Werner von der Mühle – Ich sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht!


30.11.2018

Mich zieht es in den Wald. Ich kann es nicht erklären, aber immer wieder setze ich mich ins Auto, fahre ein Ziel in meiner Gegend an und laufe los, mal auf Wegen, mal querfeldein über Stock und Stein. Oft suche ich alte Wallanlagen, Hügelgräber oder Aussichtspunkte auf. Meistens finde ich keine Ruhe und nach einem kurzen Innehalten gehe ich weiter. Wahrscheinlich resultiert aus dieser Unruhe mein Unvermögen, etwas im Wald zu erfahren. Ich hoffe immer auf irgendwas zu stoßen, aber auf was, weiß ich auch nicht. Es ist nicht greifbar. Ich habe das Gefühl, dass sich im Wald und in den Bäumen allerlei Geheimnisse befinden, ich sie aber nicht sehen kann. Vielleicht mag er es ruhiger und ich sollte es mal mit dem Spruch „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es auch heraus“ ausprobieren. Vielleicht flüstert er mir dann etwas zu.

Es scheint, dass ich nicht der Einzige bin, auf den der Wald eine große Anziehungskraft ausübt. Große Teile der Natur- und Umweltschutzbewegungen nahmen in Deutschland ihren Anfang. Über die Jahrhunderte wurde immer wieder von verschiedenen gesellschaftlichen Richtungen versucht, den Wald für sich zu vereinnahmen. Er spielt/spielte eine zentrale Rolle:

-Anfang des 19. Jahrhunderts in der Romantik. Hier lag der Schwerpunkt auf der Hinwendung zur eigenen Kultur.
-in der aus dem Wandervogel hervorgegangenen Jugendbewegung. Sie legte Anfang des 20. Jahrhunderts ihren Schwerpunkt auf Natur, Geselligkeit und Volkslieder. Diese Bewegung hatte zum Beispiel großen Einfluss auf die Freikörperkultur und die Reformpädagogik.
-seit über 100 Jahren bei den sozialdemokratischen Naturfreunden. Sie setzen sich für gerechte Arbeits- und Lebensbedingungen ein und wollen auf die Ausbeutung von Mensch und Natur aufmerksam machen.
-im Nationalsozialismus bei der Verbindung zwischen Volk und Boden.
-in den beiden großen deutschen Umweltschutzbewegungen Ende des 19. Jahrhunderts und in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts. Man denke nur an die Waldsterben Hysterie um 1980. Die Umweltorganisation Robin Wood – Rächer der Entlaubten hat hier ihren Ursprung.

Woher rührt diese immer wiederkehrende Waldverbundenheit? Warum wühlt es uns so auf, wenn alte Bäume gefällt werden? Warum kämpfen Menschen für die Erhaltung von Wäldern? Immer wieder kommt es zu Wald- und Baumbesetzungen (Hambacher Forst, Frankfurter Flughafen Startbahn West). Jeder Verwaltungsmitarbeiter kann ein Lied von den Protesten und Widerständen singen, wenn in seinem Zuständigkeitsbereich einige Bäume gefällt werden sollen. Woher kommt dieser Hang zur Waldliebe, die aktuell in Form von Waldfriedhöfen, Waldkindergärten, Waldlehrpfaden, Baumumarmungen, Sprechen mit Bäumen, etc. sichtbar wird?

Der Wald war von jeher ein heiliger Ort mit großem Einfluss auf das Leben der Germanen. Schon vor 2000 Jahren berichtet Tacitus in seiner „Germania“ davon. Im 11. Jahrhundert, 300 Jahre nach der gewalttätigen Christianisierung der Sachsen, ist die Waldvergötterung immer noch vorhanden. Erzbischof Unwan von Bremen ließ die Wälder der Sachsen und Friesen zerstören, um dieser heidnischen Verehrung Herr zu werden. In Gedichten des Mittelalters trifft man immer wieder auf die Heiligkeit des Waldes.

