Weltgebäude


Weltgebäude, Vorwort

Eines Sonnabendmorgens fand ich in meinem Briefkasten einen unadressierten Briefumschlag mit ein paar anregenden in handschriftlicher Druckschrift abgefassten Seiten. Es handelte sich um unvollendete Manuskriptteile zum vorliegenden Artikel. Irgendetwas muss deren Verfasser bewogen haben, das nicht fertige Werk mir schnell in diesem Stadium anonym zu übergeben, wohl mit der inneren Bitte, es zu Ende zu bringen und etwas daraus zu machen
Der geneigte Leser möge sich selbst überzeugen. Die Brisanz des Inhalts wird ihm relativ schnell klar werden. Was mag den Schreiber bewogen haben, in der akuten Phase der versuchten Auslöschung des weißen Europas wie wir es kennen, seinen Werkbeginn der Aufklärung darüber, weiterzureichen?
Am wahrscheinlichsten erscheint, dass es breit verteilt und er unerkannt bleiben wollte, aber warum der abrupte Abbruch? Darüber, warum es nur bruchstückhaft blieb wohl aber Anstöße in Form von Stichpunkten gegeben wurden, kann man nur mutmaßen und der Leser möge sich dazu eigenen Anschauungen hingeben.
Mir wurde klar, dass ich handeln und die Anonymität des Schreibers wahren sollte. Also setzte ich mich sofort hin und diktierte die Manuskriptblätter in den Computer, um die verräterische handschriftliche ursprüngliche Aufzeichnung dann dem Feuer zu überlassen. Es ging nicht um die Person, sondern um den Inhalt, das war klar. Wegen des unvollendeten Restteils, der den größten Umfang einnehmen würde, spielen auch stilistische Aspekte eher eine weniger wichtige Rolle. Darum habe ich mich entschlossen, das gesamte Werk in meiner Schreibweise abzufassen und den Anstoßenden an dieser Stelle gebührlich herauszuheben. Auf diese Weise wird auch sein bewusstes Abtauchen nicht mehr aus dem Schreibstil heraus nachverfolgbar.
Möge alles zu einem guten Ende kommen, sowohl auf der persönlichen Ebene aber vor allem für unsere geschundenen Völker, sowohl dem Menschtum als auch der Erde und gemeinsam in harmonischer Einträchtigkeit.

LaRö am 5.12.2015

Weltgebäude

Seit ewig gibt es im weiten Weltenall Wesenheiten, Wissende und weniger Wissende, Geistvolle und mit geringerem Geist, Liebende und weniger Liebende aber auch weniger Geliebte und auch solche, die sich geringer geliebt fühlen, Gottdurchseelte, Engelhafte aber auch Neidvolle, Gierige und Machthungrige bis hin zu Garstigen, Zornigen, Grausamen und Schikanierenden. Es gibt Teilweltenbeherrscher im Guten, wie auch Ausnutzende und nur auf ihren Vorteil Bedachte.
Da aber alles vom Alleinen durchseelt und geliebt wird, werden in allerletzter Konsequenz (nichts für menschliche Zeitmaßstäbe) alle Teile so zusammengeführt sein, dass sie sich harmonisch ergänzen wie in einem Puzzle, auch wenn sie einzeln, direkt gegenüberstehend, vielleicht gar nicht gut zusammenpaßten.
Es ist ein göttliches Spiel und es gibt heute schon engelhafte Wesen, Räume voller Liebe, Schönheit und Reinheit, Zeiten voller Harmonie und Wohlklang. Jeder einzelne kann sich beteiligen, indem er das Beste, Liebevollste und Edelste in jeder erdenklichen Situation lebt…

Fiktion
Auch auf der Erde hat es schon vor undenklichen Zeiten blühende Wesen, Kulturen und Zivilisationen gegeben, die wieder vergingen oder ausgelöscht wurden, teilweise mit fast allem Leben, pflanzlicher oder tierischer Natur.
Neue Schöpfungen entstanden und entwickelten sich und so fort. Viel Schönes, Auserwähltes, Hohes und Reines findet sich schon in unserem Vorfeld.

