Wie zwitschert welcher Vogel


Gruß an die Wissenden und Aufmerksamen
TA KI
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Schattenseite des Sommers: Hitzeschutz für Haustiere


Der Sommer ist für viele Menschen die schönste Zeit im Jahr. Aber nicht nur sie kommen ordentlich ins Schwitzen: Haustiere leiden oft mehr unter der Hitze, als viele meinen.

hitze- Hunde

Besonders alten und chronisch kranken Tieren machen die hohen Temperaturen zu schaffen. Im schlimmsten Fall erleiden sie einen Hitzeschlag, der sogar tödlich sein kann. Damit es keinesfalls so weit kommt, müssen Halter ihre Tiere genau im Blick haben.

Hunde: «Hunde kühlen sich nicht durch Schwitzen ab, so wie Menschen – sondern mit Trinken und Hecheln», sagt Birgitt Thiesmann von der Tierschutzorganisation Vier Pfoten. Deshalb ist es besonders wichtig, immer genug Flüssigkeit für den Vierbeiner bereitzustellen. «Am besten sollte man den Wassernapf an einem schattigen Platz anbieten», empfiehlt die Expertin.

Kühle Plätze im Haus oder in der Wohnung sollten außerdem immer frei zugänglich für den Hund sein. Vom Gassi-Gehen in der prallen Mittagssonne rät Thiesmann grundsätzlich ab. «Wer im Sommer mit dem Hund raus will, sollte das am frühen Morgen und am späten Abend machen», sagt sie.

Ganz wichtig: Halter sollten das Tier niemals im geparkten Auto lassen – auch nicht bei offenem Fenster oder Schiebedach. «Ein Hitzeschock kann dem Vierbeiner innerhalb weniger Minuten zusetzen», warnt die Expertin. Warnsignale sind eine tiefrote Zunge, Hecheln mit gestrecktem Hals, ein glasiger Blick und Benommenheit. Dann sollte der Hund so schnell wie möglich zum Tierarzt. Davor hilft es, ihn mit feuchten Tüchern am Körper zu kühlen.

Ein weiterer Trick, um zu prüfen, ob das Tier überhitzt ist: «Man drückt die Finger auf das Zahnfleisch des Hundes: Bleibt die Stelle weiß und färbt sich nicht schnell wieder rot, ist der Kreislauf betroffen», erklärt Thiesmann. Übrigens: Nur wenige Hunderassen sollten im Sommer geschoren werden, dazu gehören Pudel, Schnauzer und rauhaarige Terrier. Andere Rassen wie Golden Retriever und Schäferhunde brauchen ihr Fell für die Wärmeisolation und zum Schutz vor Sonne.

Katzen: Katzen sind etwas selbstständiger und suchen sich allein schattige Plätze. Solche müssen ihr allerdings natürlich auch angeboten werden. «Im Sommer sollte man Katzen nicht mit auf den Balkon nehmen», sagt Thiesmann. Auch bei ihnen gilt: Sie müssen immer mit genug Wasser versorgt sein. Geht eine Katze auch im Sommer nach draußen, kann man ihr etwas Sonnencreme auf Nase und Ohrmuscheln geben.

Vögel: Vögel sind besonders auf die Hilfe der Menschen angewiesen, wenn es um Abkühlung im Sommer geht. «Der Käfig sollte an einem schattigen Ort stehen – mit genügend frischer Luft», sagt Norbert Kummerfeld von der Klinik für Heimtiere, Reptilien, Zier- und Wildvögel in Hannover. Wenn es richtig heiß ist, sorgen feuchte Tücher, die über den Käfig gelegt werden, für etwas Frische.

«Vögel brauchen außerdem jederzeit Wasser zum Trinken und zum Baden», betont der Tierarzt. Es sollte regelmäßig gewechselt werden, damit sich keine Bakterien ansiedeln. Mit einer Sprühflasche können Halter Wassertröpfchen in den Käfig sprühen. «Doch Besitzer sollten darauf achten, ob der Vogel überhaupt nass werden will», rät Kummerfeld.

Kaninchen, Meerschweinchen und Hamster: Auch der Käfig der kleinen Nager sollte an einem schattigen Platz stehen. «Am besten ist es, ihn in die Wohnung zu stellen», empfiehlt Astrid Behr vom Bundesverband Praktizierender Tierärzte in Frankfurt am Main. Denn im Freien ist es für Kaninchen und Co. eher zu heiß. «Die Tiere sollten nur in das Außengehege, wenn es genug kühle und schattige Rückzugsmöglichkeiten für sie gibt», sagt die Tierärztin. Ansonsten mögen sie es im Zimmer gut gelüftet und mit heruntergelassenen Rollläden. Feuchte Tücher über dem Käfig bringen auch ihnen zusätzliche Abkühlung.

Besonders schwierig seien die Umstände in einer Dachgeschosswohnung, erzählt Behr. «Dort ist es meistens sehr schwül und warm – Temperaturen über 25 Grad machen den Tieren auf Dauer zu schaffen.» Atemnot und starkes Hecheln können dann die Folge sein. «Bei solchen Symptomen herrscht umgehend Handlungsbedarf», sagt die Expertin. Trinkwasser, kalte Tücher und ein Tierarzt helfen.

Exoten: Auch Leguane und Schildkröten brauchen im Sommer kühle Ruheplätze. Besonders wichtig: viel Wasser – und zwar nicht nur zum Trinken. «Die Tiere nehmen gerne ein abkühlendes Bad und mögen es schattig», sagt Norbert Kummerfeld.

