Die 25 giftigsten Lebensmittel (Opium, Lektin, Phasin, Oxal-, Phytin-, Blausäure, THC, Solanin)


1. Lektine (Phasin) in Hülsenfrüchten (roh essbar = Kichererbsen-, grüne Erbsen-, Linsen-, Adzukibohnen- & Mungbohnensprossen)
2. Gluten in Getreide (glutenfrei = Getreidegräser, Hirse, Teff, Quinoa, Buchweizen, Amaranth & Reis)
3. Phytinsäure in Naturreis
4. Fagopyrin in Buchweizenkraut
5. Aflatoxine in Erdnüssen
6. Fagin in Bucheckern
7. Saponine in Rosskastanien
8. Tannine (Gerbstoffe) in Eicheln
9. Cumarin in Cassia-Zimt
10. Opium in Mohnsamen
11. Urushiol in Cashewkernen
12. THC (Tetrahydrocannabinol) in Hanf
13. Theobromin & andere Suchtstoffe in Kakaobohnen
14. Koffein in Matcha
15. Zucker in süßen Früchten
16. Oxalsäure in Spinat
17. Schale beim Spargel
18. Giftpilze (roh essbar = Shiitake, Champignons, Steinpilze)
19. Solanin in Tomaten Auberginen & weißen Kartoffeln
20. unverdauliche Stärke in weißen Kartoffeln
21. Blausäure (Amygdalin) in Süßkartoffeln, bitteren Aprikosenkernen & Bittermandeln
22. Blausäure (Dhurrin) in Sorghumhirse
23. Blausäure (Linamarin) in Leinsamen
24. Zusatzstoffe (Glutamat, Aspartam) in Fertigprodukten
25. krebserregende Stoffe (PAK, HAA, Acrylamid, Transfettsäuren) in Kochkost

http://NormenNauber.de

Quelle: https://brd-schwindel.org/die-25-giftigsten-lebensmittel-opium-lektin-phasin-oxal-phytin-blausaeure-thc-solanin/

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Benjamin Fulford: „Die Khasarischen Satanisten offenbaren sich, indem sie aus Trump einen Zombie-Sklaven machen“


von Benjamin Fulford

Bitte wie immer mit entsprechender Skepsis lesen

Die Satan-verehrende Khasarische Mafia beging in der letzten Woche einen schwerwiegenden Fehler, als sie US-Präsident Donald Trump erpressten und so einen Sklaven-Zombie aus ihm machten, berichten Quellen des Pentagon und Andere übereinstimmend.

Die Satanisten veröffentlichten Videos, in denen mit Opium vergiftete Babies zu sehen sind, die von Ärzten ermordet wurden, und benutzten diese um Trump zu veranlassen, einen illegalen Raketenangriff gegen Syrien zu befehlen.

http://www.veteranstoday.com/2017/04/06/swedish-medical-associations-says-white-helmets-murdered-kids-for-fake-gas-attack-videos/

Der tatsächliche Grund, warum Trump diesen rechtswidrigen Angriff  befahl ist jedoch dieser:

Er wird von den Satanisten mit einem Video erpresst, in dem gezeigt wird, wie er ein 12jähriges Mädchen mit Namen Mary ermordet, sagen Quellen des Pentagons und der CIA.

Quellen des Pentagons erklären,

„vor dem Angriff gegen Syrien gab es eine Vorwarnung an das Russische Militär, um den Schaden zu begrenzen, wobei als Rückwirkung landesweite Proteste erzeugt wurden, um Trumps khasarischen (satanischen) Handlanger Jared Kushner zu feuern und die Neocons ‚rauszuwerfen.“

Falls Sie es unglaublich finden, dass Kushner ein Satanist sein soll, dann fragen Sie sich einmal, warum er das Gebäude mit der Hausnummer 666 (d.h., die Zahl des Antichristen) in der Fifth Avenue kaufte, welches eine Firma namens Lucent Technology beherbergt, die Micro-Chips für die Implantation in menschliche Wesen entwickelte.

Kushner wird jetzt ins Visier genommen und wird wahrscheinlich nicht mehr lange auf diesem Planeten sein, sagen Quellen des CIA und der Agenturen.

Es gab noch einen Grund, warum die verzweifelte Khasarische

„Kabale den Schlag gegen Syrien in Gang setzte: Russland hatte den Energie-Krieg gewonnen, als die EU ihren Widerstand gegen die ‚Nord-Stream-2‘-Gas-Pipeline nach Deutschland aufgab“, sagen die Pentagon-Quellen.

Ein weiterer bemerkenswerter Grund für die Attacke gegen Syrien ist, dass sie der Khasarischen Daesh-Söldnerarmee helfen sollte, den Baal-Tempel in Palmyra zurück zu erobern (Baal = Moloch, Seth, Satan). Dieser Versuch schlug fehl.

Jetzt, wo Trump in einen satanischen Zombie verwandelt wurde, hat der satanische General David Petraeus den Nationalen Sicherheitsrat übernommen, sagen Pentagon-Quellen. Sein Lakai H. R. McMaster ist jetzt Nationaler Sicherheits-Berater für Trump und plant, 150 000 Soldaten der US-Bodentruppen zwecks Invasion nach Syrien zu schicken, sagen die Quellen.

„Das wird vom Vereinigten Generalstab (Joint Chiefs of Staff) nicht genehmigt werden, daher ist noch mit weiteren Aufregungen zu rechnen“,

berichten die Quellen.

Überflüssig zu erwähnen: der Versand von 150 000 Soldaten der Bodentruppe zum Einmarsch in Syrien würde den 3. Weltkrieg auslösen und zum Tode von 90% der Menschheit führen, sowie zur Zerstörung der Nördlichen Erdhalbkugel, deswegen, Leute, passiert das nicht.

Die Israelis machen sich selbst etwas vor, indem sie glauben, die US-Luftwaffe würde eine riesige Luftwaffen-Basis in Syrien bauen, jetzt, nachdem die Drogenflüge der Satanisten zum Schmuggeln von Heroin über die Türkische Luftwaffen-Basis Incirlik beendet wurden.

http://www.debka.com/article/26004/US-Air-Force-to-quit-Incirlik-move-to-Syria-base

Was wir beobachten ist ein verzweifelt aufgebauschter Kampf der Satanisten, die die Regierung Israels besetzt halten.

„Hisbollah, Syrien und Iran könnten durch die Russen wieder mit schweren Waffen ausgerüstet werden, um die Golan Höhen zu erobern, denn es wurden Rote Linien durch die Tomahawks und die Bombenanschläge in Koptischen Kirchen am Palmsonntag überschritten“, erklären die Quellen des Pentagons.

** Ägypten, Jordanien, Syrien, Türkei, Iran, Irak, und Libanon schlagen sich an die Seite der Russen und des US-Militärs um die Israelis, die Saudis und ihre Söldner-Armeen zu zwingen, ihre illegale, endlose Kriegstreiberei aufzugeben, erklären mehrere Quellen übereinstimmend.

Trotz dieser Feuerwerke im Mittleren Osten finden die entscheidenden Aktionen zurzeit in Japan und Nord-Korea statt, berichten Quellen der CIA, des FSB, des Japanischen Militärischen Nachrichtendienstes und Andere übereinstimmend.

Die Entscheidung des satanischen Sklaven Donald Trump, eine Gruppe von Flugzeugträgern nach Nord-Korea zu schicken, steht im Zusammenhang mit seinen Befehlen, am 27. April einen atomaren Angriff gegen Nord Korea auszuführen, berichten Japanische Militärische Quellen.

Als Xi Jinping in der letzten Woche die USA besuchte, wurde er von Trump gefragt, warum China nicht gegen Nord-Korea hart durchgreift. Xi erklärte ihm, Nord-Korea und der Nördliche Teil Chinas würden beide durch eine militärische Gruppe kontrolliert, die er nicht beeinflussen könnte, sagen die Japanischen Quellen.

Wird fortgesetzt …

Quelle: Antimatrix.org
Übersetzung: M. D. D.

