Schädigende Handy-Strahlung


Eine großangelegte von der EU finanzierte Studie hat nun bewiesen, was angeblich nicht zweifelsfrei bewiesen werden kann: Daß nämlich technische Mikrowellenstrahlung wie sie jedes Handy aufweist, tatsächlich menschliche Zellen schädigt.

Von: Benjamin Seiler

52 Monate lang, vom Februar 2000 bis zum Mai 2004, haben sich zwölf Forschergruppen aus sieben europäischen Ländern mit der Frage auseinandergesetzt, ob die bei der Telekommunikation eingesetzte Mikrowellenstrahlung für den Menschen schädlich ist. Falls ja, müßte man menschliche Zellkulturen unter Laborbedingen gezielt schädigen können, wenn sie mit Mikrowellen bestrahlt werden. Diese so genannten in vitro -Versuche wurden von der Stiftung VERUM geplant und organisiert. Verschiedene Universitäten, darunter die ETH Zürich, die Freie Universität Berlin und die Universität Wien, führten die Testreihen im so genannten Doppelblind-Verfahren durch, die Forscher wußten also nie im voraus, welche Zellprobe bestrahlt wurde und welche nicht. Fazit.

Reflex-Studie

Die in diesem Sommer als REFLEX-Studie bekannt gewordenen Resultate stimmen nachdenklich. Prof. Dr. med. Franz Adlkofer, wissenschaftlicher Direktor der Stiftung VERUM: „Unsere Ausgangshypothese war, daß wir trotz Einsatz modernster Untersuchungstechniken nicht in der Lage sein würden, den Nachweis zu führen, daß EMF-Wellen das Programm lebender Zellen negativ beeinflussen können. Es kam anders als wir dachten.“
Menschliche Blutzellen, die künstlicher Mikrowellenstrahlung ausgesetzt wurden, wiesen einen „signifikant hohen“ Grad von so genannten Micronuclei auf – das heißt, bei der Zellteilung wird Material von den DNA-Strängen abgespalten und bleibt als kleiner Extrakern übrig. Das ist krankhaft und sollte nicht sein.

Außerdem wiesen die bestrahlten Zellen wiederum „signifikant hohe“ Strangbrüche in der DNA auf – mit anderen Worten: die menschliche Erbsubstanz wird geschädigt.
Eine Chromosomenanalyse der Wiener Arbeitsgruppe ergab, daß sowohl niederfrequente als auch hochfrequente EMF-Strahlung in menschlichen Fibroblasten [Bildungszellen des faserigen Bindegewebes] Chromosomenaberrationen verursachen können. Franz Adlkofer: „Ganz offensichtlich verläuft die DNA-Reparatur in den Zellen nicht so fehlerfrei, daß mögliche Folgeschäden ausgeschlossen werden können.“ Im Klartext: Die beobachteten Veränderungen in der Erbsubstanz könnten der Beginn einer Tumorerkrankung sein.

So kommen die Autoren der REFLEX-Studie denn auch zum Schluß, daß eine gentoxische [die Gene schädigende] Wirkung auf menschliche Zellkulturen erwiesen sei – und zwar unterhalb der heute geltenden Grenzwerte. Nun müsse man umgehend erforschen, ob dies auch in vivo, also für lebende Menschen gelte. Der gesunde Menschenverstand könnte diese Frage leicht beantworten, die von der EU-Kommission finanzierten Forscher müssen leider etwas diplomatischer vorgehen.

Mediziner warnen vor Handys

Die Wiener Ärztekammer ging einen Schritt weiter und reagierte mit einem Leitlinienkatalog auf die Veröffentlichung der REFLEX-Studie. Darin ruft sie die Bevölkerung zu mehr Sorgfalt im Umgang mit Mobilfunkgeräten auf, was insbesondere für Kinder gelte, da diese gegenüber hochfrequenter Strahlung empfindlicher seien als Erwachsene. Man solle nur in dringenden Fällen mit dem Handy telefonieren, und zwar so kurz wie möglich. Das Tragen von Handys in der Hosentasche könne die Fruchtbarkeit beeinträchtigen und habe unterlassen zu werden, warnen die Mediziner. Es wird zudem empfohlen, Handys nachts auszuschalten und vom Spielen am Handy abzusehen.

Erik Huber, Referent für Umweltmedizin der Wiener Ärztekammer, nimmt denn auch kein Blatt vor den Mund: „Würden Medikamente dieselben Prüfergebnisse wie Handystrahlen liefern, müßte man sie sofort vom Markt nehmen.“

Quelle: http://www.zeitenschrift.com/artikel/Reflex-Studie-schaedigende-handy-strahlung#.VGKYLckUkTw

Gruß an die Vieltelefonierer

TA KI