Werner von der Mühle – Ich sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht!


30.11.2018

Mich zieht es in den Wald. Ich kann es nicht erklären, aber immer wieder setze ich mich ins Auto, fahre ein Ziel in meiner Gegend an und laufe los, mal auf Wegen, mal querfeldein über Stock und Stein. Oft suche ich alte Wallanlagen, Hügelgräber oder Aussichtspunkte auf. Meistens finde ich keine Ruhe und nach einem kurzen Innehalten gehe ich weiter. Wahrscheinlich resultiert aus dieser Unruhe mein Unvermögen, etwas im Wald zu erfahren. Ich hoffe immer auf irgendwas zu stoßen, aber auf was, weiß ich auch nicht. Es ist nicht greifbar. Ich habe das Gefühl, dass sich im Wald und in den Bäumen allerlei Geheimnisse befinden, ich sie aber nicht sehen kann. Vielleicht mag er es ruhiger und ich sollte es mal mit dem Spruch „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es auch heraus“ ausprobieren. Vielleicht flüstert er mir dann etwas zu.

Es scheint, dass ich nicht der Einzige bin, auf den der Wald eine große Anziehungskraft ausübt. Große Teile der Natur- und Umweltschutzbewegungen nahmen in Deutschland ihren Anfang. Über die Jahrhunderte wurde immer wieder von verschiedenen gesellschaftlichen Richtungen versucht, den Wald für sich zu vereinnahmen. Er spielt/spielte eine zentrale Rolle:

-Anfang des 19. Jahrhunderts in der Romantik. Hier lag der Schwerpunkt auf der Hinwendung zur eigenen Kultur.
-in der aus dem Wandervogel hervorgegangenen Jugendbewegung. Sie legte Anfang des 20. Jahrhunderts ihren Schwerpunkt auf Natur, Geselligkeit und Volkslieder. Diese Bewegung hatte zum Beispiel großen Einfluss auf die Freikörperkultur und die Reformpädagogik.
-seit über 100 Jahren bei den sozialdemokratischen Naturfreunden. Sie setzen sich für gerechte Arbeits- und Lebensbedingungen ein und wollen auf die Ausbeutung von Mensch und Natur aufmerksam machen.
-im Nationalsozialismus bei der Verbindung zwischen Volk und Boden.
-in den beiden großen deutschen Umweltschutzbewegungen Ende des 19. Jahrhunderts und in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts. Man denke nur an die Waldsterben Hysterie um 1980. Die Umweltorganisation Robin Wood – Rächer der Entlaubten hat hier ihren Ursprung.

Woher rührt diese immer wiederkehrende Waldverbundenheit? Warum wühlt es uns so auf, wenn alte Bäume gefällt werden? Warum kämpfen Menschen für die Erhaltung von Wäldern? Immer wieder kommt es zu Wald- und Baumbesetzungen (Hambacher Forst, Frankfurter Flughafen Startbahn West). Jeder Verwaltungsmitarbeiter kann ein Lied von den Protesten und Widerständen singen, wenn in seinem Zuständigkeitsbereich einige Bäume gefällt werden sollen. Woher kommt dieser Hang zur Waldliebe, die aktuell in Form von Waldfriedhöfen, Waldkindergärten, Waldlehrpfaden, Baumumarmungen, Sprechen mit Bäumen, etc. sichtbar wird?

Der Wald war von jeher ein heiliger Ort mit großem Einfluss auf das Leben der Germanen. Schon vor 2000 Jahren berichtet Tacitus in seiner „Germania“ davon. Im 11. Jahrhundert, 300 Jahre nach der gewalttätigen Christianisierung der Sachsen, ist die Waldvergötterung immer noch vorhanden. Erzbischof Unwan von Bremen ließ die Wälder der Sachsen und Friesen zerstören, um dieser heidnischen Verehrung Herr zu werden. In Gedichten des Mittelalters trifft man immer wieder auf die Heiligkeit des Waldes.