Quelle: http://www.arcor.de/content/leben/tiere/3779255,1,Schattenseite-des-Sommers%3A-Hitzeschutz-f%C3%BCr-Haustiere,content.html

Gruß an die, die auf ihre vierbeinigen Freunde achten

TA KI

Zwei Vögel für ein Halleluja


Vögel sind auch nur Menschen – auch wenn sie nicht Auto fahren, kein Sparkonto haben und nicht jedes Wochenende shoppen gehen. Vielleicht sind sie etwas glücklicher und freudiger als wir. Und was wir schon gar nicht wahrhaben wollen: Sie sind zu unserer Freude da!

Von: Ursula Seiler

Einer der größten Philosophen der arabischen Welt heißt Abu Markub. Fast den ganzen Tag steht er irgendwo an den Ufern des Nil und denkt nach. „Ich stehe ganz friedlich, meist auf einem Bein, in der Gegend herum und lasse die Dinge um mich herum geschehen“, erläutert Abu. Dafür, dass er nur rumsteht und scheinbar nichts tut, hat er kein schlechtes Gewissen, im Gegenteil: „Große Denker waren niemals große Flitzer“, verteidigt er sich. „Wenn man in der Gegend rumflitzt, kann man nicht so gut nachsinnen.“

zuversicht

Abu steht also da – gern auch in den Papyrussümpfen und sinniert. Beispielsweise über die Zusammenhänge zwischen den Religionen – und ganz besonders innig über die Beziehung zwischen dem Judentum, dem Islam und dem Christentum. Das tut er, weil all diese Religionen gewissermaßen in seiner Heimatgegend entstanden sind. Hören wir einmal, zu welchen Schlüssen Abu Markub gekommen ist: „Ihr vergesst alle, bei diesen eher patriarchalischen Religionen, das Weibliche. Das Weibliche kommt in diesen Religionen fast nur im Jungfräulichen und im Hurenhaften vor. Die Frau hat in diesen Religionen keine sehr große Wertschätzung. Das ist nicht richtig. Das hatte die Kultur am südlichen Nil, am Weißen Nil, begriffen. Sie hat die matriarchalischen und die patriarchalischen Strukturen in einer guten Weise verknüpft. Darüber sinne ich nach.“

Abu Markub hat Kenntnis von der siebenhundertjährigen, matriarchalischen Kultur im Reiche Kusch, das in vorchristlicher Zeit im Bereich des heutigen Sudan am Nil blühte. Dort herrschten Pharaoninnen und es gab auch Pyramiden, wenn auch nicht ganz so große wie die patriarchalischen im Norden Ägyptens.

Abu Markub wüsste auch, wie die drei monotheistischen Weltreligionen sich mit dem Ur-Weiblichen wieder versöhnen könnten – würde man ihn nur um Rat fragen: „Indem ihr einen anderen Umgang mit der Sexualität lernt. Das wird das Entscheidende sein, denn Sexualität ist eine Angelegenheit, die weder nur heilig noch nur verwerflich ist, sondern sie gehört zu den normalen Lebensbedingungen der Menschen; und zwar noch eine ganze Weile. Durch eure Fixierung auf dieses Thema – entweder in der Ablehnung auf der einen Seite oder aber in der Gier auf der anderen – kommt die Missachtung der Frau in die Religion hinein, auch in das übrige Leben.“ Das Männliche und das Weibliche, so Abu Markub, müssten endlich als gleichwertig erkannt werden. „Dann würde die Fixierung auf die männliche Seite normalisiert und die Frau mehr wertgeschätzt werden. Dann würde es nicht mehr so wichtig sein, dass der Mann in Bezug auf die Frau behauptet: Sie ist mein! Eigentlich wird damit auch der Wert der Frau, wenn auch in übersteigertem Sinn, angedeutet. Denn wenn die Frau wertlos wäre, gäbe es keinen Grund, sie als Besitztum des Mannes zu bezeichnen. Insofern solltet ihr erkennen, dass die Frau sehr wertvoll ist, aber ihr solltet sie auf die gleiche Stufe wie den Mann stellen.“

Abu Markub kennt sich auch mit Tabus aus. Er sagt, die in Afrika noch immer weit verbreitete Genitalverstümmelung habe nichts mit dem Islam gemein, sondern stamme aus viel älteren Quellen. „Es geht darum, dass man das, was eigentlich einen hohen Wert hat, verstümmelt. Das kommt daher, dass die Frau und ihre Scheide als besonders magisch angesehen wurden. Da man der Frau aber diese Magie nicht gegönnt hat, hat man durch die Genitalverstümmelung die Magie auf den Mann übertragen. Die Genitalverstümmelung ist eine widerliche Praxis, die mit Kultur nichts zu tun hat.“

Der deutsche Abenteurer und Extremsportler Rüdiger Nehberg hat sich bei diesem Thema besondere Verdienste erworben. Er reiste nach Äthiopien, rief alle islamischen Würdenträger und Stammesführer zusammen und erklärte ihnen, dass die Genitalverstümmelung überhaupt nichts mit dem Islam zu tun habe und dass auch nichts dergleichen im Koran enthalten sei – und erreichte damit, dass man offiziell feststellte, Genitalverstümmelung sei Gottesanmaßung. Schließlich hat Allah die Menschen nach seinem Ebenbild geschaffen, und das Herumschnippeln am Menschen bedeutet, dass man sich über Allah erhebt. Nehberg erreichte sogar, dass dies von den obersten Geistlichen des sunnitischen Islam in Kairo an der Al-Azhar-Universität entsprechend festgestellt wurde. Die Stammesführer sind nun gehalten, dies den Menschen in ihrem Bereich mitzuteilen.

