Krieg gegen die Seelen.


Das Event in Rom

Manche Ereignisse tun viel wichtiger, als sie es sind. Andere Ereignisse wiederum wären sehr wichtig, und werden verschwiegen. Einige Ereignisse jedoch geben etwas ganz anderes vor, als sie in Wahrheit sind.
Christentum_und_MachtWir wissen, daß die alte Macht wegbröckelt, und dazu gehören auch die Kirchen. Egal um welche es sich handelt, entsprechen ihre Regeln und Vorgaben schon längst nicht mehr den ursprünglichen Lehren der alten Meister. Diese erschienen damals als Weltenlehrer, der jeweiligen Kultur zu ihrem Verständnis angepaßt. Ob Buddha, Jesus, Krishna oder Mohammed, sie alle lehrten die Liebe, um der jeweiligen Gesellschaft einen Wachstumsimpuls zu geben. Auch die Lehrer Lao Tse, Konfuzius und Platon gehören in diese Reihe, doch wurde aus ihren Lehren keine Religion gestrickt. Ganz zu schweigen von den vielen weisen Frauen, die meist namenlos blieben.Doch wenn die Macht von einem Menschen Besitz ergreift, und er andere beherrschen will, wird er nicht offen gegen sie kämpfen, sondern die Wahrheit verformen und sich das Vertrauen der Menschen zunutze machen. Und je mehr Menschen ihm glauben, umso größer wird seine Macht.

Das ist im Prinzip ein Energieabsaugen, um sich selbst zu stärken und sich erhöht zu fühlen. Diese Kräfte ernähren sich von unserem Glauben, manche auch von unserer Angst. Viele Menschen halten den Glauben für etwas Selbstverständliches, weil es seit Jahrhunderten so gelehrt wurde. Aber das war nicht immer so, und ich spreche nun von der röm.-katholischen Sichtweise.

Seit langer Zeit versuchen ihre menschlichen Repräsentanten der oberen Liga, die Menschen nach ihrem Willen zu formen. Sie sammeln und horten das ursprüngliche Wissen, geben es aber nicht heraus, sondern halten es geheim. Ihre Vorgehensweise ist unorthodox, die Methoden teilweise recht fragwürdig, die Hierarchie der Macht auch hier eine Pyramide.

Um die vorletzte Jahrtausendwende herum gab es in Europa eine kulturelle Blüte, in der die Werte von Liebe, Wahrheit und Ehre sehr hoch gehalten wurden. Eine hohe Zeit des Mystizismus, und die christlichen Werte wurden im Herzen bewahrt, das heißt es gab eine Gewißheit des Herzens, in Bezug auf die Existenz Gottes. Bis der Zisterzienserabt und Kirchenlehrer Bernhard von Clairveaux (1090-1153) auftauchte. Papst Eugen III. war sein ehemaliger Schüler und ließ sich von ihm für die Kreuzzüge begeistern. Clairveaux sah das ritterliche Ideal der Kreuzzüge, das Sterben für den Herrn, als höchsten Verdienst und verfaßte eine theologische Rechtfertigung für religiös motivierte Waffenhandlungen. Auf diese Weise wurden die Kreuzzüge päpstlich abgesegnet. Nicht nur das ist tragisch für viele Betroffene ausgegangen, sondern auch der Umstand, daß Clairveaux in seinen Schriften den Glauben gegen die Gewißheit gesetzt hatte. Die Gewißheit im Herzen wurde ersetzt durch die Notwendigkeit, glauben zu müssen. Clairveaux wurde 1174 heilig gesprochen und wird heute noch als heiliger Bernhard verehrt. (Mehr zum Thema in meinem Buch Kapitel 9).
Nicaea_Konzil

