Schon wieder muss Marxloh gerettet werden


Einst florierte Duisburg-Marxloh prächtig, doch die prekäre Situation mit Clans und Roma änderte das. Die Polizei spricht von „No-go-Areas“. Bürger wollen sich engagieren, doch es geht nicht voran.

Duisburg-Marxloh-8-

Halil Demir ist mit seiner Familie aus seiner Heimat fortgezogen. Aus Duisburg-Marxloh. Sein Großvater kam aus der Türkei und wurde in dem Stadtteil von Duisburg sesshaft. Marxloh wurde bundesweit zum Inbegriff für Multikulti, für gelungene und für verpasste Integration. Die Weseler Straße mit ihren Geschäften für türkische Brautmode ist weit über Stadt- und Landesgrenzen als etwas Besonderes bekannt. Doch der prachtvolle Glanz der Hochzeitskleider kann nicht mehr über die neuen sozialen Probleme hinwegtäuschen. Selbst gut integrierte Migranten wie Demir sehen hier keine Perspektive mehr.

Der Vater erzählt, dass er seinem sechsjährigen Sohn Taylan die Grundschule in Marxloh nicht zumuten wollte und vor zwei Jahren in den Stadtteil Meiderich gezogen ist. „Ich will, dass mein Sohn vernünftig Deutsch lernt und dass er die richtige Förderung bekommt. In Marxloh gibt es zu viele Kinder in der Grundschule, die nur gebrochen Deutsch sprechen. Das ist nicht akzeptabel“, sagt der 30-Jährige.

Vor einigen Wochen kam Bundeskanzlerin Angela Merkel zum persönlichen Bürgergespräch hierhin, um mehr über die Nöte der Anwohner zu erfahren. Sie versprach Hilfe; eine Arbeitsgruppe solle sich kümmern. In der nächsten Woche eröffnet die städtische Entwicklungsgesellschaft Duisburg (EGDU) nach mehrjähriger Pause wieder ein Stadtteilbüro mit Sprechstunden, denn Marxloh muss gerettet werden – wieder einmal.

„Die beginnende Stabilisierung des Stadtteils und die Aussicht auf eine Trendumkehr nach über 30 Jahren Niedergang sind durch die neuen sozialen Umbrüche wiederum gefährdet“ – mit diesen vergleichsweise ungeschminkten Worten begründet die Stadtverwaltung ein neues „Integriertes Handlungskonzept“, um Marxloh mit seinen etwa 19.000 Einwohnern zu stabilisieren.

„Made in Marxloh“, sagte man stolz

Es war einst ein florierendes, wohlhabendes Quartier. „Vor etwa fünfzig Jahren ist halb Duisburg zum Einkaufen nach Marxloh gefahren“, erzählt Martin Stockbauer. Der 55-jährige Versicherungskaufmann lebt seit 1998 hier; er hat nicht selbst die wirtschaftliche Blüte und die dramatischen Leerstände erlebt. Aber seine Frau Petra Dicksen. Ihretwegen zog er aus dem Taunus hierhin, weil sie in Marxloh ein Elektroinstallationsgeschäft ihrer Familie weiterführt. Nach dem Niedergang des Kohlebergbaus und der Krisen im Stahlbereich entstand mühevoll die Branche für Brautmoden. „Made in Marxloh“, sagte man stolz. Die Einweihung der großen Moschee 2008 galt als „Wunder von Marxloh“.

Es schien, als habe Marxloh den Strukturwandel einigermaßen, wenngleich auf bescheidenem Niveau, bewältigt. Stockbauer erzählt, 2014 hätten „weitgehend Sauberkeit, Ordnung und ein friedliches Miteinander“ geherrscht. Vor eineinhalb Jahren begann die Situation zu kippen. Stockbauer gründete die „Interessengemeinschaft IG Kreuzeskirchviertel“. Die Verschlechterung begann nach seiner Ansicht, als viele „Armutsflüchtlinge“, vornehmlich Roma, den Elendsvierteln in ihren Heimatländern Rumänien und Bulgarien entflohen. Sie sind EU-Bürger und haben das Recht sich überall in Europa niederzulassen. Bisher etwa 3500 von ihnen gingen nach Marxloh, dorthin, wo es am billigsten ist, wo viel billiger Wohnraum leer steht, wo der Anteil der Migranten bei fast 80 Prozent liegt, wo aber auch die Arbeitslosigkeit höher ist als anderswo.

Die Roma-Familien nerven die Nachbarn in bestimmten Straßen durch Dreck und Lärm bis tief in die Nacht und erzeugen Unsicherheit. Eine wichtige Rolle spielen Immobilienbesitzer, die „Matratzengeschäfte“ betreiben und die Roma in überfüllten Räumen hausen lassen – und daran richtig verdienen, teilweise 200 Euro pro Matratze und Monat.

In polizeilichen Dossiers wird der Stadtteil sogar als „No-go-Area“ bezeichnet. Die örtliche Polizei klagt, dass sie nicht einmal mehr Unfälle ungestört aufnehmen kann, ohne dass sie von einer Schar jugendlicher Migranten belästigt wird. Es gibt Probleme mit einigen kriminellen libanesischen Clans. NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) hat Beamte einer Hundertschaft entsandt, um die Lage besser zu kontrollieren.

„Die EGDU unterstützt uns nicht“

Rainer Enzweiler hat seine Kanzlei auf der Weseler Straße. Der Notar, Ratsherr und stellvertretende Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes Marxloh erzählt, dass von einem Haus gegenüber auf seine Büroräume geschossen worden sei, doch ein Täter ließ sich nicht ermitteln. „Die Polizei ist hier nicht besonders präsent. Ich rufe auch öfter das Sonder-Ordnungsamt an. Doch es passiert zu wenig. Wild geparkte Fahrzeuge bleiben tagelang stehen. Es gibt bis tief in die Nacht Palaver auf den Straßen. An allen Ecken liegt Müll herum„, sagte Enzweiler. Zwar wurden gemeldete Sondermüllbereiche innerhalb von ein bis drei Tagen geräumt, aber kurze Zeit später sei alles wieder verdreckt.

In der vergangenen Woche lud der 67-Jährige zu einem Bürgergespräch. Die Anwesenden beklagten sich über Rasereien auf der Straße, zu wenige Kindergartenplätze. Eine betagte Anwohnerin erzählt, sie wohne längst im „Rotlicht-Milieu“. Die Anwohner betrachten mit einem gewissen Argwohn die Entwicklungsgesellschaft Duisburg (EGDU) die den Stadtteil maßgeblich betreut. IG-Sprecher Stockbauer beklagt, dass viel gesprochen werde, aber zu wenig geschehe und sogar Investoren abgeschreckt würden. „Die EGDU unterstützt uns nicht“, sagte er an jenem Donnerstagabend.

Stadtteilmanagerin Edeltraud Klabuhn von der EGDU wird das neue Stadtteilbüro leiten und kann die Kritik nur bedingt nachvollziehen. „Bisher war es so, dass Marxloh eigentlich als stabiler Stadtteil gelten konnte. Jetzt gibt es durch den verstärkten Zuzug aus Südosteuropa neue Schwierigkeiten, auf die wir mit einem ,Integrierten Handlungskonzept‘ reagieren“, sagt Klabuhn und fügt noch hinzu: „Die Sichtweise, dass Marxloh untergeht, ist falsch. Wir haben hier keine No-go-Area. Manche möchten nur das sehen, was sie sehen wollen.“

Bezirksbürgermeister Uwe Heider (SPD) sieht es ähnlich: „Wenn ich durch Marxloh gehe, habe ich das Gefühl, dass eine gewisse Entspannung eingetreten ist. Der Aufruhr hat sich wieder gelegt. Wir werden bestimmt noch zwischendurch den einen oder anderen Rückschlag haben. Aber man merkt, dass es peu à peu besser wird“, sagt Heider. Die Problemhäuser seien auf Druck einer städtischen „Taskforce“ zum Teil leer geräumt worden; einige Eigentümer hätten eingesehen, dass sie ihre Immobilien sanieren müssten. Der Sozialdemokrat will erreichen, dass die neuen Polizisten nicht zum Jahresende abgezogen werden, sondern mindestens noch ein halbes Jahr bleiben.

Keine Migranten in Bezirksvertretung vorhanden

Man merkt in Marxloh, dass die engagierten Bürger dünnhäutiger werden. IG-Sprecher Stockbauer geht das alles viel zu langsam. Er weist darauf hin, dass mehr als hundert Häuser leer stünden und sanierungsbedürftig seien. Für den Christdemokraten Deniz Güner sind das alles klare „Versäumnisse der SPD-Politik, die hier seit dem Kriegsende bis 2004 ununterbrochen geherrscht hat und seit 2012 wieder den Oberbürgermeister stellt“. Es wäre nach seiner Ansicht einiges anders, wenn Migranten stärker mitbestimmen dürften. „Marxloh hat keine politische Lobby. Die Migranten sowieso nicht. In der Bezirksvertretung ist weder bei der CDU noch bei der SPD ein Migrant vertreten“, kritisiert Güner.