Laut Jakob Grimm waren Alah, Haruc und Wih/Wihu germanische Begriffe für ein Heiligtum/Tempel. Alahstide war zum Beispiel eine Königspfalz in Thüringen. Haruc und Wih bedeuteten aber auch Wald. Das Gotteshaus der Germanen war somit nicht ein geschlossenes Gebäude, sondern der Wald. Grimm kommt in seinem Buch „Deutsche Mythologie“ zu dem Ergebnis: „In Hainen bald der Berge bald anmutiger Auen war des ältesten Gottesdienstes Sitz, da werden nachher die ersten Tempel gebaut worden sein, da lagen auch die Mahlstätten des Volkes.“ Aus diesen natürlichen Gotteshäusern haben sich unsere gotischen Kathedralen entwickelt.
https://www.gesetze-der-freiheit.de/dies-und-das/germanische-baustile/

Der Wald als Heiligtum in Stein verewigt.

Doch nicht nur der Wald war unseren Vorfahren heilig, sondern auch der Baum an sich. Das lässt sich über die Jahrhunderte bis in die Neuzeit belegen.

In der germanischen Liedersammlung Edda wird die gesamte Ordnung der Welt durch eine Esche, dem Weltenbaum Yggdrasil, symbolisiert. Bäume waren der Sitz von Elben, Zwergen und Waldgeistern. Unter ihnen wurden Lichter angezündet, getanzt und gelacht. Von den Burgunden wird berichtet, dass sie in Auxerre einen Birnbaum verehrten. Den Langobarden war ein Blutbaum heilig. Unter Gerichtsbäumen wurde vom Mittelalter bis in die frühe Neuzeit hinein Recht gesprochen. In der Regel unter einer Linde, in Süddeutschland konnte es aber auch der Birnbaum oder in der Steiermark die Weißtanne sein. Am bekanntesten ist wohl die Geschichte von Bonifatius, der bei Geismar die dem Donar geweihte Eiche umgehauen haben soll. Die Chatten sollen wortlos dabei gestanden und auf eine Reaktion ihres Gottes gewartet haben (siehe „Der Germanische Geist“). Die blieb aus. Daraufhin waren sie vom stärkeren Christengott überzeugt und ließen sich missionieren. Der heutige Menschenschlag ist der gleiche wie vor 2000 oder vor 1000 Jahren. Und genau wie heute so eine Aktion Widerstand hervorrufen würde, wird es das damals im Krieg gegen die Christianisierung erst recht gewesen sein. Die Bonifatius Begebenheit ist offensichtlich verfälscht worden.

Diese innige Verbindung unserer Vorfahren zu den Bäumen hat sich bis heute in unseren Festen erhalten können. Wenn der Dachstuhl eines Gebäudes gerichtet ist, wird ein Richtbaum aufgestellt und der Zimmermann hält eine kurze Ansprache, woraufhin dann das Richtfest, das Weihefest des Hauses, gefeiert wird. Der Mittelpunkt eines Kirchweihfestes, auch Kirmes genannt, ist der Kirchweihbaum. Am ersten Mai stellen wir den Maibaum auf. Vorher tanzen wir in der Wallburg(is)nacht in den Mai. Die mittelalterliche Kirche verhunzte die Tradition der Wallburgnacht zur teuflischen Walpurgisnacht (auch Hexenbrennen genannt), in der die bösen Hexen und Zauberer ihr Unwesen trieben und unschuldige Menschen verführten. In Skandinavien wird am Mittsommerabend (21.06.) der Mittsommerbaum, auch Maistange genannt, aufgebaut und anschließend im Kreis um ihn herumgetanzt. Zu dem höchsten Fest des Jahres holen wir uns einen Baum direkt ins Haus. Es gibt wohl kaum jemanden, der sich nicht der weihnachtlichen Stimmung eines liebevoll mit Kerzen, Glaskugeln und Basteleien geschmückten Tannenbaumes entziehen kann. Diesen alten germanischen Weihnachtsbrauch treffen wir mittlerweile weltweit an. Nicht fehlen dürfen in dieser Aufzählung natürlich die wunderschönen Tanzlinden.