** https://www.merkur.de/politik/bomben-am-palmsonntag-is-terror-zielt-auf-ganz-aegypten-zr-8120979.html

Quelle: https://brd-schwindel.org/benjamin-fulford-die-khasarischen-satanisten-offenbaren-sich-indem-sie-aus-trump-einen-zombie-sklaven-machen/

Gruß an die Denkenden

TA KI

Heilpflanzen als Medizin


Die Medizin nutzt viele pflanzliche Medikamente. Ungefähr 3000 Heilpflanzen sind bekannt, aus etwas 500 stellt die moderne Medizin Arzneimittel her. Herzglykoside gewinnt die Pharmazeutik zum Beispiel aus dem Fingerhut. Diese Giftpflanze direkt einzusetzen kann zum Tod führen – selbst bei einer geringfügig zu hohen Dosierung.

Ätherische Ölfe liefern Thymian, Eukalyptus und Latschenkiefer, das aus der Mariendistel gewonnene Silymarin schützt die Leber; Weinlaub und Rosskastanie stärken die Venen. Schöllkraut, Pfefferminze, Kamille und Kümmel helfen bei Magen / Darmleiden, Baldrian, Hopfen, Melisse und Passionsblume beim Einschlafen. Weißdorn stärkt das Herz, Johanniskraut lindert Depressionen.

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Die Substanzen einiger Pflanzen sollten Leidende nur als medizinische Extrakte zu sich nehmen, um nicht ihre Krankheit durch den Tod zu beenden. Dazu gehört die Tollkirsche. Die Steinzeitjäger benutzten sie bereits als Pfeilgift. Seit der Antike setzten Ärzte sie als Heilmittel ein. Ihren lateinischen Namen Atropa belladonna erhielt die schwarz-violette Strauchfrucht jedoch als fragwürdiges Mittel, die Männerwelt zu verführen. Atropin erweitert nämlich die Pupillen, und weit bis in die Neuzeit träufelten sich Frauen Tollkirschensaft in die Augen, um als schwarzäugige Schönheit zu glänzen.

Ärzte wenden sie in der Augenheilkunde an; sie löst krämpfe bei Epilepsie und Asthma, und sie hilft gegen Bronchitis wie Reizhusten. Auch die Parkinson-Krankheit lässt sich mit der Tollkirsche lindern.

Das aus der Tollkirsche extrahierte Atropin entspannt die Muskeln, und es hilft gegen Krämpfe in den Muskeln des Magen-Darm-Traktes. Außerdem hilft es gegen Regelschmerzen. Auch medizinisch dosiertes Atropin kann indessen schwere Nebenwirkungen auslösen: Der Mund kann austrocknen, der Appetit ausbleiben, der Darm verstopfen; bisweilen schlägt das Herz schneller, und die Patienten erbrechen sich.

Mädesüß

Mädesüß ist eine Heilpflanze, die viele Menschen gar nicht kennen. Sie enthält schmerzstillende Substanzen, die ähnlich wie Acetylsalicylsäure wirken. Mädesüß riecht süßlich, und unsere Vorfahren würzten damit den Honigwein.

Die Germanen der Antiken nutzten Mädesüß als Schmerzmittel. Das war kein Aberglauben, das Kraut enthält nämlich Salicylsäure. Der Apotheker Felix Hoffmann stellte aus dieser Substanz 1897 Acetylsalicylsäure her, und die ist bis heute als Schmerzmittel in Gebrauch.

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Das echte Mädesüß wird ungefähr zwei Meter hoch; die Blattoberseite ist dunkelgrün, die Unterseite „behaart“, die Blätter sind fein gezähnt. An den Rispen wachsen kleine Blüten. Diese riechen süß und sind weiß-gelb gefärbt. Mädesüß blüht von Juni bis August und wächst auf feuchtem Böden, oft in der Nähe von Bächen.

Das Heilmittel befindet sich in den Blüten: Das Pflanzenöl besteht unter anderem aus Salicyladehyd und Salicylsäuremethylester. Die beiden Stoffe spaltet der Körper zu Salicylsäure auf. Sie wirkt gegen Entzündungen, lindert Schmerzen und senkt Fieber.

Fingerhut

Der Fingerhut ist seit der Antike berühmt – und berüchtigt. Noch vor hundert Jahren galt ein Tee aus Blättern des Fingerhuts als Heilmittel gegen ein schwaches Herz. Das ist nicht falsch, denn die Glykoside von Digitalis pupurea lassen das Herz schlagen. Der Gehalt der Glykoside schwankt, und überdosiert können sie töten.

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Medikamente aus Fingerhut enthalten Extrakte von Digoxin und Digitoxin. Als Tabletten und verordnet von Herzen helfen diese gegen Störungen des Herzrhytmus.

Echtes Johanniskraut

Das Johanniskraut wächst auf der Heide, also in offenen Landschaften mit wenig Bäumen. Die Blätter sehen „durchbohrt“ aus. Diese hellen Punkte sind Öldrüsen. Die gelben Blütenblätter sind punktiert wie die Blätter. Die Öldrüsen enthalten Hypericin, und das färbt das Öl rot. Zerreibt man die Blüten, färben sich die Finger dunkelrot.

Dies führte zwar zu vielerlei Aberglauben um eine vermeintliche „Blutpflanze“; die heilende Wirkung des Johanniskrautes ist jedoch Realität. Der Stoff Hyperforin und die Terpene in der Pflanze wirken antibakteriell und heilen Wunden wie Verbrennungen, Magen- und Darmstörungen.

Johanniskraut wird vielfach zu Medizin verarbeitet: Als Kapseln, Pillen und Dragees; als Tee; als Tropfen; als frisch gepresster Saft und als Öl.

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Johanniskraut ist wissenschaftlich anerkannt, um Depressionen zu behandeln. Dafür braucht es aber eine hohe Dosis und regelmäßige Kontrolle eines Arztes. Johanniskraut gilt als „erste Hilfe“ bei Depressionen und kann die Stimmung der Kranken heben, bevor andere Therapien greifen. Allerdings ist hier die Sorgfalt des Arztes gefragt. Leichte und mittelschwere Depressionen, nur mit Johanniskraut behandelt, können sich zu schweren Depressionen entwickeln. Dann aber wirkt das kraut nicht mehr, und sich auf die Pflanze zu verlassen ist lebensgefährlich. Schwer Depressive sind nämlich akut selbstmordgefährdet. Tee und Kapseln helfen auch gegen leichte Angststörungen und innere Unruhe.

Johanniskrautöl lässt sich auf die Haut auftragen, um Wunden und Verbrennungen zu heilen, Muskelschmerzen ebenso zu lindern wie Prellungen, Verstauchungen und Verrenkungen, Nervenschmerzen, Hexenschuss und Rheuma.

Herbstzeitlose

„Wer kennt nicht die zarte Jungfer

Im Lilatrauergewand,

Die seitdem frierend blühet

Auf herbstlich verödetem Land!“

(Die Herbstzeitlose, Emerenz Meier 1874-1928)

Die Herbstzeitlose wird bis zu 30 cm hoch; Teile der Pflanze wachsen unter der Erde, um die kalte Zeit zu überstehen. Im Winter wächst über der Knolle eine neue und bildet sich im Sommer bis zu einem Durchmesser von 5 cam aus. Im Frühjahr sprießen die lanzettförmigen Laubblätter bis zu 40 cm Länger. Sie sehen dem Bärlauch ähnlich, und das führt zu Vergiftungen.

Das Kraut bildet bis zu drei Blüten aus; ihre Blütenhüllblätter verwachsen zur Form einer Röhre. Der Fruchtknoten befindet sich in der Erde. Die Zeitlose blüht von September bis Oktober.

Die Kapselfrucht in Form eines Eis tritt im Mai aus der Erde, sie schwillt in den nächsten Wochen auf und wird braun.

Die Pflanze wächst vom Süden der britischen Inseln über Frankreich bis Norditalien und östlich bis in die Ukraine. Sie liebt feuchte Wiesen mit satten Nährstoffen im Windschutz.

Die gesamte Pflanze enthält Colchicin, ein giftiges Alkaloid – die Blüte 1,8%, die Samen 0,5, die Knolle 0,2 und die Blätter 0,03 %. Die Droge bleibt auch in der getrockneten Pflanze erhalten.

