Türkei will, dass der Rubel rollt


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Die Türkei hat Russland angeboten, kommerzielle Zahlungen zwischen den zwei Ländern in den nationalen Währungen abzuwickeln, wie der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bei der Eröffnung eines Einkaufszentrums in Istanbul sagte.

„Ich schlug (Russlands Präsidenten Wladimir – Anm. der Red.) Putin folgendes vor: Lassen Sie uns unseren Handel in die lokalen Währungen übertragen. Alles, was ich bei Ihnen kaufe, werde ich in Rubel bezahlen, und alles, was Sie bei mir kaufen, werden Sie mit der türkischen Lira bezahlen“, so Erdogan.

Mit China und dem Iran gebe es bereits ähnliche Regelungen.

„Wir haben entsprechende Anweisungen an unsere Zentralbanken gegeben, und werden versuchen unsere (Außenhandels — Anm.der Red.) Beziehungen auf diesen Weg zu übertragen“, sagte der türkische Staatschef. Da die Währung zugleich international ein wichtiger Faktor sei, forderte Erdogan die türkischen Bürger erneut auf, ihre Ersparnisse in Gold oder in türkische Lira zu konvertieren. „Warum müssen wir unsere Ersparnisse in ein Druckmittel umwandeln? Diejenigen, die ausländische Währungen unter der Matratze liegen haben, müssen diese in Gold oder in Lira umtauschen. Lasst uns die nationalen Werte unterstützen. Das wird eine Antwort an diejenigen sein, die versuchen, Druck auf die Türkei auszuüben. Macht euch keine Sorgen, ihr werdet keine Verluste erleiden „, fügte er hinzu. Im letzten Monat fiel die türkische Lira gegenüber dem US-Dollar um mehr als 11 Prozent, allein am Freitag erreichte sie ein Rekordtief und erreichte 3,54 Lira je Dollar.

Quelle: https://de.sputniknews.com/wirtschaft/20161204313621346-tuerkei-Rubel-rollt/

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Gruß an die Erkennenden
TA KI

Russland und Argentinien wollen in Rubel und Peso handeln


302055955Russlands Präsident Wladimir Putin hat gestern seine argentinische Amtskollegin Cristina Fernandez de Kirchner im Kreml empfangen, schreibt die „Rossijskaja Gaseta“ am Freitag.

Die Annäherung zwischen Russland und Argentinien hat ein neues Niveau erreicht. Putin und de Kirchner unterzeichneten eine Erklärung zur Aufnahme einer „allumfassenden strategischen Partnerschaft“. Zudem werden Möglichkeiten erörtert, im gemeinsamen Handel zu den Währungen Rubel und Peso überzugehen.

Putin betonte, dass es für  ihn eine Ehre sei, de Kirchner in diesem Jahr zu empfangen, in dem der 130. Jahrestag der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Russland und Argentinien begangen wird.„In dieser Zeit haben sich die ganze Welt und unsere Länder stark verändert. Unverändert bleibt nur eines – der Wunsch unserer Völker, die bilateralen Beziehungen zu entwickeln“, sagte Putin. Ihm zufolge haben sich die politischen Kontakte zwischen beiden Ländern deutlich intensiviert. Auch die Wirtschaftskooperation sei ausgeweitet worden. Nach Brasilien, Mexiko und Ecuador liegt Argentinien auf Platz vier in Lateinamerika nach dem Handelsumsatz mit Russland (der Handelsumsatz lag im vergangenen Jahr bei 1,4 Milliarden US-Dollar).

„Ich möchte mich für die Ehre bedanken, die uns nicht nur von Russlands Regierung, sondern auch vom ganzen Volk erwiesen wurde“, sagte de Kirchner. Argentiniens Staatschefin betonte, sie habe eine Ausstellung über den Sieg über Nazismus im Historischen Museum Moskaus besucht. Zudem eröffnete sie zusammen mit Kulturminister Wladimir Medinski im Historischen Museum die Ausstellung „Eva Peron. Botschafterin des Friedens“.