Eine Tanzlinde.

Achten sie einmal darauf, wie oft Ihnen in Dörfern Straßennamen mit „Linde“ über den Weg laufen. Fast genauso oft findet man Straßen mit der Bezeichnung „Winkel“. Laut Rainer Schulz leiten sich diese „Winkel“- Namen von den oben genannten althochdeutschen Wih ab. Das würde passen, denn die Dorfmitte war genau wie heute Versammlungs- und Feierstätte. Und haben unsere Fachwerkbauten ebenso wie die Runen nicht viel Ähnlichkeit mit den Verästelungen eines Baumes?
Ich denke die Ausführungen reichen, um zu verdeutlichen, woher meiner Meinung nach die Liebe zum Wald, zur Natur und zum Umweltschutz (nicht zu verwechseln mit Klimaschutz) herkommt und woraus sich die dörflichen Gebräuche entwickelt haben.

Der Wald birgt eine Menge natürlicher Geheimnisse, die vermutlich unseren Vorfahren noch bekannt waren. Genau deshalb werden die weisen Waldfrauen und Kräuterhexen auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden sein. Vielleicht ist eines dieser Geheimnisse die Pflanze Waldmeister, die u.a. Walpurgiskraut und Waldmutterkraut genannt wird. Ich bin darüber beim Erstellen dieses Artikels gestolpert. Dieser Waldbewohner ist recht auffällig. Ich kenne keine andere Pflanze, die mit der hohen Auszeichnung Meister tituliert wird. Im französischen heißt sie sogar Waldkönigin. Ihr wurden im Mittelalter hexenabwehrende Kräfte nachgesagt. Ich habe mir vorgenommen, mich im Frühjahr mal mit ihr zu beschäftigen. Vielleicht hilft sie mir, wenn ich auf dem Holzweg bin oder wenn ich den Wald vor lauter Bäumen nicht sehe.

Abschließend noch etwas Weises, was ich im Internet gefunden habe.

Bäume haben etwas Wesentliches gelernt:

nur wer einen festen Stand hat
und trotzdem beweglich ist,
überlebt die starken Stürme.

(Anke Maggauer-Kirsche)

Werner von der Mühle

https://www.gesetze-der-freiheit.de/

Danke an Elisabeth

Gruß an die Wälder

TA KI

Kraftort UNTERSBERG; ALMBACHKLAMM


Kraftort UNTERSBERG

Salzburger Land

Kein Berg in den Alpen fand in den letzten Jahren so viel Beachtung in der Öffentlichkeit und in den Medien wie jener Gebirgsstock, der das Berchtesgadener und Salzburger Land durch seine Präsenz charakterisiert.
Der Dalai Lama hat anlässlich seines Salzburgbesuches 1992 über den Berg gesagt, er sei das „Herzchakra Europas“. Manche bezeichnen ihn bereits als das oder ein „Herzchakra der Erde „. Begriffe die aus der spirituellen Vorstellung der beseelten Natur und Erde verständlich werden und die in der westlichen Geomantie erklärbar geworden sind. Man spricht von einem Erdenergienetz, das auch den Untersberg überspannt und an markanten Orten – sogenannten Kraftorten – besondere Kräfte erfahrbar werden lassen.

Der Untersberg kennt viele Namen: Er wird von der Bevölkerung als „Wunderberg“, als „magischer Berg“, als “heiliger Berg” uvm. bezeichnet.
Den Name “Untersberg” wird am 28. Juni 1306 zum ersten Mal erwähnt. Seit geraumer Zeit hat der Untersberg auch die Bezeichnung ”Berg des Lichts”, welche sich auf seine Lichtphänomene und Sonnenphänome zurückführen lässt.

