7 gute Gründe, weshalb du Gelatine im Haus haben solltest.


Gelatine ist ein Gemisch aus tierischen Eiweißen, dessen Hauptbestandteil denaturiertes Kollagen ist. Dieses wird aus den Sehnen, Bändern und Knochen von Tieren (meist Schweine und Kühe) hergestellt. Gelatine ist geschmacklos und bietet jede Menge Vorteile, die du niemals erwartet hättest.

1. Für gesunde Darmschleimhaut

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Gelatine kann dem sogenannten Leaky-Gut-Sondrom vorbeugen. Darunter verstehen Mediziner eine erhöhte Durchlässigkeit der Darmschleimhaut. Die Schleimhaut des Darms soll vor Krankheitserregern schützen. Eine schlechte Ernährung kann jedoch dazu führen, dass diese kleine Löcher bekommt bzw. undicht wird. Dadurch können Viren oder Bakterien eindringen und sich vermehren. Das kann zu Krankheiten führen. Gelatine kann diese kleinen Löcher stopfen und die Darmschleimhaut stärken. Eine mit Gelatine angereicherte Ernährung ist in diesem Falle also genau das Richtige.

2. Für schönere Haut

 

Gelatine ist reich an den Aminosäuren Glycin und Prolin, die an der Herstellung von Kollagen beteiligt sind. Kollagen ist essentiell für eine feste und jugendlich aussehende Haut. Daher kann das Essen von Gelatine dazu beitragen, Falten zu verhindern und jünger auszusehen. Alternativ kannst du dein Gesicht auch ein paar Sekunden in eine Schüssel mit Wackelpudding tauchen. Wische es danach mit einem Handtuch ab.

3. Für die Herzgesundheit

 

Wer große Mengen an tierischen Produkten verzehrt, schadet seinem Herzen. Der Grund dafür ist, dass Tierprodukte Homocystein enthalten. Eine erhöhte Konzentration davon im Blut kann zu Schlaganfällen und Herzinfarkten führen. Doch du musst nicht gleich zum Veganer werden, um deinem Herzen etwas Gutes zu tun. Es reicht, wenn du deinen Konsum an Fleisch, Milch- und Milchprodukten etwas reduzierst und zusätzlich Gelatine zu dir nimmst. Gelatine bietet genug Aminosäuren und reduziert das Homocystein im Blut, da es Glycin enthält. Dieses wird benötigt um das Methionin, aus dem das Homocystein entsteht, auszugleichen.

4. Für bessere Verdauung

Gelatine hilft dabei, die Beschaffenheit der Magensäure zu verbessern. Die Verdauung und die Nährstoffabsorption wird dadurch erleichtert. So wirst du Blähungen, Sodbrennen und Verdauungsstörungen wieder los. Ein Grund mehr, häufiger Gelatine zu dir zu nehmen.

5. Für schnelleres Einschlafen

 

Wusstest du, dass du besser schläfst, wenn deine Körpertemperatur niedrig ist? Genau das bewirkt das Glycin in der Gelatine. Iss daher eine Schale Wackelpudding vor dem Schlafengehen und schlafe schneller ein.

6. Für die Entspannung

Das in Gelatine enthaltene Glycin ist ein natürlicher Wirkstoff gegen Angstzustände. Das liegt daran, dass Glycin ein Neurotransmitter ist, der die Stimulation des zentralen Nervensystems hemmt. Wenn unter Panik- und Angstzuständen leidest, kann also eine Schale Wackelpudding Wunder wirken. 

7. Für gesunde Gelenke

Kollagen befindet sich auch in den Gelenkknorpeln. Daher eignet sich Gelatine auch aufgrund des hohen Prolin- und Glycingehalts auch dazu, die Gelenke zu stärken. Eine Studie, die von der Ball State University durchgeführt wurde, hat gezeigt, dass Athleten, die Gelatine als Nahrungsergänzung zu sich nahmen, deutlich weniger Gelenkschmerzen haben. Gelatine hilft auch bei steifen und schmerzhaften Gelenken. Ein Grund mehr also, öfter Gelatine zu sich zu nehmen. 

Wie du siehst, lohnt es sich also, Gelatine nicht außen vor zu lassen in der Ernährung. Und wer liebt es nicht, Wackelpudding zu essen? Alternativ kannst du Gelatine aber auch zu anderen Gerichten hinzugeben.

Quelle: http://www.gutfuerdich.co/glas-gelatine/

Gruß an die Gesunden

TA KI

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L-Carnitin: Als Nahrungsergänzung sinnvoll oder nicht


L-Carnitin ist ein Stoff, den der Körper zur Energiegewinnung benötigt. Fehlt L-Carnitin, können Fette nicht verbrannt werden – und Übergewicht droht. Der Organismus kann L-Carnitin selbst herstellen. Manchmal aber heisst es, die Selbstproduktion reiche nicht aus und L-Carnitin müsse über die Nahrung aufgenommen werden. Da L-Carnitin fast nur in Fleisch enthalten ist, seien Veganer von einem L-Carnitin-Mangel bedroht und auf eine Nahrungsergänzung angewiesen. Wir klären, ob L-Carnitin als Nahrungsergänzung sinnvoll ist oder nicht.

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L-Carnitin – Der Energiebooster im Körper

L-Carnitin ist ein Stoff, der unter Mitwirkung vieler Vitalstoffe vom Körper aus den beiden Aminosäuren Lysin und Methionin selbst hergestellt wird.

L-Carnitin ist insbesondere für die Energiegewinnung aus Fettsäuren zuständig. Es sorgt dafür, dass die langkettigen Fettsäuren in die Mitochondrien (die Kraftwerke der Zellen) geschleust werden können, wo sie sodann zu Energie verbrannt werden.

L-Carnitin – Eine Abnehmpille?

Fehlt nun L-Carnitin im Körper, dann können die Fette nicht mehr zu Energie verbrannt werden. Sie verbleiben im Körper und werden in die Fettzellen transportiert, wo sie zu Fettleibigkeit beitragen. Zu einem der typischen Symptome eines L-Carnitin-Mangels gehören infolgedessen Verfettung und Übergewicht.

Aus diesem Grunde wird L-Carnitin auch immer wieder als Mittel zur Steigerung der Fettverbrennung – kurz als Abnehmpille – vermarktet. In der Realität aber zeigt L-Carnitin bei den Abspeckwilligen nur selten zufriedenstellende Resultate. Eine zusätzliche L-Carnitin-Zufuhr scheint also nicht zu einer Steigerung der Fettverbrennung zu führen. Im Gegenteil, bei Krebspatienten verhindert die Gabe von L-Carnitin eine Gewichtsabnahme (Auszehrung).

L-Carnitin-Mangel – Die Risikogruppen

Nicht nur der Fettstoffwechsel, auch der Glucosestoffwechsel wird von L-Carnitin günstig beeinflusst. L-Carnitin verbessert die Insulinsensitivität der Zellen und wirkt daher der für Diabetes Typ 2 so typischen Insulinresistenz entgegen.

