Für den Ernstfall bei Nato-Gipfel: Warschau hat ausreichend Callgirls


Nutten-Bar

© AP Photo/ Franka Bruns
Panorama

Die Nachfrage nach Liebesdiensten in Zeiten großer Events steigt. Die polnische Hauptstadt ist da keine Ausnahme. Damit kein Nato-Beamter in der Nacht vom 8. auf den 9. Juni leerausgehen muss, wollen die Warschauer Sexdienstleister zusätzliches Personal einstellen, wie das Portal „fakt.pl“ berichtet.

Zum Nato-Gipfel kommen überwiegend Männer, die sich nach ihrer harten Arbeit ein wenig Frauengesellschaft wünschen. „Das ist ganz normal. Auf der ganzen Welt läuft es ja so“, sagt die Betreiberin eines Escort-Service im Interview mit dem polnischen Nachrichtenportal „fakt.pl“. In diesen „Stoßzeiten“ stelle ihre Firma zusätzliche Mitarbeiterinnen ein. „Die Preise beginnen bei 300 Zloty“, sagt die Geschäftsfrau. Das sind umgerechnet 70 Euro.Tomasz Borowiecki, ehemaliger Chefredakteur der polnischen Hustler-Ausgabe, hält das für Wucher: „Solche Preise müssen bei den Liebesdamen nur betrunkene oder verzweifelte Ausländer zahlen – wenn die Mädchen das große Geld wittern. In Wirklichkeit sind ihre Dienste viel günstiger“, erklärt der Fachmann.

Tatsächlich werden die ortsansässigen Bordelle, Einzelkämpferinnen und speziell bestellte Damen die Creme de la Creme der Nato-Belegschaft abschöpfen. Dabei wollen die Männer, dass ihnen die Dienste so diskret wie möglich erwiesen werden.

Entgegen den Worten der Gesprächspartnerin von „fakt.pl“ begibt sich nur ein kleiner Teil der Teilnehmer des Nato-Gipfels in die so genannte City. Das dienstbeflissene Hotelpersonal sorgt oft selbst dafür, dass die ausländischen Gäste sich nicht an leeren Bartresen langweilen. Die „City“ ist für die Liebhaber von Nervenkitzel da. Aber die meisten „Kunden“ sind allzu faul dafür und ziehen eine Bestellung aufs Zimmer vor. Die Hotelmitarbeiter bekommen zusätzlich 100 Zloty (30 US-Dollar) pro Mädchen. Allerdings können die Preise – in harte Währung umgerechnet – auch höher liegen.

„Und das mit 300 Zloty ist Quatsch“, so Borowiecki. „Wir hatten vor zwölf Jahren ein Büro in der Nowogrodzka-Straße. Mädchen wohnten in der Etage darunter. 100 Zloty in der Stunde für full service:  Alkohol, Präludium, Sex oder Oralsex.

In Warschau gibt es besonders stark besuchte Liebesräume in der Nowogrodzka-Straße von Aleje Jerosilimskie (Teil des so genannten Königstraktes, der Hauptstraße Warschaus – Anm. d. Red.). Nach einem ungeschriebenen Gesetz wird 100 Zloty Preiszuschlag für den Besuch an einem Feiertag oder für eine Sonderbestellung gefordert.

„Davon habe ich mich vor einem halben Jahr überzeugen können, als ich mich über Sonderangebote erkundigen musste, die die ‚Mädchden‘ für Weihnachten vorbereitet hatten.“ Laut Borowiecki ist der superhohe Preis von 100 Dollar ein Bluff. Derartige Tricks wirkten nicht mehr. Im Internet gebe es eine Überzahl an Services, die Dienstleistungen im Gunstgewerbe in ganz Warschau und Umgebung anböten.

„Wenn es allein in Mokotow (Bezirk von Warschau) mehr als 6000 solche Angebote gibt, wird niemand bei klarem Verstand so viel zahlen“, sagte der ehemalige Chefredakteur der romantischen Zeitschrift.

„Solche Dinge lassen sich besser an Politikern prüfen, die für zwei bis drei Tage hierherkommen. Und Militärs und Diplomaten werden kein derartiges Glück suchen. Zudem sind die Hälfte der im Stadtzentrum beschäftigten Mädchen Ukrainerinnen und Weißrussinnen. Allzu nah an der östlichen Frontlinie, verstehen Sie?  Kein vernünftiger Mensch lässt sich gegenüber eine Erpressung zu, besonders jetzt, wo die Nato darum besorgt ist, im Osten nichts  Überflüssiges anzurichten.

