Walpurgisnacht


Walpurgisnacht

Walpurgisnacht

Hintergrund, Ursprung und Bedeutung der Walpurgisnacht

Die Entstehungs-Geschichte der Walpurgisnacht hat den Ursprung in der vergangenen keltischen Kultur. Zum Verständnis der Zusammenhänge: Die Nacht auf den 1. Mai gehörte in keltischer Tradition [→ Jahreskreisfeste] zum Halbzeit-Wechsel zur Sommerzeit mit Beltane bzw. Belenus. Da war ursprünglich keinerlei religiöser Inhalt, sondern eine klar dem Kalender als kultureller Taktgeber zugeordnete Absicht. Am 21. März, [= Beltane am 1. Mai] ist die Nacht gleich lang wie der Tag, die Nächte werden aber seit dem 21. Dezember, [= Lichtmess am 1. Februar], kürzer bevor sie ab dem 21. Juni, [= Lug am 1. August], wieder länger werden bis sie am 21. September [= Samonios am 1. November] wieder gleich lang sind wie die Tage.

Zwecks Umdeutung bei der Überlagerung mit der römisch-katholischen Lehre [Beltane vom 1. Mai wurde zu Ostern verlagert] und dem griechisch-römischen Dualismus des ausgeschlossenen Dritten wurde auch der Tanz verteufelt, verdammt und verketzert. Neben Sex-Reiz und Zauberei war Tanz ein Indiz, nach dem eine Hexe erkannt wurde. Der gedankliche Inhalt, die Bedeutung vom keltischen Beltaine, nebst anderem die Auferstehung der Natur in Flora und Fauna erscheint mit katholischem Dogma bei Ostern als Auferstehungsfest der christlichen Kirche.

Woher kommt die angebliche Hexennacht der Walpurgis? Die Walpurgisnacht selber ist ein Element aus dem „Faust I“, einer Tragödie von Johann Wolfgang von Goethe, die 1808 veröffentlicht wurde. Goethe seinerseits stützt sich auf das Buch Bloks-Berg Verrichtung von Johannes Praetorius aus dem Jahre 1669.

Warum kein Tanz mehr in den Wonne-Monat am → 1. Mai?

Der katholische Glaube an einen einzigen Herr-[Gott] eignet sich vorzüglich zur vermeintlichen Legitimation von Herr-Schaft über die Anderen. Die angebliche und vermeintliche All-Macht, das durch den römisch-katholischen Klerus selbst zuerst angesprochene unbekannte Wesen als Gespenst eines Geist in Form von Gott, bezweckt allein die Herrschaft über Untertanen, welchen das Dogma als Religion zum Glauben gelehrt wird. Womöglich glauben die Kleriker der Einfachheit halber sogar selber an dieses Paradoxon der [Ge-]Wissen-Losigkeit. Nach dem Verbot ihrer [Druiden-]Schulen durch römische Kaiser war die keltische Kultur der Weiter-Bildung beraubt, nicht aber der eigenen Erfahrung, Denkart und Tradition.

Vom europäischen Festland wird aus keltischer Zeit nichts von Hexen berichtet, was aber weiter auch nichts besagt. Keltische Fürstinnengräber mögen aufzeigen, dass die Frau gleichberechtigt gewesen sein muss. Das magische Bild in keltischer Kultur schliesst mit der Signatur durch den Bann das Symbol als Stellvertretung aus. Bei der Hexe als Erscheinung kann davon ausgegangen werden, dass dies aus dem germanischen Norden eingeschleppte Vorstellungen vom Gespenst als Geist sind, transportiert und missioniert die Flüsse aufwärts vor allem in die Zentral- und Ost-Schweiz.

Die Geburtshilfe lag in der Antike fast ausschliesslich in den Händen der Frauen. Die Ärzte scheuten die Berührung der weiblichen Geschlechtsteile und liessen die Behandlung nach ihren Anordnungen von Frauen vornehmen. Die Eierstöcke waren noch nicht entdeckt, die Aufgabe der Hoden zur Produktion der Samen unbekannt. Wenn nun die keltische Denkweise in ihrer Entwicklung durch römische Kaiser mit dem Verbot von Schule und Kult gestoppt oder zumindest empfindlich gestört wird, geht das Kinder kriegen der Frauen davon unbehelligt weiter und so werden es vor allem Frauen gewesen sein, welche die lebensnotwenigen Grundlagen des keltischen Druidentums auch ohne Druiden weitergeführt haben bzw. führen mussten.