Laut Jakob Grimm waren Alah, Haruc und Wih/Wihu germanische Begriffe für ein Heiligtum/Tempel. Alahstide war zum Beispiel eine Königspfalz in Thüringen. Haruc und Wih bedeuteten aber auch Wald. Das Gotteshaus der Germanen war somit nicht ein geschlossenes Gebäude, sondern der Wald. Grimm kommt in seinem Buch „Deutsche Mythologie“ zu dem Ergebnis: „In Hainen bald der Berge bald anmutiger Auen war des ältesten Gottesdienstes Sitz, da werden nachher die ersten Tempel gebaut worden sein, da lagen auch die Mahlstätten des Volkes.“ Aus diesen natürlichen Gotteshäusern haben sich unsere gotischen Kathedralen entwickelt.
https://www.gesetze-der-freiheit.de/dies-und-das/germanische-baustile/

Der Wald als Heiligtum in Stein verewigt.

Doch nicht nur der Wald war unseren Vorfahren heilig, sondern auch der Baum an sich. Das lässt sich über die Jahrhunderte bis in die Neuzeit belegen.

In der germanischen Liedersammlung Edda wird die gesamte Ordnung der Welt durch eine Esche, dem Weltenbaum Yggdrasil, symbolisiert. Bäume waren der Sitz von Elben, Zwergen und Waldgeistern. Unter ihnen wurden Lichter angezündet, getanzt und gelacht. Von den Burgunden wird berichtet, dass sie in Auxerre einen Birnbaum verehrten. Den Langobarden war ein Blutbaum heilig. Unter Gerichtsbäumen wurde vom Mittelalter bis in die frühe Neuzeit hinein Recht gesprochen. In der Regel unter einer Linde, in Süddeutschland konnte es aber auch der Birnbaum oder in der Steiermark die Weißtanne sein. Am bekanntesten ist wohl die Geschichte von Bonifatius, der bei Geismar die dem Donar geweihte Eiche umgehauen haben soll. Die Chatten sollen wortlos dabei gestanden und auf eine Reaktion ihres Gottes gewartet haben (siehe „Der Germanische Geist“). Die blieb aus. Daraufhin waren sie vom stärkeren Christengott überzeugt und ließen sich missionieren. Der heutige Menschenschlag ist der gleiche wie vor 2000 oder vor 1000 Jahren. Und genau wie heute so eine Aktion Widerstand hervorrufen würde, wird es das damals im Krieg gegen die Christianisierung erst recht gewesen sein. Die Bonifatius Begebenheit ist offensichtlich verfälscht worden.

Diese innige Verbindung unserer Vorfahren zu den Bäumen hat sich bis heute in unseren Festen erhalten können. Wenn der Dachstuhl eines Gebäudes gerichtet ist, wird ein Richtbaum aufgestellt und der Zimmermann hält eine kurze Ansprache, woraufhin dann das Richtfest, das Weihefest des Hauses, gefeiert wird. Der Mittelpunkt eines Kirchweihfestes, auch Kirmes genannt, ist der Kirchweihbaum. Am ersten Mai stellen wir den Maibaum auf. Vorher tanzen wir in der Wallburg(is)nacht in den Mai. Die mittelalterliche Kirche verhunzte die Tradition der Wallburgnacht zur teuflischen Walpurgisnacht (auch Hexenbrennen genannt), in der die bösen Hexen und Zauberer ihr Unwesen trieben und unschuldige Menschen verführten. In Skandinavien wird am Mittsommerabend (21.06.) der Mittsommerbaum, auch Maistange genannt, aufgebaut und anschließend im Kreis um ihn herumgetanzt. Zu dem höchsten Fest des Jahres holen wir uns einen Baum direkt ins Haus. Es gibt wohl kaum jemanden, der sich nicht der weihnachtlichen Stimmung eines liebevoll mit Kerzen, Glaskugeln und Basteleien geschmückten Tannenbaumes entziehen kann. Diesen alten germanischen Weihnachtsbrauch treffen wir mittlerweile weltweit an. Nicht fehlen dürfen in dieser Aufzählung natürlich die wunderschönen Tanzlinden.

Eine Tanzlinde.