Aber nachzufragen ist keine Sünde, wer möchte, wird schon sein Ziel erreichen. Weniger Erfolgreiche können im Internet nachgucken. Man kann auf den Portalen wie odloty.pl, roksa.pl und x-foczki.pl Gunstdamen in ganz Warschau finden und die Preise und das Dienstleistungspaket individuell besprechen. Einige von ihnen behaupten, vier Sprachen zu kennen. Also wird es keine Probleme mit der Kommunikation geben, selbst wenn die vierte Sprache Französisch ist. Warschau lässt sich nicht nur lieben, sondern es schenkt auch Liebe.

http://de.sputniknews.com/panorama/20160707/311234578/warschau-callgirls-nato-gipfel.html

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Gruß an die Gipfelteilnehmer

TA KI

Eskalation: EU will Polen „unter Aufsicht stellen“


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Nach dem Streit über die Reform des Verfassungsgerichts in Polen droht die EU- Kommission dem Land nun wegen dessen umstrittenen neuen Mediengesetzes mit ungewöhnlichen Konsequenzen. „Es spricht viel dafür, dass wir jetzt den Rechtsstaatsmechanismus aktivieren und Warschau unter Aufsicht stellen“, sagte der für Medienpolitik zuständige EU- Kommissar Günther Oettinger der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.

Der Rechtsstaatsmechanismus wurde erst 2014 eingeführt. Er sieht einen verstärkten Dialog mit einem Mitgliedsland vor, wenn die EU- Kommission Verletzungen der Rechtsstaatlichkeit befürchtet. Wenn das Mitglied nicht auf Änderungswünsche der Kommission reagiert, droht ein Verfahren wegen des Verstoßes gegen europäische Grundwerte. Am Ende könnte der Entzug von Stimmrechten stehen.

Ein Kommissionssprecher in Brüssel bestätigte, dass die EU- Behörde für 13. Jänner eine erste Debatte über die Lage des Rechtsstaates in Polen plane. Die Diskussion ist die Vorstufe zu einem Prüfverfahren, das der Einhaltung der Rechtsstaatlichkeit durch die Mitgliedsstaaten dient. Der Konflikt der EU- Kommission mit der neuen rechtskonservativen Regierung in Polen steuert damit auf einen neuen Höhepunkt zu.

Neue polnische Regierung krempelt den Staat um

Die rechtsnationale Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) war aus der Wahl im Oktober 2015 als Sieger hervorgegangen und regiert seit Mitte November mit einer absoluten Mehrheit im Parlament. Seither baut sie das politische System in Polen um. Die beschlossene Reform des Verfassungsgerichts hatte bereits für massive Verärgerung in der EU- Kommission gesorgt, die dagegen rechtsstaatliche Bedenken geltend machte. Mit dem kurz vor Jahresende verabschiedeten Mediengesetz versucht die Regierung nun, die öffentlich- rechtlichen Medien an die kurze Leine zu legen. Personalentscheidungen die Führung der Medien betreffend sollen künftig in den Händen des Finanzministers liegen. Das Gesetz benötigt nur noch die Unterschrift von Präsident Andrzej Duda.

Appell an Präsident, Gesetz nicht zu unterzeichnen

Vermutlich um ihrer Entlassung zuvorzukommen, traten mittlerweile die Direktoren von vier Programmen des öffentlich- rechtlichen Fernsehsenders TVP zurück, wie die Zeitung „Gazeta Wyborcza“ am Sonntag berichtete. Die Europäische Rundfunkunion appellierte in einem auf ihrer Webseite veröffentlichten Schreiben von Generaldirektorin Ingrid Deltenre an Präsident Duda, das Mediengesetz nicht zu unterzeichnen, um die „Integrität und Unabhängigkeit der öffentlichen Medien als Symbol eines freien und demokratischen Landes zu bewahren“.

Oettinger sieht in Polen Gefahren für die Pressefreiheit, wie er gegenüber der „FAS“ weiter erklärte: „Ein Intendant darf nicht ohne Angabe von Gründen entlassen werden. Das wäre Willkür“, kritisierte der EU- Kommissar. „Je größer unsere Sorge ist, dass der öffentlich- rechtliche Rundfunk seine Funktion einbüßen könnte, nämlich die Bürger unabhängig zu informieren, desto mehr müssen wir die Unabhängigkeit der Regulierungsbehörden stärken“, ergänzte er.

