Medien: Russland drängt USA im Mittelmeer zurück


Mit seinem Militäreinsatz in Syrien unterstützt Russland nicht nur die syrische Regierung, sondern stärkt auch seine Position im Mittelmeer, schreibt „Foreign Policy“.

Nach Angaben der Zeitschrift hat Russland seinen Militärverband im Mittelmeer wiederhergestellt und seinen Stützpunkt im syrischen Tartus erneuert — an der südlichen Grenze der Nato-Flanke. In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass im östlichen Mittelmeer ein Großmanöver mit dem Raketenkreuzer „Moskwa“ stattfindet.

„Russland fokussiert sich immer mehr auf den östlichen Teil des Mittelmeeres, wo es strategische Möglichkeiten gibt. Es vermittelt den Eindruck, dass die USA die Region verlassen und Russland angesichts seiner aktuellen Position zu Syrien seine Militärpräsenz erweitern kann“, zitiert die Zeitung Jeffrey Mankoff vom Zentrum für strategische und internationale Studien in Washington.

Ihm zufolge ist dieses Ziel im gewissen Sinne eine Folge der Angliederung der Krim-Halbinsel, wo die Schwarzmeerflotte in Sewastopol ihren Stützpunkt hat. Die Dominanz der russischen Marine im Schwarzen Meer sei ein Mittel und nicht das Endziel, heißt es weiter. Weil es im Schwarzen Meer nur einen Ausgang gebe – über den Bosporus und die Dardanellen — ist für Russland die Präsenz im Osten des Mittelmeeres von strategischer Bedeutung.Um dieses Ziel zu erreichen, vertiefte Russland nicht nur seine Beziehungen mit Syrien, sondern auch mit anderen Ländern der Region. Die westlichen Länder sollen zurückgedrängt werden, um den russischen Schiffen und Flugzeugen einen Zugang zu gewährleisten.

Die neue Regierung Griechenlands, das EU- und Nato-Mitglied ist, ist Moskau wohl gesonnen.  Zudem erließ Russland Zypern Schulden in Milliardenhöhe. Anschließend wurde ein Abkommen zur Marine-Kooperation geschlossen. 2014 kündigte Russland eine strategische Partnerschaft mit der Türkei an und schloss mit Ägypten Rüstungsdeals im Gesamtwert von 3,5 Milliarden US-Dollar. Darüber hinaus hat Russland gute Beziehungen mit Israel – dem engsten Verbündeten der USA in der Region.

Moskau stärkt seine Positionen im Mittelmeer in einer Zeit, in der die USA den Anti-Terror-Kampf im Nahen Osten zu beenden versuchen und mehr nach Asien tendieren. Diese Situation erinnere an die Marine-Krise aus der Zeit des Kalten Krieges, als 1973 während des arabisch-israelischen Konflikts die USA auf eine unerwartet schlagkräftige sowjetische Flotte stießen.Russlands Erstarken in der Region beunruhigt die USA. Dem Nato-Oberbefehlshaber für Europa, General Philip Breedlove, zufolge wird Russland nach der Angliederung der Krim und den Waffenlieferungen an Syrien geschlossene Zonen im Schwarzen Meer und im östlichen Mittelmeer einrichten können. Mittlerweile wird dieses Thema auch im US-Präsidentschaftswahlkampf heiß diskutiert. Die republikanische Präsidentschaftskandidatin Carly Fiorina schlug deshalb vor, die 6. Flotte der US-Marine im Mittelmeer aufzurüsten.

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Gruß an die Drängler
TA KI
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