Das ändert sich in Deutschland am 1. September


Der September bringt neue Regeln: Passagiere auf Flughäfen können härter kontrolliert werden. Teurer wird es für Autokäufer. Das Kindergeld steigt hingegen – und zwar rückwirkend für das ganze Jahr.

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Schärfere Kontrollen am Flughafen

Ab dem 1. September müssen sich Passagiere an Flughäfen auf erweiterte Sicherheitskontrollen einstellen: Denn dann treten ergänzende EU-Vorschriften für die Kontrolle von Fluggästen und ihres Handgepäcks in Kraft. Das teilt die Bundespolizei in Potsdam mit. Die Regeln sollen dazu beitragen, Sprengstoffe künftig noch besser aufspüren zu können.

Zum einen kann das Handgepäck künftig nicht nur manuell nachkontrolliert werden, sondern auch mit Hilfe von Sprengstoffspürgeräten. Außerdem können auch Fluggäste selbst stichprobenartig mit den Sprengstoffspürgeräten nachkontrolliert werden. Die Bundespolizei geht aber nicht davon aus, dass es dadurch zu längeren Wartezeiten kommen wird.

Auch die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) beruhigt: „Ziel ist, dass bei erhöhter Sicherheit der Servicekomfort für die Flugreisenden nicht beeinträchtigt wird.“ Die Vorschriften zum Einsatz von Sprengstoffspürgeräten gelten laut Bundespolizei für alle Flughäfen in der EU. Der Ablauf der Kontrolle könne aber je nach Flughafen variieren.

Zuschlag auf Lufthansa-Tickets

Europas größter Luftverkehrskonzern will ab dem neuen Monat jene Tickets, die über ein globales Reservierungssystem (GDS) gebucht werden, mit einer Extra-Gebühr von 16 Euro belegen. Vor allem Reisebüros, aber auch Internetportale benutzen die Systeme der GDS-Anbieter wie Amadeus, um weltweit Flüge und andere touristische Dienstleistungen einzukaufen und abzurechnen.

Ob und in welchem Umfang diese Anbieter die Gebühr tatsächlich am Ende an die Kunden durchreichen, ist noch nicht abzusehen. Für Lufthansa-Kunden, die ihre Flüge separat buchen, hat die neue Gebühr keine Folgen. Auf der Seite der Fluggesellschaft ändern sich die Preise nicht.

Mehr Kindergeld

Die im Sommer rückwirkend für den ersten Januar 2015 beschlossenen Erhöhung des Kindergeldes wird ab September ausgezahlt, teilt die Bundesagentur für Arbeit mit. Es gibt 8,9 Millionen Berechtigte in Deutschland. Beschlossen wurde eine Erhöhung des Kindergeldes um monatlich vier Euro je Kind und ab dem 1. Januar 2016 um weitere zwei Euro je Kind.

Damit erhöht sich der Betrag für das erste und zweite Kind von 184 auf 188 Euro, für das dritte Kind von 190 auf 194 Euro und für jedes weitere Kind von 215 auf 219 Euro pro Monat. Ab Januar 2016 sind es dann für Kind eins und zwei jeweils 190 Euro, für das dritte Kind 196 Euro und für jedes weitere Kind 221 Euro.

Im September gibt es erstmalig mehr. Die Nachzahlung für die zurückliegenden Monate solle bis spätestens Oktober erfolgen, so die Behörde. Das höhere Kindergeld werde automatisch gezahlt. Ein besonderer Antrag sei nicht erforderlich.

Höhere Kfz-Steuer

Neuwagen mit Benzin- oder Dieselantrieb müssen ab dem 1. September 2015 die strengere Abgasnorm „Euro 6“ erfüllen. Allgemein gilt: Liegt der CO2-Ausstoß von Neufahrzeugen über 95 Gramm pro Kilometer, wird eine Umweltsteuer fällig – die CO2-Steuer. Laut Kraftfahrsteuer-Gesetz errechnet sie sich aus Kohlendioxid-Emissionen und Hubraum.

Abgesehen von der CO2-Steuer fällt für jeden Halter eines Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor – ob Diesel oder Benziner, Neuwagen oder älteres Fahrzeug – der Kfz-Steuergrundbetrag an. Dieser Betrag berechnet sich nur nach dem Hubraum: Die entsprechende Zahl wird durch 100 geteilt und bei einem Diesel mit 9,5 multipliziert, bei Benzinern mal zwei genommen. Das Ergebnis ist der steuerliche Grundbetrag, der jedem Autobesitzer einmal im Jahr automatisch vom Konto abgebucht wird.

Mit der neuen Abgasnorm „Euro 6“ wird daher die Kfz-Steuer für Fahrzeuge, deren Erstzulassung ab September 2015 erfolgt, teurer. Die gesamte Steuer für alle Autos mit Verbrennungsmotor setzt sich aus dem Kfz-Steuergrundbetrag und gegebenenfalls der CO2-Steuer zusammen.

