Israel bringt deutschen Soldaten asymmetrische Kriegführung bei – Bundeswehr soll in Israel den Häuserkampf lernen


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Berlin (IRNA) – Israel soll Bundeswehrsoldaten in der asymmetrischen Kriegführung schulen.

Wie „Die Welt am Sonntag berichtete“,  wird Israel etwa 110 Bundeswehrsoldaten in einer künstlichen Wüstenstadt trainieren. Eine Kompanie wird im Oktober zu diesem Zweck in das Urban Warfare Training Center (UWTC) , ein Gefechtsübungszentrum der besonderen Art, in der Stadt Tse’elim entsendet. Dieses Trainingsprogramm konzentriert sich hauptsächlich auf den Kampf gegen die Terroristen, die Zivilisten als Schutzschild nehmen, und auf Geiselrettungseinsätze. Deutschland und Israel betreiben seit 1959 militärische Kooperationen, die jedoch zumeist geheim geblieben sind.
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Bundeswehr soll in Israel den Häuserkampf lernen

Seit Jahrzehnten liefert Deutschland Waffen nach Israel und bildet Soldaten aus. Jetzt wird die Kooperation ausgeweitet: 110 Soldaten der Bundeswehr sollen in einer künstlichen Wüstenstadt trainieren.

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Es war eine neblige Nacht im Spätsommer 1957. Der Mann, der später einmal Friedensnobelpreisträger und Israels Staatspräsident werden sollte, traf mit einem Kleinwagen aus Paris kommend in Bonn ein. Sein Name: Schimon Peres, damals 34 Jahre alt und Generaldirektor im Verteidigungsministerium. Sein heikler Auftrag: Waffen besorgen, ausgerechnet im Land der Schoah.

Empfangen wurde Peres in der Wohnung von Franz Josef Strauß (CSU) mit einem einfachen Essen. Das mehrstündige Treffen mit dem bundesdeutschen Verteidigungsminister sei eine „Begegnung wie mit einem Wesen aus dem Weltall“ gewesen, erinnert sich Peres in seinen Memoiren. Aber es verlief in seinem Sinne. Strauß bekannte sich zur Verantwortung Deutschlands für das Überleben des von feindlichen Nachbarn in seiner Existenz bedrohten jüdischen Staates. Und er stellte Rüstungshilfen in Aussicht, samt Finanzierung.

In jener Nacht, acht Jahre vor der Aufnahme diplomatischer Beziehungen beider Staaten, begann im Geheimen eine Verteidigungskooperation, die bis heute währt. Dominiert wurde die Zusammenarbeit über Jahrzehnte durch die deutschen Waffenlieferungen für die israelische Armee. Niemand hat den Leitgedanken dahinter besser formuliert als Gerhard Schröder (SPD). „Israel bekommt das, was es für die Aufrechterhaltung seiner Sicherheit braucht“, so der Ex-Kanzler, „und es bekommt es dann, wenn es gebraucht wird.“

Doch der Charakter der Partnerschaft hat sich gewandelt, in zunehmendem Maße profitiert auch die Bundeswehr von den Israelis. „Die militärische Kooperation mit Israel ist wegen des Leistungsstands der israelischen Verteidigungsstreitkräfte (Israel Defense Forces, IDF), deren Erfahrungen im Einsatz und im Kampf gegen Terrorismus für die Bundeswehr von besonderem Interesse“, heißt es in einem internen Papier des Verteidigungsministeriums. Tatsächlich sind die IDF eine hochprofessionelle Armee, die seit über einem halben Jahrhundert erfolgreich ihrem Auftrag nachkommt, das Überleben des Staates Israel zu sichern. Die Soldaten sind in permanenter Einsatzbereitschaft, 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag. Von diesem Erfahrungsschatz will die Bundeswehr nun verstärkt profitieren.

