Hintergrund, Ursprung und Bedeutung von Ostern


– das Fest der Auferstehung –

Ostern - Ostarun - Ostara - Eostra

Ostern – Ostara – Eostra – Morgenröte [Ostarun] im Osten

Tanz der Sonne an Ostern

Der Tanz der Sonne am Ostermorgen ist über ganz Europa hinweg überliefert. Dabei soll es sich um drei Sprünge gehandelt haben, welche die Sonne beim Aufgang an diesem Tage mache. Man hatte für diese Erscheinung die verschiedensten Ausdrücke wie Sonnehoppen und Hupfa der Sonne. Die Einwohner ganzer Dörfer zogen am Vorabend hinaus auf einen Hügel, um dort auf den Sonnen-Aufgang des Oster-Tages und die drei Sprünge zu warten.

Es stände in alten Postillen, schreibt G. Rollenhagen [1542-1609]:

Am ersten Ostertage laufen beide Alten und die Jungen, des Morgens früh für den Sonnen-Aufgang, und des Abends spät für den Sonnen-Untergang, mit grossen Haufen ins Feld hinaus, und sehen zu, wie die Sonne tanzt. Wann sie nun dieselbe so lang angesehen haben, dass ihnen Blau und Braun, Licht und Finsternis für die Augen kommt, so ruft einer hier, der andere dort: Jetzt tat sie den ersten. Da bald den anderen. Und denn den dritten Sprung. Wer nun sagen wollte, er hätte es nicht gesehen, den würde man für blind oder für einen Gottes-Lästerer halten. Wann nun die Sonne gewiss sichtbarer weise am rechten Ostertage tanzte, so hätten die Alten und wir des zankens nicht bedürft: Denn Gott hätte ein sichtbares Zeichen am Himmel gesetzt, damit man den rechten Ostertag erkennen könnte. Und wenn die Sonne ein Fingerbreit sich erhübe, und wieder niedersetzte nach unserem Gesicht, so würde die ganze Welt sich zugleich mit erheben und krachen müssen.

[Quelle: Herder, Die Sonne, ISBN 3-451-17317-4]

Die alten Bräuche aus früherer, keltischer Zeit wurden offenbar noch tausend Jahre nach der Überlagerung dieser wegen dem Verbot der Druiden-Schulen durch römische Kaiser untergegangenen Kultur praktiziert, doch scheint im 16. Jh. das Wissen um die Bedeutung, die Hintergründe und Zusammenhänge nicht mehr vorhanden zu sein, aber noch immer steht das korrekte Osterdatum im Zentrum, [bis 1582 der gregorianische Kalender eingeführt wurde].

Die Überlieferung zur tanzenden Sonne zeigt einen interessanten Hinweis: In Mecklenburg will man diese Sprünge beobachtet haben können, wenn man gleichzeitig durch einen Zaun sah. Damit, mit dem Zaun ist eine Zuordnung zur keltischen Zeit und die einleuchtende Erklärung dieser Oster-Bräuche möglich: In den druidischen Sternwarten [= Zaun- oder Steinkreis] wurde die Bahn sowohl von Sonne und Mond nebst vieler Gestirne beobachtet, vermessen und aufgezeichnet. Auf der dort registrierten Bahn der Sonne wurde nebst anderem auch die TagundNachtgleiche festgehalten. Dabei handelt es sich aber wissenschaftlich um nichts anderes als um die Trudel-Bewegung der Erde, also um den Zusammenhang von Ekliptik, Präzession und Nutation. Der Tanz der Sonne erfasst inhaltlich jenen Sonnen-Aufgang zwischen einem kürzeren und einem längeren Tag; einen Drei-Sprung oder Tanz von Menschen dem Frühlings-Punkt zur Freude oder Vorfreude auf den dadurch nun mit 40 Nächten abzählbar bestimmten Anlass Beltane am 1. Mai.

Der Frühlingspunkt der Tag-und-Nacht-Gleiche am 21. März konnte zum Beispiel in Stonehenge auf den Tag genau bestimmt werden. Mit der Frage, wie diese Nachricht vor 2000 Jahren von den diversen antiken Sternwarten ins gesamte keltische Druidentum vermittelt werden sollte, ist auch der Ursprung der Sonnenwend-Feuer klar: Die Höhenfeuer sind das altbewährte Alarmierungs- und Nachrichten-System für weite Distanzen, mit einem geschlagenen Hornuss oder Scheibe können mühelos Flüsse und Schluchten überbrückt werden. In diesen Zusammenhang gehört auch die Frage nach der Bedeutung der allein stehenden Menhire bei alten Kultstätten, die bisher keinem praktischen Zweck zugeordnet werden konnten und rituell gedeutet werden, was vermutlich falsch ist. Nicht wenige dieser Steine tragen heute Namen, die durch die Christianisierung ins Gegenteil verkehrt wurden wie Teufels-Pfeil, Teufels-Brandeisen oder Teufels-Wurfscheibe; alles mit vorstehender Nachrichten-Übermittlung erklärbar. Häufig wurden aufgerichtete Steine mit Geistern und Spuk in Verbindung gebracht. Mancherorts galten die Steine als verzauberte Wesen, die zu bestimmten Zeiten wieder zum Leben erwachen und dann stets die gleichen Handlungen ausführen: Sie tanzen, rennen, drehen sich – meist drei- oder neunmal – im Kreise oder laufen dreimal um einen Teich. Oft gehen sie zu einem nahe gelegenen Fluss oder See und trinken oder baden dort, bevor sie zurückkehren und wieder zu Stein werden. Übereinstimmend in den überlieferten Erzählungen bewegen sich die Steine durchwegs zu bestimmten Uhrzeiten und-oder Jahreszeiten: um Mitternacht, bei Sonnenaufgang, am Mittag, am Mittsommerabend oder zur Sonnenwende.

