Israelische Truppen marschieren Richtung Gazastreifen


Gazastreifen

Israels Armee lässt die Muskeln spielen: Nach dauernden Raketenangriffen aus dem Gazastreifen haben sich Bodentruppen in Bewegung gesetzt. Auch Reservisten wurden eingezogen. Die Lage erinnert fatal an die Stimmung vor dem letzten großen Schlagabtausch zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden Hamas im November 2012.

Auch damals waren Truppen an den Rand des Küstenstreifens verlegt worden, letztlich kam es aber nicht zu einer Bodenoffensive. Bei achttägigen massiven Luftangriffen auf das Palästinensergebiet wurden damals nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Betselem 167 Menschen getötet. Vier israelische Zivilisten kamen durch Raketen- oder Mörsergranatenbeschuss ums Leben.

Die jüngsten Spannungen wurden durch die Ermordung von drei israelischen Jugendlichen ausgelöst. Sie waren Mitte Juni im Westjordanland auf dem Rückweg von einer Religionsschule verschollen und am Montag tot aufgefunden worden. Am Mittwoch hatte dann die Nachricht vom Verschwinden eines jungen Arabers zu schweren Gewaltausbrüchen in Ostjerusalem geführt. Eine Leiche wurde wenig später gefunden, doch die Polizei ermittelt noch, ob es sich um den 16-jährigen Vermissten handelt.

Gegenseitige Rachegelüste

Die Ermordung der israelischen Jugendlichen und eines Palästinenserjungen drohen den ohnehin fragilen Nahost-Friedensprozess vollends zu beerdigen: Demonstranten beider Lager randalierten bis zum späten Mittwochabend in Jerusalem und fachten die gegenseitigen Rachegelüste zusätzlich an. Die UNO warnt eindringlich vor weiterem Blutvergießen.

Am Donnerstag schlugen mehr als ein Dutzend Raketen in Israel ein. In der Ortschaft Sderot kam es dadurch zu Stromausfällen, verletzt wurde niemand. Israel erwiderte das Feuer umgehend mit Luftangriffen auf 15 Ziele der radikalislamischen Hamas, die im Gazastreifen regiert. Mindestens zehn Menschen wurden nach Angaben aus Krankenhauskreisen verletzt.

Wie die israelische Zeitung „Haaretz“ berichtete, handelt sich bei der Mobilisierung um einen begrenzten Einsatz zusätzlicher Truppen am Rande des Gazastreifens. Fußtruppen und gepanzerte Fahrzeuge sollten die Soldaten vor Ort verstärken. Der israelische Außenminister Avigdor Lieberman hatte nach dem Mord an drei jüdischen Jugendlichen eine breite Militäroffensive im Gazastreifen gefordert. Andere Minister warnten jedoch vor einem solchen Einsatz.

Der militärische Arm der Hamas drohte Israel mit Angriffen auf „neue Ziele“. Die Hamas-Führung hielt eine Dringlichkeitssitzung mit Vertretern anderer Palästinenserfraktionen ab. Auch das israelische Sicherheitskabinett versammelte sich am Abend zu Beratungen über das weitere Vorgehen.

35.000 Israelis fordern öffentlich Rache

Derweil haben in einer umstrittenen Internetkampagne Zehntausende Menschen nach dem Mord an drei israelischen Jugendlichen den Ruf nach Vergeltung unterstützt. Auf der Facebook-Seite „Das Volk Israel fordert Rache“ hatten in kurzer Zeit rund 35.000 Menschen „Gefällt mir“ geklickt. Mittlerweile ist die Seite nicht mehr zu erreichen.

Das Militär verurteilte die Kampagne nach Angaben der Zeitung „Haaretz“. Der Aufruf, Unschuldigen zu schaden, sei nicht das, was man von einem israelischen Soldaten erwarte. Polizeisprecher Micky Rosenfeld sagte, man werde rassistische Äußerungen in sozialen Netzwerken juristisch verfolgen. „Wenn nötig, wird es Untersuchungen und auch Festnahmen geben“, kündigte Rosenfeld an.

Quelle: http://www.t-online.de/nachrichten/ausland/krisen/id_70096422/israel-armee-verlegt-bodentruppen-in-richtung-gazastreifen.html

Gruß an die Menschen

TA KI

 

Werbeanzeigen