Kein Wunder gehören Typ-2-Diabetiker zur Risikogruppe für L-Carnitin-Mangel. Allerdings weiss man hier nicht wirklich, ob der L-Carnitin-Mangel bei Typ-2-Diabetes eine Mitursache oder die Folge des Diabetes ist.

Ebenfalls zur Risikogruppe für L-Carnitin-Mangel gehören Dialysepatienten, also Menschen, die aufgrund einer Niereninsuffizienz regelmässig zur Dialyse müssen, um ihr Blut zu reinigen.

Da L-Carnitin wasserlöslich ist, wird es bei der Dialyse aus dem Körper entfernt. Folglich müssen Dialysepatienten regelmässig L-Carnitin einnehmen. Andernfalls würden sie einen massiven L-Carnitin-Mangel erleiden.

Auch durch schwere Lebererkrankungen oder chronische Darmkrankheiten können L-Carnitin-Mängel entstehen. In all diesen Fällen aber liegen nicht nur ein L-Carnitin-Mangel vor, sondern noch viele andere Nähr- und Vitalstoffmängel mehr.

Sogar manche Antibiotika können einen L-Carnitin-Mangel hervorrufen, indem sie seine Resorption erschweren bzw. eine verstärkte Ausscheidung des L-Carnitins fördern.

L-Carnitin-Mangel – sekundär oder primär

Neben all den genannten sekundären Formen eines L-Carnitin-Mangels gibt es auch noch den primären L-Carnitin-Mängel. Dabei handelt es sich um eine erblich bedingte Störung, die sich erstmals mit etwa fünf Jahren zeigt.

Da die mit Hilfe von L-Carnitin gewonnene Energie besonders das Herz und die Skelettmuskulatur versorgt, sind es auch genau diese beiden Organsysteme, die bei einem primären L-Carnitin-Mangel am meisten leiden. Es zeigen sich Kardiomyopathien (Krankheiten des Herzmuskels), Skelettmuskelschwäche und auch Hypoglykämien (chronische Unterzuckerung).

L-Carnitin-Mangel – Sind Veganer gefährdet?

Oft werden Veganer in einem Atemzug mit Diabetikern und Dialysepatienten als prädestiniert für L-Carnitin-Mangel genannt. Ja, auf manchen Webseiten werden Veganer gleich an der Spitze der Risikogruppen für einen L-Carnitin-Mangel genannt – und zwar noch vor den Diabetikern, Dialysepatienten, Schwangeren, Krebspatienten und jenen, die künstlich ernährt werden.

Denn der Körper könne zwar L-Carnitin selbst herstellen, heisst es da oft, doch decke diese Eigensynthese den Bedarf in keinster Weise. Daher müsse man den Grossteil des benötigten L-Carnitins mit der Nahrung zu sich nehmen. Das aber gelinge mit einer veganen Ernährung nicht.

Während Fleisch nämlich sehr viel L-Carnitin enthält – Rindfleisch deutlich mehr als Schwein, Geflügel, Fisch und Milchprodukte – sind Gemüse, Getreide und Nüsse eher arm an L-Carnitin. Folglich glauben nicht wenige, Veganer müssten an massivem L-Carnitin-Mangel leiden.

Dass dies nicht der Fall ist, zeigen Millionen Veganer weltweit, von denen die allerwenigsten L-Carnitin supplementieren und deren Gesundheitszustand zumeist deutlich besser ist als jener der meisten Allesesser.

L-Carnitin – Der Bedarf

Der errechnete Carnitin-Bedarf eines 70 kg schweren Erwachsenen ohne Eigensynthese soll bei 0,23 mg/kg Körpergewicht pro Tag liegen. Mit der Nahrung werden durchschnittlich 32 mg pro Tag aufgenommen. Vegetarier nehmen nur etwa 2 mg pro Tag auf. Allerdings kommt es natürlich sehr darauf an, was man isst (siehe Tabelle ganz unten: „Vegane Lebensmittel mit L-Carnitin“). Die Eigensynthese beläuft sich angeblich auf noch einmal etwa 16 mg pro Tag, wobei man davon ausgehen kann, dass die Eigensynthese sehr individuell ist und daher auch sehr viel höher sein kann.

An verschiedenen Stellen wird nun behauptet, der Bedarf liege bei mindestens 200 mg L-Carnitin und könne auf 1.200 mg pro Tag steigen – je nach körperlicher und psychischer Belastung.

Auf genau diesen Seiten wird einerseits erklärt, Veganer seien von L-Carnitin-Mangel bedroht, andererseits wird darauf hingewiesen, dass man auch als Fleischesser so gut wie nie auf 1.000 mg kommen kann, weshalb im Grunde jeder L-Carnitin als Nahrungsergänzung einnehmen müsse.

Hier kommen dann natürlich Zweifel auf und es klingt eher so, als wolle man L-Carnitin in jedem Fall als Nahrungsergänzung an den Mann bringen, obwohl es nicht wirklich erforderlich ist und derart hohe L-Carnitin-Dosen langfristig unter Umständen auch gesundheitliche Nachteile haben können.

L-Carnitin könnte auch schädlich sein

L-Carnitin gilt erstens nicht als essentieller Nährstoff, eben weil man von einer ausreichenden Eigensynthese ausgehen kann. Zweitens gibt es durchaus auch negative Studien zu L-Carnitin, die von einer Einnahme des Stoffes konkret abraten, z. B. jene aus dem Jahr 2013, die im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde. Darin erklärten Forscher der Cleveland Clinic, warum rotes Fleisch die Sterblichkeit erhöhen könnte und warum im Umkehrschluss eine pflanzenbasierte Ernährung vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen kann.

(…)

 

Die Cleveland-Wissenschaftler schrieben: „Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass das Risiko für Arteriosklerose (Killer Nummer 1) bei vegan und vegetarisch lebenden Menschen niedriger ist als bei Allesessern und dass der Grund hierfür nicht allein in der geringeren Cholesterin- und Fettaufnahme liegen kann.“

Die Forscher stellten fest, dass 24 Stunden nach dem Verzehr von L-Carnitin – ob nun über ein Steak oder eine Nahrungsergänzung – bestimmte Darmbakterien das L-Carnitin in eine giftige Substanz umwandeln, die sich Trimethylamin nennt.

Trimethylamin wird dann in der Leber zu toxischem TMAO (Trimethylamin-N-Oxid) verarbeitet. TMAO fliesst nun im Blut durch den Körper und fördert die Bildung von Ablagerungen an den Blutgefässwänden, die nun wiederum zu Herzinfarkt, Schlaganfall und einem verfrühten Tod führen können.

