Das ändert sich am 1. Juni für die Verbraucher


Lange wurde über Änderungen am Mietrecht gestritten. Im Juni treten Preisbremse und das Bestellerprinzip bei Maklern in Kraft. Und auch in anderen Bereichen des Alltags gelten neue Regeln

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Ab Juni dürfen sich Arbeitnehmer und Verbraucher etwas sicherer fühlen. Nicht nur der Arbeitsschutz wird verbessert, auch die Kennzeichnungspflicht von bestimmten Gütern wie etwa Putzmitteln wird international vereinheitlicht. Und dann soll es auch noch günstiger für Mieter werden – all das ändert sich in Deutschland zum 1. Juni:

Bestellerprinzip

Derjenige, der den Makler bestellt, muss für seine Dienste bezahlen. Das gilt ab dem 1. Juni für Vermieter und Mieter gleichermaßen. Das sogenannte Bestellerprinzip greift aber nur bei der Vermietung von Wohnraum. Beim Kauf von Immobilien kommt es nicht zum tragen.

Bislang mussten meistens die Mieter die Maklercourtage aufbringen, auch wenn der Vermieter den Makler beauftragt hatte. Vor allem in Ballungsgebieten sei es bislang üblich gewesen, dass die Vermieter die Ausgaben für den Immobilienexperten auf die Mieter abwälzten, sagt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund in Berlin.

Wenn die Mieter selbst einen Makler mit der Suche nach einer passenden Wohnung beauftragen, müssen sie ihn aber auch in Zukunft bezahlen. „Die Wohnung muss der Makler dann auch nur für diesen Mieter finden“, erklärt Inka-Marie Storm vom Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland. „Für eine Wohnung, die sich bereits im Bestand des Maklers befindet, muss der Interessent nicht zahlen.“ Denn hier hat ja der Vermieter bereits den Auftrag zur Vermittlung erteilt.

„Die Regelungen im Gesetz sind eindeutig“, sagt Ropertz. „Sie können nicht einfach umgangen werden.“ Lassen Makler Mietinteressenten zum Beispiel bei der Besichtigung einen Auftrag unterschreiben, um sie zur Zahlung der Courtage zu verpflichten, ist das unzulässig. Auch hohe Ablösesummen für Einrichtungsgegenstände, die Vermieter nun möglicherweise fordern, um sich das Geld auf Umwegen zurückzuholen, sind nicht erlaubt.

„Tricks sind verboten“, sagt auch Storm. Bei Verstößen droht ein Bußgeld von bis zu 25.000 Euro. Wer nach dem 1. Juni zu Unrecht Provision gezahlt hat, kann das Geld zurückfordern. „Dafür bleiben Mietern grundsätzlich drei Jahre Zeit“, sagt Ropertz. Erst nach Ablauf dieser Frist verjähren die Ansprüche.

Mietpreisbremse

Zudem tritt am 1. Juni das Gesetz zur Mietpreisbremse in Kraft. Sie soll nur in Gebieten mit „angespannter Wohnungslage“ gelten. Mieten dürfen dort bei Wiedervermietung bestehender Immobilien nur noch maximal zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen.

Diese Städte wollen bremsen

Berlin:

In der Hauptstadt wird die Mietpreisbremse definitiv eingeführt – im gesamten Stadtgebiet. Und das „so früh wie rechtlich möglich“, sagt Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD). Dem Berliner Mieterverein zufolge hat Berlin gerade in der Innenstadt „ein massives Knappheitsproblem“, was Wohnungen angeht. Laut Berechnungen des Vereins könnte das Gesetz bei rund zwei Dritteln aller Neuvermietungen den Mietpreis dämpfen.

Hamburg:

Die Lage auf dem Hamburger Wohnungsmarkt ist angespannt. Insbesondere in gefragten Gegenden liegt die Nachfrage weit über dem Angebot – entsprechend hoch sind die Mieten. Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) will die Mietpreisbremse für das gesamte Bundesland einführen. Allerdings droht die Immobilienwirtschaft für diesen Fall mit dem Austritt aus dem „Bündnis für das Wohnen“, das jährlich für den Bau von 6000 Wohnungen zuständig ist.