Achten sie einmal darauf, wie oft Ihnen in Dörfern Straßennamen mit „Linde“ über den Weg laufen. Fast genauso oft findet man Straßen mit der Bezeichnung „Winkel“. Laut Rainer Schulz leiten sich diese „Winkel“- Namen von den oben genannten althochdeutschen Wih ab. Das würde passen, denn die Dorfmitte war genau wie heute Versammlungs- und Feierstätte. Und haben unsere Fachwerkbauten ebenso wie die Runen nicht viel Ähnlichkeit mit den Verästelungen eines Baumes?
Ich denke die Ausführungen reichen, um zu verdeutlichen, woher meiner Meinung nach die Liebe zum Wald, zur Natur und zum Umweltschutz (nicht zu verwechseln mit Klimaschutz) herkommt und woraus sich die dörflichen Gebräuche entwickelt haben.

Der Wald birgt eine Menge natürlicher Geheimnisse, die vermutlich unseren Vorfahren noch bekannt waren. Genau deshalb werden die weisen Waldfrauen und Kräuterhexen auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden sein. Vielleicht ist eines dieser Geheimnisse die Pflanze Waldmeister, die u.a. Walpurgiskraut und Waldmutterkraut genannt wird. Ich bin darüber beim Erstellen dieses Artikels gestolpert. Dieser Waldbewohner ist recht auffällig. Ich kenne keine andere Pflanze, die mit der hohen Auszeichnung Meister tituliert wird. Im französischen heißt sie sogar Waldkönigin. Ihr wurden im Mittelalter hexenabwehrende Kräfte nachgesagt. Ich habe mir vorgenommen, mich im Frühjahr mal mit ihr zu beschäftigen. Vielleicht hilft sie mir, wenn ich auf dem Holzweg bin oder wenn ich den Wald vor lauter Bäumen nicht sehe.

Abschließend noch etwas Weises, was ich im Internet gefunden habe.

Bäume haben etwas Wesentliches gelernt:

nur wer einen festen Stand hat
und trotzdem beweglich ist,
überlebt die starken Stürme.

(Anke Maggauer-Kirsche)

Werner von der Mühle

https://www.gesetze-der-freiheit.de/

Danke an Elisabeth

Gruß an die Wälder

TA KI

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Das alles kannst du aus deinem Tannenbaum nach dem Fest machen.


Wie lange lässt du deinen Weihnachtsbaum denn so für gewöhnlich stehen? Bei vielen hat sich die Tradition etabliert, den Baum bis zum 6. Januar (also dem Tag der heiligen drei Könige) in der guten Stube zu belassen und ihn erst dann abzuschmücken und zu entsorgen. Schließlich sind die nadeligen Gesellen ja nicht gerade billig und deshalb muss man sich ja auch nicht überstürzt davon trennen. Doch wusstest du schon, dass fast schon an Verschwendung grenzt, seinen Tannenbaum überhaupt wegzuschmeißen? Denn all diese Dinge sind damit noch möglich.

1. Als aromatischen Tee

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1 TL Nadeln klein schneiden und im Mörser leicht anquetschen, mit heißem Wasser übergießen und maximal zwei Minuten ziehen lassen. Am besten den Tee mit Honig süßen und wer ihn zu Hause hat, der sollte unbedingt echten Tannenhonig verwenden. Der Tee sieht an sich recht unspektakulär aus, da er sich bei dieser Ziehzeit kaum verfärbt, wirkt aber entspannend und gleichzeitig anregend. Längere Ziehzeiten lösen nur zu viele Gerbstoffe und der Tee wird bitter.

2. Für einen selbstangesetzten Likör

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Ein solcher Likör wird gern als Digestif gereicht und erinnert geschmacklich ein bisschen an Gin. Hier findest du ein Rezept dazu.