„Wollen Staat lediglich von einigen Krankheiten heilen“

Polens Außenminister Witold Waszcykowski hingegen verwahrte sich gegen die Kritik aus der EU- Kommission am neuen Mediengesetz seines Landes. „Wir wollen lediglich unseren Staat von einigen Krankheiten heilen, damit er wieder genesen kann“, sagte er im Interview mit der „Bild“ Zeitung. Bei den Medien sei unter der vorherigen Regierung ein bestimmtes linkes Politik- Konzept verfolgt worden. „Als müsse sich die Welt nach marxistischem Vorbild automatisch in nur eine Richtung bewegen zu einem neuen Mix von Kulturen und Rassen, eine Welt aus Radfahrern und Vegetariern, die nur noch auf erneuerbare Energie setzen und gegen jede Form der Religion kämpfen.“ Das habe mit traditionellen polnischen Werten nichts zu tun.

Auch die EU- Kritik an der von der Regierung beschlossenen Reform des Verfassungsgerichts wies Waszcykowski zurück. Die Rechte des Gerichts seien verbessert und nicht beschnitten worden, sagte er. Durch die Reform sei es demokratischer geworden. Das Gericht selbst sieht in der umstrittenen Gesetzesänderung jedoch eine Beschneidung seiner Unabhängigkeit.

Quelle: http://www.krone.at/Welt/Eskalation_EU_will_Polen_unter_Aufsicht_stellen-Umstrittene_Gesetze-Story-489465

…seit wann berichten europäische Medienanstalten „unabhängig“???

Gruß an die, die sich keine Befehle aus Brüssel geben lassen!!

TA KI

Was wird uns verschwiegen?: Polen bereitet sich auf Terroranschlag mit Chemie- oder Bio-Waffen vor


Polnische Sicherheitsbehörden haben gestern in Warschau einen Anti-Terror-Einsatz inszeniert und geübt. Unter dem Titel Patrol-15 wurden mögliche Gegenmaßnahmen gegen biologische und chemische Kontamination durch Simulation eines terroristischen Anschlags in einer U-Bahnstation der Stadt trainiert. Mehr als 200 Mitarbeiter der Armee, Feuerwehr, des sanitär-epidemiologischen Dienst und Notfalleinheiten waren für die Übung im Einsatz.

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Gruß an die Vorbereiteten
TA KI

„Das deutsche ‚Nie wieder Krieg!‘ nervt“


Janusz Reiter war der erste Botschafter Polens nach der Wiedervereinigung. Der Top-Diplomat spricht im Interview ganz undiplomatisch ein paar unbequeme Wahrheiten über Deutschland aus.

 „Wie wollen wir mit dem Problem Russland-Europa umgehen, wenn wir Geschichte nicht kennen?“ Janusz Reiter warnt vor der Gefahr, die alten Fehler zu wiederholen

Janusz Reiter sitzt im Berliner „Hilton“ und sieht so aus, wie man sich einen Diplomaten vorstellt. Vornehm. Zurückhaltend. Dabei hat der 62-jährige Pole eine bewegte Karriere hinter sich. Als Journalist beteiligte er sich an der Opposition gegen das kommunistische Regime; nach dessen Sturz wurde er Botschafter des neuen Polen, zuerst in Deutschland, später in den USA. Und obwohl er sanft spricht, spricht der Germanist in gestochenem Deutsch ganz undiplomatisch unbequeme Wahrheiten aus.

Die Welt: Herr Reiter, Sie waren der erste polnische Botschafter in Deutschland nach der Vereinigung.

Janusz Reiter: Formell sogar vorher. Ich habe noch das alte Westdeutschland gekannt.

Die Welt: Wie erleben Sie Deutschland heute im Vergleich zu damals?

Reiter: Damals fragten sich viele: Passt dieses neue Deutschland zu Europa? Die alte, kleinere Bundesrepublik war geografisch und mental westlich, sie passte ja perfekt. Nun wurde Deutschland größer und bekam den östlichen Teil mit seinen ganzen Prägungen hinzu. Es blieb aber in den westlichen Gemeinschaften verankert und dadurch für seine Partner verlässlich, berechenbar. Nur: heute haben wir in Europa zwei oder gar drei Krisen. Eine, die oft als Eurokrise bezeichnet wird, aber in Wirklichkeit eine politische Krise der EU ist. Die andere in der östlichen Nachbarschaft, die uns wieder mit der harten Realität der Machtpolitik konfrontiert und die dritte in der südlichen Nachbarschaft. In den zwei ersten steht nicht weniger als die Zukunft der europäischen Ordnung auf dem Spiel. Und in allen drei muss Deutschland eine zentrale Rolle spielen. Die Frage ist heute nicht, ob es zu viel Macht hat, sondern wie es seine Macht einsetzt. Viele Deutsche würden sich aber lieber heraushalten und höchstens eine Vermittlerrolle akzeptieren. Das geht aber nicht. Mehr Macht bedeutet mehr Verantwortung.