München:

Die bayerische Hauptstadt ist unter den großen Städten unangefochtener Spitzenreiter: Bei Neuvermietungen liegt München mit durchschnittlich 15,77 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter deutlich vor dem Zweitplatzierten Frankfurt (13,35 Euro). Dementsprechend schwierig gestaltet sich die Wohnungssuche. Ob die Mietpreisbremse aber auch in München eingeführt wird, ist noch nicht offiziell. Derzeit prüft der Freistaat, in welchen Städten und Stadtteilen die Regelung greifen sollte.

Köln:

Köln gilt als einer der heißesten Anwärter für die Mietpreisbremse in Nordrhein-Westfalen. Zwar sei das Gutachten zum Wohnungsmarkt noch nicht abgeschlossen, heißt es im Bauministerium. Doch jeder wisse, wie angespannt die Wohnsituation an der Rheinschiene sei. Mit 10,27 Euro durchschnittlicher Kaltmiete pro Quadratmeter liegt Köln mit Mittelfeld unter den Großstädten. Der Mieterverein geht davon aus, dass die Mietpreisbremse flächendeckend kommt.

Frankfurt/ Main:

Frankfurt will die Mietpreisbremse, was bei einer durchschnittlichen Kaltmiete von 13,35 Euro pro Quadratmeter wenig verwunderlich ist. Konkret ist in Hessen aber ebenfalls noch nichts. Das Städtebauministerium müsse erst noch festlegen, welche Städte und Stadtteile einbezogen werden sollen, sagte ein Sprecher. Frankfurt drängt auf eine schnelle Entscheidung.

Stuttgart:

Andere Länder erstellen Gutachten zum Wohnungsmarkt, in Baden-Württemberg wird das „Gebietskulisse“ genannt. Die soll darüber Auskunft geben, wo die Mietpreisbremse greifen soll – und ob die Landeshauptstadt als Ganzes oder nur in Teilen darunterfällt. Mit 12,20 Euro pro Quadratmeter ist Stuttgart eine der drei teuersten deutschen Großstädte. „Wir fordern die Landesregierung auf, jetzt die Vorbereitungen zu treffen, damit das Gesetz unmittelbar nach seinem Inkrafttreten in Baden-Württemberg zur Anwendung kommt“, sagt Rolf Gaßmann vom Deutschen Mieterbund Baden-Württemberg.

Düsseldorf:

Düsseldorf war schnell und hat bei der Landesregierung bereits beantragt, bei der Mietpreisbremse berücksichtigt zu werden. Mietwohnungen sind hier durchschnittlich genauso teuer wie in Köln (10,26 Euro). Wann die Mietpreisbremse kommt, ist aber ebenfalls noch unklar. NRW-Bauminister Michael Groschek (SPD) sagte kürzlich, die Neuregelung könne im bevölkerungsreichsten Bundesland im Frühsommer in Kraft treten.

Essen:

Wo es viele günstige Wohnungen gibt, braucht es auch keine Mietpreisbremse. Nur 6,20 Euro Kaltmiete kostet in Essen durchschnittlich der Quadratmeter – preiswerteren Wohnraum gibt es in keiner der zehn größten Städte. Daher geht die Stadt auch nicht davon aus, dass die Mietpreisbremse kommt. Insgesamt gebe es in Essen eine ganz gute Wohnungsmischung, sagte eine Sprecherin der Stadt.

Bremen:

Der Bremer Senat plant, von der Mietpreisbremse Gebrauch zu machen. Konkret ist bisher aber nichts. Wofür sie gelten soll, wird nach Angaben eines Sprechers zurzeit im Bauressort erarbeitet. Mit 7,21 Euro durchschnittlicher Kaltmiete pro Quadratmeter ist Bremen ebenfalls vergleichsweise günstig.