Die Phamazeutik nutzt besonders den Samen. Aus diesem Semen Colchicin wird das Colchicum-Dispert gewonnen. Jedes Dragee mit 15,6 mg enthält 0,5 mg Colchicin. Colchicin hilft gegen Gicht. In der Krebsbehandlung wird Demecolcin eingesetzt; das enthält die Zeitlose ebenfalls.

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Die Homöopathie stellt aus Knollen der Herbstzeitlosen das „Colchicum autumnale“ her – dazu werden die Knollen zerkleinert und in Alkohol eingelegt. Homöopathen reichen dieses Mittel be Gicht, Rheuma und Schwangeschaftsbeschwerden. Es ist verschreibungspflichtig.

Von Eigenversuchen ist dringend abzuraten; denn die Pflanze kann einen Menschen töten. 60 g Blätter, das heißt eine Handvoll, reichen dazu aus. Nach einigen Stunden setzen die Symptome ein: Der Mund brennt, das Schlucken fällt schwer, Brechreiz und Durchfall geben sich die Hand. Nach einer hohen Dosis setzt der Atem aus, der Kreisluaf bricht zusammen, der Vergiftete stirbt.

Kinder auf dem Land sind in Gefahr, weil sie die Pflanzen beim Heusammeln in die Finger bekommen, wenn die Zeitlosen blühen und deshalb besonders giftig sind. Sogar Milch von Schafen und Ziegen, die die Pflanzen fraßen, sind überliefert. Erwachsene spielen mit ihrem Leben, wenn sie die Herbstzeitlose verwechseln: Wer sie als Bärlauch oder kleine Küchenzwiebeln ansieht und sie in eben solcher Menge verwendet, überschreitet leicht eine tödliche Dosis.

Schlafmohn – Der Saft der Götter

„Unter all den Mitteln, die dem Menschen zu geben, um seine Leiden zu lindern, dem Allmächtigen gefallen hat, ist keines so umfassend anwendbar und so wirksam wie Opium.“ (Thomas Sydenham, 1624-1689)

Der Schlafmohn stammt ursprünglich aus den Ländern des östlichen Mittelmeers. Die Blütenknospe ist 1-3 cm lang und steht auch haarigen Stielen. Die Blüten erreichen einen Durchmesser von 5-10 cm. Vier weiß-violett-rote Kronblätter sind doppelt so groß wie die Kronblätter. Die Blume blüht von Juni bis August.

Ritzt man die unreifen Samenkapseln auf, tritt ein Milchsaft hervor, und mit ihm die „Königin der Drogen“: Opium. Die antiken Griechen nutzten es als Schlafmittel für Kinder. Sie waren aber nicht die ersten Opiumfreunde; bereits die Bandkeramik-Kultur nutzte den Mohn, und das 6000 Jahre v. Chr. Schlafmohn ist damit eine der ältesten kultivierten Pflanzen. Keilschriften 4000 v. Chr. berichten bereits, wie Medizin aus Schlafmohm hergestellt wird.

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Die Sumerer, die erste Hochkultur des vorderen Orients, nannten ihn die „Pflanze der Freude“. Aus der Bronzezeit stammen Gefäße in Form von Mohnkapseln, die Opium enthielten – und sogar Opiumpfeifen. Die Ägypter nutzten vor fast 4000 Jahren Opium zu religiösen Zeremonien.

Wofür Opium stand, wissen wir bei den antiken Griechen genau: Die Mohnkapsel was Symbol für Morpheus, daher der Bergiff Morphin, den Gott des Traumschlafes, für Thanatos, den Gott des Todes und für Nyx, die Herrin der Nacht. Traum, Nacht und Tod, mit anderen Worten, die dunkle Romantik – diese Bedeutung verlor das Opium bis heute nicht, samt seiner Kinder Morphium und Heroin.

Die Römer liebten den Schlafmohn als Droge; die Reichen konsumierten ihn in Mengen. Die alten Chinesen nutzten Schlafmohn anfangs medizinisch, später wurde er zur Volksdroge.

Die Christen hingegen verboten den Genuss von Opium – aber nicht etwa wegen der Suchtgefahr, sondern wegen seiner medizinischen Kraft. Schmerz kam in der christlichen Lesart von Gott, ein so effizienter Schmerzbetäuber wie das Opium galt deshalb als Teufelswerk. Die Kreuzritter brachten das Opium später nach Europa zurück; die arabische Medizin setzte es nämlich vielfältig ein.

Die Griechen und Römer atmeten mit Opium getränkte Schlafschwämme ein; das Mittelalter rührte Opium in der Theriak. Laudanum, eine Opiumtinktur, gab es im 19. Jahrhundert in jeder Apotheke.

Der deutsche Apotheker Friedrich Wilhelm Sertürner isolierte 1806 das Alkaloid Morphin aus dem Opium; die Firma Merck brachte es 1828 als Schmerzmittel auf den Markt. Die als Morphium bekannte Medizin wurde 1870/71 massenhaft eingesetzt, um Verwundete zu behandeln – unzählige von ihnen litten an Morphinsucht.

Das Ziel war jetzt, ein ebenso wirksames Mittel zu schaffen, das nicht abhängig machte. 1874 kam „Diamorphin“ auf den Markt, und um 1900 wurde es als Heroin als Massenware produziert: Um Schmerzen zu lindern, gegen Husten und – Ironie der Geschichte – um Morphiumabhängige zu behandeln. Doch Heroin machte wesentlich schneller abhängig als Morphium, und es wirkte viel stärker. Deshalb schränkten die meisten Länder den Handel und Gebrauch ein; in Deutschland darf es als Arznei nicht verwendet werden.

Heroin gilt als die am schnellsten süchtig machende Droge, sowohl körperlich wie seelisch. Außerdem gewöhnt sich der Organismus sehr schnell an den Stoff, und das führt dazu, immer höhere Dosen in immer kürzeren Abständen zu sich zu nehmen, um den Entzug aufzuhalten. Der bedeutet schwitzen, zittern und schlaflos umher irren, Gliederschmerzen und Kreislaufprobleme.

Morphin wird auch heute bei starken Schmerzen eingesetzt: Tumorschmerzen, Operationswunden, Herzinfarkt oder Unfallverletzungen – als Tropfen, Granulat, Zäpchen, Injektion oder Tablette.

Rohopium stillt den Schmerz, hemmt den Appetit, hilft gegen Durchfall und bringt Schlaflosen ihre Ruhe. Bei Süchtigen führt die Appetitlosigkeit zu Gewichtsverlust. Eine Überdosierung kann Atemlähmung auslösen und zum Tod führen. Die psychischen Folgen zeigen sich als Lethargie und Depression.

Opium unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz und darf nur noch bei chronischem Durchfall verschrieben werden. Opioide, nämlich Tilidin und Tramadol, sind nach wie vor Schmerzmittel – insbesondere bei Zahnoperationen. (Dr. Utz Anhalt, Heilpflanzen in der Medizin)

Quelle: http://www.heilpraxisnet.de/naturheilkunde/heilpflanzen-medizin/

Gruß an die Forschenden

TA KI

Türkische Labors verarbeiten afghanisches Opium zu Schmuggel-Heroin für Europa


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Labors in der Türkei verarbeiten afghanisches Opium zu Heroin für den weiteren Schmuggel nach Europa, wie der Chef der russischen Drogenkontrollbehörde (FSKN), Viktor Iwanow, in einer Sitzung des staatlichen Anti-Drogen-Ausschusses mitteilte.

Ihm zufolge haben russische und afghanische Drogenfahnder bei einem gemeinsamen Sondereinsatz im Dezember im Gouvernement Baglan mehr als 600 Kilogramm Opium beschlagnahmt.„Das Rauschgift wurde über den Iran in die Türkei transportiert, wo dieses in gut ausgerüsteten Labors unter Verwendung von Präkursoren türkischer Produktion zu Opium verarbeitet wird, um dann nach Europa und Russland geschmuggelt zu werden“, so Iwanow.