So ab dem 6. Jahrhundert begann die Missionierung der keltischen Gebiete durch irische Wandermönche. Klöster wurden gegründet, Klosterschulen bildeten eine neue Geistlichkeit die lesen und schreiben konnte. Weder in den Männer- noch in den Frauenklöster wurden die Kinder geboren. Vermutlich darum konnte sich bei neuen Gelehrten auf der Basis der angeblich unbefleckten Empfängnis aus der Bibel die Wahnvorstellung von Hexen entwickeln, die mit dem Leibhaftigen buhlten. Die katholische Heilige Walburga, Walpurgis, war eine im 8. Jh. in Süddeutschland tätige Missionarin sowie Vorsteherin des Benediktinerklosters von Heidenheim, wurde zur Patronin der Schwangeren und angerufen, nebst anderem, gegen Hungersnot und Missernte, Tollwut, Pest und Seuchen. Das sind exakt auch Vorwürfe, welche später den angeblichen Hexen gemacht wurden und zu den Hexenverbrennungen führte.

Ein möglicher Hintergrund der um 1400 entstehenden Hexen könnte demnach vorliegen in dem Aberglauben in Form einer nicht natürlichen Geburt, wie sie als Einbildung der unbefleckten Empfängnis zu einem zentralen Inhalt von Pfingsten, dem Heiligen Geist einer dem keltischen Druidentum nachfolgenden neuen, römisch-katholischen Geistlichkeit wurde. Erst dadurch wurde die spätere Vorstellung möglich, Frauen könnten als Hexen vom Teufel geschwängert werden. Dieser Unsinn von Dämon und Schwangerschaft stammt aber von anderswo her und ist nicht aus dem keltischen Druidentum. Die Distanz zur natürlichen Schwangerschaft führte auch zu absurden Tierprozessen. So wurde in Basel 1474 ein Hahn zum Tode verurteilt und am 4. August auf dem Kohlenberg als verkleideter Teufel auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Dem Hahn wurde vorgeworfen, er habe ein Ei gelegt, was wider die Natur war. Vor allem aber befürchteten die Gelehrten, dass aus dem Ei ein Basilisk, ein Ungeheuer, schlüpfen könnte. Auch das inkriminierte Ei wurde den Flammen übergeben.

Die Figur der germanischen Hagazussa-Hexe im Standard-Deutsch ist nicht gleich der Häx [→ Hexen] im Schweizer-Deutsch. Im Schweizerdeutsch sind die Wörter hegs oder hägs eine Form des Verbes haben; zum Beispiel im Sinne einer Vermutung bi dänë hegs no söttigs [bei jenen habe es noch solches] oder als Behauptung si heg chönë flüüge [sie habe fliegen können]. Gut vorstellbar, wie aus den einzelnen, überlieferten, hegs oder hägs die Hegs- oder Hägsereien wurden und dann die Personen, die solches weitertrugen, schliesslich als Hegsen oder Hägsen und schliesslich als Hexen benannt wurden. Der stets rezitierte und voneinander abgeschriebene Bezug zur germanischen Etymologie Hagazussa scheint hier nicht zwingend gegeben, weil, die nordisch-germanischen Vorstellungen vom Gespenst [der Polarlichter] als Geist und Nibelungen, welche flussaufwärts über den Rhein [Basel] und die Reuss bis nach Luzern in die Inner-Schweiz eingeschleppt wurden, fanden vor Ort mit keltischem Hintergrund keine erkennbar nachhaltig kulturelle Entwicklung. Im magischen Bild sind die germanisch üblichen Wesenheiten [Drachen, Hexen und dergleichen mehr] nicht denkbar, ausgeschlossen.

