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Wirkt Weihrauch bei Entzündungen?
Welche Fragen werden in diesem Beitrag beantwortet?
- Bei welchen Erkrankungen werden Weihrauch-Extrakte angewendet?
- Welche Dosierungen von Weihrauch-Extrakten werden empfohlen?
- Wie wirkt Weihrauch?
- Ist die Wirksamkeit von Weihrauch durch überzeugende Studiendaten belegt?
- Welche Nebenwirkungen sind unter der Einnahme vonWeihrauch möglich?
Hintergrund
Weihrauch wird zur Behandlung entzündlicher Erkrankungen angewandt. Weihrauchbäume gehören zur Gattung Boswellia, die wiederum sind Teil der Familie der Burseraceae (Balsamgewächse, Weihrauchgewächse).
Medizinisch zur Anwendung kommen die Arten Boswellia serrata, Boswellia carteri und Boswellia frereana. Als „Indischer Weihrauch“ oder „Olibanum“ werden Harze aus Boswellia serrata und Boswellia carterii bezeichnet. Neben Weihrauch aus Indien kommen die aufgeführten Boswelliaarten aus Somalia, Äthiopien und Südarabien. Extrakte aus Weihrauchharzen werden seit Jahrhunderten in der ayurvedischen Heilkunde und Volksmedizin angewandt.
Anwendungsgebiete
Das Harz des Weihrauchbaumes Boswellia serrata findet in der traditionellen indischen Medizin Verwendung zur Behandlung entzündlicher und neurologischer Erkrankungen, grippaler Infekte oder als Wundverbände bei Geschwüren und Abszessen. Als derzeit wichtigste Anwendungsgebiete in Deutschland werden chronisch rheumatische Beschwerden mit entzündlicher Aktivität, wie z. B. die chronische Polyarthritis/rheumatoide Arthritis, aber auch die Osteoarthritis/Arthrose genannt.
Darüber hinaus kommt Weihrauch auch zur Behandlung chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen (M. Crohn, Colitis ulcerosa) und als Dermatika zur Behandlung von Neurodermitis und Psoriasis zur Anwendung.
Weihrauch – nicht als Arzneimittel zugelassen
In Deutschland ist derzeit kein Weihrauch-Präparat als Arzneimittel zugelassen. Hingegen sind Weihrauch-Präparate als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich (z.B.: Weihrauch H15, Hecht Pharma, 350 mg Kapseln). Vereinzelt beziehen Patienten das indische Präparat Sallaki oder das in der Schweiz nur in einem Kanton zugelassene Weihrauch-Präparat H15 über internationale Apotheken.
Auch wenn zahlreiche Untersuchungen auf positive Effekte von Weihrauch hinweisen, entsprechen diese Studien zu Weihrauch-Extrakten nicht den geforderten Zulassungsbedingungen bezüglich Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit der Substanzen. Vor einigen Jahren wurde ein Antrag auf Zulassung eines Weihrauch-Präparates (H15) in Deutschland für die Indikation Rheumatoide Arthritis mangels ausreichender wissenschaftlicher Unterlagen abgelehnt.
In einer kürzlich erschienenen Übersichtsarbeit zur Wirksamkeit pflanzlicher Substanzen auf schmerzhafte entzündliche Prozesse wurde Weihrauch von den Autoren als die am vielversprechendste Substanz für eine weitere Arzneimittel-Entwicklung bewertet (17).
Wirkmechanismus
Die Wirkung von Weihrauch wird im Wesentlichen auf die Beeinflussung von Entzündungsmediatoren zurückgeführt. Auf molekularer Ebene sind Entzündungen durch erhöhte Bildung und Freisetzung von Entzündungsmediatoren gekennzeichnet, zu denen unter anderem Zytokine, Prostaglandine und Leukotriene zählen. Diese Mediatoren werden von komplex regulierten Enzymen synthetisiert, welche durch entzündungsfördernde Einflüsse reichlich gebildet werden. Ziel der medikamentösen Entzündungshemmung ist es, die Expression dieser Enzyme zu unterdrücken (Wirkprinzip von Cortison) oder deren Aktivierung zu hemmen (durch nicht-steroidale Antiphlogistika, z.B. Diclofenac oder Ibuprofen).