Bei den Gesprächen im Kreml wurde sowohl über die bilaterale Kooperation als auch über internationale Probleme gesprochen. Die Seiten unterzeichneten rund 20 Dokumente, das wichtigste  ist eine gemeinsame Erklärung über die Aufnahme einer strategischen Partnerschaft zwischen Russland und Argentinien. Hinzu kommen Abkommen über militärische Kooperation, Umweltschutz, Anti-Drogen-Kampf, Kooperation in Landwirtschaft und Industrie. Zudem schlossen die russischen Unternehmen Roskosmos, Rosatom und Gazprom  Kooperationsabkommen mit Argentinien.Außerdem hat sich Buenos Aires gegen antirussische Sanktionen ausgesprochen. Laut Putin liegen die Positionen beider Länder bei den meisten Fragen nahe beieinander. Die Regelung der Situation in der Ukraine sei nur auf friedlichem Wege möglich, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung von Putin und de Kirchner.

Die Seiten wollen weiterhin ihre Anstrengungen koordinieren. „Wir haben vereinbart, die gemeinsame Arbeit im Rahmen der G-20 fortzusetzen, darunter bei der IWF-Reform und der Regelung der Tätigkeit von Ratingagenturen“, sagte Putin. „Russland und Argentinien halten am Prinzip der Oberhoheit des Völkerrechts mit der UNO in der Rolle als zentraler Koordinator fest“, so Putin. „Wir schätzen sehr hoch die Tatsache, dass Argentinien zu den Mitverfassern der Resolution ‚70. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges‘ gehört und regelmäßig für die Resolution der UN-Vollversammlung zum Kampf gegen die Heroisierung des Nazismus stimmt“, sagte der russische Staatschef.

Laut Putin werden Russland und Argentinien Möglichkeiten erörtern, bei gegenseitigen Zahlungen zu Rubel und Peso überzugehen. Der Kreml-Chef betonte, dass Argentinien bereits jetzt einer der führenden Handelspartner Russlands in Lateinamerika sei.

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Gruß an den Wandel
TA KI

Rubel-Schwäche trifft deutsche Unternehmen


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Sanktionen gegen Russland

Rubel-Schwäche trifft deutsche Unternehmen

Die Sanktionen des Westens gegen Russland sollen eine Strafe sein – doch die trifft nun auch deutsche Unternehmen. Vor allem der freie Fall des Rubels macht ihnen zu schaffen. Manche denken schon über einen Rückzug aus dem Land nach.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) warnt vor wachsenden Gefahren für die deutsche Wirtschaft durch die Rezession in Russland. „Die Krise der russischen Wirtschaft hinterlässt immer tiefere Bremsspuren im Russlandgeschäft deutscher Unternehmen“, sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier der „Bild am Sonntag“.

Nach einer Umfrage der deutschen Auslandshandelskammer in Russland unter knapp 300 deutschen Unternehmen müsse fast jeder dritte deutsche Betrieb dort Mitarbeiter entlassen, sollte sich die wirtschaftliche Entwicklung vor Ort nicht verbessern. „36 Prozent der Unternehmen gehen davon aus, Projekte stornieren zu müssen“, so Treier.

Es sei insbesondere die Rubel-Schwäche, die den Unternehmen zu schaffen mache. Zehn Prozent der deutschen Firmen hätten berichtet, dass sich ihr langjähriger russischer Geschäftspartner nun gen Asien orientiere. „Immerhin jedes achte Unternehmen erwägt einen Rückzug aus Russland“, sagte der Außenwirtschaftschef. „Der Bruch so mancher Geschäftsbeziehung steht also bevor.“

„Notfallplan in der Schublade“

Nach Einschätzung des früheren Präsidenten der EU-Kommission, Jose Manuel Barroso, ist die Europäische Union auf einen möglichen Kollaps der russischen Wirtschaft vorbereitet. „Während der sogenannten Eurokrise hatten wir Notfallpläne für alle möglichen Szenarien in der Schublade. Ich bin sicher, dass es jetzt auch Notfallpläne gibt, um sich auf mögliche Auswirkungen einer Wirtschaftskrise in Russland vorzubereiten“, sagte Barroso der „Welt am Sonntag“.

Das Risiko, dass die wirtschaftlichen Probleme Russlands zu einer globalen Krise führen, sei aber nicht sehr hoch. „Russland ist nicht besonders eng eingebunden in die Weltwirtschaft und in die internationale Finanzordnung“, sagte Barroso. „Von der aktuellen wirtschaftlichen Schwäche der Schwellenländer – mit Ausnahme Chinas – geht eine größere Gefahr für die Weltwirtschaft aus als von Russland.“

Die USA hatten am Freitag einen Tag nach der Europäischen Union den Handel mit der von Russland annektierten Schwarzmeerhalbinsel Krim weitgehend verboten. Auch Kanada verhängte neue Sanktionen. Die EU hatte tags zuvor die Sanktionsschraube weiter angezogen. Sie untersagte etwa Investitionen auf der Krim sowie den Export von Gütern aus dem Öl- und Gassektor.