Die Stadt Luzern, wo die Hexerei 1419 erstmals erscheint, liegt am Fusse eines damals zum Betreten verbotenen Berges, auf dem angeblich Drachen hausten. Nach der Legende wurde 1421, also zur Zeit des Auftauchens von Hexereien, in einer Menge von geronnenem Blut der berühmte Drachenstein gefunden, den ein feuriger Drache fallen liess. Diese Erscheinung als Vorstellung [Dämonen] basiert ebenfalls auf der Mission vom Arme-Seelen-Glauben, dem aber vor Ort der kulturelle Hintergrund fehlte.

Der Hexenwahn

Spätestens seit dem Canon Episcopi um 906 wandte sich die katholische Kirche gegen offenbar weit verbreitete Bräuche von nachtfahrenden Frauen. Bischof Burchard von Worms prägte mit seiner ersten bedeutenden Sammlung des Kirchenrechts, dem Decretorum libri viganti, die mittelalterlichen Vorstellungen von unheimlichen nächtlichen Wesen, indem er die zeitgenössischen und überlieferten Ansichten zusammenfasste. Auf Besen zum Sabbat begeben sich Frauen allerdings erst seit dem 15. Jahrhundert.

Hexen-Sabbat Schon 1428 hatte der Luzerner Chronist Johannes Fründ die Begleitumstände einer Ketzerverfolgung im Wallis festgehalten und dabei zum ersten Mal jene Serie von Praktiken beschrieben, die seither das Bild vom Hexensabbat prägen. Mit einem bösen Geist paktieren, auf Stühlen durch die Luft fliegen, Salben benutzen, Vorräte plündern. Neben rituellem Kindsmord, Kannibalismus und Schadenszauber. Der Dominikaner Johannes Nieder beschreibt Ähnliches in seinem Formicarius. Hier erscheint die betroffene Gemeinschaft bereits als Sekte, als Gegenkirche. Ungefähr gleichzeitig entsteht mit den Errores gazariorum ein anonymer Text, in dem erstmals von sexuellen Orgien während der nun unter Leitung des Teufels stattfindenden Zusammenkünfte die Rede ist. Um 1436 verfasst dann der Richter Claude Tholosan in der Dauphiné ein umfangreiches juristisches Schriftstück, Ut magorum et maleficorum errores, das den detaillierten Nachweis erbringt, dass das Treiben der Hexen als Majestätsbeleidigung zu gelten hat und von der weltlichen Gewalt verfolgt werden muss. Der Kleriker Martin le Franc in Lausanne schliesslich bearbeitet das neue Phänomen radikal Frauen feindlich. In seinem Text Champion des Dames gibt es keine Hexer mehr. Von jetzt an sind so gut wie ausschliesslich Frauen am Hexensabbat teilnehmend, und vor allem Frauen bezahlen mit ihrem Leben für den Aberglauben der neuen Geistlichkeit, den Hexenwahn.
Hexen-VerbrennungMitte des 14. Jh. (1347-1352) erfasste der schwarze Tod, die Pest, in einer ersten Welle als ständig wiederkehrende Pandemie alle Gebiete Europas. Die Pest blieb phasenweise und wellenförmig in Europa bis anfangs des 18. Jh. vorhanden. Über alles betrachtet, dürfte es im Zeitraum zwischen 1347 und um 1700 nur wenige wirklich pestfreie Jahre gegeben haben. Die Sterberate unterlag grossen Schwankungen und konnte regional bis zu 50% ansteigen, also die Hälfte der Bevölkerung töten.

Da man über die medizinischen Zusammenhänge und die Übertragung durch Flöhe auf Ratten nichts wusste, personifizierte man die Pest. So wurden viele Frauen als Hexen verklagt und hingerichtet [Hexenverfolgung]. (…)

Luzerner Chronik Diebold Schilling Eine Darstellung von merkwürdigen Ereignissen 1456 in der Luzerner Chronik Diebold Schilling (1460-1515), die im Zusammenhang mit zwei Kometen gesehen wurden. Vorne z.B. ein doppelköpfiges Kalb. Es regnet Blut und Fleischstücke.