Neubauten sind von der Mietpreisbremse ausgenommen. Gleiches gilt für die erste Vermietung nach einer umfassenden Modernisierung, wenn der Sanierungsaufwand in der Altbauwohnung rund ein Drittel des Aufwands für eine vergleichbare Neubauwohnung ausmacht.

Das heißt aber nicht, dass in allen Ballungszentren ab Montag die Mietpreisbremse gilt. Zuerst müssen die Bundesländer die betroffenen Wohngebiete bestimmen.

Neue Kennzeichnungspflicht

Vom Abflussreiniger bis zur Möbelpolitur – Ab Juni stehen neue Warnhinweise auf den Verpackungen von Reinigungsmitteln. Zwar gilt schon seit mehr als vier Jahren eine solche Kennzeichnungspflicht für Produkte mit nur einem Inhaltsstoff – nun sind auch die gemischten Produkte dran, erklärt das niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves).

Neu sei, dass die bislang verwendeten orangefarbenen Gefahrstoffsymbole nach und nach durch weltweit vereinheitlichte Piktogramme ersetzt werden. Gemeinsam mit bestimmten Signalwörtern sollen sie auf einen Blick Auskunft darüber geben, welche Gefahren für Gesundheit oder Umwelt bestehen können.

Neue-Gefahrstoffzeichen-nach-GHS

Festgelegt wurde das neue Kennzeichnungssystem, das sogenannte Global Harmonisierte System (GHS), von den Vereinten Nationen. Künftig gibt es neun Piktogramme zur Gefahrstoffkennzeichnung. Es handelt sich um auf die Spitze gestellte Quadrate, die ein schwarzes Symbol auf weißem Grund zeigen und mit einem roten Rand versehen sind.

Die bisherigen Gefahrenhinweise (etwa „reizend“ oder „ätzend“) werden durch zwei neue Signalwörter ersetzt: „Achtung“ bei niedrigem Schweregrad oder „Gefahr“ für höhere Schweregrade. Das Piktogramm weist dann auf die Art der Gefährdung hin, etwa ein Risiko für die Augen oder eine Gefahr für die Atemwege.

Gefahrenhinweise wie „Verursacht Hautreizungen“ oder Sicherheitshinweise wie zum Beispiel „Darf nicht in Kinderhände gelangen“ wird es laut Laves aber auch weiterhin auf den Verpackungen geben.

Produkte, die vor Anfang Juni nach den bis dahin gültigen Vorgaben gekennzeichnet wurden, dürfen jeweils zwei Jahre länger verkauft werden. Deshalb können Gemische mit der bisherigen Deklaration noch bis Mitte 2017 in den Regalen stehen.

Ab dem 24. Juni müssen zudem Gen-Pollen im Honig in der gesamten Europäischen Union nicht mehr als solche gekennzeichnet werden. Pollen gelten dann nicht mehr als „Zutat“ im Honig, sondern als „natürlicher Bestandteil“ und müssen demnach auch nicht mehr in der Zutatenliste aufgeführt werden.

Betriebssicherheit

Der Gesetzgeber schreibt eine strengere Überwachung der Betriebssicherheit vor. Die im Januar von der Bundesregierung beschlossene Novelle der seit dem Jahr 2002 geltenden Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) tritt am 1. Juni in Kraft.

Sie diene der Verbesserung des Arbeitsschutzes bei der Verwendung von Arbeitsmitteln durch Beschäftigte sowie dem Schutz Dritter beim Betrieb von überwachungsbedürftigen Anlagen, erklärt das Bundesarbeitsministerium.

Das überarbeitete Gesetz soll kleinen und mittleren Unternehmen die Anwendung der Arbeitsschutzregelungen erleichtern. Doppelregelungen, etwa zur Gefahrstoffverordnung und zum neuen Gewässerschutzrecht des Bundes werden laut Arbeitsministerium bei bestimmten Dokumentationen und Prüfungen beseitigt.

