Murmansk: „Tut uns leid, Köln ist 2500 Kilometer weiter südlich von hier“


Dez2015-gbav867587_529590217In Russlands Region Murmansk sind Migranten mit russischen Mädchen zu weit gegangen: Einige der Flüchtlinge liegen jetzt im Spital und andere sind im Gefängnis.

Migranten aus dem Nahen Osten und Afghanistan haben am vergangenen Samstag in einem Nachtclub in der Region Murmansk, in der Stadt Poljarnyje Sori, junge russische Frauen belästigt und zu spät erkannt, dass sie nicht in der EU waren. Obwohl die Polizeibehörden darüber keine näheren Auskünfte erteilen wollten, gab es in der Tat viele Verletzte.

Medien berichteten, dass Norwegen zuvor etwa 50 Flüchtlinge aus dem Nahen Osten und Afghanistan für ihr „schlechtes Verhalten“ wieder nach Russland abgeschoben hätte. In Polar Zori angekommen beschlossen die Flüchtlinge ein bisschen Spass in der lokalen Diskothek „Gandvik“ zu haben und begannen dann damit russische Mädchen zu drangsalieren und sexuell zu belästigen.

Ihr Pech war es, dass in Murmansk nicht die Toleranz des aufgeklärten Europas herrscht. Die Einheimischen machten ihnen schnell klar, wo sie sich befinden, und mussten sich dann anhören: „Tut uns leid, Köln ist 2500 Kilometer weiter südlich von hier“. Laut Kommentaren in sozialen Netzwerken versuchten sie zu fliehen und sich zu verstecken aber sie wurden gefunden und von den Bewohnern der Stadt „erzogen“. Wenn nicht ein ganzes Geschwader der Polizei gekommen wäre, hätte die Situation wirklich schlecht für sie ausgehen können, vor allem im Hinblick auf die winterliche Eiseskälte in Murmansk.

Der Kampf zwischen den Flüchtlingen aus dem Nahen Osten und den Bewohnern der Stadt Poljarnyje Sori fand jedoch nicht im Club „Gandvik“ statt, sondern auf der Strasse, wo es für solche Gäste Orte gibt, an denen man sich „wie Männer unterhalten kann“, berichtet FlashNord.

Das Ergebniss: 18 Migranten im Krankenhaus, 33 Personen in der lokalen Strafanstalt und der grosse Wunsch bei den Flüchtlingen schnell wieder nach Hause gehen zu können. Offizielle Bestätigungen von den Strafverfolgungsbehörden gab es nicht, da sie offenbar keine Lust haben dem Westen mehr Futter für ihre Linie „Wildes Russland“ zu geben.

Quelle: http://schweizmagazin.ch/nachrichten/ausland/25932-Murmansk-Tut-uns-leid-Kln-ist-2500-Kilometer-weiter-sdlich-von-hier.html

Gruß an die Menschen von Murmansk!!

TA KI

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Menschen aus dem Irgendwann


Der Fall des „Piano-Mannes“ bleibt ungeklärt

von Grazyna Fosar und Franz Bludorf

Am 7. April 2005 wurde an einem englischen Strand ein unbekannter junger Mann aufgefunden. Er trug einen eleganten schwarzen Anzug mit weißem Hemd und Krawatte. Seine Kleidung war tropfnaß, er war offensichtlich ins Meer gefallen und dann an Land geschwommen. Die Polizei brachte den Mann in das Medway Maritime Hospital in Gillingham, wo die Ärzte feststellten, daß ihm körperlich nichts fehlte. Allerdings sprach der Mann kein Wort und wirkte insgesamt desorientiert. Er schien unter einem schweren Schock zu stehen. Daher konnte er auch nicht identifiziert werden, denn er trug keinerlei Papiere bei sich. Selbst aus seiner Kleidung waren alle Etiketten und Firmenschilder herausgetrennt, die vielleicht einen Hinweis auf seine Herkunft hätten geben können. Da vieles darauf hinwies, daß der Mann möglicherweise das Opfer eines Verbrechens geworden war, nahm die britische Polizei Ermittlungen auf.[1]

