.
[48] Aleister Crowley: ‚Amrita‘, King Beach 1990; Gerald Yorke: “Sex‘ und der O.T.O.‘, in: ‚AHA‘ 6, Bergen an der Dumme, 1991.
[49] ‚Pleasure as such has never attracted me. It must be spiced by moral satisfaction,‘ Crowley: ‚Confessi­ons‘ http://hermetic.com/crowley/confessions/chapter9.html.
[50] ‚Thanks to Aiwaz, our Lord God the Devil,‘ ‚I sing for God, our Lord, Aiwaz,‘ Tagebucheinträge vom 22. und 28. Juli 1920.
[51] Die meisten Rituale, die seine Anhänger noch heute zelebrieren, drehen sich irgendwie um Crowley selber. Zu diesem Zweck benutzt er The Mark of the Beast, ein Siegel aus einem verkürzten Penis, das er in Inmans Buch von 1868 über die ‚Ancient Faiths Embodied in Ancient Names‘ gefunden hat.
[52] Gerald Yorke, circa 1929, zitiert nach Bradford J.M. Verter: ‚Dark Star Rising‘, Princetown 1997, 184.
[53] Crowley: ‚On Sexual Freedom‘, sekhetmaat.com/wiki/Documents/On_Sexual_Freedom.
[54] Hier eine Anleitung aus dem Umkreis von Kenneth Grants Typhonian O.T.O.: ‚Fragmentary Notes on VIII° Elixirs […] I combine my elixir with spit & then annoint the absorbtive tissues of the anus & perianum, as well as the external analogs to the other chakras (solar plexus, heart, throat, third eye, & crown). Depending on my mood, I may annoint the internal anus, & then transfer a bit of the tri–une elixir (semen, anal elixirs, and spit) back to my mouth. I may also annoint my eyelids &/or my entire middle pillar with the combined elixir,‘ William Siebert, bis 1980 Mitherausgeber von Kenneth Grants Ordensmagazin ‚Mezla‘, bei dem auch Mitglider des Caliphats aktiv sind; Artikel geplant für ‚Mezla‘, Vol. III;2, 1986.
[55] Francis King: ‚The Secret Rituals of the O.T.O.‘, London 1973. O.T.O.–Mitglieder können dies auch lächerlich finden: the fuck and make a wish idea is ludicrous,‘ Ruthanne d’Antuono, Email vom 4. Oktober 2002. Nicht–Mitglieder scheinen zu profitieren: “I’ve practiced Crowley Magick so I know it works,‘ Tyler writes of channeling the power of the mutual orgasm to achieve wider goals. ‚I’m not saying that every girl I slept with came at the same time or that I asked her to pray for the same thing I was praying for; namely that Aerosmith would become the greatest American band.“ So Steven Tylor, Sänger von Aerosmith, http://www.vanityfair.com/online/daily/2011/05/top–ten–revelations–in–steven–tylers–memoir–does–the–noise–in–my–head–bother–you.html.
[56] Für Max Schneider am 14.3.1942 geschrieben. Publiziert in: ‚Mezla‘ I.111,1, Ithaca/NY 1985. ‚We published Mezla as a ‚Heretical Organ of the O.T.O.‘ with the idea of transcending partisan politics and getting down to the basic work of ‚doing‘ magick instead of wasting time fighting about who was the ‚real‘ O.T.O. One of the tra­ditions of Mezla was to publish a previously unavailable writing by Crowley. I posessed [sic] a copy of the infa­mous ‚Emblems and Modes of Use‘ which we published in that issue. For this I was expelled from the order and pronounced ‚Anathema‘ from Thelema by Hymenaeus Beta [Breeze] himself over the phone. (how me­dieval Roman Catholic or even Marcello [sic] Motta like). I have still never received the courtesy of formal written notice. He also seemed particularly upset that we had no money to turn over to him on demand as we had not bothered to charge anyone anything for the issue,‘ Email von Cliff Pollick, 4.3.1997. ‚Emblems and Mode of Use‘ auch publiziert von William Breeze auf BaphoNet–by–the–Sea: 718/499–9277, Juni 1992, angeblich soll aber je­mand Breezes Identität bei der Publikation gefälscht haben; über­setzt und kommentiert in: König: ‚Der OTOA-Reader‘, ARW, München 1994. Alle Rituale von Reuss und Crowley in Naylor/König “O.T.O.-Rituals and Sexmagick“, Thames Herbst 1999.
[57] Sexualmagier benützen alchemistische Symbole: der Penis wird zum athanor; Sperma Blut des Roten Löwen oder Die Schlange; die Vagina wird zur Retorte oder Kukurbit. Crowleys IX°Text ‚Emblems and Mode of Use‘ ist ein typisches Beispiel eines solchen Sprachgebrauchs.
[58] ‚How does one make the Elixir of Life?,‘ ‚What are the uses of the Elixir of Life?,‘ Testfragen für potentielle IX°–Anwärter, vorgeschlagen von Phyllis Seckler, der Ex–Frau des verstorbenen Grady McMurtry, Gründer des amerikanischen O.T.O. Angeblich ist dieser Fragebogen jedoch nicht in Gebrauch; Faksimile in König: ‚Noch Mehr Materialien zum OTO‘, München 2000, 417ff.
[59] Mehr über Egregoren in den Kapiteln ‚Die Magier‘ und ‚Die Schöpfermacht‘ im RELOAD.
[60] Diesem Thema sind im RELOAD weitere Kapitel gewidmet.
[61] Crowley: ‚I am inclined to believe that the XIth degree is better than the IXth degree,‘ Tagebuch vom 26. Au­gust 1916. Mehr darüber imKapitel ‚Rocket to Uranus‘ im RELOAD.
[62] Crowley stellte sich beim Masturbieren auch Männer als Scarlet Whores vor, Tagebuch vom 16. November 1914.
[63] ‚I think the language of the initiations is sexist and archaic and to a feminist such as myself, quite frankly, insulting. I feel that there’s this sort of old boys‘ club running thing which is quite literally an old BOYS‘ club which again, is to me, frankly insulting,‘ Meinung des männlichen Mitglieds Leon in Claudia Kowalchyk: ‚A study of two ‚deviant‘ religious groups: The Assemblies of God and the Ordo Templi Orientis‘, NY 1994, 162. Im prüden Amerika bemerkt ein Nathaniel zu den Initationen: ‚Certainly men and women dress in different rooms […] Here is a group whose teacher is very concerned about sex in a sacramental nature and all that stuff, and yet when it comes to something simple, like changing our clothes, people act like a bunch of Baptists,‘ Seite 164.
[64] Crowley: Liber Agape, in: P.R. König: ‚How to make your own McOTO‘, A.R.W., München 1996; und Crowley: ‚De Arte Magica‘.
[65] Über Crowleys Bild der Frau auch in Frédéric Monneyron: ‚Aleister Crowley et l’Androgyne: Imaginaire Deca­dent et Magia Sexualis‘, In ‚Cahier Victoriens et Edouardiens‘ 33, 1991.
[66] Das trifft ebenso auf Männer zu, so sein Tagebucheintrag vom 25.5.1941: ‚I do not give one meagre mole­cule of fart–fog for any person or thing.‘
[67] ‚I have had lots of phantasies and wish–images of this type,‘ Tagebucheintrag vom 13.8.1920.
[68] ‚Book of Lies‘, London 1913, http://sacredtext.gang.pk/oto/lib333.htm.
[69] Aus der Hirnforschung ist bekannt, dass das Gehirn Bilder, die im Zustand von Erregung (so auch sexueller Erregung) betrachtet werden, vom Gehirn deutlicher und intensiver abgespeichert werden. Diese Bilder sind später besser abrufbar, was ebenso für die dazugehörigen Empfindungen und Erinnerungen gilt. Das beim Orgasmus ausgeschüttete Hormon Oxytocin löst sogar eine gewisse Lernfähigkeit aus.
[70] Bei der Konsumation sind eingeweihte Techniken zu beachten. Die Aufnahme geschieht durch die Schleimhaut des Gaumens, da die Magendarmsäuren die die feinstofflichen Essenzen enthaltenden Proteine zersetzen würden, bevor die Geist–Körper–Symbiose stattfinden könnte. Im Mund muss also auch mit einer zerstörenden Wirkung des Speichels gerechnet werden, derzufolge die Zeitdauer anzu­passen ist, in der die Hostie unter dem Gaumen behalten wird.
[71] Dies ähnelt asiatischen Praktiken, bei denen das Sperma als Träger feinstofflicher Energien gedacht ist.
[72] Womit auf den vampirhaften Aspekt hingewiesen wird.
[73] Santos, Email vom 9.12.1999, online auf http://www.parareligion.ch/dplanet/collect/ok4.htm.
[74] Thelema benutzt neue Euphemismen für längst existierende Konzepte. Das gnostische Pleroma wird nun Nuit genannt, wohin das Sperma alias Hadit heimkehrt. Trotzdem behauptet der jetzige Caliph, William Breeze: ‚In Thelemic cosmogony there is no pleroma as in Gnosticism. This place, Kether in the Tree of Life, is occu­pied by Ra Hoor Khuit […], and our own silent selves, our Jechidah in Qabalistic terms, our Guardian Angels,‘ ‚The Magical Link‘, new series 1, Fall (December!), Stockholm 1997, 9.
[75] Crowleys angeblich 1913 verfasste Messe ist jedoch lediglich eine mit thelemitischen Worthülsen aufgepumpte mittelalterliche Tridentine Rite/Roman Latin Mass, deren Text in P.R. König: ‚Ecclesia Gnostica Ca­tholica‘ zu finden ist, München 1998, 17.
[76] Über ihn später mehr.
[77] Le Chevalier Le Clément de Saint–Marcq: ‚L’Eucharistie‘, Bilsen 1906; Faksimile in: P.R. König: ‚Der Grosse Theo­dor Reuss Reader‘, A.R.W., München 1997, Transkript auf http://www.parareligion.ch/eucha.htm; Reuss bezeichnet die Publikation dieses Pamphlets als eine Enthüllung des geheimsten Geheimnisses des O.T.O.: dass nämlich keine Frauen zur Konsumation des Logos nötig seien. Mehr dazu im Kapitel zum ‚Korrekten Gnostizismus‘ im RELOAD.