Unvergleichbar mit anderen Bergen des Alpenraumes hat er immer schon zu Märchen und Sagen angeregt. Er ist von gigantischen Höhlensystemen durchzogen, die immer noch nicht ganz erforscht sind. Diese unzähligen Höhlen sind durch die Auswaschungen im Kalkgestein entstanden.

Es wird berichtet, dass Menschen, die in diesen Höhlen waren, erzählten, dass sie gegen die Annahme nur kurz in den Höhlen gewesen zu sein, erst nach Jahren in das Dorf zurückkamen und sogar von ihren Mitmenschen nicht mehr erkannt worden sind.
Kobolde und Zwerge hüten in diesen Höhlen unermeßliche Reichtümer.

Die Wälder des Berges hingegen beherbergen Riesen und die Wildfrauen, die mit ihren Fähigkeiten Ihnen geleistete Dienste mit Reichtum vergelten.

Zu den vielen Legenden und Erzählungen gehören auch das Zeitphänomen des Unterberges mit Zeitlöcher und Zeitsprüngen. Bis in die jüngste Zeit wurden Erlebnisse und Geschichten zu diesem Phänomen erzählt: Etwa der vor 30 Jahren verstorbene Zahnarzt aus Berchtesgarden, Herr Dr. Köberle, berichtete über dieses Phänomenen im Berg.
Diese Zeitveränderung zeigt sich in einem bestimmten, begrenzten Gebiet des Berges, in der Mittagsscharte. Geologen sprechen dabei von einer extremen Verwerfungszone, die sich auch auf die Zeitqualität auswirken kann.

Eine weitere Geschichte erzählt von einem Bauern, der am Krankenbett folgendes berichtete:
Als er in der Christmette war, seien ihm alle Anwesenden in der Kirche fremd gewesen: Die Menschen im Kirchenschiff waren „Untersbergler“ – Menschen die in den Höhlen des Berges leben. Diese Erzählung unterstreicht die Legende der „Spiegelwelt“. Demzufolge leben und beten in den Höhlen des Berges – wie im „wirklichen Leben“ Adelige, Bauern, Knechte und Mägde. An ihrer Spitze soll Kaiser Karl der Große regiert haben.

In den 14 „Untersbergkirchen“ feiert eben dieses Volk ihre Gottesdienste zu nächtlicher Stunde. Früher hätten die Leute abends auch zu den Untersberglern gebetet um Schutz für ihr Haus und ihre Almen.

Zu den 14 Untersbergkirchen gehören:

Großgmainer Pfarrkirche
St. Bartolomä am Königssee
Stiftskirche in Berchtesgaden
Maria Gern
Salzburger Dom
Maria Kirchenthal
Feldkirchen
Seekirchen
Max Glan
St. Michael
St. Gilgen
St. Zeno
Maria Eck
die nicht mehr existierende Reichenhaller Kirche St. Peter

Der Untersberg trägt eine Botschaft in sich, die zum Beispiel bei der jährlichen großen Untersbergwallfahrt am 14. August erfahrbar wird, am Tag vor dem Hohen Frauentag „Maria Himmelfahrt“ (=Kräuterweihe).
Start und Ziel ist die Marienwallfahrtskirche Großgmain. Der daneben liegende Marien-Heilgarten gehört zu den Kraftzentren der Region und man hört von vielen Heilerfolgen, die ein Aufenthalt dort oder das heilkräftige Wasser bewirkt haben sollen. Insbesondere die vielen Heilquellen des Untersbergs sind bezeichnend für die Kraft jenes Berges.

Eine weitere Wallfahrt ist die “Almer Wallfahrt”, die bei St. Bartholomä endet.
Die Almer Wallfahrt findet am Samstag nach dem 24. August (Bartholomäustag) statt.
Von der Almer Wallfahrt heißt es u.a. bei Hans Haid (Mythen der Alpen), dass die zahlreichen besonderen Wegstationen bei der Gebirgsüberschreitung (Wunderquelle, Totes Weib, u.a.) auf eine vorgeschichtliche Kultnutzung hindeuten.
Die Untersbergwallfahrt wird von jenem legendären Untersbergpfarrer gar erst seit einigen Jahren praktiziert.
Bei der Almer Wallfahrt wird zum Schluß – auf der Rückfahrt mit dem Schiff über den Königssee – an der Falkensteiner Wand angehalten, um dort den Toten zu gedenken.