Quelle: http://de.sputniknews.com/panorama/20151222/306664819/labors-tuerkei-opium-zu-heroin-schmuggel-europa.html

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Gruß an die Russen
TA KI

Im Rausch – Die Geschichte der Drogen


HeroinDrogen sind so alt wie die Menschheit selbst. Der Rausch wurde nicht immer verteufelt sondern über Jahrtausende als Gotteserfahrung gefeiert. Vor allem aber dienten Drogen der Heilung von Krankheiten. Von Marihuana, Opium, Kokain bis hin zu Magic-Mushrooms oder psychotropischen Pflanzen: Drogen gehörten in jede gute Hausapotheke – bis zur Drogen-Prohibition Mitte des 20. Jahrhunderts.

Quelle: http://www.seite3.ch/Voll+krass+Doku+Im+Rausch+Die+Geschichte+der+Drogen+de+/638312/detail.html

Gruß an die alten Heilmittel

TA KI

Im Rausch der Pflanzen der Götter


 

Christian Rätsch

Im Rausch der Pflanzen der Götter

 

Der Rausch der Götter

Bei dem Wort Rausch denken die meisten Menschen an einen ganz bestimmten Rausch, nämlich den Alkoholrausch. Die Alkoholwirkungen sind sehr gut bekannt. Der Rausch beginnt mit einer angenehmen Heiterkeit und endet in Blackout und Delirium. Doch gibt es viel mehr Arten des Rausches, die ganz anders geartet sind. So bewirkt Opium einen Rausch, der durch Glückseligkeit, geistige Klarheit und Hellsichtigkeit charakterisiert ist. Der Haschischrausch ist durch eine anfägliche Euphorie und folgendem Assoziationsfluß gekennzeichnet. Der Kokainrausch zeichnet sich durch ein maßloses Geplapper aus. Der Rausch, der durch Nachtschattengewächse ausgelöst wird, kann als hypnotische Trance beschrieben werden. Die Räusche, die von Zauberpilzen, LSD oder Meskalin erzeugt werden, lassen sich am besten als visionäre Bewußtseinserweiterung umschreiben.

Gerade die bewußtseinserweiternden Pflanzen stehen seit alters her im religiösen Zentrum vieler Völker, werden rituell eingenommen und meistens »Pflanzen der Götter« genannt. Sie können nämlich unter der sachkundigen Führung eines Schamanen oder Priesters mystische Erfahrungen auslösen und die Menschen direkt mit der Welt der Götter in Verbin dung bringen. Pflanzen und Substanzen, die derartige Kräfte entfalten können, werden Phantastika (»die Phantasie erregend«), Psychedelika (»die Seele offenbarend«), Entheogene (»die Götter enthüllend«) oder Halluzinogene (»im Geiste herumwandern«) genannt. Sie kommen überall auf der Welt vor, doch ist der Grad ihrer Verwendung unterschiedlich. »Zweifellos gibt es nirgends auf der Welt eine solche Vielfalt und eine so intensive Verwendung der Halluzinogene im kulturellen Leben der Ureinwohner wie in Mexiko«, schreiben RICHARD E. SCHULTES und ALBERT HOFMANN in ihrem gerade wieder erschienenem Buch Pflanzen der Götter.

Die mexikanische Kulturgeschichte ist ohne den religiösen und schamanischen Gebrauch der Pflanzen der Götter nicht vorstellbar. Archäologische Funde deuten auf das hohe Alter der kultischen Verwendung. In den den kolonialzeitlichen Quellen werden sie oft genannt und z.T. detailliert beschrieben. Es gibt über hundert bewußtseinserweiternde Pflanzen in Mexiko, die bedeutsamsten sind die Zauberpilze (Psilocybe sp., Panaeolus sp.), der Peyotekaktus (Lophophora williamsii), die Winden (Turbina corymbosa, Ipomoea violacea) und die verschiedenen Stechapfelarten (Datura inoxia, Datura ceratocaula).
Das bedeutendste kolonialzeitliche Dokument der indinaischen Kultur ist eine Textsammlung des Franziskaners BERNARDINO DE SAHAGUN, der aztekische Edelleute und Gelehrte dazu brachte, mit europäischen Lettern aztekische Texte zu verfassen. In dem Kapitel, »in dem die Namen der vielen Pflanzen genannt werden, die einen verwirren, toll machen« heißt es vom Peyotekaktus:

»Dieser Peyote ist weiß und wächst nur dort im nördlichen, Mictlan genannten Gebiet. Auf denjenigen, der ihn ißt oder trinkt, übt er eine Wirkung wie Pilze aus. Auch sieht derjenige viele Dinge, die ihn ängstigen oder ihn zum Lachen bringen. Er beeinflußt einen vielleicht einen Tag, vielleicht zwei Tage, aber genauso läßt er nach. Dennoch fügt er einem Schaden zu, wühlt einen auf, berauscht einen, übt eine Wirkung auf einen aus. Ich nehme Peyote; ich bin aufgewühlt.« (SAHAGUN XI, 7)

Der spanische Arzt FRANCISCO HERNANDEZ schrieb in seiner Natur ge schich te Neu-Spaniens (1615) über den Peyote:

»Dieser Wurzel werden wunderbare Eigenschaften zugeschrieben, wenn man dem Glauben schenken will, was darüber gesagt wird. Diejenigen, die sie nehmen, bekommen die göttliche Gabe der Vorsehung und können künftige Dinge wie Propheten vorauswissen… Die Chichimeken glauben, daß die Kraft dieser Wurzel das ermöglicht«

Die Azteken nannten die nomadischen Stämme des Nordens allgemein Chichimeken. Unter diesen Völkerschaften befanden sich sehr wahrscheinlich die Ahnen der Huichol, die heute in der Sierra Madre leben, und die Tarahumara aus dem hohen Norden. Sowohl die Huichol als auch die Tarahumara haben den in die präkolumbische Zeit zurückreichenden Peyotekult bis heute bewahrt.

Die wichtigste mexikanische Pflanze der Götter neben dem Peyotekaktus ist der Pilz (Psilocybe mexicana) mit dem aztekischen Namen Teonanácatl, wörtlich übersetzt »Fleisch der Götter«. Ein weiterer von SAHAGUN gesammelter aztekischer Text berichtet über die Pilz-Rituale der Indianer:

»Das erste, was man bei derlei Zusammenkünften aß, war ein schwarzer Pilz, den sie Nanacatl nannten. Er wirkt berauschend, erzeugt Visionen und reizt zu unzüchtigen Handlungen. Sie nehmen das Zeug schon früh am Morgen des Festtages und trinken vor dem Aufstehen Kakao. Die Pilze essen sie mit Honig. Wenn sie sich mit ihnen trunken gemacht haben, beginnen sie erregt zu werden. Einige singen, andere weinen, andere sitzen in ihren Zimmern, als ob sie tief in Sorgen versunken wären. Sie haben Visionen, in denen sie sich selbst sterben sehen, und das tut ihnen bitterlich leid. Andere wiederum erschauen Szenen, wo sie von wilden Tieren angefallen werden und glauben aufgefressen zu werden. Einige haben schöne Träume, meinen sehr reich zu sein und viele Sklaven zu besitzen. Andere aber haben recht peinliche Träume: sie haben das Gefühl, als seien sie beim Ehebruch ertappt worden oder als wären sie arge Fälscher oder Diebe, die nun ihrer Bestrafung entgegensehen. So haben alle ihre Visionen. Ist der Rausch, den die Pilze hervorrufen, vorbei, sprechen sie über das, was sie geträumt haben und einer erzählt dem anderen seine Visionen.« (SAHAGUN IX)

Kaum eine andere Zauberpflanze ist so typisch für den schama ni schen und kultischen Gebrauch wie der heilige Pilz. Die mazatekische Heilerin MARIA SABINA sagte dazu:

»Die Pilze geben mir die Macht, alles umfassend zu sehen. Ich kann bis zum Ursprung hinabblicken. Ich kann dorthin gehen, wo die Welt entspringt. Der Kranke wird gesund und die Angehörigen kommen und besuchen mich dann, um mir zu sagen, daß eine Erleichterung eingetreten ist. Sie bedanken sich und bringen mir Schnaps, Zigaretten und ein bißchen Geld mit.«

In der kolonialzeitlichen Literatur ist noch eine andere Pflanze der Götter, die Winde Ololiuqui (Turbina corymbosa), sehr gut bekannt:

»Seine Blätter sind schlank, strickartig, klein. Sein Name ist Ololiuhqui. Es berauscht einen; es macht einen wahnsinnig, wühlt einen auf, macht einen toll, macht einen besessen. Derjenige, der es ißt, der es trinkt, sieht viele Dinge, die ihn in hohem Maße erschrecken. Er ist wirklich geängstigt von der großen Schlange, die er aus diesem Grund sieht.
Derjenige, der Leute haßt, veranlaßt einen, es im Getränk und in der Nahrung zu verschlucken, um einen toll zu machen. Allerdings riecht es sauer; es brennt ein wenig im Hals. Gegen die Gicht wird es nur auf der Oberfläche aufgetragen.«
(SAHAGUN XI, 7)

Der spanische Arzt FRANCISCO HERNANDEZ schrieb in seinem Rerum medicarum Novae Hispaniae thesaurus über Ololiuqui:

»Es gibt in Mexiko ein Kraut, daß heißet Schlangenkraut, eine Schlingpflanze mit pfeilförmigen Blättern, die deshalb auch das Pfeilkraut genannt wird. Der Same dient in der Medizin. Zerrieben und getrunken mit Milch und spanischem Pfeffer, nimmt er die Schmerzen weg, heilt allerhand Störungen, Entzündungen und Geschwülste. Wenn die Priester der Indianer mit den Geistern Verstorbener in Verkehr treten wollen, genießen sie von diesen Samen, um sich sinnlos zu berauschen, und sehen dann Tausende von Teufelsgestalten und Phantasmen um sich.«

Dem spanischen Missionar HERNANDO RUIZ DE ALARCON verdanken wir die detailliertesten Berichte über den indianischen Gebrauch der Zauberpflanzen (Ololiuqui, Peyote) der späteren Kolo­nial zeit. Seine Schriften wurden 1629 unter dem Titel Traktat über die heidnischen Aberglauben, die heute zwischen den Indianischen Eingeborenen Neu-Spaniens lebendig sind (1629) veröffentlicht. Dieses Werk wurde eine Art »Hexenhammer«, die juristische Grundlage der Hexen verfolgung in der Neuen Welt. Über den Gebrauch von Ololiuqui, der mit dem Gebrauch von Peyote gleichgesetzt wird, heißt es darin:

»Das sogenannte Ololiuqui ist ein Samen wie Linsen oder Linsenerbsen, der, wenn er getrunken wird, einem die Urteilskraft entzieht. Und das Vertrauen, daß diese unglücklichen Eingeborenen in diesen Samen setzen, ist erstaunlich, denn, wenn sie davon trinken, befragen sie ihn wie ein Orakel bei allem, was sie zu wissen wünschen, sogar die Dinge, die über das menschliche Wissen hinausreichen, wie die Gründe für Krankheiten; beinahe jeder von ihnen, der an Schwindsucht, Tuberkulose, Durchfall oder an sonst einer hartnäckigen Krankheit leidet, führt diese auf Verhexung zurück. Und um diese Probleme zu beheben, wie auch Fragen über gestohlene Dinge und Angreifer zu beantworten, lassen sie diesen Samen von einem ihrer zweifelhaften Doktoren befragen, von denen einige genau diese Aufgabe haben, nämlich den Samen zu solchen Befragungszwecken zu trinken, und diese Art von Doktor wird payni genannt – wegen dieser Aufgabe, für die er sehr gut bezahlt wird, und sie bestechen ihn auf ihre Art mit Essen und Trinken. Falls der Doktor diese Funktion ablehnt oder sich von dieser Tortur befreien möchte, rät er dem Patienten, den Samen selbst zu trinken oder eine andere Person, für deren Dienste sie genau wie für den Doktor bezahlen, aber der Doktor bestimmt für ihn den Tag und die Stunde, zu der er ihn trinken soll, und er sagt ihm, zu welchem Zweck.
Endlich, ob es der Doktor selbst oder eine andere Person an seiner Stelle ist, um diesen Samen zu trinken, oder einen namens Peyote, der eine andere kleine Wurzel ist, und zu dem sie das gleiche Vertrauen zeigen wie zu den ersteren, schließt er sich in einen Raum ein, der üblicherweise sein Gebetsraum ist, und wo keiner hinein darf, während der ganzen Zeit der Befragung, die so lange andauert wie der Befrager nicht bei Sinnen ist, denn das ist die Zeit, in der, wie sie glauben, das Ololiuqui oder Peyote ihnen das Gewünschte eröffnet. Sobald der Rausch oder der Entzug der Urteilskraft vorbei ist, erzählt der Betroffene zweitausend Schwindel, unter welche der Teufel meistens ein paar Wahrheiten streut, so daß er sie vollkommen getäuscht oder betrogen hat. […]
Sie machen auch Gebrauch von dem Trank, um Dinge zu finden, die gestohlen, verloren oder verlegt wurden, um zu erfahren, wer sie genommen oder gestohlen hat.«

Die Verteufelungskampagne

Als die Europäer in die Neue Welt drängten, begegneten sie erst mals Schamanen, die sie abschätzig als »Zauberer« und »Schwarzkünstler« bezeichneten. Ihre Götter oder Hilfsgeister wurden als Götzen, Idole und Teufelswerk degradiert; ihre heiligen Tränke als Hexengebräu diffamiert. So heißt es in einem kolonialzeitlichen Inquisitionsschreiben von D. PEDRO NABARRE DE ISLA (erlassen am 29.6.1620):

»Was die Einführung des Gebrauchs des Krautes oder der Wurzel namens Peyote […] zwecks Aufdeckung von Diebstählen, Weissagungen anderer Begebenheiten und das Prophezeien zukünftiger Ereignisse anbelangt, so handelt es sich dabei um Aberglauben, der zu verurteilen ist, da er sich gegen die Reinheit und Unversehrtheit unseres Heiligen Katholischen Glaubens richtet. Dies ist sicher, denn weder das genannte noch irgendein anderes Kraut kann die Kraft oder ureigene Eigenschaft besitzen, die behaupteten Folgen hervorbringen zu können, noch kann irgendeines die geistigen Bilder, Phantasien oder Halluzinationen verursachen, auf denen die erwähnten Weissagungen gründen. In diesen letzten sind klar die Einflüsse und Eingriffe des Teufels erkannt, des wirklichen Verursachers dieses Lasters, der sich zuerst die natürliche Leichtgläubigkeit der Indianer und ihre Neigung zur Idolatrie zu Nutzen macht, und dann viele andere Menschen niederstreckt, die Gott nicht genug fürchten und nicht genug Glauben besitzen.«

Durch das inquisitorische Vorgehen der Kirche wurde der indianische Gebrauch der Pflanzen der Götter in den Untergrund gedrängt und seit etwa 100 Jahren wiederentdeckt.