Fahrstuhl mit Prüfplakette

Die neue Verordnung trage besonderen Unfallschwerpunkten Rechnung, erklärt das Ministerium – etwa bei der Instandhaltung, bei Betriebsstörungen oder Manipulationen. Sie enthalte auch besondere Vorgaben zur altersgerechten Gestaltung von Arbeitsplätzen und -mitteln.

Verstöße gegen die BetrSichV gelten zukünftig als Ordnungswidrigkeit und können strafrechtlich verfolgt werden. Material- und Geräteprüfungen werden einerseits detaillierter vorgegeben, andererseits dürfen Firmen bestimmte Überprüfungen künftig selbst durchführen. Es reicht aus, diese Vorgänge elektronisch zu erfassen. Eine Papierdokumentation ist häufig nicht mehr notwendig.

Verbraucher werden die neuen Vorschriften ab Juni zum Beispiel in Aufzügen bemerken. Die Fahrstühle brauchen künftig eine TÜV-Plakette, ähnlich der HU-Plakette an Autos. Sie zeigt den nächsten Prüftermin an, der ab dem 1. Juni mindestens alle zwei Jahre stattfinden muss.

Schlechte Neuigkeiten gibt es für Fans des Paternosters: Die Aufzüge ohne Türen dürften künftig nur noch von denen genutzt werden, die zuvor eine Einweisung erhalten haben – etwa Beschäftigte in einem Bürohaus. Besucher dürfen sie dagegen nicht mehr betreten.

Assoziierungsabkommen

Die Ukraine, Georgien und Moldau hatten im Rahmen der Östlichen Partnerschaft Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union (EU) geschlossen. Ziel dieser Abkommen ist die Unterstützung der EU beim Aufbau eines funktionierenden Rechtsstaats und einer erfolgreichen Marktwirtschaft.

Nach dem Abschluss des gesetzlichen Verfahrens durch den Deutschen Bundesrat und Bundespräsident können die Einzelabkommen mit der Bundesrepublik planmäßig im Juni in Kraft treten.

Damit werde ein neues Kapitel der Kooperation mit diesen Ländern für eine friedliche Entwicklung aufgeschlagen, erklärt die Bundesregierung. Ihr sei es ein wichtiges Anliegen, die Zivilgesellschaft in den Partnerländern zu fördern und sie mit Nichtregierungsorganisationen in der EU zu vernetzen.

Haustürgeschäfte

Das Widerrufsrecht für Haustürverträge, die vor dem 13. Juni 2014 abgeschlossen wurde, endet am 27. Juni. Hintergrund: Seit Juni 2014 gilt in Deutschland die EU-Verbraucherrichtlinie.

Damit gilt für Geschäfte an der Haustür oder Verträge im Fernabsatz: Spätestens nach 12 Monaten und 14 Tagen erlischt das Widerrufsrecht – auch wenn es keine ordnungsgemäße Widerrufsbelehrung gegeben hat, erklärt die Verbraucherzentrale Sachsen.

In der Vergangenheit galt bei fehlender oder falscher Widerrufsbelehrung ein zeitlich unbegrenztes Widerrufsrecht. „Die grundsätzliche Regel, dass für Altverträge altes Recht angewendet wird, findet nun in Sachen Widerrufsfrist bei fehlender oder falscher Belehrung zum 27. Juni ein Ende“, erklärt Rechtsexperte Michael Hummel von der Verbraucherzentrale.

Quelle: http://www.welt.de/wirtschaft/article141712365/Das-aendert-sich-am-1-Juni-fuer-die-Verbraucher.html

Gruß an alle Imker und und Gegener von Genmanipulierter Nahrung-

TA KI

Preise für Wohnungen erreichen ihren Höhepunkt – Bläht sich die Immobilienblase in Deutschland?