Diese Geschichte macht deutlich, wie sehr von Menschen Einfluß genommen wurde auf die christliche Religion, die mit der ursprünglichen Botschaft Jesus nicht mehr viel gemein hat. Alle Gemeinschaften, die die wahre Lehre vertraten und weitergaben – Essener, Gnostiker, Katharer – wurden gnadenlos von der Kirche verfolgt. Vor allem, weil der Glaube so hoch gehalten wird, denn wenn ich etwas glauben soll, ist da eben noch längst keine Gewißheit. So wurden wir Stück um Stück von der Wahrheit entfremdet. Dies ist auch der Widerspruch, den wir astrologisch zwischen dem 9. Haus (Glauben) und dem 12. Haus (Wahrheit) finden.Wenn wir nun wissen, daß die katholische Kirche um ihre Macht bangt, wozu all die Fälle von sexuellem Mißbrauch von Kindern nicht unerheblich beigetragen haben, dann ist es plausibel, daß sie den Gläubigen ein positives Schauspiel darbieten möchte, um ihr Image zu verbessern. In diesem Sinne ist die kürzlich erfolgte Heiligsprechung von zwei Päpsten zu sehen, und die schauen wir uns gleich an.

Damit ihr wißt, welchen Hintergrund ich habe: evangelisch erzogen, von Kindheit an (und seit vielen, auch katholischen Leben) sehr mit Jesus und Maria Magdalena verbunden, vor 20 Jahren aus der Kirche ausgetreten, seit meiner Erfahrung, die Gewißheit Gottes im Herzen zu finden.

Ich bin nicht gegen die Kirche, meine aber, daß sie transformationsbedürftig ist. Wir alle müssen die alten Muster abstreifen, und das gilt auch für die Institutionen. Wer sich von den Lesern der einen oder anderen Kirche noch sehr verbunden fühlt, bitte ich, diesen Artikel als Anregung zu verwerten, er ist keinesfalls als Angriff gemeint. Mir geht es nur darum, soviel zur Wahrheit beizutragen, wie ich imstande bin, und die sich sowieso eines Tages ganz enthüllen wird.

HeiligsprechungDer Moment der Heiligsprechung (dank eines Live-Tickers auf Focus) zeigt uns, daß es um das Seelische geht, und zwar um die Seele in ihrer Bedeutung (Krebs-AC, Mond H1 in 10). Dabei geht es prinzipiell um alle Seelen, nicht nur die beiden Päpste, die heilig gesprochen wurden. Auf den ersten Blick wirkt das Horoskop positiv (Jupiter Konj. AC), und es sind die Bedingungen, die sich günstig und verstärkend auf das Event auswirken (Jupiter H6 in 1). Hinzu kommt, daß wir eine genaue Konjunktion von Jupiter mit Sirius hatten – das sind idealerweise außerordentlich gute Bedingungen für so ein Ereignis, weil das nur alle 12 Jahre stattfindet. Sirius hat nur positive Eigenschaften, und dieses Doppelsternsystem hat eine Schlüsselbedeutung für uns, zumal einige Pyramiden genau auf ihn ausgerichtet sind. Die Astrologen des Vatikan haben da gute Arbeit geleistet. Wir sehen jedoch, daß der Mond als Anlage in das große Kreuz eingebunden ist. Es war eine Massenveranstaltung (Jupiter Opp. Pluto), und für viele ein glücklicher Moment (Jupiter Qu. Uranus). Doch was gar nicht dazu paßt, hier aber ausschlaggebend ist, daß die Bedeutung der Seelen aufgehoben wird (Uranus Konj. Mond).Das müssen wir erstmal verarbeiten. Die Seele wird in ihrer Bedeutung aufgehoben. Warum das? Mond-Uranus ist der Seelenvogel, der herausgehoben wird aus dem Subjektiven, also aus dem Empfinden, was ja die Natur der Seele ist. W. Döbereiner sagt, dieses Bild des Seelenvogels ist in Europa die Wildgans, in Asien der Kranich, als Symbol der Seele, die den Körper verläßt, um das Jenseits zu erfahren. Es ist ein Aussteigen aus dem dualen Erleben, gleichzeitig die ‚Heiligung des Subjektiven‘ – das Seelische gleich wie das Mütterliche kann nur über die Entfernung erfahren werden, und wird dann übermäßig verehrt. Auf der persönlichen Ebene wäre es die Überlagerung des Kindes durch die Mutter, hier durch die Mutter Kirche.