Der unbekannte „Nowhere Man“ wurde später in die psychiatrische Abteilung des Little Brook Hospital in Dartfort, Kent, eingewiesen, wo die Ärzte mit allen bekannten Methoden versuchten, zu dem Mann Kontakt aufzunehmen, z. B. auch mit Hilfe von Kunsttherapie. Dabei zeichnete er auf einem Blatt Papier ein Klavier. Als man ihm ein Klavier zugänglich machte, begann er spontan so virtuos darauf zu spielen wie ein professioneller Konzertpianist. Er interpretierte sogar unbekannte Stücke, offenbar eigene Kompositionen, die von Experten als fachgerecht durchkomponiert eingeschätzt wurden.

Auch noch Wochen später hatte der „Piano-Mann“, wie man ihn inzwischen nannte, noch kein Wort gesprochen. Er blieb stark verängstigt und taute nur auf, wenn man ihn ans Klavier ließ. Gleichzeitig veröffentlichte die Polizei sein Foto in den Medien, auch international über das Internet. In kürzester Zeit kamen aus den unterschiedlichsten Ländern Vermutungen über seine Identität. Alle „heißen“ Spuren erwiesen sich schnell als falsch, oder die besagten (und angeblich vermißten) Personen meldeten sich. Diesen Mann dagegen schien nirgendwo jemand zu vermissen…

Eine Spur führt nach Kanada

Eine erfolgversprechende Spur kam im Laufe des Mai 2005 aus Kanada, und sie machte den ganzen Fall noch mysteriöser. Detective Stephen Bone von der kanadischen Polizei glaubte den Mann erkannt zu haben. Doch seltsamerweise klärte das immer noch nicht seine Identität…

Bereits im November 1999 war nämlich ein unbekannter junger Mann in einem Krankenhaus in Toronto erwacht, nachdem er dort mehrere Tage lang in tiefer Bewußtlosigkeit gelegen hatte. An seinem Handgelenk fand er ein Armband, auf dem seine Daten standen: Philip Staufen, geboren am 7. Juni 1975. Doch weder der Name noch das Geburtsdatum sagten ihm das Geringste.[2]

Die Ärzte erklärten ihm, er sei einige Tage zuvor in desorientiertem Zustand und mit gebrochener Nase und anderen Verletzungen in die Klinik gekommen. Man habe ihn als erstes nach seinem Namen und seinem Geburtsdatum gefragt, und da habe er spontan und nur halb bewußt diese Angaben gemacht. Er hatte keine Papiere bei sich gehabt, und aus seiner Kleidung seien alle Etiketten entfernt gewesen.

Im Gegensatz zu dem Piano-Mann konnte „Philip Staufen“ sprechen. Er sprach Englisch mit einer Art Yorkshire-Akzent, dazu fließend Französisch und Italienisch, er konnte Latein lesen und ebenfalls virtuos Klavier spielen. Ansonsten wußte er weder etwas über seine Identität noch über seine Vergangenheit.

Er lebte mehrere Jahre lang in Kanada, und während dieser ganzen Zeit gelang es nicht, seine Identität festzustellen, obwohl sich Therapeuten intensiv um ihn kümmerten und die Polizei gleichzeitig sein Foto und seine Fingerabdrücke rund um die Welt schickte. So, als ob er nicht von dieser Welt oder nicht aus dieser Zeit wäre. Fünf Jahre lang gab es niemanden irgendwo auf der Welt, der ihn auf dem Foto erkannt hätte.

Der Name Philip Staufen war offenbar auch nur eine spontane Assoziation des humanistisch gebildeten Mannes gewesen, die sich auf einen mittelalterlichen deutschen König bezog. Später nahm er das Pseudonym Sywald Skeid an, um dem beginnenden Medienrummel um seine Person in Kanada zu entgehen.

Ein Antrag auf Erteilung der kanadischen Staatsbürgerschaft wurde abgelehnt, da er weder seine Identität noch seine frühere Staatsangehörigkeit nachweisen konnte. Er erhielt dadurch auch keinen Paß, so daß er nicht ins Ausland reisen konnte, um möglicherweise selbst nach seiner Herkunft zu forschen.