Ein Problem hatte die neue Geistlichkeit bei der Verdrängung und Umdeutung des keltischen Druidentums mit dem Fest der Auferstehung, dem Osterfest [nebst Pfingsten, welche sich bis heute nicht volkstümlich etablieren konnte]. Die Kelten glaubten nach Berichten antiker Geschichtsschreiber, Julius Cäsar schreibt aus seiner Weltsicht in De bello gallico, Liber VI, 18 „direkt von Dis Pater [römisch = Unterwelt, Reich des Toten] abstammen“, das heisst direkt von den Toten abzustammen, mit anderen Worten also Wieder-Auferstandene zu sein. Durch die Auferstehung-Geschichte wurde der christliche Gottessohn folglich für die Kelten einfach einer der ihren, wäre da nicht auch noch die Behauptung von der Schwängerung einer Jungfrau durch einen Engel. Die keltische Bevölkerung habe damals die Festlegung des beweglichen christlichen Oster-Festes [das Fest der Auferstehung] auf den Frühlingspunkt hartnäckig abgelehnt. Die Siebenschläfer scheinen dabei eine wichtige Rolle zu spielen, nebst dem Hasen-Tanz im März [siehe unten stehend]. Als das Osterfest als christlich religiöses Auferstehungsfest im Europa nördlich der Alpen eintraf, war vor allem die vom Kirchen-Klerus beanspruchte Zeit schon längst besetzt durch das Beltane-Fest am 1. Mai resp. durch einen an die Jahreszeiten gekoppelten, naturwissenschaftlichen Ritus von Auferstehung und Wiedergeburt.

Das Datum für Ostern ist heute am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach der Tagundnachtgleiche [Äquinoktium] am Frühlingspunkt, also frühestens am 22. März und spätestens am 26. April. Nun hatte der Katholizismus in Westeuropa nach dem Untergang des keltischen Druidentums zusätzlich das Problem, dass damals auch mit dem julianischen Kalender der Frühlingspunkt bzw. die Tagundnachtgleiche nicht korrekt bestimmt werden konnte. Das fixierte Oster-Datum verschob sich unbemerkt jedes Jahr um gut 11 Minuten, also alle 130 Jahre um einen ganzen Tag weiter in Richtung Sommer, [→ der keltische Kalender].

Eine Version einer altartigen Sage aus dem Gebiet Niedersachsens und Westfalens handelt vom Sonnenaufgang im Zwergenreich und enthält den rumpelstilzartigen Vers:

Die Christenheit ist niemals gescheit, sie weiss nicht, wann die Sonne aufgeht.

Vor etwa 300 Jahren entstand in weiten Teilen Europas der Brauch des in den April schicken als 1. April-Scherz, welcher ebenfalls einen Bezug zur falschen Osterzeit haben könnte.

Das Wort Ostern geht vermutlich auf das althochdeutsche ostarun für Morgenröte zurück und nicht auf angebliche germanische Frühlings-Göttinnen. Der keltische Frühlings-Punkt war Imbolg oder Imbolc [Lichtmess] am 1. Februar und nimmt Bezug auf die Wintersonnenwende am 21. Dezember, der längsten Nacht und danach wieder zunehmender Tageszeit. Der Zusammenhang der aufgehenden Sonne im Osten mit der Morgenröte im Wort Ostern scheint hingegen naheliegend und einleuchtend.

Aufgrund der Bilder vom Silberkessel von Gundestrup kann davon ausgegangen werden, in keltischer Kultur wurde die Schwangerschaft resp. Geburt thematisiert mit Imbolg [= im Bauch bez. Rundum-Waschung mit Bezug auf Lugh] und ist über den Klapperstorch bis heute erhalten in den regionalen Bräuchen um das Osterfest mit Klappern, Ratschen und dergleichen mehr.

Ebenso wie anlässlich der kulturellen Überlagerung Teile von Samonios am 1. November zu Weihnachten und Silvester kamen, wurden Inhalte von Beltane am 1. Mai zu Ostern und Pfingsten umgedeutet und verschoben. Ende des 17. Jh., Quellen erwähnen 1682, erscheint im Zusammenhang mit dem Osterei der Osterhase. Die Symbolik in Form vom Drei-Hasen-Ohren-Bild war im Mittelalter weit verbreitet. Das Auftauchen des die Eier bringenden Osterhasen hat vermutlich auch einen Zusammenhang mit der Verfolgung angeblicher Hexen, welche nach 1700 stark abnahm, [lesen Sie dazu bitte Walpurgis].

Ostern Drei-Hasen-Ohren-BildObschon der Hase in den Speise-Gesetzen der Bibel nur bei den unreinen Tiere erwähnt wird, [Wiederkäuer ohne gespreizte Klauen; der Feldhase scheidet die erste Verdauung aus, nimmt diese wieder zu sich und frisst dann den zweiten Kot nicht mehr], die nicht gegessen werden dürfen, taucht er dennoch in bildlichen Darstellungen der mittelalterlichen Kunst als Symbol der Trinität auf als ein Zeichen der göttlichen Dreifaltigkeit [nicht = Dreieinigkeit].