Die wissenschaftliche Forschung

Der sicherlich bedeutendste Naturwissenschaftler, der die mexikanischen Zauberpflanzen erforscht hat, ist der 1906 geborene Schweizer Chemiker Dr. ALBERT HOFMANN. Der mit zahlreichen Ehrendoktortiteln ausgezeichnete Forscher ist zwar bekannter durch die Entdeckung seines »Sorgen- oder Wunderkindes« LSD; aber gerade diese Entdeckung führte ihn direkt zu den mexikanischen Schamanen und ihren Wundermitteln. In den frühen Sechziger Jahren folgte er einer Einladung von dem Pilzforscher GORDON WASSON nach Mexiko. Dort lernte er die mazate kische Schamanin MARIA SABINA kennen und durfte bei einem ihrer nächtlichen Rituale die bewußtseinserweiternden Zauberpilze selbst probieren. Die Wirkung erinnerte den Schweizer an das LSD. Er besorgte sich daraufhin eine ausreichende Probe besagter Pilze und untersuchte sie in seinem Basler Labor. Durch mutige Eigenversuche konnte er schließlich als erster Mensch die »chemische Seele« der Zauberpilze extrahieren und der Welt die Wirkstoffe Psilocybin und Psilocin vorstellen. HOFMANN untersuchte auch die Samen der Windengewächse und konnte darin einen LSD-ähnlichen Wirkstoff entdecken. Ähnlich wie seinerzeit das LSD wurden auch die Pilz- und Windenwirkstoffe zunächst in der Psychiatrie eingesetzt.
Aber schon seit dem letzten Jahrhundert kennt die westliche Psychiatrie be wußt seins verändernde Drogen. Die erste Substanz, die in der Psychiatrie getestet und verwendet wurde, war das Meskalin. Es wurde um die Jahrhundertwende erstmals aus dem mexikanischen Peyotekaktus extrahiert, chemisch aufgeklärt und synthetisiert. Man interpretierte damals die Wirkung des Meskalin auf eine gesunde Versuchsperson als Zustand, den man sonst nur an psychopathologischen Patienten kannte. Die Idee der pharmakologisch ausgelösten »Modellpsychose« kam auf. Die Wirkung des Meskalins (und die der Pilze oder des Psilocybins) wurde als »Intoxikation, toxische Ekstase, Bewußtseinstrübung, Halluzinose, Modellpsychose, Drogenrausch, Emphase, Tag traum« usw. beschrieben. Verständlicherweise ist der Gebrauch von Drogen, die anscheinend pathologische Zustände auslösen, in der Psychiatrie und Psychotherapie nach wie vor umstritten.
Der Indianer kennt nicht unsere Probleme. Er muß nicht über abstrakte Definitionen nachgrübeln, braucht nicht erkenntnistheoretische Überlegungen anzustellen. Für ihn ist der Fall klar: Trance ist kein »veränderter Bewußtseinszustand«, sondern der Kontakt zur wahren Wirklichkeit, die Verschmelzung oder Begegnung mit einer Gottheit oder die Reise der Seele in die Unterwelt oder jene Regionen, die jenseits der Milchstraße liegen. Die erfahrene Vision ist keine Illusion oder Halluzination, sondern ein temixoch, ein »Blühender Traum«.

Die Pflanzen der Götter in der modernen Welt

Jedes Jahr im Herbst schwärmen die Pilzsammler in den Schweizer Jura. Einige suchen leckere Speisepilze, andere sammeln die »Zwergenmützen«, »Halluzipilze« oder einfach »Pilzli« genannten einheimischen Verwandten der mexikanischen Zauberpilze, die Spitzkegeligen Kahlköpfe (Psilocybe semilanceata). Obwohl der rituelle Gebrauch der heimischen Pilze schon den Alpennomaden bekannt gewesen sein soll, wurde der modernen Pilzgebrauch doch indirekt durch die Forschungen ALBERT HOFMANNs ausgelöst. Die Kraft der einhemischen Pilze steht der ihrer mexikanischen Verwandte in nichts nach. Auch sie bewirken Visionen von anderen Wirklichkeiten, erzeugen mystische Erfahrungen und lassen in den Pilzgenießern eine tiefe spirituelle Verbindung mit der Natur entstehen. Werden sie allerdings in einer unverantwortlichen Weise verzehrt, können sie grauenhafte Horrorvisonen und angstvolle Ichauflösungen erzeugen.
Der englische Philosoph und Schriftsteller ALDOUS HUXLEY führt die religiösen Konzepte von »Himmel« und »Hölle« auf derartige bewußtseinserweiternde Erfahrungen zurück. HUXLEY experimentierte selbst aus giebig mit den mexikanischen Zauberpflanzen und ALBERT HOFMANNs Produkten. Er erkannte in diesen Erfahrungen die »Antipoden der Psyche«; sich mit ihnen auseinanderzusetzen erschien auch ihm wertvoll. In seinem Buch die Pforten der Wahrnehmung schrieb er:

»Jede Erfahrung mit Meskalin, jede in der Hypnose entstehende Vision ist einzigartig; aber alle gehören unverkennbar derselben Kategorie an. Die Landschaften, die architektonischen Gebilde, die zu Büscheln geballten Edelsteine, die leuchtenden, verschlungenen Muster – sie sind in ihrer Atmosphäre übernatürlichen Lichts, übernatürlicher Farben und übernatürlicher Bedeutsamkeit der Stoff, aus dem die Antipoden der Psyche gemacht sind. Warum das so ist, das wissen wir nicht. Es ist eine nackte Erfahrungstatsache, die wir, ob es uns paßt oder nicht, hinnehmen müssen – genauso wie wir die Tatsache hinnehmen müssen, daß es Kängurus gibt.«

Quelle: Natürlich

Quelle: http://www.christian-raetsch.de/Artikel/Artikel/Im-Rausch-der-Pflanzen-der-Goetter.html

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Gruß an die Wahrheit

TA KI

Urbock oder echtes Bier


Christian Rätsch

Urbock oder echtes Bier

Jeder kennt Bier. Jedenfalls das moderne, nach dem Deutschen (genauer: Bayerischen) Reinheitsgebot gebraute. Seit 1516 darf Bier demnach nur noch aus Wasser, Malz, Hopfen und Hefe durch natürliche Gärung hergestellt werden. Das Reinheitsgebot war aber nicht nur ein Gebot, sondern gleichzeitig ein Verbot. Denn es wurde ausdrücklich der Gebrauch von Bilsenkraut, sowie anderer Kräuter als Bierzusatz mit diesem Erlaß verboten. Warum aber wurde das Bilsenkraut verboten? Was hatte es mit Bilsenkraut-Bier auf sich?

Heute wird auf vielen Wochen- und Weihnachtsmärkten an den Honigbuden »Met« verkauft: eine klebrige, honigsüße, dicke Flüssigkeit. Der Met unserer Ahnen hatte mit diesem Kuriosum allerdings nichts zu tun. Genauso hat das Bier unserer Ahnen mit dem heutigen Getränk gleichen namens wenig zu tun. Für Bier und Met waren die Zusatzstoffe weitaus wichtiger als der Gärstoff (Honig, Getreide, Brot, Malz). Die Germanen verfügten über verschiedene Brautechniken und stellten unterschiedlich schmeckende und wirkende Gebräue her, die in der alten und neuen Literatur unterschiedlich als »Met«, »Honigwein« oder »Bier« bezeichnet werden. Per Definition wird Met aus Honig und Wasser, Bier aus Malz oder Brot und Wasser unter Verwendung einer Hefe hergestellt. Sowohl Met als auch Bier enthalten 2-5% Alkohol. Um diese Getränke haltbar, schmackhaft oder kräftiger berauschend zu brauen, werden dem Trunk verschiedene Zusätze, meist Kräuter mit desinfizierenden, aromatischen und/oder psychoaktiven Eigenschaften zugesetzt.

Es gibt in der Biergeschichte keine bis heute bekannte psychoaktive Pflanze, die nicht irgendwann, irgendwo einmal dem Bier zugesetzt wurde. Die alten Ägypter brauten ein Alraunenbier, die Indianer versetzten ihre Chicha (= Maisbier) mit Kokablättern, Stechapfel- und Windensamen (Datura, Turbina, Ipomoea), im Orient wurde das Bier mit Haschisch und Opium aufgebessert, in Sibirien bröselte man getrocknete Fliegenpilze ins Bier. Die Gallier brauten Bier aus dem an sich schon berauschenden Taumel-Lolch (Lolium temulentum) und im Mittelalter würzte man die dünnen Biere mit Zimt, Muskat und Kardamom. Der Hopfen als Bierzusatz ist eine Erfindung der christlichen Mönche. Die Klosterbrüder sollten vom Bier nicht durch aphrodisisch wirkende Zusätze irritiert, sondern vom Hopfen beruhigt werden. Der heidnische »Met der Begeisterung« (Dichter- oder Skaldenmet) war kein simples Bier, kein einfacher Met, er muß ein psychoaktives Getränk gewesen sein, dessen berauschende Bestandteile stimulierend auf die Kreativität gewirkt haben.

In verschiedenen indogermanischen Traditionen dienen psychoaktive Pflanzenzubereitungen den Sängern und Dichtern als Inspirationsquelle: das legendäre Soma der Arier, der euphorisierende Bhang (= Hanf) der Brahmanen, der gepilzte Wein des Dionysos. Womit aber wurde der germanische Dichtermet gebraut? Welche Pflanzen, welche »Gewürze« oder »bitteren Kräuter« kannten und nutzten die Germanen?