München, Frankfurt oder Hamburg zählen zu den teuersten Immobilienstandorten in Deutschland. Die Stadt aber, die die meisten Plätze gutmachte, hat dagegen nur 65.000 Einwohner und liegt im Allgäu.

Überteuerte Mieten

Nicht München, nicht Berlin, nicht Frankfurt am Main – den größten Preissprung am Immobilienmarkt gab es zuletzt in der 65.000-Einwohner-Stadt Kempten im Allgäu. Die Preise für Eigentumswohnungen zogen dort in den zurückliegenden zwölf Monaten im Durchschnitt um 21 Prozent an. Allein zwischen Ende März und Ende Juni ging es um gut zehn Prozent nach oben.

Damit kletterte Kempten auf der Rangliste der teuersten Städte von Platz 39 auf Platz 20 und überholte unter anderem Heidelberg (21), Düsseldorf (23) und Mainz (37). In Kempten müssen Käufer mittlerweile bis zu 3170 Euro pro Quadratmeter für eine zehn Jahre alte 75-Quadratmeter-Wohnung hinlegen, im Durchschnitt werden 2710 Euro verlangt.

Das geht aus dem regelmäßig erhobenen Wohnindex des Hamburger Beratungsunternehmens F+B hervor. Ausgewertet wurden die Preise in allen Städten mit mehr als 25.000 Einwohnern.

Kempten konnte auch deshalb so viele Plätze gutmachen, weil sich die Lage am Immobilienmarkt insgesamt allmählich entspannt. An vielen Standorten ist der Höhepunkt offenbar erreicht.

So verzeichnete Freiburg im Breisgau, die Nummer fünf unter den teuersten Städten, im zweiten Quartal lediglich noch ein Plus der Wohnungspreise von 0,3 Prozent. Der Durchschnittspreis für eine Eigentumswohnung hat sich dort bei 3300 Euro pro Quadratmeter stabilisiert.

 

Garmisch-Partenkirchen ist eine teure Adresse
 

Beim unumstrittenen Spitzenreiter München steht ebenfalls ein moderater Anstieg von 1,4 Prozent für die Zeit zwischen März und Juni. Gleichwohl rangiert die bayerische Landeshauptstadt mit einem Quadratmeterpreis von 4800 Euro pro Quadratmeter weiterhin mehr als 1000 Euro vor dem Zweitplatzierten. Das ist Garmisch-Partenkirchen mit 3710 Euro.

Bei den Mieten gab es eine noch deutlichere Beruhigung. Im Jahresvergleich stiegen die Neuvertragsmieten bundesweit innerhalb eines Jahres um 1,2 Prozent, gegenüber dem ersten Quartal 2014 um 0,7 Prozent.

Auch die Mietliste wird von München angeführt: 12,30 Euro pro Quadratmeter beträgt hier die standardisierte Marktmiete für eine zehn Jahre alte, 75 Quadratmeter große Wohnung. Sie stieg zuletzt mit dem Gesamtmarkt um 0,7 Prozent.

Interessant ist hier ein Vergleich der Metropolen. Noch langsamer als in München erhöhten sich die Mieten im zweiten Quartal in Hamburg (plus 0,6 Prozent), Düsseldorf (plus 0,5 Prozent) und Köln (0,2 Prozent). In Frankfurt am Main legten sie überdurchschnittlich noch einmal um 1,3 Prozent zu, in Berlin sogar um 2,1 Prozent.

Die Hauptstadt bleibt dennoch ein relativ günstiges Wohnpflaster. Mit 7,30 Euro pro Quadratmeter für eine Standardwohnung liegt Berlin lediglich auf Platz 131 in Deutschland. Wobei die Spanne mittlerweile von 4,20 Euro am unteren Ende bis hinauf auf 15,70 Euro pro Quadratmeter für Luxuswohnungen reicht. Die teuersten Straßenabschnitte gibt es in München (bis zu 20,80 Euro pro Quadratmeter), Hamburg (bis zu 19,90 Euro) und Frankfurt am Main (bis zu 17 Euro).