Bislang sind ca. 200 Inhaltsstoffe im Harz des Weihrauchbaumes identifiziert worden. Das aus dem Stamm des Weihrauchbaumes gewonnene Harz enthält u.a. Boswelliasäuren als entzündungshemmende Substanzen. Boswelliasäuren hemmen u.a. ein Enzym, das für die Synthese von Prostaglandin E2 verantwortlich ist, und verringern so die Entzündungsreaktion (13). In-vitro-Untersuchungen weisen auch auf eine Hemmung der 5-Lipoxygenase, des Schlüsselenzyms der Leukotrienbiosynthese, als einen weiteren möglichen Wirkungsmechanismus hin (13). Ein weiterer Angriffspunkt bezieht sich auf das Enzym Cathepsin G. Untersuchungen am Menschen belegen, dass mit der Einnahme von Weihrauch-Extrakten die Aktivität dieses entzündungsfördernden Enzyms um mehr als 60 % verringert werden konnte. Bei der Prävention von entzündlichen Veränderungen im Bereich des Darms scheinen zudem antioxidative Wirkmechanismen eine wichtige Rolle zu spielen (14).
Studien zur Wirksamkeit
In der wissenschaftlichen Literatur finden sich zahlreiche Veröffentlichungen zum Wirkmechanismus, jedoch nur wenige Daten zur Wirksamkeit von Weihrauch-Extrakten. Kleinere Studien liefern erste Hinweise auf eine mögliche Wirkung von Weihrauch bei degenerativen Gelenkerkrankungen und chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Kontrollierte klinische Studien nach wissenschaftlich anerkannten Qualitätsstandards, die einen überzeugenden Nutzen von Weihrauch bei entzündlichen Darmerkrankungen oder der Rheumatoiden Arthritis belegen, fanden sich in einer Literatur-Recherche (Medline) nicht.
Arthrose / Osteoarthritis
Zur Behandlung von chronisch-degenerativen Gelenkerkrankungen, wie der Arthrose des Kniegelenkes, wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Studienergebnisse zu Weihrauch-Extrakten veröffentlicht.
Eine indische Arbeitsgruppe konnte bereits im Jahre 2003 in einer achtwöchigen Crossover-Studie den Nachweis erbringen, dass ein Weihrauch-Extrakt die Knieschmerzen reduziert, die Kniegelenksschwellung vermindert und die Gelenkbeweglichkeit verbessert (1). Es folgten weitere Studien zur Behandlung der Arthrose des Kniegelenkes. Ein spezieller Boswellia-Serrata-Extrakt (5-Loxin®) wurde in einer 3 Monatsstudie in zwei Dosierungen (100 und 250 mg) mit Placebo verglichen (4). Im Ergebnis zeigte sich, dass 5-Loxin® die Schmerzen reduzierte und die Gelenkfunktion im Vergleich zur Placebogruppe signifikant verbesserte. Auffällig war der frühe Wirkeintritt der hohen Dosis des Weihrauch-Extraktes. Bereits nach sieben Tagen konnte eine relevante Symptomverbesserung dokumentiert werden. Zudem gelang in dieser Untersuchung der Nachweis, dass der spezielle Weihrauch-Extrakt das knorpelabbauende Enzym Matrix-Metalloproteinase-3 (MMP-3) in seiner Aktivität deutlich hemmt (4).
Ein neuer Boswellia-Extrakt (Aflapin®) soll durch eine Anreicherung der wirksamkeitsbestimmenden Inhaltsstoffe noch ausgeprägter entzündungshemmend wirken. In einer Doppelblindstudie über 90 Tage wurde 5-Loxin® und Aflapin® mit Placebo bei Patienten mit Kniegelenksarthrose verglichen (5). Im Ergebnis führten beide Weihrauch-Formulierungen zu einer signifikanten Abnahme der Schmerzen und einer Verbesserung der Kniegelenksfunktion. Dabei zeigten sich Vorteile in der Wirksamkeit zugunsten des Boswellia-Extraktes Aflapin®.