Auch Bundeskanzlerin und CDU-Parteichefin Merkel war darüber erstaunt, als sie bei ihrem Besuch in Marxloh davon erfuhr. „Wenn da keiner drin sitzt, ist das eigentlich nicht repräsentativ“, meinte sie damals. Bei einem so hohen Migrantenanteil müsse „es doch einer mal in die Bezirksvertretung schaffen“. Aus der lokalen CDU und SPD hört man indes, dass sich keine Migranten bewerben würden oder diese mit ihren Kandidaturen parteiintern unterlegen seien.

Die Integration der Roma wird die nächste große Herausforderung für Marxloh, und über eine andere mögliche Belastung wird noch nicht geredet, denn keiner weiß, ob syrische Flüchtlinge irgendwann hierherziehen. „Wenn die auch noch kommen, dann geht Marxloh unter“, befürchtet IG-Sprecher Stockbauer.

Ein Abschied von Marxloh ist längst eine ernsthafte Alternative geworden, sagt Familienvater Halil Demir: „Es denken einige Türken darüber nach, wegzuziehen, aber sie können nicht, weil sie ihre Arbeit in Marxloh haben oder weil das Geld für den Umzug fehlt.“

Quelle: http://www.welt.de/regionales/nrw/article148259746/Schon-wieder-muss-Marxloh-gerettet-werden.html

Gruß an die Klardenker

TA KI

Werbeanzeigen

Duisburg-Marxloh ist ein Eldorado wildgewordener Zuwanderer- No-Go-Area Duisburg-Marxloh? Kein neuer Zustand.


Der Duisburger Stadtteil Marxloh ist Brennpunkt des Zuwanderer-Terrors. Foto: Markus Baumer/Wikimedia(CC-BY-SA-2.0-DE)

Der Duisburger Stadtteil Marxloh ist Brennpunkt des Zuwanderer-Terrors.
Foto: Markus Baumer/Wikimedia(CC-BY-SA-2.0-DE)

Mit einer „Landnahme“ der besonderen Art sind die Bewohner von Duisburg-Marxloh konfrontiert. Sie leiden unter dem Terror von Zuwanderern aus Rumänien und Bulgarien, die sich hier in den letzten Monaten und Jahren breit gemacht haben. Die Neuankömmlinge, fast ausschließlich Angehörige der Volksgruppe der Roma, fallen durch Ruhestörung, Verwüstung und das Hinterlassen von Müllbergen auf.

Wenn sich die ursprünglichen Bewohner über das Verhalten ihrer neuen „Nachbarn“ beschweren, werden sie bedroht, gespuckt und oft sogar tätlich angegangen. Nun wollen immer mehr Bewohner des Viertels zwischen Hagedorn-, Rolf- und Wilfriedstraße, sowohl Deutsche als auch Türken, von dort wegziehen, da sie sich nicht mehr sicher fühlen.

Stadtverwaltung rät zum Erdulden des Terrors

Die rot-grüne Stadtverwaltung von Duisburg tut nichts gegen das Problem. Man rät den Betroffenen viel mehr zum Erdulden des Zuwanderer-Terrors. Die Stadt Duisburg, aber auch andere Kommunen in Nordrhein-Westfalen sind immer wieder von der Belagerung durch Roma-Einwanderer aus Südosteuropa betroffen, die hier in kürzester Zeit alle Regeln des zivilen Zusammenlebens außer Kraft setzen. Sehr oft werden sie als Billigmieter in Spekulationsobjekten untergebracht und belästigen ihr Umfeld.

Quelle: http://www.unzensuriert.at/content/0018505-Duisburg-Marxloh-ist-ein-Eldorado-wildgewordener-Zuwanderer

No-Go-Area Duisburg-Marxloh?

Wo Kinder auf Autos trampeln

Händlern brechen die Geschäfte weg, Familienclans reklamieren Straßen für sich, die Polizeigewerkschaft ist besorgt. Wird Duisburg-Marxloh zur „No-Go-Area“? Nächste Woche besucht Kanzlerin Merkel das Viertel.

marxloh

Duisburg- Der Junge beginnt zu hüpfen und das Autodach poltert im Takt. Ein Mädchen klettert auf allen Vieren über die Heckscheibe nach oben. Ein Dreijähriger wetzt einen Spielzeugbagger über die Motorhaube. Duisburg-Marxloh, Henriettenstraße – eine Szene zwischen blassen Fassaden, Eck-Kiosk und leerstehenden Läden mit abgeblätterten Logos in den Schaufenstern.

Das Duisburger Stadtviertel zählt zu den ärmsten in Deutschland: 16 Prozent Arbeitslosigkeit, 19 000 Einwohner, 64 Prozent davon mit ausländischen Wurzeln. Verwahrloste Familien, Straßenkriminalität, Gewaltexzesse, überforderte Behörden: Die Polizei warnt vor rechtsfreien Räumen.

Am 25. August will sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor Ort ein Bild machen. „Gut leben in Deutschland“ lautet der Titel der Veranstaltungsreihe. 50 bis 60 Bewohner sind geladen. Ausgewählte Gäste, ebenso vorsortiert wie die Fragen an die Kanzlerin, vermuten die Anwohner.

Der August-Bebel-Platz liegt mitten im Herzen des Viertels. Auf einem Basar beugen sich Frauen mit Kopftüchern und Gesichtsschleiern über die Wühltische. Ein Paar Kunstleder-Sandalen kostet hier 5,99 Euro. An einem der Stände hängen bodenlange purpurne marokkanische Abendkleider aus Satin mit Dekolletés aus Strasssteinen. Nicht weit davon entfernt lungern Berufsschüler auf einer Treppe.

(…)

Ein Streifenwagen rollt um die Ecke, das Grüppchen johlt. Ein Schüler übertönt die anderen mit einer Schimpftirade gegen die Polizei. Peter Cox lässt das kalt. Er ist Gewerkschaftssprecher und Polizist in der Polizeiwache im Stadtteil Hamborn, die auch für Marxloh zuständig ist. Ein Mann mittleren Alters mit hoher Stirn, Stoppelhaaren und wachen Augen.

In manche Straßen Marxlohs trauen sich die Ordnungshüter nur noch mit Verstärkung. Banale Auffahrunfälle nehmen die Beamten seit einiger Zeit sicherheitshalber im Geschwader mit mehreren Streifenwagen auf. Allzu oft wurden sie in Unterzahl von einem aggressiven Mob umringt, bespuckt und bedroht, berichtet Cox. Im vergangenen Jahr rückte die Polizei über 600 Mal mit vier oder mehr Streifenwagen zu Einsätzen in Marxloh aus.

In diesem Sommer geriet das Viertel noch tiefer in eine Spirale der Gewalt. Familienclans beanspruchen Straßenzüge für sich. Bürger wagen sich nachts kaum mehr nach draußen. Bei der kleinsten Angelegenheit entzündet sich die Gewalt.

Polizei warnt vor Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung

Wenn Cox aus seinem Alltag berichtet, klingt es wie aus einer Welt ohne Recht und Gesetz. Da ist die Geschichte vom Straßenbahnfahrer, dem ein Kind vor die Bahn lief. Blitzschnell formierte sich eine aufgebrachte Menge, sie blockierte den Wagen und schlug auf die Scheiben, um den Fahrer aus dem Waggon zu zerren.

Oder die Geschichte von zwei Streifenpolizisten, die bei einem Verkehrsunfall die Personalien aufnehmen wollten. Auf einmal hatten sie 15 Angreifer und 100 Schaulustige um sich. Erst als ein Beamter die Dienstwaffe zog, wich die Menge zurück.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) schlug zuletzt öffentlich Alarm gegen stark ausgedünnte Wachen und Angriffe gegen Polizisten. Sie warnte vor „No-Go-Areas“ in Essen, Dortmund und Duisburg. In einer internen Analyse des Duisburger Polizeipräsidiums ist nach einem Medienbericht vom Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung die Rede, sollte sich die Lage verschärfen. Seit wenigen Wochen verstärkt eine Hundertschaft die Polizei, um Marxloh abends sicherer zu machen.