Tannennadellikör
1
die hellgrünen Triebspitzen von Tannen und Fichten, bitte von älteren Bäumen (nicht von jungen Bäumen) abnehmen, entweder klettern oder von gefällten Bäumen abpflücken.
2
um das wunderbare Aroma zu behalten, nicht waschen, in ein durchsichtiges Glas stecken und mit dem Brandwein abfüllen……fest verschließen
3
4-6 Wochen an ein Fenster mit viel Sonne stellen.
4
dann die Füllung abseihen und durch einen feinen Filter filtrieren…Kaffeefilter ist super geeignet.
5
die 250 gr. Zucker mit 400 ml Wasser aufkochen und abkühlen lassen. …kalt über unseren Ansatz gießen, nach Geschmack noch etwas nachsüßen, und mit etwas Gin veredeln.
6
in Flaschen abfüllen und noch einmal 6-8 Wochen ruhen lassen….je länger um so besser
7
für die Frauen sei gesagt…es ist ein Heilmittel…viel Vitamine C und gut gegen Frühjahrsmüdigkeit

 

3. Als wohltuender Hustensirup

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Sammle einen kleinen Topf voller Fichtennadeln (bzw. Fichtennadelzweige) und wasche sie gründlich ab. Füllen dann den Topf mit Wasser auf und lass den Sud aufkochen. Das Ganze 10 Minuten sanft köcheln und dann abkühlen lassen. Die Flüssigkeit lässt sich als Hustensaft mit etwas Honig verwenden. Die ätherischen Öle der Fichtennadeln beugen Lungenerkrankungen vor und eignen sich dazu, die Lunge zu desinfizieren bzw. zu reinigen. Aber auch gegen Durchblutungsstörungen kann man die wertvollen Bestandteile der Fichtennadeln gut einsetzen. Trinke vom Sirup bei Husten etwa 2 bis 3 Tassen pro Tag.

4. Zur Herstellung von Knöpfen

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Da wird jeder Knopf zum absoluten Einzelstück. In diesem Video kannst du sehen, wie es gemacht wird.

5. Als uriger Küchenhelfer

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So ein Quirl gehörte früher in jeden gutsortierten Küchenschrank. Dazu macht das Schnitzen auch noch Spaß. Hier siehst du, wie es funktioniert.

6. Als origineller Kleiderhaken

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Die perfekte Garderobe für den Naturfreund. Und wie sie hergestellt wird, siehst du in diesem Video.

7. Als Anti-Schneckenmittel im Garten

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Schnecken mögen die ätherischen Öle vieler Tannen- und Fichtenbäume überhaupt nicht und treten freiwillig den Rückzug an, wenn sie darauf treffen. Deshalb ist es ratsam, überall da ein paar Häufchen mit Nadeln zu hinterlassen, wo Schneckenbefall zu befürchten ist (z. B. in Gemüse- oder Salatbeeten).

8. Als Abdeckung für Gartenbeete

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Ein Klassiker für Gartenfreunde, den vielleicht doch noch nicht jeder kennt: Tannenzweige helfen vielen mehrjährigen Pflanzen dabei, die frostigen Tage unbeschadet zu überstehen. Wenn als im Januar und Februar noch Temperaturen unter dem Nullpunkt zu erwarten sind, dann hebe dir einfach einige Zweige deines Weihnachtsbaumes auf und lege sie auf das betreffende Beet. Im Frühjahr wirst du den Effekt dann sehen.

9. Als gesunder Badezusatz

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Für ein Tannenbaum-Vollbad brauchst du ungefähr 100 Gramm Tannennadeln. Diese werden mindestens 10 Minuten in ausreichend Wasser aufgekocht. Den fertigen Sud gießt du am besten durch ein Sieb direkt ins Badewasser.

Mit diesen Tricks schlägst du gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Du nutzt erstens die Möglichkeiten, die dir so ein Naturprodukt wie ein Tannenbaum bietet, optimal aus. Und zweitens trägst du dazu bei, dass der Berg von weggeworfenen Bäumen in diesem Jahr vielleicht nicht ganz so riesig ist. Bitte achte darauf, dass dein Baum frei von Pestiziden ist, wenn du ihn für innere Anwendungen nutzen willst. 

