Auf dem Weg zur universellen Pflegekraft: Gesetzentwurf zur Pflegeberufs-Reform


Der Deutsche Bundestag hat am Freitag in erster Lesung über den Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Reform der Pflegeberufe beraten. Wenn das Gesetz durchkommt, soll es in Zukunft statt Alten-, Gesundheits- und Kranken- sowie Gesundheits- und Kinderkranken-Pflegern nur noch Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner geben.

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Die Reform des Pflegeberufes zielt darauf ab, das einheitliche Berufsbild „Pflege“ zu schaffen, welches den stetig wachsenden Anforderungen in diesem Berufszweig entspricht. Auch die persönlichen Entwicklungschancen im Pflegeberuf werden im neuen Gesetz berücksichtigt.

„Pflegerinnen und Pfleger setzen sich tagtäglich unermüdlich für andere ein. Dafür haben sie gute Arbeitsbedingungen und eine angemessene Bezahlung verdient. Wenn wir mehr Menschen für die Pflege begeistern wollen, brauchen wir aber auch eine moderne Ausbildung, die auf die veränderten Anforderungen in der Praxis vorbereitet und zugleich bessere Berufs- und Aufstiegschancen schafft“, sagte dazu Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe.

Viele Jahre habe man über die Reform geredet. Jetzt sei die Zeit gekommen, Pflege und Pflegekräfte durch eine zukunftsfähige Ausbildung weiter zu stärken. „Ich freue mich deshalb sehr über die große Zustimmung der Pflegekräfte und ihrer Verbände sowie der Wohlfahrtsverbände und aus der Wissenschaft zur neuen Pflegeausbildung“, fügte er hinzu.

Das Pflegeberufsgesetz soll einen wesentlichen Beitrag leisten, um den Herausforderungen, die mit dem demografischen Wandel und der Flüchtlingskrise einhergehen, gerecht zu werden. Dazu braucht es qualifiziertes Personal.

Angedacht ist, das Gesetz durch eine Ausbildungs- und Prüfungsverordnung zu ergänzen, die wesentliche Details insbesondere zu den Inhalten und der Struktur der Ausbildung enthalten wird, meldet das Bundesgesundheitsministerium. Eckpunkte zu dieser Verordnung liegen vor und können so in die weiteren Diskussionen zum Gesetzentwurf einbezogen werden.

Pfleger werden damit also alle gemeinsam unterrichtet. Sie können aber einen Schwerpunkt auf Alten-, Gesundheits-, Kranken- oder Kinderkrankenpflege setzen. Den Großteil ihrer Ausbildung absolvieren die Azubis dann beim jeweiligen Ausbildungsträger.

Die neue Ausbildung ist bundesweit kostenfrei. Um sie lukrativer zu machen, soll fortan kein Schulgeld mehr bezahlt werden müssen. Stattdessen erhalten die Auszubildenden eine Vergütung. Die Vereinheitlichung umfasst auch das steile Lohngefälle in der bisherigen Pflegelandschaft.

Das Gesetz bedarf der Zustimmung des Bundesrates. Der erste Ausbildungsjahrgang ist für 2018 geplant. Pflegeschulen und Ausbildungsbetrieben bleibt so genug Zeit, sich auf die neue Ausbildung vorzubereiten. (kf)

Quelle: http://www.epochtimes.de/gesundheit/auf-dem-weg-zur-universellen-pflegekraft-gesetzentwurf-zur-pflegeberufs-reform-a1316221.html

Gruß an die, das beginnende Chaos erkennen

TA KI

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Ärzte: Krank zur Arbeit ist der Normalfall


Viele Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger riskieren eher die Ansteckung der Patienten als zu fehlen