Migrationsbewegungen in Deutschland

zuwanderung
Straßenkreuzungen sind unsichtbare Grenzen zwischen ethnischen Gruppen. Anwohner sprechen von „der“ Straße der Kurden oder „der“ Straße der Rumänen. Eine Gruppe steht unter besonderer Beobachtung: libanesische Großfamilien, denen kriminelle Machenschaften angelastet werden.

Größere Straftaten von Clan-Mitgliedern werden jedoch weder beim zuständigen Amtsgericht Duisburg-Hamborn noch vor dem Landgericht verhandelt. Körperverletzung, Betrug, Diebstähle – in Duisburg sei dies „Massenkriminalität“, die auf keine Nationalität beschränkt werden könne, sagt ein Amtsgerichtssprecher. Wer in welche Familienstrukturen verstrickt sei, sehe man den Akten nicht an.

Bis in die 1970er Jahre war Marxloh eine beliebte Einkaufs- und Wohngegend. Deutsche und Gastarbeiter lebten hier und arbeiteten zusammen in den Werken. Dann kam es zu einschneidenden Veränderungen: Die Stahlindustrie brach ein, Tausende verloren ihre Jobs. Junge und besser ausgebildete Arbeitskräfte verließen das Viertel. Dies setzte eine urbane Abwärtsspirale in Gang: Durch den Massenabzug fielen die Immobilienpreise. Es blieben die weniger kaufkräftigen Bewohner und Migranten. Der Abstieg dauert nun schon Jahrzehnte an.

Die Verteilung von Asylbewerbern auf die Bundesländer

  • „Königsteiner Schlüssel“
  • Asylbewerber, die in Deutschland Zuflucht suchen, werden nach dem „Königsteiner Schlüssel“ auf die Bundesländer verteilt und dort untergebracht. Der Verteilerschlüssel richtet sich nach Steuereinnahmen und Bevölkerungszahl der Länder. Das Steueraufkommen wird mit zwei Dritteln, die Bevölkerungszahl mit einem Drittel gewichtet. Der Schlüssel wird von der Gemeinsamen Wirtschaftskonferenz jedes Jahr neu berechnet.
  • …müssen Nordrhein-Westfalen (2014: 21,2 Prozent) und Bayern (15,2 Prozent) aufnehmen. Baden-Württemberg liegt an dritter Stelle (12,9 Prozent). Am niedrigsten sind die Anteile für das Saarland (1,2 Prozent) und Bremen (0,9 Prozent).

     

  • Den „Königsteiner Schlüssel“ an sich gibt es seit 1949: Die Bundesländer einigten sich damals im hessischen Königstein auf einen Schlüssel zur Finanzierung von Forschungseinrichtungen außerhalb der Universitäten. Das Instrument wird inzwischen aber auch für andere Fragen rund um die Lastenverteilung unter den Ländern genutzt.

    • Seit 2005
    • Seit Anfang 2005 dient der Schlüssel als Grundlage für Verteilung von Asylbewerbern. Damals zählten die Behörden rund 29.000 Asylanträge in Deutschland, 2014 waren es rund 173.000.

    An bessere Zeiten erinnern noch die nostalgischen Gründerzeitbauten auf der Weseler Straße. Durch sie wird Marxloh heute mit seiner „Hochzeitsmeile“ in Verbindung gebracht. Wegen der 40 Brautgeschäfte ist manchmal auch von der „romantischsten Straße Europas“ die Rede. Lachsfarbene, blütenweiße und kirschrote Tüllkleider zieren zahlreiche Schaufenster und locken muslimische Bräute von weit her in die Geschäfte. Doch auch die türkischen Brautmodeverkäufer klagen über Konkurrenz in den muslimischen Hochburgen Köln, Berlin oder Mannheim.

    Körperverletzung, Sachbeschädigung, Pöbeleien

    Eine Parallelstraße weiter haben Unbekannte die Fensterscheibe eines türkischen Kiosks zertrümmert. Erst flog ein Ziegelstein, dann ein Gullydeckel. Zwei Vorfälle innerhalb von zwei Wochen, berichtet die Kioskverkäuferin in schwarzem Stretchshirt und grauer Jogginghose. Sie verkauft Filterkaffee für 80 Cent, Instant-Nudeln für 60 Cent, Wassereis für 15 Cent. „Ich bin hier groß geworden, aber das ist schon eine schlimme Zeit. Mein Papa versteckt die Autos in der Garage“, sagt die 29-Jährige. Und immer wieder platzt es aus ihr heraus: „Ich bin selber Ausländerin, aber…“

    Auf den Merkel-Besuch setzt sie keine Hoffnungen. Die Kanzlerin solle besser mit den „richtigen Leuten sprechen“, nicht mit handverlesen Gästen. Mit ihrer Mutter zum Beispiel. „Die würde sie ordentlich in die Mangel nehmen.“

    (…)

    Das Marxloh-Center ist einer der letzten Fixpunkte im Viertel. An der Fassade des Einkaufszentrums hängen die Logos der „Grundversorger“: ein Discounter, eine Billig-Kleidungskette, ein Elektrohändler mit übergroßer Werbung für seine Null-Prozent-Finanzierung. Im Erdgeschoss führt Klaus Heinze einen Kiosk mit angegliederter Postfiliale. Der 71-Jährige gehört zu den alteingesessenen Geschäftsleuten in Marxloh.

    Vor vier Jahren brach der Umsatz seines Ladens ein. „Viele ältere Menschen trauen sich nicht mehr hierher, aus Angst, angepöbelt oder angebettelt zu werden“, sagt er. Zuletzt sei zwar im Marxloh-Center das Sicherheitspersonal aufgestockt worden. Auf Fahrrädern oder Inline-Skates machten Jugendliche aber weiterhin das Haus unsicher.

    An ruhige Geschäfte ist auch in einem kleinen Kaufhaus in der unmittelbaren Nachbarschaft nicht zu denken. Die Filialchefin berichtet von teils anarchischen Zuständen. Junge Randalierer schmieren Pommes-Mayonnaise an die Kleiderständer.

    An anderen Tagen werfen sie Waren in die Gänge oder öffnen Getränke ohne zu bezahlen. Und das, obwohl Geschäft und die nächste Polizeiwache keine 50 Meter trennen. „Man kann nichts machen, als immer wieder die Polizei zu rufen“, sagt sie. Immerhin sei in ihrem Laden noch niemand körperlich zu Schaden gekommen. Anders als in der Bank in der Nähe. Erst kürzlich seien zwei Frauen krankenhausreif geprügelt worden.

    In Marxloh gibt es städtische Projekte und Hilfsprogramme. Bürgerinitiativen machen sich mit der Stadt Gedanken, wie Häuserfassaden verschönert und leere Gebäude genutzt werden können. Eine Nachbarschaftshilfe hilft Bedürftigen bei Behördengängen. Ehrenamtliche Bildungslotsen unterstützen benachteiligte Kinder.

    Eine Ausleihstelle stellt fehlende Materialien bereit, so können jährlich rund 40 Feste mit Biertischen oder Zelten ausgestattet werden. Pater Oliver und sein Team verarzten jede Woche Dutzende bei einer kostenlosen Sprechstunde. An ruhigen Tagen kommen 40, manchmal sind es 90 Leute. Tausende Zuwanderer leben nach Schätzungen ohne Krankenversicherung in der Stadt.

    Aus Sicht der Polizei ist im Viertel durch die Hundertschaft etwas Ruhe eingekehrt. Doch es ist ein flüchtiger Frieden. Der Kampf sei verloren, wenn der erste Polizist wegrenne, sagt Gewerkschaftssprecher Cox.

    Quelle: http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/no-go-area-duisburg-marxloh-wo-kinder-auf-autos-trampeln/12207662.html

    ff

    Ein neues Problem??? Nein , wie der folgende Artikel aus dem Jahr 2013 zeigt:

    Problemhaus 2: Müll rund um verdrecktes Rattenhaus verärgert Anwohner

    Über das sog. „Problemhaus“ in Duisburg-Bergheim wurde bisher viel berichtet. Im medialen Schatten des Bergheimer Schandflecks existiert auch in Duisburg-Marxloh ein von Zigeunern bewohntes Problemhaus, dessen Bewohner die übrigen Anwohner, durch Müll, Lärm, Gerüche und Kriminalität terrorisieren.