 

Berlin, Freiburg und Leipzig sind Schwarmstädte
Die Rangliste belegt einen nach wie vor intakten Immobilienmarkt: Deutschlands Bevölkerung sortiert sich derzeit neu. „In Schrumpfungsregionen wandern Menschen überregional ab in die Wachstumsregionen. Dort sammeln sie sich in den Zentren der Schwarmstädte und verdrängen Einheimische ins Umland“, so Reiner Braun vom Forschungsinstitut Empirica in Berlin. Als Schwarmstädte bezeichnet er unter anderem Berlin, Freiburg und Leipzig.

Auf den hinteren Plätzen der Aufstellung des Beratungsunternehmens F+B liegen denn auch Städte aus dem Osten Deutschlands. Die günstigsten Eigentumswohnungen gibt es demnach derzeit in Weißenfels in Sachsen-Anhalt. In der 33.000-Einwohner-Stadt müssen Interessenten im Schnitt 630 Euro für einen Quadratmeter bezahlen – ein erneuter Abschlag von knapp drei Prozent innerhalb von drei Monaten.

Die größten Verlierer sind laut F+B allerdings die Wohnungseigentümer im brandenburgischen Senftenberg. Ihre Wohnungen verloren allein vom ersten auf das zweite Quartal zehn Prozent an Wert. Innerhalb eines Jahres liegt das Minus sogar bei 33 Prozent.

Bei den Mieten bietet sich ein ähnliches Bild: In den günstigsten Regionen Deutschlands – wozu auch Städte in der Pfalz und der Eifel gehören – liegt die Durchschnittsmiete pro Quadratmeter bei nicht mehr als 4,50 Euro.

Ein Ende des Preisverfalls ist laut Experten gerade in ländlichen Gebieten nicht in Sicht. Laut Empirica-Experte Braun wird der Leerstand aus drei Gründen noch zunehmen: „Aktuell wegen Neubau trotz Leerstand in den Schrumpfungsregionen, mittelfristig durch Neubau in den Wachstumsstädten bei gleichzeitigem Leerzug der Schrumpfungsregionen und langfristig ohnehin wegen der demografisch schrumpfenden Haushaltszahlen.“

Überteuerte Mieten2Quelle: http://www.welt.de/finanzen/immobilien/article131162180/Preise-fuer-Wohnungen-erreichen-ihren-Hoehepunkt.html

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Hohe Preissteigerungen in Metropolen

Bläht sich in Deutschland eine Immobilienblase auf?

von Notker Blechner

In den letzten zwei Jahren haben vor allem in deutschen Großstädten wie Berlin, München und Frankfurt die Preise für Wohnungen und Häuser deutlich angezogen. Schon warnen einzelne Ökonomen und selbst die Bundesbank vor einer möglichen Blase. Haben sie Rechtimmobilienblase-deutschland100~_pd-1366797207315_v-z-a-par-a-small-float-l

Wer vor sieben Jahren eine Wohnung in guter Lage in Berlin gekauft hat, kann sich mit großer Wahrscheinlichkeit über einen satten Wertzuwachs freuen. Seit 2007 haben sich die Eigentumswohnungen in der Hauptstadt durchschnittlich um rund 40 Prozent verteuert. In einzelnen Bezirken wie Prenzlauer Berg oder Berlin-Mitte ging es sogar noch stärker nach oben.

Auch in anderen Metropolen sind die Immobilienpreise regelrecht explodiert. On München, Hamburg und Frankfurt kletterten die Preise für eine Eigentumswohnungen um 25 bis 35 Prozent in die Höhe. Für Einfamilienhäuser in München müssen Käufer schon über 6.000 Euro pro Quadratmeter hinblättern.

