Bundeswehr-Ball statt Biker-Tour zum Tag der Befreiung


301635085Mit zahlreichen Gedenkveranstaltungen und Feiern wird in diesen Tagen an die Befreiung vom Faschismus vor 70 Jahren erinnert. Der russische Motorradclub „Nachtwölfe“ will den Sieg über Hitler-Deutschland mit einer Biker-Tour von Moskau nach Berlin würdigen. In so manchem NATO-Staat herrscht deswegen Alarmstimmung, als gäbe es einen Mongolenansturm.

Die große Mehrheit der deutschen Bevölkerung ist der Meinung, dass der 8. Mai 1945 ein „Tag der Befreiung“ war. 89 Prozent stimmen laut einer aktuellen Forsa-Umfrage dieser Aussage zu. Vor zehn Jahren waren dem Allensbach-Institut zufolge noch 34 Prozent der Meinung, es handle sich um einen „Tag der Niederlage“.

In Russland und vielen anderen Ländern, die früher der Sowjetunion angehörten, wird der Sieg der Roten Armee im „Großen Vaterländischen Krieg“ gefeiert, in Moskau mit einer großen Militärparade.Die Friedensfahrt des Biker-Vereins „Nachtwölfe“, in den Mainstream-Medien hierzulande in aller Regel als „kremlnah“ etikettiert, sorgt für internationale diplomatische Verwicklungen. Rund 20 Mitglieder des Motorradclubs wollen den 6.000 Kilometer langen Weg der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg von Moskau über Minsk, Brest, Wrocław (Breslau), Brno (Brünn), Bratislava, Wien, München, Prag und Torgau bis nach Berlin nachfahren. Am 9. Mai wollen sie in der deutschen Hauptstadt am sowjetischen Ehrenmal den im Kampf gegen den Faschismus gefallenen Soldaten ihre Reverenz erweisen.

Die Behörden des NATO-Mitglieds Polen haben den „Nachtwölfen“ die Einreise verweigert. Am Grenzübergang Terespol war sogar Militär aufgefahren, um die Kuttenträger zu stoppen.

Auch die deutsche Regierung hat angekündigt, die Motorradfahrer an der Einreise hindern zu wollen. Der motorisierte Zweiradtross wird gar zur nationalen Gefahr stilisiert: Wenn Gefahren für die Sicherheit und Ordnung in Deutschland drohten, „haben wir das Recht und die Pflicht, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen“, erklären Auswärtiges Amt und Bundesinnenministerium. „Wir stellen uns mit Nachdruck gegen jegliche Instrumentalisierung des unermesslichen Leids der Opfer und des Widerstands gegen die Naziherrschaft“, heißt es. Der Jahrestag müsse „in Würde“ begangen werden. Und außerdem, so die beiden Ministerien: „Wir glauben nicht, dass das dem Ziel dient, einen Beitrag zur Stärkung der deutsch-russischen Beziehungen zu leisten.“ Leider hat man von einer „Stärkung der deutsch-russischen Beziehungen“ seitens des Bundeskabinetts in den vergangenen Monaten nicht viel gemerkt.Unterm Strich bleibt von der Politposse: Welche Russen in welcher Form den Sieg über den Faschismus zu feiern und der 21 Millionen getöteten Rotarmisten zu gedenken haben, das entscheidet immer noch der deutsche Michel, angestachelt vom Bild-Boulevard und Co. In der Springer-Presse werden die Motoradfahrer um Club-Präsident Alexander Saldostanow als „Putins Schläger-Truppe“ diffamiert. Für die Süddeutsche Zeitung sind es „ultra-nationalistische Rocker“ auf „umstrittenem Weltkriegs-Korso“.

Es bleibt in der Logik der antirussischen Stimmungsmache, dass kritische Stimmen zum offiziellen Vorgehen nicht gehört werden. Die Internationale Föderation der Widerstandskämpfer – Bund der Antifaschisten (FIR) protestiert gegen die Schikanen aus Warschau und Berlin:

„Mit diesem Vorgehen zeigen die Bundesregierung und die polnische Regierung erneut, in welch perverser Weise sie selbst die geschichtliche Erinnerung instrumentalisieren: Wir erinnern an das skandalöse Verhalten der polnischen Regierung, den Präsidenten der russischen Föderation nicht zu den Gedenkveranstaltungen zur Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz durch die sowjetische Armee einzuladen. Wir erinnern dabei an die empörenden ahistorischen Äußerungen des polnischen Außenministers, dass Auschwitz von der Ukraine befreit worden sei. Wir erinnern an die von keiner deutschen Regierungsseite zurückgewiesenen Äußerungen des ukrainischen Regierungschefs in Berlin, die Ukraine und Deutschland seien 1945 von Russland besetzt worden. Und wir erinnern an die Weigerung der Bundeskanzlerin und der polnischen Regierung, die Einladung zur Zeremonie anlässlich des 9. Mai 2015 in Moskau anzunehmen und stattdessen gar eine ‚Gegen-Zeremonie‘ in Polen ins Gespräch zu bringen. Wer solche geschichtspolitischen Setzungen zulässt bzw. selber macht, hat kein Recht, von der ‚Würde‘ der Jahrestage zu sprechen.“

Die „Würde des Jahrestages“ sieht die Bundesregierung dagegen gewahrt, wenn die Bundeswehr am 9. Mai zum feucht-fröhlichen Feiern einlädt. Die Truppe lädt ausgerechnet an diesem Datum zum „Ball des Heeres“ im Palais am Funkturm in Berlin (West) – gefeiert wird der 60. Jahrestag des Beitritts der Bundeswehr in die NATO.