Warum Veganer problemlos ein Steak essen könnten (wenn sie wollten)

Manche Tierarten produzieren in ihren Geweben mehr L-Carnitin als andere. Besonders viel L-Carnitin produzieren Rinder und Schafe. Daher rät man allgemein dazu, den Konsum von rotem Fleisch zu reduzieren. Denn je mehr L-Carnitin in der Nahrung ist, umso mehr toxisches TMAO entsteht.

Doch sollten genauso andere Quellen mit hohen L-Carnitin-Gehalten wie L-Carnitin-Nahrungsergänzungen und L-Carnitin-haltige Energydrinks gemieden werden.

Dabei wird jedoch vergessen, dass im Darm auch aus Cholin TMAO entstehen kann. Cholin ist beispielsweise Bestandteil des Lecithins.

Also müsste man auch die Cholinquellen meiden. Dazu gehören Eier, Geflügel, Fisch, Milchprodukte und alle lecithinhaltigen Nahrungsergänzungen. Somit kann das Problem nicht allein im Fleisch verborgen liegen.

Und wie sieht es bei Veganern aus? Wird das Cholin aus Hülsenfrüchten, Getreide und pflanzlichen Ölen und werden die geringen L-Carnitin-Mengen aus pflanzlichen Lebensmitteln ebenfalls zu giftigem TMAO verwandelt? Nein. Ein Veganer könnte sogar ein 250-Gramm-Steak essen, ohne dass sich TMAO bilden würde.

Man überredete für einen entsprechenden Test einen langjährigen Veganer dazu, genau das zu tun. Es dauerte lange, bis er sich – im Namen der Wissenschaft – dazu bereit erklärte, das Steak zu essen. In seinem Darm entstand daraufhin nicht die Spur von TMAO.

Wer lange Zeit vegan lebt, besitzt also eine ganz andere Darmflora als Menschen, die regelmässig tierische Produkte konsumieren. Ein langjähriger Veganer, der sich gesund und ballaststoffreich ernährt, verfügt nicht mehr über jene Darmbakterien, die aus L-Carnitin und Cholin das giftige TMAO herstellen.

Wie aber gelangt nun ein Veganer an ausreichend L-Carnitin, um seinen Bedarf zu decken?

L-Carnitin-Versorgung bei Veganern

L-Carnitin ist – wie oben bereits erklärt – in die Energieproduktion des Körpers involviert und wird direkt in der Zelle von bestimmten Enzymen benötigt. Es handelt sich um drei Enzyme, die sich Carnitin-Acyltransferasen nennen. Sie benötigen das L-Carnitin, um gemeinsam mit diesem die langkettigen Fettsäuren in die Mitochondrien zu schleusen, damit aus dem Fett Energie entstehen kann.

Nun könnte man davon ausgehen, dass bei Veganern, die also mit der Nahrung nur sehr wenig L-Carnitin aufnehmen, das genannte L-Carnitin-abhängige Enzymsystem sehr träge ist. Das aber ist nicht der Fall. Andernfalls wären die meisten Veganer auch recht füllig und übergewichtig. Bekanntlich trifft eher das Gegenteil zu. Veganer gehören in den allermeisten Fällen zum schlanken Teil der Bevölkerung.

In einer Studie von 2008 stellten Forscher sodann auch fest (Karlic et al., Annals of Nutrition and Metabolism), dass die Carnitin-Acyltransferasen bei Veganern um 60 Prozent leistungsfähiger sind als bei Normalessern. Die entsprechenden Gene waren hier hochreguliert, also besonders aktiv – ein Zeichen dafür, dass sich der Körper den Umständen anpasst und sehr gut mit kleinen L-Carnitin-Mengen aus der Nahrung auskommt bzw. die Eigenproduktion entsprechend erhöht.

Zusätzlich verläuft die L-Carnitin-Resorption bei Veganern besser als bei Normalessern. Das L-Carnitin aus der Nahrung wird also umfassender aufgenommen und genutzt.

L-Carnitin in der Schwangerschaft

Doch seien nicht nur Veganer von einem L-Carnitin-Mangel bedroht, sondern auch Schwangere – ob vegan oder nicht – liest man oft. In der Schwangerschaft sinke der L-Carnitin-Spiegel aufgrund des erhöhten Energiebedarfs.

Zusätzlich sinkt auch oft der Eisenspiegel in der Schwangerschaft (und zwar auch bei fleischessenden Schwangeren), was die Eigenproduktion von L-Carnitin erschwert, da Eisen zur Herstellung des L-Carnitins benötigt wird.

Nun weiss man aber, dass sinkende Eisenspiegel auch einen Vorteil haben und möglicherweise naturgewollt bei der Schwangerschaft so niedrig sind, da die Schwangere und folglich auch ihr Kind somit besser vor Infektionen geschützt sind.

Denkbar ist, dass auch sinkende L-Carnitin-Spiegel während der Schwangerschaft also durchaus Sinn machen und vorteilhaft sein könnten. Vor allem, wenn man bedenkt, dass L-Carnitin von den wenigsten Schwangeren supplementiert wird – und dennoch die meisten Kinder gesund geboren werden.

Natürlich sollten die Eisenspiegel optimiert werden, wenn die Schwangere einen zu niedrigen Speichereisenspiegel (Ferritin) aufweist und sich entsprechend schlapp und müde fühlt. Die übliche Eisensupplementierung aber, die schon dann stattfindet (und meist zu Unwohlsein führt), wenn die Schwangere gar keine Symptome zeigt, könnte man durchaus als überflüssig, wenn nicht gar als bedenklich bezeichnen.

L-Carnitin bei Kindern

Eine ähnliche Panikmache wie im Hinblick auf die Schwangerschaft wird in Sachen L-Carnitin auch bei Kindern betrieben. Ihre Eigensynthese sei erst ab ca. 15 Jahren vollständig entwickelt, so heisst es. Dies könnte aber auch bedeuten, dass Kinder weniger L-Carnitin benötigen, als angenommen wird.

Aus dem Jahr 2004 liegt eine Studie aus der Kinderklinik in Philadelphia (The Children’s Hospital of Philadelphia) vor, aus der jedenfalls geschlussfolgert wird, dass sich eine vegane Ernährung nicht auf den Carnitinlevel des Körpers auswirke.

Säuglinge jedoch sind in jedem Fall auf eine L-Carnitin-Zufuhr von aussen angewiesen. Daher ist auch die Muttermilch äusserst carnitinreich, allerdings nur in den ersten Wochen. Schon nach etwa einem Monat fällt der L-Carnitin-Gehalt der Muttermilch stark ab – ganz gleich, ob die Mutter vegan lebt oder nicht.

Niemand weiss, ob dieser Abfall – ähnlich wie beim Eisenspiegel – vielleicht Vorteile für das Kind bereithält und mit Absicht so eingerichtet ist. Denn bekanntlich liefert Muttermilch zu jedem Zeitpunkt der Stillzeit von jedem Nährstoff genau jene Mengen, die das Kind gerade benötigt.