Heizungen müssen sparsamer werden

Ab 26. September 2015 gibt es für Heizungen und Warmwasserbereiter ein Effizienzlabel mit den Buchstabenklassen A++ bis G und Mindestanforderungen zum Energieverbrauch. Darauf sollten Verbraucher bei der Auswahl achten. Für neue Kaminöfen gelten seit diesem Jahr ebenfalls strengere Regeln für den Ausstoß von Staub und Kohlenmonoxid.

Deswegen sollten Verbraucher beim Kauf auf einen Nachweis gemäß der zweiten Stufe der Bundesimmissionsschutz-Verordnung achten. Öfen, die vor 1975 eingebaut wurden, müssen bereits ab Januar Grenzwerte einhalten oder mit einem Staubfilter ausgerüstet werden. Auskunft dazu geben Hersteller oder Schornsteinfeger.

Pilot-Versuch für Online-Sprechstunde

Am ersten September startet der Pilotversuch von Techniker Krankenkasse (TK), dem Bundesverband Deutscher Dermatologen (BVDD) und dem Lübecker Start-up Patientus. TK-Versicherte haben die Möglichkeit, ihren Hautarzt per Online-Video-Sprechstunde zu konsultieren. Damit solle die Tür zu echter Telemedizin im ambulanten ärztlichen Bereich geöffnet werden, so die Kasse. Patienten würden sich Wege und Wartezeiten ersparen, Ärzte volle Wartezimmer.

Die Online-Sprechstunde mache es den Medizinern einfacher, einen Patienten zu betreuen, nachdem Diagnose und Therapie einmal persönlich besprochen worden sind. Für Ärzte bedeute es zudem den Einstieg in eine neue Form vergüteter Arbeit sagt Klaus Rupp, Leiter des TK-Versorgungsmanagements. Und für Patienten böte die Online-Video-Sprechstunde perspektivisch ein medizinisches Angebot auch dort, wo keine Strukturen vorhanden sind – zum Beispiel in ländlichen Gebieten.

Mehr Geld für Bäcker-Azubis

Der neue Tarifvertrag zur Ausbildungsvergütung im Bäckerhandwerk tritt ab 1. September 2015 in Kraft. Künftig gibt es für Auszubildende während der Lehre mehr Geld. Demnach bekommen Lehrlinge im ersten Ausbildungsjahr 470 Euro monatlich brutto. Dies entspricht einer Erhöhung von 20 Euro.

Quelle: http://www.welt.de/wirtschaft/article145803408/Das-aendert-sich-in-Deutschland-am-1-September.html

Gruß an die Informierten

TA KI

Einwanderer füllen die Konten der Krankenkassen


Es gibt so viele gesetzlich Versicherte wie lange nicht. Vor allem Migranten treiben die Zahl in die Höhe. Und fast alle Neuen wollen zu einer bestimmten Kasse.

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Die gesetzliche Krankenversicherung hat im vergangenen Jahr einen ungeahnt hohen Zuwachs an neuen Versicherten verzeichnet. Die Statistik des Bundesgesundheitsministeriums verbucht bis Ende 2014 einen Zuwachs von fast 530.000 Versicherten – das entspricht etwa der Bevölkerung von Städten wie Dresden und Leipzig. Damit gehörten zum Jahreswechsel mehr als 70,6 Millionen Menschen der gesetzlichen Krankenversicherung an, so viele wie seit dem Jahr 2002 nicht mehr. 2012 war die Zahl auf einen Tiefstand von 69,6 Millionen gesunken. Seither geht es wieder bergauf: Die Marke von 70 Millionen wurde 2013 geknackt, 2014 ging es unvermindert nach oben.

Woher kommt der Zuwachs? Nicht aus der privaten Krankenversicherung, so viel steht fest. Diese war in den vergangenen Jahren mit knapp neun Millionen Kunden stabil oder sogar leicht rückläufig. Rückkehrer, die zuvor nicht versichert waren, fallen auch nicht ins Gewicht. So bleiben die Zuwanderer aus dem Ausland, um den Zuwachs an Versicherten zu erklären, zu denen im Grunde alle gehören, die nicht privat versichert sind.

Fachleute schätzen, dass zuletzt netto an die 550.000 Zuwanderer nach Deutschland gekommen sind, weil sie hier Arbeit suchen und finden. Genaue Zahlen sollen im Frühjahr vorliegen. Zuvor waren 430.000 gekommen. Es sind meist Menschen aus dem von der Rezession gebeutelten Griechenland, aus von hoher Arbeitslosigkeit gekennzeichneten Ländern wie Spanien und Portugal, aus dem von Armut geprägten Südosteuropa oder aus den aufstrebenden Nachbarländern im Osten.