Später zog er um nach Vancouver, wo er von etwa 500 Dollar Sozialhilfe monatlich lebte. Arbeiten durfte er nicht, denn er hatte keine Geburtsurkunde und konnte daher auch keine Sozialversicherungskarte beantragen.

Im Mai 2004 erließen die kanadischen Einwanderungsbehörden einen Ausweisungsbeschluß gegen ihn. Sie bezogen sich in typischer Bürokratenmanier auf ein Gesetz, wonach ein Ausländer, der sich bei der Klärung seiner Identität nicht „kooperativ“ erweise, ausgewiesen werden könne. Nur – jetzt hatten die cleveren Beamten ein Problem. Sie hatten keine Ahnung, wohin sie ihn ausweisen sollten!

Also wurde „Sywald Skeid“ vorsichtshalber erst einmal verhaftet, in Handschellen wie ein Schwerverbrecher abgeführt und an das Gefängnis von Dartmouth, Neuschottland, überstellt.

Er trat daraufhin in den Hungerstreik, machte den Fall über einen Anwalt öffentlich und wurde kurz darauf unter strengen Auflagen wieder freigelassen. Ende 2004 verschwand er plötzlich spurlos.

Detective Bone war fest davon überzeugt, daß der Piano-Mann mit Sywald Skeid identisch sei. Zweifellos besteht zwischen beiden eine gewisse Ähnlichkeit der Gesichtszüge.

Piano-MannPhilip StaufenAbb. 1: Oben der „Piano-Mann“, unten „Philip Staufen“ alias „Sywald Skeid“.

Es bleibt rätselhaft, wieso in beiden Fällen trotz intensiver polizeilicher Ermittlungen und im Zeitalter der elektronischen Medien und des Internet über Monate und sogar Jahre niemand auf der ganzen Welt einen Menschen auf einem Foto erkannte. Kann jemand heute noch so abgeschottet von der Gesellschaft leben, daß ihn niemand vermißt, wenn er verschwindet? Selbst wenn er keine Angehörigen hat, so sollte er doch zumindest Nachbarn oder Kollegen gehabt haben. Oder sollte es tatsächlich möglich sein, daß ein Mensch in unserer Gesellschaft lebt, ohne daß ihn jemand kennt?

Und warum waren bei beiden Männern so säuberlich alle Etiketten aus der Kleidung entfernt, so als ob sie auf keinen Fall jemand erkennen durfte?

Am 3. 7. 2005 wurde folgende Nachricht über die Medien veröffentlicht: Ein Psychiater hatte dem „Nowhere Man“ in England verschiedene Landkarten gezeigt, und er hatte klar auf Norwegen gedeutet, weiterhin ohne ein Wort zu sprechen.

Widersprüchliche Enthüllungen

Dann, am 22. 8. 2005, ließ der „Daily Mirror“ in London eine Bombe platzen.[3] Der „Nowhere Man“, so hieß es, habe erstmals zu einer Krankenschwester gesprochen. Die Geschichte, die das Krankenhaus nunmehr veröffentlichen ließ, enthält allerdings so viele Widersprüche und Unstimmigkeiten, daß – aber urteilen Sie bitte selbst.

Der Mann, so hieß es, sei ein Betrüger und habe das gesamte Krankenhauspersonal mehr als vier Monate lang mit simulierten Symptomen zum Narren gehalten, darunter auch zwei hochqualifizierte Chefärzte. Er stamme aus Deutschland, sei der Sohn eines bayerischen Bauern und habe noch zwei Schwestern.

Es klingt natürlich seltsam, daß der Mann, wenn er Angehörige hat, die ganzen Monate lang weder vermißt noch auf Pressefotos erkannt wurde, die ja auch in Deutschland durch alle Medien gingen.

Weiter berichtete der „Daily Mirror“, der Mann habe in Paris gearbeitet und dann seinen Job verloren. Daraufhin sei er mit dem Eurostar Train nach England gefahren. Daß er klitschnaß am Strand von Kent gefunden wurde, habe er mit einem Selbstmord­versuch erklärt.

