„Manche deutsche Politiker brauchen psychiatrische Untersuchung“ – Künstlerin


Nathalie Holzmüller, Organisatorin des Russischen Balls in der Wiener Hofburg, kritisiert bei der Präsentation ihrer Initiative „Für eine friedliche Zukunft“ in Moskau die Forderung der deutschen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, mit Russland aus einer Position der Stärke heraus zu sprechen.

„Mir kommt es manchmal vor, als ob man einige Politiker Deutschlands psychiatrisch untersuchen muss, weil das, was in diesem Land passiert, nicht mehr normal ist“, sagte sie im Interview mit Sputnik-Korrespondenten Nikolaj Jolkin. „Bundeskanzlerin Merkel hat viele Menschen und Kinder auf ihrem Gewissen. Was glaubt sie, Physikerin, eigentlich? Ich war vor kurzem in Düsseldorf und habe Deutsche mit der Lupe gesucht. Es gibt dort keine Deutschen mehr. Nur eine schrecklich dreckige Stadt, wo alles, Papier, Schmutz, Abfall auf dem Boden liegen. Ist diese Gegenwart etwa die Zukunft Deutschlands?“

Die Chefredakteurin der Zeitschrift „Art&Business“ habe kaum eine deutsche Stimme gehört. Und das findet sie nicht normal.

„Multikulturell — ja, aber man darf nicht vergessen, dass es Deutschland ist. Herzlich willkommen soll es für diejenigen heißen, die sich anpassen können. Die Menschen, die ich gesehen habe, können sich nicht anpassen. Wollen auch nicht. Das ist ein Verbrechen, dass man nach wie vor behauptet, es sei möglich. Das ist ja aber eine Utopie, ein Blödsinn, wie die Deutschen sagen.“

Nathalie Holzmüller im Gespräch mit Sputnik-Korrespondent Nikolai Jolkin
© Sputnik/ Nikolay Jolkin
Nathalie Holzmüller im Gespräch mit Sputnik-Korrespondent Nikolai Jolkin

„Kein österreichischer Politiker teilt von der Leyens Ideen“

Die Österreicher seien in Augen der Künstlerin bodenständiger und vernünftiger.

„Sie sind eher Patrioten und kämpfen für unsere Heimat Österreich mit Protesten gegen diese Willkommenspolitik von Frau Merkel. Und solche Menschen, die auf die Straße kommen, werden immer mehr. Zuerst waren es die Rechten, und man hat sie als Nazis verdammt. Jetzt sagen das alle — selbst die Sozialisten. Man darf nicht ununterbrochen Flüchtlinge ohne Passkontrolle willkommen heißen und aus denen Terroristen züchten.“

Die gegenwärtige Weltpolitik hat Nathalie Holzmüller veranlasst, ihre Initiative zu gründen.

„Ich bin eine Künstlerin, an und für sich unparteiisch. Man kann aber nicht unparteiisch bleiben im Sinne, dass man keine eigene Position in dieser Welt hat. Die Ereignisse der letzten Zeit haben sich derartig zugespitzt, dass mir nichts anderes übrig geblieben ist, als eine aktive Lebenseinstellung einzunehmen und die Initiative ‚Für eine friedliche Zukunft‘ mit dem Ziel zu gründen, eine wahrheitsgetreue Information, vor allem über Russland in meinem Medium ‚Art@Business‘ zu veröffentlichen und kulturpolitische Veranstaltungen in Russland und in Österreich zu organisieren.“

Denn die Welt sei nicht mehr die, fährt die Künstlerin fort, „die sie früher war. Fast jeder Tag beginnt damit, dass man berichtet, welche Terroranschläge stattgefunden haben, wie viele Menschen umgekommen sind. Das finde ich schrecklich, weil man damit Werbung für diese Terroristen macht. Sie sind nicht mehr zu retten, weil sie manipuliert sind. Sie sind verrückt, wenn sie glauben, sie kommen in den Himmel. Und was soll man mit diesen Menschen machen? Nichts, aber wenn man das noch von Medien verbreitet, dann sagen sie, dass es ja toll ist. Wir werden berühmt auf der ganzen Welt.“

Only bad news are good news?