Putin: Sanktionen sind Schuld

Wegen der Ukraine-Krise hatte der Westen bereits früher Sanktionen gegen Russland verhängt, insbesondere im Finanz-, Rüstungs- und Energiebereich. Nach Einschätzung des russischen Staatschefs Wladimir Putin sind diese zu „25 bis 30 Prozent“ für die Wirtschaftskrise in seinem Land verantwortlich.

Für die wirtschaftlichen Probleme Russlands ist nach Ansicht des CDU-Außenpolitikers Norbert Röttgen der russische Präsident Wladimir Putin verantwortlich. „Es ist politisch und psychologisch falsch, die russische Wirtschaftsmisere zu unserem Problem zu machen. Sie ist durch Putin verursacht“, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag der „Welt am Sonntag“. Putin habe seit Jahren jede Form der Modernisierung im Land verweigert. Zudem habe „die jüngere Aggression das Vertrauen in den Investitionsstandort Russland zerstört“.

Quelle: http://www.n-tv.de/wirtschaft/Rubel-Schwaeche-trifft-deutsche-Unternehmen-article14197581.html

Gruß an die Saktionierten

TA KI

Russland erhöht mitten in der Nacht panisch die Zinsen


Russland vollzieht den größten Zinsschritt seit dem Staatsbankrott 1998. Mitten in der Nacht überraschte die Notenbank mit einer Zinsanhebung von 10,5 auf 17 Prozent. Doch das wird nicht ausreichen.

Sotschi-2014-Olympische-SpieleWenn eine Notenbank eine außerordentliche Notsitzung anberaumt, kündet das von schwerwiegenden Problemen einer Ökonomie und seiner Finanzwirtschaft. Wird diese Notsitzung mitten in der Nacht abgehalten und steht am Ende gar eine drastische Leitzinserhöhung, lässt sich getrost von Panik sprechen.

Gemessen daran, muss in Moskau absolute Alarmstimmung herrschen. Angesichts des dramatischen Wertverlusts des Rubel hat die russische Notenbank den Leitzins massiv angehoben. Er liege ab Dienstag bei 17 Prozent nach zuvor 10,5 Prozent, teilte die Moskauer Währungsbehörde um ein Uhr nachts russischer Zeit mit. Damit sollten die Entwertung des Rubel und die Inflationsrisiken gestoppt werden.

Es war der größte Zinsschritt seit der Rubel-Krise von 1998, als das postsowjetische Russland unter Boris Jelzin in den Staatsbankrott schlitterte. Seit Jahresanfang hat die russische Notenbank den Leitzins damit um volle 11,5 Prozentpunkte nach oben gewuchtet. Locken normalerweise höhere Renditen die Investoren an und führen zu einer Stärkung der heimischen Währung, beschleunigte sich bislang der Rubel-Exodus sogar noch.

Rubelkurs um mehr als zehn Prozent abgesackt

Der Rubel-Kurs war zu Wochenbeginn binnen weniger Handelsstunden um mehr als zehn Prozent abgesackt, der größte Tagesverlust seit 16 Jahren. Erstmals mussten an den Devisenmärkten mehr als 64 Rubel für einen Dollar gezahlt werden, für einen Euro wurden erstmals 82 Rubel verlangt.

Seit Jahresbeginn hat sich der Rubel damit zum Dollar um gut 50 Prozent verbilligt, zum Euro sind es 45 Prozent. Keine Währung, noch nicht mal die ukrainische Hrywnja, hat in diesem Jahr stärker verloren. Das Tempo der Talfahrt erinnert inzwischen an die Krise von 1998, als nicht nur Russland bankrott ging, sondern auch andere Schwellenländer schwere Finanzturbulenzen erlebten.

Fast scheint es, als habe der russische Präsident Wladimir Putin die Notenbank zu dem unorthodoxen Schritt zu nächtlicher Stunde ermuntert. Am Nachmittag hatten die Währungshüter noch keinerlei Anstalten zu einer größeren Intervention erkennen lassen.

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Die überraschende Zinsanhebung der Notenbank verfehlte ihre Wirkung zunächst nicht. Die russische Währung wertete in einem hektischen Handel zum Dollar in der Folge um rund neun Prozent auf. Allerdings gab die Währung sämtliche Gewinne nach kurzer Zeit wieder ab und markierte ein weiteres historisches Tief zum Dollar. Erstmals mussten mehr als 66 Rubel bezahlt werden.