Ferner habe sich herausgestellt, daß der Mann im therapeutischen Bereich tätig gewesen sei, wodurch er Kontakt zu psychisch kranken Patienten hatte. Offenbar konnte er deren Symptome so perfekt kopieren, daß sich selbst anerkannte Kapazitäten der Psychiatrie monatelang täuschen ließen. Schließlich ist es in der Psychiatrie durchaus bekannt, daß es eine besondere Form der Schizophrenie gibt, bei der die Menschen willentlich nicht kommunizieren, weil sie sich aufgrund einer außergewöhnlichen Fähigkeit, z. B. virtuos Klavier zu spielen, für zu „exklusiv“ für die Welt halten. Auch eine bestimmte Form des Autismus wurde von den Ärzten in Betracht gezogen.

Doch spätestens jetzt wird die „sensationelle Erklärung“, die der „Daily Mirror“ publizierte, vollkommen unglaubwürdig. Ein psychologisch gebildeter Mensch mag eine ganze Reihe von Symptomen simulieren können. Wie aber konnte er „vortäuschen“, Klavier spielen zu können, wenn er es in Wahrheit gar nicht kann?

Auf diese Frage hieß es aus Kreisen der Klinik plötzlich, der Mann habe überhaupt niemals virtuos Klavier gespielt. Er habe lediglich stereotyp immer wieder auf ein und derselben Taste des Klaviers herumgehämmert. In Wahrheit könne er praktisch keine Note richtig spielen.

Es ist wirklich erstaunlich, daß den Mitarbeitern des Krankenhauses diese Tatsache nach vier Monaten so plötzlich aufgefallen ist! Die ganze Zeit standen sie in ständigem Kontakt mit der Presse (die Story wurde keineswegs nur über Boulevardblätter verbreitet) und gaben ständig neue Kommuniques über ihre Versuche, zu dem Mann Kontakt aufzunehmen. Die Presseberichte mußten dem Klinikpersonal also bekannt sein. Wäre das „virtuose Klavierspiel“ des Piano-Mannes nur eine Zeitungsente gewesen, wieso hatte dann nie jemand diese Meldungen dementiert?

Der gesamte Bericht des „Daily Mirror“ basiert ausschließlich auf der Version der Ereignisse, die das Krankenhaus im August 2005 so urplötzlich aus dem Hut zauberte. Es scheint, daß im Fall des „Nowhere Man“ noch nicht das letzte Wort gesprochen ist. Die Betrugsstory weckt, wie wir gesehen haben, ernsthafte Zweifel, so, als ob sie selbst nur ein Cover-up wäre, wobei dann die Frage erlaubt ist, welche Wahrheiten sie verbergen soll. Hatte der echte „Piano-Mann“ seinen Ärzten etwas gesagt, was die Öffentlichkeit niemals erfahren soll?

Der Piano-Mann hat einen Namen!

Nachdem der „Piano-Mann“ nach Deutschland zurückgekehrt war, wurde die ganze Geschichte, anstatt sich zu klären, noch komplizierter. Der Mann hat inzwischen zwar einen Namen – Andreas G. –, aber mit seiner wahren Identität hapert es noch immer. Sein Vater sagt ganz deutlich: „Die Ärzte haben mir einen neuen Sohn geschenkt. Er hat sich ganz spürbar verändert.“

Während die Piano-Geschichte die Runde in der ganzen Welt machte, hatte die Familie G. in Bayern ihren Sohn bei der Polizei als vermißt gemeldet. Doch bis Ende August hatten weder Familienangehörige noch ehemalige Schulkameraden oder ermittelnde Polizeibeamte den jungen Mann auf den zahlreichen Pressefotos wiedererkannt. Was auf den ersten Blick kaum faßbar ist, hat eine ganz einfache Erklärung: Die weltweit bekannten Fotos des „Piano-Mannes“ haben gar keine Ähnlichkeit mit Andreas G., so wie ihn jeder kannte.[4]

Piano-Mann2Andreas G.

 

 

Abb. 2: Oben das berühmte Pressefoto des „Piano-Mannes“, unten Andreas G., wie ihn seine Freunde und Angehörigen kannten.