Fatales Pflichtbewusstsein: Viele Ärzte und Krankenschwestern gehen krank zu Arbeit – obwohl sie wissen, dass sie ihre Patienten damit gefährden. Das zeigte eine US-Studie, nach der mehr als 80 Prozent der befragten Krankenhausmitarbeiter mindestens einmal im vergangenen Jahr mit Durchfall, Fieber oder Erkältung arbeiten waren. Der häufigste Grund für das unvernüftige Verhalten: Schlechtes Gewissen den Kollegen gegenüber.
stethoskopbEigentlich sind die Fakten klar: Die meisten Allerwelts-Erkrankungen wie Durchfall, Erkältungen und Co werden von bakteriellen oder viralen Erregern verursacht – und sind daher ansteckend. Der Kontakt mit der Ausatemluft oder den Händen des Erkrankten kann schon ausreichen, um die Erreger zu übertragen. Das Immunsystem gesunder Menschen kann diesen Angriff oft folgenlos abwehren, doch bei ohnehin schon kranken Patienten in der Arztpraxis oder im Krankenhaus ist das oft nicht der Fall.

Paradoxes Verhalten

Es wäre daher naheliegend, dass Krankenhaus-Ärzte und Pfleger besonders darauf achten, ihre Patienten nicht noch zusätzlich zu gefährden. Aber ist das auch so? Das haben Julia Szymczak und ihre Kollegen nun für 280 Mediziner und 256 medizinische Assistenten und Krankenpfleger des Children’s Hospital in Philadelphia überprüft.

Das paradoxe Ergebnis: 95 Prozent der Befragten war der Überzeugung, dass es ein Risiko für Patienten ist, wenn ein Arzt oder Pfleger trotz ansteckender Krankheit arbeitet. Dennoch gaben 83 Prozent von ihnen zu, mindestens einmal im vergangenen Jahr krank zur Arbeit erschienen zu sein. Die Symptome ihrer Infektionen reichten dabei von Durchfällen über Fieber bis hin zu Husten und anderen Erkältungssymptomen.

Rücksicht auf die Kollegen

Aber warum dieser Widerspruch zwischen Wissen und Handeln? Auch dazu haben die Forscher ihre Kollegen befragt. Das Ergebnis: Mehr als 98 Prozent gaben als Hauptgrund an, dass sie ihre Kollegen nicht im Stich lassen wollten. Das Wissen um die ohnehin herrschende Überlastung und die Probleme, die ein Fehlen bei der Versorgung der Patienten verursachen würde, bewegen sie dazu, wider besseres Wissen zur Arbeit zu kommen.

Hinzu kommt, dass gerade im Krankenhaus oft die Devise gilt: Wer nicht den Kopf unter dem Arm trägt, der kann auch arbeiten. Viele Ärzte und Mitarbeiter waren sich zudem unsicher, wie schwerwiegend die Symptome sein müssen, damit sie „guten Gewissens“ zum Wohle der Patienten fehlen können, wie die Forscher berichten.

Krankmelden als Stigma

„Das zeigt, welche komplexen sozialen und logistische Faktoren dieses ungesunde Verhalten verursachen“, erklären Szymczak und ihre Kollegen. Ihrer Ansicht nach ist es dringend nötig, hier mehr Klarheit zu schaffen und vor allem die Vertretung im Krankheitsfall besser zu regeln. Das Problem erkannt zu haben, ist ihrer Ansicht nach ein wichtiger Schritt dazu, diesen Missstand zu ändern.

„Um hier ein besseres System zu schaffen, braucht es einen kulturellen Wandel“, meint dagegen Jeffrey Starke vom Baylor College of Medicine in Houston in einem begleitenden Kommentar. Denn gerade im medizinischen Bereich sei das Krankmelden noch immer mit einem Stigma belegt. Wer zu oft fehlt, bekommt schnell das Image des „Drückebergers“, der schon beim kleinsten Wehwehchen zuhause bleibt.

Zwar haben die Forscher ihre Ergebnisse in einem US-Krankenhaus erhoben. Dennoch liegt nahe, dass es auch hierzulande kaum anders sein dürfte. Denn auch in Deutschlands Krankenhäusern herrscht chronischer Personalmangel und schon im Normalfall sind viele Ärzte und das Stationspersonal überlastet. Dass dem Sparzwang dabei die Gesundheit von Personal und Patienten zum Opfer fällt, scheint man dabei in Kauf zu nehmen. (JAMA Pediatrics, 2015; doi: 10.1001/jamapediatrics.2015.0684)

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Gruß an die, die sich auskurieren
TA KI