Schock im brasilianischen Präsidentschaftswahlkampf: Eduardo Campos bei Flugzeugabsturz am 13.08 getötet- sein Großvater Miguel Arraes, verstarb am selben Datum- vor neun Jahren!


Flugzeugunglück in Brasilien

Präsidentschaftskandidat bei Absturz getötet

der-brasilianische-praesidentschaftskandidat-eduardo-campos-ist-bei-einem-flugzeugabsturz-ums-leben-gekommen-Schock im brasilianischen Präsidentschaftswahlkampf: Der Kandidat der Sozialistischen Partei PSB, Eduardo Campos, ist bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Der 49-Jährige war an Bord einer Maschine des Typs Cessna 560XL, die aus ungeklärter Ursache in Santos, rund 60 Kilometer von São Paulo, abstürzte. Mit ihm kamen sechs weitere Passagiere ums Leben, darunter sein persönlicher Assistent und sein Pressesprecher.

Campos galt als einer der aussichtsreicheren Kandidaten bei der Präsidentschaftswahl am 5. Oktober. In Umfragen lag er auf Platz drei, aber weit abgeschlagen hinter Amtsinhaberin Dilma Rousseff.

Im Team mit der früheren Umweltministerin Marina Silva wollte Campos Rousseff herausfordern. Dem Kabinett von Rousseffs Vorgänger Luiz Inácio Lula da Silva gehörte er 2004/2005 als Wissenschafts- und Technologieminister an. Bis April dieses Jahres war er Gouverneur des Bundesstaat Pernambuco.

„Wir sind alle geschockt“
Campos hielt sich am Mittwoch in Rio auf, weil er dem Sender Globo dort ein Interview gab. Anschließend flog er nach lokalen Medienangaben zu Wahlkampfterminen vom innerstädtischen Flughafen Santos Dumont weiter in Richtung Guarujá in der Nähe der Küstenstadt Santos. In Santos stürzte das Kleinflugzeug gegen 10 Uhr (Ortszeit) dann in eine Häusersiedlung. „Wir sind alle geschockt“, hieß es in einer ersten Mitteilung der politischen Organisation von Marina Silva, die sich auf den Weg nach Santos machte.

An Bord des Flugzeuges waren insgesamt sieben Passagiere, die nach Behördenangaben alle ums Leben kamen. Neben Campos, seinen beiden Beratern, starben auch der offizielle Fotograf der Wahlkampagne und ein Kameramann sowie die beiden Piloten. Zum Zeitpunkt des Unglücks herrschten schlechte Wetterbedingungen. Campos hinterlässt eine Frau und fünf Kinder, das jüngste kam erst im Januar zur Welt.

Staatstrauer angeordnet
Rousseff ordnete ein dreitägige Staatstrauer an. Campos sei ein Beispiel für einen Demokraten gewesen. „Ganz Brasilien trauert. Wir haben heute einen großen Brasilianer verloren, Eduardo Campos. Ich bin sehr traurig“, hieß es in einen Schreiben der Präsidentin. Rousseff setzte auch ihre Wahlkampftermine für drei Tage aus.

Der PSB-Kandidat war der Enkel des bekannten linken brasilianischen Politikers, Miguel Arraes, der vor neun Jahren auf den Tag genau, am 13. August 2005, starb. In letzten Umfragen vom Juli hatten acht Prozent der Befragten angegeben, dass sie bei der Präsidentschaftswahl für Campos stimmen wollten. Auf Rousseff entfielen 38 Stimmen und auf den dritten prominenten Kandidaten, Aécio Neves, 22 Prozent.

Quelle: http://www.t-online.de/nachrichten/panorama/menschen-schicksale/id_70624172/brasilianischer-praesidentschaftskandidat-bei-absturz-getoetet.html

Gruß an die Logen

TA KI

An einem heiligen Ort kämpft Deutschland um den Titel


Das Maracanã, der Ort des WM-Finales, zählt zu den berühmtesten Fußball-Stadien. Es ist eine geradezu mythische Stätte, die schon die größten Tragödien und die größten Triumphe gesehen hat.