Der allen bekannte Andreas G. war Brillenträger und hatte dunkle, längere Haare, alles im totalen Gegensatz zum Piano-Mann, der keine Brille trug, eine blonde Igelfrisur hatte und außerdem wesentlich älter aussah als der heute 20jährige Andreas. Wenn seine Haare gefärbt gewesen wären, hätte dies den Ärzten im Verlauf von vier Monaten auffallen müssen. Es wurde jedoch bei keiner der Suchaktionen über Presse, Medien und Internet je erwähnt, daß die Haarfarbe des Gesuchten eigentlich dunkel sei.

Jeder intelligente Mensch kann sich eine ganze Reihe plausibler Erklärungen für diesen Fall konstruieren. Die Geschichte hat aber einen großen Haken – die Musik. Erst soll er ein Virtuose gewesen sein und dann plötzlich keine Note richtig spielen können. Inzwischen wurde bekannt, daß die Briten damit maßlos übertrieben haben: Nach Auskunft des Anwalts der Familie kann Andreas G. durchaus ein wenig Klavier spielen, allerdings ohne auch nur im Entferntesten ein Virtuose zu sein.

Andreas G. selbst sagte nach seiner Rückkehr nach Deutschland: „Vorige Woche wachte ich auf und wußte plötzlich, wer ich bin, ich weiß einfach nicht, was mit mir passiert ist. Ich kriege kleine Erinnerungsfetzen. Aber ich hab’ keine Ahnung, wie ich nach England gekommen bin.“[5]

Seltsamerweise erfahren wir nichts darüber, ob er sich an seinen Krankenhausaufenthalt erinnert…

Also doch ein Fall von klassischer Amnesie?

Drei Fakten sprechen gegen diese Erklärung, der sich jeder von uns eigentlich gerne anschließen würde:

  1. die widersprüchlichen Aussagen über das Klavierspiel
  2. das Alter und die nicht einmal ansatzweise ähnlichen Fotos
  3. die Tatsache, daß der „echte“ Piano-Mann nicht nur auf einer Landkarte auf Norwegen gezeigt haben soll, sondern er soll sogar ausgesprochen aufgeregt gewesen sein, wenn man ihn die norwegische Sprache hören ließ.

Noch wenige Wochen vor der „Enthüllung“ durch den „Daily Mirror“ hatte ein Sprecher des West Kent and Medway NHS Trust öffentlich kategorisch ausgeschlossen, daß es sich bei dem Piano-Mann um einen Betrüger handeln könnte. „Es gibt nichts, was darauf hinweist, daß es nur ein Streich ist. Er ist immer noch sehr nervös und verängstigt.“, so der Sprecher. Anerkannte medizinische Kapazitäten aus Großbritannien streiten auch im Nachhinein diese Möglichkeit vehement ab, nachdem sie die Geschichte des Falles und die Fotos des Mannes kennen, so z. B. Dr. Judith Gould von der National Autistic Society oder auch Dr. Stephen Lawrie von der Universität Edinburgh. Experten können danach ohne weiteres zwischen Simulanten und echten Kranken unterscheiden, z. B. auch durch die Art des Blickkontakts.

Die Geschichte des Piano-Mannes wird vermutlich nie restlos geklärt werden. Andreas G. hat sicher ein nicht beneidenswertes Schicksal. Egal, welche Version er später schildern wird – wird ihm irgendjemand glauben?