Abu Markub gibt preis, dass er versucht habe, Nehberg unbewusst für diese grandiose Leistung zu inspirieren. „Ich habe ihm die Zugänge zu diesem Thema und zu den entsprechenden Menschen geschaffen.“

Abu Markub ist für die Afrikaner ein Heiliger. Das ist auch der Grund, weshalb er nicht gejagt wird. Im Übrigen ist er ein „Mann“ der Tat, nicht nur der Worte. Selbst lebt er die Gleichberechtigung in vollkommener Weise: Einmal brütet er, einmal seine Frau. Denn Abu Markub ist von Beruf Schuhschnabel (das ist die deutsche Übersetzung seines arabischen Namens) und gehört zur Gattung der Schreitvögel.

Wenn Sie, lieber Leser, nun denken, die ZeitenSchrift spinnt, dann kann ich das gut nachvollziehen. Wobei ich den Ball weitergeben müsste und sagen, die Flensburger Hefte spinnen. Stammen die Informationen doch aus deren drittem Band der Gespräche mit Tieren. Eigentlich sind wir allen Kommunikationen mit höheren Wesen oder Welten gegenüber extrem kritisch – das meiste davon ist nicht, was es vorgibt zu sein. Einiges spricht dafür, dass Verena Staël von Holstein keine abgedriftete Spiritismus-Tante ist, hat sie doch so Bodenständiges wie Vermessungswesen und Hydrographie studiert und arbeitete als Programmiererin und in der Seevermessung. Dass sie schon als Kind Naturwesen sehen konnte, erschien ihr als normal und sie macht in keiner Form ein Geschäft aus ihrem „Gewerbe“ – auch nicht in Sachen Ruhm. Sie scheut jede Form der Öffentlichkeit und möchte ein so unbehelligtes Leben wie möglich führen.

Wenn sie mit einem Tier spricht, dann wendet sie sich an die Seele dieses Tieres, die bei höher entwickelten Spezies durchaus individuelle Züge aufweist. Eine Seele, die „eigentlich ein ziemlich hochstehendes geistiges Wesen“ ist. „Eine solche Seele“, so Staël von Holstein, „hat auch ein einzelnes Tier. Mit dieser Seele kann man sprechen. Und diese Seele kann auch nicht vergessen. Die äußere wissenschaftliche Forschung hat schon mehrfach belegt, z.B. bei Elefanten, dass Tiere nicht vergessen können. Das ist eigentlich der schlüssige Beweis, dass Tiere am Allwissen teilnehmen. Normalerweise brauchen sie, um ihren Alltag zu bewältigen, das Allwissen nicht.“ Denn natürlich denkt ein Schuhschnabel nicht pausenlos über die von ihm erwähnten Themen nach. „Wenn sie aber in eine solche Sondersituation kommen, dass sie für Menschen, sogar zur Veröffentlichung, interviewt werden, dann schließen sie sich blitzschnell an das Allwissen an, denn auch jedes höher entwickelte Tier ist nicht dumm. Jeder Besitzer einer Katze oder eines Hundes weiß, dass diese Tiere eigentlich ziemlich schlau sind. Mit einem Regenwurm funktioniert das allerdings nicht. Der hat zwar auch eine Seele, aber die ist fast genauso weit weg wie sein Ich. Wenn wir mit niederen Tieren sprachen, so hat sich meist das Tier-Ich, also das Große Tier oder der Engel eingeschaltet. Denn die einzelne Seele eines niederen Tieres bekomme ich nur sehr schwer zu packen.“

Befragt, ob die Seele eines solch höheren Tieres dann einfach in der ätherischen Welt, dem Allwissen und in der Akasha-Chronik nachschaue, wenn sie durch eine entsprechende Menschenfrage auf etwas verwiesen werde, antwortet Staël von Holstein, dass es sich dabei um drei verschiedene Bereiche handle: „Die ätherische Welt ist nicht unbedingt identisch mit der Akasha-Chronik, auch nicht identisch mit dem Allwissen. Das Allwissen und die Akasha-Chronik sind Geschwister. Die Akasha-Chronik ist das Archiv des Allwissens. Das Allwissen selbst ist die Sphäre des Wissens, die die Erde umgibt, die auf der einen Seite von den Menschen angezapft werden kann, andererseits genauso von den Menschen bestückt wird. Genauso wird die Sphäre des Allwissens aber auch von höheren Naturwesen und von geistigen Wesen – bildlich von oben – bereichert. In dieser Sphäre sind die Ideen, die um die Welt schweben und in das Bewusstsein einzelner Menschen treten – im Guten wie im Bösen. Die Sphäre des Allwissens ist moralfrei. Diese Sphäre kann sowohl von der guten als auch von der schlechten Seite genutzt werden. Moral bringen erst wir Menschen dort hinein. Die ätherische Welt ist diejenige Welt, in der die Lebenskräfte weben.“

„Viele Menschen haben an mich die Frage: Wie machen Sie das eigentlich? Dabei schwingt auch immer ein gewisser Zweifel mit. Wenn ich Besuch habe, kommen die Leute oft mit dieser Frage auf den Lippen. Wenn sie dann einmal miterlebt haben, wie ich mit den Naturwesen spreche, ist diese zweifelnde Frage verschwunden. Das habe ich bis jetzt niemals anders erlebt.“ Im Übrigen würden die Gespräche für sich sprechen.