So plant das deutsche Heer, im kommenden Oktober einen Infanteriezug nach Israel zu schicken. Die rund 110 Soldaten sollen zur Ausbildung in die Negevwüste reisen, genauer gesagt nach Tse’elim. Dort betreibt die israelische Armee das Urban Warfare Training Center (UWTC), ein Gefechtsübungszentrum der besonderen Art. Auf rund 19 Quadratkilometern ist in dem Stützpunkt eine künstliche Wüstenstadt namens „Baladia City“ gebaut worden, mit Wohnhäusern, Moschee, Hospital, Friedhof und Festungsviertel – aber ohne einen einzigen Einwohner.

Seit 2005 üben die israelischen Soldaten im UWTC den Kampf im urbanen Gelände. Es geht um das Vorrücken gegen Terroristen, die sich in Wohnhäusern hinter Zivilisten verschanzen, um Geiselbefreiung oder den Tunnelkampf. Es ist kein Zufall, dass Tse’elim in der Nähe des Gazastreifens errichtet wurde, in dem den IDF genau diese Fertigkeiten abverlangt werden. Man habe hohes Interesse an diesen „spezifischen Einsatzerfahrungen der israelischen Streitkräfte“, teilte das Kommando des Heeres auf Anfrage mit. Die IDF seien seit Jahren ein „verlässlicher Partner. Der Austausch von Erfahrungen bei Operationen unter klimatisch wüstenähnlichen Bedingungen steht dabei im Vordergrund.“

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Der Übungseinsatz in der Negevwüste aber wäre eine Premiere. Das Heer sieht die Chance, insbesondere Elitesoldaten der Division Schnelle Kräfte oder die Gebirgsjägertruppe auf Bedrohungsszenarien in Auslandseinsätzen bestmöglich vorzubereiten. Denn die Bundeswehr selbst verfügt über keine dem UWTC vergleichbare Einrichtung. Das in der Colbitz-Letzlinger Heide in Sachsen-Anhalt geplante Gefechtsübungszentrum Schnöggersburg, in dem ebenfalls eine „Ortskampfanlage“ geschaffen werden soll, wird frühestens 2017 fertig – und auch nur ein Fünftel so groß sein.

Der Besuch in Tse’elim wurde bereits 2012 beim jährlichen Treffen der Heeresgeneralstäbe verabredet. Im vorigen Jahr unterrichtete der Heeresinspekteur den Bundestag über die Absicht, seine Soldaten „zeitnah“ in Israel ausbilden zu lassen. Nun ist der Oktober avisiert. Doch noch immer steht die Reise unter Leitungsvorbehalt, die Ministeriumsspitze hat noch nicht zugestimmt. Reinhold Robbe, Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und ehemaliger Wehrbeauftragter, hat kein Verständnis für diese zögerliche Haltung. Er will sich bei Ministerin Ursula von der Leyen (CDU) dafür einsetzen, dass die Maßnahme endlich stattfinden kann. „Ich begrüße die Initiative des Heeres. Nach meinem Geschmack bleibt bei der militärischen Kooperation mit Israel zu viel dem Zufall überlassen. Wir sollten angesichts der einzigartigen Verbindung zwischen beiden Ländern viel mehr tun.“

Immerhin kann von der Leyen darauf verweisen, dass „die Zusammenarbeit „ein sehr hohes Niveau erreicht“ hat, wie es in ihrem Haus heißt. Für 2015 sind im bilateralen Jahresprogramm 72 Maßnahmen fest verabredet. So hat das Sanitätswesen die Möglichkeit entdeckt, von den „langjährigen praktischen Erfahrungen“ der Israelis bei der Behandlung von Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) zu profitieren. Im Dezember sollen IDF-Spezialisten nach Deutschland kommen und ein psychisches Präventionsprogramm vorstellen.

Der Bund war eher wie ein Picknick. Die IDF hingegen sind eine Armee, die rund um die Uhr, das ganze Jahr hindurch damit beschäftigt ist, das Überleben einer Nation zu sichern

Arye Shalicar
Presseoffizier der IDF

Die Luftwaffe pflegt seit 2010 enge Verbindungen zur israelischen Armee. Damals entschloss sich die Bundesregierung, für den Afghanistaneinsatz Aufklärungsdrohnen in Israel zu leasen. Das war unkomplizierter als ein Geschäft mit den USA. Die Schulung der deutschen Piloten findet seitdem in Israel statt. Die reibungslose Zusammenarbeit hat auch anderswo zu mehr Kooperation geführt: In diesem Jahr gab es einen Austausch von Crews des Kampfjets Eurofighter, des Hubschraubers CH-53 und des Luftabwehrsystems Patriot. Gut möglich, dass die nächste Generation von Bundeswehrdrohnen, die bewaffnungsfähig sein sollen, ebenfalls in Israel beschafft wird.