„Ein Gewinn für die gesetzliche Krankenversicherung“

Der deutsche Arbeitsmarkt nimmt sie mit offenen Armen auf. Auch das lässt sich aus der Statistik ablesen. Denn sie gibt auch Auskunft über jene unter den Versicherten, die als Berufstätige Beiträge an die Krankenkasse abführen, was mitversicherte Ehegatten und Kinder nicht tun. Tatsächlich zeigt auch die Kurve derjenigen nach oben, die beschäftigt sind. Ende 2014 waren es 28,7 Millionen Mitglieder, rund 600.000 mehr als im Vorjahr. Die Zahl derjenigen mit Anspruch auf Krankengeld – das sind jene Berufstätigen, die nach mehr als sechs Wochen Krankheit Anspruch auf Unterstützung der Kasse haben – stieg ebenfalls um rund 600.000 auf annähernd 30 Millionen.

„Der Anstieg der Beschäftigtenzahlen ist vor allem mit Zuwanderung sowie mehr erwerbstätigen Frauen und Älteren zu erklären“, analysiert das Bundesgesundheitsministerium. Der Blick in die Tabellen zeigt: Die Zahl der mitversicherten Familienangehörigen lag Ende 2014 um knapp 150.000 unter dem Vorjahresstand. Der Rückgang erklärt sich wohl vor allem damit, dass Frauen eine Arbeit neu oder wiederaufgenommen haben. Die Zahl der mitversicherten Kinder ist konstant. Um mehrere zehntausend zurückgegangen ist die Zahl der Arbeitslosengeldbezieher.

Der deutliche Anstieg der Mitgliederzahlen sei eine grundsätzlich positive Entwicklung für die gesetzlichen Krankenkassen und die Sozialsysteme, urteilt das Gesundheitsministerium. Seit 2011 sei eine dynamische Lohnentwicklung und eine dynamische Entwicklung bei den Beschäftigtenzahlen zu beobachten. Beides führt zu steigenden Beitragseinnahmen im Gesundheitsfonds und zu höheren Zuweisungen an die Kassen.

Fast alle Krankenkassen verbuchen Zugewinne

Die zugewanderten Neumitglieder seien „buchstäblich ein Gewinn für die gesetzliche Krankenversicherung“, sagt der Sprecher ihres Spitzenverbands, Florian Lanz, denn er weiß: „Die von ihnen gezahlten Beiträge sind unter dem Strich höher als die von den Kassen zu bezahlenden Krankheitskosten.“ Diese doppelte Rendite hebt auch das Haus von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hervor. Bei den Zuwanderern handele es sich „häufig um relativ junge Erwerbstätige, die vergleichsweise wenig Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen in Anspruch nehmen“. Mitversicherte Familienmitglieder fallen dabei offenbar auch nicht in einem statistisch auffallenden Maß an.

Das umlagefinanzierte Sozialsystem bringt es mit sich, dass der Nutzen aus Zuwanderung und höheren Sozialbeiträgen heute anfällt und zeitnah in Form steigender Ausgaben und besserer Leistungen konsumiert wird. Diejenigen, die davon im solidarischen System profitieren, sind in der Regel nicht diejenigen, die heute einzahlen. Bleibt die offene Frage, wer später für sie zahlt, wenn sie einmal – älter und gebrechlicher – auf Leistungen angewiesen sind.

Einfacher beantworten lässt sich die Frage, welche Krankenkassen in welchem Maß von den Wanderungsbewegungen profitiert haben. Nach der amtlichen Statistik haben trotz des enormen Zulaufs die Knappschaft und vor allem die Landwirtschaftliche Krankenkasse Versicherte verloren. Alle anderen Kassenfamilien verbuchen Zugewinne und verteidigen ihre Position im Ranking. Die Allgemeinen Ortskrankenkassen, die zweitgrößte Kassenart, nehmen 86.000 neue Versicherte auf, die Betriebskrankenkassen 67.000, die Innungskassen wachsen minimal.

Besonders auffällig ist allerdings die Entwicklung bei der größten Kassenart, den Ersatzkassen. Nach den Dezemberzahlen haben sie überproportional zugelegt. Eine Kasse sticht dabei ganz besonders hervor: die Techniker Krankenkasse (TK). Unter dem Strich ist fast der gesamte Versichertenzulauf der Ersatzkassen dort gelandet. Die TK zählte zum Jahresende 9,2 Millionen Versicherte. Die TK bekam 474.000 Versicherte hinzu und verbuchte vier Fünftel des gesamten GKV-Zuwachses für sich. Wie ein paar andere, meist kleinere Kassen hatte die Kasse 2014 werbewirksam Prämien ausgeschüttet und liegt wie viele andere im neuen Jahr unter dem durchschnittlichen Beitragssatz von 15,5 Prozent.

Quelle: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/migranten-fuellen-die-konten-der-krankenkassen-13370374.html

Gruß an die, die in ALLEM etwas „Gutes“ erkennen

TA KI