Händler waren zuvor bereits skeptisch, dass die drastische Zinserhöhung nachhaltig wirken wird. Nach Meinung der Citi ist der Schritt nicht aggressiv genug, um die negative Stimmung an den Märkten zu drehen: „Die Zinsstraffung wird dem Rubel ein paar Tage Atempause gönnen. Den Leitzins auf 17 Prozent anzuheben, wird aber nicht ausreichen, um den Verfall einer Währung dauerhaft zu stoppen, die an einem Tag mal eben um zehn Prozent fallen kann.“

Bevölkerung verliert Vertrauen in Rubel

Beobachtern zufolge ist die russische Bevölkerung für den jüngsten Rubel-Absturz mitverantwortlich. Sie verliert zunehmend das Vertrauen in die eigene Währung und flüchtet in den Dollar.

Darauf deuten auch neueste Schätzungen der Notenbank, denen zufolge die Kapitalflucht in diesem Jahr auf rund 134 Milliarden Dollar steigen könnte. Damit würde der Exodus das Niveau des bisherigen Rekordjahres 2008 erreichen.

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Rund 1,5 Billionen Rubel liegen derzeit auf privaten Konten, die jederzeit in Dollar umgetauscht werden können. Das könnte die Devisenreserven um weitere 20 Milliarden Dollar dezimieren. „Eine solche Dollarisierung der privaten Konten lässt sich durch den drastischen Zinsschritt vielleicht verlangsamen“, sagt George Christou, Stratege bei JPMorgan. „Eine Zinsanhebung bringt aber nichts, wenn Unternehmen einfach Dollar benötigen, um ihre in harten Devisen aufgenommenen Schulden zurückzuzahlen.“

Seines Erachtens wird die Maßnahme nur kurzfristig helfen, aber langfristig seien die Marktkräfte größer. „Die Notenbank muss drastische Mittel ergreifen, etwa 100 Milliarden Dollar der Devisenreserven einsetzen“, sagt JPMorgan-Mann Christou. Die russische Notenbank hat in diesem Jahr bereits 80 Milliarden Dollar ihrer Devisenreserven verbrannt, mit minderem Erfolg. Auch Leitzinserhöhungen verpufften bislang.

Erst am vergangenen Donnerstag hatte die russische Zentralbank versucht, die Kapitalflucht mit einer heftigen Zinserhöhung zu stoppen. Das Institut hob den Leitzins von 9,5 auf 10,5 Prozent an, um Gelder im Land zu halten und den Absturz der Landeswährung zu bremsen. Die Maßnahmen zeigten keine Wirkung, weil die Märkte mit einem größeren Zinsschritt gerechnet hatten.

„Die russische Notenbank hat ihre Glaubwürdigkeit vollends verspielt. Hätte sie in der vergangenen Woche die Zinsen etwas kräftiger angehoben, wäre die Notsitzung Montagnacht nicht nötig gewesen, die Märkte hätten sich längst beruhigt“, sagt Tim Ash, Stratege bei der Standard Bank. „Sicher wird die jetzige kräftige Erhöhung dem Rubel helfen, allerdings stellt sich die Frage nach der Unabhängigkeit und generell nach der Währungspolitik.“

Devisenexperten führen den Wertverfall auf den Vertrauensverlust und den Einbruch der Ölpreise zurück. Die westlichen Sanktionen als Folge der Moskauer Rolle im Ukraine-Konflikt haben bereits seit Sommer zu einer markanten Schwächung des Rubel-Kurses geführt.

Folgt bald ein noch drastischeres Mittel?

Zu einer dramatischen Zuspitzung kam es dann allerdings im Herbst, als der Ölpreis in den Keller ging. Am Dienstag stürzte Barrelpreis für die Ölsorte Brent erstmal seit Sommer 2009 unter die Marke von 60 Dollar,

Experten zufolge könnte der Kreml schon bald zum drastischsten Mittel der Devisenstützung greifen, Kapitalverkehrskontrollen. Dann kann kein Akteur mehr ohne Zustimmung der Notenbank Rubel in Dollar tauschen. Schon jetzt versucht Moskau die Exportunternehmen dazu zu bringen, ihre im Ausland erwirtschafteten Devisen umgehend bei der Notenbank abzuliefern.