Einer der angereisten Weltenherrscher besitzt riesige Ländereien von der Größenordnung Asiens Europas, Afrikas und Amerikas zusammen. Er und seinesgleichen haben umfassende Bildung, außergewöhnliche Fähigkeiten aller Art aber auch einen großen Geltungsdrang. Es war leicht für ihn sich die vorgefundene Welt einzuverleiben und untertan zu machen. Doch was bestätigte ihn das? Niemand und nichts in seiner Schöpfung war da, was ihn wegen all seiner Großartigkeit anbetete und vergötterte.
Er plante deshalb, sich geeignete Wesenheiten zu schaffen, nach seinem Ebenbild, intelligent (genug) sich die Welt zu erschließen aber andererseits so, dass ihr geistiges Niveau nicht annähernd an das seine, des Schöpfers, reichte. Und somit bliebe immer Abhängigkeit und natürlich Bewunderung und Anbetung für ihn, ihren Schöpfer gewährleistet.
Dieses Unterfangen ließ sich leichter realisieren als angenommen, da auf der Erde schon eine Reihe großer Affenarten existierten, die evolutionär nicht nur aus niederer stehenden Arten hervorgingen, sondern zum Teil auch Rückbildungen sehr sehr weit zurückliegender, ursprünglich hochentwickelter Menschheitszivilisationen, deren wenige übrig gebliebene Vertreter nach Katastrophen, Vernichtung und Kriegen die Zivilisationen nicht mehr erneuern konnten und degenerierten. (Manchmal wiederholt sich halt Geschichte auch.)
Es bedurfte nur noch weniger Schritte und Einkreuzungen eigener Gene der Schöpferrasse und man hatte einen Grundstock von einfachen Menschwesen (Mansch-Wesen) , die man in einigen Generationen veredelt formen und ziehen konnte. Das Ziel war erreicht, auch wenn zum Teil noch primitiv. Das neue Menschwesen ließ sich vielfältig nutzen und entwickelte sogar die erwünschten Gefühle von Anbetung und Dankbarkeit. Teilweise fand sich Unterwürfigkeit, bis hin zum speichelleckenden Lakaientum. Selbst für die Prostitution waren die Menschwesen gut brauchbar, das war natürlich nicht nur ein hochwillkommener Nebeneffekt.
Anfänglich mussten die Götter lediglich für das leibliche Wohl in Form von materieller Nahrung der Menschen sorgen, da diese noch nichts von deren Erzeugung verstanden und von selbst nur Früchte pflücken und ernten konnten. Das war damals für die Menschen wie im Paradies. Doch auch dies hatte nur eine begrenzte Zeitspanne, bis sie aus Eden verstoßen worden und aufgrund ihrer gewachsenen Intelligenz selbst für ihr Dasein sorgen mussten.
Während die Menschen ihren Energiebedarf, wie die Tiere auch, hauptsächlich aus der Sonnenwärme und der Verdauung substantieller Nahrung entnehmen, ist das Geschlecht ihrer Schöpfergötter auch fähig, Lebensenergie für sich aus der Feinstofflichkeit zu ziehen. Das sind zum Beispiel Energieformen, wie beim Ausbruch heftiger Gefühle, wie Wut, Angst und Zorn entstehen und je gehäufter durch viele Wesen, desto stärker. Manchmal nehmen wir solche Energiewolken auch war, wenn man zum Beispiel in ein Zimmer tritt, wo Menschen sich vorher gestritten haben. Da ist dicke Luft sagen wir. Natürlich gibt es das Ganze auch im Positiven, zum Beispiel bei heftiger Freude oder starker Sympathie.
Wie auch immer, die Menschen setzen stetig feinstoffliche Energie frei und am meisten bei kraftvollen Gefühlswallungen und -ausbrüchen oder bei hohem psychischen Druck durch Furcht, Angst, Ungewissheit usw. Und diese Energie akkumuliert bei Massenansammlung, wenn viele zusammen sind und gleiche oder ähnliche Gefühlsregungen haben oder sogar bei räumlicher Trennung, wenn eine große Anzahl von Menschen dasselbe empfindet oder denkt, wie zum Beispiel beim Anschlag vom 11.9.2001 auf das World Trade Center oder sogar schon bei Fernsehinhalten, jeder in seinem Zimmer allein, aber im Großen alle zusammen. Durch ihre Fähigkeiten solche Energiewolken direkt für sich umzusetzen, wurde es für die “Götter“ und heute auch einigen menschlichen Magiern möglich, die Menschen regelrecht energiezumelken, so wie Ameisen Blattläuse melken oder Menschen Kühe, ohne dass diese das wirklich wahrnehmen.
Einige Nachkommen des „Gottherrschers“ fanden besonders Gefallen an den Zuchtspielchen und hielten sich ihren persönlichen Menschen- (Affen)- Käfig. Nun muss man sich diesen aber nicht als abgegrenztes Behältnis oder als Einzäunung vorstellen, sondern er umfasste ganze Landstriche Inseln Flussläufe, Gebirge und andere abgrenzende Elemente und Faktoren.
Und dieses Spielvergnügen enthielt auch die Schaffung verschiedener Variationen und Spezies, also verschiedene Rassen und Arten, so wie wir Menschen das heute auch mit Tieren und Pflanzen tun und Spaß daran haben.
Es gab natürlich auch Promenadenmischungen, meist durch ungezügelte Paarung und Vermischung entstanden, aber auch bewusst gezeugte Schimäre (Mischwesen, teils Mensch- teils Tierleiber).
Auch war der Sexualtrieb auf allen Seiten zu zügeln und es kam immer wieder zu Überschreitungen der gesetzten Grenzen (Unzucht). Jedoch war das alles nicht so schlimm, schließlich stand für alle Züchter genug Platz, Spielraum, Zeit und genetisches Potenzial zur Verfügung.
Einer der Gottessöhne hatte besondere Freude an seinen Schöpfungen und nicht selten identifizierte er sich sogar mit ihnen, so wie ein Kind halt seine Puppen liebt. Immer wieder ließ er göttliches Erbgut, häufig sogar eigenes, in den Erbgang einfließen.
Letztendlich brauchte man nicht mal mehr die anonyme Laborretorte, sondern die Götter konnten die Zeugung leibhaftig vornehmen und hatten noch das Vergnügen dabei. Oder zum Beispiel beim Anblick einer hübschen Frau ging es nicht selten einfach nur um das Befriedigen des Verlangens um jeden Preis (Zeus wäre hier gut als Beispiel zu nennen). Wenn Nachwuchs entstand, mussten sich meist andere kümmern. Immerhin empfanden es nicht wenige Menschenkinder als große Ehre “begottet“ zu werden, wovon die sprachlich erhobenen Begriffe “Begattung, Gatte“ zeugen. Es entstanden so nach und nach ganze Linien mit halb-, viertel-, dreiviertel Göttern usw. Aus den hochprozentigen wurden dann Geschlechterfolgen ausgewählt, die die sich massenhaft untereinander vermehrende Menschheit im Auftrag und unter Anleitung der Götter führten. Es entstanden Adelsgeschlechter und Priesterkasten.
Obwohl die Götter durch die Menschen viele Vorteile hatten und vor allem nicht alle Drecksarbeit selbst erledigen mussten, wurden ihnen die sich schnell vermehren Menschenmassen allmählich lästig. Für das Abnehmen feinstofflicher Lebenskraft bedurfte es längst nicht so vieler Individuen. Die Götter sannen immer wieder über Maßnahmen, wie Naturkatastrophen, Seuchen, Kriege unter der Bevölkerung nach, um diese auf einem erträglichen Zahlenniveau zu halten.
Der eine, schon genannte Gottessohn, ging mit seiner Rasse einen eigenen Weg. Er wollte ein ebenbürtiges stolzes, freies und edles Geschlecht, voller Harmonie, in höchster universeller Göttlichkeit. Es sollte sich im Einklang mit seiner natürlichen Umgebung und Schöpfung entfalten und in Ästhetik und Sittlichkeit vorbildlich leben sowie sich bereits im alltäglichen Dasein mit Kunst, Wissenschaft und Schöngeistigem beschäftigen. Eine hohe Kultur und Bildung zu genießen und hervorzubringen, sollte zur Selbstverständlichkeit zählen. Und so schuf dieser Gottesspross sein Volk voller Liebe und Hingabe. Schön von Statur, groß und schlank, mit edlen Proportionen und Gesichtszügen und heller Haut sollten seine Zöglinge göttergleich wirken. Vor allem den Frauen verlieh ihr langer goldblonder Haarschopf eine besondere, feenhafte Wirkung.
Durch die regionale Ansiedlung dieser Rasse in den nördlichen Gebieten der Erde, musste sie für ihren Daseinserhalt geistig und körperlich regsam sein, Vorratswirtschaft über den Winter betreiben und das Leben sinnvoll organisieren
In der Familie lag die kleinste gesellschaftliche Einheit, die sich harmonisch in Sippen, Stämmen und Völkern (Königstümern) fortsetzte. Alles war organisch untereinander verflochten. Da die Vermehrung der Menschheit in den nördlichen Breiten nicht so triebhaft war, wie im warmen Süden, herrschte eine gesunde Bevölkerungsplanung im Einklang zu dem, was die Natur an Nahrung, Schutz und Platz hervorbringen konnte, ohne verschlissen zu werden.
Kurz, dieses Volk gedieh prächtig und war durch seine Fähigkeiten und edlen Gesinnungen den Göttern in vielem ebenbürtig. Ein goldenes Zeitalter war angebrochen. Doch es gab auch Neid und Missgunst bei anderen Königreichen und Völkern bis hin zu den übrigen Göttern.
In nicht wenigen Belangen der spirituellen Entwicklung waren die edelsten unter den „Thulanern“, wie diese nördliche Menschenrasse hier einfach mal genannt sein soll, um ihnen einen Namen zu geben, den meisten der sogenannten „Götter“ sogar deutlich voraus. Das kam vor allem dadurch, dass viele der Götter nur auf ihre Vorteile bedacht waren. Auch waren die meisten Götter den Menschen auf der Welt, wegen deren karnickelhafter Vermehrung und Ausbreitung, welche zulasten der Natur ging und durch die sich auch die Götter belästigt fühlten, obwohl sie ja die Menschen nutzten, nicht gerade freundschaftlich gesonnen.
Es wurden Pläne geschmiedet. Es durfte nicht sein, dass einzelne dieser Menschenplage ihnen den hehren Göttern irgendwann gleichwertig oder gar überlegen sein könnten.
Als erstes wurde der Ziehgottvater des Edelgeschlechtes der Menschen, des Volkes der Thulaner, zu einer anderen Weltraummission beordert, quasi zwangsversetzt. Als nächstes musste sein Volk und die Menschheit als Ganzes dezimiert werden. Dafür kamen die bekannten und bewährten Methoden infrage. Am wirkungsvollsten war eine Sündflut. Natürlich sollten nicht alle umkommen. Eine große Anzahl sollte es schon sein und vor allen von den weißen Thulanern, in den nicht so gebirgigen Gebieten im Raum des nördlichen Meeres.
Es war seit Jahrhunderten Brauch unter den atlantischen (nördlichen) Völkern, dass im Frühjahr Jungvolk auszog “Er-Fahrung“ zu sammeln, sich an anderen Plätzen der Welt zu probieren, zu bestätigen und Heldentaten zu vollbringen, wie die Sagen der Ahnen kündeten. So hatten sich Tochterkolonien der Thulaner, in freundschaftlichen Banden zueinander zugeordnet, in allen Teilen der Welt gebildet. Zu nennen wären zum Beispiel im alten China und Indien, die Perser, Sumerer oder später Griechen und Römer, auch Hethiter, Phönizier, Skythen und andere zählten zu diesen Völkerschaften.
Anfänglich blieben sie wenig vermischt und damit von heller Hautfarbe und brachten in ihrer neuen Heimat, ebenso wie im Mutterland, blühende Kulturen hervor. Das Besondere war, dass sie sich wegen ihrer gemeinsamen Sprache, die sich zwar in Dialekte aufspaltete, alle untereinander verständigen konnten und freundschaftlich mit der Urheimat und untereinander verbunden waren und so nach und nach weltumspannende positive Auswirkungen hervorbrachten.
Als sie sich gemeinsam an den Turmbau zu Babel machen wollten, schlugen die Götter, die die Konkurrenz verspürten, zu. Also stifteten sie Zwist und Unruhe unter und in den Völkerschaften, Verwirrungen. Vermischungen, Kriege und Völkerwanderungen ,um innerhalb weniger Generationen eine allgemeine Sprachverwirrung hervorzubringen und die Völker aus den Angeln zu heben, zu isolieren und zu zersetzen und damit auszulöschen. Sogar ehemals eng verwandte Völkerschaften lagen miteinander in Fehde, wie wir es selbst noch heute in Europa und der Welt sehen, bis hin zu den großen Weltkriegen. Die großen induzierten Wanderungsbewegungen zusammen mit der Auslöschung ganzer Reiche durch Zerfall, hinterließen ihre negative Spur, man schaue auf Sumer, die Hochkultur Griechenlands oder das Römische Imperium.
Und dann musste noch etwas heran, was die Völkerschaften unter eine dauerhafte Knute der Verwirrung und Abstumpfung ihrer geistigen Fähigkeiten bringen würde, künstlich erschaffene Religionen und Priesterschaften, die zur Wahrung und Vergrößerung ihrer Pfründe immer für Abhängigkeiten und Verbiegungen der Menschenseelen sorgen würden, auch für Feindseligkeiten mit anderen Glaubensrichtungen, so man denn verschiedene Religionen installierte, was nicht schwer war.
Und vor allem eins konnte geschehen, die höchstwertlgsten Menschen in Gängelbänder zu pressen, also bevorzugt mit Meinungsmache zu unterdrücken und schlimmstenfalls sogar im Namen des Glaubens zu vernichten. Das betraf vor allem wieder die Abkömmlinge der Thulaner, deren edelste Glieder oder sogar ganze Volksteile in Ketzerverbrennungen, Hexenverfolgungen oder Glaubenskriegen, wie den 30-jährigen Krieg, mit einer Dezimierung der deutschen Bevölkerung in einigen Landstrichen auf weniger als ein Zehntel, hingemordet wurden.
Es blieb natürlich nicht aus, dass geistig wachsame Menschenköpfe nach und nach die Intrigen der Außerirdischen immer klarer erkannten und die „Götter“ im Melken der Menschheit durchschauten und daher versuchten Abhilfe zu schaffen, trotz aller mörderischen Repressalien. Also beschloss die „göttliche Elite“ sich bis zur Unmerklichkeit und des Vergessens zurückzuziehen. Alle bewusste Erinnerung an den täglichen Umgang mit den Göttern wurde getilgt. Was sollte man sich so intensiv mit der Drecksarbeit der Menschenbändigung abgeben, das konnte man von nun an immer mehr menschlichen Lakaien übertragen, bei Installation eines verklärten Bildes der Gottheit.
Neben der Begünstigung von Königtümern und Priesterkasten wurden in zunehmendem Maße noch Geheimgesellschaften und allerlei hierarchische Gruppierungen und Unternehmungen geschaffen, wo nicht selten hochintelligente Menschen am Ehrgefühl gekitzelt, verblendet und in ständige Abhängig- und Hörigkeit gebracht wurden.
Die Religionen wurden mit monotheistischen abstrakten Göttern gestaltet, so dass gar kein Gedanke mehr an eine Vielzahl, mit den Menschen zusammen auftretenden leiblichen Gottheiten, aufkommen konnte. Die alte Geschichte wurde verbrämt, in Mythen und Sagen verkleidet, und so nach und nach über die Generationen getilgt, da keine direkte Erinnerung und Schrifttum mehr existierten (Bibliotheksbrände). Der Inhalt der Sagen und Märchen war zu wenig glaubhaft und wahrhaftig, um geschichtliche Relevanz daraus zu ziehen.
Und noch etwas musste her, eine Menschenmasse, die sich aus Glaubensgründen von selbst als die Gegenspieler der Thulaner ihren Nachfahren, den Atlantern, Kelten, Germanen und so fort ansahen.
Dazu musste ihnen religiöse Selbstüberschätzung (Chauvinismus) über eine straff geführte Priesterschaft eingeimpft werden. Bis zu dem Punkt, dass sie sich einzig, als das von Gott ausgesuchte Volk hielten und daraus das Vorrecht ableiteten, alle anderen Völker zu unterwandern und zu unterjochen.
Das sollte nicht schwer fallen, da solch eine Struktur geeigneter Individuen schon latent zu Verfügung stand. Im alten Orient gab es eine Reihe nomadisierender, räuberischer Wüstenstämme, die aggressiv und kriegerisch ihre Regionen dominierten, wie zum Beispiel die Hyksos. Ihnen konnte man das gewünschte Flair leicht umhängen und vermitteln.
Einer der Götter stellte sich einer Reihe ausgewählter Persönlichkeiten aus diesen Stämmen vor, sagen wir mit dem wohlklingenden Namen „Illu, der Lichtbringer“. Er sagte, ihr sollt mein ausgewähltes Volk werden, so ihr meine Gebote erfüllt, will ich euch die Welt zu Füßen legen. Und natürlich wollten sie.
Da im damaligen Orient mit seinem bevorzugten Klima durch viele Zuwanderung im Laufe der Jahrhunderte und Jahrtausende, auch durch viele ehemals nordische Heimatsgründer, eine große Völkervielfalt herrschte, gab es fette Beute einzuverleiben, nicht nur materielle Güter in Form von Grund und Boden, Vieh, Schätzen, Frauen und Kinder (männliche Individuen wurden meist restlos ausgemerzt), sondern vor allem auch Kultur. Überlieferungen und Wissen, auch in okkulter und weltanschaulicher Hinsicht, bis hin zu Gebräuchen, Sitten und Namen. Zum Beispiel wurde die alte Menschheitsgeschichte, die auf Adam und Eva, Abraham usw. zurückgeht und nordischen Ursprungs war, annektiert und umgedeutet.
Auch die Bezeichnung Is-Ra-El, was althochdeutsch so viel heißt wie, der Strahl (Ra)-aus (Is)-dem Hel (hel = hell, Helle, Hölle, Hohle = Weltall) ist nordischen bzw. kosmischen Ursprungs und sogar die Gottes Verheißung “macht euch die Erde untertan“ stammt vom Ziehgott der Thulaner, welcher seine Schützlinge so geliebt hatte, dass er sie mit allem nur Erdenklichen ausgestattet hatte (Prometheus Sage), um gut mit den Fairnessen der Welt zurecht zu kommen. Selbst die Bezeichnung Jehova ist in besagten Umfeld zu suchen. Im Evangelium, der Bibel (besonders im Alten Testament), finden sich noch heute all die alten Geschichten der Nordvölker, wenn auch zurecht gestützt und verbrämt. So heißt Evangelium nichts anderes als Ev-Angelum. Das Ev = ewige (Gesetz) der Angeln.
Nachdem man nun alles unter die Regie eines virtuellen omnipotenten Gottes und seines auserwählten Volkes gebracht hatte, konnten sich die leiblichen „Götteraußerirdischen“ getrost ins All zurückziehen oder unerkannt auf der Erde verbleiben und die Menschheit unauffällig aus dem Orbit sowie den astreinen Reichen melken.
Alle Voraussetzungen waren gegeben, um von nun an die Menschen, welche sich scheinbar selbst regierten, aus dem Jenseits heraus zu beherrschen = Allsehendes Auge. Es musste nur dafür gesorgt werden, dass immer der richtige Stab an Lakaien vorhanden ist, was über ausgewählte Blutlinien (Herrscherhäuser, heute Banken etc.), Priesterkasten und Geheimbünde problemlos bewältigbar wurde.
Weiterhin musste abgesichert werden, dass nicht eine Bevölkerungsgruppe trotz aller Vorkehrungen eine zu fortschrittliche Entwicklung zum wahrhaft Göttlichen hinnimmt. Hier waren vor allem die Nachfahren der Thulaner zu allen Zeiten ein großes Problem, die Kelten und Germanen zur Römerzeit, die Mitteleuropäer in der Renaissance, die Deutschen zur Zeit der Aufklärung… Aber auch hier konnten vor allem Kriege (zum Teil länger anhaltend, wie im Siebenjährigen oder gar 30-jährigen Krieg) und Desstrukturismus, welcher vor allem durch Religionsstreitigkeiten und sittlichen Verfall herbeigeführt wurde, gut Abhilfe bringen. Bei alledem tat die Begünstigungen des auserwählten Volkes und seiner Ableger mehr als nützliche Dienste.
Eines der letzten großen Probleme in der Handhabung der Menschheit als Ganzes ist zurzeit neben der Existenz der Ableger der Thulaner ,das ungezügelte Wachstum der Bevölkerung ganzer Kontinente, mit einhergehendem Raubbau und der Zerstörung der Natur, also aller Lebensgrundlagen.
Man will es (“Eliten“) kurzfristig über herbeigeführte Dezimierung der Menschen (im Norden bereits langfristig geschehen) zum Beispiel über Epidemien beheben. Doch vorher soll die Bevölkerungsexplosion vor allen in Afrika und den muslimischen Staaten noch als Waffe zur restlosen unumkehrbaren Vernichtung der weißen Rasse, durch Einwanderung anderer Kulturen in Überflutung, entstehendes Chaos und letztendlich Auslöschung durch unumkehrbare Vermischung, eingesetzt werden. Was danach kommt, soll strenge Überwachung bei allgemeiner Verdummung, die keinen großen Widerstand, wegen Nichtdurchschauens mehr zulässt, sein. Als Resultat der vorgesehenen negroiden Mischrasse soll ein mittlerer Intelligenzquotient von etwa 90 resultieren. Das ist für Regungen des allgemeinen “ Über- sich- hinaus-Wachsens“ zu wenig aber für Arbeitssklaven ausreichend. Komplexe Überwachung und Steuerung aller menschlichen Regungen bis zum Tod, bei Loslösung des Einzelnen von Familie und anderen seelischen Banden, ist die Zielrichtung. Ausnahmen werden lediglich für die ausgewählten Herrscherschichten (und in Abstufungen für deren Gefolge) bestehen, für sie werden die geplanten Einschränkungen erlassen oder gelockert. Es soll nur noch eine weiße Elite geben, jene, die durch die Götter selektiert wurde. Sie wird sich aufgrund ihrer äußeren Merkmale, Bildung und Charakter deutlich von der ansonsten schon triebhaften Meute abheben und klar für die Masse als Herrscher erkennbar sein.

Gnade uns Gott, dass es nicht so kommen wird. Möge er uns helfen, das Joch zu knacken und eine lichtvolle Zukunft der Menschheit einzuleiten. Schließlich bekam auch Esau einen Segen von seinem Vater Isaak, den es zu realisieren gilt.
Ausblick
Wie leicht im Abschnitt „Fiktion“ zu überschauen war, handelt es sich nicht nur um illusionäre Gedankensplitter, sondern auch um Geschichtsdarstellung, vor allem in das Altertum hinein, wo normalerweise die Quellenlage immer dünner wird. Abläufe die sich so oder ähnlich zugetragen haben könnten, wobei die punktgenaue Kenntnis in Bezug auf die Auswirkungen überhaupt nicht überbewertet zu werden braucht, wenn man nur die Richtung richtig herausschälen kann. Und das gelingt zweifelsfrei, wie man an neuzeitlichen Dokumentationen, wie zum Beispiel den sogenannten zionistischen Protokollen (seit 120 Jahren enthüllt) oder den Rakowski Protokollen (ca. 80 Jahre), dem Coudenhove-Kalergi Buch „Praktischer Idealismus“ (90 Jahre) u.a. leicht nachvollziehen kann. Sie werden zwar teilweise als Fälschungen bezeichnet, wie die sogenannten (weil die Schicht die wirklich dahinter steht, eine andere ist) zionistischen Protokolle. Leicht nachweislich ist jedoch nach deren Aufdeckung, dass nun mindestens seit über einem Jahrhundert exakt danach gearbeitet wird und man greifbar die Auswirkungen, Paragraf für Paragraf, klar nachverfolgen kann. Das konnten selbst anzweifelnde Gerichtsurteile nicht aus dem Weg räumen. Und wem das alles noch nicht reicht, möge die Inschriftsteine von Guidestone studieren. Sie enthalten ein Wunschprogramm für eine dauerhafte friedliche Entwicklung der Menschheit, eingemeißelt in verschiedenen Sprachen (ohne Deutsch), jeweils mit gleichen Inhalt, dessen planmäßigen Nachvollzug wir heute Schritt für Schritt verfolgen können. Das Bemerkenswerteste an alldem ist aber die Dimension der Anlage ,mit Steinen in Megalith Größenordnung, vergleichbar zum Beispiel mit Stonehenge, also durchaus bedeutungsvoll angelegt, deshalb auch kostenintensiv von der Ausführung her, logistisch nicht ganz selbstverständlich, natürlich auch an zur Verfügung gestellten Grund und Boden gebunden und trotz alledem, urplötzlich dastehend, quasi mit einem Wurf ausgeführt
Obwohl es klar ins öffentliche Bewusstsein gerückt wurde, zeichnet aber niemand bis heute dafür verantwortlich. Die Steine waren eben auf einmal da, wie von Geister- oder Götterhand erschaffen. Ihre markanteste Aussage lautet, dass die Weltbevölkerung dauerhaft auf unter 500 Millionen gehalten werden, also noch nicht mal jeder zehnte heutige Bewohner übrig bleiben soll. Sarkastischer geht es wohl kaum. Da steht ein riesiges preisintensives Monument, was scheinbar von niemanden errichtet wurde, an dem sich aber auch niemand wirklich stört, obwohl es nicht weniger als die Auslöschung von 90 % der Weltbevölkerung propagiert. Das müßte doch schnellstens abgerissen werden, oder?!
Es sollte über eine Kehrtwende nachgesonnen werden, und zwar eine, die an den Wurzeln ansetzt. Hier kommt wieder die Ausgangssituation ins Spiel. Woraus schöpfen die „außerirdischen Götter“ ihre Macht über die Menschheit? Aus ihrer grenzenlosen Überlegenheit im zivilisatorischen Sinne und ihre Fähigkeit die Menschen energiezumelken.
Für beides gibt es Ansätze, das Sklavenjoch abzuschütteln oder vielleicht besser sogar, mit willigen Göttern gemeinsam, eine blühende Erde zu verwirklichen.
Der zivilisatorische, vor allem naturwissenschaftlich-technische und waffentechnische Vorsprung einer hochstehenden Zivilisation gegenüber einer darunter stehenden verengt sich von allein, Voraussetzung ist, dass sie in Kontakt zueinander stehen, sich nicht kriegerisch bekämpfen und die nachzuholende Zivilisation im Niveau seiner Bevölkerung stetig zulegt. Also rein fortpflanzungstechnisch sollte die Entwicklung gemäß Nietzsches Spruch gehen “…nicht fort, sondern hinauf sollt ihr euch pflanzen…“ Unter dieser Voraussetzung, die natürlich umgesetzt sein will, mit vielen Einzelmaßnahmen, wächst und gedeiht die Menschheit ins Unermessliche. Laßt es uns anpacken. Der machbaren Realisierung der vielen erforderlichen Einzelschritte dafür, soll wegen seiner immensen Wichtigkeit, ein umfassendes Folgekapitel gewidmet sein.
Was die Möglichkeit angeht, den Menschen Lebenskraft abzuziehen, diese also zu melken, gibt es sehr wirkungsvolle Abwehrmechanismen. Der einfachste Weg ist vom Prinzip her, nur solche feinstoffliche Energien zu erzeugen, die mit positiver Ausstrahlung verbunden sind, wie Freude, Zuversicht, Anteilnahme, Hilfsbereitschaft, Liebe usw. Dieser Art höherstimmender Energien können nicht gegen seinen Aussender eingesetzt werden, sondern kommen nur im positiven Sinne zurück. Da es nicht leicht ist, sich durchgehend hochschwingend positiv zu stimulieren, sollten dafür im Weiteren auch einige konkrete Anweisungen und Ratschläge gegeben sein.
Wie wir sehen, wäre es mit den Außerirdischen (Göttern), die vielfach überhaupt nicht unter uns weilen, prinzipiell denkbar, auskömmliche Regularien zu finden und das erst recht, wenn es gelingt, mit einigen der wohlgesonnenen Außerirdischen ein erträgliches Miteinander im Sinne der Alleinen, allumfassend liebenden, absoluten Göttlichkeit zu führen.