Das Kind flüchtet in die Unberührbarkeit, läßt seelisch niemanden heran. Fortan lebt es ein Leben wie Nils Holgersson, immer unterwegs, und hat eine hohe Abwehr von Gefühlen und Eindrücken der Umwelt. Dies ist eine Schutzreaktion, zur Abwehr des Mutterprinzips. Wer eine Mond-Uranus Spannung im Radix hat, weiß was ich meine. Wir entfernen uns damit vom Empfinden, dies ist aber das Wertvollste, was wir haben – denn über das Empfinden definieren wir unsere seelische Eigenart, und wer nicht weiß wer er ist, wird von sich selbst und seinen Wurzeln abgeschnitten. Diese Menschen sind die ‚Ungeborgenen‘. Sie konnten als Baby keine Geborgenheit erfahren, und erlebten die Mutter entweder als abwesend, traumatisiert oder übergriffig. Und dann kommt es zu so einer Schutzreaktion. Dies ist nicht leicht zu verstehen, aber ungeheuer wichtig.

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Übertragen auf dieses Ereignis können wir nun Folgendes vermuten: entweder sind die Initiatoren dieser Veranstaltung auch von Mond-Uranus betroffen, und gehören zu den ‚Unberührbaren‘ – was ja in ihrer Lebensweise nachvollziehbar ist – oder es ist Absicht, alle Seelen ihres Empfindens und damit ihrer Bedeutung zu entheben. Vielleicht sogar beides. Denn eine Heiligsprechung von zwei Päpsten bedeutet doch nichts anderes, als daß alle anderen Seelen nicht heilig sind – und das ist genau der entscheidende Punkt.
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Aber schauen wir weiter. Die Sonne verwirklicht diese Anlage in 11, aber Sicherheit und Freiheit gewinnen wir dadurch keineswegs, denn sie ist im Stier eingeschlossen. Eher ist das eine Suggestion für die Masse der Glaubensgemeinschaft (Sonne Konj. Merkur + Juno). Ebenso wird klar, daß das Empfinden und auch die Wahrheit ‚eingeschlossen‘ sind, also für die Masse nicht offensichtlich (Merkur ist H4 + H12, eingeschlossen im Stier). Das gilt auch für den spirituellen Mißbrauch der natürlichen Ordnung, der Grenzen, der Freiheit (Sedna im Stier eingeschlossen in 11), und damit sind die Gläubigen gemeint (Sedna Opp. Saturn H7).Die Gläubigen sind in der Begegnung zu finden, als Gemeinschaft der Katholiken (Steinbock in 7). Doch sie sind in ihrem Lebensgefühl gefangen, wenn sie sich dieser Vorstellung unterwerfen, und das ist ihnen kaum bewußt, es sei denn sie würden es fühlen (Saturn H7 im Skorpion in 5 eingeschlossen). Diese Beeinflussung der Massen läßt nun in ihrer Gefangenheit ein Bild im Bewußtsein aller entstehen: das Bild der Macht (Pluto in 7 am DC). Hier wird also eine falsche Vorstellung in das öffentliche Bewußtsein versenkt, was dem Katholizismus Macht verleiht. Und dies funktioniert, solange es geglaubt wird.