Deutsche Soldaten können also viel lernen in Israel. Arye Shalicar, ein Presseoffizier der IDF, der in Deutschland geboren wurde und in der Bundeswehr seinen Wehrdienst geleistet hat, drückt es so aus: „Der Bund war eher wie ein Picknick. Die IDF hingegen sind eine Armee, die rund um die Uhr, das ganze Jahr hindurch damit beschäftigt ist, das Überleben einer Nation zu sichern.“

Deutsche Offiziere, die an Austauschprogrammen teilgenommen haben, sehen es etwas differenzierter. Ja, man könne bei den IDF viel über vernetzte Operationen, Aufklärung oder militärischen Nahkampf lernen. „In Israel“, sagt ein Soldat, „wird einem täglich vor Augen geführt, dass unsere Kernaufgabe nicht das Brunnenbauen ist.“ Andererseits aber sei das Interesse der Kollegen an den Erfahrungen der Bundeswehr in Auslandseinsätzen wie Afghanistan ebenfalls groß. Denn die IDF sind eine reine Verteidigungsarmee, Missionen „out of area“ nicht vorgesehen.

Auf vielen Feldern ist die Kooperation auch nach wie vor bestimmt von Waffenlieferungen. Bei der Marine zum Beispiel sind israelische Soldaten Dauergast, in diesem Jahr wurden U-Boot-Crews der IDF am Simulator in Eckernförde trainiert. Denn schon die ersten Rüstungslieferungen nach dem Treffen Peres/Strauß waren zwei U-Boote, damals noch in Großbritannien gebaut und von Deutschland bezahlt. Der Bau von sechs modernen U-Booten der Dolphin-Klasse ist heute das größte bilaterale Rüstungsprojekt.

Vier der nach israelischen Wünschen gebauten Boote wurden bereits geliefert, der Export des fünften ist genehmigt, das sechste soll bis 2017 folgen. Dazu kommen noch vier Korvetten. Alle Schiffe werden in Teilen von Deutschland mitfinanziert. Der Grund dafür ist derselbe wie 1957, nachzulesen in der Doktrin der IDF: „Israel kann es sich nicht leisten, auch nur einen einzigen Krieg zu verlieren.“

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Quelle: http://www.welt.de/politik/ausland/article145789159/Bundeswehr-soll-in-Israel-den-Haeuserkampf-lernen.html

Gruß an die Wissenden

TA KI

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Papst lädt Peres und Abbas überraschend nach Rom ein


Katholisches Kirchenoberhaupt bereist Nahen Osten

Franziskus in Bethlehem

Papst Franziskus hat Israels Staatschef Schimon Peres und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas überraschend zu einem Friedensgebet in den Vatikan eingeladen. Die beiden sollten „gemeinsam mit mir ein intensives Gebet erheben und von Gott das Geschenk des Friedens erflehen“, sagte Franziskus bei einer Freiluftmesse in Bethlehem. „Ich biete mein Haus im Vatikan an, um dieses Gebetstreffen zu beherbergen“. Abbas nahm die Einladung an.

Bei der Messe mahnte der Papst eine Zwei-Staaten-Lösung an und geißelte die Ausbeutung von Kindern. Im Vorfeld des Papst-Besuch nahm die Polizei 26 Menschen fest.

Alle ersehnten den Frieden, sagte der Papst in der überraschenden Einladung weiter. „Viele Menschen bauen ihn täglich mit kleinen Gesten auf; viele leiden und nehmen geduldig die Mühe auf sich, immer wieder zu versuchen, Frieden zu schaffen.“ Und alle, „besonders diejenigen, die in den Dienst ihres eigenen Volkes gestellt sind“, hätten die Pflicht, „uns zu Werkzeugen und Urhebern des Friedens zu machen, vor allem im Gebet“, mahnte Franziskus.

