Russische Entdeckung starker mysteriöser Radiosignale eines sonnenähnlichen Sterns entfacht Spekulation über Außerirdische


s-5-e1472732588939

Unter extraterrestrischem Leben, das üblicherweise als außerirdisches Leben bezeichnet wird, versteht man Leben, das ursprünglich nicht von der Erde stammt. Einige Kosmologen glauben, dass außerirdisches Leben von einfachen bakterienähnlichen Organismen bis hin zu Zivilisationen reicht, die viel weiter entwickelt sind als diejenigen von Menschen.

Einige Exobiologen vermuten auch, dass außerirdisches Leben existiert, obwohl es keinen empirischen Beweis dafür gibt. Unter Exobiologie versteht man das Wissen und die Erforschung von außerirdischem Leben.

Ebenfalls wurde die Öffentlichkeit mit zahlreichen Science-Fiction-Filmen über außerirdisches Leben konfrontiert. Dies hat das öffentliche Interesse bei der Suche nach außerirdischem Leben verstärkt, besonders innerhalb eines westlichen Publikums. Einige Forscher befürworten aggressive Methoden, um mit außerirdischem Leben Kontakt aufzunehmen.

s-1

Jedoch glauben einige, dass das Kontaktieren von Außerirdischen für die Menschheit gefährlich sein wird. Es gibt andere Forscher, die außerirdischem Leben vollkommen skeptisch gegenüberstehen.

Seit Mitte des 20. Jahrhundert gab es bei Forschern einen signifikanten Anstieg bei der Suche nach Anzeichen außerirdischer Intelligenz. Radioantennen wurden aufgestellt, um mögliche extraterrestrische Signale aufzuzeichnen; auch wurden Teleskope errichtet, um nach potenziell bewohnbaren extrasolaren Planeten zu suchen.

Es hat sich nun herausgestellt, dass russische Astronomen, die an der Suche nach extraterrestrischer Intelligenz (SETI) beteiligt sind, ein starkes mysteriöses Radiosignal eines sonnenähnlichen Sterns entdeckt haben, der sich in ungefähr 94 Lichtjahren Entfernung von der Erde befindet. Lichtjahre sind eine Längenheit, die informell dazu benutzt wird, um astronomische Entfernungen zu beschreiben. Ein Lichtjahr entspricht ungefähr 9 Billionen Kilometern.

s-6-e1472733067381

Laut den russischen Forschern wurden die seltsamen Radiosignale aus der Richtung von HD164595 entdeckt. Die Forscher gaben bekannt, dass das Radioteleskop Ratan-600 in Selentschukskaja das Signal entdeckte. Tatsächlich entdeckten die Russen das Signal bereits 2015, entschieden sich aber dafür, es bis zum 27. August 2016 geheim zu halten. Es ist unklar, warum sie es bis vor Kurzem geheimhielten.

Das internationale Team von Astronomen (Messaging Extraterrestrial Intelligence/METI), die nach außerirdischem Leben suchen, teilte mit, dass es außergewöhnlich ist, was die Russen festgestellt haben, und möglicherweise zur Entdeckung von außerirdischem Leben führen könnte.

Der italienische Astronom Claudio Maccone, der zusammen mit seinem Team das Signal der Russen untersuchte, erklärte, dass das Signal ein aussichtsreicher Kandidat für SETI sei. Maccone sagte, dass es immer eine Möglichkeit für die Entdeckung einer nahegelegenen Zivilisation gebe, wenn ein starkes Signal entdeckt werde.

s-3-e1472732605269

METI-Präsident Douglas Vakoch sagte, dass das Signal beweisen werde, dass es irgendwo Leben jenseits dessen gibt, was auf der Erde existiert, wenn sich das Signal als künstlich herausstellen sollte.

In einem CNN-Interview sagte er: Das Signal von HD 164595 ist verblüffend, weil es aus der Umgebung eines sonnenähnlichen Sterns kommt, und wenn es künstlich ist, ist seine Stärke groß genug dafür, dass es eindeutig von einer Zivilisation hervorgebracht wurde, deren Fähigkeiten diejenigen der Menschheit übersteigen.

Vakouch sagte weiterhin, dass trotz des Interesses, welches die Entdeckung innerhalb der Astronomie-Gemeinde entfacht hat, die Astronomen zusammenkommen müssen, um die Entdeckung zu analysieren und die Feststellung glaubhafter zu machen. Er sagte: Ohne Bestätigung von einem unabhängigen Observatorium, besitzt ein mutmaßlich von Außerirdischen stammendes Signal keine sehr hohe Glaubwürdigkeit.

Paul Gilster von der Tau Zero Foundation, die interstellare Forschung betreibt, sagte CNN ebenfalls, dass wenn das Signal künstlich sei, seine Stärke vermuten lässt, dass es von einer fortschrittlicheren Zivilisation stamme, als derjenigen, die derzeit auf der Erde existiert.

s-4

Gilster machte deutlich, dass solch eine Zivilisation wahrscheinlich Typ II auf der Kardaschow-Skala entspreche. Die Kardaschow-Skala wurde von einem russischen Astronomen namens Nikolai Kardaschow eingeführt, um das Niveau des technologischen Fortschritts einer Zivilisation auf der Grundlage der Menge an Energie zu bestimmen, die eine Zivilisation zur Kommunikation einzusetzen vermag.

Laut Experten ist die menschliche Spezies zum jetzigen Zeitpunkt auf der Skala irgendwo in der Nähe von Typ I angesiedelt, wobei eine Zivilisation die verfügbare Energie ihres eigenen Planeten einschließlich Sonnenenergie, Wind, Erdbeben und anderer Energiequellen nutzen kann. Es wird gesagt, dass eine Zivilisation des Typs II die Gesamtheit der Energie nutzen könne, die ihr Stern ausstrahle, was Abermilliarden von Watt entspricht.

s-2

Kürzlich enthüllte das wöchentliche deutsche investigative Nachrichtenmagazin Der Spiegel, dass Forscher an der Europäischen Südsternwarte (ESO) einen neuen erdähnlichen Planeten entdeckt haben, der Wasser enthält. Mehrere Versuche von Journalisten, den Spiegel-Bericht entweder zu bestätigen oder zu widerlegen, haben sich als vergeblich herausgestellt, was einige Verschwörungstheoretiker zu der Aussage veranlasst, dass die Organisation einen von Außerirdischen bewohnten Planeten entdeckt hat und ihn vor der Öffentlichkeit geheimhält.

Übersetzt aus dem Englischen von AnonHQ.com

Quelle: http://derwaechter.net/russische-entdeckung-starker-mysterioeser-radiosignale-eines-sonnenaehnlichen-sterns-entfacht-spekulation-ueber-ausserirdische

Gruß an die, die sich mehr vorstellen können

TA KI

Werbeanzeigen

Die Stunde der Xenoarchäologen- SETA – Spurensuche nach dem extrasolaren Monolithen – Teil 8


Warum der Mond?

Bei alledem steht natürlich die wichtige Frage im Raum, warum eine außerirdische, kommunikationsfreudige Raumfahrtkultur ausgerechnet auf dem Mond eine Botschaft in Form eines Artefakts verstecken sollte. Ist es nicht sinnvoller, auf der Erde, etwa im Erdboden, in einem Fels oder auf einer Bergspitze ein Artefakt zu verstecken? Ein Gegenstand, der nur mithilfe von technischem Instrumentarium aufgespürt werden kann. Eine Nachricht, die nur ein Adressat zu lesen und zu verstehen vermag, der eine gewisse intellektuelle Reife erlangt hat.

la luna

Wenngleich grundsätzlich nicht auszuschließen ist, dass auf unserem Planeten außerirdische, mit einer Botschaft versehene Artefakte bislang unbemerkt ihr Dasein fristen, so gehen die meisten SETA-Experten davon aus, dass eine außerirdische Expedition solcherlei Botschaften vorzugsweise auf dem Mond deponieren würde. Prof. Arkhipov geht in seiner Interpretation noch einen Schritt weiter und sieht in dem Erdbegleiter extraterrestrisches Pflichtprogramm. „Es ist nachdrücklich zu betonen, dass die Landung auf dem Mond für extraterrestrische Intelligenzen keine Annehmlichkeit, sondern eine Notwendigkeit ist.“

Die Gründe hierfür liegen für ihn auf der Hand. Denn im Gegensatz zur Erde geht es auf dem Erdtrabanten auf exogeologischer Ebene höchst ruhig zu. Erosionen und Sedimentationen sind rare lunare Vorgänge. Nur Meteoriten verursachen Erosionen, aber bei weitem nicht so häufig und so wirkungsvoll wie allgemein angenommen. Unser Nachbar wird vergleichsweise selten von Meteoriten etc. heimgesucht. Impaktereignisse sind desgleichen rare lunare Vorgänge. Bereits während der Apollo-12-Mission ergaben seismologische Messungen, dass in einem Radius von 350 Kilometer im Schnitt nur einmal im Monat ein Gesteinsbrocken von der Größe einer Grapefruit auf dem Mondboden niedergeht. Vor allem aber erhöht die tektonische Inaktivität des Mondes die Überlebensrate von dort abgelegten Artefakten. Gebirgsverschiebungen, Erdbeben und Vulkanismus fallen als störende Quelle ebenso weg wie extreme Hitze, starke Magnetfelder oder Radioaktivität.