Diese falsche Vorstellung von Macht unterdrückt natürlich auch die Bedeutung der Seele (Pluto Qu. Mond), das Empfinden wird nochmals überlagert, es ist die gefangene Seele (Mond-Pluto). Was ich zum 11. Haus gesagt habe, die Massensuggestion und der spirituelle Mißbrauch, kommt über den Widder heraus, und ist ein direkter Angriff auf die Seelen und ihr Empfinden (Mars H11 in 4, auch in Opp. Mond). Und das ist nicht ein kleiner Pieks, sondern hier werden Schwerter gezückt, und brutal zugeschlagen (Mars-Uranus-Pluto auf Mond). Ebenso wird das Mütterliche und Behütende, und die Göttin angegriffen (Mars Konj. Ceres + Vesta). Sorry, ich möchte wirklich niemandem zu nahe treten, aber das hier ist Krieg gegen die Seelen.
del parsonWenn wir das gesamte große Kreuz um 0° Widder spiegeln, landen Mond und Uranus auf Chiron, mit dem Rest des Kreuzes daran. Das ist höchster Schmerz und auch Verrat, eine große Wunde der Seelen, wie auch der Wahrheit, die zum Glauben degradiert wurde (Neptun in Halbsumme Chiron-Nessus in 9). Man braucht eigentlich nur die rote Aspektfigur des großen Kreuzes zu betrachten, die auf der Begegnungsachse liegt, um zu wissen: hier findet eine Kreuzigung statt, die Kreuzigung der Seelen. Und ausgerechnet das Kreuz ist das Wahrzeichen der Christen. Es ist eine Symbolik des Todes. Und hat nicht Jesus gesagt, wir sollen alle zu neuem Leben auferstehen? Warum steht dann nicht auf jedem christlichen Altar der lachende Jesus, der die bedingungslose Liebe verkündet?

Was nötig wäre, ist ein Heraustreten aus den Vorstellungen, aus dem als Bild gesetzten Dogma der Macht (Pluto H5 in 7), und die Liebe zu fühlen, die alle Seelen eint (Venus H5 in 10). Befreiung ist dann möglich, wenn wir keine Dogmen mehr akzeptieren (Wassermann in 8), und uns von den Anhaftungen ans ‚Glauben-müssen‘ lossagen (Wassermann in 9). Das Ziel ist die Erkenntnis, unserem Gespür für die Wahrheit zu vertrauen (Neptun H10 in 9), nämlich daß die Wahrheit größer ist, als alle Glaubensrichtungen zusammen.

Vor Gott-Göttin sind alle Menschen gleich. Und niemand wird im Himmel einen roten Teppich ausrollen, weil jemand heilig gesprochen ist. Es spricht ja nichts dagegen, ein Idol zu verehren – aber nicht um den Preis, daß alle anderen dadurch gemindert werden. Es gilt für uns, die Gleichwertigkeit aller Menschen zu sehen. Niemand braucht erhöht, und niemand soll erniedrigt werden. Alle Seelen sind als Kinder Gottes heilig, und ihnen steht dem entsprechend auch Schutz zu. Wenn das begriffen und umgesetzt werden kann, sind wir einen riesigen Schritt weiter.

Ach ja, das Zölibat – es wurde erschaffen, auch als Methode der Unterdrückung, damit die Priester nicht die Wahrheit erkennen. Die Sexualität zwischen Mann und Frau ist das große Geschenk Gottes, in der liebenden Vereinigung Seine Präsenz zu spüren – und Ihre, der Göttin – denn diese Erfahrung ist Gewißheit genug.

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…danke an Conny
Gruß an den einzig wahren Glauben der Menschen
TA KI

Das Geheimnis der Heiligen Lanze


die heilige lanze

von Dennis Krüger

Jerusalem im Jahre 33: Mit einem heftigen Stoß rammt der Legionär dem gekreuzigten die Lanze in die Seite. Genau zwischen die 4. und 5. Rippe bohrt sich das Eisen, Blut und Wasser treten aus dem leblosen Körper und besiegeln den Eintritt des Todes.