    Bereits vor einem Jahr versuchte Claus Krönke von der EG DU, die dort lebenden Roma im Rahmen einer organisierten Hilfsaktion zu Säuberungen im „Rattenhaus“ zu motivieren. Einen Fünf-Tonnen-Laster voll Schutt und Müll hat man gemeinsam mit Krönke vollgepackt. Weitere werden folgen, bis „das ,Rattenhaus’ endlich wieder Wohnstatt und nicht mehr Müllkippe ist.“

    Der Grund der Aktion:  Zahlreiche Nachbarn hatten über die Rattenplage geklagt und dass die krankheitsübertragenden Nager dort seit Monaten in Massen anzutreffen sind. Die Biester flitzen über die Straßen, verschwinden in Kellerlöchern. Sie klettern auf Vordächer und huschen über Fensterbänke, so dass sich mancher Anwohner schon nicht mehr traut, die Fenster zum Lüften aufzustellen.

    ratten

    „Mein kleiner Sohn traut sich schon gar nicht mehr alleine aus dem Haus“, sagt Agron Ibala, Anwohner der Wilfriedstraße. „Er will immer auf den Arm genommen werden.“  Dem Jungen sind beim Spielen schon fette Ratten über den Weg gelaufen. Die machen ihm Angst. Aber nicht nur ihm. Auch der Geschäftsfrau Durdane Gökgül, Betreiberin eines Kioskes an der angrenzenden Wilfried­straße: „Unsere Kinder können nicht mehr draußen spielen, weil sie sich vor den toten Ratten ekeln, die oft auf der Straße liegen“. Aber sie sorgt sich auch um ihr Geschäft. Weil sie Lebensmittel verkauft. Sie befürchtet, dass man ihr behördlicherseits Schwierigkeiten machen könnte, weil die Nager in ihrem Umfeld überhand nehmen.

    „Das sind Riesenviecher“, sagt der Betreiber der Sportoase, Hasan Senol – und hält die Hände rund 30 Zentimeter auseinander, um die Größe der Tiere anzudeuten. Sein Geschäfts befindet sich direkt neben dem „Rattenhaus“, wie der Bau am Rande der Marxloher Einkaufsstraße im Volksmund schon genannt wird.

    bleiberecht roma

    Auch anderen Anwohnern in Marxloh, stoßen die unkontrolliert zuwandernden Zigeuner durch ihre unzivilisierten Sitten und Verhaltensmuster mittlerweile sauer auf. Karl-Heinz Seif z.B. schäumt vor Wut. Müll, Ruhestörung und Diebstahl seien Alltag geworden. „Seit etwa einem halben Jahr haben wir neue Nachbarn“, sagt Seif erregt, „und seitdem diese rumänischen Roma hier wohnen, geht hier alles den Bach runter.“ Den modernen, großen Spielplatz im Schwelgernpark, den Seifs mit ihren Kindern fußläufig in fünf Minuten erreichen können, hätten die Roma seit ihrer Ankunft regelrecht okkupiert.

    „Mir selbst ist es dort passiert, dass ein Roma-Kind vor meinen Augen eine volle Spielzeugtüte meiner Kinder stehlen wollte“, sagt der energische Mann, „als ich dann ganz deutlich sagte , was ich davon halte: Null Schuldbewusstsein. Da könnte ich ausrasten!“ Außerdem, sagt Seif, hätten zum selben Zeitpunkt massive Ruhestörungen eingesetzt: „Bis tief in die Nacht stehen die Männer auf der Straße, lassen die Motoren ihrer Autos aufheulen.“ Und aus dem Wohngebäude, in dem die Roma dort lebten, sei ständig Geschrei, Streit und unzumutbar laute Musik zu hören: „Und die Polizei weigert sich, wie sonst bei Ruhestörung üblich, hier raus zu kommen.“ Seif ist sich sicher, dass die Roma „unter dem Schutz des Innenministeriums“ stünden: „Weil das Land ja Geld für die bekommt.“ Deswegen würde die Polizei, wie er sagt, „auch nichts machen.“

    müllhaufen

    Immer mehr Nachbarn klagen über Lärm- und Geruchsbelästigung durch Müll auf Bürgersteigen. Über völlig überfüllte Wohnungen in abgewrackten Mietshäusern. Der Müll, den die Menschen verursachten fliege über die Balkone auf den Bürgersteig oder nach hinten raus in die Gärten der Nachbarn, sagten sie. Die Überreste der sommerlichen Balkon-Barbecues liegen auf dem Bürgersteig vor dem Haus. Hühnerknochen und diverse Küchenabfälle rotten hier vor sich hin, von hunderten Fäkalfliegen umschwärmt. Kritik oder Zurechtweisung würden mit Drohungen beantwortet. „Aber wir lassen uns nicht mehr einschüchtern“ sagen die Nachbarn und sammeln Unterschriften.

    Beim Pressebesuch vor Ort, kommt es dann zu Beleidigungen und Drohungen gegenüber den Reportern. Als alle Beschwichtigungs- und Erklärungsversuche scheitern, die Lage immer chaotischer wird, ziehen sich die Text- und Fotoredakteure zurück – Nur keine Eskalation provozieren.

    Fotos oben: Symbolfotos © Reuters/dpa

    Hilfe für Roma im verdreckten Rattenhaus in Duisburg-Marxloh

    Müll rund um Roma-Haus in Duisburg verärgert Anwohner

    Anwohner klagen über das Marxloher „Rattenhaus“

    Massive Ruhestörung durch die Roma

    Quelle: http://www.zukunftskinder.org/?p=43025

     

    Gruß an die Duisburger

    TA KI

     

Ein Edelbegräbnis für den Zigeunerboss


Eine schwarz-goldene Kutsche, sechs Rösser, ein Rolls Royce und Rosen aus dem Helikopter: Warum hat niemand die Beisetzung von Mafiaboss Vittorio Casamonica zu verhindern versucht?

ein-feiner-mann-trauerndeDie Traumbeerdigung für den „Zigeunerboss“ war kein Drehtermin für einen neuen Mafia-Film, auch wenn sich die Szenen unweit der Cinecittà-Studios an der Via Tuscolana im Südosten Roms ereigneten. Da zogen am Donnerstag sechs schwarze irische Rösser eine pompöse Kutsche von 1910 mit dem Sarg von Vittorio Casamonica zur Kirche San Giovanni Bosco. Dem Katafalk folgte ein Rolls Royce, und drei Pickups einer deutschen Edelmarke brachten hinterdrein die Kränze. Als Männer mit ihren Schnauzbärten und tätowierten Armen den Sarg vorbei an den schluchzenden Menschen in die Kirche trugen, stimmte eine Zigeunerkapelle mit kräftigen Posaunen das Titellied vom „Paten“ des Filmregisseurs Francis Ford Coppola von 1972 an. Drinnen meinte der Pastor „Jesus wird unseren Bruder mit offenen Armen empfangen“, und wieder draußen ließ ein Hubschrauber rote Rosen auf den Sarg regnen.

Er sei ein „feiner Mann“ gewesen, dieser Casamonica, schluchzte eine alte Frau und trocknete mit einem weißen Spitzentuch ihre Wangen von den Tränen. Die römische Justiz sieht das allerdings anders. Für sie ist der 65 Jahre alte Boss, der jetzt einem Geschwür erlag, der Anführer einer aus den Abruzzen stammenden und seit den siebziger Jahren in Rom sesshaft gewordenen Rom-Familie. Die Polizei verfolgte diese zentrale Figur im Krimi um die städtische „Mafia Capitale“. Mitglieder aus seinem Clan stehen derzeit genauso vor Gericht wie Vertreter einer weitverzweigten Familie aus Ostia am Mittelmeer und zwei weitere Clans. Sie schmierten Lokalpolitiker und Verwaltungsbeamte im großen Stil, um dafür städtische und staatliche Bauaufträge einzuheimsen. In der Regel ging es dabei um den Bau von Einrichtungen für Migranten und Infrastrukturmaßnahmen für die Stadt Rom. Seit einem dreiviertel Jahr läuft nun schon der Prozess, niemand hätte es für möglich gehalten, dass sich diese Mafiosi noch so mutig auf die Straße wagen würden.

Die Polizei sorgte für freies Geleit

Doch am Donnerstag zeigte sich zumindest ein Teil davon, und weil der Straßenverkehr vor San Bosco plötzlich zusammenzubrechen drohte, regelte auch noch die Polizei den freien Zugang zur Kirche. An ihrer Fassade hingen zwei große Plakate: Auf dem einen wurde der Tote mit einem Gemmenkreuz um den Hals über der Darstellung des Kolosseums und des Petersdoms als „König von Rom“ gepriesen; auf dem anderen hieß es „Du hast Rom erobert – nun wirst du das Paradies erobern.“ In der Tat beherrschte der Tote, der in den Armen seiner Familie friedlich starb, seit den siebziger Jahren einen Gutteil der verbrecherischen Szene in der Hauptstadt, hatte offenbar Kontakte zur neofaschistischen Magliana-Bande in Rom in den siebziger und achtziger Jahren und bis zuletzt zur kalabrischen ’ndrangheta. Neben Betrügereien und Bestechungen werden seinem Clan Menschen- und Rauschgifthandel zur Last gelegt. Dabei brachte es der Boss zu unermesslichen Reichtum, besaß er doch mindestens 23 Villen, in denen die Bäder goldene Armaturen haben sollen. Eine Trabrennbahn war auch sein eigen.