Am problematischsten stellt sich der Spaltpilz in der Menschheit dar, der im Wahn als auserwähltes Volk zu gelten, alle Bereiche menschlichen Lebens durchsetzt und zersetzt, falls sie nicht in seinem Sinne organisiert sind. Oft ist er jedoch noch nicht einmal fähig, sinnvolle Organisation anzubieten, sondern nur die völkerzerstörerischen Maßnahmen sind das Ziel. Letztendlich alles das zu zerstören, was nicht oder schwer zu beherrschen ist, ist die treibende Kraft. Das Endresultat dieser völkerzersetzenden Unterjochung wird, so keine Abhilfe kommt, sein, dass die Erde mit der gesamten Menschheit zu einem Jammertal verkommt. Das trifft auch die Verursacher. Ein degeneriertes Affengeschlecht könnte mal wieder das Überbleibsel werden
Der Mechanismus ist vergleichbar mit der Existenz pathologischer Viren, welche einen Körper befallen, sich ausbreiten und schließlich die Oberhand gegenüber allen Abwehrkräften erlangen. Der Körper ist vollständig besetzt und verfällt in dieser Schwäche bis zum Siechtum und letztendlich dem Tod, mit der Konsequenz, dass auch für diese Viren im ehemaligen Wirtsorganismus keine Lebensgrundlage mehr besteht.
Aus unserer Verantwortung zum Überleben ist klar, dass wir es in Bezug auf die Menschheit niemals so weit kommen lassen dürfen. Und aus dem normalen menschlichen Wesen und Empfinden heraus möchte das letztendlich auch niemand, noch nicht einmal die Zersetzer, wenn sie ehrlich zu sich selbst sind.
Hier liegt vielleicht eine Chance, dass die Mehrheit dieser Gruppe, nämlich ihre „kleinen Leute“ irgendwie einlenken, ihre Wahnvorstellungen hinter sich lassen, der Natur Raum schenken und das Miteinander beim Aufbau einer paradiesischen Welt suchen.

(Anmerkung: Hier endeten die vorgefundenen Notizen. Lediglich eine Seite mit unsystematisch zusammengestellten Stichworten war noch vorhanden. Diese sollen noch im Weiteren wiedergegeben sein, wobei der Autor anstrebt, diese gemeinsam mit Ihnen, werte Leserschaft, weiter zu thematisieren und mit Leben zu erfüllen.

Prinzipielle Möglichkeiten

• Zusammenarbeit mit willigen Außerirdischen-
• Melken vermindern
• spirituelles Potenzial erhöhen
• Hinaufpflanzen
• Leitungsebenen
• Schutz allgemein
• innerer Schutz
• Anbindung an den Alleinen Gott
• Isolation von Volksgruppen, Diaspora
• Zucht
• göttliche Wissenschaft
• Zusammenfinden von Willigen
• Weltanschauung, -bild
• Musen und Schönheit des Lebens
• Bildung
• Erziehung
• Ernährung

Selbstverständlich hat sich der Verfasser inzwischen Gedanken gemacht, wie es weitergehen sollte. Es wäre sinnvoll, viele einzelne Abschnitte zu thematisieren, die das gesamte gesellschaftliche Leben widerspiegeln. Dazu ruft er Sie, werte Leser auf, Ihren Beitrag beizusteuern. Für jeden denkbaren Schwerpunkt ergeben sich besondere Voraussetzungen für die Gesundung unseres Volkes. Jeder einzelne, der eine Gemeinschaft in Vollendung anstrebt, kann dazu beitragen diese Aufstellungen zu vervollständigen und in seinem persönlichen Handeln und dem was er anderen vorlebt bzw. dem wozu er sie begeistern kann, mit Leben zu erfüllen. So könnte auch, in weiten Teilen sogar unpolitisiert, das harmonische Miteinander aller Glieder einer Gesellschaft verwirklicht, gestärkt bzw. wieder erschaffen werden.
Wählen Sie sich, werte Leser, einen oder mehrere Gesichtspunkte, für die sie sich besonders berufen und begabt fühlen, und schreiben Sie Ihre Gedanken dazu auf. Es ist anfänglich völlig gleich, ob Sie Stichpunkte oder ganze Sätze und Textstellen verfassen.
Bekunden Sie dem Verfasser (auf dem Weg oder Kanal, über welchen Sie diese Abhandlung erreicht hat) daß Sie einen Beitrag beisteuern oder sogar mitmachen möchten, der Autor und seine Mitstreiter werden mit Ihnen in Verbindung treten, so daß die Beiträge gewichtet, gegebenenfalls zusammengefasst, in einem Guss gebracht, aufeinander abgestimmt, ergänzt, erweitert oder anders geeignet bearbeitet werden können. Dadurch wird unser gemeinsames Werk gedeihen und wachsen, in welchem sich jeder entweder in Textform aber besser noch im gelebten Leben wiederfinden könnte und befruchtend ausstrahlen und wirken sollte.
Möge unser gemeinsames Werk zügig Gestalt, wie in besonnten Thulezeiten, annehmen und ein blühendes Gemeinwesen errichten und offenbaren!

Gruß und Dank an LaRö  🙂

TA KI

Atlantis Teil 1.


Atlantis

Die Enträtselung im 20. Jahrhundert

von Günter Bischoff

Noch immer fasziniert das Thema Atlantis viele historisch interessierte Menschen. Seitdem der griechische Philosoph Platon das versunkene Inselreich im 4. Jhd. v.Chr. in seinen Dialogen „Kritias“ und „Timaios“ erwähnte, haben sich viele bedeutende Forscher an der Lösung dieses großen Rätsels versucht [1]. Wollte uns Platon nur ein Fabelland vorstellen, oder hatte er tatsächlich Kunde erhalten von einer hochstehenden, lange vor seiner Zeit versunkenen Kultur? Lohnt es sich überhaupt noch zu suchen, wenn über zwei Jahrtausende an Nachforschungen keine eindeutigen archäologischen Beweise zutage brachten?

Schon manches Mal glaubte man, die Enträtselung sei gelungen, doch nach anfänglicher Euphorie wurden immer wieder ernst zu nehmende Einwände vorgebracht. Zu den bisher am häufigsten diskutierten Lokalisierungen zählen die Azoren, die Kanarischen Inseln, die alte südspanische Handelsstadt Tartessos, Kreta und die nahe gelegene Vulkaninsel Thera, die Sahara und neuerdings auch Troja. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse der letzten Jahrzehnte lassen aber bei diesen Hypothesen große Widersprüche zu Platons Überlieferung deutlich werden, und wichtige Passagen des Atlantisberichts finden keine Erklärung. Eine nunmehr über fünfzig Jahre alte, oft als Auffassung eines Außenseiters angesehene Theorie kommt nach dem heutigen Wissensstand der Wahrheit am nächsten. Sie stammt vom Pastor und Archäologen Jürgen Spanuth (1907-1998), der lange Zeit die kleine nordfriesische Landgemeinde Bordelum als Seelsorger betreute. Im Jahre 1953 veröffentlichte er seine Gedanken erstmals in dem Buch „Das enträtselte Atlantis“. Das löste den bisher heftigsten Meinungsstreit um dieses Problem aus, der bis heute noch nicht beendet ist. Doch eine ganze Reihe von Wissenschaftlern teilt inzwischen die Hauptansichten dieses Forschers [2]. In aller Kürze kann die Lösung des alten Rätsels so zusammengefasst werden:

Platon verarbeitete glaubwürdige Informationen ägyptischer Priester über die Heimat der Nord- und Seevölker in Südskandinavien und Mitteleuropa. Die meisten Einzelheiten beziehen sich dabei auf die ehemaligen Inseln in der Deutschen Bucht und die angrenzenden Küstengebiete. Ihre Zerstörung in einer besonders verheerenden Sturmflut am Ende der Bronzezeit ging als Untergang von Atlantis in die Geschichte ein.

Der Gedanke an ein Atlantis im Bereich der Nordsee mag zunächst befremden, doch bei Spanuths Deutungen stimmen Überlieferung und Realität am Besten überein. Auf seine Hauptargumente, aber auch auf wichtige Erkenntnisse anderer Wissenschaftler und auf besonders umstrittene Details der Atlantisforschung soll im Folgenden näher eingegangen werden.

Missverstandene Zeitangaben

Platon ging es bei der Abfassung der erwähnten Dialoge nicht so sehr um Vorstellungen von einem idealen Staat. Vielmehr suchte er für eine historische Abhandlung zuverlässige Informationen über einen realen, starken Gegenspieler zu Ur-Athen, um die ehemals vorbildliche Staatsordnung seiner Heimatstadt gebührend würdigen zu können. Bei einer seiner Zusammenkünfte mit Kritias und anderen befreundeten Gelehrten kam das Gespräch auch auf das Gemeinwesen der Atlanter. Es schien Platon für seine Absichten brauchbar und überdies verbürgt zu sein, weil die Kunde darüber der allgemein verehrte Staatsmann Solon aus Ägypten mitgebracht haben soll.

Wie wir jetzt wissen, enthält die Schilderung der Verhältnisse auf Atlantis neben überaus wertvollen Informationen auch Irrtümer, Missverständnisse und mythologische Ausschmückungen. Nicht zuletzt trugen fehlerhafte Übersetzungen und umstrittene Deutungen der griechischen Quellen dazu bei, ein teilweise falsches Bild des versunkenen Inselreiches von Generation zu Generation weiter zu geben. Welche Erkenntnisse können nun heute als gesichert angesehen werden oder wenigstens als äußerst wahrscheinlich gelten?

Zweifellos kann der in den Dialogen „Kritias“ und „Timaios“ beschriebene Untergang von Atlantis nur am Ende der Bronzezeit, im 14. oder 13. Jhd. v.Chr., stattgefunden haben. Diese Feststellung ist von großer Bedeutung, weil Platon uns unwissentlich falsche Zeitangaben überlieferte. 9000 oder 8000 Jahre vor seiner Zeit [3], also während der Mittelsteinzeit, gab es nachweislich noch keinen ägyptischen Staat und keine Stadt Athen, die von den Atlantern hätten angegriffen werden können. Eben so wenig wäre für diese Zeitepoche die Verwendung von Streitwagen und Kriegsschiffen, die massenhafte Nutzung von Kupfer und Zinn, vereinzelt auch schon von Eisen, erklärbar. Diese Errungenschaften lassen sich aber ohne Schwierigkeiten mit unserem Geschichtsbild in Einklang bringen, wenn man von einer Überlieferung aus der späten Bronzezeit ausgeht. Zu dieser Erkenntnis gelangte bereits der schwedische Universalgelehrte Olof Rudbeck am Ende des 17. Jahrhunderts. Mit einiger Sicherheit fand er auch die Erklärung für die falschen Zeitangaben, indem er auf die Verwechslung der altorientalischen Zählung nach Monaten mit der später aufkommenden Zählung nach Jahren hinwies. Nach J.Spanuth bedeutet die ägyptische Hieroglyphe für „Jahr“ auch „Umlauf“. Damit war in alten Zeiten offenbar der siderische Mondumlauf gemeint. Rechnet man nämlich 9000 Monate zu 28 Tagen von Solons Ägyptenbesuch im Jahre 571 v.Chr. zurück, so gelangt man in die 2. Hälfte des 13. vorchristlichen Jahrhunderts, dem tatsächlichen Zeitpunkt der Geschehnisse [4]. Auch später gab es in ägyptischen Urkunden noch andere unrealistische Zeitangaben. So sollen beispielsweise seit dem Beginn der 1. Dynastie (um 3100 v.Chr.) bis zum Ende der 30. Dynastie (332 v.Chr.) 36.525 „Jahre“ vergangen sein.