Südbayern 955: Hoch zu Roß führt der Regent Otto I. seine Truppen gegen den Feind. In seiner Hand nach oben gestreckt befindet sich der Speer, der den Soldaten die Zuversicht für den Sieg schenkt – und tatsächlich bricht hier auf dem Lechfeld im Angesicht der Lanze der Ungarnsturm zusammen.

Wien 1938: Schweigend hebt der Reichskanzler die Lanze aus dem Glas der gesicherten Vitrine. Im Augenblick seines größten innenpolitischen Triumphes, dem Anschluß Österreichs an das Reich, scheint die Lanze, die er 1912 erstmals in der Hofburg zu Gesicht bekam,  Symbol für die noch folgenden Triumphe, die sich schließlich 1945 in die Katastrophe wandeln: Den Zusammenbruch des Reiches.

Alle drei Episoden sind mehr oder weniger spekulativ, mal quellenkundlich überliefert,  mal lediglich durch die Phantasie eines Autoren angeregt. Vor allem Trevor Ravenscrofts „Die heilige Lanze“ verknüpft die christliche Reliquie phantasiereich mit dem Verlauf der Weltgeschichte, insbesondere mit  Aufstieg und Fall des 3. Reiches. Und doch ist der sogenannte „Speer des Schicksals“, die heilige Lanze des Longinus, benannt nach dem römischen Legionär Gaius Cassius „Longinus“, der ihn dem gekreuzigten Jesus in die Brust stieß, ein wirkmächtiges Symbol für die Macht und die Stärke des Reiches, des christlichen heiligen römischen Reiches. Dieser „sper gotes“, wie die Lanze auf einer kaiserlichen Inventarsliste bezeichnet wird, setzt sich aus verschiedenen Teilen zusammen: Aus der Mitte der etwa einen halben Meter ausmachenden Lanzenspitze wurde eine spitzovale Öffnung herausgestemmt, wobei offenbar das Blatt brach. Die Bruchstelle ist dreifach verkleidet, zuerst mit einem schmalen Eisenband, dann mit einem breiten Silberblech und zuletzt mit einem Goldblech. In die Öffnung ist ein Nagel mit vier Verdickungen eingelegt. Die obersten Bleche tragen Inschriften. Auf der älteren silbernen steht in Latein: „Heinrich von Gottes Gnaden der dritte römische Kaiser, Mehrer des Reiches, ließ dieses Silber herstellen zur Befestigung des Nagel des Herrn und der Lanze des heiligen Mauritius“. Auf der anderen Seite „Nagel des Herrn“. Auf dem Goldblech ist zu lesen: „Lanze und Nagel des Herrn“. 

Wer die vom „Blut des Herrn benetzte“ Lanze besaß, sollte der Legende zufolge nicht nur Macht über sein Schicksal erlangen, sondern geradezu „unbesiegbar“ sein – sogar über die Möglichkeit verfügen, die Geschicke der Weltgeschichte zu beeinflussen.

Dr. Helmut Trnek, Direktor der Wiener Kunst- und Schatzkammer, hält die Lanze für das mächtigste Herrschaftssymbol des Heiligen Römischen Reiches seit dem 9. Jahrhundert. „Ein Herrscher, der den sogenannten Schicksalsspeer besaß,“ so Trnek, „galt als unbesiegbar. Er galt als das sichtbare Zeichen, dass seine Macht von Gott gegeben, dass er der Stellvertreter Christi war. Zigtausende Gläubige pilgerten zwischen 14. und 16. Jahrhundert nach Prag und Nürnberg, um sie zu sehen. Napoleon wollte sie besitzen, Hitler ließ sie zusammen mit anderen Kunstschätzen 1938 von Wien zurück nach Nürnberg bringen.“

Und tatsächlich knüpfen sich an den Speer noch eine Reihe weiterer Episoden, in denen er seinen Trägern Erfolg bescherte, selbst in aussichtlosen Situationen. Wie 1066, während des ersten Kreuzzuges. Eingeschlossen von den Truppen Saladins harrten die Kreuzfahrer in Anticohia auf ein Wunder. Dieses ereignete sich der Überlieferung nach im Fund der heiligen Lanze durch den Mönch. Unter seiner Führung wurden die Sarazenen geschlagen, der Feldzug endete siegreich mit der Eroberung Jerusalems.