Weit reichten seine Kontakte in die „gute Gesellschaft“ der Politik und Verwaltung hinein, und gleichwohl soll niemand bei Kirche, Polizei, Präfektur oder Stadt vorab etwas von dieser pompösen Trauerfeier erfahren haben? Ist es möglich, dass niemand versuchte, diese Zurschaustellung des Verbrechens zu verhindern? Wer genehmigte den Flug eines Helikopters, aus dem die roten Blütenblätter auf den Katafalk fielen? Wie konnte der Gemeindepriester seine Kirche für so einen Klamauk öffnen? Der Pastor meinte nur kleinlaut, er habe aus kanonischem Recht heraus die als bescheiden ausgegebene Feier nicht verhindern können. Tatsächlich aber hat die Kirche Don Bosco auch schon einmal eine Trauerfeier abgelehnt. Damals ging es um Piergiorgio Welby. Der hatte sich nach langen Jahren vor Gericht 2006 erkämpfen können, dass die Ärzte sein nur noch künstlich erhaltenes Leben beendeten. Seinen Hinterbliebenen aber wurde die Trauerfeier in Don Bosco verweigert.***

Ein anderer Verbrecherboss aber, Enrico De Pedis, erhielt nach seiner Ermordung im Februar 1990 auch in dieser Kirche seine Trauerfeier. So entsteht der Eindruck, als habe sich zwischen 1990 und 2015 in Bezug auf die Mafia in Rom kaum etwas geändert. Am Freitag schimpften daraufhin die Zeitungen gegen die anhaltende „omertà“ in Rom. Noch gebe es offenbar genügend Mafiosi auf freiem Fuß, die sich gegen seitig zum Schweigen verpflichtet und daher so eine Trauerfeier wie die für Casamonica möglich gemacht hätten. Da Bürgermeister Ignazio Marino derzeit in den Ferien ist, sagte Vizebürgermeister Marco Causi, niemand könne nun noch das organisierte Verbrechen in Rom kleinreden: „Diese Mafia besteht weiter“. Bei dieser Trauerveranstaltung handle es sich nicht um Folklore sondern um einen Angriff auf alle anständigen Bürger der Capitale. Der amtierende Chef des sozialdemokratischen Partito Democratrico (PD) in Rom Matteo Orfini sagte: „Das darf nie wieder geschehen. Rom darf nicht zum Set für solche Filme werden.“ Innenminister Angelo Alfano und einige Parteien fordern eine parlamentarische Untersuchungskommission.

Quelle: http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/grosse-trauerfeier-fuer-mafiaboss-vittorio-casamonica-13761879.html

*** Wer sich auf kanonisches Recht beruft, darf von der Kirche NICHT abgelehnt werden. Nur wer sein Leben aus „freiem Willen“ beendet- Selbstmord Bspw. unterliegt NICHT dem kanonischen Recht

Gruß an die Wissenden

TA KI

Clan-Kämpfe: Angst vor No-go-Areas im Ruhrgebiet


Die Polizeigewerkschaft spricht schon von „rechtsfreien Räumen“ in Duisburg: Familienclans von Roma und Libanesen, dazu noch Rockerbanden halten mit Massenschlägereien und anderen Straftaten die Polizei in Atem.

sicherheitsproblem-im-revierGegen 17.30 Uhr am Sonntagnachmittag gingen bei der Polizei in Essen gleich mehrere Notrufe ein. Im Zentrum der Stadt braue sich gerade etwas zusammen, meldeten besorgte Anrufer.

Die Polizei reagierte umgehend und zog eine Hundertschaft vom noch laufenden DFB-Pokalspiel Rot-Weiß Essen gegen Fortuna Düsseldorf ab, um die Massenschlägerei mit rund 100 Beteiligten einer Roma-Großfamilie möglichst rasch in den Griff zu bekommen.

Das gelang, doch wenig später drohte die Auseinandersetzung vor der Essener Uni-Klinik weiterzugehen. Dorthin hatten einige Roma ihre durch Messerstiche zum Teil schwer verletzten Angehörigen gebracht und belagerten nun einen Platz in der Nähe. Erst in der Nacht auf Montag konnte die Polizei ihren Einsatz beenden.

Verletzte Familienehre als Auslöser von Krawallen

Für die Polizei vor allem in Essen, Duisburg und Köln gehören Einsätze bei Massenschlägereien längst zur traurigen Routine. Was am Sonntag der Auslöser war, haben die Ermittler bisher nicht abschließend klären können. Sie vermuten, dass es um die sogenannte Familienehre ging.

Anlass für die heftige Auseinandersetzung könnte auch ein Strafverfahren sein: Seit dieser Woche müssen sich drei Roma vor dem Landgericht in Essen wegen eines Angriffs auf drei andere Familienmitglieder verantworten. Immerhin richtete sich die Gewalt am Sonntag nicht auch noch gegen die Einsatzkräfte. In Düsseldorf wurde die Polizei am Freitag zu einem Streit zwischen zwei Brüdern gerufen.

Als die Beamten eintrafen, griffen sie drei Männer an, mit denen sich dann in Windeseile 40 weitere Personen solidarisierten. Durch den Einsatz von Pfefferspray und Schlagstöcken gelang es den Beamten, die Menge auf Distanz zu halten, bis Verstärkung kam.

Auch wenn es zwischen Mitgliedern libanesischer Großfamilien zu Konflikten kommt, müssen Polizisten regelmäßig damit rechnen, selbst attackiert zu werden. Im Juni griff eine große Menschenmenge zwei Streifenpolizisten in Duisburg-Marxloh an, als sie nach einem Verkehrsunfall die Personalien aufnehmen wollten. Eine Beamtin wurde niedergeschlagen. Ihr Kollege musste seine Dienstwaffe ziehen, um eine bedrohlich herandrängende Menge auf Abstand zu halten.

Nach Angaben der Gewerkschaft der Polizei (GdP) kommt es in Nordrhein-Westfalen mittlerweile jede Woche mindestens ein Mal zu Massenauseinandersetzungen zwischen Familien mit Migrationshintergrund. Der GdP-Landesvorsitzende Arnold Plickert spricht von einem Muster der Eskalation. Erst streite sich eine Gruppe.

Mobilisierung über Handy

Kämen die Einsatzkräfte hinzu, werde über Handy blitzschnell Unterstützung mobilisiert. Mit vereinten Kräften wendeten sich die Streithähne dann gegen den gemeinsamen Feind Polizei. Der Ablauf werde mitunter auch gezielt inszeniert, um die Polizei einzuschüchtern.

Wie ernst die Lage mittlerweile offenbar ist, macht ein vertraulicher Lagebericht des Duisburger Polizeipräsidiums deutlich, aus dem vor wenigen Wochen die Zeitschrift „Spiegel“ zitierte. Demnach befürchtet die nordrhein-westfälische Polizei, dass in Ballungszentren rechtsfreie Räume entstehen könnten. In manchen Vierteln würden Anwohner und Geschäftsleute eingeschüchtert und schwiegen aus Angst. Polizisten und vor allem weibliche Beamte sähen sich „hoher Aggressivität und Respektlosigkeit“ ausgesetzt.

Plickert sagt, vor allem das Vordringen libanesischer Clans bereite der GdP Sorgen. Kriminellen Mitgliedern dieser Großfamilien gehe es darum, Viertel zu definieren, in denen sie nach eigenem Belieben schalten und walten könnten: „Es geht um die Vorherrschaft auf bestimmten Kriminalitätsgebieten wie dem Drogenhandel.“

Nicht nur in Duisburg, sondern auch in Essen und Dortmund würden Polizisten immer wieder ohne erkennbaren Grund von größeren Gruppen bedroht oder angegriffen. Ihre Botschaft laute: „Haut ab, das ist unser Gebiet“, sagt Plickert.

Nach dem Vorfall in Duisburg im Juni hatte der Polizei-Gewerkschafter eindringlich davor gewarnt, kriminellen Gruppen die Straßen zu überlassen, „weil sonst ganze Stadtteile abrutschen und mit ihnen die dort lebenden Menschen“.

In Duisburg etwa kämpften mehrere rivalisierende Rockergruppen sowie libanesische, türkische, rumänische und bulgarische Gruppen um die Vorherrschaft auf der Straße. Die Politik dürfe das „Problem der No-Go-Areas“ nicht weiter verdrängen, so Plickert damals.