Rio-de-Janeiro

Es hätte besser laufen können für das Maracanã. Der Fußballtempel hat den Fall Spaniens bezeugt (beim 0:2 gegen Chile) und die Starwerdung des jungen Kolumbianers James Rodríguez (beim 2:0 gegen Uruguay), aber insgesamt gehörten die Partien in Rio de Janeiro zu den faderen dieser WM. Die eigene Seleção bekam man erst gar nicht zu sehen. Dafür könnte heute Erzrivale Argentinien werden, wovon dessen Fans seit Wochen singen: Weltmeister im Heiligtum Brasiliens. Ein Alptraum.

Es hätte allerdings auch noch schlimmer laufen können. Dann, wenn Brasilien das Finale erreicht, dort gegen Argentinien gespielt und verloren hätte. Dann hätten sich alle bestätigt gefühlt, die das Maracanã immer schon für einen verfluchten Ort hielten. Dann, das war in den letzten Wochen hier wirklich zu hören, hätte es abgerissen gehört, wie der greise Fußball-Pate João Havelange schon vor ein paar Jahren forderte. Am besten noch vor den Olympischen Spielen, die in zwei Jahren hier eröffnet werden.

Maracanã, Stätte des Schicksals: Heute wird es als erstes Stadion zum zweiten Mal einen Weltmeister küren. Bei seiner Eröffnung bewegte es einst die Phantasien. Auf den Tag genau einen Monat später schrieb es schon Geschichte. Und immer noch erzählt es so viel über das Land und den Fußball.

Das erste Tor im Maracanã erzielte Didi

 

Am 16. Juni 1950 schoss der junge Spielmacher Didi bei einem Spiel zwischen Stadtauswahlen aus Rio de Janeiro und São Paulo das erste Tor im neuen Rund. Er wurde dabei auch von den Bauarbeitern bejubelt, die während des Spiels an der Fertigstellung für die acht Tage später beginnende WM werkelten. Organisatorisch war alles mit heißer Nadel gestrickt. Beim Feuerwerk vor dem Eröffnungsspiel zwischen Brasilien und Mexiko ließ die Erschütterung unfertigen Beton über die Köpfe der Zuschauer regnen. Vor dem zweiten Spiel der Gastgeber schnitt sich ein Stürmer des Gegners Jugoslawien den Kopf an einem ungeschützten Stahlträger, seine Mannschaft musste die ersten 20 Minuten zu zehnt spielen.

Sportlich dagegen lief zunächst alles nach Plan. Am 16. Juli 1950 brauchte Brasilien nur noch einen Punkt gegen Uruguay zu seinem ersten WM-Titel. Vor dem Stadion wurden Zeitungen verteilt, auf denen zu Fotos der Nationalelf stand: Das sind die Weltmeister. Die Siegermedaillen waren schon graviert, eine eigene Hymne komponiert.

Vor einer Zuschauerzahl, die Historiker mit 199.854 angeben, ging Brasilien kurz nach der Pause in Führung, kassierte den Ausgleich und in der 79. Minute, um 16.33 Uhr Ortszeit, das 1:2 durch Alcides Ghiggia. Der „Maracanazo“: Ein Schock, der zu Selbstmorden führte und zum Wechsel der brasilianischen Trikotfarbe von weiß auf gelb.

250.000 Fans sahen ein Kiss-Konzert

 

Dabei sollte das Stadion eigentlich Stärke und Aufbruch der jungen Nation versinnbildlichen. Das Maracanã, in zwei Jahren von zehntausend Arbeitern aus dem Boden gestampft, stand für die Hoffnung auf eine gelobte Zukunft, ähnlich wie die zur selben Zeit geplante Hauptstadt Brasilia. Die runde Form, die allen Besuchern dieselbe Sicht garantierte, war ebenso vom Demokratieideal inspiriert wie die Größe – 200.000 Zuschauer bedeuteten damals ein Zehntel der Stadtbevölkerung – und der Standort exakt an der Grenze von Rios reicher, weißer Südzone und dem armen, schwarzen Norden. So wie der Fußball als erstes die Rassentrennung im Land aufhob, so sollte seine ikonischste Spielstätte für alle da und für alle gleich sein.