„Mission Horizont“ eröffnet extreme Möglichkeiten

Seit vielen Jahren sind Fälle bekannt, in denen Menschen über „Erinnerungen“ verfügten, die nicht ihre eigenen waren, bis hin zu gezielten Versuchen eines kompletten Identitätswechsels. Bei letzteren erinnerten sich Menschen oft erst nach Jahren intensiven Therapieeinsatzes an ihre wahre Identität. Experimente dieser Art wurden in Rußland und den USA, aber auch in europäischen Ländern durchgeführt. In professionellen Kreisen wird behauptet, daß die technologische Entwicklung insgeheim um ca. 50 Jahre weiter ist, als es in der Öffentlichkeit bekannt ist. Allerdings existiert seit 2001 ein Brückenschlag zwischen uns und zukünftigen Technologien. Es handelt sich hierbei um ein wissenschaftliches Projekt der NASA, bei dem eine neuartige Methodik zum Einsatz kommt, die sogenannte Horizon Mission Methodology: „Diese Methode erzwingt Paradigmenverschiebungen jenseits der Extrapolationen existierender Technologien, indem man unmögliche hypothetische Ziele setzt, um zu neuartigen Lösungen zu kommen. Durch die Setzung unmöglicher Ziele wird die übliche Praxis eines verengten Blickwinkels auf Extrapolationen bereits existierender Lösungen vermieden. Diese Methode zwingt dazu, über existierende Methoden hinauszusehen und die Wissenschaft und Technologie zu spezifizieren, die gebraucht werden, um das Problem zu lösen, unabhängig davon, ob die Lösungen bereits existieren oder nicht.“[6]

In diesem Zusammenhang soll auch die Möglichkeit einer „asymmetrischen Modifikation der Raumzeit“ untersucht werden. Durch eine solche Modifikation würde die Raumzeit künstlich gekrümmt (sogenannter Warp). Man kann also vermuten, daß uns in naher Zukunft so manche bizarre menschliche Geschichte bekannt werden wird, denn durch Raumzeitkrümmung kann man nicht nur „Abkürzungen“ im Raum, sondern auch in der Zeit erzeugen, möglicherweise sogar unbeabsichtigt. Es dürfte nicht ausbleiben, daß es in der Anfangsphase der Entwicklung solcher Technologien auch zu diversen Pannen und Unfällen kommt (oder kommen wird… oder bereits gekommen ist…). Dabei kann es passieren, daß die Identität eines Menschen durch die eines anderen ersetzt wird, oder auch umgekehrt, zeitweise oder auch dauerhaft. Wer dann am Ende über wessen Erinnerungen verfügt, dürfte kaum noch vorhersagbar sein. Es kann zu längerfristigen Amnesien kommen, nach denen einem Menschen dann plötzlich bewußt wird, wer er eigentlich ist. Nur ist es nicht sicher, daß diese ins Bewußtsein steigende Persönlichkeitsstruktur auch wirklich identisch ist mit der, die er vorher hatte.

Norwegens Zukunft – in unserer Vergangenheit?

Die russische Mathematiklehrerin Taisa Ivanowna N. erzählte dem Journalisten A. Piestow:[7]

„Ich möchte eine Geschichte erzählen, die mein inzwischen verstorbener Vater erlebt hat, als er im Jahre 1946 bei ‚kompetenten Organen (Stellen)’ arbeitete. Sie verstehen schon, um was für ‚Stellen’ es sich handelt….

Mein Vater erzählte mir diese Geschichte im Jahr 1980, als im Sommer in Moskau die Olympischen Spiele stattfanden. Aus diesem Anlaß konnte man in fast allen Läden der Hauptstadt, aber auch in der Provinz, viele attraktive Waren aus dem Westen kaufen. Normalerweise sahen wir damals solche Ware nie.

Unter anderem gab es auch westliche Zigaretten zu kaufen wie Marlboro, Kent, Salem oder Newport Menthol. Diese Marken kosteten einen ganzen Rubel, und das war für uns ein sehr hoher Preis.

Eines Tages, damals im Sommer – ich war gerade beim Kochen -, da kam mein Vater nach Hause und war sehr aufgeregt, unvorstellbar nervös.

Schweigend stellte er eine Flasche Wodka auf den Tisch und legte eine Schachtel Zigaretten der Marke Newport dazu.

Ich staunte, da er niemals geraucht noch getrunken hatte, d.h. er hatte jedenfalls immer nur sehr wenig getrunken. Jetzt nahm er sich ein Glas, füllte es mit Wodka und trank alles aus, als ob es Wasser wäre.

Ich war ernsthaft erschrocken und verstand, daß etwas geschehen war, was ihn zutiefst erschüttert haben mußte.

Auf meine besorgten Fragen erzählte mir mein Vater schließlich diese unglaubliche Geschichte und verlangte, daß ich ihm schwören müßte, sie niemals jemandem weiterzuerzählen, solange er lebte.