Eine weitere kürzlich publizierte Untersuchung der gleichen Arbeitsgruppe konnte diese Befunde bestätigen (6). In dieser Doppelblindstudie über 30 Tage bei 60 Patienten führte die Therapie mit 100 mg des Weihrauch-Extraktes Aflapin® zu einer signifikanten Besserung der Schmerzsymptomatik und der Gelenkfunktion im Vergleich zur Placebogabe.
Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
Gupta und Mitarbeiter hatten bereits im Jahr 2001 die Wirkung von Weihrauch im Vergleich zu Sulfasalazin bei der Behandlung von 30 Patienten mit einer chronischen Colitis ulcerosa untersucht (12). Über einen Zeitraum von 6 Wochen erhielten die Patienten eine Dosierung von 900 mg Weihrauch täglich, aufgeteilt auf 3 Dosen. Als Ergebnis zeigte sich bei 14 von 20 der mit Weihrauch behandelten Patienten eine Remission. Darüber hinaus konnte bei 18 der 20 Patienten eine Verbesserung in einem oder mehreren der untersuchten Parameter dokumentiert werden. In der Gruppe, die Sulfasalazin erhalten hatte, lag hingegen der Anteil der Patienten, die eine Remission erreichten, niedriger (12).
Die Wirksamkeit von Weihrauch-Extrakten wurde auch bei der Kollagen-Kolitis geprüft. Die kollagene Kolitis ist durch chronische Durchfälle charakterisiert. Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine eher seltene Darmerkrankung. In einer Placebo-kontrollierten Doppelblindstudie an 31 Patienten mit Kollagen-Kolitis konnte nach 6 Wochen Therapie mit einem hochdosierten Boswellia-Extrakt (3-mal 400 mg pro Tag) bei 63,6 % der Patienten eine Remission erreicht werden (Placebo 26.7 %, p=0,04). Die Autoren dieser Studie aus Deutschland ziehen den vorsichtigen Schluss, dass Weihrauch bei dieser chronischen Darmerkrankung wirksam sein könnte (3). Voraussetzung für den Nachweis der Wirksamkeit sei nach Einschätzung der Autoren eine Bestätigung der Ergebnisse durch weitere größere kontrollierte Studien.
Morbus Crohn
Auch für die Behandlung von Morbus Crohn liegen Studienergebnisse mit Weihrauch-Extrakten vor. In einer doppelblinden Vergleichsstudie mit der Standardtherapie Mesalazin zeigten sich bei insgesamt 102 Patienten erste Hinweise auf eine Nicht-Unterlegenheit von Weihrauch im Vergleich zu Mesalazin (10). Dem entgegen stehen Ergebnisse einer weiteren, kürzlich publizierten Studie zur Wirksamkeit von Weihrauch bei der Behandlung von Morbus-Crohn-Patienten (2). In dieser Placebo-kontrollierten Doppelblindstudie wurden insgesamt 108 Patienten mit 3-mal 2 Kapseln (400 mg pro Kps.) Weihrauch-Extrakt über einen Zeitraum von 12 Monaten behandelt. Die Ergebnisse zusammenfassend, kommen die Autoren zu dem Schluss, dass Weihrauch nicht wirksamer sei als Placebo bei der Aufrechterhaltung einer Remission dieser chronisch-entzündlichen Darmerkrankung.
Rheumatoide Arthritis
Zu Anwendung von Weihrauch bei der Rheumatoiden Arthritis liegen nur wenige kontrollierte Studien vor. Eine Placebo-kontrollierte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass der Weihrauchharzextrakt H15 bei rheumatoider Arthritis keine messbare Wirkung aufweist (7).
Asthma bronchiale
Die anti-entzündliche Wirkung von Weihrauch wurde auch bei Patienten mit chronischem Asthma bronchiale geprüft. In einer Placebo-kontrollierten Doppelblindstudie erhielten 40 Asthma-Patienten täglich 2-mal 300 mg Weihrauch oder Placebo über einen Zeitraum von 6 Wochen. Ergebnis: In der Weihrauch-Gruppe verbesserten sich bei 70 Prozent der Patienten die Symptomatik und die Lungenfunktion im Vergleich zu nur 27 Prozent unter der Placebo-Gabe (9).