Warum bringt der Hase die Eier?

Die Geschichten rund um Osterhase und Osterei, stellvertretend für die Bedeutung von Ostern sind ein vergnügliches Beispiel dafür, wie sich ein gesunder Verstand von Menschen schliesslich durchsetzt. Dem Oster-Brauchtum fehlt nämlich von jeher die biblische Grundlage, [ebenso wie Weihnachten, dem umgedeutet verlagerten keltischen Allerseelen]. Die meisten Oster-Bräuche haben einen vorchristlichen Hintergrund, kulturell geprägt vor Ort. Das Osterfest der Kirche selber hat seine Wurzeln im jüdischen Passah-(Pessach)-Fest. Das klassische Osterei war ein durch Erhitzen haltbar gemachtes und dann rot gefärbtes Ei. Die Botschaft lautete: Christus ist auferstanden und lebt! Er hat Tod und Grab überwunden. Das rot gefärbte Osterei sollte die Macht vom [neu erfundenen] Gott über den Tod symbolisieren.

Dieses Märchen traf nördlich der Alpen auf die Tradition aus vergangener keltischer Kultur mit festem Wissen um die alljährliche Auferstehung von Flora und Fauna [Tagundnachtgleiche am 21. März wurde mit Beltane am 1. Mai erfasst] und dem Gedanken einer unvergänglichen Seele, was die Wieder-Auferstehung resp. den Wechsel von lebendig zu leblos und umgekehrt als selbstverständlich einleuchtend beinhaltet [Tagundnachtgleiche am 21. September wurde mit Allerseelen am 1. November erfasst].

Der Inhalt vom keltischen Beltane, welcher durch die neue katholische Oster-Lehre umgedeutet werden sollte, war aber die soziale Gemeinschaft durch Taufe, der Maibaum als Lebensbaum und der Tanz in den Wonne-Monat. [→ Bild zu Beltane im Silber-Kessel von Gundestrup]. Diesen Menschen mit Kenntnis vom Seelen-Gedanken, [direkt von den Toten abzustammen], den von einer durch einen Engel geschwängerten Jungfrau geborenen Sohn nach seiner Hinrichtung angeblich wieder auferstehen zu lassen setzt schon ein gehörig Mass von Machbarkeitswahn voraus [oder aber die Nicht-Kenntnis der keltischen Kultur].

So erstaunt denn nicht, wenn nach der Überlieferung in der ehemals keltischen Schweiz das Osterei vom Kuckuck gebracht wurde. Im Umkehrschluss war das Osterei also volkstümlich ein Kuckucksei. Der Kuckuck legt sein Ei in ein fremdes Nest zum Ausbrüten und der Aufzucht vom Nachwuchs. Der schweizerdeutsche Gu-gu für Kuckuck bezeichnet auch Verstecken oder als Gugus etwas Unverständliches. Anderswo die Redensart vom Fuchs, der die Eier [= Hoden] hinten hat. Oder vom Storch, der die Eier [= Kinder] bringt. Ein Hahn wurde 1474 in Basel zum Tod verurteilt und verbrannt weil er wider die Natur ein Ei gelegt haben soll.

Der Bezug zum Hasen kann aus der Geschichte abgeleitet werden: Durch die katholische Vor-Verlagerung vom keltischen Beltane-Fest am 1. Mai, welches auf derselben Frühjahr-Tagundnachtgleiche vom 21. März gründet wie das neu eingeführte Oster-Fest, fallen die alten Bräuche jetzt zusammen mit einem eindrücklichen Natur-Schauspiel im März, dem Hasen-Tanz. Im Frühjahr beobachteten die Menschen, wie Hasen in grossen Gruppen auf den Feldern zu tanzen schienen. Feldhasen mögen trockene, offene Landschaften wie Ackerland oder weite Wiesen und Felder, möglichst mit Hecken durchsetzt. Die sonst als scheue Einzelgänger eher nacht- und dämmerungsaktiven Tiere rotten sich im März am heiterhellen Tag zusammen und veranstalten ihre brachialen Balz-Tänze zum Paarungs-Ritual. Die Rammler stehen auf den Hinterbeinen, schlagen mit den Vorderpfoten rasend schnell aufeinander ein und vermitteln den Eindruck eines Tanzes.

Ostern erscheint dadurch volkstümlich als Hasen-Tanz-Fest [um das Kuckuck-Ei], eine Umwandlung durch lebendiges Brauchtum, welche von der klerikalen Kirche weder geplant noch vorhersehbar war. Im Gegenteil. Der Tanz war ein Element im keltischen Beltaine-Fest [Walpurgisnacht] und die Austreibung vom Tanz aus der Kultpraxis durch Verteufelung wurde generell zu einem zentralen Ansatz der neuen Moral- und Sitten-Lehre. Der Kirchen-Lehrer Augustinus von Hippo (353-430) schreibt: Der Tanz ist ein Kreis, dessen Mittelpunkt der Teufel ist. Johannes von Antiochia [Chrysostomos] meinte im 5. Jh. zwar vorwiegend die fahrenden Spielleute mit wo Tanz ist, da ist der Teufel, doch findet die Formel eine allgemeine Verwendung bis in die Neuzeit. Die angeblich unanständigen Bewegungen des Tanzes und des Reigens wurden verdammt.