„Daher wird jede auf dem Mond zurückgelassene Nachricht, jede Spur oder jedes technisch aktive Objekt hier und heute noch vorhanden und ohne großen Kostenaufwand lokalisierbar sein“, sagt der weltweit bekannte australische Physiker Paul Davies vom Beyond Center for Fundamental Concepts in Science der Arizona State University in Tempe (USA). „Die Frage wird nunmehr sein, wie diese Objekte geartet und geformt sind. Und warum sie zurückgelassen wurden.“

Vier lunare Artefakt-Typen

Paul Davies und sein Kollege Robert V. Wagner glauben, dass Artefakt nicht gleich Artefakt ist. Vielmehr könnten diese in vier verschiedenen Varianten auftauchen. Das klassischste und attraktivste Artefakt schlechthin wäre – wie der Clarksche Monolith in „2001: A Space Odyssey“ – ein absichtlich vergrabenes oder gut geschütztes Kunstwerk mitsamt Nachricht, die nur eine intelligente, der Raumfahrt mächtige Spezies zu entziffern in der Lage wäre. Ihr Absender würde auf diese Weise signalisieren, dass er gewillt ist, sein Wissen und seine Weisheit mit uns zu teilen. „Eine Botschaft würde sehr wahrscheinlich dergestalt deponiert sein, dass sie relativ leicht zu finden ist. Sie könnte auch mit einer Art Funksignal versehen sein, so dass Mondsatelliten sogar vergrabene Objekte finden können.“

Sollten Aliens die Erde vor Tausenden von Jahren aufgesucht haben, würden sie den Homo sapiens als aufstrebende Kultur einstufen und daher ungefähr abschätzen können, wann unsere Nachfahren den Mond erobern. Sie würden dann die Nachricht entsprechend gestalten und verstecken, vielleicht in Form einer Kapsel am Rande eines Mondkraters. Andererseits müsste eine Nachricht für ferne Zivilisationen, um eine Million Jahre zu überdauern, tiefer im Mondboden vergraben sein. Nach Davies‘ und Wagners Meinung müsste in diesem Fall der Funkstrahl des Artefakts so stark sein, dass er mindestens mehrere Meter Regolith-Gestein durchdringt. Langwellige Radiostrahlen oder ein starkes Magnetfeld könnten uns zu dem Fundort des jeweiligen Artefaktes führen. Potentielle Fundorte könnten in den großen Kratern oder am Nord- oder Südpol des Mondes liegen.

Eine fremde Technologie könnte auf dem Mond auch wissenschaftliches Gerät installiert haben, vielleicht Roboter, Laser, Sendeanlagen oder ein Radioteleskop auf der Rückseite des Erdtrabanten. „Solche Instrumente würden allerdings weitaus schwerer zu finden sein als eine Nachricht, weil Aliens kein Interesse daran haben, dass diese leicht aufzuspüren sind“, so Davies.

Ins Kalkül gezogen müsse auch die Möglichkeit, dass sie nach ihrem Aufenthalt auf dem Mond schlichtweg Müll und Abfall oder nicht mehr brauchbares technische Instrumente abgelegt haben. Möglicherweise haben die Außerirdischen dabei nicht so verschwenderisch gehaushaltet wie die Apollo-Missionen, die das meiste Equipment einfach zurückgelassen haben, spekuliert das Forscher-Duo. Irgendetwas könnten sie dennoch hinterlassen haben, vielleicht kleine Artefakte wie weggeworfene Werkzeuge. Solche zu finden sei jedoch nahezu aussichtlos. Größere Strukturen wie etwa ein Habitat, eine Kuppel oder eine Solaranlage hingegen dürften noch Millionen Jahre später zu sehen sein.

mondauto

Vielversprechende Lagerstätten für Alien-Trash sind laut Davies erkaltete lunare Lavaröhren, die hunderte Meter lang sein können. Derlei natürlich entstandene Tunnel, die der japanische Mondsatellit Kaguya 2009 nachwies, gelten als sehr interessante Alternative für spätere Mondbasen, weil sie nahezu perfekten Schutz vor gefährlicher Weltraumstrahlung, extremen Temperaturen und Meteoriten bieten. Aus diesem Grunde könnten die Aliens in besagten Lavatunneln seinerzeit auch ihre Nachrichten und Artefakte gezielt deponiert haben.

„Die gleichen Faktoren, die diese Lavaröhren zu einem attraktiven Lebensraum machen, bewirken auch, dass alle Artefakte, die dort zurückgelassen wurden, nahezu unendlich lange erhalten bleiben, ohne zerstört oder durch Staub verdeckt zu werden“, so Davies und sein Kollege.

Zu guter Letzt könnten die Extraterrier auch auf dem Mond aktiv Bergbau betrieben und riesige Minenanlagen errichtet haben, um ihre Rohstoffdepots aufzufüllen. Die dabei von ihnen hinterlassenen Spuren könnten durch die Auswertung des vorliegenden fotografischen Materials, der Analyse der alten und neuen Satellitenbilder, leicht zu finden sein. Und genau diese Methode ist die zurzeit beste und zugleich effektivste, um extraterrestrische Artefakte auf dem Mond zu entdecken.

lava röhre

Die erste Suche

Bereits vor 50 Jahren fabulierte Carl Sagan über die Möglichkeit, künstliche Objekte außerirdischer Herkunft auf dem Mond mithilfe von Fotografien ausfindig zu machen. So wie sich vom Orbit aus mit modernsten Kameras beispielsweise Spuren irdischer kultureller Aktivität gut bestimmen und aufspüren lassen, könnten auch Satelliten in der Mondumlaufbahn fündig werden. Vor allem detektierte rechteckige Strukturen erhärten nach Ansicht von Sagan den Verdacht, künstlicher Abstammung zu sein. Prof. Arkhipov sieht dies ähnlich:

Rechteckige Muster, ob sie aus der Luft oder vom Weltraum aus entdeckt wurden, werden in der orbitalen Erdbeobachtung und Luftbildarchäologie als Zeichen menschlicher Kultur gedeutet. Es scheint daher naheliegend, nach rechteckigen Mustern auf dem Mond zu suchen.

Gesagt – getan. Der Erste, der auf der Suche nach Alien-Artefakten eine satellitengestützte Observation des Mondbodens konsequent verwertete, war der unverwüstliche SAAM-Papst Arkhipov in persona. Genauer gesagt durchforstete er mehr als 80.000 HiRes-Fotos (=High Resolution), die der US-Mondorbiter Mondsonde Clementine 1 im Jahr 1994 aufgenommen hatte. Ausgestattet mit der UV/Vis-Kamera, die im ultravioletten und sichtbaren Licht operierte, und einer Infrarotkamera, nahm die Sonde binnen 360 Orbits 1,6 Millionen Bilder auf.

raumsonde clementine

Unter Anwendung bestimmter Algorithmen fokussierte sich Arkhipovs computergestützter Suchlauf auf möglichst auffällige rechteckige Muster in der Clementine-1-Bilderserie. Hierbei verzeichnete der Ukrainer 128 Treffer, von denen 47 in die engere Auswahl kamen. Nachdem er alle Fotos in schlechter Auslösung aussiebte, blieben einige interessante Kandidaten im Rennen, die suspekte Strukturen wie Dammbau ähnliche Gebilde, Vierecke, seltsame Erhöhungen oder Vertiefungen offenbarten. Dabei sprang ihm eine sehr interessante ruinenartige Struktur ins Auge, die in der Nähe des Kraters Lovelace (117° W; 82° N) liegt (siehe Bild).

Das Bild LHD30055.080 scheint ein vielversprechender Kandidat für eine archäologische Erkundung zu sein. Diese Formation sieht aus wie eine isolierte quasi-rechteckige Anhäufung oder wie eine rechteckige Vertiefung. Ist hier vielleicht eine unterirdische Höhle eingestürzt?

In der Hoffnung auf eine baldige bemannte Mission zum Mond listet Arkhipov in seiner Studie alle vielversprechenden Fundstellen mitsamt deren Koordinaten auf. „Diese Funde erinnern an archäologische Fundstätten und moderne Entwürfe von Mondstationen. Es ist daher zu empfehlen, diese in situ auf potenzielle Artefakte hin zu untersuchen.“ Was auch immer sich dabei später herausstelle – letzten Endes seien all diese Erscheinungen eindrucksvolle Beispiele für eine ungewöhnliche lunare Geologie. Sie verdienen es, weiterhin erforscht zu werden. Aber noch mehr gelte dies für Lunar SETA, so der Ukrainer. Denn die bisher erreichten Resultate bei der Erforschung des Erdtrabanten zeigen deutlich, dass die Suche nach außerirdischen Artefakten auf dem Mond „eine vielversprechende SETI-Strategie“ ist, wenn sie einher geht mit ernsthaften lunaren Kolonisationsplänen.