[78] ‚Als Duftstoff mische Mehl & Honig & dickflüssigen Bodensatz roten Weins: dann das Öl des Abramelin und Olivenöl, hernach mach es weich und glätte es mit vollem frischem Blut. Das beste Blut ist das des Mondes, monatlich: dann das frische Blut eines Kindes, oder Tropfen vom Meßopfer des Himmels; dann das von Feinden; dann das des Priesters oder der Anbeter; schließlich das irgendeines Tieres, gleich von welchem. Dies erhitze: daraus mache Kuchen & iß sie für mich. Dies hat noch einen anderen Nutzen; es soll vor mich hingelegt und durch die Düfte eures Gebetes gestärkt aufbewahrt werden: es soll gleichsam voller Käfer werden und kriechenden Dingen, mir heilig.‘ Liber AL, III;23–25. http://tguild.oto.de/libri/Liber_Al.htm. Ähnlich schon beschrieben z.B. in: Carl Schmidt: ‚Koptisch–Gnostische Schriften‘, Band 1 (dieses Buch enthält die erste deutschsprachige Übersetzung der ‚Pistis Sophia‘), Leip­zig 1905 (mehrere Neuauflagen, z.B. Berlin 1981); schon erwähnt bei Epiphanius, in: ‚Panarion‘, in: Robert Haardt: ‚Die Gnosis‘, Salzburg 1967; E. Hanechen/M. Krause: ‚Die Gnosis‘ 1, Artemis, Zürich/München 1969.
[79] ‚Magical Link‘ I;5, New York 1987; ‚Thelema Lodge Newsletter‘, Berkeley, Januar 1991. Supreme Grand Coun­cil meeting, April 3, 1993: ‚Cakes of Light should be prepared only according to the formula previously pub­lished; but ashes from burned cakes of light prepared according to AL III;23 would be acceptable as an addi­tional ingredient.‘
[80] Breeze, ‚III° Master Magician‘, New York 1996, Seite 72.
[81] Minutes of the Supreme Grand Council, 3. April 1993.
[82] ‚Magickal Link‘ III;9, Berkeley September 1983, ohne Seitenzahl.
[83] Einserseits erkennt Crowley die Ursache seiner jahrelangen Todesängste und Depressionen im Konsum dieser Drogen, lehnt es jedoch andererseits ab, die Inhalte seiner Visionen als drogeninduziert zu akzeptieren, Tagebuch vom 28.7.1923.
[84] ‚Scarlet Woman […] is any Woman that receives and transmits my Solar Word and Being,‘ in: ‚Djeridensis Comment‘ in: John Symonds/Kenneth Grant: ‚Magical and Philosophical Commentaries‘, Montreal 1974, 307.
[85] 5. Juli und 13. August 1920.
[86] Auf die Konzepte Heiliger Schutzengel und Choronzon wird in einem separaten Kapitel des RELOAD eingegangen.
[87] Die Selbstanalyse dient als Mitgliederausweis der A.·. A.·..
[88] Falls keine Frauen seine Rolle als Medium stellvertretend übernehmen.
[89] Kot und Sperma werden für Crowley zum Fetisch. Der Fetisch ist ein magisch geladenes Objekt oder eine Idee, die alles sein kann. Es geht um den Zugang zum Grandiosen, dem Glanz im Selbstgefühl. Da der Fetisch größer als das Individuum ist, besitzt er keine Qualität an sich, sondern verweist auf ein Set, das regelmäßig aufgesucht und repetiert werden muss. Sonst würde der Fetisch entleert. Er ist ein Mittel zur Erhaltung ungerichteter Triebhaftigkeit. In dem Bereich, von dem wir sprechen, unterliegt die Triebbefriedigung einem Funktionswandel: Sie dient der religiösen Erleuchtung. Schließlich mutieren der Religionsgründer Crowley und auch der O.T.O. selber zum Fetisch für viele seiner Anhänger. Dazu später etwas mehr.
[90] In der Weltanschauung des Tantrismus wäre dies der linkshändige Tantrismus, der sich mit der Überwindung der konditionierten kulturellen Stereotypen beschäftigt. Siehe Nikolas und Zeena Schreck: ‚Demons of the Flesh – The Complete Guide To Left Hand Path Sex Magic‘, Washington 2002.
[92] Über die Bedeutung dieses Ausdrucks, siehe Terence Sellers: ‚The Correct Sadist‘, NY 1983.
[93] Zu Aiwass: ‚I am to Thee the harlot, crowned with poison and gold, my garment many–coloured, soiled with shame and smeared with blood, who for no price but of wantonness have prostituted myself to all that lusted after me […] I have made my flesh rotten, my blood venomous, my brain hag–ridden, I have infected the round world with corruption.‘
[94] Crowleys Visionen verblassen. Obwohl Crowley um diese Zeit schon in den Kinos die neuesten Stummfilme sieht, erkennt er das in der Filmkunst liegende Potential zur optischen Darstellung von Visionen nicht. Seine Drehbücher zu eigenen Filmen wirken wie plakative okkulte Groschenromane. I see my fault about this matter of scenarios: I despised the movie mode of art; I could not take it seriously. I could not believe in my own work; I deliberately tried to be bad when I thought badness might please producers. I thank Jane [Wolfe] for the change; she has made me genuinely interested (besides teaching me some technique) and my last two scenarios have been my own, not sneers at other people’s. I can’t get Beauty in them, for they have no form; save only that balance, neatness, and smoothness of action are not unbeautiful, as in a chess problem. But my new interest is a little more than the intellectual pleasure of handling forces, by agreed rules, as in chess: I begin to play with live pieces. My old scenarios were rigid as algebra; cause and effect were cast, not wrought. Each piece had its move, and I knew it; given the ‚position‘, the mate came in so many moves. Now pawns complain: The King dead? Bah! What happens to me?‘ And I like my folks to be my friends, to refuse to clerk for me, to urge their claims,‘ Tagebucheintrag vom 21.8.1920. Bis 1922 schreibt er auch eine Handvoll Gruselgeschichten, die postum von William Breeze herausgegeben werden: ‚The Drug and Other Stories‘, London 2010. 1944 versucht Crowley, via Jean Phillips (später Shivonen, anschliessend Schlepp, ein IX°) Kontakt mit Orson Welles zu knüpfen, bei dessen Mercury Production er arbeitet, Crowley an Karl Germer, 29.11.1944.
[95] ‚Where is Aiwass now?‘ Crowley looked at me and gave his head a minute shake and then spread his arms with upturned palms as if to say, ‚Where?‘, or even ‚God knows!‘. Then he spoke, ‚I think the fault is mine‘, zitiert nach dem Grant–O.T.O.–Magazin ‚Sothis‘ II;II, London 1977, 2, Crowley im Gespräch mit Lawrence Amos Mi­les/Shir Gurudeva Dadaji Mahendranath 999, Artikel von Dadaji: ‚The Londinium Temple Strain‘. Dadaji gründet den AMOOKOS – Arcane Magic Order of the Knights of Shambhala. Er stirbt am 30.8.1991.
[96] Jack Parsons führt in seiner von Crowleys Thelema abweichenden Gnosis die Sophia als Gattin von Jesu ein.
[97] Bei Crowley wird dies kabbalistisch interpretiert: ‚Als Gott strahlt die Energie ganz und gar von einem selbst aus (Kether), d.h. man ist mit Hadit vollkommen identifiziert – als Priester geht die Energie ganz durch einen hindurch (Chokmah) – als Kommunikant trifft die Energie ganz uns selbst (Geburah).‘ Zitiert nach Metzgers ‚Äquinox‘ III, 51.
[98] Vorwort in Reuss‘ und Crowleys Gnostischer Messe, Schmiedeberg 1918, 8. Wiederabge­druckt in Metzgers ‚EOL–Mitteilungsblatt‘ 40, Stein 1957, 2 – siehe ‚Grosser Theodor Reuss Reader‘, 226ff.
[99] ‚Those rituals seem a parody of Christianity and Catholicism. Of course, the Benediction of Animals is to be expected in a country where pet psychiatrists can make more than an engineer. What if the animal really did have some religious ideas? Would non–Thelemic (as if there could be an orthodox Thelema) animals then be: a Pagan Pussy, a Heretic Hamster, Demonic Dog? Do these people have so much time on their hands that they must now impose their religious views on their pets?!? The confirmation and baptism ceremonies could too easily attract worshippers. These are hardly going to be productive members of a Thelemic order. Such people will spend much time proclaiming how they had some level of spiritual awareness bestowed upon them through such a ceremony. Perhaps it is useful to have such rituals to keep the masses happy, but I do not think that they contribute to the work at hand (Great Work, ‚Knowledge & Conversation of the Holy Guardian An­gel‘, whatever).‘ Stephen Luzny (ehemals Mitglied im Caliphat), Email vom 2. Juli 1998.
[100] So im vorliegenden Handbuch für den V°, 8.4.1989, Newport Beach, CA, unterschrieben von Lon Milo und Constance DuQuette.
[101] ‚III–1 O.T.O. Man of Earth Rituals Rev. 4.2B, Fall IIIxxx‘, von Fr.H.K. Kapellmeister, O.T.O., New York 1990, 1. Für den I°: Gustav Holst: ‚Neptune‘ from ‚The Planets‘, Ralph Vaughan Williams: ‚Fantasia on a Theme by Thomas Tallis‘; W.A. Mozart: ‚Great Mass in c minor‘. Dazu Leos Janacek, Bela Bartók, Paul Hindemith, Ri­chard Strauss, Gustav Mahler und Samuel Barber für die weiteren Grade.
[102] Ein Wandernder Bischof zeichnet sich nicht durch charakterliche Eigenschaften, Bildung oder theologische Position aus. Er ist weder von einer kanonisch errichteten Ortskirche gewählt, weder als Weihebewerber vor­geschlagen, noch mit einem historischen Bischofsstuhl verbunden oder von einem rechtmässigen Bischof unter Beachtung der kanonischen Bestimmungen konsekriert worden. Bis zum II. Vatikanischen Konzil ist für die Gül­tigkeit der Sakramente allein die richtige Intention und die wesentliche Einhaltung des äusseren Ritus aus­schlaggebend. Seit 1962/65 ist der Bischof jedoch nicht mehr Nachfolger eines einzelnen Apostaten, sondern das Bischofskollegium in seiner Gesamtheit ist Nachfolger des Apostelkollegiums. Somit sind die Gnostischen Bischöfe definitiv ausgeschlossen.