Die Menschen jedoch liessen sich ihren Spass an der Freude nicht nehmen und so akzeptierte die Kirche im Mittelalter das notwendige Übel. Um 1100 entstanden erneut sogenannte Bauerntänze, die einen sozial ausgerichteten Tanz darstellten. Im 13./14. Jh. entwickelte sich zusätzlich der höfische Tanz, der zu dieser Zeit nur den Adligen vorbehalten war. Noch bis ins 17. Jahrhundert erschienen Schmäh-Schriften von Klerikern, die Tanzen als Teil der Teufels-Anbetung ansahen. Neben Sex-Reiz und Zauberei war Tanz ein Indiz, nach dem eine Hexe erkannt wurde.

Dem Oster-Feldhasen-Tanz wurde mit einem weiteren Verbot begegnet: Im Jahre 751 liess Papst Zacharias den Verzehr von Hasen-Fleisch verbieten wegen Gefährdung der Sitten und der Moral. Noch in der Bibel-Übersetzung von 1534 erwähnt Luther die Caninichen als unreine Tiere. Feldhasen allerdings sind Nestflüchter und keine Säugetiere wie die Kaninchen. Nichtsdestotrotz gehört der Hasen-Braten, schweizerdeutsch Chüngel [Chüng = König], bis zum heutigen Tag bei manchen auf den festlichen Ostertisch.

Wie an anderen ursprünglich keltischen Anlässen wurden auch zu Ostern, genauer am Gründonnerstag, Zins- und Pacht-Zahlungen für Grund und Boden fällig, die nach altem Brauch unter anderem auch in Eiern erstattet wurden. In der Bedeutung des zu Ostern abzuliefernden Zins-Eies lässt sich das Wort Osterei im Deutschen seit dem 15. Jahrhundert nachweisen. Zugleich waren Zinstage stets auch Heischetage, also Zahltage und Unterstützungstage für Gesinde und Arme, die das Recht darum zu bitten, zum Teil aber sogar Anspruch auf die betreffenden Leistungen hatten. Auch diese Leistungen erfolgten in Naturalien, unter anderem in Form von Eiern und Gebäck. Als die Naturalabgaben durch Geldzahlungen abgelöst wurden, erhielten sich die Bräuche als Geschenk-Bräuche vor allem für Kinder, die besondere Eier-Geschenke von ihren Taufpaten erhielten.

Zusammenfassend ist Ostern inhaltlich gesehen keltischen oder noch früheren Ursprungs und meint nördlich der Alpen den Frühlingspunkt am 21. März als Erwachen [Auferstehung] der Natur, genauer der Flora und Fauna welcher in vergangener keltischer Kultur mit Beltane am 1. Mai erfasst wurde als Gegenpol von Samonios am 1. November. Mit einem christlich geprägten Rückblick war Ostern also ein angeblich heidnisches Fest, aber im Ursprung nicht bei Germanen im Norden nachweisbar, sondern keltisch.

Warum feiern wir Ostern?

Wie das Fest dann im Einzelnen begangen wird ist zweitrangig, wichtiger ist, den Wechsel zur Sommer-Halbzeit mit Ostern [oder 1. Mai] als Anlass zu nutzen für ein freundschaftliches und feierliches Treffen der Verwandten oder Bekannten mit gemeinsam Essen und Umtrunk; frei nach dem Motto: Alles wird gut, packen wir’s an!.
Der Brauch mit farbigen Ostereier stammt übrigens aus der katholischen Fastenzeit, als die Eier zwecks Aufbewahrung gekocht und gekennzeichnet werden mussten, da der Verzehr verboten war. Das Eiersuchen selbst hat keinen besonders tiefen Sinn, sondern ist eine der täglichen Pflichten bei damals noch artgerechter Hühnerhaltung. Es sei denn, es habe sich um verbotene Eier während der Fastenzeit gehandelt.

Ostern

 

Ostern, die Auferstehung von Flora und Fauna

Die Fauna kennt tatsächlich wieder erwachende Siebenschläfer

In Rotthof bei Passau an der Donau ist eine Kirche als einzige in ganz Mitteleuropa den sieben Schläfern geweiht worden. Nach der Legende sollen sieben Jünglinge ihrer Verfolgung als Christen entgangen sein, indem sie in einer Höhle bei Ephesus an der Westküste Kleinasiens fast 200 Jahre schliefen. Unter Kaiser Theodosius II. [408-450] sollen sie als lebendige Zeugen für die Auferstehung des Fleisches aufgetreten sein.

Diese schon fast vergessene Überlieferung aus dem Brauchtum von Bayern ist gleich in mehrfacher Hinsicht sensationell und ermöglicht vielleicht einen tiefen Einblick in das untergegangene keltische Druidentum der Europäer. Der naturwissenschaftliche Siebenschläfer ist ein nachtaktives Nagetier im europäischen Laubwald und hat seinen Namen durch den extrem langen, ununterbrochenen Winterschlaf von jeweils sieben Monaten. Unter dem Namen Glis glis ist er der bekannteste Vertreter der Familie der Bilche oder Schläfer [Gliridae] aus der Ordnung der Nagetiere [Rodentia].