Also – im Jahre 1946 diente mein Vater als Oberleutnant im Referat für Innere Angelegenheiten in der Stadt Sobinka, in Wladimirskoj Oblasti.[8]

Er war noch jung und noch nicht verheiratet.

Eines Tages brachte ihm eine Polizeipatrouille einen merkwürdig aussehenden Mann in zerfetzter Kleidung und mit Verletzungen am Kopf. Er befand sich in einem Schockzustand und konnte nicht sprechen, sondern schaute nur fast bewußtlos herum auf seine Umgebung.

Alles, was der Mann in seinen Hosentaschen hatte, landete auf dem Schreibtisch meines Vaters, der ein schriftliches Protokoll anfertigte.

Der Mann hatte folgende Gegenstände bei sich:

  • einen ausländischen Füller,
  • ein Feuerzeug in einem Metalletui,
  • eine Zigarettenschachtel der Marke „Newport“ (!) und
  • einen Ausweis, der auf dem Territorium der UdSSR nicht gültig war und in zwei Sprachen (russisch und englisch) ausgestellt war. Der Name des Besitzers lautete Pokrowskij.

Mein Vater nahm das Dokument, das ‚mit Zelluloid bedeckt war’, in seine Hand (damals wußte noch niemand, was Laminierung bedeutet, Anm. d. Autoren) und las, was dort stand:

’Zone der unmittelbaren Verantwortung des NATO-Kommandos Murmansk. Norwegische Okkupationszone. Personalausweis.

Name: Pokrowskij. Geburtsdatum: 1. 3. 1972. Geburtsort: Murmansk, Rossija. Der Ausweis wurde an einem bestimmten Tage des Jahres 2008 von der Kommandantur der Stadt Murmansk ausgestellt.

Der Personalausweis war gültig bis zu einem Tag im Jahre 2009’.

Genauere Daten hatte mein Vater schon nicht mehr präzise in Erinnerung.

Nicht nur der Text hat meinen Vater damals elektrisiert. Als ob das alles noch nicht genug schockierend gewesen wäre, auf dem Ausweis befand sich ein Paßbild, das in Farbe war! Damals hatten wir noch keine Farbbilder in Rußland.

Mein Vater hatte keine Zweifel, daß vor ihm ein ausländischer Agent saß, aber diese Zeitangaben in dem Ausweis!

Schließlich – hinter den Fenstern seines Büros war immer noch das Jahr 1946!

Mein Vater rief sofort die Abteilung Wladimirowskije des MGB an. (MGB – Ministerium für Staatsicherheit, wurde später zum KGB).

Vom MGB wurde schnellstens ein Auto geschickt, das zusammen mit einer Spezialeinheit eintraf. Der Mann wurde direkt nach Moskau abtransportiert. So lautete der Befehl. Mein Vater hat diesen Mann nie wiedergesehen.

Aber nach drei oder vier Tagen kamen aus Moskau wichtige Funktionäre, und mein Vater und alle beteiligten Beamten mußten genaue Aussagen machen und eine Schweigeverpflichtung unterschreiben.

Doch mit diesem Besuch war die seltsame Geschichte für meinen Vater noch nicht zu Ende. Im Jahre 1949 erfuhr er im Radio aus den Nachrichten, daß ein neuer militärischer Pakt mit Namen NATO gegründet worden war. Genau diese Abkürzung hatte er auf dem merkwürdigen Ausweis gelesen, den er im Jahr 1946 jenem Pokrowskij abgenommen hatte. Damals gab es noch keine NATO, und mein Vater hatte keine Ahnung, was diese Abkürzung bedeutete.

Newport

Abb. 3: In Rußland waren sie bis 1980 unbekannt: Zigaretten der Marke „Newport“

 

 

 

Im Jahre 1980 kam dann das zweite Ereignis, das meinen Vater so aus dem Gleichgewicht brachte. Er konnte Zigaretten der Marke „Newport“ kaufen, weil sie in den sowietischen Läden für ein paar Tage vorrätig waren. Die Zigarettenschachtel mit der Aufschrift „Newport“! Die gleiche Verpackung wie im Jahr 1946. Mein Vater hatte sich genau gemerkt, wie diese Packung ausgesehen hatte – damals.