Rund um den „Wunderberg“ – wie er eben in früheren Zeiten ausschließlich genannt wurde – schöpfen die Menschen wieder Wasser von seinen Quellen, dass ihnen Kraft und Heil geben soll.
Über eine der bekanntesten Quellheiligtümer, der „Irlmaier-Madonna“ in der Almbachklamm, die der Freilassinger Seher und Brunnenbauer Alois Irlmaier dem Zahnarzt Köberle hinterlassen hatte und die dieser in der Klamm aufstellen ließ, wurde im letzten Jahr auch im Radio in mehreren Folgen berichtet. Beim schweren Unwetter 1998 sei diese Madonna heil stehen geblieben. Der dortigen Quelle wird Heilkraft für die Augen nachgesagt

Die bekannteste alle Sagen aber ist die von Kaiser Karl dem Großen, der tief im Inneren des Berges schläft und erst dann wieder erwacht, wenn die Raben nicht mehr um den Gipfel kreisen.

Die Kraft des Berges zieht viele Menschen an – und nicht immer nur die rechten Leute: Adolf Hitler verliebte sich in diese Gegend vordergründig wegen des Untersberges. Er ging in der Annahme, er sei der neue Friedenskaiser wie einst Karl der Große, der ja im Untersberg schläft.

Der Zauber des Untersberges wird natürlich auch durch die Natur unterstrichen. Die wunderbare Aussicht vom Gipfel über die weiten Flächen des Alpenvorlandes bis hinein zu den Alpenkämmen ist ein unvergeßliches Erlebnis.

Der alte Barbarossa,
Der Kaiser Friederich.
Im unterirdschen Schlosse
Hält er verzaubert sich.

Er ist niemals gestorben,
Er lebt darin noch jetzt;
Er hat im Schloss verborgen
Zum Schlaf sich hingesetzt.

Er hat hinabgenommen
Des Reiches Herrlichkeit,
Und wird einst wiederkommen
Mit ihr zu seiner Zeit.

Der Stuhl ist elfenbeinern,
Darauf der Kaiser sitzt;
Der Tisch ist marmelsteinern,
Worauf das Haupt er stützt.

Sein Bart ist nicht von Flachse,
Er ist von Feuersglut,
Ist durch den Tisch gewachsen,
Worauf sein Kinn ausruht.

Er nickt als wie im Traume,
Sein Aug’, halb offen, zwinkt,
Und je nach langem Raume
Er einem Knabe winkt.

Er spricht im Schlaf zum Knaben:
Geh’ hin vor’s Schloss, o Zwerg,
Und sieh, ob noch die Raben
Herfliegen um den Berg.

Und wenn die alten Raben
Noch fliegen immerdar,
So muss ich auch noch schlafen
Verzaubert hundert Jahr.

Friedrich Rückert

Quelle: http://www.kraftort.org/Osterreich/Salzburg/Untersberg/untersberg.html

ALMBACHKLAMM

Durchkriechstein und Baumheiligtum bei Hinterettenberg;
Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung;
Heilquelle und Kraftort bei Madonna (hinter Theresienklause)
die
5 summenden Buchen in der Klammmitte direkt am Wasser

Die eher kurze, jedoch äußerst lohnende Tour beginnt gleich mit einer Attraktion: mit der Kugelmühle. In kleinen, vom Almbachwasser gespeisten Mühlen werden Steinbrocken und Steinchen des edlen Untersberger Marmors zu Kugeln geschliffen. Das Murmelspielen ist den Kindern heute fremd. Früher war das “Schussern” bei den Buben recht beliebt. Und diese Schusser wurden zentnerweise in ebensolchen Kugelmühlen hergestellt. Diese Mühle gibt es seit 1683. Sie ist die allerletzte von einstmals 40 Kugelmühlen am Almbach und zugleich Deutschlands letzte.