Tatsächlich war 1456 der ungefähr alle 76 Jahre wiederkehrende Komet Halley zu sehen. Im Oktober 1356 ereignete sich in Basel das bislang schwerste Erdbeben in Mitteleuropa seit Beginn der Geschichtsschreibung.

Viele Menschen, [durch die kath. Lehre miss-gebildet], waren davon überzeugt, das Ende der Welt sei gekommen.

Quelle: http://www.keltoi.ch/walpurgisnacht.html

Gruß an die Wissenden

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TA KI

Germanische und keltische Feste


 

 

Die Fruchtbarkeit und die Jahreszeiten spielten dabei eine zentrale Rolle

 

Januar = Hartung – Perchtenfest
Das neue Jahr wird mit einem Umzug begrüßt. Dabei ziehen 12 hässliche (das alte Jahr) und 12 schöne (das neue Jahr) Perchten mit. Die christliche Ausgabe davon sind die drei Königsumzüge. Diese sind allerdings auch rein heidnisch, denn damit sind die drei Schöpfungsgötter Odin, Hönir und Loki gemeint.
Mittwinteropferfest: Zu Ehren Thors – Mitte Januar; Thor kämpfte zu dieser Jahreszeit mit den Eis/Frostriesen (Eisheiligen).

Januar = Hartung – Fröblot
Dieses Fest ist hauptsächlich Frey, dem Licht und Fruchtbarkeitsgott gewidmet. Bei diesem Fest wird eine Puppe aus Stroh oder Heu auf einem Berg angezündet. Sie symbolisiert den Winter. Das Vieh wird mit Hasel und Birkenzweigen berührt, um fruchtbarer zu werden.  
Fastnacht:
Vollmond nach dem 03.01. – hier wird das Ende des Eises gefeiert. Es war im Allgemeinen üblich, sich zu diesem Fest mit einer Tiermaske zu verkleiden.

Februar = Hornung
Disenopfertag: Vor allem in Schweden – Verehrung der Ahnen & Naturgottheiten (höhere Wesen) und ihrer Herrscherin Freyja in der ersten Februarwoche.
Frühlings Tag und Nacht gleiche: 20.2.

März = Lenzing – Sigrblot
Dieses Fest wurde rund drei Tage gefeiert. Es ist gleich mit dem christlichen Ostern. Die Tage sind nun länger als die Nächte.
Feier der Jugend: Göttin Iduna wurde gegen der 3. Märzwoche ein Fest veranstaltet.
Frühlingsbeginn: Im März (Tag ungenau) findet die Verehrung der Fruchtbarkeitsgöttin Nerthus statt. Ihr zuliebe gab es auch einen Umzug (Karneval), der mit einem geschmückten Wagen, sowie einem Abbild Ihrer stattfand. Dieses Fest zu Ehren Nerthus sollte für eine ertragreiche Ernte im nächsten Jahr sorgen.
Ostern: Zum 20.03. hin wurde Ostara, die Göttin der Fruchtbarkeit, mit verschiedenen Opferritualen verehrt. Als Fruchtbarkeitssymbole zu diesem Fest, galten insbesondere Eier und Kaninchen. Die Eier wurden oftmals bemalt und vergraben. Das Wiederauffinden dieser, durch nahestehende Personen, sollte für einen reichen Kindersegen im folgendem Jahr sorgen. Die Kaninchen wurde verbrannt oder verspeist. Im 19. Jahrhundert kam der Brauch zum heutigen Ostern wieder auf.

April = Wandelmond
Dieses Fest hängt mit hoher Wahrscheinlichkeit noch mit dem vorausgegangenen Sigrblot zusammen. An diesem Tag war es üblich, mit anderen Scherze zu treiben.
Begrüßung des Sommers: In der ersten Aprilhälfte wurden besonders der Alben und ihrem Herrscher Frey gedacht.
Walpurgisnacht: 30.04. (Beltane), den Namen Walpurgisnacht verdankt das keltische Beltane eigentlich der germanischen Göttin Walpurga, der Großen Göttin, für die es viele Bezeichnungen gibt. Die Hexen feierten in der Nacht zum 1. Mai traditionell die Heilige Hochzeit zwischen der Großen Göttin und ihrem Gefährten, die dadurch für fruchtbare Felder, Kindersegen und reichlich Jungvieh sorgten.

