„Geht die Deutsche Bank unter, reißt sie Merkel mit“


Staatshilfe für die Deutsche Bank? Die Kanzlerin soll nein gesagt haben, die Bank hält die Debatte für unangebracht. Doch der Aktienkurs leidet, Milliardenstrafen drohen. Das sagt die internationale und deutsche Presse.

3-format2010

Düsseldorf

Der Kurssturz der Deutschen-Bank-Aktie am Montag hat die Märkte weltweit aufgeschreckt. Die Aktie rutschte auf ein neues Allzeit-Tief, Banktitel in aller Welt gerieten im Schlepptau unter Druck. Am Dienstag setzt sich der Kursrückgang fort. Der Grund: Eine Kapitalerhöhung bei der Deutschen Bank wird von vielen Marktteilnehmern als notwendig angesehen, was bisherige Aktionäre belasten würde. Eine weitaus höhere Strafe als erwartet steht in den USA im Raum. Gleichzeitig soll Kanzlerin Angela Merkel Staatshilfen ausgeschlossen haben, berichtete der „Focus“. Die Deutsche Bank hat damit weltweit für Schlagzeilen gesorgt.

Ausgenüchterte Deutsche

„Genießen Sie das Oktoberfest? (…) Lassen Sie uns hoffen, dass die Deutschen irgendwann ausnüchtern und merken, was bei der Deutschen Bank los ist. (…) Frau Merkel kann schlecht streng sein bei italienischen, portugiesischen und spanischen Banken – und der gesamten Nation Griechenland – und dann die Deutsche retten. Also warum reagieren die Märkte so panische auf etwas, das sowieso nicht passieren würde? Eine Antwort: Es benötigt im Moment nicht viel, um die Deutsche umzuhauen, da das Vertrauen in den Umbauplan des britischen Chefs John Cryan gering ist.“ The Times, Großbritannien

Die Ablehnung staatlicher Rettungen

Es gibt angeschlagene europäische Banken. Und es gibt die Deutsche Bank. (…) Die Deutsche Bank ist Deutschlands größtes Finanzunternehmen und ein entscheidender Kreditgeber für die Exportmaschine des Landes. Aber ihr Status als Institution, dass sie zu groß zum Scheitern ist, steht im Konflikt mit der Ablehnung staatlicher Rettungen durch die deutsche Öffentlichkeit – sei es für Länder (wie Griechenland) oder Banken. New York Times, USA

Die Deutsche Bank gefährdet – und der Euro auch?

„Sollte die deutsche Regierung nicht hinter der Bank stehen, werden unausweichlich auch alle ihre Gegenparteien – andere Banken und Instituten, mit denen sie Geschäfte macht – unsicher werden, ob sie mit ihr handeln sollen. (…) Sollte die Deutsche Bank untergehen, sieht es immer wahrscheinlicher danach aus, dass sie Merkel mit sich reißen wird – und mit einiger Wahrscheinlichkeit auch den Euro.“Daily Telegraph, Großbritannien

Die fünf Phasen des Sterbens der Zentralbanker


Die fünf Phasen des Sterbens der Zentralbanker

Von Charles Hugh Smith

Charles H SmithDie Zentralbanker verweigern sich jetzt der Erkenntnis und sind wütend über die berühmten “Fünf Phasen des Sterbens“ von Elisabeth Kübler-Ross: nicht wahrhaben wollen, Zorn, Verhandeln, Depression und Akzeptanz.

Die Zentralbanker wollen nicht wahrhaben, dass all ihre Billionen von Dollars, Euros, Yen und Yuan vollständig und gänzlich versagt haben, ihr gewünschtes Ergebnis zu erzielen: “organische“ (sprich von den Staaten und Zentralbanken nicht manipulierte) Ausweitung von Produktivität, Investitionen und Haushaltseinkommen.

Sie bestehen nicht länger darauf, dass ihr kostenloses Geld für Finanziers letztlich bei den Massen ankommen wird. Sie sind zornig darüber, dass die Massen ihnen das nicht abkaufen. Die Zentralbanker machen jetzt die breite Masse dafür verantwortlich, dass sie einen perversen psychologischen Status des Unglaubens an der Omnipotenz der Zentralbanken und ihrer Politik aufrechterhalten.