Vorschlag für effektiveren Suchlauf

Wie eine noch effizientere Artefakten-Observation ohne größeren zeitlichen und finanziellen Aufwand funktionieren könnte, weiß kein Geringerer als Paul Davies. Zusammen mit Robert V. Wagner schlug er vorletztes Jahr vor, die Daten des Mondsatelliten Lunar Reconnaissance Orbiter LRO heranzuziehen und systematisch auszuwerten.

LHD 30055...

Die seit Sommer 2009 in der Umlaufbahn des Mondes operierende NASA-Sonde funkte bis heute zahlreiche detaillierte Bilder von der Mondoberfläche zur Erde, von denen die NASA derweil mehr als 400.000 veröffentlicht hat. Mit dem Ende der Mission sollen es eine Million sein. Von der Fülle des zurzeit vorliegenden Bildmaterials zeigen sich beide Physiker sichtlich beeindruckt:

Der Datensatz ist derart gut, dass bereits verschiedene Artefakte gefunden wurden, die sowohl in die Trash- als auch Instrumentenkategorie fallen. Allerdings wurden alle von Menschen erschaffen.

Tatsächlich schossen die zwei hochsensiblen LRO-Engwinkelkameras im Spätsommer 2011 die bislang detailreichsten Aufnahmen vom Mond. Auf den Fotos mit der beeindruckenden Auflösung von einem Viertelmeter pro Pixel sind deutlich Spuren menschlicher Aktivität auf dem Mond zu sehen. Nicht nur die Landeplätze von Apollo 12, 14 und 17, sondern auch die Fußspuren der einst dort werkelnden Astronauten sind schrittgenau zu lokalisieren. Dank der hohen Auflösung der Bilder konnten NASA-Mitarbeiter sogar einige der von den Astronauten zurückgelassenen Rucksäcke ausmachen und nicht zuletzt auch das wissenschaftliche Instrumentarium, das die Apollo-Besucher damals für Messungen abgestellt hatten.

apollo 14

Wenn es schon gelingt, mithilfe der sensiblen LRO-Instrumente kleinere irdische Artefakte auf dem Mond aufzustöbern, sollte dies bei lunaren außerirdischen Artefakten umso mehr klappen, so das Kalkül der Forscher. Schließlich haben die meisten LRO-Bilder eine durchschnittliche Auflösung von 50 Zentimeter pro Pixel. Ein Wert von dem Arkhipov 1995 nur träumen konnte. Seinerzeit merkte er kritisch an, dass ein Artefakt mindestens ein Meter groß sein muss, um mit Hilfe von Satellitenaufnahmen überhaupt entdeckt zu werden.

Das einzige Problem sei indes die enorme Datenmenge, die es zu bewältigen gelte, verdeutlichen Davies und Wagner. Schließlich wartet allein jede LROC-Aufnahme mit 500 Megapixeln auf. Selbst ein auf dem Feld der Astrofotoanalyse geübter Experte würde bei der Fahndung nach künstlichen Strukturen für die genaue Auswertung eines einzelnen Bildes zwischen 30 Minuten und eine Stunde benötigen. Angesichts des ständig wachsenden Datenberges mache daher eine manuelle Suche, durchgeführt von einem kleinen Team, wenig Sinn, betonen die beiden Wissenschaftler. Sie favorisieren eine andere Vorgehensweise:

Es sollte möglich sein, den gesamten Datensatz über Crowdsourcing zu durchforsten, an dem einige Zehntausend User des Internets mitwirken. Tatsächlich geht die Website MoonZoo.org bereits so vor. Sie versucht, so viele verschiedene lunare Strukturen wie möglich zu klassifizieren. Hierbei nehmen sich die User einige LROC-Bilder vor und zeichnen auf, was sie gefunden haben.

Aber auch eine computergestützte Analyse unter Anwendung einer speziellen Software könnte dabei helfen, die Bilder der Mondoberfläche systematisch nach verdächtig aussehenden Strukturen abzutasten. Robert Wagner hat ein solches Programm bereits geschrieben und getestet. Es ist ausgereift genug, um 200 Bilder binnen einer Stunde zu überprüfen und zeitgleich alle verdächtigen Strukturen herauszufiltern. Käme es zu einem Treffer, würde ein Foto-Experte die Aufnahme nochmals mit Argusaugen studieren und entscheiden, ob hier möglicherweise ein Hinweis auf ein echtes außerirdisches Artefakt vorliegt oder nicht.

smilie

Auch wenn der Mond nach Ansicht von Davies und Wagner ein „ausgezeichneter Platz“ ist, um Artefakte zu hinterlassen, stufen sie die Chancen, einen solchen Treffer zu landen, eher gering ein, nicht zuletzt aufgrund des zeitlichen Aspektes.

Wir räumen ein, dass die Wahrscheinlichkeit sehr gering ist, eine Spur außerirdischer Aktivität auf dem Mond zu finden. Selbst wenn der Mond von einer Raumsonde oder einer Expedition besucht wurde, gibt es keinen Grund zur Annahme, dass dies in jüngster Vergangenheit geschehen ist.

Störender Zeitfaktor

Der temporäre Faktor könnte in der Tat das größte Problem sein. Selbst an einem auf der Rückseite des Mondes vergrabenen Artefakt nagt irgendwann einmal der Zahn der Zeit. Im Verlaufe von Jahrmillionen summieren sich früher oder später die vereinzelten Metoriteneinschläge. In einer Studie aus dem Jahr 2008 berechnete ein amerikanisches Team, dass selbst ein Artefakt mit einem Durchmesser von einigen zehn Metern zwangsläufig der lunaren Erosion zum Opfer fallen würde.

Zwar vollzieht sich ein solcher Prozess über mehrere Hundertmillionen Jahre. Dennoch würde ein künstliches Gebilde mit der Zeit immer tiefer im Staub und dem Regolithgestein versinken, bis es gänzlich verschwindet. So verwundert es nicht, dass das Forscherduo dazu ermahnt, nicht in kurzen, sondern in langen Zeiträumen zu denken. In Zeiträumen, die zehn Millionen Jahre oder mehr betragen:

Wenn das Sonnensystem – sagen wir – vor zwei Milliarden Jahren besucht wurde, wird es äußerst schwierig, irgendwelche Spuren außerirdischer Technologie zu identifizieren, selbst über einen längeren Zeitraum. Wenn der Zeitraum – sagen wir – Hundertmillionen Jahre beträgt, erhöht sich für uns die Wahrscheinlichkeit, solche Spuren zu finden. Aber die größten Hoffnungen dürfen wir uns machen, wenn wir in Zeiträumen von einigen Millionen Jahren oder weniger rechnen.

Auch der führende SAAM-Spezialist Alexey V. Arkhipov hofft. Er hofft, dass bei all jenen Geologen, Geophysikern, Geochemikern und Astronomen, die aktive Mondforschung betreiben und die praktisch für jede wie auch immer geartete und geformte neu entdeckte Struktur fachbedingt immer eine natürliche Erklärung parat haben, endlich ein Umdenken stattfindet, eine Sensibilisierung für das Undenkbare. Selbst Bioastronomen haben seiner Einschätzung nach den Mond bis heute sträflich vernachlässigt, streng genommen sogar ignoriert. Es bedarf schon der Fähigkeit eines Kriminalisten, um natürliche Formationen auf dem Mond von einem echten Artefakt zu unterscheiden. Aber genau diesen Spürsinn vermisst Arkhipov auf interdisziplinärer Ebene schmerzlich. „All dies rechtfertigt meine Behauptung, dass der Mond hinsichtlich der Suche nach außerirdischen Artefakten auf seiner Oberfläche praktisch noch unberührt ist.“

mondlandung fake

So groß der Frust bei den SETA-Anhängern derweil auch sein mag – ihre Stunde wird irgendwann schlagen. Spätestens dann, wenn im Rahmen einer bemannten Mond-Mission erstmals gezielt nach den Quellen der bislang verzeichneten Anomalien gesucht wird. Vielleicht schlägt schon in der nächsten Dekade erstmals die Stunde der Xenoarchäologen. Vielleicht waten diese eines Tages durch den grauweißen samtenen Mondstaub, um eine pyramidenartige Struktur in Augenschein zu nehmen, die nicht von dieser und ihrer Welt ist.

Arthur C. Clarke verklärte dieses Szenarium bereits vor 62 Jahren in seiner Kurzgeschichte „The Sentinel“ auf literarische Weise. Sein Protagonist entdeckte auf einer Erhebung eine künstlich angelegte Hochebene, auf der ein pyramidenförmiges, zweimal mannshohes Gebilde „wie ein gigantischer Edelstein mit vielen Facetten“ in den Fels eingelassen war. Er begegnete einem Artefakt einer außerirdischen Intelligenz, das absichtlich auf dem Mond und nicht etwa auf der Erde aufgestellt wurde. Und dies aus einem ganz bestimmten Grund, wie Clarkes Hauptfigur zu erzählen weiß:

Ihren Erbauern ging es nicht um Rassen, die noch dabei waren, sich aus dem Stadium primitiver Wilder heraus zu kämpfen. Unsere Zivilisation interessierte sie erst dann, wenn wir bewiesen, dass wir überlebensfähig waren – indem wir den Weltraum durchquerten und so die Erde, unsere Wiege, verließen.