Auch das Leben Karls des Großen, der sie von Papst Leo III. erhielt, und das seiner Nachfolger soll die Lanze begünstigt haben. Dabei wird schnell klar, dass es mehr um den Glauben und die Wirkung des Symbols, als um die Authentizität der Lanze ging, von der die wenigsten Gläubigen wohl annehmen durften, dass sie Mitte des 11. Jahrhunderts zeitgleich in einer Kirche in Antiochia, in den Händen Kaiser Alexios I. in Byzanz  und im Besitz Ottos I. in Sachen zugegen gewesen sein konnte.

Denn  mindestens drei verschiedene Lanzen sind überliefert: eine im polnischen Krakau, eine in Armenien und jene in Wien. Eine Erklärung, die auch damals schon geläufig war, geht daher davon aus, dass nicht die Lanze allein, sondern gewisse Reliquien, die innerhalb verschiedener Lanzen angebracht wurden, eine besondere Macht auf den Träger entfalteten. Denn sowohl in die Longinus-Lanze der deutschen Kaiser als auch die heilige Lanze der Kreuzfahrer soll jeweils ein Nagel des Kreuzes Christi eingearbeitet worden sein. Tatsächlich hatte Helena, die Mutter des römischen Kaisers Konstantin, 325 Jerusalem besucht, wo sie mehrere Fragmente des Kreuzes und insgesamt drei Nägel gefunden habe, mit denen Jesus ans Kreuz geschlagen worden sein soll. Diese Reliquien sendete Helena an verschiedene Orte.

Obgleich eine Lanze, die in der ersten hälfte des 13. Jahrhunderts aus Byzanz nach Frankreich gelangte seit der Französischen Revolution als verschollen gilt, sind heute immer noch drei Lanzen bekannt, welche den anspruch erheben, mit dem Blut Christi in Berührung gekommen zu sein: Eine befindet sich heute im polnischen Krakau, eine in Armenien und – die wohl bekannteste – in der Wiener Hofburg. Die Lanze im Krakauer Domschatz ist indes eine Replik der Wiener Lanze, die Otto III. im Jahr 1000 an Herzog Boleslav von Polen übergeben hatte. Die armenische Lanze soll dagegen der Apostel Thaddäus ursprünglich nach Eriwan gebracht haben. Ihre Bedceutung reicht jedoch nicht an die Wiener Lanze heran, die erstmals um das Jahr 800 in Erscheinung trat: „Der Speer ist ein Geschenk von Papst Leo III. an Karl den Großen. Woher der Papst die Lanze hatte, ist nicht überliefert – womöglich ließ er sie sogar eigens zu diesem Zweck anfertigen. Schon im 9. Jahrhundert wurde ihr eine entscheidende Rolle bei der Vertreibung der Ungarn aus dem italienischen Modena zugeschrieben.“ www.pm-magazin.de/a/der-speer-des-schicksals)

Als Lanze der deutschen Herrscher wurde sie schließlich sogar in die Reihe der Reichsinsignien aufgenommen – eingehüllt in das Reichskreuz der deutschen Kaiser.

1429 bestimmte Kaiser Sigismund schließlich die alte Reichsstadt Nürnberg zum „ewigen Aufenthaltsort“ der Lanze – von hier wurde sie vor den Händen Napoleons, der sich ihrer bemächtigen wollte, nach Wien ausgelagert. Bis 1938, genauer bis zum Anschluß Österreichs an das deutsche Reich,  dauerte das Exil in Wien. Hitler ließ die Lanze wieder nach Nürnberg bringen, wohl weniger um ihre Wirkung für die Reichsparteitage nutzbar zu machen, als sie wieder an ihre alte Heimstatt zu bringen.