„Harte Kapitalverkehrskontrollen sind das Mittel der letzten Wahl. Denn sie würden das allerletzte Vertrauen, das Russland noch an den Märkten genießt, auch noch zerstören“, sagt Neil Shearing, Stratege beim Analysehaus Capital Economics. Tatsächlich hat Venezuela Anfang 2003 solche Kapitalkontrollen eingerichtet. Seither floriert der Schwarzmarkt mit Dollar und das Land steht am Abgrund. Die Märkte beziffern das Risiko eines Staatsbankrotts des lateinamerikanischen Landes auf 94 Prozent.

Aber auch Russland wird inzwischen immer kritischer gesehen. Hier wird das Risiko einer erneuten Staatspleite auf 32 Prozent beziffert. Die Lebenshaltungskosten russischer Verbraucher sind infolge des Rubel-Crashs erheblich gestiegen. Für das Jahresende rechnet die Zentralbank inzwischen mit einer Inflationsrate von rund zehn Prozent. Inzwischen ist klar, dass die russische Wirtschaft von dem Mix aus Sanktionen, Ölpreisrückgang und Vertrauensverlust viel härter getroffen wird als lange angenommen.

Die Zentralbank kam in ihrem am Montag veröffentlichten Quartalsbericht zur Währungspolitik nicht umhin einzuräumen, dass die Inflationsrate Anfang 2015 Richtung 11,5 Prozent klettern könnte. Die Wirtschaftsleistung könnte 2015 um fünf Prozent zurückgehen, sollte der Ölpreis auf dem jetzigen Niveau verharren. Die deutsche Wirtschaft hat einen solchen Einbruch in den vergangenen 30 Jahren erst einmal erlebt, nämlich in der Finanzkrise von 2008/2009.

Regierung beschwichtigt ihre Bürger

Russlands Regierungschef Dmitri Medwedjew hatte die Bevölkerung vergangene Woche zur Geduld aufgerufen. Der Kurs des Rubel werde wieder steigen – wie in den Krisen der Vergangenheit. Die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ dagegen schrieb am Montag, vor dem Hintergrund der westlichen Sanktionen gegen Russland sei es „schwer, Geduld zu üben“ und darauf zu hoffen, dass sich der Aufschwung wie nach der Finanzkrise wiederholen werde. Die Lage habe sich „radikal geändert“.

Der russische Rubel ist jedoch nicht die einzige Schwellenland-Währung, die in jüngster Zeit massiv unter Druck kommt. Deutliche Verluste erlitten am Montag die Devisen der sogenannten fragilen fünf, auch „hässliche fünf“ genannt. Darunter verstehen Experten jene früheren Entwicklungsländer (heute Emerging Markets), die ein hohes Defizit beim Handel und beim Austausch von Dienstleistungen aufweisen. Zu diesen Ländern zählen unter anderem Indonesien, Südafrika und die Türkei.

Diese „fragilen fünf“ sind auf permanente Kapitalzuflüsse angewiesen. Der Zustrom von Geld gerät jedoch zunehmend ins Stocken oder hat sich sogar umgekehrt. Grund dafür ist die Erwartung bald steigender Zinsen in den USA. Der Rückzug der Liquidität an den US-Markt, den größten Kapitalmarkt der Welt, ging in der Vergangenheit häufig mit Emerging-Markets-Krisen einher. Die Börsen und Volkswirtschaften der „fragilen fünf“ erlebten bereits 2013 starke Kursrückgänge, als die amerikanische Notenbank zum ersten Mal einen Anlauf unternahm, ihre Geldpolitik zu straffen. Der Versuch wurde schließlich abgebrochen – und die anfälligen Schwellenländer erholten sich.

www.welt.deDiesmal könnten die Verwerfungen sogar noch schlimmer werden. Denn mit Russland ist eine frühere Supermacht und die achtgrößte Ökonomie der Welt von den Turbulenzen betroffen. Manche Beobachter fühlen sich bereits an die große Schwellenländer-Krise von 1997/1998 erinnert, die sich über mehrere Jahre erstreckte und ganze Volkswirtschaften in die Depression stieß. Damals erfassten die Kurseinbrüche schließlich auch den Deutschen Aktienindex (Dax), der binnen weniger Monate 38 Prozent an Wert verlor.

Quelle: http://www.welt.de/finanzen/article135415378/Russland-erhoeht-mitten-in-der-Nacht-panisch-die-Zinsen.html

Gruß nach Rußland

TA KI