[104] Ein oberflächlicher Streifzug durch Crowleys Sammlung von Schlüsselwörtern scheint zu ergeben, dass der Thelemit keiner Erlösung bedarf. Deus Est Homo quem creavit Elohim. Dies wirkt jedoch wie eine gnostische Ausweitung der Psyche: der Anbeter wird zum Angebeteten.
[105] Reuss wie auch der jetzige Caliph William Breeze sind der Ansicht, dass wahre O.T.O.–Mitgliedschaft erst mit dem VII° beginne, zugleich mit der Sexualmagie. Die Grade VIII°– XI° nennen sich auch das Sanktuarium der Gno­sis. Ordensstruktur in: P.R. König: ‚Materialien zum O.T.O.‘, A.R.W., München 1994, 22–23, http://www.parareligion.ch/synopsis.htm.
[106] Es gibt O.T.O.–Gruppen ohne maurerische Struktur, z.B. den Englischen O.T.O. des Kenneth Grant.
[107] Zum Beispiel nennt sich William Breeze, der jetzige Caliph, selbst ‚His Sacred Majesty‘, andere nennen ihn ‚Lord Caliph.‘ Er wird von seinen eigenen Leuten zum Ritter geadelt, so während seiner Wahl zum Caliph im September 1985, Transkript online auf http://www.parareligion.ch/minutes/minutes.htm.
[108] ‚It means shifting the Centre of Gravity of the Human Race!‘ Crowleys Tagebuch vom 6. August 1923.
[109] Das gnostische Pleroma heisst nun Nuit, wohin das Sperma alias Hadit zurückkehrt.
[110] Polarität von Chokmah (die erleuchtende Intelligenz) und Binah (die heilige Intelligenz).
[111] ‚The Order is in part putting out a call to the poor, the tired, the hungry; but it also promises to raise them up from this wretched state,‘ Claudia Kowalchyk: ‚A study of two ‚deviant‘ religious groups: The Assemblies of God and the Ordo Templi Orientis‘, NY 1994, 148.
[112] ‚There’s something honorable in suffering, you know. There’s something– one of the reasons I hate Christia­nity so violently is I don’t WANT anybody to die for my sins,‘ Kowalchyk, 140.
[113] Ausführlich mitgeteilt vom X° für die USA des Caliphats, David Scriven/Sabazius im November 1996 via Email. Die ganze Korrespondenz mit Anmerkungen auf http://www.parareligion.ch/megafile.htm.
[114] Crowley: ‚I need a rotten stage of things to work on,‘ Tagebuch 1. Juni 1920.
[115] David Scriven, ‚Agape‘ IV;1, California 1 May 2002, Seiten 2 und 3.
[116] Das Caliphat kann als bürokratische Firma mit Copyrightsinteressen ohne jegliche Spiritualität gesehen wer­den, wie vom Ex–Stellvertreter des Caliph Breeze, James Eshelman, mitgeteilt wird. ‚O.T.O. [Caliphat] is just a club. A simple club. A wholly mundane thing. Its fate is in no sense tied into that of the Aeon itself,‘ so James Arthur Eshel­man, ehemaliger Stellvertreter des Caliphs am 8. April 1997. Und am 12. April 1997, Eshelman über William Breeze, den jetzigen Caliph: ‚he is willing to sacrifice the spiritual development of the pre­sent generation [von Mitgliedern] since it’s impossible to reform the post–Grady version of the Order anyway [d.h. die Crowley– oder Reuss–Version des O.T.O.]) in order to lay the best foundation for the spiritual growth of humanity for the next couple of thousand years,‘ indem Breeze Crowley–Bücher publiziert.
[117] Siehe das Kapitel ‚Die Schöpfermacht‘ im RELOAD.
[118] Dazu müsste man wissen, was Göttlichkeit ist, oder wie sie aussieht: ob der verrottete Zustand evtl. psychisch gefühlt und möglicherweise die per Spermaglobuli induzierte Beruhigung und Aufhebung des psychischen Leidens als Göttlichkeit erlebt wird. Dies wird in Crowleys A.·. A.·. manchmal als Überquerung des Abyss be­zeichnet.
[119] Über seine Rolle im Caliphat im Kapitel über ‚Die Spielausgabe einer O.T.O.–Fata Morgana‘ des RELOAD mehr.
[120] Ich spreche hier generell von Unterdrückung und nicht spezifisch vom O.T.O.
[121] Gegen Selbstvergottung oder religiösen Wahn?
[122] Georgos Vithoulkas: ‚Die wissenschaftliche Homöopathie‘, Göttingen 1986, 129ff., dazu Marco Righetti: ‚Ehrlicher: Wir wissen nicht, wie homöopathische Prädispositionen auf die nächste Generation übertragen werden,‘ Brief vom 6.3.1995 (siehe übernächste Fussnote).
[123] Was bewirken HI–Viren im potenzierten, resp. energetischen Zustand? Wären sie etwa eine Art gnostisches Gegenstück zum Logos?
[124] Gespräch mit Marco Righetti am 2.3.1995, Autor von: ‚Forschung in der Homöopathie‘ Burgdorf–Verlag 1988.
[125] ‚Magical Link‘ I:5, 1987, 2 und ‚Thelema Lodge Newsletter‘, Berkeley Januar 1991.
[126] Mehrere Emails im September 1996.
[127] Der schon erwähnte IX°–Fragebogen von Phyllis Seckler weist besonders auf die dringend benötigte gute ‚phy­sical condition‘ zur Anwendung der Sexualmagie hin, was die Frage erhebt, ob körperlich Behinderte Mitglied im Caliphat werden können. Dies wird zumindest für die unteren Grade bejaht. Theodor Reuss‘ Einladung von 1917 zu einer ‚Alliance Internationale des Dames de la Rose+Croix‘ unter dem Briefkopf ‚Ordo Templi Orientis – Bund für Internationale Versöhnung‘ richtet sich an den ‚physisch und psychisch möglichst vollkommenen Menschen‘ (Faksimile in P.R. König: ‚Der Grosse Theodor Reuss Reader‘, München 1997, 175). David Scriven, USA–X° des Caliphats: ‚the imperfections of each individual can be viewed as magical expressions of individuality rather than as de­viations from an abstract ideal,‘ Email vom 3.11.1996. Hier jedoch ein anonym bleibender Bericht eines Mitglieds: ‚Here is a tidbit that both you and Peter may find interesting. I was in the process of applying for my III° initiation in COTO when this accident occured. Everything was looking good. All my application paperwork was complete. I had arranged for a body to perform the initiation, paid my fees (please giggle here, it will make me feel better). When I informed the local ‚big man‘ – I am fortunate(?) to have one of the ‚Electoral College‘ members as a personal friend and we are members of the same body (Me, him, his wife, and 2 other single males form the body), that I was going to have to delay the initiation (which had been tentatively scheduled for October), he informed me that my physical condition might be grounds to deny me the initiation. Even after the rehab and all. On page 157 of ‚The Equinox volume III number 10‘, edited by Hymenaeus Beta X° – William Breeze, copyright 1986, 1990 O.T.O, in Liber II – Manifesto of the O.T.O. it states ‚9. Every man and woman that is of full age, free, and of good report, has an indefeasible right to the III°.‘ When I brought this to his attention he responded that the scope of the words ‚good report‘ included physical condition. This is not stated in any published document (and some that aren’t ‚published‘ but issued privately to members). I cannot even find wording that can be construed to indicate such. ‚Good report‘ is normally defined as being current with dues and not having been disciplined by your local body (you aren’t in trouble, or a trouble–maker, and generally liked by members). I am current with my dues, I am not now nor have I ever been disciplined by my bodymaster, I am very well liked by most of the members in the Alabama–Georgia area, and have even impressed several members of COTO of far higher degree (2 VII’s and an VIIIth.). I teach yoga classes free to members, and have been heavily involved in the grunge work of setting up for events and initiations and have a history of helping other members in any way I can. In short, there is no reason why I should be denied my III°. I am not disgruntled by this in itself, I had been having doubts about going forward to III° for some time. It just bothers me that this action is in direct violation of the order’s own published rules (the constitution makes no mention of physical abilities in connection with qualification for initiation).‘ Email December 2001.
Die alttestamentarische Vorstellung von der physischen Unversehrtheit, die auf die kultische Reinheit eines Priesters hinweist (3. Moses 21;16–21), erweist sich auch im Christentum als zählebig. Bis in die Moderne hinein bleibt etwa im Kirchenrecht des lateinischen Westens die körperliche Unversehrtheit die Voraussetzung für den Empfang höherer kirchlichen Weihen, Ruth Mellinkoff: ‚Outcasts. Signs of Otherness in Northern European Art of the Late Middle Age‘, 2 Bände, Berkeley 1996, 1. Band, 114. Körperliche Unversehrtheit und Schönheit ist ein Zeichen für das moralisch Gute und Reine – Hässlichkeit, Verletzungen und körperliche Defekte hingegen deuten auf Unreinheit und Bosheit hin. Dieses ästhetische Konzept lässt sich schon in der griechischen Antike als Kalokagathia finden: das Wissen um die schöne Seele im schönen Leib.
[128] Der Begriff transident wird mehrheitlich im amerikanischen Psychiatriemilieu gebraucht.
[129] lashtal.com/nuke/PNphpBB2–viewtopic–t–4629.phtml, lashtal.com/nuke/PNphpBB2–viewto
pic–t–1825.phtml. Im Zusammenhang mit dem O.T.O. wäre hier auch der Sänger Genesis P–Orridge zu nennen, über den im Kapitel über ‚Die Spielausgabe einer O.T.O.–Fata Morgana‘ im RELOAD mehr berichtet wird, ebenso über das Thema der Transsubstantiation (im Kapitel über ‚Die Gnostiker‘), die in Crowleys Gnostischer Messe fehlt.