Mai = Hohe Maien – blota i moti sumri
Gefeiert wird hier die Vereinigung von Odin mit der Göttin Frigg. Es ist das Fruchtbarkeitsfest. Es fanden Jungfernversteigerungen statt, wo sich die jungen Männer ihre Braut ersteigern konnten. Natürlich mussten die Mädchen nicht teilnehmen – alles auf freiwilliger Basis. Junge Paare wälzten sich nackt im Tau auf der Wiese, um die Fruchtbarkeit der Natur auf sich zu übertragen.

Juni = Brachet – blota at midhjum sumri
Sommersonnenwende: Zum Mittsommer am 21.06. wurden Sunna und Baldur im Juni zu den Feierlichkeiten der Tag- und Nachtgleiche geehrt. Die Sonne (Baldr) befindet sich auf ihrem Höhepunkt, um danach zu „sterben“. Er wird von Loki, dem Gott der Lügen und des Feuers, mit einer Mistel umgebracht. Es wurden Teiche und Brunnen geschmückt, zu Ehren der Göttin des Wassers und der Weisheit, Saga.

Juli = Heuert
Leinenernte: 2. Vollmond nach Mittsommer (12. Ernting), hier wird der Erfolg der begonnenen Ernte gefeiert.
Getreide Feste: Zu Ehren Freys, Sif und Thors wurden zum August hin Feste an den Abenden zur Getreideernte ausgelegt.

August = Ernting – Hörmeitidr
Thor wird gerufen, um gutes Wetter zu bekommen, damit die Ernte nicht vernichtet wird.

September = Scheiding – Haustblot
Herbstopferfest (Tag und Nacht gleiche): Es wurde ursprünglich der Beginn der Jagd gefeiert (23.09).
Erntedankfest: Eines der wenigen germanischen Feste, dessen Bedeutung bis in unsere Zeit noch nicht verloren ist. Es findet im September (30.09.) nach dem Einholen der Ernte statt. Verehrung von Thor, Sif und Frey. Wird 3 Tage lang gefeiert. Den Göttern wird dabei für die Ernte gedankt. Baldr sinkt in die Unterwelt Hel (die Tage werden kürzer). Als Opfer wird der letzte Apfel am Baum hängen gelassen. Außerdem wird ein Eber geopfert und Wodelsbier gebraut. Aus den letzten Korngarben auf dem Feld wird ein Kranz geflochten.

Oktober = Gilbart
Samhain / Halloween: Samhain findet in der Nacht vom 31. Oktober auf den ersten November statt. Es ist ein Totenfest, an dem man den Ahnen gedenkt. Zu Samhain öffnet sich die Unterwelt und die Geister der Ahnen erwachen.
Zweites Disenopferfest: 14.-15. Oktober. Zu diesem Herbstfest wird den Wesen der Natur, den Elfen und Disen für eine erfolgreich Ernte im nächstem Jahr, Kinderwunsch und ein friedliches Jahr geopfert. Der 14.10. galt besonders den eigenen Ahnen.

November = Neblung – blota i moti vetri
Allerheiligen: 01.11.(Samhain / Halloween)
Winteranfang. Die Germanen dachten damals, dass die Natur stirbt. Deshalb wird den Ahnen, Göttern und den Toten gedacht, indem sie Opfer brachten. Sie schmückten die Gräber mit Getreide, Nüssen und anderen Sachen. Es wurden keine menschlichen Opfer gebracht, hingegen aller Behauptungen. Die Krieger in Walhalla wurden gerufen, um in der bevorstehenden Götterdämmerung (Kampf der Götter mit den Riesen) auf Seiten der Götter zu kämpfen. Walhalla war so eine Art Himmel für die nordischen Kulturen (besonders der Kelten), in die alle im Kampf gefallenen Krieger kamen. „Normal“ gestorbene Männer kamen in die Hel.