Ja, man stellte in einer Studie sogar fest, dass sich Kinder, die mit einer carnitinfreien Babynahrung ernährt wurden, ganz normal entwickelten und keine Symptome eines L-Carnitin-Mangels zeigten.

Nichtsdestotrotz ist eine carnitinfreie Babynahrung natürlich nicht zu empfehlen. Denn Muttermilch sollte immer – auch dann, wenn nicht gestillt werden kann – ein Vorbild für die Zusammensetzung von Ersatznahrungen sein. Und wenn Muttermilch L-Carnitin enthält, dann sollten Säuglinge entsprechend ernährt werden und L-Carnitin erhalten.

Bei Kindern soll sich ein L-Carnitin-Mangel in Entwicklungsstörungen zeigen. Doch sind bei gesund ernährten veganen Kindern bislang keine Entwicklungsstörungen bekannt geworden, die auf einen L-Carnitin-Mangel zurückgeführt werden könnten.

Die Betonung liegt hier auf „gesund ernährten“. Denn wenn ein Kind nicht gesund ernährt wird – ob vegan oder normalessend – könnten ihm jene Stoffe fehlen, die es für die L-Carnitin-Eigensynthese benötigt, was dann natürlich sehr wohl zu einem L-Carnitin-Mangel führen würde. Hier wäre der L-Carnitin-Mangel aber nicht die Folge einer bestimmten Ernährungsform, sondern ganz einfach die einer allgemeinen Mangelernährung.

Einzelfallberichte sorgen für schlechten Ruf der veganen Ernährung

Leider kursieren immer wieder Einzelfallberichte von veganen mangelernährten Kindern, wie jener aus dem Jahr 1992, als im Inselspital der Universität Bern ein 7,5-Monate-altes Kind mit Entwicklungsstörungen, Kropf, Muskelhypotonie und stark verminderter Knochendichte eintraf. Die Laborwerte zeigten einen extrem hohen TSH-Wert, niedrige Thyroxinwerte (freies T4) – also eine Schilddrüsenunterfunktion – einen Calciummangel, einen allgemeinen Kalorienmangel und einen L-Carnitin-Mangel.

Das Kind war bis zum Alter von 2,5 Monaten gestillt worden. Anschliessend – 5 Monate lang – hatte es verdünnte Mandelmilch erhalten. Die Mutter sei strenge Veganerin, hiess es in der Zusammenfassung des Fallberichtes, der Vater sei Lacto-Vegetarier.

Die Ernährung dieses Kindes ist als massive Mangelernährung zu bezeichnen und hat mit einer gesunden veganen Ernährung nichts zu tun. Mandelmilch kann von Kindern in kleinen Mengen zusätzlich zu einer gesunden Beikost verzehrt werden (also ab etwa dem 8. Monat), ist jedoch alles andere als ein adäquater Muttermilchersatz.

Säuglinge sind ferner NIE Veganer, da sie auf Muttermilch angewiesen sind, die bekanntlich nicht vegan ist, sondern von einem Lebewesen stammt.

Verständlich also, wenn beschriebenes Kind an Entwicklungsstörungen litt. Diese waren jedoch nicht auf den gleichzeitig vorliegenden L-Carnitin-Mangel zurückzuführen, sondern darauf, dass Kind insgesamt viel zu wenig Nahrung erhalten hatte. Es hungerte regelrecht und litt somit an einem Mangel aller Nähr- und Vitalstoffe. Besonders ausgeprägt zeigte sich der Jodmangel, der schon allein zu den beschriebenen Symptomen führen kann.

Derartige Ausnahmeerscheinungen – die meist von den Medien dankbar aufgegriffen werden – könnten mit ein Grund dafür sein, dass man noch heute glaubt, vegane Kinder seien automatisch mangelernährt. Das aber ist nicht der Fall.

Wichtig ist bei einer gesunden Ernährung, dass alle benötigten Nähr- und Vitalstoffe enthalten sind. Dann kann der Organismus auch ausreichend L-Carnitin selbst herstellen:

Stoffe, die der Körper zur Herstellung von L-Carnitin benötigt

Zur Herstellung des L-Carnitins benötigt der Organismus nicht nur Lysin und Methionin, sondern auch Vitamin C, Vitamin B3 (Niacin), Vitamin B6 (Pyridoxin), Vitamin B12, Folsäure und Eisen.

Also ist in der veganen Ernährung – wie in jeder anderen Ernährung auch – auf die zuverlässige Versorgung mit all diesen Nähr- und Vitalstoffen zu achten. Kommt es bei einem dieser Stoffe zu langfristigen Engpässen, kann es natürlich auch zu einem L-Carnitin-Mangel kommen.

  • Vitamin C jedoch ist genau wie die Folsäure in der veganen Ernährung kein Problem. Im Gegenteil, beide Vitamine sind eher in der herkömmlichen Ernährung mangelhaft vertreten, nicht aber in der veganen Ernährung.
  • Vitamin B3 steckt in relevanten Mengen in Naturreis, Champignons, Erdnüssen, Sesam und Hülsenfrüchten.
  • Vitamin B6 findet sich beispielsweise in Sojaprodukten, Hülsenfrüchten, Walnüssen, Sonnenblumenkernen, Kartoffeln, Möhren, Rosenkohl und Bananen.
  • Dass Eisenmangel kein typisches Veganerproblem darstellt, lesen Sie hier: Eisenbedarf vegan decken, wo wir auch beschrieben haben, wie man seinen Eisenbedarf mit einer veganen Ernährung decken kann.

Bei einer gesunden veganen Ernährung sind somit alle Baustoffe für die Eigensynthese des L-Carnitins vorhanden, so dass es auch zu keinem L-Carnitin-Mangel kommen kann.

Die Oregon State University schreibt daher auch, dass strenge Vegetarier (= Veganer) normalerweise ausreichend L-Carnitin synthetisieren, ein L-Carnitin-Mangel hier also nicht häufiger auftritt als in der normal essenden Bevölkerung.

Schon ein Blick auf die Symptome eines L-Carnitin-Mangels lassen die Behauptung, Veganer seien von einem solchen Mangel bedroht, fast lächerlich erscheinen:

L-Carnitin-Mangel – Die Symptome

Zu den Mangelerscheinungen, die sich bei einer unzureichenden L-Carnitin-Versorgung einstellen, gehören:

  • Gewichtszunahme bis hin zur Verfettung
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • hoher Cholesterinspiegel
  • Diabetes
  • Leberstörung bis hin zur Leberzirrhose
  • Leistungsnachlass, rasche Ermüdung, vorzeitige Erschöpfung

Nun sind aber gerade Vegetarier und Veganer dafür bekannt, so gut wie nie an Übergewicht zu leiden. Die vegane Ernährung wird überdies nachweislich mit einem verringerten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes in Verbindung gebracht. Veganer haben in jeder Studie grundsätzlich niedrige Cholesterinspiegel. Auch ist nichts dazu bekannt, dass Veganer häufig an Lebererkrankungen oder an vorzeitiger Ermüdung leiden würden.