Die rekordniedrigen Zinsen und der damit verbundene Anlagenotstand haben zu einer Flucht ins „Betongold“ geführt. Statt in unattraktiv gewordene Staatsanleihen oder Tagesgelder steckten viele Bürger ihr Erspartes in ein Haus oder eine Eigentumswohnung. Immer mehr fürchten sich vor einer Entwertung des Geldes und sehen ein Eigenheim als idealen Inflationsschutz.

Neben vermögenden Privatpersonen drängen auch Großinvestoren, Versicherer und Pensionsfonds in den Wohnungsmarkt – auf der Jagd nach hohen Renditen. Vor allem betuchte Ausländer suchen händeringend nach lukrativen Immobilien.

Bundesbank schlägt Alarm
Die Deutsche Bundesbank schlägt Alarm. „In einigen Ländern – auch in Deutschland – sehen wir die Gefahr einer Immobilienblase“, warnte kürzlich Bundesbank-Präsident Jens Weidmann. In einzelnen Ballungsräumen haben die Notenbanker eine Überbewertung von bis zu 25 Prozent festgestellt. Auch in mittelgroßen Städten wie Aachen, Augsburg, Bonn oder Mannheim lägen die Preise gut zehn Prozent über dem ökonomisch und demographisch gerechtfertigten Niveau.

Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) zeigt sich besorgt. Es gebe Anzeichen für Preisentwicklungen, „die gefährlich sind“, sagte er im Juni. Er nehme die Warnungen der Bundesbank sehr ernst.

Anfang Juli stellte der Bonner Ökonom Moritz Schularick im Frankfurter House of Finance eine Studie vor, die belegen sollte, dass Deutschland auf eine Immobilienblase zusteuert. Derzeit bestehe ein großes Risiko für die Bildung von Preisblasen im deutschen Immobiliensektor, sagte Schularick.

Selbst Commerzbank-Chef Martin Blessing befürchtet eine mögliche Überhitzung des Immobilienmarkts. „Wir werden noch mindestens ein, zwei Jahre niedrige Zinsen haben. Wir müssen aufpassen, dass sich dadurch an den Immobilien- oder Finanzmärkten keine neuen spekulativen Übertreibungen bilden“, sagte er der „Bild“-Zeitung.

Nur ein Nachholprozess?
Andere Experten scheuen sich, von einer Blase zu sprechen. „Wir erkennen keine Blase“, betont der Regensburger Professor Tobias Just. Der Preisanstieg in einzelnen Metropolen sei keine spekulative Übertreibung, sondern eine Reaktion auf Marktknappheiten.

Nach Einschätzung mehrerer Beobachter hat die hohe Nachfrage mit einem Nachholprozess zu tun. Laut der Deutschen Bank liegen die Preise für deutsche Wohnimmobilien aktuell immer noch unter dem Niveau von Mitte der 1990er Jahre. Der Verband Deutscher Pfandbriefbanken hat sogar ausgerechnet, dass der Schuldendienst für eine Wohnung in den 100 größten deutschen Städten heute niedriger sei als vor sieben Jahren.

Von einer lockeren Kreditvergabe der Banken wie vor der Immobilienkrise 2008 in USA und Spanien kann in Deutschland ebenfalls keine Rede sein. Der Ausschuss für Finanzstabilität hat bisher keine sich selbst verstärkende Spirale aus nicht nachhaltigen Preiserhöhungen, steigender Verschuldung und Lockerung der Kreditbedingungen feststellen können.

Ob der Immobilienboom in Deutschland bald abkühlt, ist unter Experten umstritten. Der Regensburger Professor Steffen Sebastian hofft auf ein langsames Ablassen der Blase.

Eines aber sollte Immobilien-Käufern bewusst sein: Zieht das Zinsniveau irgendwann wieder an, verliert auch das „Betongold“ an Attraktivität. Spätestens dann könnten die Immobilienpreise ins Bröckeln kommen…

Quelle: http://boerse.ard.de/anlagestrategie/geldanlage/droht-in-deutschland-eine-immobilienblase102.html

Gruß an die Wucherer

TA KI