Wenn sie mit einer einzelnen Tierseele spreche, so Staël von Holstein, dann geschehe es schon ab und zu, dass auch das „Große Tier“ hinzukomme. Als „Großes Tier“ bezeichnen wir jenes Wesen aus der Naturengel-Hierarchie, welches die Gesamtheit seiner Tierart beseelt, lenkt und leitet. Dieser Naturengel ist in Wahrheit das, was die Wissenschaft „Instinkt“ nennt. Der Naturengel – meist mit dem Sanskrit-Wort „Deva“ bezeichnet – ist es, der den Zugvögeln den richtigen Zeitpunkt vermittelt, wann und wo sie sich zu versammeln und gen Süden zu ziehen haben. Er begleitet sie auch auf ihrem Weg – und er, sein Wesen und seine Energie sind es, die sich auch im Einswerden des Schwarms manifestieren: Jeder Vogel ist dann nur noch eine zentral gelenkte Zelle im großen Schwarm-Organismus. Das ist auch der Grund dafür, weshalb Schwarmvögel sehr oft, wenn sie landen, sich schütteln und plustern – sie gehen von der Zelle im Gesamtorganismus wieder in ihre Individualität über. Die Schwarm-Kommunikation findet auf elektromagnetischer Ebene statt und kann daher durch eine gewisse Menge an Elektrosmog in der Luft auch gestört werden.

Wenn sich also ein Tier beim „Interview“ etwas überfordert fühlt, kommt das Große Tier hinzu und hilft beim Beantworten der Fragen. Wie beim Menschen ist die Intelligenz der Tiere unterschiedlich ausgebildet. Während beispielsweise der tanzbegabte Paradiesvogel und der Strauß nicht gerade Intelligenzbestien seien, sind Spechte oder Raben ziemlich klug, aber lange nicht so intelligent wie Papageien.

Wie der Papagei plappern lernt

„Wir sind die klügsten Vögel“, sagt denn auch Ferdi, ein hellroter Ara, stolz von seiner Art. Wie hoch entwickelt Papageien sind, zeigt sich auch in ihrem Sozialverhalten. „Wir haben keinen Chef und benehmen uns auch ohne Chef gut. Wir sind der durchlichtete Freundesverband, wir sind alle Gleiche unter Gleichen. Wir ehren das Alter, lassen die alten Aras immer vor und trotzdem gibt es unter uns keine Streitigkeiten, weil jeder von uns genügend eigenständige Persönlichkeit hat und nicht dauernd etwas von einem anderen abgucken muss. Ein solches Sozialverhalten gibt es sehr selten unter Vögeln“. Aras haben auch kein festes Revier. Warum das so ist, erklärt Ferdi so: „Wir sind Weltbürger! Die ganze Welt ist unser Revier! Wir sind überall dort, wo das Licht hinscheint. Am liebsten sind wir aber dort, wo das Licht einmal am Tag direkt von oben kommt. Überall dort, wo die Sonne einmal am Tag den Boden küsst, sind die Aras zu Hause.“ Diese starke Lichteinstrahlung in der Äquatorgegend sei auch der Grund für die Buntheit seines Gefieders. „Da die Farbigkeit in den Tropen einmal pro Tag um die Mittagszeit direkt von oben in die Erde eintätowiert wird, ergeben sich bei den Aras diese wunderschönen Farben.“ Diese Beziehung zum Licht, das immer auch eine inspirative Qualität habe, sei auch der Grund dafür, dass die Aras „sprechen“ lernen können. Wobei es sich dabei lediglich um ein Nachahmen handelt.

Ferdi: „Ich kann auch einen Staubsauger nachmachen. Wenn ein Mensch eine Katze im Haus hat und ich einen Staubsauger nachmache, ist die Katze verschwunden. Katzen mögen keine Staubsauger. Katzen finden Staubsauger grässlich. Wenn wir einen Menschen sprechen hören und dies nachsprechen wollen, müssen wir üben. Wir beginnen immer mit Teilen des Lautgebildes und setzen mit der Zeit alles richtig zusammen. Wir können nicht gleich das gesamte Wortgeräusch nachahmen. Wir hören immer wieder hin, dann üben wir, wie es den Vögeln allgemein zu Eigen ist. Auch eine Amsel nimmt Melodien anderer Vögel oder Geräusche von Menschen in ihren Gesang auf, wenn sie diese regelmäßig hört.“ Wobei der Ara durchaus unterscheiden kann, ob er etwas richtig oder falsch nachspricht – „sonst könnte ich ja durch Üben nicht besser werden. Den Sinn verstehe ich nicht.“

Die Reaktion der Menschen ist ihm dabei keineswegs egal: „Nein, das ist mir nicht egal, weil ich ein geselliges Tier bin. Und so suche ich durch meine Äußerungen, die Wesen um mich herum zu motivieren, dass sie sich mit mir beschäftigen. Normalerweise sind wir ja viele, sitzen nebeneinander und kuscheln miteinander und deswegen schmusen wir auch mit Menschen. Wir brauchen Körperkontakt. Wie gesagt, den Sinn des Wortes verstehe ich nicht, ich merke aber schon, ob ein Mensch darauf positiv oder negativ reagiert. Wenn ihr mir ein übles Wort beibringt und darauf positiv reagiert, werde ich meinen, dass dies etwas Positives ist. Ich spreche nicht bedeutungs-, sondern nur situationsbezogen. Ich kann wissen, wenn ich jeden Morgen zu einem Menschen immer das Gleiche sage, dass er dann positiv reagiert.“ (Hierbei sei angefügt, dass die Kommunikation mit Verena Staël von Holstein auf einer Ebene stattfindet, die über der Wörtersprache liegt. Sie geschieht sehr schnell und in übersprachlichen Begriffen oder Gedanken. Es ist an ihr, das Empfangene jeweils in menschliche Sprache zu kleiden.)