Obgleich es immer wieder Spekulationen um eine besondere Bedeutung der Lanze für Hitler oder für Himmler gibt, existieren keine Hinweise auf ein gesteigertes Interesse irgendwelcher NSDAP-Oberen an der Lanze: Weder ein Forschungsauftrag Himmlers an sein Wissenschaftsinstitut Ahnenerbe, noch eine Erwähnung in einer Schrift der führenden Theoretiker des Reiches Richard W. Darré , Alfred Rosenberg oder Adolf Hitler selbst.

Nachweisbar ist zumindest die Vorlage der Lanze für Pläne, die Wewelsburg zum Zentrum des Reiches auszubauen. Für das nach Heinrich I. benannte Studierzimmer, eines von zwölf Räumen innerhalb der Wewelsburg, in denen die obersten SS-Führer jeweils mit der Geschichte des Deutschen Reiches vertraut werden sollten, soll es eine Nachbildung der Lanze gegeben haben – Beweise für diese Überlieferung Ravenscrofts gibt es allerdings nicht.

So dürfte die Kernthese des Autoren, dass Hitlers Aufstieg mit der Bemächtigung der Lanze begann und mit ihrem Verlust endete – wenige Stunden nach dem Fund der Lanze durch Gis soll gemäß Ravenscroft Hitlers Selbstmord erfolgt sein – nichts weiter als reine Fiktion sein. Ebenso die These, derzufolge wahlweise die Nationalsozialisten oder US-Militärs  eine Kopie der Lanze anfertigen ließen, die in die Wiener Hofburg verbracht wurde, während das Original irgendwo – vielleicht sogar in der mythischen deutschen Basis „Neuschwabenland“ – verborgen blieb.

Neuere Untersuchungen indes haben ergeben, dass die Lanze nicht aus der Zeit Jesu sondern aus dem frühen Mittelalter stammt – sowohl die Form der typisch karolingischen Flügellanze, als auch Röntgenaufnahmen, auf denen Schlackeeinschlüsse erscheinen, sind  typisch für frühmittelalterliche Schmiedetechnik, wie Mag. Mathias Mehofer vom Interdisziplinären Forschungsinstitut für Archäologie der Universität Wien (VIAS). erläuterte. Gemeinsam mit seinen Kolleginnen Mag. Dr. Birgit Bühler und Verena Leusch untersuchte der Archäometallurge die technologischen Hintergründe der Entstehung und weitere Verarbeitung der Heiligen Lanze. Trotz der aufwendigen Untersuchungen bleiben Restzweifel, da das Metall selbst nicht datiert werden kann, zudem einzelne, möglicherweise ältere Teile, die in die Lanze eingearbeitet worden sein könnten, nicht berücksichtigt wurden.

Seit ihrer Verbringung in die Wiener Hofburg 1946 endet vorerst zumindest die Geschichte der Lanze, die durch ihren Stich in die Brust Jesu fast 2000 Jahre zuvor begonnen hatte und es heute im Horrorthriller „Constantine“ in der Archäologie-Saga „Indiana Jones“ oder in Lara Croft in die Drehbücher der Filmmetropolen geschafft hat – zumindest als  judäo-christliche Version wie sie bei Johannes 19,34 zu finden ist.

Denn der eigentliche Ursprung der Sage vom heiligen Speer reicht viel weiter zurück:

Bereits in der germanischen Überlieferung existieren eine Reihe von Speerträgern: Heimdall, Tiu und schließlich Odin/ Wotan, der den wohl bekanntesten germanischen Speer, Gungnir, trägt.