© 2011 P.-R. König

Auszug aus Der O.T.O. Phänomen RELOAD, München 2011 — and the English „O.T.O. Rituals and Sexmagick“ (1999).
Also als speech für C.E.S.N.U.R. 1995 an der Universität von Rom und 1997 am Crowley-Kongress auf Cefalú.

tradução portuguesa: Os Espermo-Gnósticos e a Ordo Templi Orientis
versione italiana: Origine dei gruppi O.T.O. e la Magia sessuale
ceská verze: Asketictí a Libertinstí Gnostikové
english version: O.T.O. and the Spermo-Gnostics
traduccion castellano: Ordo Templi Orientis: Espermo-Gnósticos
traduse in romana: Sperma-Gnoza

 

Secrets of the Rosicrucians, Templars and the Illuminati
Secrets of the Rosicrucians, Templars and the Illuminati, Peter-Robert Koenig

 

Spermophagy

Heinrich Tranker Baphomet Rosycross Nicht alle Zweige des O.T.O. haben Crowleys Thelema übernommen. „Der Grund, dass […] Aspekte von Thelema ausgelassen sind, ist das aktuelle Problem, wie Thelema in der Öffentlichkeit als Religion darzustellen ist, um so vom Staat anerkannt zu werden. Thelema ist ganz eindeutig konträr und an den Grenzen der normativen Gesellschaft. Thelema weist die normativen Werte und Moral ab und zielt auf die Ueberschreitung und Verletzung eben dieser Normen. Die Miteinbeziehung von Drogen in die Rituale, die positive Betonung der Sexualität, die als Werbung für Promiskuität angesehen werden kann und der autoritäre und pro-Nietzscheanische Aspekt von Thelema zwingen die normative Gesellschaft zur Ablehnung und gleichzeitig ermutigt Thelema seine Anhänger, die meisten Aspekte der normativen Gesellschaft abzulehnen.“ [„Journal of Thelemic Studies“, 1;2, 2008, http://thelemicstudies.com/JoTS1–2.pdf, Seite 40, übersetzt]

Siehe auch Das Milieu des Templer Reichs.

Discussions on the Nature of the O.T.O. Phenomenon

Albin Grau Pacitius Fraternitas Saturni Saturn-Gnosis Nosferatu Pansophia

 

Quelle: http://www.parareligion.ch/sunrise/sperm_d.htm

Gruß an die Irrgläubigen

TA KI

Zecken-Abwehr – Neun natürliche Mittel für Mensch und Hund


Mit den wärmeren Temperaturen sind auch die altbekannten Blutsauger wieder da – die Zecken! Zecken können bei Mensch und Hund nicht nur zu lokalen Entzündungen und Schwellungen führen, sondern auch gefährliche Krankheiten übertragen. Es ist daher extrem wichtig, den Hund und sich selbst vor Zecken zu schützen. Aber wie? Die üblichen Abwehrmittel für Hunde (Pipetten, Spray oder Halsbänder) wirken zwar oft (aber nicht immer) und bringen überdies Nebenwirkungen mit sich. Gibt es natürliche Mittel gegen Zecken, die auch wirklich wirken?

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Wenn die Zeckensaison beginnt, sollte das Zeckenabwehrmittel parat sein

Da freut man sich monatelang auf den Sommer und auf ausgedehnte Wanderungen mit dem Hund im Grünen. Und kaum ist der Sommer da, kreuzen auch schon seine Nachteile auf: Zecke, Floh und Milbe

Unbeliebt sind sie alle, die Zecken jedoch ganz besonders. Sie hinterlassen bei Mensch und Hund nicht nur entzündete Bissstellen, sondern immer wieder auch gefährliche Krankheitserreger.

Es ist daher mehr als ratsam, ein für Mensch und Hund wirksames Zeckenabwehrmittel bei der Hand zu haben.

Zecken-Krankheiten

Die Erkrankungen, die durch Zeckenbisse hervorgerufen werden können, beschränken sich beim Menschen bislang hauptsächlich auf Borreliose und die Frühsommer-Meningitis (FSME).

Dem Hund kann die Zecke einige Krankheiten mehr bescheren – abhängig von Zeckenart und Herkunft der Zecke.

In Frage kommen ebenfalls die Borreliose, aber auch die Babesiose und die Anaplasmose. Die FSME tritt beim Hund hingegen äusserst selten auf, da Hunde hier sehr resistent zu sein scheinen und eine FSME-Infektion bislang nur bei deutlich geschwächtem Immunsystem und gleichzeitigem Vorhandensein anderer Infektionen beobachtet wurde.

Verantwortlich dafür sind entweder der Gemeine Holzbock oder aber die Auwaldzecke.