 

Aus diesem Grund mußte er einen mächtigen Schluck Wodka trinken, um sich zu beruhigen…

 

Heute lebt mein Vater nicht mehr. Ich kann also ganz offen über diese Ereignisse erzählen.

 

Doch seit ein paar Jahren drücken mich ständig manche Fragen:

 

Was war das weitere Schicksal dieses Pokrowskij? Gibt es im Archiv des KGB irgendwelche Dokumente über diesen Fall? Wenn ja, ab wann werden sie nicht mehr geheimgehalten werden?

 

Was sind eigentlich diese „Okkupationszonen“? Was sind (oder werden sein) „Zonen der Verantwortung der NATO“ in dieser Region? Was hat das Ganze mit Rußland zu tun?“

 

Niemand kennt die Antworten auf diese Fragen, die Taisa Ivanowna stellt.

 

Es gibt mehrere Möglichkeiten, diese Geschichte zu interpretieren. Man muß natürlich auch berücksichtigen, daß sie möglicherweise erfunden ist. Dann ist sie zumindest sehr gut erzählt. Im Zeitalter der Horizon Mission Methodology kann man jedoch auch nicht komplett ausschließen, daß sich so etwas tatsächlich ereignen könnte (oder evtl. schon ereignet hat… oder ereignen wird…). Mehr Fakten und wissenschaftliche Hintergründe dazu beschreiben wir im Buch „Terra Incognita“.

 

Es ist auf keinen Fall zwingend, daß unsere Geschichte so verläuft, daß im Jahre 2008 tatsächlich die nordrussische Region um den Marinehafen Murmansk unter Kontrolle des NATO-Landes Norwegen stehen wird. Man kann nur hoffen, daß Norwegens Zukunft nicht schon längst in unserer Vergangenheit angelegt ist.

 

Gewisse Spannungen zwischen Rußland und Norwegen gibt es allerdings schon heute. So berichtete die Moskauer „Prawda“ am 21. April 2003: „Rußland ist besorgt über die Tatsache, daß Norwegen eine Radarstation besitzt, Globus 2, die in der Lage ist, ein Territorium von 35.000 Quadratkilometern zu kontrollieren. Dies erklärte Rußlands stellvertretender Außenminister Vladimir Chizhov während eines Hearings über Rußlands nationale Interessen in Nordeuropa vor dem Föderationsrat, dem Oberhaus des russischen Parlaments.

 

Die Radarstation diene dazu, die NATO bzw. die USA bei der Kontrolle des russischen Territoriums zu unterstützen, aber Norwegen beharre auf seinem Standpunkt, daß der Zweck der Station nur die Weltraumüberwachung sei, sagte Chizhov weiter.

 

Er erklärte zur Entwicklung des Verhältnisses Rußlands zu den Staaten Nordeuropas, es sei entsprechend den Anforderungen gutnachbarlicher Beziehungen. Gleichzeitig sagte er, Finnland versuche seinen Einfluß in Nordeuropa auszudehnen und die bisherige Politik der Neutralität zu verlassen, was problematisch sei. Schweden könne schon bald die gleiche Position vertreten. Er fügte hinzu, Rußland sei ebenfalls besorgt über die Weigerung Norwegens, seine Beteiligung an Marinemanövern zu limitieren.“

Murmansk

Abb. 4: Die nordrussische Region Murmansk im Grenzgebiet zu Finnland und Norwegen

 

 

 

Fälle von Verwirrung, Identitätsverlust und Amnesie mögen in den meisten Fällen Anzeichen psychischer Störungen sein. Sie können aber auch auf Unfälle bei der Anwendung noch unausgereifter Technologien bei uns (oder sogar in unserer Zukunft) hinweisen. Je mehr exotische Technologien wir zur Verfügung haben bzw. haben werden, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit bizarrer Ereignisse in unserer Realität, die nicht so einfach in unser Weltbild einzuordnen sind.

(…)

Quelle: http://www.fosar-bludorf.com/nowhere/index.htm

Gruß an die Verwirrer

TA KI