Quelle: http://www.heise.de/tp/artikel/38/38367/3.html

Gruß an die Mondlander

TA KI

 

Die Stunde der Xenoarchäologen- SETA – Spurensuche nach dem extrasolaren Monolithen – Teil 7


Artefakte im Okular

Außerirdische Artefakte mit einem Superteleskop auflösen und fotografieren würde auch Antoine Labeyrie gerne, der sich als Spezialist für optische Fragen in der beobachtenden Astronomie einen Namen gemacht hat, entwickelte er doch die Speckle-Interferometrie, ein Verfahren, das atmosphärische Störungen ausgleicht und die Qualität von Bildern erdgebundener Teleskope erheblich steigert.

außerirdisches reptil

Das Hyperteleskop, das ihm vorschwebt, trägt den vorläufigen Namen Exo Earth Imager (EEI) und soll einmal als überdimensional großes Interferometer-Teleskop in der Erdumlaufbahn seine Kreise ziehen, wo es auch zusammengesetzt werden soll. Basierend auf Kalkulationen und Simulationen traut Labeyrie seinem Traumteleskop zu, einen 30 Lichtjahre entfernten Exoplaneten aufzuspüren und detaillierte Strukturen auf dem Zielplaneten auszumachen, möglicherweise sogar Artefakte.

Auf dem Zeichenbrett Labeyries hat der Exo Earth Imager schon anschauliche Formen angenommen. So sieht sein jüngster Entwurf eine Flotte von 10.000 Drei-Meter-Spiegeln vor, die sich in einer sphärischen Blase verteilen, die einen Durchmesser von sage und schreibe 400 Kilometern hat. Alle Teilspiegel werden im Orbit dergestalt geschickt zueinander positioniert, dass sich das gesammelte Licht in einem Brennpunkt bündelt. Die einzelnen Teleskope verschmelzen dabei zu einem gigantischen Spiegel, der ein Gebiet von 8.000 Quadratkilometern abdeckt.

Auch der italienische SETI-Astronom Claudio Maccone denkt an ein futuristisches Objekt, das in ferner Zukunft einmal drei Lichttage von der Erde entfernt im All schweben und nach intelligenten fernen Kulturen und deren Artefakte Ausschau halten soll. Was spräche dagegen, fragte sich Maccone, am Rande des Sonnensystems eine mit Teleskopen bestückte Raumsonde zu stationieren, die unter Anwendung des Gravitationslinseneffekts astronomische Observationen von kaum vorstellbarer Präzision erlaubt? Dahin, wo der Brennpunkt der Sonne liegt, hinein in jenes Niemandsland abseits des Sonnensystems, wo die solare Gravitationslinse dank der Schwerkraft der Sonne die von anderen Sternen eintreffende elektromagnetische Strahlung inklusive aller Radiowellen bündelt, konzentriert und vor allem verstärkt – ähnlich einer optischen Linse.

sonne

Drei Lichttage von der Erde entfernt, aber immer noch erheblich näher als der erdnächste Stern Proxima Centauri, befindet sich eine ganze Sphäre von Brennpunkten, die zahllose Bilder von Sternen und Galaxien generieren. Die von unserem Heimatstern am Sonnenrand abgelenkten Strahlen fokussieren sich hier in einem Raumbereich, dessen Form am ehesten mit einer Kugelschale beschrieben werden kann, der jedoch weit außerhalb unseres Sonnensystems liegt – 82 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt: 14 mal weiter entfernt als Pluto von der Sonne. Alle observierten kosmischen Objekte, ob Planeten, Sterne oder Galaxien, sind in puncto Auflösung kraft der solaren Linse eine Million Mal schärfer als die Bilder aller optischen Teleskope auf der Erde zusammen.

Einmal im 82 Milliarden Kilometer entfernten Zielgebiet angekommen, würden die Teleskope in Aktion treten und nahezu alle wichtigen Bereiche des elektromagnetischen Spektrums abtasten und analysieren. Dann wären einige kleinere astronomische Revolutionen programmiert. Maccone weist darauf hin, dass es infolge der unglaublichen optischen Auflösung von FOCAL durchaus möglich sei, Städte auf erdnahen extrasolaren Planeten auszumachen, aber auch größere Details wie Fahrzeuge – also Artefakte par excellence.

SAAM

Aber warum in die weite Ferne schweifen und den Mars, ja in Zukunft sogar ferne Planeten mit Sonden und Teleskopen observieren, wenn die künstlichen Objekte der Begierde sozusagen vor unserer planetaren Haustüre liegen, wenn außerirdische Artefakte dereinst auf dem Mond verstaut wurden. Beseelt und angetrieben von diesem Gedanken rief der ukrainische Radioastronom Alexey V. Arkhipov 1992 das privat organisierte SAAM-Projekt ins Leben, das gewissermaßen ein Teilbereich des SETA-Programms ist und unter der Federführung des „Research Institute on Anomalous Phenomena“ (RIAP) steht, dem wiederum Arkhipov vorsteht.

SAAM ist das Akronym für „Search for Alien Artifacts on the Moon“. Der Name ist Programm. Um auf der Suche nach lunaren extraterrestrischen Artefakten wissenschaftlich fundierte Daten zu sammeln, etablierte das RIAP-Institut ein Netzwerk, dem Wissenschaftler in Belarus (Weißrussland) und Astronomen der American Lunar Society sowie der ALPO, der Association of Lunar&Planetary Observers am Department of Planetary Sciences an der University of Arizona in Tucson (USA) angehören. Es ist eine bunte Forscher-Truppe, die den Mond mit den unterschiedlichsten Teleskopen permanent observiert und auch alte Satellitendaten von Mondorbitern akribisch auswertet.

Schwerpunktmäßig richtet sich ihr Fokus dabei auf bislang unbekannte temporäre Leuchterscheinungen auf der Mondoberfläche, die sich in Form von lokalen Helligkeits- oder Farbveränderungen zeigen und von denen schätzungsweise 1.500 registriert wurden. Mondsüchtige beobachteten diese Ereignisse in erster Linie in den großen Mondkratern Aristarchus, Gassendi, Furnerius und Stevinus.

aristachus krater

Was die Herkunft und wahre Natur dieses Phänomens angelangt, existiert bis heute kein einheitliches Erklärungsmodell. Ob solche LTPs (Lunar Transient Phenomena) durch Restvulkanismus, lunare Gasausbrüche, elektrische Entladungen oder Meteoriteneinschläge hervorgerufen werden, diskutieren Wissenschaftler weltweit kontrovers. Arkhipov indes hat eine andere Erklärung parat.

Die sternähnlichen Phänomene auf der lunaren Oberfläche, die 20 bis 60 Minuten dauern, könnten möglicherweise Artefakte auf dem Mond sein. Ein auf dem Mond installierter Spiegel würde das Licht der Sonne auf diese Weise reflektieren.

Laut Arkhipov mehren sich auch Berichte von nächtlichen Lichtpunkt-Phänomenen auf dem Mond, die sich über einen Zeitraum von 15 Minuten bis zwei Stunden erstrecken. Da die ungewöhnliche Länge dieser LTP-Phänomene mit den bisherigen Erklärungsmodellen nicht in Einklang zu bringen ist, könnten einige dieser Erscheinungen nach Ansicht des ukrainischen Astronomen durchaus künstlichen Ursprungs sein.

Lunare Anomalien

Es liegt in der Natur der Sache, dass derjenige, der nach Anomalien sucht, die selbigen auch finden wird. So verwundert es nicht, dass vornehmlich Präastronautik-Fans immer wieder auf lunare Anomalien hinweisen, die mit keinem bekannten Naturphänomen korrespondieren. So verweist der bekennende Paläo-SETI-Anhänger und Mond-Verschwörungstheoretiker Gernot L. Geise auf ruinenähnliche Formationen und quasi-rechteckige Muster von Einsenkungen („recdeps“). Rund 69 Prozent aller ruinenähnlichen Objekte, so der Autor, zählen zu diesem Typus. Ferner bestünden 30 Prozent der ruinenähnlichen Strukturen aus quasi-rechteckigen Liniengitter („reclats“), einem „Komplex von verflochtenen, gebrochenen Gebirgskämmen oder Furchen“.

Auch am Rande des auf der Rückseite des Mondes gelegenen Kraters Lobachevsky fotografierten Astronomen vor knapp 50 Jahren ein Gebilde, dass sich möglicherweise bewegt – vom oberen Wallrand zum Kraterboden hin. Ein Meteoriteneinschlag könne nicht der Grund dieses Phänomens sein, da offenbar eine Spur zum oberen Kraterrand führe. Geise macht darüber hinaus auf ein Video aus Japan aufmerksam, das mit einem Teleskop aufgenommen wurde. Auf ihm ist ein so genannter Fastwalker zu sehen. Auch dieses unbekannte Objekt scheint sich ebenfalls über der Mondoberfläche zu bewegen. Auf das Problem der „Fast Moving Objects“ (FMO) geht sogar Arkhipov in einem weiteren Fachaufsatz ein. Hierbei handelt es sich anscheinend um Objekte, die sich entweder auf oder etliche Meter über der Mondoberfläche schnell bewegen. Maximal eine Minute dauert ein FMO, hinter dem der ukrainische Wissenschaftler gleichwohl ein natürliches Phänomen vermutet.