In Süd- und Osteuropa können sich Hunde über die dort heimische Braune Hundezecke mit Ehrlichiose infizieren. Allerdings wird diese Zeckenart immer häufiger auch nördlichen Gefilden gesichtet. Doch sind sie hier selten mit dem Ehrlichiose-Erreger infiziert.

Die braune Zecke gräbt sich nicht annähernd so tief ins Fleisch wie die mitteleuropäischen Zecken und kann daher sehr leicht entfernt werden.

Einige dieser Krankheiten können chronisch werden, das Immun- und Nervensystem des Hundes dauerhaft schädigen und im schlimmsten Fall sogar tödlich enden. Die medikamentöse Behandlung ist langwierig, selten heilsam und meist mit starken Nebenwirkungen verbunden.

Vorbeugung ist bei Zeckenkrankheiten daher das A und O.

Chemische Zeckenabwehr

Die Schulmedizin rät zu Pestiziden, vor allem zu Spot-on-Mitteln, die aus Einwegpipetten direkt in den Nacken und auf den Schwanzansatz des Tieres geträufelt werden, wie z. B. Preventic, Ex-Spot, Advantix und Frontline.

Gern wird auch Scalibor empfohlen, ein hochwirksames Halsband, das nicht nur Zecken abhält, sondern auch Sandmücken. Letztere können die Leishmaniose übertragen, eine Zecken-Krankheit, die gerade bei Hunden im Süden Europas weit verbreitet ist.

Spot-on-Mittel enthalten meist Permethrin, Imidacloprid, Moxidectin oder eine Kombination aus zweien dieser Chemikalien. Das Scalibor-Halsband ist mit Deltamethrin bestückt.

Es handelt sich um Nervengifte, die eine antiparasitäre Wirkung von etwa 2 bis allerhöchstens 4 Wochen versprechen. Meist wird zu einem Auftragen der Spot-ons im Abstand von drei bis vier Wochen geraten.

Das heisst, der Hund wird in diesen kurzen Abständen mit toxischen Substanzen beträufelt, die sich sodann mit der Lipidschicht der Haut verbinden und natürlich auch – zumindest teilweise – durch die Haut in den Körper gelangen.

Die häufigste Nebenwirkung der Mittel ist daher eine Überempfindlichkeitsreaktion.

Bei älteren Welpen (ab 7 Wochen), aber auch bei erwachsenen Hunden kann sich dies in Übelkeit und Erbrechen äussern oder in nicht enden wollendem Juckreiz.

Wie gut, wenn es lediglich ein Scalibor-Halsband war, das man nutzte, denn dieses kann schnell wieder entfernt werden, was bei Spot-on-Mitteln nicht mehr der Fall ist. Hier muss dann abgewartet werden, bis die Wirkung wieder nachlässt.

Mögliche Nebenwirkungen der chemischen Zeckenmittel

Zu den Symptomen, die in den Wochen nach dem Auftragen eines Zeckenabwehrmittels auftreten können, gehören die folgenden:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Schuppige Haut und stumpfes Fell
  • Juckreiz bis hin zu extremen Entzündungsreaktionen und Ekzemen der Haut
  • Selten treten neurologische Symptome wie Zittern oder Lethargie auf

Die akuten Symptome sind meist eindeutig auf die Insektengifte zurück zu führen. Was die Mittel jedoch im Laufe der Jahre bei ständig sich wiederholender Anwendung im Organismus anrichten können, weiss niemand.

Magen-Darm-Probleme und eine Leberüberlastung sind hier vermutlich die kleinsten Übel.

Zeckenmittel – Resistenzen sind immer häufiger

Ein weiteres Problem ist, dass die Zecken zunehmend resistenter gegen die chemischen Abwehrmittel werden und völlig unbeeindruckt immer häufiger auch behandelte Hunde befallen.

Relativ neu auf dem Markt sind Kautabletten. Ihre Gifte töten Zecken nach maximal zwölf Stunden ab. Auch zu ihnen existieren keine Langzeitstudien und viele Tierärzte und Tierheilpraktiker sehen sie sehr kritisch.

Durchfall, Erbrechen, Appetitlosigkeit und vermehrter Speichelfluss können als akute Symptome auftreten. Was nach einigen Jahren passieren kann, wenn man regelmässig die Tabletten gibt, weiss jedoch niemand.

Gefährliche Borreliose-Impfung

Gegen die Borreliose können Hunde inzwischen geimpft werden. Die Ständige Impfkommission für Tiere (StIKo Vet.) empfiehlt die Impfung für alle Hunde, die in zeckenbelasteten Regionen leben oder dort Urlaub machen.

Selbst aber manche Tierärzte warnen vor der Borreliose-Impfung und raten eher zu einer wirksamen Zeckenprophylaxe. Denn nur einer der beiden Borreliose-Impfstoffe zielt auf die tatsächlich krankmachende Borrelienart ab. Der andere auf Arten, die gar nicht infektiös sind.

Noch schlimmer ist jedoch, dass die Impfung bei bereits infizierten Hunden schwere Nierenentzündungen hervorrufen kann. Woher aber soll man wissen, dass der Hund sich gerade erst infiziert hat?

Zusätzlich zur Impfung solle man überdies nach wie vor eines der üblichen Abwehrmittel verwenden und die Hunde täglich nach Zecken absuchen. Wozu also die Impfung?

Verständlich, wenn viele Hundehalter dringend nach einer natürlichen oder wenigstens nebenwirkungsarmen Alternative zu den giftigen Zeckenabwehrmitteln suchen.

Neun natürliche Zeckenabwehrmittel

Natürliche Zeckenabwehrmittel gibt es viele. Was aber können sie leisten? Studien sind äusserst rar und für Tiere existieren kaum welche, die auch tatsächlich einen wissenschaftlichen Wert besitzen. Es muss also vor allem auf Erfahrungswerte zurückgegriffen werden.

1. Knoblauch gegen Zecken

Knoblauch – so wird häufig gewarnt – soll (genau wie Zwiebeln) in hoher Konzentration aufgrund seiner Schwefelverbindungen für Hunde giftig sein, da er die roten Blutkörperchen zerstören könne.

Wie es wirklich um die angebliche Giftigkeit von Zwiebeln und anderen Lauchgewächsen für Hunde bestellt ist, haben wir ausführlich hier (unter Punkt 8. Zwiebeln und andere Lauchgewächse – Giftig oder gesund?) erklärt.

Um eine Abwehrwirkung gegen Ungeziefer zu erreichen, sind also vom Knoblauch deutlich geringere Dosen erforderlich, als jene, die beim Hund zu gesundheitlichen Schäden führen würden.

Wenn auch nicht mit Hunden, so liegt wenigstens eine wissenschaftliche Studie mit Menschen vor. Sie wurde an der Lund Universität in Malmö mit Hilfe von 100 schwedischen Soldaten durchgeführt und zeigte, dass die Hälfte der Probanden, die statt Knoblauch lediglich ein Placebo einnahm, deutlich mehr von Zecken befallen wurden (um ca. 30 %) als die die Knoblauchgruppe. Allerdings blieb auch diese nicht gänzlich von Zeckenbissen verschont.

Knoblauch hilft also durchaus gegen Zecken, erfahrungsgemäss auch bei Hunden, allerdings unterschiedlich effektiv.

Manche Hunde reagieren besser auf die Einnahme als andere. Bei einigen Hunden hilft es gar nicht.

Es ist jedoch einen Versuch wert. Statt frischem Knoblauch kann auch Granulat oder Pulver verfüttert werden, wobei frischer Knoblauch deutlich mehr Wirkstoffe besitzt.

Viele Hersteller entschwefeln ihre Produkte, so dass sie für ängstliche Hundebesitzer noch unbedenklicher einsetzbar sind.

2. Bernsteinketten gegen Zecken

Viele Hundehalter schwören in Sachen Zeckenabwehr auf Bernsteinketten. Die Hunde sehen damit auch äusserst attraktiv aus. Doch wie ist es um die tatsächliche Wirksamkeit bestellt? Offenbar wirkt nicht jeder Bernstein.

Es muss sich – so heisst es – um unbearbeiteten echten Rohbernstein handeln. Nur dieser besitze eine Parasiten abwehrende Wirkung – und zwar aufgrund seines Harzgeruchs und seiner elektrostatischen Aufladung.

Auch müsse die Kette unbedingt über längere Zeit ständigen Körperkontakt haben, darf also nur ganz kurz zur Reinigung unter fliessendem Wasser abgenommen werden. Der Hund muss die Kette also permanent tragen, was nicht für jeden Hund ideal ist.

Manchen Hunden ist eine Kette unangenehm. Folglich versuchen sie sich durch Kratzen von dieser zu befreien. Leben mehrere Hunde im Haushalt, die gerne miteinander toben, dann kann die Kette ein Verletzungsrisiko bergen und natürlich auch schnell zu Bruch gehen. Dieselbe Gefahr besteht selbstverständlich auch, wenn der Hund beim Spaziergang seine Spielkameraden trifft.