Im Juni wurde Eisenkraut gesammelt am Siebenschläfertag. Eine alte Bauernregel besagt: Am Siebenschläfertag [27. Juni] soll Eisenkraut gegen Schlafsucht und Kopfschmerzen ins Haus geholt werden. Das Eisenkraut, Verbena officinalis, ist eine der vielseitigsten Heilpflanzen und wurde im Altertum so hochgehalten, dass es die Griechen und Römer mit den Namen ihrer Wissenschaften auszeichneten, wie Träne der Juno, Venuskraut, Blut Merkurs, Heiligkraut. Auch die keltischen Druiden werden die Pflanze verwendet haben. Die beste Sammelzeit ist Ende Juni, bevor noch alle Blüten aufgegangen sind. Interessanterweise ist das Eisenkraut aus vielen Handbüchern der Heilkräuter vollständig verschwunden, ohne Hinweise darauf, warum das so ist. Es gibt in der Kräuter-Heilkunde noch andere Pflanzen, von denen bekannt ist, dass sie schon von den alten Kelten verwendet wurden. Die Kuh- oder Küchenschellen aus der Gattung Anemonae hatten nebst anderen auch den Namen Siebenschläfer. Verwendet wurde das Kraut der Pflanze in der Blütezeit Ende März bis April; das ist die Zeit, in der die Siebenschläfer genannten Bilche nach sieben Monaten Winterschlaf wieder aufwachen. Die Pflanze ist fast geruchlos und von scharfem, bitteren Geschmack; von mittlerer Giftigkeit, stark fäulniswidrig und keimtötend. War Heilmittel gegen Schwachsichtigkeit und beginnende Erblindung, gegen den grauen und schwarzen Star. Ebenso gegen Melancholie, Schlaflosigkeit am Abend und dafür Schlafsüchtigkeit am Morgen. In der kleinen, unscheinbaren Wiesenkuhschelle, Pulsatilla vulgaris, sind enorme Heilkräfte verborgen, welche bei einer speziellen Konstitution sämtliche Körperfunktionen beeinflussen und ausgesprochen umstimmend wirken.

Von den Kelten ist der allgemeine Mythos überliefert, ihre Druiden hätten geheimnisvolle Zaubertränke zubereitet. Im Zusammenhang mit den Siebenschläfern schimmert möglicherweise ein solcher Kult durch: Eisenkraut und Anemone wirken unter anderem gegen Schlafsucht, Melancholie, etc. und können daher auch die Frühjahrs-Müdigkeit bekämpfen. Vielleicht vollzogen die Menschen im kalten Norden sogar eine Art von Winter-Ruhe und wurden gezielt wieder aus ihrer Lethargie geweckt. Aber das sind selbstredend lediglich Spekulationen.

Die Auferstehung der Siebenschläfer [Bilche] findet in der Osterzeit statt

Am 21. März ist der Frühlingspunkt der Sonne. Tag und Nacht sind genau gleich lang. Die Tage sind nun bis zum 21. September länger als die Nächte; obwohl sie ab dem längsten Tag am 21. Juni täglich wieder etwas kürzer werden. Der kürzeste Tag ist aber bereits am 21. Dezember gewesen und die Tage werden schon seit drei Monaten kontinuierlich länger, was im keltischen Druidentum angeblich mit Imbolg, Imbolc [Lichtmess] am 1. Februar entsprechend gewürdig wurde.

Die keltische Kultur richtete sich nach einem naturwissenschaftlich korrekten und auf exakten astronomischen Kenntnissen beruhenden Fest-Kalender und war zur Bestimmung der Frühjahr-Tagundnachtgleiche nicht vom Auftauchen der Siebenschläfer abhängig. Vermutlich wurde damals bereits ein Kult sowohl von Wiedergeburt als auch Auferstehung der Natur praktiziert, der weit in die Bronze- und Steinzeit zurückgehen muss. Die regelmässige Übereinstimmung von Frühling und Auferstehung der Siebenschläfer wird von den die Natur beobachtenden Menschen schon sehr früh wahrgenommen worden sein. Ebenso die Rückkehr anderer Tiere wie Bären, Zugvögel, Hirsch ohne Geweih usw.

Quelle: http://www.keltoi.ch/ostern.html

Gruß an die wahre Geschichte

TA KI

 

Imbolc


MistelBluete

Der 1. Februar resp. Imbolc oder Imbolg für Lichtmess war in keltischer Kultur angeblich ein wichtiger Anlass mit Bezug auf die 40 Tage früher erfolgte Sonnenwende am 21. Dezember, → Festkalender, [die Verschiebung um 40 Tage kann durch die Vorbereitung der Aktivitäten resp. der Gärung von Getränken erklärt werden].

Februar

Im alten römischen Kalender war der Februarius = Februar ursprünglich der letzte Monat des Jahres. Der Festanlass Februata wurde im römischen Reich besonders verbunden mit den Lupercalien aus der römischen Mythologie mit griechischen Aspekten. Die römische Juno Februa lehrte das weibliche Geschlechtsleben und die Geburt. Lateinisch februare = sühnen, reinigen.

Imbolc – Imbolg am 1. Februar

Das keltische Imbolc sei eine archaische, verschwundene Schreibweise und könne bzw. müsse auf *imb-fholc zurückgeführt werden was vermutlich Rundum-Waschung bedeutete. Das Bild zur Imbolc im Silber-Kessel von Gundestrup zeigt die Frau mit zwei Mistel-Blüten im Zentrum zwischen zwei Vorgängen oder Wirkungen zusammen mit etwas Drittem.