Quelle: http://www.genialetricks.de/nutzen-statt-wegwerfen/

Gruß an die Wissenden

TA KI

Der gewollte Niedergang der deutschen Kultur


Gruß an die Deutschen
TA KI

Die Geschichte des Weihnachtsfestes


 

Eines gleich vorweg: Die Ursprünge des Weihnachtsfestes liegen weder in Bethlehem, noch sind sie in der christlichen Religion begründet. Die ersten Christen kannten ein derartiges Fest noch nicht einmal. Vielmehr sind die Wurzeln von Weihnachten in den alten indogermanischen Naturreligionen zu suchen. Bereits Jahrhunderte vor der Ausbreitung des Christentums waren Vorläufer des Weihnachtsfestes in allen indogermanischen Regionen und auch andernorts verbreitet. Die Griechen feierten die Geburt des Lichtgottes „Soter“, die Ägypter huldigten „Horus“ und die Iraner feierten wie die alten Römer die Ankunft ihres Licht– und Sonnengottes „Mithras“.

Bei unseren direkten Vorfahren, den Germanen und Kelten, war dieses Fest unter dem Namen „Jul“ bzw. „Yule“ bekannt, wobei sich im mitteleuropäischen Sprachraum über die Jahre die Bezeichnung „Wintersonnenwende“ etabliert hat. Für die Germanen war das Julfest eines der heiligsten Feste überhaupt. Unsere Ahnen feierten dabei den Sieg des Lichtes gegen Kälte und Finsternis. Es war das Fest der Wiedergeburt der Sonne, die alles zu neuem Leben erweckt.

Seinen Ursprung hat das Fest in der germanischen Zeitberechnung. Wir Germanen kannten das Mond- und das Sonnenjahr, wobei sie in Mondzyklen (ca. 29,5 Tage) rechneten. Da das Sonnenjahr aber 365 Tage hat, das Mondjahr aber nur 354, besteht eine Differenz von 11 Tagen und 12 Nächten. Die 12 Nächte sind die 12 Weihnächte oder auch 12 Rauhnächte, die Zeit „zwischen den Jahren“. Die nordischen Raunächte verbrachte man mit langen geselligen Abenden in den nachbarlichen Bauernhöfen und es war Brauch, dass jeder Gast sein Holzscheit für das Herdfeuer mitbrachte. Der jeweilige Gastgeber bot das sogenannte Julbrot an, das die Form einer Sonne, eines Sterns oder einer Mondsichel hatte und sicher der Vorläufer der typisch deutschen oder österreichischen Weihnachtsplätzchen ist.

Die „Raunächte“ waren im hohen Norden die Nächte um die Wintersonnenwende, wo tagelang, ja wochenlang die Sonne nicht aufgeht. In dieser „rauen“, dunklen Zeit wartete man auf das wiederkehrende Sonnenlicht, das man durch eine zunehmende Zahl von Kerzen zu ersetzen suchte. Der Adventkranz wie auch der kerzenhelle Tannenbaum (in Gedenken an Wotan, der sich der Sage gemäß in eine Fichte verwandelt) sind also ursprünglich heidnische Bräuche, ebenso wie die Geschenke, die wir heute unter dem Baum finden und die auf den alten Brauch des „Julklapp“ zurückzuführen sind.

Woher stammt das Wort „Weihnachten“?

Auch die etymologische Herkunft des Wortes „Weihnachten“ hat nichts mit dem Christentum zu tun, sondern ist ebenfalls heidnisch-germanischen Ursprungs. Weihnachten heißt „Heilige Nächte“ (althochdeutsch „wîhe nahten“) und ist schon an seinem Wort erkennbar als Erbgut der heidnischen, vorchristlichen und altgläubigen Zeit. Demgegenüber stehen die Bezeichnungen für das Weihnachtsfest in den romanischen Sprachen: Die französische Vokabel „Noel“, eine Raffung des lateinischen „natalis“ (dt. „Geburt“), weist darauf hin, dass an diesem Tag die Geburt Christi gefeiert wird. Ebenso ist dies bei dem Italienischen „Natale“ und dem Spanischen „Navidad“ der Fall. Wir Deutschen hingegen feiern „Weihnachten“, was wörtlich bedeutet: „in den gesegneten Nächten“.