Dass wirklich nur das Ende der Bronzezeit und nicht etwa die Mittelsteinzeit vor über 10.000 Jahren als Untergangszeitraum in Frage kommt, kann mit einem weiteren sicheren Indiz belegt werden. Im Dialog „Kritias“ kommen nicht nur die Zustände auf Atlantis, sondern auch die in Ur-Athen zur Sprache. Es wird unter anderem detailliert eine zyklopische Mauer beschrieben, die tatsächlich von Archäologen ausgegraben wurde und von diesen als Schutzwall gegen die im 13. Jhd. v.Chr. vordringenden Nord- und Seevölker angesehen wird [5]

Der Angriff der Nord- und Seevölker

Der Wiener Altphilologe W.Brandenstein und J.Spanuth folgten vor 1950 als erste Forscher der Spur, wonach Solon sein Wissen von ägyptischen Priestern aus der im westlichen Nildelta gelegenen Stadt Sais erhalten habe. Tatsächlich finden sich heute noch zugängliche Dokumente, in denen erstaunlich genau dieselben Ereignisse wie in Platons Atlantisbericht geschildert werden. Allen voran seien hier der Papyris Harris, der die Kriegstaten des Pharaos Ramses III. verherrlicht, und die Inschriften auf dem Tempel in Medinet Habu genannt. Darin ist neben vielen anderen Übereinstimmungen die Rede von Völkerschaften, die über Teile von Europa und Afrika herrschten und Ägypten schwer bedrängten. Sie seien „von den Inseln und Festländern am Weltmeer im fernsten Norden“, „von den Inseln im Ozean“ und „von den Enden der Erde“ gekommen. Ihr Land sei untergegangen, das „Haupt ihrer Städte vernichtet“ und „ihre Inseln vom Sturm ausgerissen und weggeweht“ [6]. Danach steht fest: Platon hat Atlantis nicht erfunden, sondern seinen Dialogen liegen historische Ereignisse zugrunde.

Die Völkerschaften, die zur Regierungszeit Ramses III. in die Mittelmeerwelt einbrachen, wurden in den ägyptischen Urkunden als „Nord- und Seevölker“ bezeichnet. Sie zogen im 13. und 12. Jhd. v.Chr. durch weite Teile Europas, unterwarfen die griechischen Stadtstaaten mit Ausnahme Ur-Athens und zerstörten das in Kleinasien gelegene Hethiterreich binnen weniger Wochen. Schließlich hatten sie die Absicht, zusammen mit den Libyern in Ägypten einzufallen. Im Jahre 1191 v.Chr. kam es im Nildelta zu einer Entscheidungsschlacht, die bis zu diesem Zeitpunkt die größte der Weltgeschichte gewesen sein dürfte. Die zeitgenössischen ägyptischen Quellen verschweigen die sonst mit Akribie angegebenen Zahlen über gefangene und getötete Feinde. Jedoch die für die Reichsverteidigung aufgebotenen 700.000 Krieger und 2000 Kriegsschiffe lassen das für damalige Zeiten ungeheure Ausmaß der Kämpfe ahnen. Der Angriff konnte unter Aufbietung aller Kräfte noch einmal zurückgeschlagen werden. Weitere Kämpfe mit den Nord- und Seevölkern in den darauf folgenden Jahrzehnten schwächten das Land aber derart, dass die Pharaonen einen wirtschaftlichen und politischen Niedergang nicht mehr verhindern konnten.

Einen plastischen Eindruck von der erbitterten Abwehrschlacht der Ägypter vermitteln die auf etwa 10.000 Quadratmeter Fläche eingemeißelten Reliefs an den Tempelwänden von Medinet Habu. Beispielsweise trägt ein Teil der Eroberer runde Bronzeschilde und als Kopfschmuck Hörnerhelme oder als Rosshaarbüschel gedeutete „Strahlenkronen“. Außerdem müssen jene Krieger tüchtige Seefahrer gewesen sein. Ihre wendigen Segelschiffe mit den hochgezogenen und mit Vogelköpfen verzierten Vorder- und Hintersteven ähneln sehr den zweitausend Jahre später die Weltmeere kreuzenden Wikingerschiffen. Gerade die abgebildeten Kampfszenen konnten nun neben archäologischen Fundstücken zu Rate gezogen werden, um Hinweise über die Herkunft der fremden Völkerschaften zu erhalten. Dass sich Platons Atlanter unter den in Ägypten eingefallenen Nord- und Seevölkern befanden, ist zweifellos die wichtigste Entdeckung der modernen Atlantisforschung.

Atl01_40Abb. 1:
Seeschlachtszenen zwischen Ägyptern (Schiffe mit Löwenköpfen) und den Nord- und Seevölkern (Schiffe mit Vogelköpfen; Krieger mit „Strahlenkronen“)

Es bedurfte jahrelanger Forschungsarbeit der Archäologen zur Beantwortung der Frage, um welche Völkerschaften es sich bei den Nord- und Seevölkern im Einzelnen handelte und woher sie kamen. Nach unseren heutigen Erkenntnissen stellen die Nord- und Seevölker eine Vereinigung von spätbronzezeitlichen Stämmen dar, die vor allem aus Mitteleuropa und den nördlicher gelegenen Gebieten kamen und durch Naturkatastrophen großen Ausmaßes zur „Großen Wanderung“ in neue Siedlungsgebiete gezwungen wurden [7]. Den militärisch stärksten Teil dieser Koalition bildeten die aus der Bibel bekannten Philister, die sich nach dem misslungenen Angriff auf Ägypten in Palästina ansiedelten und diesem Land seinen Namen gaben. Sie gehörten ebenfalls zu den so genannten frühen Urnenfelderleuten. Ihr Name wurde aus der Sitte abgeleitet, die Asche der verbrannten Toten in verzierten Tonurnen aufzubewahren und auf Feldern beizusetzen.

Die ägyptischen Quellen berichten von den Philistern, sie seien die „Übriggebliebenen von versunkenen Inseln“ gewesen, die im nördlichen Ozean gelegen hätten. Sie wurden auch als „Haunebu“ bezeichnet, aus deren Heimat der Bernstein gekommen sein soll [8]. Ein anderes Mal ist in diesem Zusammenhang von den „Neunbogenvölkern“ die Rede. Nach ägyptischer Vorstellung unterteilte man den damals bekannten Erdkreis von Süden nach Norden in zehn Bogen. Der neunte Bogen befand sich dort, wo „der längste Tag 17 Stunden dauert“, also das Gebiet um den 54. Breitengrad [9]. Es kamen deshalb bei der Suche nach Atlantis nur die an die Nord- und Ostsee angrenzenden Gebiete der frühen Urnenfelderleute in Frage.

Die Spur führt nach Helgoland

Tatsächlich konnten Geologen im 19. und zu Beginn des 20. Jhd. an der Nordseeküste den Untergang zahlreicher Marschen und die Zerstörung weiter Küstengebiete nachweisen. Am Ende der Bronzezeit, etwa um 1220 v.Chr., versanken in einer verheerenden Sturmflut ein großer Teil der Westküste von Schleswig-Holstein und Dänemark sowie viele vorgelagerte Inseln.

Atl023Abb. 2:
um 1220 v.Chr. versunkene Marschen und Inseln vor der Westküste von Schleswig-Holstein; (nach J.Spanuth, 1953)

Eine von ihnen war die Hauptbernsteininsel Althelgoland. Sie war um ein Vielfaches größer als heute und erstreckte sich östlich des Buntsandsteinfelsens in Richtung Eiderstedt. In ihr sah J.Spanuth die „Heilige Insel“ Basileia des Atlantisberichtes, und er hatte gute Argumente dafür. Platon charakterisierte Lage und Aussehen der „Königs- und Säuleninsel“, wie man Basileia übersetzen könnte [10], wie folgt :

  • sie lag an der Mündung großer Ströme,
  • von der Insel aus war eine Fahrt in das gegenüber liegende Meer möglich,
  • zuvorderst befand sich ein Felsen, der „wie mit dem Messer abgeschnitten“ aufragte,
  • auf der Insel gab es rote, weiße und schwarze Steine,
  • das Versinken der Insel hinterließ ein Schlamm-Meer, das es auch zu Platons Zeit noch gab.

Die natürlichen Gegebenheiten in der Helgoländer Bucht ausgangs der Bronzezeit lassen sich mit vielen Details des Atlantisberichts gut in Einklang bringen. Althelgoland lag an der Mündung von vier großen Strömen: der Weser, der Elbe, der Eider und ihrem heute nicht mehr existierenden Nebenfluss Hever. Alle Mündungsgebiete lagen vor der Überschwemmungskatastrophe südlich der Insel nahe beieinander. Eine fast durchgehende Verbindung „in das gegenüber liegende Meer“, nämlich die Ostsee, war über die damals viel größere Eider, die Treene, die Rheider Au bis zur Schlei möglich. Die kleine Lücke zwischen den beiden letztgenannten Flüssen dürfte durch Kanalbauten geschlossen worden sein [11]. Althelgoland besaß demnach eine hervorragende Lage als Handelszentrum für Waren aus dem Landesinneren und den Ostseeküstengebieten. Außerdem waren die Häfen der Insel günstige Umschlagplätze im Fernhandel mit den anderen Nordseeländern sowie den Mittelmeerländern.

Für Seefahrer, die sich von England her näherten, war der damals über 70 m hohe Buntsandsteinfelsen ein unverwechselbares Erkennungsmerkmal. Eine solche Insel, deren vorderster Teil „wie mit dem Messer abgeschnitten“ aufragt, gibt es im gesamten Nordseeraum kein zweites Mal. Auch die roten, weißen und schwarzen Steine sind in dieser Kombination nur an wenigen Stellen auf der Erde anzutreffen. “ …rot ist die Kant …“ wird in einem alten Helgoländer Spruch die auffällige Farbe des Buntsandsteinfelsens wiedergegeben. Die heute nicht mehr existierenden weißen Felsen bestanden aus Gips, Kreide und Muschelkalk. Die letzten Reste der ehemals sehr hohen „Wittenklyppe“ im Gebiet der heutigen „Düne“ fielen im Jahre 1711 einer Sturmflut zum Opfer. Ein blauschwarzer bis schwarzer Felsen steht heute noch in geringer Meerestiefe nördlich der Düne. Er erhielt seine Farbe durch eine Imprägnierung mit kohlensaurem Kupfer [12]. Diese drei farblich markanten und hoch aufragenden Felsen boten in der Bronzezeit gewiss ein prächtigen Anblick.

Nach dem Versinken von Althelgoland und anderer friesischer Inseln breitete sich an dieser Stelle ein seichtes Schlamm-Meer aus, das jede Schifffahrt behinderte. Die meisten Atlantisforscher ignorieren diese wichtige Aussage, weil sie keine Erklärung dafür finden [13]. In der Deutschen Bucht fällt hingegen das Wattenmeer sogleich ins Auge, das sich bis zur niederländischen Küste hinzieht. Dieser amphibische Saum zwischen festem Land und offenem Meer kann nur in den flachen Schelfmeeren der Festlandsockel entstehen. Starke Gezeitenkräfte bewirken die regelmäßige Ablagerung von Schlamm und Schlick sowie die Bildung von sporadischen Wasserabläufen, den Prielen. Platon erhielt sehr wahrscheinlich aktuelle Kunde von diesem Schlamm-Meer, weil der Forschungsreisende Pytheas von Massalia um 350 v.Chr. gerade von seinen Erkundungen zurück gekehrt war, die ihn bis nach Schottland, Thule und zu den Inseln in der Deutschen Bucht führten.

Der geheimnisvolle Oreichalkos

Eine weitere starke Stütze erhielt Spanuths Theorie durch die glaubwürdige Deutung eines sonderbaren Stoffes, den die „damals lebenden Menschen nächst dem Gold am meisten schätzten“, den Oreichalkos. Das feurig glänzende „Goldkupfererz“, so die wörtliche Übersetzung, sollen die Atlanter benutzt haben, um die Decke, die Säulen und Fußböden ihres Tempels zu belegen und Mauerkronen zu verzieren.

Die Wissenschaftler erhofften sich gerade von der Enträtselung dieses Stoffes einen wichtigen Hinweis zur Lage von Atlantis. Es fehlte nicht an den seltsamsten Vermutungen. Am meisten Verbreitung fand schließlich die Annahme, dass es sich wohl nur um Messing handeln könne. Jedoch Platons Überlieferung zufolge grub man den Oreichalkos an vielen Stellen aus der Erde, und Legierungen kommen bekanntlich in der freien Natur nicht vor. Wiederum kam Spanuth als Erstem der Gedanke, dass die Beschreibung nur auf den Bernstein zutreffen kann [14].

Dieses gelbe bis dunkelbraune fossile Harz wurde aber in der Bronzezeit nicht wie heute im Ostseegebiet, sondern hauptsächlich vor der Westküste Schleswig-Holsteins gewonnen. Der Handel mit dem begehrten nordischen Bernstein verhalf der einheimischen Bevölkerung zu ansehnlichem Reichtum. Das „Gold des Nordens“ gelangte auf Bernsteinstraßen, die in der Elbmündung ihren Anfang nahmen, über beschwerliche Alpenpässe hinweg bis in die Mittelmeerländer. Kostbare Grabbeigaben aus Bernstein wurden in fast ganz Europa und im Königsgrab des ägyptischen Pharaos Tutanchamum gefunden. Die Bevölkerung Jütlands entwickelte im Laufe der Jahrhunderte eine hohe Kunstfertigkeit in der Bearbeitung der Schmuckgegenstände. Man verstand es, das fossile Harz in Öl zu kochen und als „Bernsteinlack“ zum Maueranstrich zu verwenden. So ist der Hinweis verständlich, dass die Atlanter den Oreichalkos mit Öl auftrugen. Nach dem Untergang der bronzezeitlichen Marschen ging der Bernsteinhandel mit den Mittelmeerländern spürbar zurück. Deshalb war der Oreichalkos zu Platons Zeiten „nurmehr noch dem Namen nach bekannt“. Eine Frage blieb bisher jedoch ungeklärt. Warum verwendete der griechische Philosoph nicht die damals gebräuchlichere Bezeichnung „elektron“ für Bernstein? Zumindestens aber haben die Griechen den „Oreichalkos“ dem fossilen Harz nahe gestellt [15]. Trotz dieser geringfügigen Bedenken ist Spanuths Gleichsetzung des „Oreichalkos“ mit Bernstein bis heute die beste Deutung geblieben [16].

Um einen weiteren, in der Bronzezeit dringend benötigten Rohstoff, wurde ebenso heftig gestritten. Dem Atlantisbericht zufolge brachen die Bewohner gediegenes und schmelzbares Kupfer auf der Insel. Auch der Helgoländer Felsen birgt in den weißen, grünlichen und braunroten Schichten des Buntsandsteins sehr auffällig einige Kupfererze. Häufig fand man erbsengroße Stücke von gediegenem Kupfer. Die größten wiesen immerhin ein Gewicht von einigen hundert Gramm auf. Das Helgoländer Kupfererz hat auch ohne Beimischung von Zinn durch seinen hohen Arsengehalt eine große Härte und war somit für die Herstellung von Waffen besonders gut geeignet.