Dezember = Julmond – Sonarblot
Zu diesem Zeitpunkt muss alle Arbeit für dieses Jahr getan sein. Anschließend werden 12 Nächte durchgefeiert, wobei jede Nacht für einen Monat steht. Im Kampf gegen die Riesen verlieren außer Vidar und Vali alle Götter ihr Leben. Diese rächen ihren Vater (Odin) und zeugen einen neuen Gott, der als Reinkarnation von Odin bzw. Baldr angesehen wird. Das Licht siegt über die Dunkelheit und neues Leben wird entstehen.

Julfest /Wintersonnenwende: Ende Dezember (21.- 22.12.) / erste Januar Woche. Jul bedeutet soviel wie Sonnenrad / Besprechung mit den Toten. Einige im Norden gepflegte Weihnachtsbräuche haben ihren Ursprung in dem Julfest – z.B. das Verbrennen des Julblockes am Herdfeuer oder das zauberkräftige Julbrot. In Schweden gibt es heute noch den Julklapp, ein Geschenk das heimlich vorbereitet und anschließend mit einem lautem Schrei in die Stube geworfen wird. Während der Jultage wurden auch die Juleide ( Eidsbruderschaften, Gemeinschaftsbindungen und Militärische Bündnisse) neu geschworen, damit sie auch im neuen Jahr Bestand hatten. Im Allgemeinen wurden Frey und Odin sehr verehrt. Der letzte Tag des Julfestes jedoch war der Frigg oder Freyja gewidmet.

Diese beiden wichtigen Daten im Jahr geht man seit Ur-Zeiten mit den sogenannten Sonnenwendfeiern an. Die Sonnenwendfeier gilt heute vor allem als altgermanisches Volksfest, da sie in Mitteleuropa bis zur Neuzeit sehr beliebt war. Neben den Germanen gelten auch die Kelten und Slawen als eifrige Sonnenwendfeierer. Im Laufe der Christianisierung Europas wurden die Kulte um die Sonnenwende von kirchlicher Seite bekämpft und verboten.

Doch der Sonnenwendkult war im Bewusstsein der Menschen so stark verankert, dass man ihn nicht auslöschen konnte. Deshalb drückte die Kirche der Sonnenwendfeier einen christlichen Stempel auf. Ab dem 12./13. Jahrhundert wurde das Fest Johannis des Täufers auf die Sommersonnenwende gelegt und in das Johannisfest umbenannt.
Der mit der Sommersonnenwende verbundene Brauch des Sonnenfeuers wurde zum Johannisfeuer. Auch für die Wintersonnenwende wusste die Kirche ein Ersatz zu finden. So wurde aus dem germanischen Julfest das christliche Weihnachtsfest mit dem kleinen Jesus in der Krippe. Diese Idee kam den Kirchenfürsten um das 4. Jahrhundert.
Das germanische Jul war also am Tag der Wintersonnenwende.
Rauhenächte 
Darauf folgten die 12 Rauhenächte. Mit dem Julfest haben die Germanen das vollendete Sonnenjahr gefeiert. Das Sonnenjahr geht von Wintersonnenwende zu Wintersonnenwende und dauert exakt 365,25 Tage. Doch das Mondjahr hatte bei den Germanen auch eine große Bedeutung. Ein Mondjahr beinhaltet 12 Mondmonate die jeweils von Neumond zu Neumond gehen. Diese 12 Mondphasen dauern jeweils ca. 29,5 Tage. Dies ergibt für die Länge des Mondjahres genau 354 Tage. So ergab sich für die Germanen eine Differenz zwischen Sonnen- und Mondjahr von 11 Tagen und 12 Nächten – die 12 Rauhenächte. Diese 12 Rauhenächte liegen somit sprichwörtlich „zwischen den Jahren“ und sind gewissermaßen zeitlos.