Wer braucht eine Nahrungsergänzung mit L-Carnitin?

Eine Nahrungsergänzung mit L-Carnitin ist somit für Veganer nicht erforderlich. Natürlich kann man – wenn man möchte – L-Carnitin probeweise einnehmen, beispielsweise wenn man sich chronisch müde fühlt oder bereits an einer Diabetesvorstufe leidet und beobachten, ob sich das Befinden bessert. Dies aber gilt für alle Menschen, unabhängig von ihrer Ernährungsform.

Wer hingegen L-Carnitin in jedem Fall einnehmen muss, sind Dialysepatienten und andere chronisch Kranke, die von Ihrem Arzt L-Carnitin erhalten.

Auch Krebspatienten können L-Carnitin einnehmen, um so die oft einsetzende rasante Gewichtsabnahme zu verlangsamen (3 x 1000 mg pro Tag). Ausserdem werden dadurch die Nebenwirkungen der Chemotherapie reduziert, da L-Carnitin die Herzmuskelzellen schützt. Am besten das L-Carnitin nicht am Abend einnehmen, da es wach machen könnte.

Vegane Lebensmittel mit L-Carnitin

Zu den veganen L-Carnitin-reichen Lebensmittel gehören beispielsweise:

Lebensmittel L-Carnitin-Gehalt pro 100 g oder pro angegebener Menge
Tempeh 19 mg
Austernpilze 5 mg
Kartoffeln 2,4 mg
Linsen 2,1 mg
Champignons 2 mg
Avocado (1 mittelgrosse) 2 mg
Süsskartoffel 1 mg
Rosinen 1 mg
Mandeln 0,65 mg
Vollkornbrot 0,4 mg

(…)

Quelle: https://www.zentrum-der-gesundheit.de/l-carnitin.html

Gruß an die Bewertungsfreien

TA KI

Sesam


Viele Schätze in nur einem Körnchen

– Sesam öffne Dich! Jeder kennt die Zauberformel aus der Märchenwelt. Sie öffnet eine Felsenhöhle mit unermesslichen Schätzen. Ähnlich unermesslich ist der Vitalstoffreichtum im Sesamsamen. So kann Sesam aufgrund seines Calciumreichtums für die Knochengesundheit eingesetzt werden. Sesam senkt überdies – regelmässig verzehrt – den Blutdruck und während die Sesamkörnchen innerlich Haut und Haar versorgen, pflegt das Sesamöl die Haut von aussen. Wie Sie aus Sesam eine pflegende Paste für raue Hände rühren können und wie lecker Sesammilch, Sesambutter und Sesamsauce schmecken, erfahren Sie bei uns.

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Sesam – Eine der ältesten Ölpflanzen

Sesam wurde nachweislich schon um 3000 v. Chr. angebaut. Funde in Mesopotamien, dem heutigen Syrien/Irak stammen aus dem Jahr 2000 v. Chr. Eine Tontafel aus dieser Zeit, auf der in babylonischer Keilschrift geschrieben steht „Mit Sesam würzen die Götter“, zeugt davon, welche Wertschätzung man diesen Samen schon damals entgegenbrachte.

Im Laufe des 2. Jahrtausends breitete sich Sesam in weiten Teilen Indiens aus. Auch die frühen Hochkulturen der Ägypter, Griechen und Römer schworen auf Sesam als Öl und Gewürz.

So soll Sesam als Beigabe im Grab des Tutanchamun (ägyptischer König von 1333 bis 1323 v. Chr.) gefunden worden sein, und im antiken Griechenland wurde Sesamöl als Salböl bei allen grossen Übergängen – Geburt, Hochzeit und Tod – verwendet.

Griechische und türkische Soldaten trugen überdies häufig ein Päckchen Sesam zur Stärkung im Marschgepäck.

Sesam – Goldfarben & schwarz

Sesamsamen kommen in den Farben schwarz und goldgelb bis hellbraun vor.

Bei der schwarzen Variante handelt es sich um die Urform des Sesams. Schwarzer Sesam schmeckt ähnlich wie der goldene. Er weist eine inhaltlich noch wertvollere Zusammensetzung auf als sein heller Verwandter, so dass er auch für den medizinischen und kosmetischen Bereich genutzt wird.

Sesam im Bioanbau

Sesam gedeiht in warmen, mässig-feuchten Gebieten. Da er nur bescheidene Ansprüche an den Boden stellt und auf jegliche Art von Düngung verzichtet werden kann, eignet er sich ausgesprochen gut für den biologischen Anbau.

Firmen, die kontrolliert-biologischen Sesam anbieten, setzen zudem keine gesundheitsbedenklichen Mittel zur Schädlingsbekämpfung ein, sondern töten Schädlingslarven (nach der Ernte) unter Überdruck mit Kohlendioxid oder Kälte ab.

Sesam – In der Küche

Sesam findet in verschiedenster Form in den Küchen des Orients, Afrikas, Asiens und Indiens Verwendung. Er wird als Zutat von Backwaren und Knabbereien ebenso eingesetzt wie als Würzmittel.

Auch bei uns ist es mittlerweile gängig, Backwaren mit Sesam zu verfeinern oder Müsliriegel damit anzureichern.

Was darüber hinaus noch mit Sesam möglich ist, können wir uns aus anderen Küchen abschauen:

Tahin – Sesammus für süsse und herzhafte Gerichte

So ist beispielsweise die im Orient geschätzte Würzpaste „Tahini“ (auch „Tahin“ genannt) inzwischen auch bei uns erhältlich. Das Sesammus ist mit oder ohne Salz erhältlich und kann zum Beispiel in ein Getreide-Obst-Frühstück eingerührt mit der nötigen Energie für einen langen Schul- oder Arbeitstag versorgen.

Die gesalzene Variante eignet sich hingegen sehr gut als Fettzusatz und geschmackliche Abrundung für herzhafte gekochte Gerichte oder zum Abschmecken von Saucen, deren Konsistenz durch das Sesammus sämiger wird.

Tahin gibt es überdies aus geschältem oder ungeschältem Sesam. Während die Variante aus geschältem Sesam schon an der weissen Optik erkennbar ist und sehr mild schmeckt, ist der Geschmack des Tahin aus ungeschältem Sesam deutlich herb mit bitterer Note, aber natürlich vollwertiger.

Gomasio – Sesamsalz für alle pikanten Gerichte

Das ursprünglich japanische Würzmittel Gomasio (Sesamsalz), bei dem gerösteter und gemahlener Sesam mit einem geringen Anteil Meer- oder Steinsalz vermischt wird, gehört hierzulande zum Basissortiment der meisten Bioläden und verfeinert viele pikante Gerichte mit seinem nussig-salzigen Aroma – und zwar ohne allzu stark zu salzen.