Die Welt: Das sprach der polnische Außenminister Radoslaw Sikorski schon vor drei Jahren in Berlin an, als er meinte, er fürchte deutsche Macht weniger als deutsche Untätigkeit.

Reiter: Ja, auch viele deutsche Politiker sprechen von mehr Verantwortung. Die Öffentlichkeit bleibt aber skeptisch, will kaum Risiken akzeptieren. Ich erinnere mich an ein Gespräch in den 90-er Jahren mit einem deutschen Politiker, der mir sagte: „Wir sind für die EU-Erweiterung, weil Sie auf uns dann von Osten her aufpassen werden. Es liegt in unserem Interesse, die Zahl der außenpolitischen Optionen auf ein Minimum zu reduzieren.“ Das war das Ideal der deutschen Politik. Aber das funktioniert nicht mehr.

Die Welt: Warum nicht?

Reiter: Weil uns die Außenwelt jeden Tag zwingt, Entscheidungen zu treffen. Wir können uns von ihr nicht abschotten. Sie setzt uns unter Druck, ob vom Osten oder vom Süden her. Und wer soll auf Deutschland „aufpassen“? Viele traditionelle Mitspieler sind schwächer geworden: Frankreich, Italien, Spanien. Dadurch ist das fein austarierte System der europäischen checks and balances gestört. Das kann man aber Deutschland nicht vorwerfen.

Die Welt: Man könnte es dem Euro vorwerfen.

Reiter: Ohne den Euro würde es noch mehr und nicht weniger Misstrauen geben. Deutschland ist erfolgreich und kann stolz darauf sein. Polen profitiert übrigens von dem Erfolg Deutschlands. Nur, ich frage mich manchmal: wer imponiert heute den Deutschen? Sie imponieren sich selbst und zu Recht. Man muss sich auch selbst imponieren, um Anderen imponieren zu können. Früher war Großbritannien ein Land, das starken Einfluss auf Deutschland hatte. Das ist vorbei. Der französische Einfluss geht auch zurück. Italien hat die Rolle längst verloren. Es bleibt Amerika, das einzige Land der westlichen Welt, dass in vielen weltpolitischen Situationen nicht nur ein wünschenswerter, sondern ein notwendiger Partner ist. Aber hier wünschen sich viele Deutsche eher Emanzipation als Kooperation. Die antiamerikanische Stimmung macht mir Angst. Verstehen die Leute denn wirklich nicht, warum wir Amerika brauchen? Und zwar nicht nur wegen der Verteidigung. Es geht auch darum, die Gefahr einer Renationalisierung der Politik, vor allem der Sicherheitspolitik zu bannen. Können wir wirklich sicher sein, dass wir das allein schaffen? Wir sollten etwas bescheidener sein. Jetzt haben wir den Streit um das Freihandelsabkommen TTIP. Die Kritik an TTIP ist zum Teil beängstigend. Wenn ich in einer großen deutschen Zeitung lese, dass es in den Verhandlungen um das nationale Selbstbestimmungsrecht gehe, dann ist das ein völlig verzerrtes, ideologisiertes Weltbild.

Die Welt: Also hatte jener Politiker, der vor deutschen Optionen Angst hatte, doch Recht.

Reiter: Nein. Selbstverständlich kehren in der neuen weltpolitischen Lage auch manche alten Dilemmata und Versuchungen zurück, die im Kalten Krieg für überwunden und überholt gehalten wurden. Das heißt, wir bekommen wieder die Freiheit, alte und sicherlich auch neue Dummheiten zu machen. Um die zu vermeiden, sollte man die Geschichte kennen. Und zwar mehr als nur einige Slogans. Wie wollen wir mit dem Problem Russland-Europa umgehen, wenn wir Geschichte nicht kennen? Gerade dann laufen wir Gefahr, alte Fehler zu wiederholen.

Die Welt: Was meinen Sie mit Slogans statt Geschichtskenntnissen? Können Sie ein Beispiel dafür geben?