Ein andere auffallende Anomalie sind laut Giese die „Domes“, kuppelartige, runde Gebilde von unterschiedlicher Größe, die sich über den Mond erstrecken und von denen inzwischen Hunderte bekannt sind. Giese erwähnt zudem auch nochmals die von dem US-Forscher Steven Wingate 1997 in die Diskussion gebrachte Anomalie, die auf einem Bild zu sehen ist, das während der Apollo-16-Mission auf der Rückseite des Mondes aufgenommen wurde. Hier wurde angeblich ein unbekanntes, im Wall des Kraters Lobachevsky befindliches Objekt in einer kleinen Vertiefung fotografiert (siehe Bild)

mondanomalie

Die seinerzeit angeführte Erklärung des Piloten der Kommandokapsel von Apollo 16, Ken Mattingly, wonach das Objekt möglicherweise nichts anderes als ein dunklerer Lavafluss sei, hält Giese für unzureichend:

Es ist allerdings fraglich, wie in einen Kraterwall flüssige Lava hinein kommen soll. Für diese „Anomalie“ gibt es bisher keine Erklärung. Vergleiche mit neueren Aufnahmen der Mondsonde Clementine zeigen, dass das Objekt heute ganz anders aussieht. Kein Wunder, liegen doch zwischen den Bildern rund fünfundzwanzig Jahre. Welches (bewegliche) Objekt verharrt so lange auf der Stelle? Vergleicht man die Bilder, so sieht das Objekt auf den Clementine-Bildern aus wie eine Art Stolleneingang.

Gieses Begeisterung für SETA in Ehren – sich bei vermeintlichen Anomalien mit vorschnellen Interpretationen in Zurückhaltung zu üben, scheint in Anbetracht des heiklen Sujets angebracht und ratsam. Es liegt nämlich in der delikaten Natur des Themas, dass hierzu im Internet unzählige unsinnige Foto-Interpretationen und teilweise auch bewusste Fälschungen kursieren, die amateurhafte, bestenfalls semi-professionelle Züge haben.

felsmonolithe

Selbst ernannte Experten oder Amateur-Wissenschaftler nehmen undeutliche Pixel und auf den ersten Blick bizarr aussehende Strukturen eben anderes wahr als professionell und wissenschaftlich geschulte Beobachter. So geschehen 1966, als vermeintlich pyramidenförmige und turmartige Strukturen (Blair Cuspids) auf dem Mond entdeckt wurden. Seinerzeit war die Aufregung groß. Inzwischen jedoch besagen wissenschaftliche Studien, dass es sich hierbei um ganz normales, gleichwohl relativ großes Vulkangestein handelt, das einst von einem Krater im Nordosten ausgeworfen wurde.

Quelle: http://www.heise.de/tp/artikel/38/38367/2.html

Gruß in den Orbit

TA KI

 

Weltraumkolonien, Kunstplaneten und Astro-Magier im Fokus- SETA – Spurensuche nach dem extrasolaren Monolithen – Teil 5


SETA – Spurensuche nach dem extrasolaren Monolithen – Teil 5

Dyson-Sphären sind fiktive hochtechnologische Gebilde, die Superzivilisationen vom Typ II der Kardaschow-Skala konstruiert haben könnten, um die Energie ihres Heimatsterns vollends zu speichern und zu nutzen. Doch nicht nur um ferne Sonnen rotierende künstliche Ringe, Schalen, Blasen, sondern auch überschüssige Infrarotstrahlung, emittiert von fernen Weltraumkolonien oder riesigen Raumstationen, sind nach Ansicht von Wissenschaftlern mit dem gegenwärtigen Instrumentarium ebenso auffindbar wie artifizielle Kleinplaneten oder andere gigantische Mega-Konstruktionen im All. Hierbei könnte die von den Planetenjägern angewandte Transit-Technik helfen. Und wer die Tatkraft außerirdischer Astroingenieure vom Typ III der Kardaschow-Skala dokumentieren will, könnte deren stellare oder galaktische Kunstwerke mit dem zurzeit operierenden Teleskopen und bekannten Suchmethoden indirekt, bisweilen sogar direkt beobachten.

NASA Ames center

Als der US-Physiker Freeman Dyson 1960 die Fachwelt mit der wagemutigen These konfrontierte, technologisch hochstehende außerirdische Kulturen könnten mittels einer schalen- oder ringförmigen Struktur die von der heimischen Sonne kugelförmig in alle Richtungen abgestrahlte Energie effizient speichern und nutzen, griff er zu guter Letzt nur eine alte Idee auf, die Science-Fiction-Autoren bereits Jahre zuvor zum Besten gegeben hatten, wie etwa Olaf Stapledon in seinem stark philosophisch angehauchten, aber unbedingt empfehlenswerten Roman Star Maker aus dem Jahr 1937.

Klassische Dyson-Objekte

Auch der Grandseigneur und weise Nestor des Science Fiction, Isaac Asimov, sinnierte und fabulierte des Öfteren über ferne Zivilisationen, die uns in der technologischen Entwicklung um Jahrtausende voraus sind und das Licht ihrer Sonne direkt anzuzapfen respektive ihren Heimatstern als Energiequelle vollends zu instrumentalisieren vermögen. 1979 schrieb er:

Entsprechend sollten wir vermuten dürfen, dass bei einem Stern, der bislang mit konstanter Helligkeit gestrahlt hat, nun aber langsam immer schwächer leuchtet, eine intelligente technisierte Zivilisation am Werke ist. Sicher – denkbar wäre dies! Aber bislang haben wir so etwas noch nicht beobachtet.

34 Jahre später haben die Astrophysiker, SETI-Forscher, Xenobiologen und all jene, die sich zumindest zeitweilig dem theoretischen Phänomen der Dyson-Sphären verschrieben und einige Suchaktionen gestartet haben, immer noch keine verdächtige stellare Infrarotstrahlung auf- und eingefangen, die zumindest einen indirekten Hinweis auf die Existenz eines solchen extraterrestrischen Wunderwerks gegeben hätte. Kein Wissenschaftlerteam hat seit 1975 im Rahmen von acht Observationsstudien aussagekräftige, vielversprechende Daten sammeln können. Nur einige Sterne, von denen eine gesunde Strahlendosis zu erwarten gewesen wäre, emittierten überraschend schwach im Infrarotlicht. Warum diese so wenig Wärmestrahlung abgeben, ist bislang unerklärt.

1977 Supernova

Immerhin stellte sich derweil auf theoretischer Ebene ein gewisser Fortschritt ein, verfeinerten doch die SETA-Enthusiasten im Verlaufe der Dekaden das von Freeman Dyson konzipierte Ursprungsmodell. Während sich Dysons Kreation seit Jahren formvollendet als riesige Ansammlung von Sonnenkollektoren präsentiert, die den Heimatstern als Schwarm umkreisen, buhlen gegenwärtig andere, weitaus komplexere Modelle um Aufmerksamkeit – wie beispielsweise die Dyson-Schale. Ein solche könnte einen Stern als feste Struktur komplett oder teilweise ummanteln. Auf der Innenseite der symmetrischen hohlen Sphäre selbst erstreckte sich ein gewaltiger Lebensraum, ein stellares Biotop, ein Quell biologischer Vielfalt.

dyson sphäre

Quasi-Dyson-Sphären

Eine andere Variante eines effektiven Dyson-Modells, das eine maximale Energiegewinnung sichern soll, stellte Fred Witteborn vor elf Jahren vor. In seinem Entwurf spielen keineswegs gigantische Solarkollektoren im All, sondern Weltraumkolonien und riesige Weltraumstationen die Hauptrolle. Ausgehend von der Überlegung, dass auch solche Konstruktionen während ihres Umlaufs um ihr Muttergestirn die stellare Energie so effizient wie möglich verwerten sowie Restwärme abstrahlen, müssten fragliche Emissionen auch für Außenstehende zu messen sein.

Stellen Sie sich vor, unsere Zivilisation entwickelt sich noch eine Million Jahre lang weiter […]. Und stellen Sie sich vor, dass wir in den nächsten tausend Jahren damit anfangen, Weltraumkolonien zu errichten […]. In diesem Fall könnten wir für eine Zivilisation, deren Planet einen erdnahen Stern umkreist und die über astronomische Instrumente verfügt, die wir gegenwärtig selbst nutzen, beobachtbar sein. Umgekehrt bedeutet dies: Sollte eine Zivilisation in unserer kosmischen Nachbarschaft, die unserer ähnelt, uns um eine Million Jahre voraus sein, könnten wir diese mit dem künftig zur Verfügung stehenden Instrumenten observieren.