Die germanischen Stämme kannten eine Reihe von Gewächsen, die als Zauberpflanzen bekannt waren und deren Ruhm bis in die Neuzeit ausstrahlte. Alle von der Kirche und Inquisition verteufelten Pflanzen waren den Heiden heilig. Auch heute fallen sie noch unter das Betäubungsmittelgesetz oder unter die Giftverordnung.

Bilsenkraut und Pilsener

Der Muslim IBN FADLAN wurde am 2. April 921 vom Kalifen von Bagdad nach Norden geschickt, um die Expansion des Islam voranzutreiben. In der Nähe von Bolgar an der Wolga traf er mit seiner Gesandtschaft auf die Rus, germanische Waränger (= Wikinger). IBN FADLAN war ein guter Beobachter und beschrieb sehr genau die Zeremonie einer Häuptlingsbestattung (Verbrennung auf einem Totenschiff), an der er teilnehmen durfte. Zu diesem Anlaß wurde ein »besonderes Bier« gebraut, das »sie bis zu dem Tage trinken, an dem seine Sklavin sich tötet und mit ihrem Herrn verbrannt wird. Sie trinken dieses Bier Tag und Nacht bis zum Verblöden; oft geschieht es, daß einer stirbt, den Becher in der Hand.« (zitiert n. Hans-Peter HASENFRATZ, Die religiöse Welt der Germanen, Freiburg usw., Herder, 1992)

Diese Darstellung paßt genau auf die Wirkungsweise von Bilsenkraut-Bier. In geringer Dosis berauscht ein mit Bilsenkraut gebrautes Bier; in mittleren Dosen aphrodisiert es. In höheren Dosen kommt es zu deliranten, »verblödeten« Zuständen, Verwirrung, Gedächtnisstörungen, mit tollen, unsinnig erscheinenden Verhaltensweisen. In Überdosierungen wirkt Bilsenkraut tödlich (durch Atemlähmung). Die toxikologische Literatur ist voll solcher Beispiele. Bilsenkraut hat noch eine, für den Schankwirt sehr interessante Nebenwirkung. Die Alkaloide (Scopolamin, Atropin) bewirken eine starke Austrocknung der Schleimhäute. Bilsenkraut-Bier ist das einzige Getränk von dem man immer durstiger wird, je mehr man davon trinkt!

Weiter beschreibt IBN FADLAN wie das gleiche Bier der Sklavin vor ihrem rituellen Freitod gegeben wird und wie es auf sie wirkt: »Hierauf kamen die Männer mit Schildern und Stöcken, reichten ihr einen Becher Bier, worauf sie sang und ihn trank. […] Ein anderer Becher wurde ihr gegeben. Sie nahm ihn und sang lange, während die alte Frau [der Todesengel] sie antrieb, auszutrinken und in das Zelt zu treten, wo ihr Herr lag. Da sah ich, wie sie sich verwirrte: beim Versuch, das Zelt zu betreten, geriet sie mit dem Kopf zwischen Zeltwand und Schiff. Da nahm die Alte ihren Kopf und ging mit ihr zusammen hinein. […] Nun betraten sechs Männer das Zelt und alle hatten Geschlechtsverkehr mit der Sklavin.«

Bilsenkraut (Hyoscyamus niger) war den antiken Autoren (DIOSKURIDES, PLINIUS) sehr gut bekannt. Für die keltischen Gebiete ist der Name Belinuntia, »Kraut des Sonnengottes Bel« überliefert; die Gallier vergifteten ihre Wurfspieße mit Bilsensud. Heilende Eigenschaften wurden schon in den frühesten angelsächsischen Arzneibüchern angeführt. Der Name geht auf Indogermanisch *bhelena zurück und soll ursprünglich »Tollkraut« bedeutet haben. Urgermanisch scheint bil soviel wie »Vision, Halluzination« oder »magische Kraft, Wunderkraft« bezeichnet haben. Es gibt sogar eine germanische Göttin, die Bil hieß; ihr Name wird als »Augenblick« oder »Ermattung« gedeutet. Sie stellt das Bildnis im Mond dar, oder gilt als Personifikation einer Mondphase. Sie war wohl eine »Bilsenfee« oder eine »Göttin des Bilsenkrautes«, eine Art Pflanzendeva. Vielleicht war sie sogar die Göttin des Regenbogens: Bilröst ist der Name der Regenbogenbrücke, die nach Asgard, den Göttergarten, führt. Bil wird auch als ursprüngliches Wort für »Himmelsbrücke« betrachtet.

Der älteste historische Beleg für die Verwendung des Bilsenkrautes als germanische Zauberpflanze befindet sich im 19. Buch der Sammlung kirchlicher Dekrete (»Deutsches Bußbuch«) des Bischofs BURCHARD VON WORMS (gest. 1025). In einer Beichtfrage wird folgendes Ritual – erstaunlich detailliert! – dargestellt:

»Tatest du, was gewisse Frauen zu tun pflegen? Wenn sie Regen benötigen und keinen haben, sammeln sie mehrere Mädchen und erwählen sich daraus eine kleine Jungfrau gewissermaßen zur Anführerin. Sie entblößen sie und führen die so entblößte außerhalb der Siedlung an einen Ort, wo sie Hyoscyamus finden, was auf deutsch Bilse heißt. Sie lassen sie dieses Kraut mit dem kleinen Finger der rechten Hand ausreißen und das entwurzelte Kraut an der kleinen Zehe des rechten Fußes mit irgendeinem Band befestigen. Dann führen die Mädchen, von denen jedes eine Rute in Händen hält, die besagte Jungfrau, die das Kraut hinter sich herzieht, in den nächsten Fluß, und mit eben den Ruten bespritzen sie die Jungfrau mit Flußwasser, und so hoffen sie, mit ihren Zaubereien Regen zu erhalten. Dann führen sie die besagte Jungfrau, nackt, wie sie ist, und die Füße nach Art des Krebses aufsetzend und bewegend, an den Händen vom Fluß zur Siedlung zurück. Wenn du das getan oder zu tun zugestimmt hast,…«

Das Bilsenkraut wurde im Mittelalter bereits verteufelt und in der frühen Neuzeit dem Hexenwesen zugeschrieben: »Die Hexen tranken den Absud vom Bilsenkraut und hatten jene Träume, für die sie gefoltert und hingerichtet wurden. Auch zur Hexensalbe ward es verwendet, und man benützte es zum Wettermachen und zum Geisterbeschwören. Gab es eine große Dürre, so tauchte man einen Bilsenstengel in eine Quelle und besprengte damit den sonneglühenden Sand.« (K. RITTER VON PERGER, Deutsche Pflanzensagen, Stuttgart und Oehringen, 1864, S.181) Hier wird also das Bilsenkraut in die Nähe des Wetter- und Gewittergottes Donar gerückt. Die Römer assoziierten das ihnen gut bekannte Bilsenkraut mit ihrem Jupiter, den sie mit dem germanischen Donnergott gleichsetzten. In der Schweiz findet sich heute noch der volkstümliche Name Jupitersbon, »Bohne des Jupiter« für das seltene Bilsenkraut.

Der germanische Donnergott Thor oder Donar war der trinkfreudigste und trinkfesteste unter den Göttern. Ihm waren darum die stark berauschenden Bocksbiere geweiht. Es ist nichts logischer, als das Bier für den Gewittergott mit seiner Pflanze, dem Bilsenkraut zu brauen. In der Tat ist seit dem frühen Mittelalter der Gebrauch von Bilsenkraut als Bierwürze bezeugt. Die Germanen hatten wegen der enormen Nachfrage nach dem in Deutschland und Nordeuropa sehr seltenen Bilsenkraut eigens dafür Bilsengärten angelegt. Diese Bilsengärten standen unter dem Schutz des Wotan/Odin, dem Vater des Donnergottes, und galten als Heiläcker, also Orte, an denen Heilungskräfte anwesend waren bzw. wo Heilungsrituale durchgeführt wurden. Diese ehemaligen Anpflanzungen leben in verschiedenen Ortbezeichnungen bis heute fort, z.B. Bilsensee, Billendorf, Bilsengarten und vor allem im böhmischen Pilsen. So hat die Stadt, nach der unser modernes, stark gehopftes Bier »Pilsner« heißt, seinen Namen selbst vom Bilsenkraut, das dem echten »Pilsener Bier«, nämlich dem Bilsenkraut-Bier seinen Namen verlieh! In der Schweiz lebt der alte Name pilsener krut in der Bezeichnung Pilsenkraut bis heute fort.