Innenminister verstärkt Polizeikräfte

Der selbst aus Duisburg stammende Innenminister Ralf Jäger (SPD) wies den Begriff „No-go-Area“ zurück. Einer seiner Sprecher betonte, sobald sich Brennpunkte wie in Marxloh abzeichneten, reagiere die Polizei, um klarzustellen, dass der Staat das Gewaltmonopol habe. Nachdem sich Jäger selbst ein Bild von der Lage gemacht hat, verstärken nun schon seit einigen Wochen Kräfte der Einsatzhundertschaft die Kollegen vom Streifendienst in Duisburg. Gewerkschafter Plickert sieht erste Erfolge.

Auch bei kleineren Vergehen und Konflikten könnten die Beamten nun wieder eingreifen, ohne ihre eigene Sicherheit zu gefährden. Von „No-go-Areas“ will Plickert nicht mehr sprechen. Doch „Angsträume“ gebe es natürlich weiterhin.

Um ihrer auf Dauer Herr zu werden, müssten Mindeststärken für Polizeiwachen in Problemvierteln festgelegt werden. „Denn durch Pensionierungen und Sondereinsätze wie etwa im Kampf gegen extremistische Islamisten gibt es immer wieder eine nicht akzeptable Personalknappheit in den Wachen.“

Quelle: http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/clan-kaempfe-angst-vor-no-go-areas-im-ruhrgebiet-13745499.html

Gruß an die Polizei

TA KI

 

Bettler in Graz täuschen Behinderungen vor


Plötzlich genesen: Krücken werden lose in der Hand getragen. (Bild: "Krone")

Es gibt organisiertes Betteln in Salzburg, in Linz und in Graz. In der steirischen Landeshauptstadt ist die Situation seit Aufhebung des Bettelverbots besonders schlimm. Das belegen aktuelle, der „Krone“ vorliegende Beweisfotos. Die FPÖ hat Anzeige erstattet.

Das Betteln in der steirischen Landeshauptstadt ist zumindest zum Teil organisiert. Das belegen aktuelle Foto- und Videoaufnahmen, die der „Krone“ zugespielt wurden. Beobachtet wurde die Grazer Bettlerszene im Zeitraum zwischen Anfang und Ende August 2014, unter die Lupe genommen hauptsächlich die Innenstadt mit ihren Hotspots Hauptplatz, Sporgasse, Murgasse, Sackstraße, Herrengasse, Stempfergasse, Schmiedgasse, Eisernes Tor und Jakominiplatz.

Eine Bettlerin liegt zunächst am Boden, nach der "Arbeit" steht sie auf und telefoniert. (Bild: "Krone")

Plötzliche Genesung nach Betteltour

Was sich dabei herausstellte, ist haarsträubend: Ein bis zwei Gruppen betteln ständig, die Organisationsstruktur ist dabei straff. Es gibt Fahrer, Platzeinteiler und Laufburschen. Jene Personen, die zum Handaufhalten eingeteilt sind, gehen gebückt und benützen meist zu kurze Krücken, um Mitleid zu erregen. Einige haben auch Hunde mit natürlich auch nur, um mehr Spenden zu lukrieren. Am Abend genesen die (meist) Roma dann ganz plötzlich: Nach ihrer stundenlangen Tour durch Graz gehen sie aufrecht und tragen ihre Krücken lose in den Händen.

„Betrügerei muss abgestellt werden“

Die FPÖ hat deshalb eine Sachverhaltsdarstellung an die Grazer Staatsanwaltschaft übermittelt. Ihr Verdacht: gewerbsmäßiger Betrug! „Diese Betrügerei muss schnellstmöglich abgestellt werden“, bringt es Nationalratsabgeordneter Mario Kunasek auf den Punkt. Und der Grazer FPÖ- Chef Mario Eustacchio ergänzt: „Die Gutmütigkeit der Grazer wird ausgenützt.“

Quelle: http://www.krone.at/Nachrichten/Bettler_in_Graz_taeuschen_Behinderungen_vor-Fotos_als_Beleg-Story-420737

Gruß an die, die sich nicht täuschen lassen

TA KI

Roma kapern jetzt ganze Firmen


Eine neue Masche von Roma-Banden bringt ahnungslose Geschäftsleute um ihr Geld. Nun hat es auch einen Immobilienhändler aus dem Thurgau getroffen.

betrueger-diessenhofen2

Der Thurgauer Geschäftsmann Peter Spinnler (61) ist sauer. Eine Gauner-Bande missbrauchte den Namen seiner Immobilienfirma PSM Immobilien GmbH, um arglose Menschen über den Tisch zu ziehen. Ohne dass Spinnler etwas bemerkte, erstellten die Betrüger eine falsche Internetseite für seine Firma.

Peter Spinnler hätte vielleicht nie etwas bemerkt. Doch Ende August erhielt er einen Anruf aus Deutschland. «Eine Immobilienfachfrau beschwerte sich bei mir. Sie habe im Auftrag von einem Herrn Müller, der für meine Firma arbeiten soll, Liegenschaften besichtigt. Und nichts mehr von uns gehört», erzählt Spinnler. «Als ich erklärte, dass ich keinen Herrn Müller kenne und mein Geschäft derzeit inaktiv sei, wies sie mich auf meine Webseite hin.» So flog der Schwindel auf.

Spinnler erstattete bei der Thurgauer Kantonspolizei Strafanzeige. Heute weiss man: Diese Art von Betrug ist eine neue Masche von Roma-Banden. Sie kapern ganze Firmen, geben sich als deren Mitarbeiter aus.

Diese Erkenntnis kommt für Rentner Heinz K.* (72) zu spät. Der Deutsche hatte sein Haus für 375 000 Euro ausgeschrieben. Die deutsche Immobilienfachfrau besichtigte es im Juni und schickte die Unterlagen an ihren Auftraggeber, die vermeintliche Firma von Peter Spinnler, ohne zu ahnen, dass dahinter Betrüger steckten. Kurz darauf meldete sich bei K. ein Herr Müller. «Er wolle das Haus kaufen und bat mich, nach Rom zu kommen, wo er beschäftigt sei. Ich würde von seinen Geschäftspartnern betreut», erzählt K.

Die beiden Männer empfingen K. und seine Frau im Luxushotel St. Regis. «Sie luden uns zum Essen ein, erzählten, sie hätten nur 500-Euro-Noten aus Jerusalem dabei.» Sie wollten 190 000 Euro anzahlen. Für den Rest müssten sie einen Kredit aufnehmen. «Der Mann bat mich um ein Darlehen von 52 000 Euro – in kleinen Noten.» K. liess sich breitschlagen, bezog das Geld am Bancomat.

Die Übergabe spielte sich auf einem Platz ab. «Einer der Männer öffnete kurz einen Koffer, um das Geld zu zeigen», sagt Heinz K. Dann übergab ihm der Mann den Koffer mit den angeb­lichen 190 000 Euro, Heinz K. händigte die 52 000 Euro aus. «Und weg waren sie», ärgert sich Heinz K. «Um uns in Sicherheit zu wiegen, riefen sie mehrmals an und sagten, sie müssten das Geld zählen. Da hatte ich bereits entdeckt, dass alles Falschgeld war.» Das Paar schaltete in Rom die Polizei ein.

Quelle: http://www.blick.ch/news/schweiz/polizei-warnt-vor-neuem-gauner-geschaeftsmodell-roma-kapern-jetzt-ganze-firmen-id3116748.html

Gruß an das fahrende Volk

TA KI

Gaunerzinken und Mauscheln


GAUNERZINKEN – ROTWELSCH

(rot = Gauner, Landstreicher – welsch = unverständliche Sprache)

Diese Geheimzeichen werden unter Bettlern, Einbrechern, Dieben, Hausierern, fahrendem Volk, Sektenwerbern, Drücker-Kolonnen oder Vertretern als Verständigungsmittel und Hinweis auf die Art des Empfanges in den betreffenden Wohnungen und Häusern verwendet.

Wer ein derartiges mit Kreide, Kohle oder Bleistift gezeichnetes Mitteilungszeichen an Hauswand, Türstock, Gartenzaun, Briefkasten oder neben dem Klingelknopf entdeckt, sollte dieses vorsorglich sofort entfernen und in der Folgezeit im häuslichen Umfeld besonders aufmerksam sein und sich mit den Nachbarn austauschen.