Um die Argumente seiner Gegner zu entkräften, unternahm J.Spanuth eigenhändig Schmelzversuche in speziell dafür hergestellten Öfen. Dabei gelang ihm eine frappierende Entdeckung. Die Untersuchung eines Schwertes der Nord- und Seevölker, das von den Ägyptern zur Zeit des Pharaos Sethos II. erbeutet worden war, lieferte den eindeutigen Beweis, dass das enthaltene Kupfer nur von der Lagerstätte auf Helgoland stammen konnte [17]. In den Folgejahren legten W.Lorenzen und der Geologe H.Schulz weitere Beweise für die Nutzung der Kupfervorkommen bereits in vorgeschichtlicher Zeit vor. Leider wird die Bedeutung dieser Kupferlagerstätte für die bronzezeitlichen Kulturen an der Nord- und Ostsee immer noch von der Wissenschaft unterschätzt [18].

Odysseus segelte bis zu den Phäaken

Lange Zeit wurde die Meinung vertreten, dass es außer Platons Atlantisbericht keine anderweitigen Überlieferungen vom versunkenen Inselreich gibt. Aber vor allem die beiden deutschen Wissenschaftler A.Schulten und R.Henning erschlossen nach 1930 eine weitere unabhängige Quelle. Beim Studium von Homers „Odyssee“, die eine Irrfahrt des Königs von Ithaka durch das Mittelmeer und atlantische Gewässer beschreibt, stießen sie überraschend auf eine große Ähnlichkeit zwischen der Phäakeninsel „Scheria“ und Platons „Basileia“. In einer Parallelübersicht beider Schilderungen konnten über dreißig wesentliche, zum Teil sogar wörtliche Übereinstimmungen gefunden werden [19]. Erwähnt werden beide Male die von breiten Wasserringen umgebene Königsburg, ein durch die Ebene führender Kanal, ein herrlicher Tempel des Poseidon im Mittelpunkt der Königsinsel u.v.a. Genau wie Basileia lag Scheria am „Ende der Welt“ im Ozean, und unmittelbar vor der Insel befand sich ein „steil ins Meer abfallendes Felsmassiv“.

Aber es gibt auch einige wesentliche Unterschiede. Das Phäakenreich wurde beispielsweise von 12 Königen regiert, das Atlanterreich nur von 10. Homer erwähnt mit keinem Wort den Untergang von „Scheria“. Das ist historisch korrekt, denn er lässt seinen Helden die fiktive Reise um 1300 v.Chr., zur Blütezeit des mykenischen Reiches, unternehmen. Weitestgehend einig sind sich die Wissenschaftler, dass der König von Ithaka diese Irrfahrt nicht wirklich unternahm, sondern der Dichter lediglich Seefahrerberichte und Fahrtenjournale aus der Bronzezeit verarbeitete.

Homer gibt auch Auskunft darüber, wie Odysseus zur Phäakeninsel Scheria gelangte. Die Nymphe Kalypso, die die abgelegene Insel Ogygia bewohnte und ihn sieben Jahre lang fest hielt, gab dem Helden eine Segelanweisung mit auf den Weg. Er befuhr auch nachts den Ozean,

„… ihm schloss kein Schlummer die wachsamen Augen.
Auf die Plejaden gewandt und auf Bootes, der spät erst untergeht,
und den ‚Bären‘, den andre auch ‚Wagen‘ benennen,
welcher im Kreis sich dreht, den Blick zum Orion gewendet,
und alleine niemals in Okeanos Bad sich hinabtaucht.
Denn beim Abschied befahl ihm die hehre Göttin Kalypso,
dass er auf seiner Fahrt den Nordstern zur Linken stets ließe.
Siebzehn Tage befuhr er die ungeheuren Gewässer,
am achtzehnten Tage tauchten von ferne die schattigen Hügel auf
vom phäakischen Land, denn dieses lag nun am nächsten,
anzusehn wie ein Schild im wolkenverhangenen Meere …“ [20].

Als gesuchter Ausgangspunkt der Seereise kam nur eine einsame, menschenleere Insel außerhalb der Straße von Gibraltar in Frage. Dabei wurden auch Madeira und die Kanaren in Betracht gezogen, aber die meisten Argumente sprechen für die Azoreninsel St. Miguel. Diese Insel wurde noch im 18.Jhd. mit „umbelicus maris“ („Nabel des Meeres“) bezeichnet, also genau so wie Ogygia in der „Odyssee“.

Der Segelkurs lässt sich dank Homers Angaben wissenschaftlich auswerten. Aus der Orientierung nach dem Sternbild „Großer Wagen“ und den gemittelten Aufgangsorten von Bootes und Plejaden zu unterschiedlichen Nachtzeiten leitete Prof. K.Bartholomäus, ehemals Dozent für Archäogeodäsie in Essen, einen NO-Kurs mit einem Azimut von 54° (gegen Norden) ab [21]. Wenn die bronzezeitlichen Seefahrer diesen Kurs von St. Miguel aus einschlugen und täglich eine damals übliche Strecke von 100 Seemeilen zurück legten, so mussten sie schließlich durch den Kanal bei Dover bis in die Deutsche Bucht vorstoßen. In 17 Tagen war die Distanz von reichlich 3100 km gut zu bewältigen. Die Beschreibung des Anblickes der Phäakeninsel „…wie ein Schild im wolkenverhangenen Meer“ trifft genau auf Althelgoland zu, denn von weiter Ferne erhob sich in der Mitte das „steil ins Meer abfallende Felsmassiv“ wie ein Schildbuckel, und beiderseits erstreckte sich dahinter die flache, nur von Dünen und Hügeln unterbrochene Landschaft der Hauptinsel.

Auch der Name „Scheria“ selbst deutet auf eine Lage in der Nähe der kimbrischen Halbinsel hin. Die Namensähnlichkeit mit den „Schären“, den felsigen Inseln bei Schweden, ist nicht zu übersehen. Eigentlich bedeutet „Schären“ die „Geschorenen“ oder die „Kahlen“, und das ist eine überaus treffende Bezeichnung des fast glatten, steil abfallenden Buntsandsteinfelsens von Helgoland [22].

Manchmal werden auch andere Lokalisierungen für Ogygia und Scheria vorgeschlagen. Aber die von R.Henning und K.Bartholomäus ermittelte Lage der Phäakeninsel Scheria berücksichtigt am besten alle astronomischen, nautischen und geographischen Aspekte, die aus Homers „Odyssee“ ableitbar sind [23]. Damit spricht ein weiteres Argument dafür, das Zentrum von Atlantis in der Nordsee zu suchen.

Schließlich sei noch auf die griechischen Sagen über die Hyperboreer verwiesen, einem sorglos lebenden Volk im fernen Norden. Die Hyperboreerinsel „Helixoia“, die manchmal auch „Elektris“ genannt wird, soll in der Mündung des antiken Bernsteinflusses Eridanos gelegen haben. Bei diesem legendären Fluss handelt es sich um die heute noch Bernstein anschwemmende Eider, möglicherweise aber auch um die Elbe.

Auf Helixoia soll es der Sage nach einen großen Teich mit vielen Schwänen gegeben haben. Jedes Jahr zur Frühlingszeit umschwärmten diese Vögel die Insel. Auf eine enge Verbindung und besondere Freundschaft der Inselbewohner mit den Griechen weist der Mythos vom hyperboreischen Apoll hin. Alljährlich einmal besuchte er in einem von Schwänen gezogenen Wagen seine Heimat im Norden und kehrte anschließend im Frühling nach Delphi und Delos zurück [24].

Basileia, Scheria und Helixoia sind demnach nur unterschiedliche Namen für dieselbe Insel, die in der Bronzezeit über ihren Kulturkreis hinaus eine große Bedeutung erlangt hatte.

Expeditionen zum Steingrund

In den vergangenen Jahrzehnten haben zahlreiche archäologische Funde auf der Felseninsel und in der Helgoländer Bucht die Nordsee-Theorie untermauert, auch wenn bestimmte Einzelheiten noch nicht restlos geklärt sind. Althelgoland muss, seiner damaligen Bedeutung angemessen, vor 1220 v.Chr. eine stattliche Bevölkerung gehabt haben. Am Ende des 19. Jahrhunderts untersuchte man mehrere Steinkisten- und Hügelgräber auf dem Oberland. In ihnen fand man neben den Skeletten von Männern einen kleinen Bronzedolch, zwei goldene Spiralscheiben, eine weitere Bronzewaffe, goldene Ringe, eine Bronzenadel von fast 18 cm Länge und einige Doppelknöpfe.

Erste Tauchgänge wurden 1911 unternommen, als das Kriegsschiff „Zähringer“ auf dem so genannten „Steingrund“, einer untermeerischen Erhebung östlich von Helgoland, auflief. Marinetaucher sollen damals Reste „der alten Burg Basileia“ entdeckt haben, des Weiteren einen alten „Tempel“ mit einer aufgesetzten Steinmauer, Waffen und Scherben gesichtet haben. Im Frühjahr 1943, also mitten im Krieg, fand dort im Beisein von P.Wiepert, dem späteren Ehrenbürger der Universität Kiel, ein weiterer Tauchversuch statt. Hierbei sollen eine Anzahl Steine, von Menschenhand aufgesetzte Steinplatten und eine Art Steingewölbe entdeckt worden sein. Leider sind die Aufzeichnungen in den Kriegswirren verloren gegangen, so dass Wieperts Erinnerungen aus dem Jahre 1956 für Skeptiker keine Beweiskraft haben dürften [25].

Spanuth selbst rüstete in den Jahren 1950, 1952 und 1953 drei von insgesamt fünf Expeditionen aus, um nach Siedlungsspuren auf dem „Steingrund“ zu suchen. Die Erwartungen waren nicht allzu hoch und die Sichtbedingungen äußerst schlecht. Doch die Taucher, unter ihnen H.Beelte und E.Fries, entdeckten 10 km östlich von Helgoland einen Hügel, der stellenweise von einem doppelten, etwa 3 m hohen Steinwall umgeben war. Offenbar waren sie auf den im Atlantisbericht erwähnten Burghügel gestoßen, der über 50 Stadien (10 km) landeinwärts gelegen haben soll. Die Taucher bargen Türangelsteine, bearbeitete Feuersteinplatten und Reste von Bronzeguss. Bei einem weiteren Tauchgang wurde ein gefugter Fliesenbelag auf dem Meeresgrund gesichtet, und eine mit Kopfsteinen gepflasterte Straße konnte über 50 Meter weit verfolgt werden [26].

Völlig unabhängig von Spanuths Tauchplänen soll 1951 das deutsche Forschungsschiff „Meta“ ausgelaufen sein, das den Auftrag hatte, den Meeresboden in der Nähe von Helgoland zu inspizieren. Die Tageszeitungen meldeten daraufhin Funde von unschätzbarem Wert. In 30 m Wassertiefe wurden angeblich in einer Schlickbank zwei Hünengräber aufgespürt, außerdem Wohnbaureste, Grabbeigaben, Handwerkszeug und andere Gebrauchsgegenstände aus dem 3. und 2. vorchristlichen Jahrtausend [27]. Diese Meldungen müssen allerdings mit Vorsicht betrachtet werden, weil bis heute keine diesbezüglichen Fundgegenstände in einem Institut oder Museum registriert worden sind.

Einige Jahre darauf startete mehrmals ein Forschungsschiff einer archäologischen Gesellschaft unter Leitung von C.Röper. Dabei wurden bronzezeitliche Siedlungen im Gebiet der versunkenen Marschen nachgewiesen. Auch später rissen die Funde nicht ab. Man förderte im Jahre 1971 verschieden durchbohrte Kupferscheiben von einem Viertelmeter Durchmesser und beträchtlichem Gewicht zutage. Neun Jahre später untersuchte eine Tauchergruppe des Geologischen Instituts in Kiel das Meeresgebiet. Dabei fanden sie 2 km südlich der Helgoländer Düne in 6 bis 8 m Wassertiefe einen „Massenfundplatz an Kupferbarren“ aus dem dortigen Kupfererz mit einem Gesamtgewicht von 90 kg. Um eine verloren gegangene Schiffsladung konnte es sich nicht handeln, weil auch verschieden große Stücke aus Guss-Schlacke gefunden wurden [28].

Nach den bisherigen Forschungsergebnissen steht zumindestens fest, dass es bis zu ihrem Untergang um 1220 v.Chr. eine oder mehrere bewohnte Inseln zwischen Helgoland und Eiderstedt gab. Bisher fehlt leider noch der entscheidende archäologische Beweis, der auch die Skeptiker überzeugen könnte: hier lag vor 3300 Jahren die bedeutende Atlanterinsel Basileia. Sensationsfunde sind wegen der schlechten Bedingungen in der Nordsee auch in Zukunft nicht zu erwarten. Vielleicht sind trotzdem eines Tages bei Einsatz modernster Technik weitere Entdeckungen möglich.

Die Nordische Bronzekultur

Platon gab drei sehr unterschiedlichen Regionen dieselbe Bezeichnung „Atlantis“. Das trug in der Vergangenheit sehr zur Verwirrung der Forscher bei. Einmal meinte er damit nur die „Heilige Insel“ Basileia, die tatsächlich versank, ein anderes Mal ein sehr viel größeres Gebiet auf dem Festland und auf weiteren Inseln, und schließlich eine Gemeinschaft von Ländern, die von zehn Königen regiert wurden. Auf das „Reich des Atlas“, nach Platon das bedeutendste aller zehn Königreiche, soll nun etwas näher eingegangen werden.

Etwa um 2400 v.Chr. vereinigten sich im Gebiet von Nord- und Ostsee die alteingesessenen Erbauer der Megalithgräber mit den kriegerischen Streitaxtleuten, die vorher als Reiter- und Hirtenvölker die südosteuropäischen Ebenen bewohnten. Es begann ein relativ kurzer, intensiver Verschmelzungsprozess beider Kulturen. Als Ergebnis entstand die „Nordische Bronzekultur“, die häufig auch als „Nordischer Kreis“ bezeichnet wird. Nach einer Jahrhunderte währenden ungestörten Entwicklung erreichten diese Völkerschaften ab dem 15. Jhd. v.Chr. eine erstaunliche Blüte und zeigten sich in einigen Lebensbereichen durchaus den bekannten Hochkulturen des Mittelmeerraumes ebenbürtig. Manche Historiker sehen die Träger dieser Kultur als die bronzezeitlichen Vorfahren der Germanen an.