Franziskus hielt zudem ein leidenschaftliches Plädoyer für Kinderrechte. In seiner Predigt mahnte er, dass noch immer „viel zu viele Kinder unter unmenschlichen Bedingungen am Rande der Gesellschaft leben“. Minderjährige würden ausgebeutet, misshandelt und versklavt, manche ertränken als Flüchtlinge im Mittelmeer oder würden zu Opfern von Menschenhändlern. „Für alles das schämen wir uns vor Gott“, sagte der Papst.

Abbas habe dem Papst zugesagt und werde am 6. Juni nach Rom reisen, erklärte der palästinensische Chefunterhändler Sajeb Erakat am Sonntag in Ramallah. Peres‘ Sprecher sagte, der israelische Präsident habe die Einladung begrüßt, ein Zusage sei bislang aber nicht gemacht worden. Die Amtszeit von Peres endet Ende Juni.

Wie Polizeisprecher Micky Rosenfeld mitteilte, hatten sich die jüdischen Extremisten in der Nacht auf dem Zionsberg in Jerusalem versammelt und Sicherheitskräfte mit Steinen und Flaschen beworfen. Dabei seien zwei Polizisten leicht verletzt worden. Unter den Festgenommenen war demnach auch ein Soldat, der einen Polizisten mit seiner Waffe bedroht hatte. Laut einem Bericht des Armeeradios demonstrierten insgesamt rund 150 Menschen auf dem Zionsberg.

Auf dem Berg außerhalb der Jerusalemer Altstadt befindet sich eine religiöse Stätte, die von Christen, Juden und Muslimen verehrt wird. Die Christen glauben, dass Jesus an diesem Ort das Abschiedsmahl mit seinen Jüngern einnahm, auf die hier 50 Tage später der Heilige Geist niederkam. Die Juden beten dort am vermuteten Grab ihres biblischen Königs David. Die Muslime errichteten an dieser Stätte im 16. Jahrhundert eine Moschee zu Ehren Davids, den sie als Propheten achten.

Papst Franziskus wird das Bauwerk am Montag besuchen. Im sogenannten Abendmahlsaal, der das erste Stockwerk einnimmt, wird er zum Abschluss seiner Reise ins Heilige Land eine Messe feiern. Fanatische nationalreligiöse Juden hatten vor dem Papstbesuch den Widerstand gegen Pläne verstärkt, den Christen mehr Nutzungsmöglichkeiten zu gewähren. Bisher dürfen sie an ihrer zweitheiligsten Stätte nach der Grabeskirche nur am Gründonnerstag und Pfingstsonntag Liturgien feiern.

Der Papst war am Morgen in Bethlehem eingetroffen. Er landete mit einem jordanischen Militärhubschrauber in der Stadt im besetzten Westjordanland. Am zweiten Tag seiner Reise ins Biblische Land besucht Franziskus die Stätten, an denen gläubige Christen Geburt, Tod und Auferstehung von Jesus gedenken. In Bethlehem trifft er die Palästinenserführung und feiert eine Messe unter freiem Himmel auf dem Krippenplatz, bevor er zurückgezogen in der Geburtsgrotte betet. Einen politischen Höhepunkt seiner dreitägigen Nahostreise bildet die anschließende Begegnung mit hundert palästinensischen Flüchtlingskindern, deren Sorgen Franziskus anhören will.

In Bethlehem forderte der Papst eine Zwei-Staaten-Lösung. Es sei an der Zeit, der Situation, die „immer unerträglicher“ werde, ein Ende zu setzen, sagte der Papst bei einem Treffen mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in der Stadt im Westjordanland. Alle Beteiligten müssten den „Mut“ zum Frieden aufbringen, der auf dem Recht zweier Staaten beruhen müsse, „in Frieden und Sicherheit und innerhalb international anerkannter Grenzen zu existieren und zu leben“, sagte der Papst.

Quelle: https://de.nachrichten.yahoo.com/papst-franziskus-besucht-geburtsgrotte-grabeskirche-081256917.html

Gruß an die (Schein)- Heiligen

TA KI