Imbolc

Die Blüte der Eichen-Mistel [Loranthus europaeus] ist sechs-blättrig

Imbolc

Ursprung, Hintergrund, Herkunft, Geschichte und Bedeutung der Lichtmess

Ab Februar [keltisch Anagantios im Kalender von Coligny] blüht im Winter lange vor ihren Wirtsbäumen die weibliche Mistel welche neun Monate später bis November mit der Vollreife der Beeren endet. Mit Wachstum und Entwicklung der Mistel lassen sich im Fruchtbereich lunare Rhythmen beobachten, deren Periodizität mit bestimmten Mond-Stellungen im Tierkreis korrespondiert. Nebst einer Signatur des Sonnen-Lichtes, genauer des nun gewiss kommenden Frühlings, können mit dem Mythos einer alles ausgleichenden Mistel auch die beiden unterschiedlichen Hauptachsen, je zwei Gleichen und Wenden, durch Imbolg und Samonios miteinander verbunden werden. Das aus keltischer Zeit überlieferte Ritual um das Schneiden der Mistel erhält dadurch seinen tieferen Sinn im Zusammenhang mit dem weissen Stier und der Jungfrau.

Auf den Zyklus des Menschen übertragen würde die keltische Mythologie verständlich: Zeugung [Beltane 1. Mai Wonne-Monat], Vaterschaft [nach drei Monden Lugnasad 1. August die Nicht-Lüge], Voll-Reife [nach sechs Monden 1. November Samonios die Seele] bis zur Geburt [nach neun Monden 1. Februar Imbolc die Reinigung]. Keltisch sind innerhalb der 2 x 2 = 4 Feste jeweils 3 x 3 = 9 Monde [… Trinität].

Damit scheint klar: Imbolc ist vermutlich der Mistel-Kult selber bzw. die weibliche Mistel. Im Februar blüht die rein weibliche Mistel und muss von einer rein männlichen Mistel befruchtet werden, [die Frucht der weiblichen Mistel blüht im Februar und ist neun Monde später, wie beim Menschen, in Voll-Reife]. Der keltische Hintergrund ist ein durchgehend natur-wissenschaftlicher [vergleichen Sie bitte dazu auch die keltische Mistel, die Logik im Keltenkreuz und die keltische Mythologie].

Drei Monde nach dem gedanklichen Frühjahr-Putz, der Rundum-Waschung [= Imbolc] folgt mit Beltane der Tanz in den Wonne-Monat Mai. Die mit Imbolg vermutlich thematisierte Befruchtung, Schwangerschaft und Geburt hat sich auch in einer Mär erhalten vom Klapperstorch welcher die Kinder bringe. Falls damals in keltischer Kultur die Fortpflanzung kulturell begleitet wurde ergeben die vielfältigen Hinweise einen unmittelbar einleuchtenden Zusammenhang: Zwischen einem Fruchtbarkeits-Kult, erfasst mit Beltane am 1. Mai [Wonne-Monat] und der Rundum-Waschung [Imbolg] am 1. Februar entsprechen die neun Monate exakt der Schwangerschaft. Ob dazu etwas im wissenschaftlichen Anspruch nachweisbar sei oder nicht spielt dabei zum Verständnis keine Rolle.

Winter-Sonnenwende – Neu-Beginn – Fasnacht

In einem übertragenen Sinn beginnt der keltische Frühling natur-wissenschaftlich korrekt mit der Sonnenwende im Dezember. Im Februar sind die Tage bereits eine Stunde länger hell wie im Dezember die kürzesten, Tendenz zunehmend.

Im Europa nördlich der Alpen kann mit den Tagundnachtgleichen [Äquinoktium] eine Sommerzeit von einer Winterzeit unterschieden werden. Wie das Beispiel der natürlichen Sonnenuhr von Elm zeigen mag, wurde eine solche Hauptachse vermutlich schon früh erkannt und mit Beltane und Samonios kultiviert. Hingegen nehmen Imbolc am 1. Februar und Lughnasad am 1. August Bezug Sonnenwenden [Solstitium]. Dies bedeutet eine eigenständige Erweiterung innerhalb der Halb-Zeit-Achse Samonios-Beltane. Die Tage oder Nächte werden kürzer oder länger. Der 1. Februar stellt demnach eine Signatur dar, das sicher hinweisende Zeichen auf eine kommende Sommerzeit. Daraus ergibt sich kein angeblicher Kreis der Jahreszeiten, welcher ohnehin nur für die sesshaften Ackerbauern den Kreislauf Saat-Ernte ergibt. Die beiden Tag-und-Nacht-Gleichen und die beiden Sonnenwenden haben eine grundsätzlich je für sich andere, verschiedene Bedeutung.

Maria Reinigung – Mariä Lichtmess

Das Imbolc-Fest zum keltischen Frühlingsbeginn am 1. Februar, [Neu-Beginn und Geburt einschliessend], war offensichtlich so stark verankert im keltischen und nach-keltischen Europa, dass selbst die Umdeutung durch die katholische Lehre nicht an der keltischen Rundum-Waschung [= Imbolc] vorbeikam: Imbolc wurde überlagert durch Maria Reinigung resp. Mariä Lichtmess [später verklärt zu Darstellung des Herrn im Tempel]. Im Jahr 692 wurde dem Konzil Quinisextum [Trullanum] zu Konstantinopel erfolglos die Abschaffung von Mariä Lichtmess beantragt, da die Jungfrau Maria durch die Geburt keine Befleckung erlitten hätte und deshalb auch nicht gereinigt werden müsse.