Weihrauch zur unterstützenden Behandlung bei Krebserkrankungen
Im Rahmen der Krebstherapie gelang der Nachweis, dass Weihrauch bei Patienten mit einem Hirntumor die Nebenwirkungen der Strahlentherapie vermindern kann. Die Bestrahlung von Hirntumoren geht häufig mit einem deutlichen Hirnödem einher, das in der Regel mit hohen Dosen Dexametason behandelt werden muss. In einer Placebo-kontrollierten Studie konnte unter der täglichen Gabe von 4,2 g Weihrauch ergänzend zur Strahlentherapie eine deutliche Abnahme des Hirnödems im Vergleich zur Placebo-Behandlung beobachtet werden. Zukünftig könnte die Behandlung mit Weihrauch möglicherweise zu einer Reduktion der notwendigen Cortison-Dosis bei der Behandlung des Hirnödems beitragen (11).
Spannungskopfschmerzen
In einer Pilotstudie zeigten sich erste Hinweise, dass Weihrauch auch bei Spannungskopfschmerz wirksam sein könnte. Bei Patienten mit einer chronischen Form der Spannungskopfschmerzen konnte unter der Weihrauch-Behandlung eine Abnahme der Häufigkeit und der Intensität der Beschwerden dokumentiert werden (15).
Bioverfügbarkeit von Weihrauch-Extrakten
Die Bioverfügbarkeit der wahrscheinlich wirksamkeitsbestimmenden Boswelliasäuren wird durch die gleichzeitige Aufnahme von Weihrauch-Extrakt und einer fettreichen Mahlzeit deutlich verbessert (8). Es wird daher empfohlen, Weihrauch zu den Mahlzeiten einzunehmen.
Dosierung von Weihrauch
In den zitierten Studien wurden sehr unterschiedliche Dosierungen von Weihrauch-Extrakten eingesetzt. Bei herkömmlichen Weihrauch-Extrakten kamen Tagesdosen von 600 mg bis zu 4,2 g zur Anwendung, in der Regel verteilt auf 2 bis 3 Einzeldosen über den Tag verteilt.
Verträglichkeit
Insgesamt zeichneten sich Weihrauch-Extrakte in den veröffentlichten Studien durch eine gute Verträglichkeit aus. Als unerwünschte Wirkungen wurde über Hautirritationen mit Pruritus berichtet, allergische Reaktionen seien grundsätzlich nicht ausgeschlossen. Auch Übelkeit wurde als mögliche Nebenwirkung genannt.
In einer systematischen Untersuchung zur Verträglichkeit von pflanzlichen Wirkstoffen wurden bei der Anwendung von Boswellia serrata nur gering ausgeprägte unerwünschte Nebenwirkungen dokumentiert (18).
Diskussion
Die vorliegenden pharmakologischen Daten deuten darauf hin, dass das vorherrschende Wirkprinzip von Weihrauch-Extrakten in der Hemmung von Entzündungsvorgängen liegt. Entzündungsreaktionen spielen bei fast allen empfohlenen Anwendungsgebieten für Weihrauch eine entscheidende Rolle. Damit die in pharmakologischen Untersuchungen beschriebenen Effekte wirksam werden können, ist die Anwendung einer ausreichend hohen Dosierung von Weihrauch-Extrakten mit nachgewiesener Qualität notwendig. Da die Wirksamkeit zudem sehr abhängig von der Zusammensetzung der verwendeten Weihrauch-Extrakte zu sein scheint, sind die in Studien dokumentierten Ergebnisse im positiven wie im negativen Sinne nicht auf alle Weihrauch-Extrakte zu übertragen.
Für Weihrauch besteht ein scheinbarer Widerspruch zwischen überzeugenden In-vitro-Daten zur Entzündungshemmung und den Ergebnissen zur Anwendung beim Menschen. Die schlechte Bioverfügbarkeit der wahrscheinlich wirksamkeitsbestimmenden Boswelliasäuren beim Menschen könnte eine Erklärung für die bisher wenig überzeugenden klinischen Daten sein.