Christliche Einflüsse

Wie kam es dann aber dazu, dass heute Weihnachten für ein christliches Fest gehalten wird? Im Grunde ist die Erklärung ganz einfach: Die hohen Würdenträger der Kirche machten sich in den Jahren, als sich das Christentum in Europa allmählich als Religion etablierte Gedanken, wie man die ungläubigen Heiden doch am besten zum Wüstengott Jesus hin bekehren könne. Und es musste ihnen klar sein, dass die uralten, überlieferten Traditionen nicht so ohne Weiteres aus dem Bewusstsein der Menschen zu tilgen und durch andere Rituale zu ersetzen waren. Also musste man sich die alten Bräuche zu nutzen machen und sie mit christlicher Symbolik aufladen. Da kam die Wintersonnwendfeier, welche ja im ganzen Abendland verbreitet war, gerade recht. Entstehungsgeschichtlich wurde dann zum ersten Mal im Jahre 325 Weihnachten im christlichen Festverzeichnis erwähnt. Papst Julius, welcher in den Jahren 337 bis 354 die Macht inne hatte, legte den Geburtstag Jesu dann willkürlich auf den 25.Dezember fest, den Tag, an dem die Römer ihr Sonnwendfest feierten. Willkürlich deshalb, da in den ältesten Urkunden der Christenheit ganz andere Tage in Erwähnung gezogen wurden, die meistens um den März herum lagen.

Karl der Große machte im 8. Jahrhundert das Christentum zur Staatsreligion des Frankenreiches und ließ heidnische Sitten und Bräuche bei Todesstrafe verbieten. Der alte Glaube und seine Riten waren jedoch trotzdem nicht aus der Welt zu schaffen. Im 12. Jahrhundert wurden schließlich die alten germanischen „Rauhnächte“ gesegnet, also christianisiert. Das Fest der Geburt Christi als Symbol des Lichtes der Welt nahm damit in Datum und Bräuchen die Stelle eines alten germanischen Festes ein.

An sich müsste die Geburt von Jesu also am 21.12. jeden Jahres gefeiert werden. Jedoch wurde im Spätmittelalter durch eine Kalenderreform der Kalender umgestellt, wobei man allerdings falsche Berechnungen anstellte und sich um vier Tage verrechnete. Deswegen wird in der westlichen Welt „die Heilige Nacht“ am 24.12. und Weihnachten am 25.12. und nicht am 21.12. gefeiert.

Weihnachten heute

Heute hat Weihnachten, wie wir es als Kinder unserer Zeit kennen, nur noch herzlich wenig mit der althergebrachten Bedeutung zu tun. Die germanischen, heidnischen Ursprünge des Festes sind sowieso weitgehend aus dem Bewusstsein gelöscht worden. Doch nicht einmal die christliche Deutung von Weihnachten ist heute noch allen bekannt. An die Stelle religiöser Elemente und Innerlichkeit ist leider die totale Kommerzialisierung des Festes getreten. Längst ist sind Konsum und Profitmaximierung in den Vordergrund getreten. Advents- und Weihnachtszeit sind für Einzel- und Großhandel die umsatzstärksten Wochen des Jahres und dementsprechend ein bedeutender Wirtschaftsfaktor.

Die oberflächliche, kommerzielle Verhunzung des Weihnachtsfestes ist also nur eine Folge des naturwidrigen Systems, welches die derzeitige Gegenwart darstellt.

Dennoch, Ursprung und Traditionspflege hin oder her, erhebt sich über die Weihnachtszeit ein großer zusammenfassender Gedanke, der da Frieden heißt und anno 2010 im Heimatland Deutschland angesichts der neuerdings allgegenwärtigen Präsenz Uniformierter eine Bedeutung errungen hat, an welche noch vor Jahresfrist nicht zu denken war.

(…)

Quelle: http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=1&cad=rja&uact=8&ved=0CCEQFjAA&url=http%3A%2F%2Fwww.lpen-online.de%2Fdoc-odt%2FX_WEIHNACHT.doc&ei=XcF4VIudPMW3PKCrgPAF&usg=AFQjCNEz3-ikU1XZGZY8yibzeAaH4gEZXg&sig2=Vdfg5VRZwswWb0ntjDK7Zw&bvm=bv.80642063,d.ZWU

Gruß an die Heiden

TA KI