Da die Aras so gesellige Vögel sind, brauchen sie unbedingt Gesellschaft, wenn sie vom Menschen gehalten werden. „Deswegen sind Käfige mit einsamen Aras, um die sich niemand kümmert, etwas ganz Hässliches“, sagt Ferdi. „Dann beginne ich, mir die Federn auszureißen. Denn dann werde ich melancholisch und will nicht mehr schön sein. Wenn man mir aber einige Gesellen in den Käfig gibt oder ein Mensch sich sehr intensiv um mich bemüht und eine Freundschaft zwischen Papagei und Mensch entsteht, dann bin ich auch dem Menschen ein guter Gefährte – und der Mensch mir. Denn der Mensch tut viele verrückte und spannende Sachen für mich. Außerdem hat der Mensch keinen Schnabel. Warum habt ihr keinen Schnabel? Warum habt ihr einen so unpraktischen Mund?“

Wolfgang Weirauch (der Interviewer): „Das weiß ich nicht.“

Ferdi: „Ihr könnt euch nicht am Mund aufhängen, ihr könnt damit keine Nüsse knacken. Außerdem habt ihr nicht eine so kräftige Zunge wie wir. Wir sind nämlich sehr bewusste Vögel und ein Teil dieses Bewusstseins geht in unsere Zunge hinein.“

Papageienpärchen bleiben übrigens das ganze Leben zusammen. Und unter den Männchen gibt es auch keine Rivalenkämpfe. „Organisiert euch Menschen doch auch so, wie wir es tun“, rät Ara Ferdi. „Dann wird es unter euch kaum noch Streit geben. Unser einziger Feind ist der Mensch.“

Was die Amsel unanständig findet

raubvögelPapageienpärchen bleiben übrigens das ganze Leben zusammen. Und unter den Männchen gibt es auch keine Rivalenkämpfe. „Organisiert euch Menschen doch auch so, wie wir es tun“, rät Ara Ferdi. „Dann wird es unter euch kaum noch Streit geben. Unser einziger Feind ist der Mensch.“ Das ist besonders tragisch, da das Vogelreich dem Menschen ein Freund sein will und sein Lied meist für den Menschen singt. Zwar sind die Morgengesänge der Vögel eine Hymne an die Sonne – das Göttliche – das einen neuen Tag schenkt, doch ansonsten singt ein Vogel zu des Menschen Erquickung. Das sagt auch die Amsel, deren Gesang fast nur noch von der Nachtigall übertroffen wird. Meist ist es der Amselmann, der singt, weil das Weibchen ja mit der Aufzucht der Jungen beschäftigt ist. Und singen und brüten geht nicht zusammen, jedenfalls nicht im Vogelreich. „Das Singen ist uns so wichtig, dass wir während dessen alles andere lassen. Nach euren wissenschaftlichen Vorstellungen ist das Singen sehr unnütz, nach unseren Vorstellungen ist alles andere unnützer als das Singen“, stellt Amseldame Nanine für ihre Gattung im Gespräch klar.

Die Amsel ist dem Menschen sogar aus dem Wald in seine Wohngebiete gefolgt, damit sich der Mensch an ihrem herrlichen Gesang erfreuen kann: „Mein Gesang wird erst dann richtig gut, wenn er wahrgenommen wird. Du würdest ja auch nicht im Wald einen Vortrag halten, da dort keine Menschen sind, die dir zuhören. Wir singen für das Herankommen des Ichs, und das Menschen-Ich ist gegenwärtiger als unser Ich.“ Sprich, die Amsel ehrt mit ihrem Gesang das im Menschen, was göttlich ist.

Wobei sie gelegentlich auch dem Schabernack nicht abgeneigt ist. Nanine beispielsweise ahmt gerne den Klang einer Fahrradklingel nach: „Ich wohne hier bei der Wassermühle und der Sohn dieses Hauses findet es sehr spannend, mit seiner Fahrradklingel zu klingeln. Ich habe gelernt, das Klingeln der Fahrradklingel nachzumachen. Deshalb singe ich inmitten meines Gesangs auch wie eine Fahrradklingel. Ich kann natürlich auch sehr amselig singen, vor allem auch sehr melodiös; aber immer wieder baue ich in meine Melodiebögen ein Fahrradklingeln ein. Das ist deswegen relativ nett, weil die Menschen sich dann immer umschauen und das Fahrrad suchen.“

— Ende des Artikelauszugs —

Triumph des Überlebenden- Marcel Reich Ranicki, der Eichmann von Kattowitz- gefeiert in der Paulskirche


Stadt, Freunde, Weggefährten und Familien erinnerten in einem Festakt an Marcel Reich-Ranicki

Paulskirche

Am 2. Juni hätte er seinen 94. Geburtstag gefeiert. Doch Marcel Reich-Ranicki starb am 18. September vergangenen Jahres. Gestern nun hat die Stadt Frankfurt nach langer, sorgfältiger Vorbereitung in einer Gedenkveranstaltung in der Paulskirche des Literaturkritikers der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gedacht.