Streuen Sie Gomasio z. B. über einen Salat, über gebratenen Tofu oder Seitan. Sehr lecker schmecken auch Pellkartoffeln mit Avocadocreme und Gomasio bestreut. Ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Sie können Gomasio auch selber herstellen:

Gomasio – Selbst gemacht

Für Gomasio wird Stein- oder Meersalz leicht erhitzt, um eine mögliche Restfeuchte verdunsten zu lassen. Dann wird das Salz je nach gewünschter Körnung im Mörser zerstossen.

Die ungeschälte Sesamsaat wird nun ohne Fett gleichmässig in einer Pfanne gebräunt, bis sich ein nussähnliches Aroma ausbreitet.

Die gebräunte Sesamsaat wird nun ebenfalls im Mörser zermahlen und dann mit dem Salz vermischt – je nach persönlichem Geschmack 10 – 15 Teile Sesam mit einem Teil Salz.

Statt Gomasio können Sie aber auch gerösteten Sesam pur verwenden, z. B. über Ihr Müsli oder sonstige Süssspeisen streuen.

Wichtig ist dabei nur, dass Sie die Sesamsamen vorsichtig und durch beständiges Schwenken der Pfanne gleichmässig anrösten, damit diese ihren aromatisch nussigen Geschmack noch intensivieren, ohne aber bitter zu schmecken, was bei zu starkem oder langem Anrösten der Fall sein könnte.

Ein weiteres Produkt aus Sesam ist das Sesamöl:

Sesamöl – Das Öl des Ayurveda

Sesamöl wird nicht nur als hochwertiges Speiseöl, sondern wie z. B. in Indien traditionell auch zur Herstellung von Kosmetika, Körpersalben und Seifen verwendet.

Im Ayurveda gilt Sesamöl, das tief in die Haut eindringt, als DAS Massageöl schlechthin.

Man nimmt es ausserdem zur Durchführung von Ölgüssen und auch zur morgendlichen Ölziehkur.

Sesamöl unterstützt die Regeneration der Haut und hält sie jung. Dem Öl wird ausserdem ein leichter Lichtschutzeffekt zugeschrieben.

Eine Studie aus dem Jahr 2009, die mit deutschen Soldaten während eines Afghanistan-Einsatzes durchgeführt wurde, brachte zutage, dass Sesamöl auch erfolgreich bei Rhinitis sicca, also chronisch trockener Nasenschleimhaut, einsetzbar ist.

Bei fast allen Soldaten, die aufgrund der klimatischen Einflüsse (Temperaturen von ca. 50 Grad bei Erkundungsfahrten, andererseits klimatisierte Unterkünfte) an Nasenbluten, verstopfter Nase oder Borkenbildung litten, brachte die regelmässige Anwendung von Sesamöl deutlich spürbare Verbesserungen bis hin zur Beschwerdefreiheit.

Sesam liefert hochwertiges Fett

Sesamsamen haben einen Fettgehalt von stolzen 40 bis 50 Prozent.

Das Sesamfett bzw. Sesamöl besteht zu 87 Prozent aus ungesättigten Fettsäuren.

Diese wiederum setzen sich zur Hälfte aus einfach ungesättigten Fettsäuren und zur anderen Hälfte aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren zusammen.

Bei den mehrfach ungesättigten Fettsäuren dominiert vor allem die Linolsäure, eine Omega-6-Fettsäure. Linolsäure hat einen positiven Einfluss auf den Cholesterinspiegel und ist Bestandteil der menschlichen Haut sowie der Darmschleimhaut.

Der hohe Gehalt an ungesättigten Fettsäuren macht das im Sesamöl gleichzeitig vorhandene Lecithin, ein fettähnlicher Stoff, besonders gut für den Stoffwechsel verwertbar.

Lecithin gilt als Schlüsselbaustein der Zellmembranen, verhindert deren Verhärten und gewährleistet somit einen reibungslosen Austausch zwischen den Zellen. Lecithin ist zudem wichtig für die Emulgierung und Aufnahme der Nahrungsfette, beugt Gallensteinen vor und kann vom Gehirn bei Stress als Energiequelle genutzt werden.

Öle mit einem hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren sollten nicht hoch erhitzt werden – und dies gilt somit auch für das Sesamöl.

Sie sollten daher einem unraffinierten, kalt gepressten Sesamöl möglichst aus Bioanbau den Vorzug geben und dieses hauptsächlich zum nachträglichen Würzen von Speisen oder als Salatöl verwenden.

Zum längeren Kochen oder Braten sind dagegen Butterreinfett (Ghee) oder Kokosöl wie auch rotes Palmöl aus nachhaltigem Anbau besser geeignet.

Kalt gepresstes Sesamöl hat im Gegensatz zu dem geschmacksneutralen raffinierten Sesamöl ein angenehm nussiges Aroma.

Der hohe Gehalt an Antioxidantien macht Sesamöl zudem relativ lange haltbar. Bei geschlossener Flasche sowie dunkler und kühler Lagerung hält es sich bis zu zwölf Monate.

Nach dem Öffnen verkürzt sich die Haltbarkeit. Wenn das Öl ranzig riecht oder leicht bitter schmeckt, sollten Sie es nicht mehr verwenden.

Auch ein angebrochenes Glas Gomasio oder selbst hergestelltes Gomasio sollten Sie relativ zeitnah verbrauchen.

Sesam schenkt Aminosäuren für Knochen, Haut und Haare

Sesamsamen stellen eine äusserst hochwertige Eiweissquelle dar, da sie über alle essentiellen Aminosäuren verfügen und gleichzeitig besonders reich an Methionin, Cystein und Taurin sind.

Dabei handelt es sich um schwefelhaltige Aminosäuren, die zahlreiche Aufgaben im Körper wahrnehmen. Sie sind an der Bildung von Kollagen beteiligt, dem wichtigsten Faserbestandteil von Haut, Knochen, Sehnen, Knorpel, Bändern, Blutgefässen und Zähnen. Sie verleihen dem Bindegewebe Festigkeit und tragen zu einem gesunden Aufbau und Wachstum von Haut, Haaren und Nägeln bei.

Cystein ist zusammen mit dem in Sesam vorhandenen Spurenelement Selen ein wichtiger Baustein bei der Herstellung von Glutathion und der Glutathionperoxidase.

Beide Substanzen gehören zu den wichtigsten körpereigenen Antioxidantien des Organismus.

Solche Lobeshymnen auf das schwefelhaltige Eiweiss machen zunächst skeptisch, wenn man bedenkt, dass die gleichen schwefelhaltigen Aminosäuren für die hohe Säurebildung beim Verzehr von Fleisch und Milchprodukten verantwortlich gemacht werden. Wie überall, entscheidet auch hier die Menge über Nutzen und Schaden.