Lichtmess
Maria Lichtmess
Giovanni Bellini, 1460-1464, Galleria Querini Stampalia in Venedig

Brighid, Brigid

In der katholischen Umdeutung wurde Imbolc [Imbolg] als Mariä Lichtmess mit einem Frauenname und Gedenktag verbunden, der heiligen Brigida [Brigitta] von Kildare. Die Symbolik vom Licht ist nicht keltisch, sondern ein zentrales Element der christlichen Vorstellungen [Aufgehen soll euch die Sonne der Gerechtigkeit]. Das keltische briga bedeutet Berg und wird von Strabon erwähnt in der griech. Form Brigantion [röm. Brigantia] für den Ort Bregenz am Bodensee im Dreiländereck Bayern-Vorarlberg-St.Gallen. Die Brigantier sind diejenigen, die im beginnenden Bergland hausten. Der Ortsname Brig im Wallis leite sich vom keltischen briva für Brücke ab.

Das Kreuz der heiligen Brigit, das offizielle Brigids-Kreuz stellt kein christliches Kreuz dar, sondern deutlich die Verbindung von vier Polen oder von zwei Achsen als Mitte [bezogen auf den Gegenpol Lugh am 1. August wären das vier Hände verbunden über Kreuz im Schwur]. Dieser Zusammenhang wurde damals vom Klerus ausserhalb keltischer Kultur offenbar übersehen oder geduldet.[→ Keltenkreuz].

Imbolc

Unabhängig der zeitlichen und regionalen Verschiebungen der Sitten und Bräuche vergangener Jahrhunderte sind Lichtmess, Imbolc, Fasnacht und Ostern ein Bestandteil der Zeit innerer Unruhe, von Tatendrang und Aufbruch. Viele regionale Bräuche der Fasnacht zeigen deutliche Bezüge zum ehemaligen Frühlingsbeginn der Kelten, die Blütezeit der weissbeerigen weiblichen Mistel. Als Tag der Liebe wird heute der Valentinstag am 14. Februar bezeichnet.

Lichtmess war bis ins 20. Jahrhundert auch ein offizieller Feiertag: mit diesem Tag begann das Bauernjahr, ab hier konnte den Umständen entsprechend die Feld-Arbeit wieder aufgenommen werden nach der Winterpause. Am 1. Februar endete das Dienstboten- und Knechtsjahr. Die Arbeitnehmenden bekamen den Rest ihres Jahreslohnes ausbezahlt und konnten, oder mussten, sich eine neue Dienststelle suchen, [wie auch am Martini im November] oder das Arbeits-Verhältnis beim alten Arbeitgeber, üblicherweise per Handschlag, um ein weiteres Jahr verlängern. Am Tag danach, [Schlenkel-Tag, Truhen-Tag], begann der kurze Zeitraum bis zum 5. Februar, innert dem der Umzug zum neuen Arbeitgeber zu vollziehen war und welcher für die Knechte und Mägde eine Art Urlaub darstellte.

Rund um Lichtmess am 1. Februar und Fasnacht haben sich allerlei Feuerbräuche erhalten. In manchen Regionen wird am Funkensonntag um einen Pfahl kunstvoll ein Holzturm aufgeschichtet auf dem zuoberst eine Strohpuppe mit verbrannt wird. Oft spielt sich dann auch der Brauch des Scheibenschlagens ab, bei dem brennende oder glühende Holzscheiben in die Luft geschleudert werden. In der Innerschweiz wird der Brauch Chlefelen [Klepperle] gepflegt [Klapperstorch]. Mancherorts darf ab Dreikönig auch öffentlich gekleppert werden.

Lichtmess-Crêpe und Fasnachts-Chüechli

Crêpes à la Chandeleur
in Frankreich
Crêpes à la Chandeleur
Fasnachts-Chüechli
in der Schweiz
Fasnachts-Chüechli

Eine Crêpe, auch Krepp geschrieben, ist eine bretonische Form des Eierkuchens, fest in der Esskultur der Bretagne und anderer französischer Regionen verankert. Lichtmess in Frankreich ist auch la chandeleur, fête des crêpes = das Eierkuchenfest.

Der Fasnacht zu Ehren werden in der Schweiz die Fasnachts-Chüechli [Küchlein, Küechli, Kiechli] gebacken.

Information: Was ist Fasnacht?
[Fastnacht, Fasching, Karneval, Fünfte Jahreszeit]


L'Hom Strom Der L’Hom Strom [rätoromanisch für Strohmann] ist ein Frühlings-Brauch im Unterengadiner Hauptort Scuol am Abend des ersten Samstags im Februar. Die Jünglinge des Dorfes sammeln in den Bauernhäusern Stroh ein, um es auf dem Scuoler Dorfplatz zu einem übergrossen Hom Strom aufzutürmen und festzubinden. Früher errichteten vier Quartiere ihre eigenen Homs Stroms und bewachten diese, um zu verhindern, dass der eigene Hom Strom frühzeitig von Jugendlichen der anderen Viertel angezündet wird. Nachmittags wird der Hom Strom nach Gurlaina [unbewohnter Ortsteil, bekannt durch die Gurlainabrücke] gebracht. Abends erst nach der Eindunkelung wird er in Brand gesteckt. Der Tod in den Flammen wird von gemeinschaftlich gesungenen Liedern der Bevölkerung begleitet.