Das Siedlungsgebiet der Bronzeleute wurde in west-östlicher Richtung von den Flüssen Weser und Oder eingegrenzt. Es reichte von Mecklenburg-Vorpommern und Teilen Niedersachsens bis zu den großen Seen westlich von Stockholm einschließlich eines schmalen Küstenstreifens in Südnorwegen. Die im Atlantisbericht erwähnte große Ebene mit einer Ausdehnung von 2000 mal 3000 Stadien (etwa 370 mal 560 km) liegt zwar nicht auf einer Insel, aber die eng mit dem Meer verbundene Landschaft wird treffend charakterisiert. In Norddeutschland, Dänemark und Südschweden breitet sich bekanntlich eine nur von niedrigen Erhebungen unterbrochene Tiefebene aus, und in der wegen ihrer Schönheit gepriesenen Bergwelt erblickt man die über 2000 m hohen schneebedeckten Gipfel der norwegischen Fjordlandschaft. Bedenkt man ferner die relativ raschen Veränderungen beiderseits der jütischen Halbinsel in jüngster geologischer Vergangenheit, dann wird die Beschreibung der großen Ebene noch besser verständlich. Erst nach 7000 v.Chr. kam es in der südlichen Nordsee zu großen Landverlusten. Noch lange waren die Doggerbank und die Jütlandbank festes Land, ehe das offene Meer um 2000 v.Chr. Althelgoland und die nördlich davon gelegenen Inseln erreichte. Die Abmessungen der großen Ebene treffen demnach eher auf die geografischen Gegebenheiten während der mittleren Jungsteinzeit zu (s.a. dazu Abschnitt „Die große Ebene„).

Die Menschen lebten anfangs noch in urgemeinschaftlichen Verhältnissen, die sich aber immer mehr auflösten. Bei den freien Bauern waren Standesunterschiede noch wenig ausgeprägt. Dagegen nahmen im 14. und 13. Jhd. v.Chr. Einfluss, Macht und Reichtum der Stammesfürsten stark zu. Ackerbau und Viehzucht, die in einigen Gebieten durch das überaus fruchtbare Marschenland begünstigt waren, bildeten eine solide Lebensgrundlage. Die Bevölkerung lebte aufgrund ihrer bäuerlichen Produktionsweise fast ausschließlich in kleinen Dörfern. Vereinzelt errichtete man jedoch schon ab der Jungsteinzeit größere, von Ringwällen umgebene Ansiedlungen, die regionale Zentren gewesen sein dürften. Eine derartige stark befestigte Anlage von 8 Hektar Ausdehnung wurde beispielsweise im Jahre 1971 bei Rendsburg in einer Flussschlinge der Eider ausgegraben [30]. Die große bronzezeitliche Siedlung auf Althelgoland kann durchaus schon als Stadt angesehen werden, auch wenn sie ganz sicher nicht mit anderen mächtigen Städten ihrer Zeit wie Ur-Athen oder Troja konkurrieren konnte. Platons Beschreibung des urbanen Zentrums mit seinen kultischen Einrichtungen, verschiedenartigen Gebäuden, Schiffswerften, mehreren Häfen und sportlichen Wettkampfstätten lässt eine wohlhabende Kult- und Handelsmetropole der Bronzezeit erkennen. Eine ähnlich herausragende Bedeutung in ihrer Region erlangten über 2000 Jahre später die große friesische Siedlung Haithabu und die reiche mittelalterliche Handelsstadt Vineta.

Nicht nur die in den bronzezeitlichen Gräbern entdeckten Schmucksachen und Gebrauchsgegenstände lassen wichtige Rückschlüsse auf die Lebensweise der Menschen zu. Umfangreiche Kenntnisse über die schlichte und dennoch ausgesprochen modische wollene Kleidung, über Schuhwerk und Haartrachten der Bronzeleute verdanken die Archäologen den aufgefundenen Moorleichen. Sie wurden über Jahrtausende hinweg infolge des luftdichten Abschlusses besser konserviert als vergleichsweise die ägyptischen Mumien. Einen vorzüglich gewebten blauen Mantel, den ein bedeutender Würdenträger viel später, etwa im 3. Jhd. n.Chr. trug, fand man im Thorsberger Moor in Schleswig-Holstein. Hier ist die lange Tradition ersichtlich, denn auch im Atlantisbericht wird ein dunkelblauer Königsmantel „von wunderbarer Schönheit“ erwähnt, den jeder der zehn Könige zum Höhepunkt des Festes auf Basileia trug [31].

Viele Kulthandlungen waren der Wärme spendenden Sonne geweiht. Unübersehbar ist die Zahl der Felszeichnungen mit Sonnensymbolen, dargestellt als Kreise und Räder zusammen mit den verschiedensten Arten von Kreuzen. Anfangs verehrte man das vorrangig als Reittier genutzte Pferd, das außerdem nach mythischen Vorstellungen die Sonnenscheibe über den Taghimmel zog. Später kam die kultische Verehrung von Vögeln, insbesondere des in Nordeuropa beheimateten Singschwanes, auf. Einige Kulte der Bronzeleute werden auch im Atlantisbericht beschrieben. Dazu gehören die aus der Frühzeit der Menschheit überkommene Wertschätzung von Zwillingen, der Feuerkult und Opferhandlungen mit heiligen Kesseln.

Eine der Ursachen für das „Goldene Zeitalter“ war das Klimaoptimum im 2. Jtsd. v.Chr. In keiner anderen Epoche der letzten 15.000 Jahre war die Durchschnittstemperatur so hoch wie damals. Archäologen sprechen von der „lichtdurchflossenen, wärmeliebenden Bronzezeit“, und so verwundert es nicht, dass in Südschweden Wein angebaut wurde [32]. Trotz der viel milderen Temperaturen im nördlichen Mitteleuropa gab es ganz sicher keine Elefanten. Es ist das einzige Detail in Platons Überlieferung, für das die bedeutendsten Theorien eine Erklärung schuldig bleiben. Zumindestens erscheint eine Verwechselung dieser Tiere mit Hirschen oder Auerochsen in diesem Teil Europas recht glaubhaft [33].

Gold, Silber und Bronze

Die Atlanter sollen das Hauptheiligtum auf ihrer „Königs- und Säuleninsel“ Basileia überaus reichlich mit Gold, Silber, Zinn und Bernstein ausgestattet haben. Im Tempel des Poseidon prangten überdies viele goldene Standbilder. Das alles mag eine bei alten Legenden häufig vorkommende Übertreibung sein. Doch ist daraus ersichtlich, welche große Rolle diese seit jeher wertvollen Metalle im Leben der Atlanter spielten.

Den Bronzeleuten kann es nach heutigen Erkenntnissen keineswegs daran gemangelt haben. Die Archäologen bargen allein in den wieder entdeckten Gräbern in Dänemark kunstvolle goldene Schmucksachen mit einem Gesamtgewicht von mehr als drei Tonnen. Der Reichtum wird als so bedeutsam eingeschätzt, dass er sich nicht allein auf Stammesfürsten beschränkte, sondern dass auch Bauern und Handwerker zu beachtlicher Wohlhabenheit gelangen konnten. Auch in Norddeutschland fehlt es nicht an Funden aus dieser Zeit. Beispielsweise kam 1987 bei Feldarbeiten in einem Dorf bei Greifswald eine reich verzierte, 147 Gramm schwere Goldmanschette zum Vorschein. Und im Jahre 2011 gelang bei der Verlegung der Nordeuropäischen Erdgasleitung mit dem „Goldhort von Gessel“ sogar ein Jahrhundertfund. Die 117 Teile aus Gold mit einem Gesamtgewicht von fast zwei Kilogramm hatten die Bronzeleute im 14. Jh. v. Chr. nahe der heutigen Stadt Syke niedergelegt [105]. Das begehrte Edelmetall wurde wahrscheinlich auf dem Seewege aus Irland herbei geschafft, vielleicht auch in Thüringen aus Goldwäschereien gewonnen. Man tauschte es gegen Bernstein ein, der in der Bronzezeit fast den Rang einer europäischen Währung hatte.

Weniger beliebt war bei den Bronzeleuten offenbar das Silber. In reiner Form ist es äußerst selten verarbeitet worden, hingegen fand es häufiger als Beimischung in anderen Legierungen Verwendung. Ein für die Entwicklung der menschlichen Gesellschaft ungleich höher zu bewertendes Metall ist die Bronze, eine aus Kupfer und Zinn bestehende Legierung. Die Bergleute bargen das weiche, weiße Zinn in dem nicht weit entfernten südenglischen Cornwall. Hier lagen die Kassiteriden, die Zinninseln der Antike. Andererseits sind auch Handelsbeziehungen in das Erzgebirge nicht auszuschließen, denn auch dort wurde dieses Metall gewonnen.

Die meisten Archäologen vertreten auch heute noch die Meinung, dass man bei Kupfer ausschließlich auf teure Importe aus Mitteleuropa angewiesen war. Die umfangreichen Untersuchungen von J.Spanuth und W.Lorenzen belegen allerdings, dass die Bronzeleute die Helgoländer Kupfererzvorkommen tatsächlich ausgebeutet haben [34]. Der Abbau erfolgte im 2. Jtsd. v.Chr. unter günstigen Bedingungen an der westlichen Oberkante des damals noch größeren Buntsandsteinfelsens. Neben Bernstein war dieses Erz die Quelle des enormen Reichtums vor allem auf Althelgoland.

Anfangs knüpfte man wahrscheinlich bei der Herstellung von Bronzegegenständen noch an Vorbilder benachbarter Kulturen an. Schon bald fanden geschickte Handwerker ihre eigenen Formen bei Griffzungenschwertern und Rasiermessern, bei Gürtelschnallen, Wendelringen und Fibeln, die die Kleidung zusammen hielten. Ein beliebtes Verzierungsmotiv war die in sich zurück laufende Spirale, die das ewige Rollen der Meereswellen symbolisieren sollte. Besonders typisch für den Nordischen Kreis sind die oft reich verzierten Griffzungenschwerter und -dolche. Ihr Fundgebiet umreißt sehr gut das Siedlungsgebiet dieser Menschen und auch ihre späteren Wanderwege in den Süden. Den Höhepunkt der Metallverarbeitung in dieser Zeit stellen die aus Bronze gegossenen Luren dar, die immer paarweise zu Festen geblasen wurden. Experimentalarchäologen haben heutzutage Mühe, diese Musikinstrumente so meisterhaft wie damals herzustellen. Einer der bedeutendsten Funde aus jener Zeit ist der so genannte Sonnenwagen von Trundholm, der 1902 beim Pflügen auf der Insel Seeland zum Vorschein kam. Bei dieser 60 cm langen und 36 cm hohen bronzenen Statuette zieht ein etwas steifbeiniges Pferd eine vergoldete, mit Spiralmotiv verzierte Sonnenscheibe hinter sich her.

Atl03-6Abb. 3:
Der Sonnenwagen von Trundholm (um 1500 v.Chr.)

Das Metallzeitalter veränderte grundlegend die Beziehungen der Völkerschaften untereinander. Es entwickelte sich ein reger Handel, weil dringend benötigte Rohstoffe nur in weit entfernten Regionen zu beschaffen waren. Teils nutzte man die Händlerwege entlang der europäischen Flüsse, teils machten sich Schiffe auf den langen Weg durch die Straße von Gibraltar. Mitte der 1990er Jahre bargen Unterwasserarchäologen vor der südtürkischen Küste bei Kas die Reste eines Handelsschiffes aus der Bronzezeit. Die auf dem Meeresgrund verstreute Ladung des um 1318 v.Chr. versunkenen Seglers war eine Sensation: neben prunkvollen Gold- und Silberschmuck, riesigen Vorratsgefäßen, Harz, Waffen, Tongeschirr und vielfarbigen Glasbarren fand man Tonnen von Zinn, Kupfer und Bernstein [35]. Vermutlich hatten diese Seefahrer auch in den Häfen von Cornwall und Althelgoland angelegt, um diese wertvollen Rohstoffe gegen andere Güter einzutauschen.

Hochkulturen ohne Schrift?

Fast einhellig sind die Archäologen von der Schriftlosigkeit aller nördlich der Alpen lebenden Völkerschaften in der Bronzezeit überzeugt. Entgegen dieser Ansicht gibt es jedoch einige frühgeschichtliche Hinweise auf die Verwendung einer Schrift in dieser Region. So berichtet Euhemeros von Messene in seiner „Heiligen Aufzeichnung“, dass im nördlichen Ozean auf einer Insel ein altes Heiligtum stand, in dem goldene Tafeln aufbewahrt würden, auf denen die Geschichte der dortigen Könige in uralter Zeit aufgezeichnet sei. Eine ähnliche Aussage ist im Atlantisbericht zu finden : „… die Herrschaft und Gemeinschaft unter ihnen wurde aufrecht erhalten nach den Anordnungen des Poseidon, wie sie ihnen das Gesetz und die Inschriften überlieferten, die von den Urvätern auf einer Säule aus Oreichalkos eingegraben waren; sie stand in der Mitte der Insel im Heiligtum des Poseidon“ [36].

Das galt schon immer als eindeutiger Hinweis auf eine Schrift. Dafür jedoch gab es bis in die 1970er Jahre hinein keine Anhaltspunkte in Nordwesteuropa, und man zweifelte deswegen schon die Nordsee-Theorie an. Um das Jahr 1982 gelang allerdings eine sensationelle Entdeckung. Prof. Barry Fell, der ehemals an der Havard-Universtität in Cambridge (USA) lehrte, spürte in der südschwedischen Provinz Bohuslän auf Felsritzungen Punkt- und Strichfolgen auf, die er als Buchstaben einer Alphabetschrift deutete. Die Entzifferung gelang ihm deshalb ohne größere Schwierigkeiten, weil die Zeichen denjenigen sehr ähnlich sind, die die Tuareg in Libyen heute noch für ihre Schrift benutzen.

Da ihm die Lautwerte der Buchstaben bekannt waren, konnte er auf den Felsbildern einzelne sinnvolle Worte erkennen. Die Entzifferung lässt allerdings einen gewissen Interpretationsspielraum zu, weil die Leserichtung oft nicht eindeutig ist und es nur einen Universalvokal gab, der meistens auch noch weggelassen wurde. Beispielsweise waren neben der Felszeichnung von drei Vogelmenschen die Buchstaben „SWaN“ (Schwan) zu erkennen, ein anderes Mal „B-L“ und „GH-W“ neben einer Darstellung eines Bullen und einer Kuh. Neben Ritzungen von mehreren verschiedenartigen Schiffen konnten die Buchstaben „M K-GH A-GH GH-L L W-K S-A-M-S-L“ für eine vermutliche Gebetsinschrift zusammengefasst werden. Das lautet altnorwegisch „ma kugge aga gul ol vik samsla“ oder deutsch etwa „Möge eine sanfte Brise unsere Koggen laufen lassen und wir alle den Hafen zusammen erreichen“ [37]. Bei dieser Sprache handelt es sich offenbar um einen urgermanischen oder altnordischen Dialekt, bevor sich später daraus die englische, norwegische und deutsche Sprache entwickelten.