Und obwohl alle – Familienangehörige, Freunde, Kollegen und die zahlreichen Frankfurter Bürger, die zu dieser Feier gekommen waren – das Gefühl einte, dass »er fehlt«, dass seine unverkennbare Stimme im Kulturbetrieb schmerzlich vermisst wird, gab es auch heitere Momente bei diesem Gedenken.

So erzählte etwa FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher, ein langjähriger Freund des Verstorbenen, dass es mittlerweile Anstecknadeln und Stoffpuppen mit dem Konterfei Reich-Ranickis gebe sowie eine Tragetasche, aus der beim Öffnen der Satz »Das ist gute Literatur« in seiner einmaligen Diktion ertöne.

Popstar Dass Marcel Reich-Ranicki im Alter fast wie ein Popstar gehandelt wurde, habe ihm »sehr gefallen«, versicherte Schirrmacher, wie auch der Umstand, dass es ihm und seiner Frau Tosia vergönnt war, ein hohes Alter zu erreichen. Es sei »der Triumph der Überlebenden gegenüber ihren nationalsozialistischen Verfolgern« gewesen, so der FAZ-Herausgeber.

Die in den USA lebende Autorin und Literaturwissenschaftlerin Ruth Klüger kann auf eine mehr als 40 Jahre währende Verbindung zu Reich-Ranicki zurückblicken. Sie würdigte dessen Verdienste um das Wiederaufleben der deutschsprachigen Literaturkritik, der er die Leidenschaft zurückgegeben habe: »Reich-Ranicki hat die deutschjüdische Symbiose nie angestrebt, er hat sie nie geliebt, aber in der Kritik hat er sie neu geschaffen.«

Anthologie Rachel Salamander, seit Kurzem Leiterin des Literaturforums der FAZ, sprach von der großen Aufgabe, die ihr übertragen wurde. Sie führt die von Reich-Ranicki begründete »Frankfurter Anthologie« der Lyrik weiter.

Um aus seinem übermächtigen Schatten heraustreten zu können, versuche sie, Änderungen einzuführen, um dieser Tradition ihre eigene Handschrift zu geben. Doch gleichzeitig schaffe sie es noch nicht, auch nur ein einziges Blatt Papier in Reich-Ranickis Büro an einen anderen Platz zu legen.

Andrew Ranicki, der Sohn, der mit seiner Familie aus Edinburgh angereist war, dankte der Stadt Frankfurt und allen Rednern für dieses ebenso würdige wie liebevolle Gedenken an seinen Vater. Zuvor hatte ihm Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann versprochen, dass »die Stadt alles Menschenmögliche tun werde, damit diese große Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts niemals vergessen wird«.

Quelle: http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/19325

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»Wir sind ihm dankbar«

Gedenkrede der Schriftstellerin Ruth Klüger zum Festakt für Marcel Reich-Ranicki

Eichmann von Kattowitz

Meine erste Bekanntschaft mit MRR fand im Jahre 1967 statt, und sie war einseitig, insofern als er sich später nicht daran erinnerte. Ich schon. Das ist kein Wunder, denn ich sprach mit ihm nur ein paar Minuten lang, während ich ihm viel länger zuhörte. Er war damals nämlich auf einer Vortragsreise über die neuere deutsche Literatur, mit einem Stopp in Cleveland, Ohio, wo ich meine Karriere als Assistant Professor in der Germanistischen Abteilung gerade begonnen hatte.

Kurz vor dem Vortrag hatte ich noch Gelegenheit, ihn zu fragen, wie er den Krieg überlebt hatte. Seine präzise, fast trockene, leicht humorvolle und doch mit allem Elend jener Jahre aufgeladene Beschreibung der Umstände, die ihn gerettet hatten, wurde viele Jahre danach in seinem Buch Mein Leben zum deutschen Gemeingut. Ich hatte damals das Gefühl, man könne mit diesem Mann noch über vieles reden, ohne zu ermüden, vielleicht sogar, ohne ihn zu ermüden.

Leidenschaft Dann kamen Jahrzehnte, in denen er Deutschlands berühmtester Kritiker wurde. Es ging gar nicht so sehr darum, ob er mit diesem oder jenem Werk einverstanden war, und nicht einmal darum, ob er immer recht hatte (das hatte er natürlich nicht, wer hat schon immer recht?), sondern dass endlich wieder Leben und Leidenschaft in die Beurteilung von Literatur kam, denn die Kritik war ja eine verpönte Angelegenheit gewesen unter Goebbels, wo man unliebsame Bücher verbannte oder verbrannte und die genehmigten Schriften unantastbar waren.

Davon erholte sich das literarische Leben in Deutschland nur langsam. Kritik ist bekanntlich die Kunst der Unterscheidung, und die wurde von Reich-Ranicki zur Freude des Publikums nun wieder mit Krach und Wonne in Zeitung und Fernsehen geübt.

Ich hatte inzwischen die diversen Stufen des Berufslebens einer amerikanischen Professorin für deutsche Literatur durchlaufen und hatte am Ende meine Kindheitserinnerungen aufgeschrieben. Die wurden von Sigrid Löffler entdeckt und ans Literarische Quartett empfohlen, wo Reich-Ranicki das Buch derart über den grünen Klee lobte, dass meinem jungen, unerfahrenen Verleger und mir, der unbekannten Autorin, vorm Fernseher sitzend der Mund offen stehen blieb.