“Nur schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten — der angeblich neue Trend ist ein alter Hut, wenn man über solche Sachen berichtet“, führt Holzmüller aus. „Es geht hier um den Prozentsatz. Man hört nur Negatives, man hört nichts über positive Prozesse in der Welt. Man hört nicht, dass zum Beispiel in Kasan, in der Hauptstadt der Teilrepublik Russlands Tatarstan, die ich vor kurzem besuchte, nicht nur eine Moschee neben einer christlichen Kirche steht, sondern sie leben miteinander seit Jahrhunderten im Frieden. So was ist ja auch möglich.“

Dort sei Islam nicht der Islam, äußert die Künstlerin, „den wir alle hassen, sondern ein ganz normaler Zweig der Religion. Und es gibt dort sogar einen Tempel aller Religionen der Welt. Das ist der Weg. Aber wer weiß das in Europa? Wer berichtet über dieses Territorium des Friedens und der Harmonie? Das muss man als Alternative den Menschen auch zeigen. Die Menschen in Tatarstan haben aus ihrem Wortschatz alles Negative weggestrichen. Sie sagen:,Wir kämpfen nicht dagegen, wir kämpfen dafür. Es ist nicht das Böse, das bekämpft werden muss, sondern das Gute muss triumphieren.‘ Und wenn die Kinder in diesem Glauben, mit diesen Idealen großwerden, dann werden sie nicht fähig sein, schreckliche Taten zu setzen.“

Quelle: https://de.sputniknews.com/kultur/20170624316305349-oesterreichische-kuenstlerin-kritisiert-von-der-leyen/

Gruß an die Erkennenden

TA KI

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„Es kommt darauf an, aus den Flüchtlingen Deutsche zu machen“


fluechtlinge-sollen-sich-dem-deutschen-arbeits-und-toleranzethos-anpassen-politikwissenschaftler-herfried-muenkler-haelt-deutschprogramme-fuer-essenziell-Politologe und Sachbuchautor Herfried Münkler („Der große Krieg“) hat eine klare Vorstellung, wie Flüchtlinge in die deutsche Gesellschaft integriert werden müssen: Sie müssen Deutsche werden. Im Interview erläutert er seine These und spricht über die Angst vieler Bürger.

Zurzeit wird viel gesprochen über das „helle“ und das „dunkle Deutschland„. Da gibt es vermutlich noch was dazwischen, oder?

Herfried Münkler: Ja. Vermutlich ist das, was dazwischen ist, sogar das zahlenmäßig Größte. Hell und dunkel bezeichnen zwei Extreme. Ich würde es allerdings nicht – und ich glaube, so hat es Joachim Gauck auch nicht gemeint – regionalisieren, also sagen: Der Osten ist das Dunkle, und der Westen ist das Helle. Allenfalls könnte man sagen, es gibt im Osten mehr Dunkles als im Westen. Aber wenn die Bezeichnung einen Sinn machen soll, dann im Hinblick auf die Angst, die Menschen ergreift, wenn sie an die Flüchtlinge denken: das Dunkle, während bei anderen Zuversicht überwiegt, dass man dieses Problem lösen kann: das Helle.

Darauf würden Sie letztlich auch die Gewalt zurückführen: auf Angst?

Vielleicht jetzt nicht die Gewalt bei denen, die sie systematisch betreiben, aber bei den sogenannten besorgten Bürgern. Daran muss man eben auch arbeiten: dass diese Angst nicht die Mitte der Gesellschaft ergreift.

Wie kann man das machen?

Man könnte sich zum Beispiel klarmachen, dass Migration in der Geschichte eigentlich ein Normalfall ist. Im 19. Jahrhundert sind um die 50 Millionen Europäer nach Amerika ausgewandert. Oder man denke an das Ruhrgebiet, das durch den Zuzug so vieler Menschen entstanden ist, die in nationaler Hinsicht zunächst Polen waren und Deutsche wurden.

Viele Menschen sagen aber: Es ist doch offenkundig, dass Deutschland nicht unbegrenzt Flüchtlinge aufnehmen kann. Deshalb ist es unverantwortlich von den Politikern, immer mehr von ihnen reinzulassen.