Eine deutsche Arbeitsgruppe hat eine Weihrauch-Zubereitung mit einer verbesserten Bioverfügbarkeit untersucht (auf Lecithin-Basis, Phytosome®) und konnte eine deutlich bessere Aufnahme von Boswelliasäuren dokumentieren (16).
Insgesamt wurden bisher nur wenige kontrollierte klinische Studien zur Wirksamkeit von Weihrauch-Extrakten veröffentlicht. Am besten stellt sich die Datenlage zur Anwendung von Weihrauch-Extrakten bei der Behandlung der Kniegelenksarthrose dar. Positiv beeinflusst durch eine Behandlung mit Boswellia-Extrakten werden den Studien zufolge insbesondere die Schmerzsymptomatik und die Gelenkfunktion bei Patienten mit einer Arthrose des Kniegelenks. Auch wenn die relativ kleinen Studien überwiegend von einer Arbeitsgruppe durchgeführt wurden, liegen doch ausreichende Belege zur Wirksamkeit der untersuchten Boswellia-Extrakte vor. Diese Weihrauch-Spezialextrakte sind in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen und unterscheiden sich zudem in ihrer Zusammensetzung von denen in Deutschland verfügbaren Weihrauch-Präparaten.
Fazit
Das pharmakologische Prinzip der Entzündungshemmung durch Weihrauch kann als überzeugend belegt gelten. Den veröffentlichten Studien zufolge scheinen Weihrauch-Extrakte zur unterstützenden Behandlung bei der Kniegelenksarthrose wirksam zu sein. Darüber hinaus liegen Hinweise für eine Wirksamkeit bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen vor. Patienten mit einer Rheumatoiden Arthritis scheinen hingegen nicht von einer Behandlung mit Weihrauch zu profitieren. Ziel der weiteren Entwicklung muss es sein, die Bioverfügbarkeit von Weihrauch-Extrakten zu verbessern.
Literatur
1. Kimmatkar N, Thawani V, Hingorani L, Khiyani R. Efficacy and tolerability of Boswellia serrata extract in treatment of osteoarthritis of knee – a randomized double blind placebo controlled trial. Phytomedicine. 2003 Jan;10(1):3-7.
2. Holtmeier W, Zeuzem S, Preiss J, Kruis W, Böhm S, Maaser C, Raedler A, Schmidt C, Schnitker J, Schwarz J, Zeitz M, Caspary W. Randomized, placebo-controlled, double-blind trial of Boswellia serrata in maintaining remission of Crohn’s disease: good safety profile but lack of efficacy. Inflamm Bowel Dis. 2011 Feb;17(2):573-82.
3. Madisch A, Miehlke S, Eichele O, Mrwa J, Bethke B, Kuhlisch E, Bästlein E, Wilhelms G, Morgner A, Wigginghaus B, Stolte M. Boswellia serrata extract for the treatment of collagenous colitis. A double-blind, randomized, placebo-controlled, multicenter trial. Int J Colorectal Dis. 2007 Dec;22(12):1445-51.
4. Sengupta K, Alluri KV, Satish AR, Mishra S, Golakoti T, Sarma KV, Dey D, Raychaudhuri SP. A double blind, randomized, placebo controlled study of the efficacy and safety of 5-Loxin for treatment of osteoarthritis of the knee. Arthritis Res Ther. 2008;10(4):R85.
5. Sengupta K, Krishnaraju AV, Vishal AA, Mishra A, Trimurtulu G, Sarma KV, Raychaudhuri SK, Raychaudhuri SP. Comparative efficacy and tolerability of 5-Loxin and AflapinAgainst osteoarthritis of the knee: a double blind, randomized, placebo controlled clinical study. Int J Med Sci. 2010 Nov 1;7(6):366-77.
6. Vishal AA, Mishra A, Raychaudhuri SP.A double blind, randomized, placebo controlled clinical study evaluates the early efficacy of aflapin in subjects with osteoarthritis of knee. Int J Med Sci. 2011;8(7):615-22.
