Muss das Tier denn Schrecken tragen?


Weshalb Tiere auch die schlechten Eigenschaften der Menschen verkörpern müssen.

Von: Ursula Seiler

Anfang Januar meldete die deutsche Illustrierte Stern eine „ganz kleine Sensation“: „In den Wäldern Madagaskars haben Zoologen eine neue, winzige Primatenart entdeckt, den Microcebus gerpi. Der kulleräugige Mausmaki wird zu den Lemuren gezählt und ist mit rund 70 Gramm Körpergewicht fast doppelt so schwer wie andere Mausmaki-Arten.“

Tatsächlich versteckt sich in den Urwäldern der Erde noch so manches von der Wissenschaft nicht registrierte Tier. Manchmal auch, weil seine Art vor gar nicht so langer Zeit entstanden ist.

Mausmaki

Und das sei nicht zuletzt dem Menschen zu verdanken. Denn jedes Tier verkörpere letztlich eine gewisse Eigenschaft des Menschen, sagt der „Braune“, ein feinstofflicher Tierhirte aus dem Naturreich, in den Flensburger Heften.[1] „Du kannst jede Eigenschaft, jede Tugend, jedes Gefühl eines Menschen nehmen und diese Eigenart auf spezialisierte Weise in der Tierheit wiederfinden. Tiere führen euch eure astralen Eigenschaften als Wesen vor Augen“, erläutert er. So verkörpere beispielsweise der Steinbock das „Streben zum Geiste“, die Ringeltaube die Fähigkeit zur Geisterkenntnis, der Esel das Ausharrungsvermögen, das Kamel Durchhaltevermögen und Geduld, das Känguru den Vorwärtsdrang, der Elch die natürliche und harmonische Sexualität, der Specht solides Handwerkertum, die Giraffe die Sanftheit und das Chamäleon – wen wundert’s – die Anpassungsfähigkeit.

Da der Mensch in letzter Zeit aber ein wenig „aus dem Ruder läuft“, gibt es mehr und mehr Tierarten, die die Gefühlsexzesse, die sich der Mensch leistet, verkörpern müssen – was für die betroffenen Kreaturen natürlich alles andere als lustig ist.

Zu ihnen gehören auch die Makis. In den Gesprächen mit Tieren, Band 5 meldet sich ein philippinischer Koboldmaki zu Wort. Befragt, weshalb die Makis so scheu seien, sagt er, der Grund liege darin, „dass wir etwas von der Weltenpanik in uns haben“. Damit meint er „die Urangst, das Erschrecken. Das haben wir in unserer Astralität versinnbildlicht. Vor allem ist das das menschliche Erschrecken.“ In Gefangenschaft fährt der Schrecken den Makis oft so sehr durch Mark und Bein, dass sie nicht mehr fressen und einander die Köpfe einschlagen. Sulu, der Koboldmaki, gibt preis, ein Maki ertrage es nicht, wenn ein anderer ihn zu lang ansehe mit seinen großen, dunklen, kugeligen Augen. In der Natur könne man schnell weghuschen, doch im Käfig sei das nicht möglich – „…und dass wir nicht ausweichen können, erschreckt uns so doll, dass wir uns manchmal den Kopf einschlagen.“

Die ganze Physiognomie des Makis ist darauf angelegt, dass er das, was er darstellen muss – den Schrecken – leichter erträgt. Kopf und Hals kann er um 180 Grad drehen – eben weil er so ein ängstliches Wesen ist. „Wir wollen immer schauen, was hinter uns ist, und zwar ganz schnell! Deswegen haben wir auch so große Ohren.“ Um ihre fast stete Angst zu vertreiben, singen sie gerne; am liebsten Liebeslieder, bei denen das Weibchen anfängt und das Männchen dann einstimmt. „Wir singen in dieser Weise, um die Sozialstruktur zu verbessern“, sagt Sulu. „Wir singen einfach gerne. Wir sitzen und singen ein Duett; das macht Freude! Außerdem hat man beim Singen keine Angst.“

Sulu macht klar, dass das Erschrecken, das so sehr Teil der Natur des Makis ist, ihm keinen Spaß mache, genauso wenig wie die Furcht vor dem Erschrecken, die er ebenso verkörpere. „Deshalb sind wir äußerlich so niedlich, weil wir nicht gerne erschreckt werden“, gibt er preis. Und wünscht sich vom Menschen: „Erschrecke nicht!“ Denn in dem Maße, als der Mensch über das Erschrecken hinaus gelangte, würde diese Qualität im Maki verschwinden – zu seiner großen Erleichterung. Das erzähle man mal den Thriller- und Horrorautoren und den Filmemachern!