Noch sehr verbreitet ist die Annahme, die Schrift der Tuareg sei eine späte, vereinfachte Form der phönizischen. Aber die Buchstaben des so genannten Tifinagh-Alphabets leiten sich nur dann sinnvoll aus den Anfangsbuchstaben wichtiger Begriffe ab, wenn der altnordische Dialekt und nicht die Berbersprache zugrunde gelegt wird. So verwendeten die bronzezeitlichen Schreiber das Zeichen „Ring“ für den Buchstaben „R“, das Zeichen „Tür“ (engl. „dorway“) für „D“, das Zeichen „Gewichte“ (engl. „weights“) für „W“, das Zeichen „(Schild-) Buckel“ (engl. „buckler“) für „B“ usw. [38]. Bemerkenswert ist ferner die Herleitung einiger Buchstaben von den Himmelsobjekten Mond („M“), Sonne („S“), den 4 Kastensternen des Sternbildes Pegasus („H“ = Hestemerki; d.h. „Pferdemarken“) und der auffälligen Konstellation des Himmels-W („Y“ aus Yorsa = Cassiopeia).

Atl04_5Abb. 4:
Formen der Buchstaben des Tifinagh-Alphabets

Der Biologielehrer W.P.A.Fischer glaubt einen Anhaltspunkt für das Alter dieser Alphabetschrift gefunden zu haben. Für ihn stellen die drei gleichseitig angeordneten Punkte des Buchstabens „K“ für „Kopf“ ein Symbol für den Himmelsnordpol dar. Ihm steht heute der Polarstern im „Kleinen Wagen“ nahe. Vor etwa 4000 Jahren befand sich aber kein markanter Stern an dieser Stelle. Stattdessen wurde um 1800 v.Chr. der Himmelspol von Kochab, Thuban und einem weiteren Stern im Sternbild Drachen eingerahmt. In dieser Zeit oder nur wenig davor haben vermutlich die Bronzeleute diese Schrift erfunden [39].

Im Unterschied zur babylonischen Keilschrift und zu den ägyptischen Hieroglyphen wurden die Bronzezeit-Runen wahrscheinlich nicht für Verwaltungsaufgaben verwendet. Lediglich Priesterastronomen und hohe Würdenträger dürften diese Alphabetschrift beherrscht haben. Sie wurde nach derzeitigem Erkenntnisstand nur in heiligen Bezirken angewandt und auf Felsen oder bedeutenden Bauwerken eingeritzt. Den Weg zu den Berberstämmen fand die Schrift, weil sich Bronzeleute schon einige Jahrhunderte vor der Großen Wanderung in Nordafrika niederließen.

Wikinger der Bronzezeit

Eine einheitliche, hochstehende Kultur, die sich über viele Inseln und Küstengebiete ausbreitete, ist ohne eine gut entwickelte Schifffahrt nicht vorstellbar. Noch heute stellt es besondere Anforderungen an die Lotsen, innerhalb der gefürchteten Schären zwischen Jütland und Südschweden zu manövrieren. Die Bronzeleute müssen auf dem Meer in ihrem Element gewesen sein. Davon zeugt eine Vielzahl an Felszeichnungen in der südwestschwedischen Küstenlandschaft Bohuslän. Auf ihnen sind Tausende stilisierte, mit hohen Vorder- und Hintersteven versehene Schiffe und sogar ganze Schiffsarmadas dargestellt. Auf einigen Ritzungen sind kultische Handlungen auf dem Schiffsdeck zu erkennen [40].

Die schlanken, bis über 10 m langen Holzschiffe konnten ein bis zwei Dutzend Ruderer tragen und besaßen einen umlegbaren Mast. Im deutlichen Unterschied zu den Schiffstypen im Mittelmeergebiet waren die Steven mit Enten- und Schwanenköpfen, mitunter auch mit drachenähnlichen Köpfen verziert. Eine äußerst sinnreiche Erfindung für die Fahrt in Küstengewässern war ein doppelter Steven, der das Boot bei Unterwasserklippen federnd abfangen und vor Beschädigung schützen sollte.

Die Bronzeleute wagten sich ebenso auf die hohe See hinaus. Bei ihren einträglichen Handelsunternehmungen nach Britannien und Irland segelten sie wegen der starken Gezeiten in sicherer Entfernung zur Küste. Wahrscheinlich gelangten wagemutige Expeditionen bis nach Nordafrika, denn auf einigen schwedischen Felszeichnungen sind mit einiger Sicherheit exotische Tiere wie Giraffen, Strauße und Elefanten erkennbar [41]. Bereits A.Köster, ein hervorragender Kenner der antiken Seefahrt, zählte 1923 die Bronzeleute zu den „erfahrensten Seeleuten ihrer Zeit“.

Diese Einschätzung wird erneut bestätigt durch weitere Entdeckungen von Prof. B.Fell in den 1980er Jahren. Er stieß nämlich in der Nähe von Peterborough in Kanada auf jene Schriftzeichen, die er zuvor in Südschweden auf Felszeichnungen vorgefunden hatte. Eine der Einritzungen wies ihm neben der Gleichartigkeit der Schrift deutlich auf die Herkunft der kühnen Seefahrer hin: „Woden-lithi stor konungr hringriki kweid runa gneidi“. Diesen altnordischen Text deutete B.Fell als „Wotan-Lithi, der große König aus dem Ringreich, befahl, dass Runen geritzt werden sollen“ [42]. Man schloss aus weiteren Inschriften, dass die Schiffsbesatzung, beladen mit Kupfer aus einer nahen Lagerstätte, nach neunmonatigem Aufenthalt zurückkehren sollte. Die Heimat der Seefahrer war eine flussreiche Landschaft Norwegens nordwestlich des Oslofjordes, die heute noch die Bezeichnung „Ringerike“ (Ringreich) trägt [43].

B.Fell datierte den aus astronomischen Anhaltspunkten abgeleiteten Zeitpunkt der Expedition auf 1700 v.Chr. Die Anwohner der Nordsee waren somit mindestens seit dem frühen 2. Jtsd. v.Chr. in der Lage, den Atlantik routinemäßig zu überqueren. Das stellt eine einmalige nautische Leistung dar, die erst ein Jahrtausend später durch andere Völkerschaften, die Phönizier, wiederholt wurde [44].

Vor dem Hintergrund dieser Erkenntnisse ist es nicht unwahrscheinlich, dass die nordischen Seefahrer auch zu anderen Gebieten in der Neuen Welt gelangten und Zeugnisse ihrer Anwesenheit hinterließen. Im brasilianischen Urwald entdeckte der Franzose Homet beispielsweise vor einiger Zeit Steinkreise, Großsteingräber und Dolmen. Die Ähnlichkeit der Megalithbauten am Amazonas mit denen in Nordwesteuropa ist nicht zu bestreiten [45]. Die Bezeichnung „Atlantik“ wurde demnach nicht zu Unrecht vom Namen des legendären Inselreiches abgeleitet.

Jenseits der Säulen des Herakles

Platon zufolge herrschten die Atlanter „seit vielen Menschenaltern“ nicht nur über die Königsinsel Basileia und ihre unmittelbare Umgebung, sondern auch über einige weitere europäische Küstenländer und Inseln und sogar über Teile von Nordafrika: „Auf dieser Insel Atlantis also entstand eine große und bewundernswerte Macht von Königen, welche die ganze Insel beherrschte sowie viele andere Inseln und Teile des Festlandes. Außerdem beherrschten diese Könige noch von den Ländern am Binnenmeer Libyen bis nach Ägypten und in Europa bis nach Tyrrhenien“. Und der nachgeborene Zwillingsbruder des Atlas „erhielt den äußersten Teil der Insel von den Säulen des Herakles bis zum Gadeirischen Land“, das demnach jenseits der Straße von Gibraltar lag.

Die erwähnten Territorien gehören alle zum Verbreitungsgebiet der Megalithkulturen während der Jungsteinzeit. So darf mit einiger Sicherheit angenommen werden, dass auch die nicht erwähnten Königreiche zu diesem Kulturkreis gehörten. Seit etwa 5000 v.Chr. siedelten von Norwegen bis Spanien und von Irland bis Deutschland Menschen, deren religiöse Vorstellungen und kultischen Bräuche sich sehr ähnelten. Vor allem war bei ihnen die Sitte verbreitet, aus tonnenschweren Steinen große Grab- und Wohnanlagen zu errichten. Die Megalithleute bewohnten vorzugsweise küstennahe Regionen und Inseln des Nordatlantiks. Eine Vorliebe hatten die alten Baumeister für Rundtempel aus Holzpalisaden und meist kreisrunde, seltener auch ovale Graben- und Wallanlagen. Diese Anlagen spiegeln in ihrem Grundbauplan die „Trojaburg“ im Zentrum der Insel Basileia wider, die aus insgesamt fünf konzentrischen Ringen bestand. Eine spätere Variante der Trojaburgen mit labyrinthischen Gängen ist besonders häufig in Südschweden anzutreffen.

Folgende Gebiete können mit großer Wahrscheinlichkeit zum Einflussbereich der Atlanter gezählt werden :

  • das „Reich des Atlas“: das Verbreitungsgebiet der Nordischen Bronzekultur mit dem Zentrum Althelgoland; ein weiteres astronomisches Zentrum waren die Externsteine bei Detmold;
  • das „Reich des Gadeiros“: Südspanien um die Hafenstadt Cadiz (Gades); außerdem Portugal; ein Zentrum war die südspanische Ortschaft Los Millares (ab 2900 v.Chr.)
  • England und Schottland; hier gibt es die größte Dichte an megalithischen Kultanlagen; Zentren waren z.B. Stonehenge (1. Bauphase ab 3100 v.Chr.) und die Anlage von Avebury
  • Irland; das Gangkammergrab in New Grange ist das älteste erhaltene Bauwerk der Welt (3250 v.Chr.);
  • Nordwestfrankreich und Gebiete zwischen den Flüssen Garonne, Loire und Rhône; Zentren waren die Steinreihen bei Carnac und steinzeitliche Anlagen bei Gavrinis (ab 4800 v.Chr.)
  • Nordafrika; Atlas-Gebirge; Gebiet der Tuareg (Libyen)
  • Inseln des westlichen Mittelmeeres (Balearen, Sardinien, Korsika, Malta) und Küstengebiete am Tyrrhenischen Meer
  • Atlantikinseln vor der Straße von Gibraltar (Kanarische Inseln, Madeira)
  • Mitteleuropa; Verbreitungsgebiet der Kreisgrabenanlagen; um 5000 v.Chr. erbaute Kultanlagen, z. B. bei Goseck (Sachsen-Anhalt); Kyhna (Sachsen); Osterhofen-Schmiedorf (Bayern)

Atl02_30Abb. 5:
Das Verbreitungsgebiet der Megalithbauwerke und Kreisgrabenanlagen in der Jungsteinzeit sowie das Gebiet der Nordischen Bronzekultur um 1500 v.Chr.

Das Siedlungsgebiet der Megalithleute erstreckte sich über ein riesiges Territorium und war somit „größer als Libyen und (Klein-) Asien zusammen genommen“. Es entstand nicht durch kriegerische Expansion eines starken Kernlandes, sondern religiöse Vorstellungen, Bräuche und Architekturideen fanden auf friedlichem Wege durch Händler und Seefahrer Verbreitung und wurden so zum Allgemeingut dieser Menschen.

Die Megalithkulturen-Theorie hat in den letzten Jahren zunehmend an Popularität gewonnen. Allerdings schlagen einige Anhänger nicht die Insel „Basileia“ in der Helgoländer Bucht, sondern andere Orte als Hauptzentrum vor. H.Tributsch favorisierte 1986 das Gebiet rund um Carnac in der Bretagne, der Holländer de Meester dagegen Stonehenge und seine Umgebung. Einen Nachteil haben diese von Spanuth abweichenden Vorstellungen jedoch. Die erstgenannte Hypothese kann den Untergang von Atlantis nur als Fata Morgana und die andere gar nicht erklären.

Sachverhalt
(bzgl. Hauptinsel und Umland)
Azoren 1) Kreta/Thera Tartessos3) Tunesien
Sch.El Djerid
Althelgoland/
NBK/MKn
Hauptvertreter der Theorie I. Donelly S. Marinatos A. Schulten P. Borchardt J. Spanuth
Jahr der Veröffentlichung 1875 1938 1925 1930 1953
Untergang um 9000 v.Chr. nein nein nein nein nein
Untergang im 14./13. Jhd. v.Chr. nein ja / nein 2) nein nein ja
archäologische Funde aus dem 14./13. Jhd. v.Chr. nein ja nein nein ja
jenseits der Straße von Gibraltar ja nein ja nein ja
Übereinstimmung mit Lage der Phäakeninsel Scheria nein nein nein nein ja
westlich und/oder nördlich von Sizilien (laut Diodor von Sizilien) ja nein ja nein ja
größer als Libyen u. Kleinasien zusammen nein nein nein nein ja (MKn)
370*560 km große Ebene nein nein z.T. (kleiner) / um Cadiz nein ja (Dän./ Norddtl.)
hohe, schöne Berge im Norden der Ebene nein nein ja (Sierra Morena) nein ja (Berge der norw. Fjorde)
an der Mündung großer Flüsse gelegen nein nein z.T. (Gua-dalquivir) z.T. (Triton-Fluss) ja (Weser, Elbe, Eider, …)
Schlamm-Meer nach Untergang nein nein nein nein ja/ Wattenmeer
Bevölkerung führte Krieg gegen Ägypten, Griechenland und Kleinasien nein nein nein z.T. (Libyer gegen Ägypter) ja (Nord-/ Seevölker)
Oreichalkos (Bernstein) vorhanden nein nein nein nein ja
gediegenes, schmelzbares Kupfer nein nein ja ja ja
große Bauwerke mit Ringstruktur nein nein nein nein ja
Elefanten nein nein nein ja nein

Tabelle 1:  Die bedeutendsten Atlantis-Theorien im Vergleich [57]

(NBK= Gebiet der Nordischen Bronzekultur; MKn= Gebiet der Megalithkulturen)
Bem. 1) entsprechend den realen Gegebenheiten um 9000 v.Chr. bzw. 14./13. Jhd. v.Chr.
2) ja, falls Vulkanausbruch um 1220 v.Chr.; nein, falls Vulkanausbr. um 1628 v.Chr.
3) phönizische Gründung (= Cadiz ?) in S-Spanien, von 1100 v.Chr. bis 500 v.Chr.

Frühe Astronomen und Erdvermesser

Die Seewege zwischen den einzelnen Kulturen und vor allem die Fahrten zu den entlegensten Inseln erforderten frühzeitig überdurchschnittliche nautische Leistungen. Den Menschen der Jungsteinzeit und Bronzezeit standen zwar keine modernen Navigationsinstrumente zur Verfügung, doch sie waren ausgezeichnete Naturbeobachter. Sie orientierten sich auf dem Meer tagsüber am Sonnenstand und des nachts an den jahreszeitlich vorherrschenden Sternbildern [46]. Wahrscheinlich nutzten sie schon den später bei den Wikingern gebräuchlichen Sonnenkompass. Mit diesem einfach handhabbaren Navigationsgerät konnte man ziemlich exakt während eines bestimmten Jahresabschnittes zu jeder Tageszeit die Nordrichtung feststellen [47].