7. Sander, O., et al., Is H15 (resin extract of Boswellia serrata incense) a useful supplement to established drug therapy of chronic polyarthritis? Results of a double-blind pilot study. Z. Rheumatol. 1998; 57: 11 – 16.
8. Sterk V, Büchele B, Simmet T. Effect of food intake on the bioavailability of boswellic acids from a herbal preparation in healthy volunteers. Planta Med. 2004 Dec;70(12):1155-60.
9. Gupta I, Gupta V, Parihar A, Gupta S, Lüdtke R, Safayhi H, Ammon HP. Effects of Boswellia serrata gum resin in patients with bronchial asthma: results of a double-blind, placebo-controlled, 6-week clinical study. Eur J Med Res. 1998 Nov 17;3(11):511-4.
10. Gerhardt H, Seifert F, Buvari P, Vogelsang H, Repges R. Therapy of active Crohn disease with Boswellia serrata extract H 15. Z Gastroenterol. 2001 Jan;39(1):11-7.
11. Kirste S, Treier M, Wehrle SJ, Becker G, Abdel-Tawab M, Gerbeth K, Hug MJ, Lubrich B, Grosu AL, Momm F. Boswellia serrata acts on cerebral edema in patients irradiated for brain tumors: a prospective, randomized, placebo-controlled, double-blind pilot trial. Cancer. 2011 Aug 15;117(16):3788-95.
12. Gupta I, Parihar A, Malhotra P, Gupta S, Lüdtke R, Safayhi H, et al. Effects of gum resin of Boswellia serrata in patients with chronic colitis. Planta Med. 2001;67:391–5.
13. Siddiqui MZ. Boswellia serrata, a potential antiinflammatory agent: an overview. Indian J Pharm Sci. 2011 May;73(3):255-61.
14. Hartmann RM, Morgan Martins MI, Tieppo J, Fillmann HS, Marroni NP.mEffect of Boswellia serrata on antioxidant status in an experimental model of colitis rats induced by acetic acid. Dig Dis Sci. 2012 Aug;57(8):2038-44.
15. Lampl C, Haider B, Schweiger C. Long-term efficacy of Boswellia serrata in four patients with chronic cluster headache. Cephalalgia. 2012 Jul;32(9):719-22.
16. Hüsch J, Bohnet J, Fricker G, Skarke C, Artaria C, Appendino G, Schubert-Zsilavecz M, Abdel-Tawab M. Enhanced absorption of boswellic acids by a lecithin delivery form (Phytosome(®)) of Boswellia extract. Fitoterapia. 2013 Jan;84:89-98.
17. Di Lorenzo C, Dell’Agli M, Badea M, Dima L, Colombo E, Sangiovanni E, Restani P, Bosisio E. Plant food supplements with anti-inflammatory properties: a systematic review (II). Crit Rev Food Sci Nutr. 2013;53(5):507-16.
18. Posadzki P, Watson LK, Ernst E. Adverse effects of herbal medicines: an overview of systematic reviews. Clin Med. 2013 Feb;13(1):7-12.
Quelle: http://wirksam-oder-unwirksam.blogspot.de/2012/08/weihrauch-boswellia-zur-behandlung.html
Weihrauch und Myrrhe mindern Entzündungen
Harze können bei Krankheiten wie Multiple Sklerose oder Krebs helfen
16.12.2014
Schon bei den drei Heiligen Königen gehörte Weihrauch der Überlieferung nach zu den Geschenken, die sie neben Myrrhe und Gold für das neugeborene Jesuskind nach Bethlehem brachten. Bereits seit der Antike ist der aromatische Duft des Weihrauchharzes Bestandteil vieler religiöser Zeremonien und verleiht bis heute in der Kirche vielen Festen einen besonderen Ausdruck. Doch das ist längst nicht alles, denn wie Studien immer wieder aufzeigen, kann Weihrauch auch in der Medizin einen großen Nutzen erbringen: „Das aus dem Stamm des Weihrauchbaumes gewonnene Harz enthält entzündungshemmende Substanzen“, so Prof. Dr. Oliver Werz von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Dadurch sei Weihrauch als „Heilmittel unter anderem für die Therapie von Krankheiten wie Asthma, Rheumatoider Arthritis oder Neurodermitis interessant“.