Sumpfporst, Gagel und Grutbier

Bilsenkraut war aber nicht der einzige Bierzusatz, der den Germanen bekannt war. Im Norden wächst der immergrüne Sumpfporst* (Ledum palustre); er hat eine lange Tradition als schamanisches Räuchermittel (z.B. in Sibirien und Zentralasien). Das aromatische Kraut wurde schon früh dem Bier als Würze zugesetzt. In Schweden wurde zur Wikingerzeit mit Sumpfporst, manchmal vermischt mit dem aromatischen Gagel (Myrica gale), Bier gebraut. Dieses Bier heißt in der nordischen und mittelalterlichen Literatur seit dem 5.Jh. »Grutbier«. Es wurde für Gelage und festliche Anlässe gebraut und bis zur Neige geleert.

In den skandinavischen Quellen zum Bier und Bierbrauen wird das Grutbier durchgängig als Ursache für die Berserkerwut angeführt. Bei den Grutbiergelagen kam es meist zu üblen Auseinandersetzungen: »Aufkommender Streit artete oft in Bluttaten aus. In gewissen Gegenden von Småland banden sich die Zweikämpfer nach alter Sitte mit dem Gürtel zusammen, aus dem sie nicht früher freigemacht wurden, bis einer der Zweikämpfer durch das Messer erledigt war. Die Frauen pflegten deshalb das Totenlinnen mitzunehmen, wenn sie ihre Männer zu Trinkgelagen begleiteten.« (W. SANDERMANN, »Berserkerwut durch Sumpfporst-Bier« Brauwelt 120(50), 1980, S. 1870)

Der Sumpfport enthält ein ätherisches Öl (Ledumöl; Hauptwirkstoff Ledol), das stark berauschend wirkt, in höheren Dosierungen zu Krämpfen, Wut und Raserei führt. Vielleicht nutzten die Wikingerbanden und die Berserker-Geheimbünde diese Eigenschaften für ihre magischen Rituale, zur Tierverwandlung und zum sprichwörtlichen Berserkergang, dem furor teutonica.

Pilz-Bier

Pilze spielen in vielen Volkstraditionen ein magische Rolle. Der keltische Giftschwamm Bwyd-Ellylon gehört zu den »Leckerbissen der Elfen«, die Narrenschwämme versetzen den Menschen in einen »närrischen« Zustand, aus Hexeneiern werden Liebestrünke gebraut. Neben eßbaren, ungenießbaren und wenigen wirklich giftigen Pilzen gibt es in allen germanischen Gebieten, ja in ganz Europa ein Vielzahl an psychedelischen Pilzen, besonders den Spitzkegeligen Kahlkopf (Psilocybe semilanceata) und den Dunkelrandigen Düngerling (Panaeolus subbalteatus).

Ob die Germanen die psychedelischen Kräfte der Pilze kannten und nutzten ist nur zu vermuten, aber sehr wahrscheinlich. Es gibt in Skandinavien verschiedene Felsbilder, die anthropomorphe Wesen mit Pilzen darstellen; diese Szenen tragen durchaus schamanische Züge und können auf einen schamanisch-psychedelischen Kult hinweisen. In frühen Dokumenten zur deutschen und nordischen Braukunst wird angeführt, daß dem Bier oder Met »Schwämme«, also Pilze zugesetzt wurden. Die einzige sinnvolle Erklärung dafür ist: die Brauer kannten das psychedelische Geheimnis der einheimischen Pilze und stellten damit ein hochwirksames Ritualgetränk her.

Germanische Trinkgelage

Im Mai werden in den norddeutschen Landen die alkoholstarken Maiböcke gebraut und reichlich – oft bis zur Besinnungslosigkeit – getrunken. Im Herbst wird das Märzen angezapft; auf den Wiesn tobt dann das Oktoberfest und hinterläßt Felder von Besoffenen. In Skandinavien wird das Julbier (= »Weihnachtsbier«) bis zum Zusammenbruch hinuntergestürzt. Diese Volksbelustigungen gehen auf alte Trinkrituale der Germanen zurück.

Im Frühjahr (Ostern) wurden zum Bocksopfer das aphrodisische »Bocksbier« gebraut und den Fruchtbarkeitsgöttern Donar und Freia zu Ehren getrunken. Im Herbst wurde das Erntebier gemeinschaftlich beim Erntedankfest zu Ehren der Erdgottheiten genossen. Zur Wintersonnenwende (Weihnachten) wurde mit dem Julbier den Ahnen (den Toten, die unter Wotans/Odins Schutz standen) gehuldigt.

Die Germanen waren für ihre Trinksitten, ihre Trinkgelage und ihre Trinkhörner weithin berühmt. Schon der römische Geschichtsschreiber TACITUS (1.Jh.) schrieb: »Tag und Nacht ohne Unterbrechung zu zechen ist für niemand ein Vorwurf. Vielfach gibt es dann, wie eben unter Betrunkenen, Händel, die nur selten mit bloßen Schmähreden, öfter mit Totschlag und Verletzungen enden. Aber auch über gegenseitige Versöhnung von Feinden, über die Anknüpfung verwandtschaftlicher Bande und über Berufung von Fürsten, schließlich über Krieg und Frieden beraten sie meist bei solchen Gelagen, weil sich angeblich zu keiner anderen Zeit das Herz leichter für aufrichtige Gedanken erschließt oder für hohe erwärmt.« (Germania 22)

Alle Quellen deuten daraufhin, daß der Genuß von Bier, Met oder ähnlichen Gebräuen mit Geselligkeit und religiösen Ritualen verbunden waren. Man versammelte sich zu Bier- und Trankopfern, benutzte besonderes rituelles Trinkgeschirr, z.B. goldbeschlagene Trinkhörner, und nahm mit Göttern und Ahnen Kontakt auf. COLUMBAN traf in der Bodenseegegend auf die heidnischen Alemannen (Südgermanen), die um eine mächtige Kufe Bier versammelt waren und diese ihrem Gott Wodan (= Odin) zu Ehren gemeinschaftlich leerten (Vita Columbani c.53).

Ritualbiere wurden aber nicht nur für die Raufereien der Berserker gebraut, sondern für Glück und Frieden getrunken. So heißt es in einer germanischen Quellen: »Der Häuptling, der das Opferfest veranstaltete, sollte den Opferbecher und die Speisen segnen, und dann sollte man zuerst Odins Becher leeren – man trank ihn für Sieg und glückliche Regierung des Königs – und dann den Becher des Njördr und Freyr für gute Ernte und Frieden.« (Hkr. I)

In der Edda, der Hauptquelle der nordischen Mythologie steht ein Satz, der sehr aufschlußreich für den Gebrauch des Bieres ist:
»Trunk mag frommen,
wenn man ungetrübt sich den Sinn bewahrt.«
Also: nicht bis zur Besinnungslosigkeit saufen, sondern den Rausch sinnvoll genießen!

Literatur

ERNST HUG, Wolfzahn, Bilsenkraut & Dachsschmalz, St. Märgen, 1993.
A. MAURIZIO, Geschichte der gegorenen Getränke, Berlin, Paul Parey, 1933.
CLAUDIA MÜLLER-EBELING, »Wolf und Bilsenkraut, Himmel und Hölle: Ein Beitrag zur Dämonisierung der Natur« in: Susanne G. SEILER (Hg.), Gaia – Das Erwachen der Göttin, Braunschweig, Aurum, S.163-182.
CHRISTIAN RÄTSCH, Urbock: Bier jenseits von Hopfen und Malz. Aarau, Stuttgart: AT Verlag, 1996.
HERMAN DE VRIES, »heilige Bäume, bilsenkraut und bildzeitung« in: Ch. RÄTSCH (Hg.), Naturverehrung und Heilkunst, Südergellersen, Verlag Bruno Martin, 1993.
Quelle: Natürlich
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Quelle: http://www.christian-raetsch.de/Artikel/Artikel/Urbock-oder-echtes-Bier.html

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Gruß an die Geselligkeit

TA KI