Ein anderes, wenig bekanntes Tier, das dem Maki äußerlich recht ähnlich sieht, ist der Schlanklori. Das Welt der Wunder Magazin[2] schrieb über ihn: „Für einen Schlanklori ist die Welt voller Schrecken. Ein Vogelschrei kann ihn vollkommen aus der Fassung bringen und ein Donnergrollen sein Ende sein. Diese Affen sind die schreckhaftesten Tiere der Erde. Bereits eine ungewöhnliche Bewegung kann ihr hektisches kleines Herz zum Stillstand bringen, zumindest löst sie aber eine Art Panikstarre aus. Was auch nicht schön ist: Üble Abstürze aus hohen Baumkronen sind an der Tagesordnung. Die Ängstlichkeit der Tiere geht so weit, dass sie ihr Revier mit Urin markieren, allerdings nicht, um die Rivalen fernzuhalten, sondern zur eigenen Orientierung. Ganz nach dem Motto: Was ich kenne, muss ich nicht mehr fürchten!“

„Du brauchst ihnen doch nur in ihr panisches Gesicht zu schauen und Dich an Menschen zu erinnern, die in eine panische Situation geraten sind“, sagt der „Braune“, der Tierhirte, dazu. „Dann hast du die Eigenschaft, die sich in diesen Tieren verkörpert. In den Urwäldern anderer Kontinente gibt es viele Tiere, welche von eurer Wissenschaft noch nicht erfasst bzw. nicht erforscht worden sind. Viele Tierarten sind auch deswegen noch nicht richtig erfasst worden, weil sie erst vor Kurzem entstanden sind. Sie sind Ausdruck neu erworbener menschlicher Eigenschaften, zum Teil massiv krankhafter Art. Diese Paniktiere verkörpern das, was mit zunehmender Ausprägung des Egoismus, aber auch der menschlichen Individualisierung immer mehr in die Welt kommt: Angst! In dem Maße, in dem Psychosen, Ängste und Ähnliches zunehmen, werden sich in anderen Gegenden der Welt Tierarten ausprägen, die diese neu entstehenden Ängste als Tier leben müssen. Ihr erschafft diese Tiere, diese Nervenwracks! Es liegt daran, dass ihr diese egoistischen Ausprägungen eures Ich in euch wahrnehmt und dass ihr immer mehr Ängste zulasst.“

Frühere Menschen kannten auch die Furcht vor konkreten, lebensbedrohlichen Dingen und Situationen, doch nicht die diffuse Angst – und schon gar nicht litten sie so massenhaft wie heute unter irgendwelchen Psychosen. „Heute haben die Menschen Angst vor sich selber, Angst vor irgendwelchen Dingen aus den Medien, die sich in ihren Köpfen festsetzen, Angst vor dem Unbekannten, Angst vor Wahnbildern. Das hatten die Menschen früher nicht. Die Ängste werden heute verstärkt, weil die religiöse Anbindung der Menschen immer schlechter wird. Religion schützt vor Ängsten“, gibt der Tierhirte zu bedenken. „Im religiösen Bereich findest Du Räume, die Dich vor der Angst schützen. Diese Affen – die Schlankloris – irren durch ihre inneren Räume und können sich nicht orientieren. Sie hetzen von einem leeren Raum in den nächsten. Das ist ein Bild für die offene oder geschlossene Psychose. Je mehr ihr eure geistige Anbindung verliert, je mehr ihr euch nur auf euch selbst und eure Egoismen konzentriert, desto mehr werden solche psychotischen Tiere entstehen. Denn es ist ein ehernes Gesetz in der geistigen Welt: Alles, was seelischer und geistiger Ausdruck der Menschen und anderer geistiger Wesen ist, muss als physisch-materieller Ausdruck auf der Erde entstehen.“

— Ende des Artikelauszugs —
Gruß an die Religions-/ und Angstfreien
TA KI