3. Homöopathie gegen Zecken

Ledum, der Sumpfporst, wird häufig in homöopathischer Form empfohlen, um Zeckenbissen vorzubeugen. Die gängige Potenz ist hier die C200, eine Gabe von drei bis fünf Globuli alle vier bis acht Wochen. Viele Hundehalter sind davon begeistert und können einen verminderten bis ausbleibenden Zeckenbefall feststellen.

Aber auch hier scheiden sich die Geister. Ganz abgesehen von den Homöopathiegegnern regt sich auch Widerstand aus den Reihen der klassischen Homöopathen. Ein homöopathisches Mittel wird im Sinne Hahnemanns, des Begründers der Homöopathie, nicht als Prophylaxe gegeben, sondern erst bei Vorliegen von Krankheitserscheinungen.

Ein prophylaktisch gegebenes Homöopathikum in einer hohen Potenz kann nach Aussage von klassisch arbeitenden Homöopathen im Organismus Schaden anrichten.

Stephen Tobin, ein Tierarzt in einer Region mit zahlreichen Borreliose-Fällen arbeitet ebenfalls mit Homoöpathika. Er empfiehlt, Ledum (C200 oder 1M) drei Mal täglich zu geben und zwar drei Tage in Folge – jedoch nicht zur Zeckenabwehr, sondern um die bereits vorhandene Borreliose zu lindern, was bei den behandelten Tieren offenbar zu einer sofortigen Besserung führte, ganz gleich, ob sie sich erst kürzlich infiziert hatten oder bereits seit Jahren an der Krankheit litten und einerlei, ob sie mit Antibiotika behandelt worden waren oder nicht.

Zur Vorbeugung – so Tobin – nehme er die Borrelia burgdorferi Nosode 60X – eine Dosis täglich eine Woche lang, dann eine Dosis pro Woche für einen Monat, dann eine Dosis alle sechs Monate. Genauso verfahre er mit anderen Nosoden, die er grundsätzlich statt Impfungen gebe.

Besprechen Sie diese Angelegenheit am besten mit einem erfahrenen Tierheilpraktiker oder Homöopathen, dem Sie vertrauen. Denn selbst unter Homöopathen besteht hier keineswegs Einigkeit.

4. Bierhefe gegen Zecken

Bierhefe scheint ebenfalls eine Zecken abwehrende Wirkung zu entfalten. Denn Zecken mögen den Geruch der enthaltenen B-Vitamine nicht. Also steuern sie mit Bierhefe gefütterte Hunde gar nicht erst an.

Allerdings behagt der Geruch auch so manchem Hund nicht. Eine Zufütterung ist daher nicht immer problemlos möglich. Auch kann Bierhefe unter Umständen Magen-Darm-Probleme verursachen. Schleichen Sie die Bierhefe daher langsam und mit kleinen Dosen ein, damit sich der Hund daran gewöhnen kann.

Man gibt einen Teelöffel pro 10 Kilogramm Körpergewicht sowie jeweils einen Viertel Teelöffel für jede weiteren 2,5 Kilogramm. In der Zeckenhochsaison könnte auch die doppelte Dosis gegeben werden.

5. Ätherische Öle gegen Zecken

In vielen sog. alternativen Zeckenabwehrmitteln sind bunte Mischungen ätherischer Öle enthalten. Beispielsweise Thymian, Oregano, Wacholder, Grapefruit, Myrrhe, Rosenholz und viele andere. Geraniol ist jedoch offenbar eines der wirkungsvollsten.

Es soll den Chitinpanzer von Zecken und Flöhen angreifen und die Tiere austrocknen. Es kommt in vielen Anti-Parasiten-Produkten als Einzelmittel oder auch in Kombination vor und kann als Direkt-Spray, Spot-on oder Halsband verwendet werden. Da es nur einen leicht blumigen Geruch verströmt, wird es gern vom Tier angenommen (anders als viele andere ätherische Öle).

Eine Feldstudie in Marokko konnte zeigen, dass aufgesprühtes 1-prozentiges Geraniol bei Rindern den Zeckenbefall um 98,4 Prozent senken konnte. Selbst 14 Tage später war noch ein hoher Effekt nachweisbar („Efficacy of 1 % Geraniol (Fulltec®) as a tick repellent“).

Allerdings vertragen manche Hunde das Geraniol nicht so gut und zeigen eine Überempfindlichkeitsreaktion wie stumpfes, schuppiges Fell.

Der Zitronen-Eukalyptus liefert ein weiteres ätherisches Öl mit Zecken abschreckender Wirkung. Der Wirkstoff heisst Citriodiol und findet sich in etlichen natürlichen Insektenabwehrmitteln.

In einer Studie zeigte sich, dass Menschen, wenn sie sich mit Citriodiol einrieben, nur von halb so vielen Zecken entdeckt wurden wie ungeschützt.

Für Hunde könnte der Duft des Zitronen-Eukalyptus zu intensiv sein, für den Hundehalter jedoch ist es eine Möglichkeit der nebenwirkungsfreien Zecken- und Mückenabwehr.

6. Babypuder und Kieselgur gegen Zecken

Auch Babypuder und Kieselgur trocknen den Insektenpanzer aus. Viele Hundebesitzer pudern das Fell alle paar Tage ein und stellen einen stark verminderten Befall fest.

7. Kokosöl gegen Zecken

Die Laurinsäure im Kokosöl scheint auf Parasiten unattraktiv zu wirken. Der Hund muss – damit das Kokosöl wirkt – jeden Tag mit einer kleinen Portion eingerieben werden. Aufgrund seiner Konsistenz eignet sich die Anwendung jedoch nur für kurzhaarige Tiere.

An der FU Berlin, Arbeitsgruppe für Angewandte Zoologie/Ökologie der Tiere, wurde in einem Labortest am Menschen nachgewiesen, dass Zecken Kokosöl nicht mögen. Die Haut der Probanden wurde mit 10-prozentiger Laurinsäurelösung behandelt. 88 Prozent der Zecken liessen sich sofort fallen, nachdem sie den Geruch wahrgenommen hatten. Die Wirkung hielt mindestens sechs Stunden an. Es zeigte sich, dass bereits auch die Nymphen den Geruch ablehnten.

Kokosöl kann also auch beim Menschen als Zeckenabwehrmittel eingesetzt werden.

Mehr über die Zecken abwehrende Wirkung des Kokosöls lesen Sie hier: Borreliose

8. Zistrose gegen Zecken

Cistus incanus, die graubehaarte Zistrose, ist seit langem dafür bekannt, das menschliche Immunsystem zu stärken. Sie wirkt antioxidativ und entzündungshemmend, antiviral und antimikrobiell.

Doch scheint die Zistrose auch ein hervorragendes Zecken- und Mückenabwehrmittel zu sein – und zwar für Hund und Mensch.

Eine interessante private Studie an 48 Hunden führte das Team der HeilsamPraxisEsch in Sankt Augustin durch.

An der Studie beteiligt waren Jäger, Züchter, Hundetrainer und 16 Hundebesitzer. Von den 48 Hunden bekamen 32 Hunde Cistus, zehn Hunde Frontline und sechs Hunde blieben unbehandelt.

Die Dosierung betrug 1 Kapsel Cistus pro Tag über durchschnittlich 20 Tage hinweg.

Das Ergebnis der Studie zeigte, dass der Zeckenbefall bei den unbehandelten Hunden in 20 Tagen bei jeweils durchschnittlich 150 Zecken lag. Unter Frontline ging die Zahl der Zecken deutlich zurück. Zeckenfrei war jedoch keiner der Frontline-Hunde.

Bei den Hunden, denen Cistus gegeben wurde, waren pro Hund in 20 Tagen null bis zwei Zecken zu beobachten, die sich überdies sehr leicht entfernen liessen.

Die erste Wirkung war nach fünf Tagen sichtbar, nach weiteren fünf Tagen wurde kein Hund mehr befallen. Damit war Cistus dem chemischen Mittel Frontline deutlich überlegen. Der einzige Hund, bei dem die Wirkung von Cistus weniger deutlich war, zeigte eine langwährende Immunschwäche.

Auch wenn diese Studie kein wissenschaftliches Niveau besitzt und die Anzahl der Probanden klein war, so ist das Ergebnis durchaus beeindruckend.

Der Nebeneffekt einer Cistusgabe ist ein stabiles Immunsystem. Allerdings sollte auch Cistus – wie bei allen immunstärkenden Heilpflanzen üblich – auf keinen Fall dauerhaft eingesetzt werden, um den Gewöhnungseffekt zu vermeiden. Starten Sie damit also erst kurz vor der Zeckensaison!

Menschen nehmen 2 Cistus-Kapseln (à 400 mg Cistus-Extrakt) pro Tag.