In der ayurvedischen Medizin seit Jahrtausenden bewährt
Beim Wort „Weihrauch“ denken viele Menschen an die Heiligen Drei Könige, für die das luftgetrocknete Gummiharz aus dem Weihrauchbaum so wertvoll wie Gold und daher als „Gabe“ für das Jesuskind gerade gut genug war. Doch auch heute scheint Weihrauch seinen Wert nicht verloren zu haben, vielmehr kommen immer wieder Untersuchungen zu dem Ergebnis, dass das Harz großes Potenzial habe, als natürliches Heilmittel zu wirken. In der ayurvedischen Medizin Indiens hingegen ist das Baumharz bereits seit Jahrtausenden ein fester Bestandteil, indem es bei der Behandlung von Wunden, Geschwüren sowie bei entzündlichen Erkrankungen wie Arthritis,
Gicht oder Rheuma eingesetzt wird.
Boswelliasäuren als Entzündungshemmer bei Multipler Sklerose?
Wie aktuelle Studien zeigen, könnte Weihrauch daher möglicherweise auch bei Multipler Sklerose (MS) helfen, denn die darin enthaltenen Boswelliasäuren wirken als natürlicher Entzündungshemmer, haben aber im Vergleich zu synthetischen Mitteln weit weniger Nebenwirkungen. Bei der MS handelt es sich um eine bislang nicht heilbare chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, durch welche die Markscheiden der Nervenfasern angegriffen werden. In der Folge treten vielfältige Symptome auf, häufig sind dabei unter anderem Empfindungs- und Sehstörungen, Muskellähmungen,
chronische Müdigkeit („Fatigue“) oder
Schwindel. Unter den entzündlichen Erkrankungen des Nervensystem weist die MS die größte Häufigkeit auf und ist zudem nach der Epilepsie die zweithäufigste neurologische Krankheit insgesamt. Dementsprechend seien nach Angaben der Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e.V. (DMSG) weltweit etwa 2,5 Millionen Menschen betroffen, allein hierzulande leben ca. 130.000 MS-Erkrankte.
SABA-Studie untersucht Einfluss von Weihrauch bei MS
Mit dem positiven Effekt von Weihrauch bei MS beschäftigt sich auch die Neurologin Dr. Klarissa Hanja Stürner vom Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) im Rahmen der sogenannten „SABA-Studie“. Wie die „Welt“ berichtet, hatten dort 37 Patienten mit schubförmiger MS über einen Zeitraum von acht Monaten statt Kortison oder Interferon, das Extrakt des Weihrauch-Harzes erhalten. Offenbar mit großem Erfolg, denn die Zahl der Nervenschädigungen sei bei den bislang 25 ausgewerteten Personen um knapp 60% zurück gegangen, zudem sank die jährliche Rate neuer Schübe von 0,94 auf 0,32. Die Patienten hätten die entzündungshemmende Therapie in Kapselform dabei nach Aussage von Dr. Stürner „bisher sehr gut“ vertragen, so die Mitteilung des UKE. Dementsprechend würden „viele von ihnen [.] die Behandlung auf eigenen Wunsch noch über die Studienlaufzeit hinaus fortsetzen“ wollen.
Chinesische Forscher finden 99 chemisch definierte Substanzen im Weihrauchöl
„Weihrauch und Myrrhe verfügen beide über eine Vielzahl bioaktiver Inhaltsstoffe, mit deren gesundheitlichen Wirkungen sich die Medizin bis in unsere Tage beschäftigt“, erklärt der Allergologe Peter Schnabel gegenüber der „Welt“. „Erst kürzlich fanden chinesische Wissenschaftler bei einer aktuellen Analyse von Weihrauchölen 99 chemisch definierte Substanzen. Darunter befanden sich auch mehrere Substanzen, bei denen eine gegen den Krebs wirksame Aktivität vermutet wird“, so der Mediziner von der TU München weiter. Auch Forscher der Universität Leicester belegten im Rahmen einer Studie erstmals die positive Wirkung von Weihrauch bei Eierstockkrebs. Dafür verwendeten sie den Inhaltsstoff AKBA (Acetyl-11-Keto-ß-Boswelliasäure) aus dem Harz des Weihrauchbaums.
