Flüchtlinge: Salzburg droht jetzt „Katastrophe“


Fluechtlinge_Salzburg_droht_jetzt_Katastrophe-Aus_fuer_Sonderzuege-Story-474041_630x356px_4fd8cae57dbfebdedc012ff976d72890__apa8e8c_tmp_jpgSalzburg: Flüchtlinge warten an der Grenze zu Deutschland.

Offenbar hat Deutschland entschieden, ab Montag die Sonderzüge für Flüchtlinge ab Salzburg einzustellen. Dies könnte die Situation am Salzburger Bahnhof weiter zuspitzen, wo die Einsatzkräfte angesichts rund 2.000 ankommender Flüchtlinge täglich bereits jetzt an der Kapazitätsgrenze arbeiten. „Rotes Kreuz und Caritas sprechen schon von einer sich ankündigenden humanitären und sanitären Katastrophe an der Grenze nach Freilassing. Diese droht uns auch am Bahnhof, wenn weitere Züge aus Wien, Graz oder Villach kommen“, warnte Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden am Samstagabend.

Bereits in den vergangenen Tagen hatten die Salzburger Behörden immer wieder an Wien und Südösterreich appelliert, den Weitertransport der Menschen Richtung Salzburg zu verlangsamen. Nachdem die Bahnhofsgarage tagelang mit mehr als 1.000 Flüchtlingen überbelegt war, hatte die Stadt diese am Donnerstag aus humanitären, hygienischen und sicherheitstechnischen Gründen auf 800 Schutzsuchende limitiert.

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Flüchtlinge am Bahnhof in Salzburg
Foto: AP

Unklarheit über weiteres Vorgehen

Für Aufregung sorgte dann am Sonntag die Mitteilung der Stadt Salzburg, wonach die Salzburger Einsatzleitung am Samstagabend von der Verkehrsleitzentrale in Wien erfahren habe, dass die Sonderzüge nach Deutschland mit Montag eingestellt werden sollen. Auch das Innenministerium sei informiert. Dort wollte man sich am Samstagabend jedoch nicht äußern: „Ich kann die Information weder bestätigen noch dementieren“, erklärte Sprecher Alexander Marakovits. Auch der Sprecher des deutschen Innenministeriums, Tobias Plate, konnte Angaben dazu am Sonntagvormittag „weder bestätigen noch dementieren“.

Im Laufe des Sonntags sollte das allerdings mit den handelnden Akteuren etwa den ÖBB oder dem für die Transportlogistik zuständigen Verteidigungsministerium in „entsprechenden Gesprächen“ geklärt werden, hieß es im Innenministerium in Wien. Zunächst hieße es hier noch abzuwarten. Mit Ergebnissen werde jedoch noch im Laufe des Tages gerechnet. Das deutsche Innenministerium erklärte dann am frühen Sonntagnachmittag, dass es bisher keinen solchen Plan zur Einstellung der Sonderzüge gebe, berichtete die Deutsche Presse- Agentur. Derzeit liefen aber entsprechende Gespräche, hieß es in Berlin. Die Berliner Senatsverwaltung teilte mit, dass am Montagvormittag ein Sonderzug aus Salzburg mit 450 Menschen in der Hauptstadt erwartet werde.

Schaden: „Situation an Grenze nicht zu verantworten“

Zuletzt haben Sonderzüge nach Angabe der ÖBB bis zu 1200 der gut 2000 täglich eintreffenden Schutzsuchenden über die Grenze nach Deutschland transportiert. Die übrigen Flüchtlinge versuchen ihr Glück meist beim Grenzübergang Freilassing, wo sie zuletzt oft stundenlang bei Regen auf ihre Ausreise warteten. Schaden verlangte vom Katastrophenschutz des Landes, im Laufe des Sonntags eine Versorgungsstruktur im Bereich des Grenzübergangs zu schaffen. Die Lagebesprechung der Einsatzleitung habe ergeben, dass „die Situation an der Grenze auf Sicht nicht zu verantworten ist“, erklärte er.

An der Grenze nach Deutschland bei Freilassing warteten am Samstagabend rund 800 Flüchtlinge auf die Einreise. Auch die Tiefgarage des Salzburger Bahnhofes, die ankommenden Schutzsuchenden als Notunterkunft dient, war mit 700 der 800 verfügbaren Plätze fast voll belegt. Weitere 320 Flüchtlinge hielten sich am Bahnhofsgelände auf.

Rot- Kreuz- Kommandant: „Entwicklung überhaupt nicht absehbar“

Was die Einstellung der Sonderzüge nach Deutschland betrifft, erklärte Gerry Foitik, Bundesrettungskommandant des Österreichischen Roten Kreuzes: „Ob es so sein wird, weiß ich nicht, die Information haben wir aber auch bekommen“. Wenn der „Abfluss“ schwieriger wird und die Leute nachkommen, wird sich die Zahl jener vergrößern, die auf eigene Faust den Weg nach Deutschland suchen. „Aber wenn pro Tag zwei Sonderzüge mit insgesamt 1000 Menschen ausfallen, macht das schon einen Unterschied aus“, so Foitik.

Es sei aber laut dem Bundesrettungskommandanten sehr schwierig zu beurteilen, wie groß bei den Menschen der Druck ist, schnell nach Deutschland zu kommen. Dann werden sie selbst nach Westösterreich fahren und von dort zu Fuß über die Grenze gehen. Wenn sie aber abwarten, dann würden mehr Plätze hierzulande benötigt. „Derzeit gibt es einen kontinuierlichen Flow und deshalb nicht so einen großen Druck“, sagte Foitik. Wie sich das aber weiter entwickeln würde, sei überhaupt nicht absehbar.

Zustrom von Flüchtlingen hält an

Der Zustrom von Flüchtlingen nach Österreich hält indes auch am Sonntag weiter an. Im Burgenland trafen nach Schätzungen der Polizei bis zum späten Vormittag etwa 5000 Menschen ein. Von Mitternacht bis 7 Uhr hatten rund 3500 Menschen die Grenze überschritten. Am Vormittag kam dann ein weiterer Zug mit 1500 Menschen im ungarischen Grenzbahnhof Hegyeshalom an. Rund 8700 Flüchtlinge waren am Samstag bis zum Abend aus Ungarn ins Burgenland gekommen, hatte die Landespolizeidirektion Burgenland zuvor bekannt gegeben. Der Großteil, an die 8500 Menschen, überschritt wieder in Nickelsdorf die Grenze. In Heiligenkreuz im Lafnitztal kamen knapp 238 Personen an.

Quelle: http://www.krone.at/Oesterreich/Fluechtlinge_Salzburg_droht_jetzt_Katastrophe-Aus_fuer_Sonderzuege-Story-474041

Gruß an die, die wissen wieviele uns tatsächlich überrennen wollen

TA KI