Auch Cistustee kann probiert werden. In manchen Quellen wird die Zubereitung folgendermassen empfohlen:

Ein Teelöffel Cistus incanus getrocknet mit einer Tasse kochendes Wasser übergiessen und 10 Minuten ziehen lassen. Die Blätter sollten insgesamt drei Mal für die Teezubereitung genutzt werden, damit alle unterschiedlichen sekundären Pflanzenstoffe extrahiert werden.

9. Mönchspfeffer-Spray

Der Mönchspfeffer (Vitex Agnus Castus) ist eigentlich eher bekannt dafür, die männliche Libido zu dämpfen und das hormonelle Gleichgewicht von Frauen wieder einzurenken.

Offenbar kann er aber auch Stechmücken und Zecken abhalten – und zwar sechs Stunden lang in Form eines Sprays (Viticks-Cool-Spray), das auf die Haut gesprüht wird.

Ergebnis

Festzuhalten bleibt, dass es etliche Möglichkeiten gibt, auf natürliche Weise gegen Zeckenbefall vorzugehen. Doch jeder Hund und auch jeder Mensch ist verschieden und reagiert auch ganz individuell auf die verschiedenen Mittel. Daher bleibt nichts anderes übrig, als auszuprobieren, welches Zeckenabwehrmittel für Sie selbst und welches für Ihren Hund das richtige ist.

Zusätzlich zu allen Massnahmen – sowohl den schulmedizinischen als auch den alternativen – sollten Sie sich selbst und natürlich auch Ihren Hund nach jedem Aufenthalt in der freien Wildbahn nach Zecken absuchen – eine Aktion, die Sie bei Ihrem Hund wunderbar mit einer entspannenden Massage verbinden können.

(…)

Quellen:

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  2. ESCCAP, „Control of Ectoparasites in Dogs and Cats“ Guideline 03, Juni 2012, (Kontrolle von Ektoparasiten bei Hunden und Katzen) (Quelle als PDF)
  3. Fagley, H. et al., „Repel Ticks with this Natural Oil“ Natural News Network, Februar 2014, (Zeckenabwehr mit natürlichen Ölen) (Quelle als PDF)
  4. Khallaayounek K. et al., „Efficacy of 1 % Geraniol (Fulltec®) as a Tick Repellent“ Parasite, September 2009, (Wirksamkeit von 1 % Geraniol zur Zeckenabwehr) (Quelle als PDF)
  5. Krieger, E. et al., HOMÖOPATHIE: Die Ledum-Lüge. Mein Tierheilpraktiker, April 2014
  6. Partee, A. et al., „Garlic for Dogs: Poison or Medicine? „ Dogs Naturally Magazine, (Knoblauch für Hunde: Gift oder Medizin?) (Quelle als PDF)
  7. Scott, D. et al., „Ticks: Natural Prevention and Care“ 2010, (Zecken: Natürliche Prävention und Schutz) (Quelle als PDF)
  8. Stafford K. et al., „Tick Bite Prevention & The Use of Insect Repellents“ Juni 2005, (Prävention von Zeckenbissen und Nutzung von Insektiziden) (Quelle als PDF)
  9. Wallinga, D. et al., „Poisons on Pets. Health Hazards from Flea and Tick Products“ Natural Resources Defense Council, November 2000, (Gift auf Heimtieren. Gesundheitliche Gefahren durch Floh- und Zeckenprodukte) (Quelle als PDF)
  10. Verband Deutscher Tierheilpraktiker e.V. (Webseite als PDF)
  11. Tierheikpraktiker Esch: Zecken natürlich bekämpfen (Webseite als PDF)
  12. Cistus Tea, or: How to become repulsive to ticks (Webseite als PDF)
  13. How to Prevent Bug Bites  (and hopefully Lyme) (Webseite als PDF)
  14. Mehlhorn, Heinz, Günter Schmahl, and Jürgen Schmidt. „Extract of the seeds of the plant Vitex agnus castus proven to be highly efficacious as a repellent against ticks, fleas, mosquitoes and biting flies.“ Parasitology research 95.5 (2005): 363-365. (Samenextrakt aus Mönchspfeffer ist hochwirksam als Abwehrmittel gegen Zecken, Fliegen, Moskitos und stechende Mücken) (Quelle als PDF)
  15. Gardulf, Ann, Ingrid Wohlfart, and Rolf Gustafson. „A prospective cross-over field trial shows protection of lemon eucalyptus extract against tick bites.“ Journal of medical entomology 41.6 (2004): 1064-1067. (Eine prospektive Cross-over Feldstudie zeigt die Schutzwirkung von Zitroneneukalyptus gegen Zeckenbisse) (Quelle als PDF)
  16. Aldridge, Clifford, R. N. Pearl Bennette Atkin, and Anthony di Fabio. „Lyme Disease: Arthritis by Infection.“ (1994). (Borreliose: Arthritis durch Borreliose-Infektion) (Quelle als PDF)
  17. Natural Flea and Tick Control for Dogs (Webseite als PDF)
  18. Schwantes, Ulrich, Hans Dautel, and Gerd Jung. „Prevention of infectious tick-borne diseases in humans: Comparative studies of the repellency of different dodecanoic acid-formulations against Ixodes ricinus ticks (Acari: Ixodidae).“ Parasit Vectors 1 (2008): 8. (Vorbeugung von Zeckenkrankheiten bei Menschen: Vergleichsstudie zur Abwehrkraft von verschiedenen Laurinsäureformulas gegen Zecken) (Quelle als PDF)
  19. Jaenson, Thomas GT, Samira Garboui, and Katinka Pålsson. „Repellency of oils of lemon eucalyptus, geranium, and lavender and the mosquito repellent MyggA natural to Ixodes ricinus (Acari: Ixodidae) in the laboratory and field.“ Journal of medical entomology 43.4 (2006): 731-736. (Abwehrkraft ätherischer Öle von Zitronen-Eukalyptus, Geranie und Lavendel und das natürliche Moskitoabwehrmittel MyggA gegen Zecken) (Quelle als PDF)
  20. Tabanca, Nurhayat, et al. „Bioactivity-guided investigation of geranium essential oils as natural tick repellents.“ Journal of agricultural and food chemistry 61.17 (2013): 4101-4107. (Untersuchung von ätherischen Ölen aus der Geranie als natürliche Zeckenabwehrmittel) (Quelle als PDF)
  21. Carroll, John F., et al. „Essential oils of Cupressus funebris, Juniperus communis, and J. chinensis (Cupressaceae) as repellents against ticks (Acari: Ixodidae) and mosquitoes (Diptera: Culicidae) and as toxicants against mosquitoes.“ Journal of Vector Ecology 36.2 (2011): 258-268. (Ätherische Öle von Zypresse, Wacholder etc. als Zecken- und Moskito-Abwehrmittel) (Quelle als PDF)
  22. Coskun, Sevki, et al. „Acaricidal efficacy of Origanum onites L. essential oil against Rhipicephalus turanicus (Ixodidae).“ Parasitology research 103.2 (2008): 259-261. (Ätherisches Oreganoöl und seine Wirksamkeit gegen Zecken) (Quelle als PDF)

Quelle: http://www.zentrum-der-gesundheit.de/natuerliche-mittel-gegen-zecken-ia.html

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Gruß an all die, die diese Qäulgeister im Griff haben
TA KI

Kann wirken, was nicht wirken darf?


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Die Meinungen über die Wirksamkeit der Homöopathie gehen weit auseinander. Die einen haben ihre Heilwirkung am eigenen Leibe erlebt, die anderen verteufeln sie, weil sie – da es keine materiellen Heilmittelnachweise gebe – gar nicht wirken kann. Ein Kongress in Berlin – unter anderem mit namhaften Quantenphysikern und Medizinern – stellt jetzt die Ergebnisse der aktuellen Forschung vor.

Krise, welche Krise? Der Homöopathie geht es in Deutschland heute so gut wie nie. Die Hälfte der Bevölkerung hat die Globuli schon einmal probiert, ein Viertel aller Deutschen geht regelmäßig zum Homöopathen. Die Krankenkassen beteiligen sich an den Therapiekosten und die Zahl der homöopathisch ausgebildeten Ärzte steigt kontinuierlich. Das Angebot auf dem Gesundheitsmarkt ist groß und jeder Patient kann selbst entscheiden, wie er behandelt werden möchte. Eine ideale Situation? Ja, so geht die eine Erzählung, die vom großen Homöopathie-Boom im einundzwanzigsten Jahrhundert.