Inhaltsstoff AKBA wirksam bei Eierstockkrebs
„Wir haben gezeigt, dass dieser Inhaltsstoff des Weihrauchs effektiv Eierstockkrebszellen tötet“, sagte Dr. Mark Evans von der Universität Leicester. „Am überraschendsten war, dass die Zellen, die wir getestet haben und die gegen Chemotherapie resistent waren, sensibler gegenüber diesem Inhaltsstoff waren, was darauf hindeutet, dass Weihrauch in der Tat in der Lage ist, Arzneimittelresistenzen zu überwinden und zu einer verbesserten Überlebensrate bei Patienten in einem späten Stadium von Eierstockkrebs zu führen.“
Jenaer Pharmazeut untersucht den Wirkmechanismus des Weihrauchs
Doch nicht nur bei Krebs könnten die natürlichen Harze helfen, stattdessen hätten Studien auch eine positive Wirkung beichronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, Asthma bronchiale und Schuppenflechte zeigen können. Doch wie entsteht dieser positive Effekt? Mit dieser Frage beschäftigte sich auch Professor Oliver Werz von der Universität Jena, der gemeinsam mit Partnern der Uni Saarbrücken und einem Startup-Unternehmen dem Wirkmechanismus des Weihrauchs nachgegangen ist. Durch ihre Studie konnten die Forscher zeigen, wo genau die Boswelliasäuren in das Entzündungsgeschehen eingreifen: „Boswelliasäuren interagieren mit verschiedenen Eiweißen, die an entzündlichen Reaktionen beteiligt sind. Insbesondere jedoch mit einem Enzym, das für die Synthese von Prostaglandin E2 verantwortlich ist“, so der Jenaer Pharmazeut in einer Pressemitteilung der Friedrich Schiller Universität. Prostaglandin E2 gehöre dabei zu den Vermittlern der Immunantwort und spiele daher eine zentrale bei Entzündungsprozessen, der Entstehung von Fieber und Schmerzen: „Boswelliasäuren hemmen dieses Enzym sehr potent und verringern so die Entzündungsreaktion“, erklärt Professor Oliver Werz.
Boswellia serrata die bekannteste Art
Prof. Werz und sein Team kamen durch ihre Studie noch zu weiteren Erkenntnissen, nachdem sie das Harz verschiedener Weihraucharten verglichen und in Hinblick auf die entzündungshemmende Wirkung analysiert hatten. Demnach gäbe es weltweit mehr als zehn verschiedene Arten von Weihrauch, wobei der in Nord- und Zentralindien beheimatete „Boswellia serrata“ der bekannteste sei. „Wie wir jetzt gesehen haben, ist jedoch das Harz von Boswellia papyrifera um den Faktor zehn wirksamer“, so Prof. Werz, eine Art, die vorrangig im Nordosten Afrikas (Äthiopien, Somalia) und auf der arabischen Halbinsel (Jemen, Oman) vorkommt.
Bäume vom Aussterben bedroht
Doch ob sich Weihrauch als Arzneimittel in Zukunft etablieren könne, hänge laut dem Experten von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen die klinische Überprüfung noch aus, zudem kämen die Boswelliasäuren ausschließlich im Harz des Weihrauchbaumes vor und könnten dementsprechend nur schwer synthetisch hergestellt werden. Damit würden die Bäume „die einzige Ressource für den aussichtsreichen Wirkstoff“ stellen – die jedoch vom Aussterben bedroht seien, so die Mitteilung der Universität weiter. „Ohne nachhaltigen Schutz sind damit nicht nur Pflanzenarten vom Aussterben bedroht, sondern es gehen der Medizin auch vielversprechende Wirkstoffe verloren“, betont Prof. Werz. (nr)
Quelle: http://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/weihrauch-und-myrrhe-lindern-entzuendungen-901853447080.php
Gruß andie Heilenden
TA KI