Zunutze machten sie sich ein über Jahrtausende hinweg von Priesterastronomen angesammeltes Wissen. Gerade der europäische Norden bietet einige ungewöhnliche Himmelserscheinungen, die dem Betrachter auf der geographischen Breite des Mittelmeeres verwehrt bleiben :

  • Nördlich des Polarkreises geht die Sonne über einen längeren Zeitraum nicht auf bzw. unter.
  • Der Himmelspol steht fast im Zenit. Daher kann nur ab ca. 65° n.Br. die Vorstellung von der Himmelsstütze und vom Riesen Atlas entstehen, der das Himmelsgewölbe auf den Schultern trägt.
  • Alle knapp 19 Jahre treten extreme Mondstellungen auf, die auf einer nördlichen Breite von ca. 61° auch von astronomischen Laien beobachtbar sind. Dabei steht der Sommervollmond bei seiner Kulmination extrem niedrig über dem Horizont bzw. berührt ihn (9 oder 10 Jahre später dagegen beträgt die Kulminationshöhe reichlich 10°). Ebenso wird der Wintervollmond alle 19 Jahre zirkumpolar.
  • Die Schifffahrt auf langen Distanzen ist an der W-Küste Norwegens zwangsweise N-/S-gerichtet, dagegen im Mittelmeer vorzugsweise O-/W-gerichtet. Die Abnahme der Polhöhe von 71° in Nordnorwegen bis auf 54° bei Helgoland lässt daher eher den Gedanken an eine Kugelgestalt der Erde aufkommen.

Es darf daher nicht verwundern, dass Diodor von Sizilien über die Atlanter und ihre astronomischen Fähigkeiten berichtet:

„Atlas, der erste König auf der heiligen Insel und Ahnherr des dort herrschenden Geschlechts hat viel Mühe und Fleiß auf die Kenntnis der Gestirne verwendet und mit großem Scharfsinn herausgefunden, dass der Himmelsbau eine Kugel sei. Atlas … hat die Bewegung der himmlischen Gestirne erfasst und den Menschen offenbart. Dadurch entstand die Sage, dass er den Himmel auf seinen Schultern trüge. …Als ein fleißiger Beobachter der Gestirne sagte er Vieles, was am Himmel geschah, voraus. Das Volk lehrte er nach der Bewegung der Sonne das Jahr, und nach der des Mondes die Monate bestimmen.“ [48].

Das astronomische Wissen der Megalithleute war in der Tat erstaunlich. Sie kannten die genaue Jahreslänge, unterteilten sie in 16 Monate zu je 22 und 23 Tagen und richteten ihre Steinsetzungen nach den Auf- und Untergängen heller Sterne aus. Am bemerkenswertesten aber war ihre Kenntnis des 18,6 jährigen Zyklus‘ bei der Abfolge der Mond- und Sonnenfinsternisse. Diesen so genannten Meton-Zyklus kannten die Erbauer der Stonehenge-Anlage mindestens seit 1800 v.Chr. Die Kenntnis einer ähnlich langen Zeitdauer zur Finsternisberechnung, die Sarosperiode, wird den Babyloniern erst um 600 v.Chr. zugeschrieben.

Ein anderer Anreiz zu intensiver astronomischer Betätigung entstand durch den Übergang unserer Vorfahren von der nomadischen Lebensweise zum Ackerbau. Um den richtigen Zeitpunkt für Aussaat und Ernte bestimmen zu können, war erstmals die genaue Kenntnis des jährlichen Sonnenlaufs erforderlich. Während es anfangs noch genügte, die Aufgangspunkte zur Winter- und Sommersonnenwende mit einfachen Pfostenreihen zu markieren, entstanden später runde Sonnentempel, in denen man an ganz bestimmten Tagen im Jahr Feste feierte. Besonders verbreitet waren die astronomisch orientierten Kreisgrabenanlagen und mehrfachen Holzpalisadenringe in Mitteleuropa. Hier siedelten ab 5300 v.Chr. die Bandkeramiker, die wahrscheinlich ersten Bauern auf unserem Kontinent. Eine über mehrere Jahrtausende währende Beschäftigung mit den Himmelsereignissen lässt sich im mitteldeutschen Raum nachweisen. Um 5000 v.Chr. wurde die Kreisgrabenanlage in Goseck errichtet, und nicht weit davon entfernt legte man um 1600 v.Chr. einem hohen Würdenträger der Aunjetitzer Kultur die berühmte Sternscheibe von Nebra ins Grab.

Bewundernswert sind ebenfalls die vermessungstechnischen Fähigkeiten dieser Menschen in so früher Zeit. Sie wahrten bei ihren Steinsetzungen und Kreisgrabenanlagen bestimmte Proportionen, die bei Umfang und Durchmesser runde Maßzahlen in ihrem Maßsystem ergaben. Die praktische Anwendung des Lehrsatzes des Pythagoras war ihnen bereits vertraut, wie beispielsweise Steinsetzungen in Odry (Westpreußen) und in der Bretagne zeigen [49]. Es wurden sogar vorgeschichtliche Heiligtümer über große Entfernungen hinweg geradlinig oder in einem besonderen Winkel zueinander angeordnet. Während in Südengland schon seit längerer Zeit so genannte Ley-Linien aufgespürt wurden, gelangen K.Bedal und H.Zschweigert ähnliche Entdeckungen vor einigen Jahren auch in Oberfranken und Schleswig-Holstein [50]. Die vorgeschichtlichen Vermesser benutzten beim Errichten ihrer Bauwerke eine einheitliche, von A.Thom nachgewiesene Maßeinheit, das „Megalithische Yard“ (MY) von etwa 83 cm Länge [51]. Wahrscheinlich wurde bereits für größere Distanzen die später auch in Griechenland gebräuchliche Maßeinheit „Stadion“ (ca. 185 m) verwendet und der Erdumfang mit 216.000 Stadien bestimmt [52]. Sollte dieses erstaunliche Wissen tatsächlich vorhanden gewesen sein, dann ist die Vermessung der 2000 mal 3000 Stadien große Ebene sicherlich von den dort lebenden Menschen selbst vorgenommen worden. Auch wenn eine Überinterpretation archäometrischer Fakten nie ganz auszuschließen ist, so dürften doch die mathematischen und astronomischen Fähigkeiten dieser Menschen höher gewesen sein als noch vor Jahrzehnten angenommen.

Die „Heilige Insel“ Basileia

Die Archäologen kennen schon seit längerem einige bedeutende jungsteinzeitliche Kultanlagen und Ansiedlungen der Megalithleute und Bandkeramiker. Es muss jedoch darüber hinaus ein Ausstrahlungszentrum gegeben haben, das ordnend in das Gemeinleben aller zehn Königreiche der Atlanter eingriff. Anders ist beispielsweise die Ausbreitung des „Megalithischen Yard“ in halb Europa nicht erklärbar. Auch für Prof. W.Schlosser bedeutet die Existenz und strenge Einhaltung der „megalithischen Elle“ als Grundmaß in einem so großen Gebiet eine fast hochkulturelle Durchstrukturierung zumindestens in der Geometrie [53]. Billigt man dem Atlantisbericht auch in diesem Punkte Wahrheitsgehalt zu, dann kann diese „Maßgebende“ Rolle nur die mehrfach hervor gehobene „Heilige Insel“ Basileia gespielt haben. Hier trafen sich alle fünf oder sechs Jahre die Könige der weit verbreiteten Gemeinschaft zu kultischen Handlungen und berieten über die von allen einzuhaltenden Gesetze.

Bisher ist es noch nicht gelungen, die genaue äußere Gestalt dieser Insel zu ermitteln. Zumindestens aber gibt es Anhaltspunkte für ihre ungefähre Lage. Schon frühzeitig erkannte man, dass das heutige Helgoland nicht die gesuchte antike Bernsteininsel gewesen sein kann. Nach einer Untersuchung der geologischen Gegebenheiten durch E.Wasmund im Jahre 1937 konnte sie sich nur über dem Südstrandrücken in Richtung Eiderstedt erstreckt haben. Das Zentrum von Atlantis war demnach eine relativ große zusammenhängende Insel, die von Helgoland bis zu einer Stelle reichte, an der sich später zeitweilig die separate Insel „Südstrand“ befand. Der aus Platons Angaben für Basileia abgeleitete Durchmesser von 127 Stadien (23,5 km) erscheint glaubhaft, weil einige im Mittelalter zerfallene nordfriesische Inseln ursprünglich eine ähnliche Größe hatten.

Ein strittiger Punkt ist noch die Frage nach dem Mittelpunkt der bronzezeitlichen Insel, wo sich „ein allseits niedriger Hügel“ mit den wichtigsten Kultanlagen befunden haben soll. J.Spanuth war stets davon überzeugt, ihn 50 Stadien östlich der Düne auf dem etwas höher liegenden Steingrund gefunden zu haben, wo auch seine wichtigen Tauchfunde gemacht wurden. W.P.A.Fischer nimmt dagegen als Zentrum eine zweite untermeerische Erhebung etwa 11 km nö. vom Steingrund an. Nur hier war seiner Meinung nach genug Platz für eine annähernd runde, große Insel mit über 10 km Radius. Für diese Annahme spricht der Verlauf der 20 m – Tiefenlinie, die etwa den bronzezeitlichen Küstenverlauf widerspiegelt. Allerdings wurden bisher noch keine Unterwasserfunde gemacht, die den Mittelpunkt genau an dieser Stelle belegen, und andere Forscher teilen eher Spanuths Auffassung.

Ebenso sind bei der detailreichen Beschreibung der „Königsinsel“ hinsichtlich der Größenangaben und der Ausstattung einiger Bauwerke Zweifel angebracht. Es wird beispielsweise von einem 93 m breiten und 31 m tiefen und mit Kupfer ausgelegten Kanal berichtet. Der Haupttempel soll Ausmaße von 185 mal 93 m gehabt haben. G.Kehnscherper vermutete daher, dass Platon nur ganz allgemein sein Wissen über die nördlich der Alpen lebenden Völkerschaften zusammengefasst hat und die Insel Basileia mit nur ganz wenigen „echten“ Bausteinen ausstattete. Die zentrale Trojaburg mit insgesamt fünf Land- und Wasserringen und einem Außendurchmesser von 27 Stadien (5 km) wäre seiner Meinung nach nur die ins Überdimensionale vergrößerte Kultanlage von Stonehenge gewesen [54].

 

Atl08Abb. 6:
Aufbau des Zentrums der Insel Basileia, rekonstruiert nach den Angaben Platons (Dialog „Kritias“);

Neuere Überlegungen machen es allerdings wahrscheinlich, dass die gefangenen Philister den Ägyptern doch relativ genaue Ortsbeschreibungen gaben. Einige in Museen ausgestellte Fundgegenstände aus dem Gebiet der Nordischen Bronzekultur verraten dazu erstaunliche Einzelheiten, die bisher nur unbefriedigend gedeutet werden konnten. Die Ornamentik mehrerer fast 1 m großen Rundschilde stellt nach Auffassung von H.Zschweigert nichts anderes als das Zentrum der Insel Basileia künstlerisch dar [55]. So erkennt man die Land- und Wasserringe rings um den Inselmittelpunkt mit dem ovalen Burghügel, die Überbrückungen über den schmalen Schleusen, den äußeren langen Kanal bis zum Meer und auf einigen Schilden auch Schwäne, die heiligen Vögel der Hyperboreer.

Atl09Abb. 7:
Einer der 16 in Schweden gefundenen „Herzsprung-Schilde“ aus der Bronzezeit mit stilisierter Darstellung des Zentrums von Basileia (?)
(Foto: H.Zschweigert)

Bedeutsam ist ferner, dass diese in Schweden gefundenen Bronzeschilde fast identisch verziert sind wie die zwei aus Herzsprung in der Prignitz stammenden Schilde [56]. Die so genannten Herzsprung-Schilde fand man nicht nur im Gebiet der Nordischen Bronzekultur, sondern auch auf den Britischen Inseln, in Mitteleuropa, Spanien, Griechenland und auf Zypern. Die Verbreitung dieser Schilde zeugt von der überregionalen Bedeutung und Verehrung der wichtigsten Insel der Atlanter.

Einige bis zu 12 cm große, vornehmlich von Frauen getragene Gürtelscheiben erinnern ebenfalls in ihrer künstlerischen Darstellung an das Zentrum der „Säulen- und Königsinsel“: eine mit einem kleinen Sporn versehene, leicht erhabene Mittelfläche ist umgeben von mehreren Ringen, von denen jeder zweite mit einem Wellenband dargestellt wurde. Auch beim Sonnenwagen von Trundholm ist die vergoldete Scheibe nicht ideal glatt, wie für eine Sonnendarstellung zu erwarten wäre, sondern mit einem ähnlichen Ring- und Wellenmuster verziert.

Zu den „echten“ Bausteinen bei der Beschreibung der Insel zählen sicherlich auch die mit Bernstein bedeckte zentrale Säule, auf der Stiere geopfert wurden, die warme und kalte Quelle, die „barbarisch“ aussehenden Tempel, der Heilige Hain, mehrere Häfen und das „Kaufmannsviertel“. Wahrscheinlich steckt selbst in den angeblich mit Kupfer ausgelegten Kanälen eine noch nicht richtig deutbare Information, denn einer alten Helgoländer Sage zufolge soll auf dem Steingrund einst eine unermesslich reiche Stadt mit kupfernen Kanälen gelegen haben.

Anlage Gebiet Bauzeit
v.Chr.
Außen-Ø
in m
Anzahl Ringe Besonderheiten / Anmerkungen
Basileia / Althelgoland Deutsche Bucht vor 5000 1) 4995
(27 Stadien)
5 3 Wasser- und 2 Landringe;
Tempel u.a. Heiligtümer im Zentrum
Avebury Südengland 2700 427 1 + 2 mit 2 kleineren Innenringen, (Steinkreise);
größte erhaltene Anlage
Birkendegaard Seeland /DK 1000 (?) 320 3 mit Steinsäulen (wie bei Stonehenge)
Kyhna Sachsen 5500 150 4 3 Tore
Stonehenge Südengland 3100 /
ab 2600
104 /
30
Erdwall
4 2)
erhaltene Steinkreise; in Hufeisenform aufgestellte 5 Trilithe
Quenstedt Sa.-Anhalt 2200 95 5 5 Holzpalisadenringe, 3 Tore
O.-Schmiedorf Bayern 4800 75 3 2 Tore
Goseck Sachsen-Anhalt 5000 74 2 früheste Anlage mit nachgewiesener astronomischer Ausrichtung; 3 Tore

Tabelle 2:  Die Kreisgrabenanlage auf Basileia im Vergleich zu anderen bedeutenden Anlagen in Europa

Bem. 1) Laut Platon war die 1. Ausbaustufe (ohne Schleusen und Kanäle) „vor Beginn der Schifffahrt“
2) Steinkreise z.T. nicht vollständig geschlossen

 

Quelle: http://www.eichner-dresden.de/atlantis/

Gruß an Die Atlantider

TA KI