Für die Germanen hatten die 12 Rauhenächte große Bedeutung. Hier sollten die Geschehnisse jeder einzelnen Nacht, symbolisch für einen Monat des folgenden Jahres stehen. So sollen z.B. die Träume in diesen Nächten Aufschluss darüber geben, was passieren wird. Es wurden in diesen Nächten auch Orakel befragt, die Auskunft über die Zukunft geben sollten. Dieser Brauch hat sich im Bleigießen zu Silvester erhalten. Es heißt, dass in den Rauhenächten die Seelen der Verstorbenen als wilde Horde, angeführt von Odin, durch die Luft brausen. Mit dem zu Jul entzündeten Räucherwerk wollte man die verstorbenen Seelen vom Heim fernhalten. Es wird allgemein angenommen, dass vom Rauch dieses Räucherwerkes der Name Rauhenächte abgeleitet wurde.

Frau Holle, ist wahrscheinlich mit die germanischen Freyja, manche vermuten Hel, gleichzusetzen, sie gilt als Schutzpatronin in diesen Tagen. Frau Holle mag es nicht, wenn jemand faul und unnütz in den Tag hinein lebt, doch in diesen 11 Tagen und 12 Nächten möchte sie, dass der Mensch sich ausruht und sich auf sein inneres Wesen besinnt. Zu Jul soll er deshalb alle Gedanken und Verhaltensweisen, die nicht zu ihm gehören, fallen lassen. Symbolisch heißt es, dass diese fremden Eigenschaften von Odins wildem Geisterheer der 12 Rauhenächte aufgenommen und für immer fortgetragen werden. Des weiteren sollen die Menschen in diesen Tagen Rückschau auf das vergangene Jahr halten und sich auf das Folgende vorbereiten und sich für dieses auch gute Vorsätze machen.
Die Kirche hat die 12 germanischen Rauhenächte in ihrem Weihnachtsfest übernommen. Daher folgt auf die 12 Nächte nach dem ersten christlichen Weihnachtstag am 25. Dezember, der 6.Januar als Dreikönigstag. Dieser ist nach den drei Magiern aus dem Morgenland benannt, welche dem Stern von Bethlehem folgten und so das Jesuskind fanden. Die Kirche verlegte also das Fest drei Tage nach vorne. Da der Beginn der 12 Rauhenächte seit Ur-Zeiten immer die erste Nacht nach der Wintersonnenwende war, hatten neben den Germanen auch Völker, wie die Inder, Iraner, Griechen und Römer dieses alte Datum.

Thing: Im Februar, zu Beginn des Frühjahres, hauptsächlich aber im Sommer abgehaltenes Gericht während des Julis. In Island wurde es auch schon im Juni, vor oder nach Einholen der Ernte, abgehalten. Tyr wird in dieser Zeit sehr verehrt.

Wochentage

Montag:       Tag des Mondes – Mani (Mond).
Dienstag:     (Schwedisch Tisdag – English Tiwesdeag) – Tag des Tyr.
Mittwoch:     (Schwedisch Onsdag – English Wednesday) – Tag des Wodan / Odin.
Donnerstag: Thor/Donarstag – English Thursday – Tag des Thor.
Freitag:         (English Friday ) – Tag von Freyja oder Frigg.
Samstag:      dän.:Lördag, altnordisch/Norwegisch:Laugadag bedeutet „Laugentag“= Badetag
Sonntag:       Tag der Sunna/Sol (Sonne).

Quellen:
http://www.sagengestalten.de/lex/germ_A.html   von A – Z
http://www.odinownsyouall.de
http://home.freiepresse.de/freis/feste.htm
http://www.berserks.de/Wikinger/wikingerkalender.htm
Germanische Göttersagen – Reclam Verlag – Reiner Tetzner
Die Enzyklopädie der Mythologie – Edition XXL GmbH – Arthur Cotterell
Bildatlas der Weltkulturen “ Die Wikinger“ – Bechtermünz Verlag – J. Graham- Campbell
Mythen der Welt “ Mythologie der Wikinger“ – Athenaion Verlag – Morgan J. Roberts
Runen-Welten – Schirner Verlag – Igor Warneck
Die Edda – Bechtermünz Verlag – Manfred Stange
Die Edda – Eugen Diederichs Verlag – Manfred Günther

Quelle: http://www.berel-am-ries.de/seiten/Chronik/Forschungen-bis-808-nChr/germanische-feste.htm

Gruß an die Ahnen

TA KI