Tierprotein enthält deutlich mehr schwefelhaltige Aminosäuren als Pflanzenprotein – der Methioningehalt wird z. B. um ein Drittel höher eingeschätzt. Nicht die schwefelhaltigen Aminosäuren an sich sind also das Problem, sondern ein Überschuss an ihnen.

Ein solcher bringt eine starke Säurebildung mit sich und begünstigt in Folge oxidativen Stress und Entzündungen.

Die Tatsache, dass Muttermilch Cystein und Methionin – genau wie Pflanzen – im Verhältnis 1:1 enthält, weist schon darauf hin, dass ein Verhältnis von 1:3 – wie es in Kuhmilch und Fleisch vorliegt – weniger gesund für uns Menschen sein dürfte.

Sesam zur Osteoporose-Prophylaxe

Sesam verfügt über einen ausgezeichneten Mineralstoffgehalt. Die Mengenelemente Calcium und Magnesium sind reichlich vertreten und liegen noch dazu in einem optimalen Verhältnis vor, um vom Körper bestens aufgenommen zu werden.

Gerade die natürliche Kombination dieser beiden Mengenelemente macht den Sesam so wertvoll für den Aufbau von Knochen, Knorpel und Gelenken, Zähnen und Muskeln – auch den Herzmuskel. Zudem wird die Reizleitung in den Nerven gefördert.

Im direkten Vergleich enthält Sesam 6,5 mal so viel Calcium wie Milchprodukte.

Sesam: 780 mg Calcium pro 100

Milch:    120 mg Calcium pro 100 g

Mit jedem Esslöffel Sesam (ca. 10 g) verzehren Sie somit ungefähr 78 mg Calcium, so dass Sie rein rechnerisch täglich drei Esslöffel Sesam verzehren müssten, um die in einem Joghurt (200 g) oder einem Glas Kuhmilch enthaltene Calciummenge aufzunehmen.

(Der durchschnittliche Calcium-Tagesbedarf eines Erwachsenen wird mit etwa 1000 mg angegeben.)

Entscheidend ist aber letztlich nicht die in einem Lebensmittel enthaltene Calciummenge, sondern die vom Körper tatsächlich aufnehmbare Menge.

Auch hier schneidet der Sesam sehr gut ab – und zwar trotz der naturgemäss enthaltenen sog. „Antinährstoffe“ (Phytinsäure, Lektine usw.), die mit den vorhandenen Mikronährstoffen unlösbare Verbindungen eingehen können, so dass diese dem Körper nicht mehr zur Aufnahme zur Verfügung stehen.

Im Sesam nun ist das Calcium trotz aller Widrigkeiten immer noch zu 21 – 24 Prozent verfügbar. Bei Milch liegt die Resorptionsrate bei etwa 30 Prozent.

Lässt man nun jedoch den Sesam vor der Weiterverarbeitung (z. B. zu Sesammilch – Rezept siehe unten) in Wasser quellen bzw. ankeimen, dann werden die Antinährstoffe wenigstens teilweise (abhängig von der Quelldauer) abgebaut.

Zusätzlich kann man davon ausgehen, dass sich der Organismus nach einiger Zeit an eine phytatreiche Ernährung anpasst, so dass dann die Resorptionsrate der Mineralstoffe wieder steigt.

Sesam bei Arthrose

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch eine Studie, in der die Auswirkungen regelmässiger Sesamgaben auf Arthrose des Kniegelenks beobachtet wurden.

Während eine Gruppe von 25 Patienten neben der üblichen Medikation für einen Zeitraum von zwei Monaten 40 g (ca. 4 Esslöffel) Sesam pro Tag verzehrten, diente die zweite Gruppe als Vergleichsgruppe und erhielt lediglich die normalen Medikamente.

Es zeigte sich ein sehr positiver Einfluss des Sesams auf die klinischen Symptome der Arthrose. Es ergab sich vor allem ein deutliches Gefälle bezüglich der Schmerzintensität zugunsten der Sesam-Gruppe.

Wenn der Verzehr von Sesam nun derart positive Auswirkungen bei Arthrose hat, einer angeblichen Abnutzungserkrankung im Gelenk, die jedoch nicht in erster Linie mit Überbeanspruchung, sondern mit Fehlernährung und Entmineralisierung zu tun hat, ist wohl davon auszugehen, dass vom wertvollen Calcium – sowie all den anderen Mineralien und Spurenelementen im Sesam (z. B. Eisen, Zink, Selen) – durchaus eine beachtliche Menge dort ankommt, wo es gebraucht wird – Antinährstoffe hin oder her.

Der regelmässige Verzehr von Sesam dürfte somit auch eine sinnvolle Ergänzung zu jeder Cortison-Behandlung sein. Es ist bekannt, dass die häufige Gabe von Cortison eine Auslagerung von Calcium aus den Knochen zur Folge hat.

Sesam versorgt mit Antioxidantien

Sowohl die Samen als auch das unraffinierte Sesamöl haben einen hohen antioxidativen Wert. Dafür zeichnen insbesondere das vorhandene Vitamin E sowie die sekundären Pflanzenstoffe Sesamin und Sesamolin verantwortlich.

Diese Pflanzenstoffe gehören zu den sog. Lignanen, die nicht nur als pflanzliche Hormone ausgleichend auf den Östrogenhaushalt wirken, sondern sich auch durch eine starke antioxidative Wirkung auszeichnen.

Gerade die Hemmung oxidativer Prozesse durch Antioxidantien kann äusserst vorteilhafte Auswirkungen haben, z. B. auf das Gefässsystem und somit auch auf den Blutdruck.

Sesam senkt den Blutdruck

Eine Doppelblindstudie an Bluthochdruckpatienten, die noch keine blutdrucksenkenden Medikamente bekamen, hat ergeben, dass Sesammehl – über einen gewissen Zeitraum regelmässig genommen – in der Lage ist, erhöhten Blutdruck signifikant zu senken.

Die Teilnehmer hatten täglich über vier Wochen lang nur eine kleine Menge schwarzen Sesammehls eingenommen.

Die antioxidative und zellverjüngende Wirkung des Sesams dürfte letztlich jedoch nicht nur im Hinblick auf Herz-Kreislauf- und Gelenkerkrankungen interessant sein. Oxidativer Stress spielt auch bei der Entstehung von Krebserkrankungen eine entscheidende Rolle.

Sesam schenkt Kraft und Energie

Sesam enthält neben dem schon aufgeführten Vitamin E eine ganze Reihe der wichtigen B-Vitamine – z.B. Vitamin B1, B2 und Niacin (Vitamin B3) – sowie Vitamin A.

Die in Sesam vorhandenen Vitamine schieben die Stoffwechselvorgänge ganzer Zellsysteme und Organe an. Sie unterstützen einen geordneten Kohlenhydrat-, Aminosäuren- und Fettsäuren-Stoffwechsel und haben eine wesentliche Bedeutung im Nervenstoffwechsel.