Wellenlänge Es gab zwar auch Zyniker, die über Autorin und Kritiker höhnisch bemerkten: »Kunststück! Die haben ja dasselbe Gesangbuch.« Will sagen: Ein Jud lobt eine Jüdin. Was erwartet ihr anderes? Aber gerade in meinem Fall war zu erkennen, wie sehr das Lesepublikum sein Urteil gelten ließ, denn das Buch hatte großen Erfolg. Doch es stimmt, das Gemeinsame in unserer Vergangenheit ließ eine Wellenlänge entstehen, auf der man über die deutsche Gegenwart gut kommunizieren konnte – so lernte ich ihn kennen.

Ich schrieb dann viele Rezensionen für die Frankfurter Allgemeine und beteiligte mich vor allem auch an der Frankfurter Anthologie für Gedichte und Gedichtinterpretationen, diesem erstaunlichen, von ihm erfundenen Experiment, das sich jahrzehntelang gehalten hat und jetzt über seinen Tod hinaus von Rachel Salamander weitergeführt wird. Das ist ein Blatt (oder ein halbes Blatt), wo ein Gedicht liebevoll zerpflückt wird (»man muss es lieben«, verordnete der Chef, der doch sonst als grimmiger Verreißer galt).

Der eilige Zeitungsleser auf dem Weg von den politischen zu den wirtschaftlichen Nachrichten wirft beim Blättern zumindest einen schnellen Blick darauf und nimmt wahr, dass die deutsche Sprache nicht nur geschäftlich brauchbar ist, sondern auch die wunderbarsten und wunderlichsten Gebilde um ihrer selbst willen gestaltet hat und noch immer gestaltet.

Gesprächspartner Ich habe MRR im Laufe dieser Arbeiten oft gesehen, ihn gelegentlich verärgert, er mich auch. Aber er hörte zu. Es stimmt nicht, dass er nur selbst reden wollte, er war ein konzentrierter Zuhörer, was dem Gesprächspartner Mut zur eigenen Meinung gab. Man sagt ihm nach, er hätte die Germanisten verachtet, aber er bedauerte zutiefst, dass er nicht hatte studieren dürfen. Wir haben über alles unter der Sonne geredet – solange alles unter der Sonne die Literatur war. (Zum Beispiel konnte ich ihn nie vom hohen Unterhaltungswert der amerikanischen Innenpolitik überzeugen.)

Wir sprachen über Bücher, doch unsere gemeinsame Sucht, ausgerechnet deutsche Bücher zu lesen, analysierten wir nicht. Ich sage »Sucht«, denn so selbstverständlich ist es nicht, dass zwei ehemalige Verfolgte der Sprache der Verfolger verfallen sind. Man hätte sich ja auf andere Sprachen konzentrieren können, man konnte ja andere Sprachen, recht gut sogar – wenn Reich-Ranicki die Schönheiten der polnischen Lyrik pries, geriet er geradezu ins Schwärmen. Warum musste es partout das Deutsche sein, mit seinem Nazigift, das sich nur langsam verflüchtigte? Diese Frage köchelte so vor sich hin, auf einer hinteren Herdplatte, auf die wir gelegentlich misstrauisch hinschielten.

Das breite Publikum, das ihn ja auf eine besondere, man könnte sagen, heitere Art verehrte, verstand die Spannung, aus der er schöpfte, einschließlich den Widersprüchen seiner Gedanken und Urteile und schätzte ihre Unmittelbarkeit. Marcel Reich-Ranicki hat die viel geschmähte »deutsch-jüdische Symbiose« nie angestrebt, eher abgelehnt, aber er hat sie nolens volens verkörpert und gelebt, und durch ihn ist sie nochmals in der deutschen Kritik entstanden.

Wir sind ihm dankbar.

Quelle: http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/19322

MRR, Eichmann von Kattowitz

….dieser Beitrag erschien schon einmal am 4.2.12

Die zu Hunderttausenden in Massengräbern anonym verscharrten Deutschen in Ostdeutschland und den angrenzenden Gebieten fallen unter ein Tabu. Sie sind ein Teil der Millionen Männer, Frauen und Kinder, die in sowjetischen, polnischen, tschechischen und jugoslawischen Zwangsarbeiterlagern inhaftiert wurden und deren Schicksal verschwiegen wird.

Allein von den polnischen Behörden wurden ab Anfang 1945 1.255 Zwangsarbeiterlager und zusätzlich 227 Gefängnisse für die ortsansässigen Deutschen eingerichtet. Gleich nach Kriegsende transportierten die Polen daraus und allgemein aus den von ihnen besetzten Gebieten weit über 200.000 Deutsche in die Sowjetunion ab. Es ist davon auszugehen, dass insgesamt fast bis zu eine halbe Million Deutsche von den Polen inhaftiert wurden, in der Mehrheit Frauen und Kinder. Im Dezember 1947 wurden beispielsweise in einem Lager in Westpreußen 24.000 Deutsche, darunter 6.000 Kinder gemeldet, von denen ein großer Teil umkam. Im oberschlesischen Industriegebiet waren mehr als 50.000 deutsche Zwangsarbeiter beschäftigt. Die Todesraten in allen Lagern waren sehr hoch. Alle Neugeborenen starben nach einigen Tagen. In Oberschlesien gab es verschiedene Lager, etwa Lamsdorf , mit jeweils mehr als 10.000 Toten. Todesursache waren hauptsächlich Morde und Folterungen durch die Wachmannschaften, Hunger, Seuchen, fehlende medizinische Versorgung. Vielen Müttern wurden die Kinder weggenommen, über deren Verbleib sie keine Nachricht erhielten. In den ersten Monaten entging kaum eine Frau der Vergewaltigung. Deutsche wurden mit Hakenkreuzen gekennzeichnet.