Es ist ja nicht so, dass die Politiker sie reinlassen. Daran scheitern ja auch solche Politiker, die wesentlich härter vorgehen als unsere – in Mazedonien, in Ungarn. Die Vorstellung, man könne sich abschotten oder solche Ströme steuern, mögen zutreffen bei kleinen Zahlen, aber bei großen Zahlen nicht.

Wenn man die jetzige Situation vergleicht mit 1992/93: Damals gab es auch einen massiven Flüchtlingsstrom und dann die fremdenfeindlichen Anschläge mit mehreren Toten. Welche Unterschiede sehen Sie im Vergleich zu heute?

Na ja, jetzt brennt auch einiges, aber bisher werden systematisch leerstehende Einrichtungen in Brand gesteckt, während damals Angriffe eines Mobs gegen bewohnte Heime erfolgten. Es hat damals auch relativ lange gedauert, bis die Polizei das Problem in den Griff bekommen und die Gesellschaft darauf reagiert hat. Das geht jetzt schneller. Man hat auch ein bisschen gelernt.

Damals gab es große Lichterketten. Die gibt es jetzt nicht, aber dafür leisten viele Bürger konkrete Hilfe für Flüchtlinge.

Ja, aber es gibt auch jetzt etwas wesentlich Symbolisches: die Willkommenskultur, bei der es sich im Wesentlichen auch um eine Inszenierung von Symbolik handelt. Das ist vielleicht mit den Lichterketten vergleichbar. Es muss freilich eine Kultur des tatsächlichen Handelns und Helfens dahinterstehen, damit es nicht bei Symboliken bleibt. Aber die sind wichtig für die Selbst- und Fremdwahrnehmung.

Ist nicht auch ein Unterschied zu damals, dass die Akzeptanz der multikulturellen Gesellschaft seitdem stark zugenommen hat?

Die hat zugenommen, das ist wohl so. Ich glaube aber, wenn es in diesem Jahr 800.000 Flüchtlinge werden und im nächsten Jahr auch wieder, dann werden wir nicht hinkommen mit dem Begriff multikulturell. Das ist ja ein Begriff, der in meiner hessischen Heimat, in Frankfurt, erfunden worden ist und der dort etwas Folkloristisches hat mit den Bankern auf der einen und den Gemüsehändlern auf der anderen Seite. Jetzt kommt es darauf an, aus den Menschen, die kommen und die bleiben wollen und dürfen, Deutsche zu machen.

Wie meinen Sie das?

Wir müssen die Menschen in unsere Arbeitswelt eingliedern mit dem entsprechenden Arbeitsethos, und wir müssen sie zweitens in unsere politische Kultur eingliedern mit dem entsprechenden Toleranzethos. Und da hilft Multikulti, also ein farbenfroher anarchischer Teppich unterschiedlicher Kulturen, nicht weiter. Das ist ein Sonntagsbegriff. Nein, es geht darum, im Brechtschen Sinne „die Mühen der Ebene“ zu bewältigen, und das heißt zunächst einmal, ganz forciert, neben der Unterkunft, Deutschprogramme.

Multikulti schadet da eher?

Multikulti ist ganz nett, aber entscheidend ist, dass diese Menschen in unsere Gesellschaft hineinpassen, damit dann auch die besorgten Bürger, von denen wir eingangs sprachen, sagen: Ja, das ist aber doch eine Bereicherung.

Noch ein anderer Aspekt: Anfang der 90er Jahre war eines der Motive für die Lichterketten die Befürchtung, dass die Deutschen im Ausland wieder alle als Nazis geschmäht werden könnten. Das ist jetzt anders, oder? Schließlich nimmt kein anderes Land 800.000 Flüchtlinge auf.

Das ist der entscheidende Punkt. Die kommentierenden Nachbarn können sich diesmal nicht in vergleichbarer Weise „in den Laden legen“, wie sie es damals getan haben. Erstens weil sie in ganz anderer Weise rechtspopulistische Parteien haben und zweitens weil sie bei der Bearbeitung des Problems – einmal abgesehen von Österreich und Schweden – bisher nur minimale Leistungen erbracht haben.

Quelle: http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/id_75284182/politologe-muenkler-fluechtlinge-muessen-deutsche-werden.html

Gruß an die Denkenden

TA KI