 

Hier gibt es Geld Achtung! Bissiger Hund Leute rufen Polizei Abhauen Die Leute sind ruppig Hier gibt es Essen

Hier gibt es Geld

Achtung! Bissiger Hund

Leute rufen Polizei

Abhauen

Die Leute sind ruppig

Hier gibt es Essen

Fromm tun lohnt sich Aufdringlich werden Nur Männer im Haus Vorsicht, Prügel! Arbeit wird belohnt Nachtlager möglich
Gefährlich: Hände weg Ein liebenswürdiger Herr lebt hier Allein stehende Person Hier wohnen alte Leute Allein stehende Frau Nur Frauen im Haus
Hier wohnen Frauen mit weichen Herzen Behördenmitglied Günstig zum Diebstahl Hier ist die Polizei Aktive Polizisten Gefahr oder immer bewohnt
Dieser Gemeinde ausweichen Bereits beraubt Nichts Interessantes Unbewohntes Haus Achtung, brutaler Hausbesitzer! Hier lohnt sich ein Einbruch wirklich - fette Beute
Hier ist nichts zu holen Ruhig aufdringlich werden Hier gibt es was Hier gibt es nichts Am Abend kommen Die Polizei wird gerufen
Hier einmal gearbeitet Verhaftet Kein Mann im Haus Frau liebt Männer Bedrohung durch Waffe gestehen
leugnen Rache Aus der Haft entlassen Sonntags einbrechen Nachts einbrechen Morgens einbrechen

Leugnen

Rache

Aus der Haft entlassen

Sonntags einbrechen

Nachts einbrechen

Morgens einbrechen

Hund Leise sein Krank spielen arme Leute 2 Kinder, 2 Frauen und 1 Mann im Haus lohnendes Objekt

Hund

Leise sein

Krank spielen

Arme Leute

2 Kinder, 2 Frauen
und 1 Mann im Haus

Lohnendes Objekt

Quelle: http://www.code-knacker.de/gaunerzinken.htm

Gaunerzinken Hand1Gaunerzinken Hand2Gaunerzinken Hand3Gaunerzinken Hand4Quelle: http://www.kirchenweb.at/gaunerzinken/gaunerzinken/index.htm

Gaunerzinken

1 Bedeutung von „Zinken“

•  Ausdruck „Zinken“ erst seit dem 18. Jahrhundert Ableitung vom lat.:“signum“ (das Zeichen) und dem althochdeutschen „zinko“ (die Zacke, die Spitze •  Zinken sind graphische und akustische Zeichen, wie z.B. Verständigung durch Handzeichen und Winke, aber auch Nachahmung von Tierstimmen •  Absichten vor Außenstehenden verbergen und Stabilisierung der eigenen Identität in der Gruppe => Wurde meist vom fahrenden Volk benutzt (Verdunkelungs- bzw. Geheimhaltungsfunktion) => Zinken waren Verständigungsmittel des nonverbalen Bereichs, somit Symbole und standen für Geheime Botschaften

 

2 Die Entwicklung der Zinken

•  im 16. Jahrhundert erstmals graphische Hinweise in Europa => Mordbrennerzeichen •  Lieferten den Bandenmitgliedern Informationen darüber, wo und wann ein bestimmtes Haus überfallen, ausgeraubt und in Brand gesteckt werden sollte •  Die Mordbrennerzeichen umfassen 340 Zeichen und sind differenzierter ausgestaltet als die späteren Zinken => wurden von Zinken abgelöst

3 Funktion und Zweck

•  Zinken sind einer bestimmten Bevölkerungsgruppe zuzuordnen, die aufgrund sozialer Bedingungen ständig mit Repressionen rechnen musste (bis zum 18. Jahrhundert eine Standesgesellschaft => „standlose Klasse“)

•  Es war somit eine geheime, nonverbale Kommunikation nötig (über größere Distanz, bei Anwesenheit von Mithörern)

•  Inhalte der Zinken waren meist Informationen für Nachreisende: – wie und wo man erfolgreich essen, betteln oder schlafen kann (Mitteilungszinken) – Erkennungsmerkmale, die bestimmte fahrende Leute identifizierten (Erkennungszinken) – Warnungen – in welche Richtung eine bestimmte Personenkolonne vor wie vielen Tagen weitermarschiert ist (Wegweiser- und Richtungszinken) => Zinken und Rotwelsch trugen zusammen in hohem Maße zur Sicherung der Existenz bei => Bei Entschlüsselung durch Außenstehende Defunktionalisierung und Aufhebung der Abgeschlossenheit der Gruppe

4 Graphische Zinken

4.1 Mitteilungszinken

•  Bildeten den größten Teil der verschiedenen Zinkenarten: entsprach einer Bild- bzw. Sinnschrift, da das Verstehen nicht an den sprachlichen Ausdruck geknüpft war

•  Wurden mit Kreide, Rötel, Kohle oder Bleistift an Gebäuden, die sehr gut besucht waren, wie Kirchen, Klöster, Scheunen, Wirtshäuser und dergleichen angebracht •  Bei Wirtshäusern wurden die Zinken meist neben der Tür angebracht, bei Bahnhöfen auch auf den Stufen, sodass man schon im Vorbeigehen die Zinke sehen konnte

•  Der Ort, an dem gezinkt wurde, stand oft in Verbindung zu der Mitteilung des Zeichens: an Kirchen und Kapellen oder Wirtshäusern handelte es sich meist um Bettlerzinken

 

4.1.1 Gaunerzinken

•  Bilden größte Gruppe der Mitteilungszinken •  Durch sie konnten Komplizen angeworben werden, und übermittelten ferner Nachrichten über Verrat, Flucht, Haft oder Geständnisse •  Ermöglichten auch Information über geplante Straftaten und lokale Verhältnisse

 

4.1.2 Bettlerzinken

•  Unter den Bettlerzinken waren stereotype Zeichen zu verstehen, die angaben, ob es sich lohnt zu betteln, ob man Almosen erhält oder ob die Hausbewohner fromm und großzügig sind

•  Verwendung von Zeichen und Bilderzinken, wobei bei den Bilderzinken metaphorische Ausdrucksweise gewählt wurde

•  Bettlerzinken gehen auf den Ursprung der Zinken zurück; Entwicklung von Banden aus den Bettelorden

 

4.1.3 Erkennungszinken

•  Bezeichneten Familien und Einzelpersonen und hatten für den Träger hohen Stellenwert => jeder Gauner besaß seinen eigenen Zinken

•  Dienten zur Identifizierung der einzelnen fahrenden Familien und waren Bestandteil des Ehrgefühls

•  Hatten Ähnlichkeit mit Wappen: meist Tierdarstellungen und geometrische Figuren (Kreis, Oval, Dreieck, Kreuz und Viereck); angereichert mit Schmuckelementen wie Schlangenlinien

•  Wurden meist selbst angefertigt und waren auch auf den Siegelringen des Urhebers zu finden

•  Diese Zinken wurden geachtet und durften nicht nachgeahmt werden

Beispiele für Namen- und Wappen- Zinkender „Zünfte“:


4.1.4 Richtungs- und Wegweiserzinken

•  Wenn ein Gauner mit seinen Freunden Kontakt aufnehmen wollte, dann zeichnete er einen Wegweiserzinken mit Datum an eine bestimmte zentrale Stelle, um einen Treffpunkt auszumachen

•  Sollte Nachfahrenden zeigen, welchen Weg Teile der Familie, Gauner oder Freunde genommen hatten und zu welchem Datum die Abreise erfolgt war

•  Konnte auch mit dem Familienwappen kombiniert werden => somit war es möglich, den Aufenthaltsort einer bestimmten Person ausfindig zu machen und ihr zu folgen

•  Diese Zinken wurden meist an Weggabelungen auf Steinen, Bäumen oder am Boden angebracht => Es wurden auch einfache Äste auf den Weg gelegt; Anzahl der Personen an eingeschnitzten Kerben erkennbar

•  Richtungszinken sind immer gleich aufgebaut: Pfeil, der die Zugrichtung angibt, ein Datum (Abreisetag) und Striche (Personen)

Beispiel 1): Richtungszinken

  1.   Richtungsangabe

  2.   Mann

  3.   Frau

  4.   Kind

  5.   Hund

Beispiel 2): Richtungszinken

1 Personenzinken (Wappen)

2 Wappeninhaber: männlich

3 Ehefrau/Geliebte des Wappeninhabers

4 Weiterer männlicher Mitfahrer, alleinstehend

5 Weitere weibliche Mitfahrerin, alleinstehend

6/7 Weiteres Paar

8/9 Kinder des Wappeninhabers

10/11 Kinder des Mitfahrenden

12 Richtungsangabe; hier ohne Pfeilspitze

Beispiel 3): Wegweiserzinken

=> Richtungsangabe mit Attributen der Mitteilungszinken

=> Schlangenlinien als Symbol für eine gelungene Tat:

Ende der Linie deutet in die Richtung, in die die Gauner geflüchtet sind

(hier: nach rechts)