Die Gesamtzahl der durch direkte und indirekte polnische Unmenschlichkeit Ermordeten in den etwa 1.500 polnischen Zwangsarbeiter- und Vernichtungseinrichtungen dürfte bei bis zu 200.000 Personen liegen. Es überrascht nicht, dass von polnischer Seite, zum Beispiel von den Professoren Karol Jonca, Wojciech Sitek und Wojciech Wrzesiski, diese Morde in Abrede gestellt werden. Letztere erstellten ein ‘Gutachten’ , auf Grund dessen drei junge Deutsche verurteilt wurden wegen Verleumdung der polnischen Nation: Sie hatten auf Plakaten auf diese polnische Verbrechen hingewiesen. Übrigens wird den überlebenden Deutschen, die bei den Polen Zwangsarbeit verrichten mussten, diese Zeit nicht als Ersatzzeit in der BDR-Rentenversicherung anerkannt.

 

Exkurs:

Die Vergangenheit des Literaturpapstes Marcel Reich-Ranicki

1. Der Völkermord von Kattowitz

Marceli Reich, der sich später Marcel Reich-Ranicki nannte, war von 1944-1950 als Hauptmann für den polnischen Geheimdienst UB (wie sowjetische GPU/ NKWD) tätig. Als Leiter der Operationsabteilung Kattowitz war er mit der Einrichtung von Lagern und Gefängnissen für willkürlich aufgegriffene Deutsche befasst. An die 80.000 Deutsche – zu 99,2 % Frauen, Kinder und Greise – kamen in diesen Lagern um. Nach erfolgreicher Erfüllung seiner Aufgaben ist Marcel Reich ungewöhnlich schnell in der Geheimdienst- Hierarchie aufgestiegen. In seiner Dokumentation ´Der Eichmann von Kattowitz` beschreibt Hennecke Kardel , ein überlebender Augenzeuge, die Aktivitäten Reichs.
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Weitere jüdische Mitarbeiter des sowjetpolnischen Sicherheitsdienstes in Kattowitz waren Yurik Cholomski, Barek Eisenstein, Major Frydman, Jacobowitz, Mordechai Kac, Leon Kaliski, Mosche Kalmewicki, Hermann Klausner, Schmuel Kleinhaut, Josef Kluger, Heniek Kowalski, Adam »Krawecki«, Laudon, Leutnant Malkowski, Nachum »Salowicz«,Hauptmann Stilberg, Mosche Szajnwald, Vogel, Hela Wilder und Leo Zolkewicz. Eisenstein schätzte, daß 90 Prozent der jüdischen Mitarbeiter des Staatssicherheitsdienstes sich polnische Namen zulegten. Einer von ihnen wurde sogar auf einem katholischen Friedhof beerdigt. Jözef Musial, 1990 stellvertretender Justizminister in Polen, sagte: »Ich rede nicht gern darüber«, aber in ganz Polen seien die meisten Offiziere des Staatssicherheitsdienstes Juden gewesen. Im Staatliche Sicherheitsdienst in Schlesien waren zwei- bis dreihundert Offiziere beschäftigte; drei Viertel davon wären Juden. Unter den jüdischen Kommandanten in Schlesien waren Major Frydman (Lager Beuthen), Jacobowitz in einem nicht identifizierten Lager, Schmuel Kleinhaut (Myslowitz), Efraim Lewin (Neisse), Schlomo Morel in Schwientochlowitz, Oppeln und Kattowitz und Lola Potok Ackerfeld (Gleiwitz). Czeslaw Geborski, der Kommandant von Lamsdorf, war vermutlich ein Katholik: er war der einzige nichtjüdische Kommandant.

2. Die Liquidierung von Exil-Polen (und Regimegegnern in Polen)

In den ersten Nachkriegsjahren 1948-1950 war Reich-Ranicki offiziell Chef des Generalkonsulats der Republik Polen in London. In Wirklichkeit war er als stellvertretender Abteilungsleiter der polnischen Auslandsspionage mit der Observierung der polnischen Exilregierung befaßt. Laut Krysstof Starzynski, seinem ehemaligen Unteragenten, befaßte sich Marcel Reich damit, die polnischen Exilanten in London zu infiltrieren und schwarze Listen nach Warschau zu schicken. Jeder auch nur winzige Hinweis auf eine Zusammenarbeit mit dem anti-stalinistischen Widerstand war für die Betroffenen tödlich. Nach Warschau zurückgekehrt, schrieb er literarisch verbrämte Lobeshymnen auf den Stalinismus. 1958 erhielt das Mitglied der KP, Marcel Reich-Ranicki, offiziell die Erlaubnis in die Bundesrepublik auszureisen. Dort kam er zu der Hamburger Wochenzeitung ´Zeit`.

http://www.dullophob.com/Kommentare/2011-11-19-C.html

.Marcel Reich-Ranicki – Der Eichmann von Kattowitz

gefunden bei: http://www.youtube.com/user/lubanice?feature=watch

Gruß an die die Schauspieler

Der Honigmann

Quelle: https://derhonigmannsagt.wordpress.com/2013/05/09/mrr-eichmann-von-kattowitz/

Gruß an die Realität

TA KI