Boom, welcher Boom? Die öffentliche Debatte dominieren noch immer die entschiedenen Homöopathiegegner. Die Globuli sind in deren Weltauffassung reine Zuckerpillen. Die naiven Quacksalber, die sie verschreiben, betrügen ihre Patienten um einen Wirkstoff und bringen sie damit noch in Gefahr. Und die Patienten selbst? Geben sich einer Kultur des Irrationalen hin, statt auf die Segnungen der chemischen Pharmazie zu vertrauen. Die Vertreter dieser Sichtweise erklären, der Fall sei ganz einfach: Homöopathische Hochpotenzen seien zu stark verdünnt, um irgendeine Wirkung zu entfalten. Wenn es den Patienten mit Globuli besser gehe, dann sei das entweder Glück oder das Verdienst des Placeboeffekts. Gerade der Placeboeffekt ist in den letzten Jahren zum Zauberwort der Kritiker avanciert. Jeder Beleg für erfolgreiche homöopathische Arbeit wird pauschal zum Musterbeispiel des Selbstbetrugs umgedeutet.

Homöopathiegegner prägen die Debatte

Den Grundstein für diese Argumentation legte eine homöopathiekritische Studie, die das medizinische Fachblatt The Lancet 2005 veröffentlichte (nach ihrem Hauptautor auch als Shang-Studie bekannt). Diese Arbeit war zwar methodisch schlecht ausgeführt und wird von Fachleuten mittlerweile als unseriös eingestuft. Dank ihres griffigen Titels »Das Ende der wissenschaftlichen Homöopathie« verbreitete sie sich aber schnell und wird noch immer gerne zitiert. So haben die Homöopathiegegner die Debatte nachhaltig geprägt. Das Schlagwort „Placebo“ ist kleben geblieben. Das hat Konsequenzen und macht die Homöopathie angreifbar: Der SPDGesundheitspolitiker Karl Lauterbach etwa fordert, man solle den gesetzlichen Krankenkassen endlich verbieten, Homöopathie zu erstatten. Dafür bekommt er von allen Seiten Applaus, bis hin zur CSU.

Wenn den Herstellern von Homöopathika Formfehler unterlaufen, werden sie in letzter Zeit nicht einfach aufgefordert, das betreffende Mittel zu entsorgen; unter Polizeiaufsicht werden hunderte Liter von Wirkstoffen vernichtet und die zur Aufbewahrung genutzten Glasflaschen zerschlagen, als ginge es darum, ein Drogenlabor auszuheben – nicht um die Beaufsichtigung einer komplementärmedizinischen Apotheke. Und aktuell sollen auf europäischer Ebene die Nosoden verboten werden, Globuli, die unter anderem aus Viren und Bakterien hergestellt werden. Aufgrund der sprichwörtlich gewordenen hohen Verdünnung homöopathischer Wirkstoffe sind die fertigen Nosoden- Mittel vollkommen ungefährlich. Die internationalen Datenbanken zu Arzneimittelrisiken führen keinen einzigen Fall, bei dem Herstellung oder Einnahme von Nosoden je gesundheitsgefährdend waren. Im Gegenteil, bei Impfschäden oder bei der Behandlung autistischer Patienten haben Therapeuten sehr gute Erfahrungen mit Nosoden gesammelt. Es sei dennoch gefährlich, Mittel aus Krankheitserregern herzustellen, erklären die Verantwortlichen.

Polemische oder unlogische Argumentation

Es handelt sich dabei paradoxerweise um jene Kritiker, die erklären, die Globuli seien Placebopillen ohne Wirkstoff. Der Beobachter fragt sich, warum die Homöopathie denn nun verboten werden soll: weil die Mittel überhaupt keinen Wirkstoff enthalten oder weil ihr Inhalt so gefährlich ist?

Viele Argumente der Homöopathiegegner sind polemisch oder paradox. Sie alle sammeln sich aber trotz ihrer Widersprüchlichkeit unter einem gemeinsamen Grundsatz: Die Wirksamkeit der Homöopathie sei wissenschaftlich nicht bewiesen. Das wurde so gebetsmühlenartig wiederholt, dass mittlerweile sogar viele Anwender davon ausgehen, dass die Homöopathie eher Glaubenssache als rational begründbar sei.

Aus der Sicht der Naturwissenschaften ist der Casus Homöopathie viel komplexer. Die Wirkstoffe werden in ihrer Herstellung tatsächlich potenziert, das heißt auch: sehr hoch verdünnt. So hoch, dass vom ursprünglichen Wirkstoff oft genug nicht ein einzelnes Molekül mehr nachweisbar ist. Kann aber ein Medikament ohne molekularen Wirkstoff irgendeine Wirkung haben? Warum wird so eine seltsame Methode, trotz aller Kritik, seit zweihundert Jahren praktiziert?

Neueste Studien zeigen: Homöopathie wirkt

An Universitäten, unter anderem in Deutschland, Österreich und der Schweiz, wurden in den letzten Jahren Patientenstudien und Laborexperimente durchgeführt, um die Homöopathie wissenschaftlich und auf dem Stand der modernen Forschungstechnik zu untersuchen. Es wurden Hochlandfrösche, Weizenkeime, Mäuse und die unterschiedlichsten Patientengruppen untersucht. Die Ergebnisse der vielen verschiedenen Arbeiten lassen sich in zwei Kernaussagen zusammenfassen. Erstens kann man mit Homöopathie schwere und chronische Krankheiten sehr erfolgreich behandeln. Dies belegt zum Beispiel eine Schweizer Studie, für die junge ADHS-Patienten unter strengen Kontrollkriterien rein homöopathisch behandelt wurden. Das beachtliche Ergebnis: Den Patienten konnte ebenso gut geholfen werden wie mit der sonst üblichen Ritalintherapie. Durch aufwändige Doppelprüfung konnte das Wirken eines Placeboeffekts in dieser Untersuchung übrigens ausgeschlossen werden. Ähnliche Studien, die belegen, dass man Patienten erfolgreich homöopathisch behandeln kann, gibt es mittlerweile zu den unterschiedlichsten Indikationen (das reicht von Allergien bis zu muskuloskeletalen Erkrankungen). Die Kosten sind dabei meist geringer ausgefallen als bei einer schulmedizinischen Therapie.

Zweitens zeigten Laboruntersuchungen, dass die Globuli auch auf einfache Organismen einen messbaren biologischen Effekt haben. So war es beispielsweise möglich, die Geschwindigkeit der Metamorphose von Hochlandfröschen zu beeinflussen – mit eben jenen Mitteln, die kein einziges Molekül vom ursprünglichen Wirkstoff mehr enthalten. In einem anderen Versuch wurden an der Uni Bern Wasserlinsen – auch als Entengrütze bekannt – leicht mit Arsen vergiftet. Eine Gruppe dieser Linsen behandelte man anschließend homöopathisch, die Kontrollgruppe mit reinem Wasser. Dann wurde das Wachstum gemessen. Nach Meinung der Kritiker dürfte es keinen Unterschied zwischen den Gruppen geben. Doch die homöopathisch behandelten Pflanzen zeigten eine hochsignifikante Reaktion auf die Behandlung. Ist die wahrscheinlichste Erklärung hierfür tatsächlich, dass sich die einfachen Pflanzen einen Heilungseffekt eingebildet haben?

Hindernis für eine Akzeptanz: das Weltbild der Wissenschaft

Doch noch immer ist es für die Forscher schwierig, solche Forschungsergebnisse zu veröffentlichen. Die Autoren der genannten ADHS-Studie schickten ihre Arbeit an The Lancet. Die Redaktion antwortete, diese Studie sei sehr gut ausgeführt, methodisch tadellos. Sie passe aber nicht ins Weltbild der Leser und werde darum nicht veröffentlicht. Stattdessen brachte man die bereits erwähnte kritische Shang-Studie zum Ende der Homöopathie.

Noch schwerer ist es, solche Studien überhaupt durchzuführen, Gelder werden nur sehr zögerlich und in geringem Umfang genehmigt. Auf Nachfrage beteuern zwar alle politischen Parteien – einzige Ausnahme ist bisher die Piratenpartei – , dass die Erforschung des Themas ein sehr wichtiges Anliegen sei. Konkrete Maßnahmen werden aber seit Jahren nicht ergriffen. Wer durch Forschung das Bild der unwissenschaftlichen Homöopathie ändern will, der muss also ein gutes Maß Idealismus mitbringen.

Das also ist der gegenwärtige Stand: ein großes Interesse am Heilungspotential der Homöopathie einerseits und eine sehr einflussreiche Gegnerschaft andererseits. Vor diesem komplexen Hintergrund treffen sich im Februar 2015 europäische Wissenschaftler verschiedenster Disziplinen in der Urania in Berlin. Im Rahmen der öffentlichen Tagung Science Meets Homeopathy wollen sie ihre Arbeit vorstellen und sich gemeinsam der spannenden Frage widmen, wie diese ungewöhnliche Methode erklärt werden kann, auf die viele Menschen hierzulande schon seit Generationen schwören. Es kommt frischer Wind in den festgefahrenen Streit.

Quelle: https://www.sein.de/kann-wirken-was-nicht-wirken-darf/

Danke an Denise

Gruß an die Natur

TA KI