Nach Entrichten des Eintrittsgeldes gelangt man zu dem hervorragend angelegten, gefahrlos begehbaren Steig durch die fast 3 km lange Klamm, durch die noch bis in die sechziger Jahre unseres Jahrhunderts hinein Baumstämme gedriftet wurden. Zwischen den dunklen, engen Wänden tost das Wasser im Bachgrund. Es bildet Kaskaden und Fälle, schäumt über Gesteinsbrocken, sammelt sich in einer Gumpe,fließt durch ruhige Abschnitte. Treppe um Treppe geht man staunend zwischen den steilen Klammwänden empor. Bald wandert man auf Stegen unter überhängenden Felsen entlang, bald wechselt man über Brücken an die jeweils jenseitigen Bachufer. Von den Felswänden auf beiden Seiten rieselt zusätzliches Naß. Je nach Sonnenstand gibt es Lichtreflexe. Gelegentlich lädt eine Bank zur Rast. Die Farbe des Wassers wechselt von Grün bis Dunkelblau. Die Vegetation ist spärlich, die Steilhänge   sind hoch. Je weiter wir hinaufkommen, um so friedlicher wird das Bild. Seilsicherungen und Geländer werden seltener. Kinder finden Zugänge zum Bach und können sich erfrischen und spielen.

Die Almbachklamm ist vom 1. Mai bis 31. Oktober ganztägig geöffnet.

An einer Einbuchtung mündet ein Graben ein. Ein Steig (Tour-Abkürzung möglich!) führt hier den Waldhang hoch und leitet über schier endlose Serpentinen aus der Tiefe der Almbachschlucht durch dichtes Unterholz direkt zum Mesnerwirt und der Ettenberger Kirche.

Wir gehen aber bis zum Ende der Ausbaustrecke, bis zur Theresienklause.

Bei der Theresienklause (Höhe 700 m, ursprüngliches Gebäude, nicht bei der gleichnamigen Gaststätte in Hintergern!) überqueren wir die Klamm auf dem alten Staudamm und steigen auf einem reizvollen Steig nach Hinterettenberg hoch. Auf einer wenig befahrenen Asphaltstraße erreichen wir den Mesnerwirt neben der Kirche in Ettenberg, freundlich mit Selbstabholung und wichtig für den Energienachschub. (höchster Punkt mit 832 m).
Von Kirche und Häusern haben wir nun 2 Möglichkeiten abzusteigen. Ostwärts verläuft der Gatterlsteig (Wegweiser) und nach Südosten ein Pfad über die Wiesen des Almberges, den wir einschlagen. Ab der Mischwaldgrenze wird der Pfad steiler und etwas schroffig. In Kehren hinunter bis oberhalb der Hammerstielwand, wo der Weg scharf nach links abbiegt (Vorsicht mit Kindern: die Wand bricht rechts sehr steil ab). Durch den Wald (Ruhebänke) ist man dann rasch wieder im Tal. Hier beim Hammerstielgehöft gehen wir dann südwärts zurück zur Zufahrtsstraße von der Bundesstraße und zu den Gasthäusern am Klammeingang. Hier läßt es sich noch einmal gut rasten und vielleicht findet man ja auch noch ein nettes Souvenier mit den blankpolierten Marmorkugeln.