Auch in der keltischen Überlieferung finden sich zahlreiche Speere: Etwa in der Sage Peredur ab Evrawk, in welcher der Held, gleichsam dem Parzifal, aufgrund des Versäumnisses einer Frage so lange verflucht bleibt, bis ihm durch Tötung übernatürlicher Weiber die Gesundheit, das Reich und den Frieden des Königs wieder herzustellen. In den altirischen Legenden „Musca Ullad“ und „Da Darga“ erscheint die Lanze gemeinsam mit dem Kessel als mächtige, todbringende Waffe.

Die Verbreitung der Speermotive bei zahlreichen, insbesondere indogermanischen Völkern hat eine einfache Erklärung:

Der Speer symbolisierte ursprünglich das phallische Element, das mit seinem Widerpart, dem Gefäß, die Geburt symbolisiert. Das spendende und empfangene Element vereinigen sich zur Spendung des neuen Lebens. In der indoarischen Tradition tritt dem erstmals das Element der Macht hinzu: Der Speerträger ist der Machthaber, der Regent.

Der Speer, gleichbedeutend dem Blitz, später verkörpert auch durch das Königszepter, entspricht der transzendenten Männlichkeit, wie der italienische Philosoph Julius Evola betont. Beides wiederum steht in Verbindung zur Weltachse und damit, so Evola weiter, mit der polaren Tradition.

So ist auch die Herkunft des Mythos von der Lanze als Kraftspender und Königssymbols, wie so viele andere Symbole, nordischer Herkunft:

„Wenn in der Graldichtung meist bloß ein wunderbares Gefäß hervortritt, … wenn  nicht selten auch noch eine Waffe, die Lanze, hinzutritt – dann paßt auch dieses Verhältnis vortrefflich zu der alt-arischen Sage und dem alt-arischen Kult, wo bisweilen Sonne und Mond nebeneinander erscheinen, in der Regel aber doch nur von einem der beiden himmlischen Gefäße erzählt wird; während als drittes die Waffe des Donnergottes – Donnerkeil, Donnerhammer, Pfeil, auch Lanze (im Mahäbhärata) – hinzukommt, in der Regel als das machtvolle Mittel, das gesuchte Kleinod zu erringen, bisweilen aber selbst Gegenstand des Suchens und Ringens“, wie bereits Leopold von Schröder bemerkte.

Literatur:

Eschenbach, Wolfram von: Parsifal.

Lange, Hans-Jürgen:

Trevor Ravenscrofts „Die heilige Lanze

Schröder, Leopold von: Die Sage vom heiligen gral

P.M. Magazin

www.dieuniversitaet-online.at/beitraege/news/die-heilige-lanze-zwischen-wissenschaft-und-legende/543/neste/75.html

(…)

Quelle: http://www.parzifal-ev.de/?id=689

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Die heilige Lanze

Die Geschichte Europas ist geprägt von Rätseln und Legenden. Eines der grössten Geheimnisse birgt die Heilige Lanze: eine Speerspitze, die verwundet und heilt, die Schlachten entscheidet, Kaiser legitimiert und Macht verleiht. Der Legende nach ist es jene Lanze, die der römische Söldner benutzte, um den Tod Jesu am Kreuz festzustellen. Neben Krone und Zepter ist die Heilige Lanze Teil der Insignien des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, des ältesten Kronschatzes Europas. Als Machtsymbol und Reliquie zugleich bringt sie später den Städten Prag und Nürnberg Reichtum und Ruhm. Nach Reformation und 30-jährigem Krieg verschwindet sie im Dunkel der Geschichte. Von Richard Wagners Romantik wiederentdeckt, von Hitler für das Dritte Reich wieder nach Nürnberg geholt, wird sie heute im Kunsthistorischen Museum in der Wiener Hofburg zur Schau gestellt.

Der Film schildert die bewegte Geschichte der Lanze und spürt ihrem Geheimnis nach. In opulent inszenierten Spielszenen, mit aufwändigen Computeranimationen und wissenschaftlichen Untersuchungen führt er durch 2000 Jahre europäischer Geschichte.

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=q_BHf1jYVy0

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Gruß an die wahre Geschichte

TA KI