Schließlich seien bei einer großen Anzahl von Weltraumkolonien hohe Emissionsraten zu erwarten. Orbitale Kolonien etwa würden das Licht des Muttersterns partiell abblocken und das stellare Licht in Infrarotlicht umwandeln. Um solcherlei Objekte, die Witteborn als Quasi-Dyson-Sphären (QDS) bezeichnet, ausfindig zu machen, müsse man daher systematisch nach starker stellarer Infrarotstrahlung suchen. Denn letzten Endes gelten auch für hochentwickelte extraterrestrische Kolonisten, die stellares Licht zur Energiegewinnung absorbieren, die kosmosweit allgemein gültigen Gesetze der Thermodynamik. Auch diese würden das Licht ihres Sterns konsequent nutzen, zugleich aber dem Umstand Tribut zollen müssen, dass auch deren verbrauchte Energie unwiederbringlich ins All entweicht und andere Kulturen dadurch in die Lage versetzt, die Infrarot-Emissionen direkt oder indirekt zu registrieren.

Ist einmal ein Stern mit einem solchen Infrarot-Überschuss gefunden, ist es notwendig, zwischen Infrarot-Überschüssen zu unterscheiden, die von Weltraumkolonien oder natürlichem stellaren Staub sowie astralen Gesteinstrümmern stammen könnten.

Gelänge es, die Temperaturspanne der Quelle und das Alter des Sterns genau zu bestimmen, erhöhe sich die Wahrscheinlichkeit, echte Quasi-Dyson-Sphären zu lokalisieren, betont Witteborn, für den die beiden 10-Meter-Keck-Infrarotspiegel auf Mauna Kea (Hawaii/USA) die geeigneten Instrumente sind, um artifiziell-kosmische Ansiedlungen in Erdnähe aufzustöbern.

manua keaWitteborn, der bereits 1980 mit einem kleineren optischen Fernrohr bei 20 sonnenähnlichen Sternen im Infrarotlicht nach klassischen Dyson-Sphären fahndete, machte mit Blick auf seine neuen QDS-Objekte die Probe aufs Exempel und recherchierte in dem Computerarchiv des ESA-Satelliten Hipparcos. Das Astrometrie-Forschungsobservatorium bestimmte von 1989 vier Jahre lang die Positionen und Bewegungen von zirka 118.000 Sternen und erstellte im Anschluss eine genaue Himmelskarte. .

sat

Beim Studium des Sternkatalogs stachen Witteborn und seinem Team 299 Sonnen ins Auge, die im Vergleich zu anderen, ungefähr gleich heißen Sternen auffallend schwächer strahlten. Obwohl Witteborn zu seiner Enttäuschung bei ihnen nicht den geringsten Hinweis auf das Vorhandensein einer QDS fand, sprach er sich bereits 2002 für weitere computergestützte Suchläufe aus. Da das Gros der astronomischen Daten via Internet abrufbar sei, brauche man unter Berücksichtigung aller Parameter nur in den jeweiligen Online-Archiven zu recherchieren.

Mit neuen, leistungsfähigeren, bald zu Verfügung stehenden Infrarotinstrumenten […], deren Daten ins Internet gestellt werden, lässt sich eine kostengünstige computergestützte Suche nach QDS realisieren.

Todessterne in Sichtlinie – Per Transit Artefakte erkennen

Auf der Suche nach einem ebenso kostengünstigen und zugleich sehr effektiven Verfahren, um Relikte oder Objekte außerirdischer Schaffenskraft dingfest zu machen, ist Luc A. Arnold bei der Transit-Technik fündig geworden, die aufgrund ihrer Treffsicherheit in der Exoplanetenforschung zunehmend an Bedeutung gewinnt. Schließlich spürten die Planetenjäger von den bislang insgesamt katalogisierten und bestätigten 854 extrasolaren Planeten mit der Transit-Technik allein 291 Kandidaten auf (Stand: Januar 2013).

abfallende lichtkurve

Bei dem Photometrie-Verfahren messen Planetenforscher die Helligkeitsschwankungen eines ausgewählten Sterns. Kreuzt ein dort beheimateter Exoplanet die Sichtlinie des anvisierten Muttersterns, können die Astronomen die minimale Helligkeitsschwankung messen, die für die Dauer des Transits um winzige Bruchteile abnimmt. Je nach Größe, Masse und Form des jeweiligen Objekts fällt der Amplitudenabfall in der Lichtkurve unterschiedlich aus.

Planeten via Transit lassen sich nur aufspüren, wenn aus der Perspektive des Beobachters der Sterntrabant zwischen Teleskop und extrasolarer Sonne steht und die Planetenbahn nahezu senkrecht zur Himmelsebene liegt. Nur dann ist das geringfügig abgeschwächte stellare Licht zu messen. Und nur auf diese Weise wird der unsichtbare Planet indirekt sichtbar, wobei die extrem geringen Schwankungen nur schwer zu berechnen sind. Aus der Intensität und Dauer der dabei entstehenden periodischen Muster können die Forscher auf die Größe und Umlaufbahn des extrasolaren Planeten schließen.

Ames NASA

Inspiriert von dem Charakteristikum, dass ein Exoplanet (aus Sicht der Erde) beim Vorbeiflug vor seinem Stern eine spezielle Lichtkurve aufweist und einen eigenen unverwechselbaren Fingerabdruck hinterlässt, brütete Luc A. Arnold vom Observatoire de Haute-Provence in Südfranreich eine Idee aus, die seinem Dafürhalten nach die Vertreter der klassischen, sprich optischen Astronomie, vor allem aber die Optical-SETI-Forscher (OSETI), die nach außerirdischen intelligenten Lasersignalen spähen, interessieren sollte.

In dem renommierten US-Fachmagazin Astrophysical Journal warf der französische Astronom Mitte 2005 die Frage auf, ob es nicht denkbar sei, mittels der Transit-Methode auch artifizielle Strukturen von der Größe von Kleinplaneten zu detektieren. Eine sehr fortgeschrittene extraterrestrische Kultur könnte riesige Sonnensegler, Sonnenkollektoren oder sogar kleine Kunstplaneten – der Todesstern aus dem Star-Wars-Kosmos lässt grüßen – gebaut und gezielt in die Umlaufbahn ihrer Heimatsonne oder anderer Sonnen platziert haben.

todes stern

Und zwar in der Art und Weise, dass außenstehende, in der richtigen Sichtlinie liegende Beobachter den Transit solcher Objekte im optischen Licht entweder direkt oder indirekt beobachten können. Sie wären weitaus kleiner als Dyson-Sphären, aber groß genug, um von Zivilisationen auf unserem technischen Niveau entdeckt zu werden.

Wir schlagen einen alternativen Weg für ein neues SETI-Programm vor. Von der Überlegung ausgehend, dass künstliche planetengroße Körper um andere Sterne existieren könnten und dass solche Objekte aus der Sicht eines bestimmten fernen Beobachters immer an dem Mutterstern vorbeiziehen, erhalten wir die Chance, diese mit der Transit-Methode zu entdecken und näher zu bestimmen. Hierbei gehen wir von der Annahme aus, dass künstliche Strukturen während des Transits anders erscheinen als natürliche Körper.

Todessterne in Sichtlinie – Via Simulation Artefakte aufgespürt

Um die fragliche Theorie zu testen, fütterten Arnold und sein Team ihren Computer mit Daten bekannter extrasolarer Transits und simulierten fiktive Artefakte und Vorbeiflüge. Als Bezugsstern nahmen sie HD 209458, eine sonnenähnliche Welt, bei der 1999 der erste Sonnendurchgang eines Exoplaneten (HD 209458b) überhaupt beobachtet wurde.

Von Exoplaneten ist bekannt, dass nicht allein deren Größe und Masse, sondern auch deren Form die Transit-Lichtkurve merklich beeinflussen. So präsentieren sich bei Ringplaneten oder an den Polen stärker abgeplatteten Planeten die Amplituden im Diagramm signifikant anders als bei durchschnittlichen Exoplaneten. Je stärker ein Planet von seiner Kugelform abweicht und je größer sein Ringsystem, desto auffälliger sieht seine Lichtkurve aus.

Dieser Effekt muss bei bizarr geformten Artefakten noch stärker zum Tragen kommen, sagte sich Arnold und wählte für das Computerexperiment drei nichtsphärische Typen: Dreiecke, „Two-Screen“ und „Six-Screen“-Objekte (siehe Bilder).

transit simulation

Die Messungen führten zu einem eindeutigen Resultat: Nichtkugelförmige künstliche Objekte wie Dreiecke oder noch exotischere Formen weisen allesamt eine sehr spezifische Lichtkurve auf. So erzeugte der simulierte Vorbeiflug eines symmetrischen angeordneten „Two-Screen“-Objekts zwei identische Lichtkurven. Bei einem Exoplaneten wäre es indes nur eine gewesen.