Reiter: Nun, ich mache es mir wahrscheinlich etwas zu einfach, aber wenn ich diese Losung höre, „Nie wieder Krieg!“, dann geht mir das auf die Nerven. Oder die Warnungen vor einer Militarisierung der Politik. Nach den Berichten über die Schwierigkeiten der Bundeswehr gab es in Polen besorgte Artikel und Kommentare. Ausgerechnet die Polen rufen also Deutschland auf die Politik zu „militarisieren“? Selbstverständlich müssen wir auf politische Lösungen setzen, aber diese Methode hat ihre Grenzen, wie uns der Aufstieg von Isis vor Augen führt.

Die Welt: Und was meinten Sie mit den alten Dummheiten?

Reiter: Gerade in Stresssituationen kommt die Gefahr, in alte nationale Deutungs- und Handlungsmuster zurückzufallen. Die europäischen Loyalitäten, die historisch gesehen relativ neu sind, geraten in Konflikt mit den alten nationalen Reflexen. Dieser Herausforderung müssen wir uns stellen. Das gilt für alle europäischen Länder. Deutschland ist aufgrund der Geschichte und Geografie besonders gefordert und herausgefordert.

Die Welt: Sie meinen die deutsche Neigung, einen Ausgleich mit Russland über die Köpfe der Ukrainer hinweg zu suchen, weil man die Ukraine ohnehin nicht für einen richtigen Staat hält.

Reiter: Die Ukraine ein sehr schwieriges Land ist, aber wir brauchen sie. Ihr Erfolg liegt in unserem ureigenen Interesse. Wenn ich manchmal die Unterstellung höre, die Ukraine sei im Grunde genommen nicht staatsfähig, dann reagiere ich allergisch. Denn ich weiß aus der Geschichte, dass in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg die große Mehrheit der Elite Polen für staatsunfähig hielt. Das würden die wenigsten Deutschen heute verstehen, aber so war es.

Die Welt: Und daraus folgt?

Reiter: Erstens dass Wahrnehmungen sich wandeln. Zweitens aber und vor allem, dass wir als Europa unsere Interessen nur dann erfolgreich verfolgen können, wenn wir unsere Werte verteidigen. Und sowohl unsere Werte als auch unsere Interessen werden in den Krisen, vor allem der im Osten, herausgefordert. Gerade unsere beiden Länder, Polen und Deutschland, haben von Europa am meisten gewonnen und würden am meisten verlieren, wenn Europa scheitert. Den Zusammenhalt brauchen wir aber nicht nir in der Analyse, sondern in der Aktion. Da muss ich sagen, ich verstehe nicht, warum Deutschland und Frankreich auf Polens Mitwirkung bei der Lösung der Krise in Osteuropa verzichtet haben. Das sogenannte Weimarer Dreieck ist das politisch logischste Format, in dem die Europäer ihre Ostpolitik abstimmen und vertreten können. Ich hoffe, dieses Format wird bald wieder aktiviert.

Die Welt: Die neue polnische Regierungschefin Ewa Kopacz hat angekündigt, in Bezug auf die Ukraine eine „pragmatische“ Politik zu betreiben. Das hat hier einige verstört, andere fühlten sich bestätigt: Nun würden auch die Polen einsehen, dass es mit dieser antirussischen Politik nicht weitergehe. Wollte Frau Kopacz damit andeuten, dass die Politik ihres Vorgängers Donald Tusk nicht pragmatisch war? Wie soll man das verstehen?

Reiter: Ich bin kein Regierungssprecher. Aber so viel kann ich sagen: Polen hat überhaupt kein Interesse an einem Konflikt mit Russland. Polen zahlt für ihn einen höheren wirtschaftlichen und politischen Preis als die Westeuropäer. Und die Klischees, Polen sei antirussisch und Deutschland russophil könnten wir uns wirklich ersparen. Warschau kann seine Ostpolitik nur im Verbund mit anderen Ländern, vor allem Deutschland, verfolgen. Alleine kann man recht haben. Erreichen kann man allein nichts. Wir sagen immer wieder mit Stolz, das polnisch-deutsche Verhältnis sei so gut wie nie. Das stimmt, aber wirklich gut ist es erst, wenn es uns hilft, gemeinsame Probleme besser zu lösen. Jetzt haben wir die Chance dazu.

Quelle: http://www.welt.de/politik/ausland/article133397769/Das-deutsche-Nie-wieder-Krieg-nervt.html

Gruß an die wahren Geschichtsversteher

TA KI