Sie sind wütend über das Verhalten zögernder Privathaushalte und zeigen mit dem Finger auf sie als Ursache der globalen Schwäche. Wenn die Menschen nur glauben würden, dass alles großartig ist, dann würden sie Geld leihen und Tonnen von Geld ausgeben – und dann würde das Schiff mit Volldampf aus dem Hafen auslaufen.

Sieben Jahre haben die Zentralbanker damit verbracht “Signale“ zu konstruieren, die einen psychologischen Zustand der Euphorie erschaffen sollten, was zu mehr Kreditaufnahme und Ausgaben geführt hätte. Der Aktienmarkt steht auf Allzeithochs, begreifen diese dämlichen Massen das nicht? Das ist das “Signal“, dass alles gut ist und sie sollten losgehen und mehr Geld aufnehmen, um die Banken noch reicher zu machen!

Der Zorn der Zentralbanker richtet sich nicht gegen die Quelle der fehlgeschlagenen Politik – sie selbst -, sondern gegen die breite Masse, deren Bullshit-Detektoren anzeigen, dass alle Signale manipuliert und folglich wertlos sind. Die Skepsis der breiten Masse ähnelt der des Spielers beim “Bauernschreck“ [A.d.Ü.: “Hütchenspiel“ mit 3 Karten]: der betrügerische Kartengeber (die Zentralbanken) hat den Spieler ein paar Runden gewinnen lassen, um zu “beweisen“, dass das Spiel ehrlich abläuft. Aber der Spieler ist trotzdem weiterhin skeptisch.

Dies macht die Zentralbanker wütend, weil sie darauf gesetzt haben, dass die Spieler auf das manipulierte Spiel hereinfallen. Dies sollte nicht geschehen, deshalb toben sie, denn die keynesianische Trickkiste hätte an sich funktionieren sollen. Die vorgesetzte Wahrnehmung (steigende Märkte bedeuten, dass die Wirtschaft gesund ist und brummt) hätte über die Realität (die Wirtschaft ist krank und abhängig von den gefährlichen Drogen Schulden und Spekulation) triumphieren sollen.

Als nächstes kommt: Verhandeln. Die Zentralbanker knien vor dem falschen Gott des keynesianischen Cargo-Kults und sagen, dass sie “Helikoptergeld“ (also mehr finanziellen Stimulus) anbieten, solange die Finanzgötter nur das “Wachstum“ wiederherstellen. Ihre Hoffnung ist, dass die Götter für sie, die “guten Zentralbanker“, die unausweichliche Zerstörung ihre Schulden-Imperien noch etwas hinauszögern.

Das Scheitern ihrer Politik dringt endlich ins Bewusstsein und die Zentralbanker geben der deprimierenden Realität nach. Sie erscheinen trist, stocken vor den Mikrophonen und haben sich von der “was immer notwendig ist“-Euphorie verabschiedet. Sie erkennen, dass eine weitere Runde kostenlosen Geldes für Banken und manipulierte Märkte die Probleme nur schlimmer machen und was von ihrer bröckelnden Glaubwürdigkeit noch übrig ist aufzehren wird.

Nur wenn die Zentralbanker das vollständige und gänzliche Scheitern ihrer Politik akzeptieren und wenn sie akzeptieren, dass ihre Politik das Ungleichgewicht in der Vermögensverteilung gesteigert und die Weltwirtschaft mit Schulden, Spekulation und Manipulation verkrüppelt hat, können wir endlich voranschreiten.

Bis dann sind wir in der Welt gefangen, welche die Zentralbanker erschaffen haben: eine Welt wachsender Vermögens- und Einkommensungleichgewichte, permanenter Manipulation der Märkte zum Zwecke der Leitung der Wahrnehmung und spekulativen Schuldenblasen, die mit einer Grausamkeit platzen werden, wie sie nur von wenigen erwartet oder verstanden wird.

***

>>> zum englischsprachigen Original-Beitrag

Übersetzung aus dem Englischen vom Nachtwächter

Quelle: http://n8waechter.info/2016/05/die-fuenf-phasen-des-sterbens-der-zentralbanker/

Gruß an die Denkenden

TA KI