Dieser Effekt verstärkt sich, sobald die außerirdischen Konstruktionen nicht einzeln, sondern in Formation in Erscheinung treten. Bei multiplen Objekten, die beispielsweise in zeitlich abgestimmten Abständen – entweder periodisch oder absichtlich unregelmäßig – ihren Mutterstern passieren, fallen die Amplituden noch deutlicher aus, insbesondere wenn die Artefakte zusätzlich rotieren.

Mehrere künstliche Objekte produzieren Lichtkurven, die sehr leicht von natürlichen Transits zu unterscheiden sind. Wenn dagegen ein einzelnes artifizielles Objekt an dem Stern vorbei zieht, erschwert dies die Bestimmung seiner wahren Natur.

Noch klarere Konturen gewinnt die Lichtsignatur, wenn das Objekt exotisch geformt ist, im besten Fall sogar mehrere Körper am Stern entlang ziehen, die verschieden gestaltet sind. Nicht zuletzt mithilfe der Transithäufigkeit der artifiziellen Gebilde und dem von den Konstrukteuren gewählten Timing können Forscher auf die Kommunikationsbereitschaft der Außerirdischen rückschließen.

transit simulation 2

Sollten irdische Astronomen mit dem Corot-Weltraumobservatorium der Europäischen Raumfahrtagentur ESA oder der orbitalen Kepler-Sternwarte der NASA in erdnahen kosmischen Gefilden multiple Transits beobachten und dabei abweichende Lichtkurven registrieren, wäre dies laut Arnold ein klares Indiz dafür, dass eine extraterrestrische hochstehende Technologie versucht, einen interstellaren Dialog zu etablieren.

Wenn ein Objekt allein an dem Stern vorbei zieht, wenn also nur ein Körper zu einem bestimmten Zeitpunkt vor dem Stern steht, würden wir in puncto Helligkeit eine Folge von identischen Abnahmen wahrnehmen, die wie ein binärer Code aussähen: Transit – kein Transit.

Möglicherweise würden Astroingenieure sogar die Lichtkurven manipulieren und in ihnen Botschaften verstecken. Auf jeden Fall würden sie, um die Erfolgsaussichten zu erhöhen, nicht allein ein einzelnes künstliches Objekt auf die Reise schicken, sondern sich einer Vielzahl von Objekten bedienen.

transit simulation 3

Todessterne in Sichtlinie – Transit als neue OSETI-Variante

Luc Arnold hält die Transit-Variante für weitaus effektiver als das klassische OSETI-Verfahren, bei dem vornehmlich extrem kurze Laserpulse oder ungewöhnliche Lasersignal-Muster im Fokus stehen. Denn artifizielle, erdgroße Kunstplaneten würden viele Jahrmillionen um ihren Heimatstern kreisen und somit mit dem gegenwärtigen astronomischen Teleskopen gut zu lokalisieren sein.

Laserstrahlen hingegen würden auf ihrer einsamen Odyssee durchs All mit der Zeit enorm an Strahlkraft verlieren. Treffen diese etwa auf Gas- oder Nebelwolken, schwächt sich ihr Licht derart ab, dass vor allem die via Laser ausgesandten Nanosekunden-Pulse im kosmischen Lichtmeer untergehen. Bei der Transit-Option dagegen bräuchten die Aliens ihre gigantischen Kunstobjekte gleichwohl nur mit Triebwerken etc. zu bestücken, damit sie manövrierfähig und auf den künstlichen Umlaufbahnen stabil bleiben.

So nimmt es nicht wunder, dass Arnold für die SETI-Gemeinde und die Planetenjäger-Zunft einen praktikablen Vorschlag parat hat, der zwar nach ferner Zukunftsmusik klingt, den aber seiner Ansicht nach unsere Nachfahren eines Tages unbedingt beherzigen sollten:

Transits von künstlichen Objekten können in Zukunft auch ein Mittel für die interstellare Kommunikation von der Erde aus sein. Daher sollten unserer Empfehlung nach künftige Generationen später daran denken, mehrere erdgroße Artefakte in die Umlaufbahn unseres Heimatstern zu platzieren, um (für Aliens) erkennbare und intelligente Transits zu produzieren.

Bauanleitung für ein irdisches Artefakt

Wie ein von der Menschheit gebautes erdgroßes Artefakt später einmal aussehen könnte, beschrieb Luc Arnold in einem Fachbeitrag vor mehr als sieben Jahren. Danach könnten unsere fernen Nachfahren mit Leichtigkeit einen riesigen, aus Eisen bestehenden Schirm errichten. Seine Dicke würde nur einen Mikrometer (0,001 Millimeter) betragen und sein Durchmesser sage und schreibe 12.000 Kilometer aufweisen. Für den Bau einer derartigen Sphäre müsste Eisen in einer Menge verarbeitet werden, die Arnolds Berechnungen zufolge aufeinander gestapelt einen Durchmesser von 632 Meter ergäbe.

sonnensegelDa Eisen auch in ferner Zukunft auf Mutter Erde ein kostenbares Gut bleiben wird, sollten unsere Nachkommen das Material aus dem Hauptasteroidengürtel beziehen, wo eisenreiche Asteroiden vom Typ-M als Metalllieferant en masse zur Verfügung stehen. Ratsam wäre es, die Riesenblende noch vor Ort, sprich im Asteroidengürtel zu bauen und zusammenzusetzen.

planetenjäger

Um den Schirm in die richtige Parkposition zu bringen, sollte er zeitweise zum Sonnensegler umfunktioniert werden. Vorangetrieben vom solaren Lichtdruck, würde das kreisförmige Gebilde schnell Fahrt aufnehmen. Seine Konstrukteure sollten es sodann in die bestmögliche Position zwischen Erde und Sonne bringen, von wo es ungestört seine Kreise um die Sonne ziehen und viele Transits generieren soll. Geht es nach Luc Arnold, dann wäre der ganze Aufwand gerechtfertigt und nur einem Ziel untergeordnet. Der Schirm diente ausschließlich der Kommunikation und Kontaktaufnahme mit einer außerirdischen Technologie. Nicht mehr und nicht weniger.

Magische Astroingenieure – alles ist denkbar

So fantastisch Arnolds vor knapp acht Jahren erstmals eingebrachte Idee auch anmutet und eher dem Science-Fiction-Genre entliehen als wissenschaftlich fundiert zu sein scheint – es geht noch um Nuancen absonderlicher. Zu guter Letzt könnten nämlich alle vermeintlich natürlichen astrophysikalischen Phänomene theoretisch auch einen künstlichen Ursprung haben, ob es hierbei nun um Dunkle Energie, Schwarze Löcher, Pulsare, Minipulsare, Neutronensterne, Quasare, Neutrinos, Gravitationswellen oder um Gammastrahlenblitze handelt. Denn für jedes dieser Phänomene könnten nach Meinung zahlreicher SETA-Forscher Superzivilisationen verantwortlich sein, die entweder absichtlich Botschaften ins All senden oder nur ihrer regulären Arbeit nachgehen und dabei jede Menge „Dreck“ produzieren.

So bizarr diese Hypothese beim ersten Lesen wirkt – sie hat auch ihre Anhänger, selbst unter den seriösen und arrivierten SETI-Forschern. Zu diesen zählt fraglos Seth Shostak, ein konservativer, dennoch begeisterungsfähiger Skeptiker und Könner seines Fachs. Der Chefastronom des SETI-Instituts stellte 2002 en passant die Überlegung an, ob das ungewöhnliche Aussehen der M82-Galaxie, die „zu explodieren“ scheint, wirklich das Ergebnis eines astrophysikalischen Prozesses sei:

Man kann versuchen, das mit natürlichen Prozessen zu erklären. Aber vielleicht wird dort auch gerade ein großer galaktischer Krieg ausgetragen, wer weiß?

Auch mit Blick auf extraterrestrische künstliche geschaffene Strukturen kann eigentlich jeder geneigte SETA-Fantast alle astrophysikalischen Phänomene mit dem bunten Treiben von Alien-Astroingenieuren erklären oder „wegerklären“

chandra

Praktisch jede Helligkeitsschwankung eines Sterns, jede noch so winzige Veränderung in seinem Lichtspektrum, jede unbekannte Röntgenstrahlenquelle, jeder aus dem Takt geratende Pulsar, jeder ungewöhnliche Gammastrahlenblitz, jede verfrühte oder verspätete Supernova-Explosion könnte eine Superzivilisation beim Bau von Artefakten absichtlich oder unabsichtlich verursacht haben.

Megatechnologien könnten Wurmlöcher herstellen und stabilisieren – und sie zum Kunstwerk verklären. Sie könnten intergalaktische Manipulationen vornehmen, um astrale Denkmäler zu errichten, die ihre kosmische Omnipotenz unterstreichen.

Arthur C. Clark 1917 bis 2008

Was auch immer die magischen Astroingenieure machen – wir können über Zauberkünste dieses Niveaus nur rätseln und staunen, so wie es der weitsichtige Arthur C. Clarke in einem seiner drei Gesetze andeutet: „Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden.“ So gesehen sind der Fantasie hier keine Grenzen gesetzt.