Beispiel 4): Wegweiserzinken

=> folgender Zinken wurde gewöhnlich am Stadttor oder am

Ausgang des überfallenen Gehöfts angebracht

=> das Datum der Tat wurde einfach neben den Zinken gesetzt (hier: links)

5 Nichtgraphische Zinken

•  Nichtgraphische Zinken wurden im direkten Kontakt mit dem Kommunikationspartner benutzt und wurden in speziellen Situationen verwendet

•  Spielten eine geringere Rolle als graphische Zinken

•  Man unterscheidet drei verschiedene Arten: – Jagdzinken – Kenzinken – Schlichnerzinken

5.1 Jagdzinken

•  Jagdzinken wurden auch Fehmzinken oder Grifflingszinken genannt

•  Sie wurden mit den Fingern gebildet; Grundlage war das einhändige Taubstummenalphabet => erlaubte eine genaue, aber relativ langsame Verständigung

•  Zuordnen von Techniken, bei denen man Wörter in die Luft, oder bei Dunkelheit, in die Handfläche des „Gesprächpartners“ schrieb

•  System der Jagdzinken wurde deshalb auch als „optische Telegraphie des Gaunertums“ bezeichnet

5.2 Kenzinken

•  Kenzinken ähneln den Jagdzinken sehr, da auch sie als Basis das Taubstummenalphabet haben

•  Unterschied besteht im Gebrauch: Kenzinken wurden als Erkennungsmerkmale verwendet; Jagdzinken zur Kommunikation im engeren Sinn

•  Beispiel: Bildung der Buchstaben C,F,G oder K galten als Erkennungszeichen für Gleichgesinnte => für Außenstehenden nicht nachvollziehbar

•  Sonderfall: Scheinlingszwack oder Scheinlingszwicken – besondere Grimasse mit einem geschlossenen und einem leicht schielenden Auge an dem sich Gleichgesinnte erkennen konnten

•  Es gab auch phonische Zinken: bestimmte verabredete Lautbildungen dienten dem gegenseitigen Erkennen (v.a. bei Nacht und über weite Entfernungen) => meist Nachahmung von Hunden, Eulen, Wachteln oder Hähnen => waren unauffälliger als Pfeifen, Rufen, Räuspern oder mit der Zunge schnalzen

5.3 Schlichnerzinken

•  Sonderfall der Zinken

•  Schlichner = Verräter wurden noch bis in das erste Viertel des 19. Jahrhunderts ermordet

•  Später: Bestrafung des Verräters durch Schnitt in die Wange => bleibende, für alle sichtbare Narbe als Folge

•  War somit vor ganzer Gesellschaft als ehemaliger Gauner und Verräter gekennzeichnet à unterster sozialer Stand

•  Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wich man auf eine Prügelstrafe aus

6 Moderne Zinken

•  Nach dem 18./19. Jahrhundert gerieten Zinken zwischen den beiden Weltkriegen in Vergessenheit

•  Seit einigen Jahren geraten Zinken wieder in den Blick der Öffentlichkeit: – sie tauchen immer wieder im Zusammenhang mit der Bettelei und Wohnungseinbrüchen auf – Sekten und religiöse Gruppen verwenden vermehrt Zinken – Vertreter und Drücker von Zeitschriften und Bücherclubs

•  Zinken werden einfach neben Klingeln und Haustüren, sowie Hauswänden und Türstöcken gezeichnet

•  Zinken als leicht durchschaubare Geheimsprache

•  Die Zinken wurden nach einiger Zeit nicht mehr verwendet, da ihre Entzifferung zu einfach wurde => eigneten sich längerfristig nicht als Geheimsprache

•  Es gab noch unzählige andere Geheimsprachen (Rotwelsch, Welsch, Kauderwelsch) und Geheime Zeichen (chiffrierte Polizeischrift,…), die aber auch wegen Entschlüsselung nicht mehr zuverlässig genug waren

•  Die Zinken verschwanden auch durch die Auflösung organisierter Räuberbanden, die bis ins 19. Jahrhundert existierten => Heute: einfachere Kommunikation und andere Möglichkeiten, Häuser und dergleichen auszurauben => allerdings durch Vergessen wieder einfacher, diese alten Zinken zu verwenden und damit Erfolg zu haben ( => Millionendiebstähle in Italien)

7 Mauscheln

7.1 Bedeutung von „mauscheln“

•  „mauscheln“: – unter der Hand und in zweifelhafter, undurchsichtiger weise Vorteile aushandeln, Vereinbarungen treffen; – beim Kartenspiel betrügen; – mit jiddischem Tonfall reden; – leise und unverständlich sprechen; – betrügen; – illegale Geschäfte betreiben; – seit dem 17. Jahrhundert belegt; aus dem Jiddischen der Handelsjuden => Mose = Mausche (Jude) •  Vielfach in antisemitischem Zusammenhang gebraucht

7.2 Das Kartenspiel

•  Ähnlich dem Spiel des Pokerns à Glücksspiel

•  Ablauf und Regeln: – alle Spieler zahlen einen vorher besprochenen Einsatz in die Kasse ein – jeder Spieler erhält 4 Karten: zuerst 2, dann wird die oberste Karte vom Kartenstoß abgehoben à Trumpfkarte in diesem Spiel – anschließend werden wieder 2 Karten an jeden Spieler ausgeteilt – Kartengeber kann Spiel eröffnen (Mauscheln); falls er dies ablehnt, verliert er seinen eingezahlten Gewinn und der nächste Spieler eröffnet – nach Eröffnung gehört ihm der Trumpf und er kann eines seiner Blätter weglegen – der Rest der Spieler kann mitgehen und darf alle gegebenen Karten tauschen („Kaufen“) – Anzahl der Stiche entscheidet über Anteil am Gewinn in der Kasse – kein Stich: Betrag in Kasse zahlen => „Beth“

•  Gewinn und Verlust sind bloßer Zufall

•  Gefahr: Einsatz durch Zufall verlieren, da man Karten kauft und nicht weiß, ob sie gut sind

•  Ist in Deutschland Glücksspiel wegen zu hohen Einsätzen und Unsicherheit verboten

•  Erhöhung des Gewinnzufalls durch Betrügen: Mauscheln

•  Einfache, unauffällige Bewegungen mit der Hand, um zu zeigen, welche Karten man hat, und wie man sie ausspielt

•  Wird auch häufig beim Watten angewandt, beim Schafkopfen eigentlich verboten

7.3 Mauscheln beim Kartenspiel

•  Verschiedene Farben werden dem Spielpartner mit „unauffälligen“ Bewegungen deutlich gemacht (v.a. beim Watten)

: •  bei den Trümpfen: – Eichel 7: linkes Auge leicht zuzwinkern – Schelle 7: rechtes Auge leicht zuzwinkern – Herz König: schnellen, leicht angedeuteten Kussmund machen

•  Bei den Farben: – Gras: mit Augen zum Fenster schielen – Eichel: kurz in zum Schritt schauen – Schelle: im Mund mit Zunge an Backe – Herz: kurz über die Brust streichen

8 Bibliographie

– Avé- Lallement, Friedrich Christian Benedikt. Das Deutsche Gaunertum in seiner sozial-politischen und linguistischen Ausbildung zu seinem heutigen Bestande. Georg Olms Verlag, Hildesheim,New York. 1980

– Girtler, Roland. Rotwelsch: Die alte Sprache der Gauner, Dirnen und Vagabunden. Wien, Köln, Weimar.1998

– Scheller, Kerstin. Internationale Geheimsprache der Diebe. Aus früheren Bettlerzeichen an Hauswänden wurden Gaunerzinken. In: Der Standard vom 28.12.1998

– Seidenspinner, Wolfgang: Mythos Gesellschaft: Erkundungen in der Subkultur der Jauner. Internationale Hochschulschriften Band 279. Münster 1998

– Siewert, Klaus: Grundlagen der Sondersprachenforschung. Habilschrift. Münster, 1998

– Stern, Heidi: Wörterbuch zum jiddischen Lehnwortschatz in den deutschen Dialekten. Max Niemeyer Verlag, Tübingen 2000

– Wolf, Siegmund: Wörterbuch des Rotwelschen. Deutsche Gaunersprache. Mannheim, 1956

– Viertler, Johann: Die Zinke- eine geheime Bilderschrift. In: Die Kärntner Landsmannschaft. Heft 10, 1976

http://de.wikipedia.org/wiki/Zinken_%28Geheimzeichen%29

http://www.gppa.de/history/text-2Mauscheln%20%20Poker%201903.asp

Quelle>: http://wwws.phil.uni-passau.de/histhw/TutKrypto/tutorien/gaunerzinken.htm

.

Gruß an die Sprachenvielfalt

TA KI