Neben den vielfältigen Aktivitäten zum 70. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus müssen Friedensgruppen mithin auch noch gegen die NATO-Fete protestieren. In ihrem Aufruf heißt es: „Der 9. Mai gilt in vielen osteuropäischen Ländern seit 1945 als ‚Tag des Sieges‘, weil an diesem Tag die letzte Unterschrift unter die Kapitulationsurkunde des Deutschen Reiches in Berlin-Karlshorst gesetzt wurde. Und ausgerechnet an diesem Datum will die Bundeswehr eine rauschende Nacht mit Live-Musik, Fünf-Gänge-Gourmet-Menü und außergewöhnlichem Showprogramm feiern. Geladen sind führende Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik! Dem wollen wir nicht tatenlos zusehen! Wir schlagen Krach gegen diesen Kriegerball. Und damit die geladenen Damen und Herren ihn auch hören, wenn sie in Abendgarderobe (nicht im Drillich) zum Tanz am Rande des Abgrunds schreiten, kommt zahlreich, mit allem, was ihr zur Verfügung habt: Töpfe, Trommeln, Rasseln, Tröten …“Vielleicht finden sich ja ein paar Biker mit ihren Maschinen allen Siegesfeiern zum Trotz am 9. Mai um 18 Uhr am Hammarskjöldplatz (Masurenallee – S-Bahnhof Messe Nord, U-Bahnhof Theodor-Heuss-Platz) zum Lärmkonzert ein…

Und wer nicht zu lange und ausgiebig feiert: Das Berliner Aktionsbündnis „70 Jahre Tag der Befreiung“ ruft tags darauf, am 10. Mai, zur Demonstration auf: Motto der brandaktuellen Manifestation wider die antirussische Stimmungsmache: „Nein zu Krieg und Faschismus – Für eine Politik der Verständigung und friedlichen Konfliktlösung“ (Beginn ist 12 Uhr, Hackescher Markt. Ab 14 Uhr Kundgebung in der Paul-Löbe-Allee am Reichstag).

Quelle: http://de.sputniknews.com/meinungen/20150428/302101473.html

Gruß an die Klardenker
TA KI

Nato feiert Militärparade an russischer Grenze


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US-Panzer rollen durch Estland

Nato feiert Militärparade an russischer Grenze

Nur wenige Hundert Meter von der russischen Grenze entfernt, aber inmitten des neuen Kalten Krieges, fahren die USA mit Militärpanzern vor. Anlass dafür ist eine Parade zum estnischen Nationalfeiertag. Estland ist seit 2004 Nato-Mitglied.

Estland gehört zu den baltischen Staaten und ist seit 2004 Nato-Mitglied. Das Land hat auch eine gemeinsame Grenze mit Russland. Genau dort, an der estnisch-russischen Grenzstadt Narva haben die USA und andere Nato-Staaten am Dienstag eine Militärparade abgehalten. Anlass war der estnische Nationalfeiertag. Zu der Parade waren Soldaten des 2. US-Kavallerieregiments eingeladen worden. Narva ist nur durch einen Fluss von Russland getrennt. Mit Flaggen geschmückt seien die Kampffahrzeuge am Morgen durch die Grenzstadt gerollt, berichtet die „Washington Post„. Die Fotos der Parade hatte das estnische Verteidigungsministerium veröffentlicht.

Neben US-Soldaten nahmen auch britische, holländische, spanische, lettische, litauische und estnische Soldaten an der Militärparade teil. Noch hält sich der Kreml mit einer Reaktion zurück. Doch mitten im Ukraine-Konflikt dürfte Russland die Parade als Provokation empfunden haben. Russland äußert regelmäßig Kritik an der Nato-Osterweiterung.

Der estnische Staatschef Toomas Hendrik Ilves betonte die Bedeutung der Nato-Präsenz in den baltischen Staaten. „Der Einsatz von alliierten Streitkräften in den Grenzstaaten des Bündnisses ist eine Antwort auf die neue Realität“, sagte er in seiner Rede am Nationalfeiertag. Estland gehört zu den wenigen Nato-Mitgliedstaaten, die noch eine allgemeine Wehrpflicht haben.

Litauen will die Wehrpflicht

Litauen will indes wegen der Krise in der Ukraine vorübergehend wieder die Wehrpflicht einführen. „Wir müssen die Verteidigungskapazitäten des Landes stärken“, sagte Staatspräsidentin Dalia Grybauskaite nach einer Sitzung des nationalen Sicherheitsrates in Vilnius. In den kommenden fünf Jahren sollen rund 3500 junge Männer eine neunmonatige Grundausbildung machen. Das Parlament muss dem aber noch zustimmen. Zudem kündigte das Nato-Mitglied an, seine Streitkräfte modernisieren zu wolle. Dazu hat Litauen die Bundesregierung gebeten, bei einer möglichst raschen Lieferung von Transportpanzern zu helfen. In Deutschland stieß die Anfrage bisher nicht auf Gegenliebe.

Das benachbarte Lettland, wie Litauen eine Ex-Sowjetrepublik, hält die Wiedereinführung der Wehrpflicht dagegen für unnötig. Das Thema steht derzeit nicht auf der Agenda, sagte Regierungschefin Laimdota Straujuma. Weder Lettland noch den anderen baltischen Staaten drohe derzeit eine militärische Invasion. Um die Sicherheit zu erhöhen, sollte aber die Grenze im Osten zu Russland verstärkt und moderne Militärausrüstung angeschafft werden, sagte Straujuma.

Zuletzt versuchte auch der ukrainische Präsident Petro Poroschenko, eine Nato-Mitgliedschaft seines Landes voranzutreiben. Der Westen reagiert darauf eher zögerlich.

Quelle:http://www.n-tv.de/politik/Nato-feiert-Militaerparade-an-russischer-Grenze-article14582486.html

Gruß nach Rußland

TA KI