Wo sich die Vision von einer gerechten Gesellschaft in anderen Bereichen schnell als Utopie herausstellte, funktionierte sie im Maracanã lange ziemlich gut. Bis ins neue Millennium hinein gab es für das gemeine Volk die Stehtribünen („geral“), für die der Eintritt weniger als ein Euro kostete. Zur guten Sitte gehörte es außerdem, den Bettlern vor dem Stadion ein Ticket zu spendieren. Und so konnten selbst die ärmsten Cariocas – die Einwohner Rios – ab und an mal die größten Stars sehen.

Die Arena wurde zum Wembley der neuen Welt, zur Bühne unzähliger Anekdoten und Heldentaten. Pelé erzielte bei einem Gastspiel mit Santos per Elfmeter sein umjubeltes 1000. Tor, inklusive subtiler Hommage an das Maracanã: mit einem Zwischenschritt beim Anlauf kopierte er einen Trick von Didi, dem Jungferntorschützen. Die Harlem Globetrotters führten ihre Basketballtricks vor, ein Volleyballspiel zwischen Brasilien und Russland zog 1983 fast 100.000 Zuschauer an, ein Konzert der legendären Rockband „Kiss“ im selben Jahr sogar 250.000 Fans. Zico schoss hier 333 Tore, Romário beerdigte 1993 ein paar Dämonen von 1950, als er Brasilien im entscheidenden Qualifikationsspiel gegen Uruguay mit zwei Toren zur WM schoss.

„Das Maracanã ist völlig entstellt“

 

Heute betätigt sich Romário in der Politik, als Quälgeist der Eliten und Kläger gegen die Korruption. Bei der WM ist er sehr aktiv, unter anderem sammelt er Beschwerden von Mitarbeitern, Polizisten oder Besuchern über die Bedingungen am Maracanã. Was er von diesem inzwischen hält, hat er wiederholt sehr deutlich gemacht. „Es müsste seinen Namen ändern, es hat nichts mehr mit dem alten Stadion zu tun. Der Glamour ist weg, der Charme verloren. Das Maracanã ist völlig entstellt.“

Romário steht mit dieser Kritik nicht allein, nachdem das Stadion für die WM einer Komplettrenovierung unterzogen wurde. Die klassischen Ober- und Unterringe gingen in einer Tribünenform auf, das Betondach, das nur wenige – und nicht die besten – Plätze vor Regen schütze wurde durch eine umfassende Fiberglaskonstruktion ersetzt. Die Stehplätze wurden abgeschafft, Vip-Logen gebaut, Kosten: rund 400 Millionen Euro. Neues Fassungsvermögen: nur noch knapp 80.000. Finanziert wurde das mit öffentlichen Geldern, betreiben darf das Stadion für die nächsten 30 Jahre gegen geringe Pacht ein Konsortium von Eike Batista, dem reichsten Brasilianer.

„Gebt uns das Maracanã zurück“, war eine Forderung bei den Millionenprotesten im vorigen Sommer. Aber die Gentrifizierung in den Stadien schreitet voran, wie die WM sehr deutlich machte. Dunkelhäutige Brasilianer gab es fast nur auf dem Platz zu sehen, die Zuschauer hingegen waren so weiß wie die Nachrichtensprecher oder Werbefiguren im Land. Offenkundig verliert nach dem Karneval – verlegt von der Straße in die Sambodrome – auch der Fußball seine Sonderrolle als Begegnungsstätte der Schichten; und mit ihm das Maracanã. Die billigen Tickets kosten jetzt zehn Euro.

Doch bevor am 27. Juli die Lokalrivalen Flamengo und Botafogo den regulären Spielbetrieb wieder aufnehmen, gibt es ja noch ein WM-Finale, und für das hat jedenfalls der Deutsche Thomas Müller klare Vorstellungen. Auch wenn sich das Maracanã verändert habe, bleibe es doch ein „heiliges Stadion für jeden, der mit Fußball zu tun hat. Ich sehe es als den idealen Ort, um den WM-Pokal zu gewinnen.“

Quelle: http://www.welt.de/sport/fussball/wm-2014/article130083131/An-einem-heiligen-Ort-kaempft-Deutschland-um-den-Titel.html

Gruß an die Daumendrücker der Deutschen Mannschaft

TA KI