Erdogan für Bodentruppen in SyrienTürkei will in Kampf gegen IS eingreifen


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Durch die Aufnahme Zehntausender Flüchtlinge ist die Türkei direkt vom Bürgerkrieg in Syrien und im Irak betroffen. Nun will das Land auch in den Kampf gegen den Islamischen Staat eingreifen. Laut Präsident Erdogan reichen Luftangriffe aber nicht aus.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat eine militärische Unterstützung seines Landes für die von den USA angeführte Koalition gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) in Aussicht gestellt. Wie die Zeitung „Hürriyet“ berichtete, sprach sich Erdogan auf dem Rückflug aus den USA außerdem für den Einsatz von Bodentruppen in Syrien aus. „Die Türkei wird alles tun, was ihre Pflicht ist“, versicherte er laut der Zeitung.

Erdogan sagte, um die 900 Kilometer lange türkisch-syrische Grenze zu sichern und die zu Zehntausenden in die Türkei flüchtenden Syrer zu schützen, müssten Puffer- und Flugverbotszonen eingerichtet werden. Auch dazu seien Bodentruppen erforderlich. Luftangriffe alleine reichten für eine dauerhafte Lösung im Anti-Terrorkampf nicht aus.

Die US-Luftwaffe fliegt seit Anfang August Angriffe auf Stellungen der IS-Miliz im Irak, seit dieser Woche außerdem in Syrien. Unterstützt wird sie dabei von Jordanien, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Militärische Unterstützung in der Luft erhalten die USA aus Europa von Frankreich und Großbritannien. Dänemark, Belgien und die Niederlande kündigten ebenfalls militärische Unterstützung an.

Nach Angaben von Menschenrechtlern könnten die US-geführten Luftschläge in Syrien auch Zivilisten getroffen haben. Mindestens sieben Menschen, darunter fünf Kinder, seien bei einem US-Angriff auf ein nordsyrisches Dorf am letzten Dienstag getötet worden, meldete Human Rights Watch (HRW) unter Berufung auf drei Augenzeugen.

Demnach sei in den Morgenstunden des Dienstags ein US-geführter Luftangriff auf Stellungen der islamistischen Al-Nusra-Front nahe der nordsyrischen Stadt Idlib erfolgt. Dabei seien auch zwei Wohnhäuser in einem einen Kilometer von dem Islamistenstützpunkt entfernten Dorf bombardiert worden. Pentagonsprecher John Kirby hatte bereits am Donnerstag versprochen, den Vorfall zu untersuchen. Er sehe jedoch „keine glaubwürdigen Berichte“ für den Tod von Zivilisten.

Islamistenanführer getötet

Bei einem US-Luftangriff in Nordsyrien soll derweil der Anführer der radikalen Islamistengruppe Chorasan getötet worden sein. Das auf die Überwachung islamistischer Internetseiten spezialisierte Unternehmen Site meldete, ein früheres Mitglied der Extremistengruppe habe am Samstag mehrere Mitteilungen über den Kurzbotschaftendienst Twitter verschickt, in denen er sein Beileid für den Tod von Muhsin al-Fadhli und Abu Jusuf al-Turki aussprach. Al-Fadhli ist der mutmaßliche Anführer der Chorasan-Grupp, al-Turki ein Kommandeur.

Die Tweets deuten darauf hin, dass die beiden Anführer bei den US-Luftangriffen im Norden Syriens getötet wurden. Neben Zielen des IS und der Al-Nusra-Front hatten die USA auch Stellungen der Chorasan-Gruppe bombardiert. Die bis vor Kurzem noch unbekannte Extremistengruppe wurde laut US-Regierung von Al-Kaida-Veteranen gegründet, um Anschläge in den USA und Europa vorzubereiten. Experten äußerten jedoch Zweifel an der Existenz der Gruppe.

syrien türkeiQuelle: http://www.n-tv.de/politik/Tuerkei-will-in-Kampf-gegen-IS-eingreifen-article13688011.html

Gruß an die Friedvollen

TA KI