Strohmänner in Evolène Die Strohmänner [Empaillés] in Evolène, Kanton Wallis, jeweils am Sonntag vor dem Mardi Gras zu sehen. Sie tragen Kleider aus Jute, die mit bis zu 30 kg. Stroh gefüllt sind und ihre Gesichter sind hinter einer geschnitzten Maske verborgen. [Mardi-Gras ist der Dienstag vor dem Aschermittwoch als Ende der Fasnacht].

Tschäggätä Bereits ab Lichtmess kann man im Lötschental gelegentlich den Tschäggätä begegnen, wilden, in Fell gehüllten und mit mächtigen Holzmasken versehenen Gestalten. Zur Fasnacht gehören auch die braven Masken, die Maschgini.

Chalandamarz Der Chalandamarz ist ein Frühlingsbrauch, der dank dem Buch Schellen-Ursli von Alois Carigiet fast in der ganzen Welt bekannt wurde. Am 1. März begrüsst die bunt kostümierte Schuljugend die bessere Jahreszeit. Dazu gehören Peitschenknallen, Kuhglockengeläute, Dorfbrunnenumrundung und vieles mehr. Begangen wird er im romanischsprachigen Teil des Schweizer Kantons Graubünden, im Ober- und Unterengadin, im Val Müstair, im Bergell [Calendimarzo], im Puschlav [Pupocc da marz] sowie im Oberhalbstein; am ursprünglichsten im Oberengadin erhalten. Hier findet in den einzelnen Dörfern am Morgen und zum Teil auch noch am Nachmittag ein Umzug statt, wo sechs Knaben einen bekränzten Schlitten ziehen. Vor einzelnen Häusern wird angehalten und gesungen. Und Geschenke werden eingesammelt.

Grand Rabadou Carnaval des Bolzes In Freiburg wird am Carnaval des Bolzes der Grand Rabadou verbrannt. Der als Holzdieb verschriene und überhaupt für alles Unglück verantwortliche Rabadou findet wie immer keine Gnade.

Einsiedler Tüüfel Fasnacht in Einsiedeln, Kanton Schwyz. Die Spukgestalten mit ihren Holzmasken, der roten Zunge, den grossen Hörnern und der Lederschürze gehören zu den traditionellen Figuren an der Einsiedler Fasnacht. Ein Brauch der Einsiedler Fasnacht ist das Brotauswerfen. Zu diesem Zweck werden drei Bühnen auf drei verschiedenen Plätzen im Dorf erstellt. Vor dem Auswerfen bahnt sich die Masekengruppe durch die Menschenmenge einen Weg zur Bühne. Sobald alle ihre Position bezogen habe, beginnt das Auswerfen. Natürlich versuchen die Gäste jeweils, ein Mütschli [Brotlaib mit einem Gewicht von 250 Gramm] direkt zu fangen. Ziel war das Almosengeben in Zeiten von grosser Armut.

Basler Fasnacht Laternen Die Basler Fasnacht ist die grösste Fasnacht der Schweiz. Schlag vier Uhr gehen die Lichter aus. «Morgenstraich, vorwärts, marsch!» und im Schein der grossen Transparent- und unzähliger Stecken- und Kopflaternen ziehen Cliquen und Gruppen aus allen Gassen trommelnd und pfeifend los zum Marsch auf den Marktplatz.

Fasnacht Luzern Im Zentrum der Luzerner Fasnacht sei ursprünglich mitten im fröhlichen Harst eine überlebensgrosse Strohpuppe mitgeführt worden. Später wurde daraus der Bruder Fritschi, vermutlich der Heilige Fridolin, welcher nun aber nicht mehr verbrannt wird. Nach einer Legende gründete Fridolin das Kloster Säckingen auf einer Insel im Rhein vor Basel, durch die Reuss direkt mit Luzern verbunden. Fritschi kommt der Tradition gemäss auf dem Wasserweg an die Luzerner Fasnacht.

Fasnacht Bern In der Stadt Bern wird der am 11. November im Käfigturm eingesperrte Mutz [Bär, der keltische Artos] aus dem Winterschlaf geweckt und befreit. Die Fasnacht wurde in Bern nach der Einführung der Reformation 1528 offiziell verboten, lebte aber trotz zahlreich erlassenen weiteren Verboten im Stillen immer weiter. Heute gilt die Berner Fasnacht als die drittgrösste Narrenveranstaltung in der Schweiz.

Zürcher Sechseläuten

In der Stadt Zürich findet im April die Verbrennung des Böögg statt nach dem Sechseläuten genannten Umzug der Zünfte. Im Zürcher Sechseläuten verbinden sich brauchtümliche Elemente der Fasnacht und der Frühlingsfeste [Ende des Winters, Märzen- und Osterfeuer, Feier der Tag- und Nachtgleiche, Maibräuche] mit den Umzügen der Zünfte.

Quelle: http://www.keltoi.ch/lichtmess.html

Gruß an alle Küssenden

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