Und Fantasie à la Clarke ist gefragt. Eine Rückbesinnung auf den Mond scheint zeitgemäßer und erfolgversprechender denn je. Schließlich hat zumindest auf dem lunaren Begleiter der Erde literarisch der erste extraterrestrische Monolith das Licht unserer Sonne erblickt. Und hier könnte nach Ansicht eines sehr bekannten Physikers zugleich auch jener Ort sein, an dem wir dereinst das Antlitz eines fremden, nicht von Menschenhand geschaffenen Artefakts erblicken, das viele Millionen Jahre lang auf seine Freilegung wartete …

Quelle: http://www.heise.de/tp/artikel/37/37315/1.html

Gruß an die Forscher

TA KI

Dyson-Sphären und Superzivilisationen im Fadenkreuz- SETA – Spurensuche nach dem extrasolaren Monolithen – Teil 4


Als das Akronym SETA (Search for ExtraTerrestrial Artifacts) 1983 erstmals auftauchte, ahnte seinerzeit noch keiner, dass eines Tages hierzu auch so genannte Dyson-Sphären zählen würden. Doch neben der Suche nach dem klassischen Monolithen, der Fahndung nach passiven und aktiven Artefakten innerhalb und außerhalb des Sonnensystem, haben seriöse Forscherteams ihre Fühler noch tiefer ins All gestreckt und schon mehrfach nach Superzivilisationen vom Typ II der Kardaschow-Skala gesucht. Diese wären nach dem Kalkül der SETA-Forscher durchaus in der Lage, ihren Mutterstern mit einem künstlichen Ring oder einer Schale zu ummanteln, um die heimische stellare Energie zu (fast) 100 Prozent zu nutzen. Da ein Artefakt dieser Machart starke Infrarotstrahlung emittiert, könnten andere Zivilisationen solche Zeugnisse der hohen Astroingenieurskunst indirekt nachweisen. Sogar der Homo sapiens kann dies mit der gegenwärtig ihm zur Verfügung stehenden bescheidenen Technik.

Drei Jahre nach dem ersten Lauschangriff auf potentielle außerirdische Zivilisationen, den der damalige 26-jährige US-Radioastronom Frank Drake mit einer wenig leistungsstarken Antenne durchführte, gab der sowjetische Astrophysiker Nikolai Semjonowitsch Kardashev den Startschuss für den zweiten und gleichzeitig ersten asiatisch-europäischen Suchlauf nach kosmischen Intelligenzen.

Sowjetischer SETI-Vorstoß

Dass von 1960 bis 1975 die meisten nationalen SETI-Observationen auf das Konto der Sowjetunion gingen, war zum Teil auch Kardashevs Verdienst. Zum einen organisierte und leitete er 1964 die erste große sowjetische SETI-Konferenz in Byurakan (heutiges Armenien), zum anderen nahm er danach noch an drei weiteren SETI-Projekten und etlichen anderen Konferenzen aktiv teil – auch an der ersten internationalen SETI-Konferenz, die 1971 am selben Ort stattfand.

nasa caltech

Inspiriert von Drakes Pionierleistung, dennoch wenig erbaut über dessen Faible für die 21-Zentimeter-Wellenlänge, schlug Kardashev einen völlig anderen Kurs ein und widmete sein Augenmerk fortan der Infrarotstrahlung. Eine Suche im Infrarotbereich erachtete er deshalb als beste Option, weil hochstehende Technologien bei der Energiegewinnung oder beim Verbrauch enorm viel Abfallhitze erzeugen und folglich auch abstrahlen müssten. Wer ihren Spuren folgt, die sich im Infrarotbereich am nachhaltigsten offenbaren, hat bessere Karten, auf extraterrestrische Intelligenz zu stoßen, so Kardashev.

Dysons Konstrukt

Von einem ähnlichen Ansatz ging einige Jahre zuvor der inzwischen emeritierte US-Physiker Freeman Dyson aus, der 1960 in der Juni-Ausgabe des Wissenschaftsmagazin Nature in einem abstrakten Gedankenmodell die heute nach ihm benannte Sphäre vorstellte.

freeman dyson

Die Quelle seiner Inspiration war Olaf Stapledon, der bereits 1937 in seinem genialen Opus „Starmaker“ von „Kunstwelten“ erzählte, die Dysons späteren Sphären erstaunlich ähnelten:

Mit der Zeit entstanden […] Hunderttausende von Kunstwelten, die an Größe und Kompliziertheit ständig zunahmen. Manch ein Stern, der ursprünglich keine Planeten besessen hatte, war schließlich von zahlreichen künstlichen Welten umgeben. Zuweilen enthielten die inneren Kreisbahnen Dutzende und die äußeren Tausende von Globen, die für das Leben in einer bestimmten Sonnenentfernung eingerichtet waren.

Olaf Stapledon

22 Jahre später spann Freeman Dyson den Faden Stapledons weiter und konfrontierte die Fachwelt mit seiner wagemutigen These. Ihr zufolge könnte eine technisch hochstehende außerirdische Zivilisation irgendwann im Verlaufe ihrer Geschichte infolge des planetaren zunehmenden Energieverbrauchs nach neuen Quellen suchen und dabei die größte zur Verfügung stehende konsequent nutzen: die heimische Muttersonne.

olaf stapledon

Um deren kugelförmig in alle Richtungen abgestrahlte Energie effizient zu speichern und den Großteil der Energie zu sammeln und weiterzuleiten, müsste eine fortgeschrittene außerirdische Technologie ihren Heimatstern mit einer schalen- oder ringförmigen Struktur ummanteln – entweder komplett oder nur partiell.

Planetarer Umbau

Dysons Ansicht nach müssten extraterrestrische Intelligenzen hierfür einen Steinplaneten von der Größe des Jupiter zertrümmern und aus dem anfallenden Schutt eine ring- oder kugelförmige Struktur aufbauen, die innerhalb der Ökosphäre des Sterns liegt und entlang der Planetenumlaufbahn verläuft – idealerweise im Abstand der Erde zur Sonne.

planet jupiter

Ein derartiges Gebilde, bestückt mit der nötigen Technik, könnte das gesamte sichtbare Licht des hiesigen Sterns absorbieren und die überschüssige Entropie als Restwärme auf seiner Außenseite wieder als Infrarotstrahlung abgeben. Hochintelligente ETI könnten auf diese Weise einen Teil oder (fast) die gesamte Energie ihrer Sonne direkt nutzen und einerseits ihre Welten mit Energie versorgen, andererseits die Sphäre nebenher als neuen Siedlungsraum erschließen.

Alles, was die Schale an Sonnenenergie einfängt, würde nach ihrer vollständigen Nutzung „auf der dunklen, kalten (äußeren) Seite der Raumwelten“, so Dyson, nur noch in Form von starker Infrarotstrahlung wieder abgegeben. Ein komplett in einer Schale eingebetteter Stern wäre für einen Beobachter im optischen Licht völlig unsichtbar.

galaxie centaurus

Obwohl Dyson über die Form, das Aussehen und den technisch möglichen Varianten seiner fiktiven gigantischen Konstruktion keine weiteren Worte verlor, schlug er gleichwohl nachdrücklich vor, verstärkt nach anomalen Sternen zu suchen, die lediglich im Infrarotlicht emittieren. Vor allem dunkle Objekte mit der Mindestgröße des Erdorbits und einer Oberflächentemperatur von 200 bis 300 Kelvin sowie Doppelsternsysteme mit einem unsichtbaren Begleiter sollten genauer unter die Lupe genommen werden, so Dyson.

Ich schlage vor, dass eine Suche nach Punktquellen, die Infrarotstrahlung abgeben, unternommen werden sollte – entweder unabhängig von oder in Verbindung mit der Suche nach künstlichen Radioemissionen.

Bevorzugter Typ II und III

Dass die Schalen-Theorie Dysons so ganz nach dem Gusto Kardashevs war und die Fantasie des Russen offensichtlich noch weiter beflügelte, spiegelt sich am deutlichsten in der nach ihm benannten Skala wider, die heute untrennbar mit der Dyson-Sphäre verknüpft ist. Für Kardashev war sie Philosophie und Programm zugleich, bezog sich doch seine Skala auf zwei extraterrestrische Zielgruppen, die ihm besonders am Herzen lagen: Typ II und III.

karadasef

Begnügte sich Frank Drake 1960 bei seinem ersten SETI-Suchlauf noch mit drei kleinen erdnahen Zielsternen, wo er ebenbürtige Lebewesen erhoffte, ging Kardashev gleich in die Vollen und richtete seinen Fokus auf Superzivilisationen, die uns in ihrer Technologieentwicklung um Millionen bis Milliarden von Jahren voraus sind.

Nachdem Kardashev im Caltech-Katalog der damals registrierten Radioquellen zwei vielversprechende Kandidaten (CTA-21 und CTA-102) aufgespürt hatte, initiierte er von August 1964 bis Februar 1965 einen insgesamt 80-stündigen Suchlauf auf einer Frequenz von 920 Megahertz.

Quelle: http://www.heise.de/tp/artikel/36/36361/1.html

Gruß an die Galaxis

TA KI