Sie gewährleisten den Energietransport in jede Zelle und sind somit unerlässlich für die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit und stärken gleichzeitig das Immunsystem und die Abwehrkraft, indem sie unter anderem für eine optimale Funktion von Haut und Schleimhäuten sorgen.

Auf diese Weise versorgen die Samen des Sesams nicht nur mit lebensnotwendigen Mineralien, sondern über Nährstoffe und Vitamine auch mit der nötigen Energie.

Sesam als Verdauungshilfe

Sesam verfügt über reichlich Ballaststoffe, die nicht nur extrem quellfähig sind, sondern auch eine hohe Bindungsfähigkeit besitzen.

So unterstützt Sesam den Darm darin, unverdaute Nahrungsreste und schleimhautreizende Stoffe geordnet auszuscheiden.

Ein oder zwei Löffel Sesam über das Müsli gestreut, ist also eine gute Möglichkeit, die Verdauung anzukurbeln.

Auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin gilt der Sesam als Lebensmittel, das die Verdauungsorgane, aber auch die Nieren und die Leber stärkt.

Sesam – Nieren- und Lebertonikum in der Traditionellen Chinesischen Medizin

Sesam wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) der süssen Geschmacksrichtung zugeordnet und besitzt ein neutrales Temperaturverhalten. Somit gehört er auch zu den die Mitte (Verdauungssystem) stärkenden Lebensmitteln – in diesem Fall mit einer nährenden, stärkenden und darmbefeuchtenden Wirkung.

Eine gut funktionierende Mitte ist wiederum die Voraussetzung dafür, dass die Nierenenergien nicht mehr als nötig in Anspruch genommen werden müssen, ja regelrecht entlastet werden.

In der TCM wird Sesam überdies gerne nach Krankheit und Geburt eingesetzt, bei Blutarmut und Körperschwäche sowie zur Milchbildung bei stillenden Müttern.

Wie Sie nun den Sesam lecker und abwechslungsreich einsetzen können, erfahren Sie in den folgenden Rezepten.

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Rezepte mit Sesam

Selbstverständlich können Sie den Sesam in altbewährten Rezepturen wie Brot, Cracker, Gebäck, Müslis, Crunchys, Müsliriegel, Energiekugeln und vielem mehr einsetzen.

Einige weniger bekannte Ideen haben wir Ihnen nachfolgend zusammengestellt. Viel Spass mit unseren köstlichen und äusserst gesunden Sesam-Rezepten!

Sesammilch für zwei Personen

Zutaten:

  • 30 g Sesam
  • 500 ml Wasser
  • 6 getrocknete Datteln entsteint (oder mehr oder weniger – ganz nach Geschmack)
  • 1 Banane

Geben Sie Sesam und Wasser in einen Hochleistungsmixer und mixen Sie 1 Minute bei hoher Stufe. Anschliessend können Sie die entstandene Milch durch ein Presstuch/Abseihtuch oder einen feinen Sieb giessen, wenn Sie sie in feiner Konsistenz mögen.

Dann geben Sie die abgeseihte Milch wieder in den Mixer und fügen die übrigen Zutaten hinzu. Mixen Sie eine weitere Minute und fertig ist die Sesammilch.

Wenn Sie die Milch gerne ungesiebt mögen, dann können Sie gleich zu Beginn alle Zutaten gemeinsam in den Mixer geben und 1 – 2 Minuten mixen.

Sesambutter

Zutaten:

  • 125 g Sauerrahmbutter (rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen, damit sie nicht mehr so fest ist)
  • 2 EL Sesam
  • 1 Knoblauchzehe
  • Rosenpaprika
  • Steinsalz

Rühren Sie die Butter weich und rösten Sie den Sesam vorsichtig in einer trockenen Pfanne an, bis er duftet. Schälen und pressen Sie dann den Knoblauch und rühren Sie ihn zusammen mit dem Sesam unter die Butter. Schmecken Sie zum Schluss mit etwas Salz und Rosenpaprika ab. (Der Sesam kann auch ungeröstet verwendet werden, was lediglich das Aroma mindert.)

Auberginensalat mit Sesamsauce

Zutaten:

  • 1 Aubergine
  • 2-3 Knoblauchzehen
  • 2 EL Sesampaste (Tahin)
  • 1 EL warmes Wasser
  • Steinsalz, 1-2 EL Reisessig

Waschen Sie die Aubergine und schneiden Sie diese der Länge nach in ca. 2 cm dicke Streifen, die Sie dann noch einmal ebenfalls der Länge nach halbieren. Geben Sie die Streifen in den Siebeinsatz eines Topfes und dämpfen Sie sie bei geschlossenem Deckel so lange, bis sie weich sind. Lassen Sie die Auberginenstreifen abkühlen.

Für die Sauce schälen und pressen Sie den Knoblauch und verrühren ihn mit den übrigen Zutaten zu einer glatten Sauce. Geben Sie die Sosse auf die abgekühlten Auberginen und vermischen Sie alles gut.

Dieses Gericht eignet sich als feine Vorspeise oder als Beilage für die warme Jahreszeit.

Panierter Tofu

Zutaten:

  • 70 g Dinkel-Vollkornmehl
  • 90 ml stilles Wasser
  • ½ TL Steinsalz
  • 40 g heller Sesam
  • 40 g dunkler Sesam
  • 200 g Tofu natur
  • Ghee zum Anbraten

Verrühren Sie Mehl, Wasser und Salz mit einem Schneebesen cremig. Geben Sie diese Panade in eine flache Schale. Geben Sie hellen und dunklen Sesam vermischt in eine zweite flache Schale.

Schneiden Sie den Tofu in dünne Scheiben und erhitzen Sie das Ghee in einer Pfanne.

Ziehen Sie die Tofuscheiben durch den Mehlteig und wenden Sie sie dann vorsichtig in Sesam. Braten Sie die Tofuscheiben bei mittlerer Hitze von jeder Seite ca. 3-4 Minuten und lassen Sie die Scheiben kurz auf Küchenpapier abtropfen.

Diese Tofuscheiben eignen sich als Eiweissbeilage zu Gemüse und Getreide. Sie können sie auch als Fleischersatz für einen Burger verwenden oder sie zum Salat verzehren.

Sesam-Walnuss-Paste gegen raue Hände

Zutaten:

  • 15 g heller Sesam
  • 30 g Walnusskerne
  • 20 g Honig

Rösten Sie Sesam und Walnusskerne getrennt voneinander unter Umrühren vorsichtig in der Pfanne an, bis es duftet. Vermahlen Sie dann beides sehr fein in der Küchenmaschine oder im Mörser und verrühren Sie die Mischung mit dem Honig zu einer Paste. Bestreichen Sie Ihre Hände, die Sie vorher mit lauwarmem Wasser gewaschen haben sollten, täglich einmal damit und lassen Sie die Paste eine Zeitlang einwirken. Danach waschen Sie die Paste mit Wasser wieder ab.

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Gruß an die Ölhersteller
TA KI