Geschichtliches:
Tiefe Schluchten hat der Almbach eingegraben und auch das harte Gestein wurde durch mitführendes Geröll so lange ausgehöhlt und ausgewaschen, bis das Wasser das Tal erreicht hat. Bayerische Pioniere aus Ingolstadt bauten 1894 innerhalb eines Monats den Weg durch die 3 km lange Klamm, wobei das Gefälle von ca. 200 m zwischen der Theresienklause und dem Ende der Klamm mehr als 320 Stufen, einen Tunnel, 168 m Nischenweg und 29 Brücken erforderlich machte. Dieser Weg durch die Almbachklamm ist gut gesichert und begehbar und führt abwechselnd an den Ufern des Almbachs entlang. Durch die Almbachklamm wurde bis 1963 auch Holz getriftet. Dabei ist Nutz- und Brennholz bis zu einer Länge von 4,50 m durch das enge Bachbett befördert worden. Zu diesem Zweck erbaute man von 1834 – 1836 am oberen Teil der Klamm eine 14 m hohe, 6 m breite und 17 m lange Staumauer, die man zu Ehren der bayerischen Königin Therese, der Gemahlin Ludwig I. „Theresienklause“ nannte. Hinter dieser Staumauer konnten bis zu 15.000 qm Wasser aufgestaut werden, die beim Öffnen des Schleusentors mit einem gewaltigen Schwall das in die Klamm geworfene Holz mitrissen. Am unteren Ende der Almbachklamm beim Gasthaus „Kugelmühle“ diente der Steg als Auffangrechen für das angeschwemmte Holz. Dort befindet sich auch seit über 300 Jahren die letzte Marmorkugelmühle Deutschlands. In den Jahren 1989-1990 wurde das Bachbett neu gepflastert und der Fangrechen zur gleichen Zeit mit der Brücke neu errichtet. Während der obere Teil der Almbachklamm noch einigermaßen breit ist, wirkt die Schlucht nach dem zierlichen „Sulzer-Wasserfall“, der aus 114 m Höhe über die Felsen stürzt, beengend. Oft ist das Bachbett nur zwei bis drei Meter breit. Von den darüberführenden Holz- und Eisenstegen kann man den tiefen Grund des Almbaches sehen und in den ausgehöhlten Gumpen tummeln sich in dem klaren Gebirgswasser muntere Forellen. Aber auch der Botaniker und Blumenfreund kommt voll auf seine Rechnung, denn an den Hängen aus Mischwald ist fast die gesamte Alpenflora vertreten. Es ist jedoch streng verboten, diese geschützten Blumen zu pflücken. Die 2,5 km lange Almbachklamm gehört mit ihren Wasserstürzen zu den schönsten und wenigen noch erhaltenen wildromantischen Schluchten in den Bayerischen Alpen. Der Besuch der Almbachklamm ist ein besonderes Naturerlebnis.

Geomantie der Almbachklamm:

Die  Almbachklamm gehört nicht nur zu den landschaftlich schönsten Klammen des  Alpenraums, sie ist auch geomantisch äußerst interessant und attraktiv:

In ihrem Umfeld  finden wir bedeutende Wallfahrtskirchen.
Oberhalb des  Klammausläufers, im Norden liegt Maria  Ettenberg. Der Kraftort läßt sich allerdings außerhalb der  Kirche, bei den Steinplatten und der Linde mit seiner Ruhebank lokalisieren. In  der Kirche finden wir Bilder der Drei Bethen.
Um Maria Gern im Süden – von der Klammmitte aus gesehen – rankt sich ebenso wie  um Maria Ettenberg die wundersame Geschichte von einem Muttergottesbild, einem  Gnadenbild, das zu jenem Kultplatz ”gewandert“ sein soll und damit den späteren  Kirchenbau begründet hat.
Der Ettenberg selber breitet  sich unterhalb der legendären Mittagsscharte aus. Auf seiner Höhe finden wir  gewaltige Spaltfelsen, die in früheren Zeiten meist zu den heilbringenden
Durchkriechbräuchen benutzt  wurden. Nicht zuletzt gibt es dort Hinweise auf eine Niederlassung (Komturei)  des Templer-Ordens und sogar der Heilige Gral soll dort, in einer der  zahlreichen Höhlen des mächtigen, darüber thronenden Untersbergmassiv zu finden sein.

In den letzten  Jahren nahmen die Berichte über die heilende Kraft einer Quelle im Bereich der  Almbachklamm zu. Dort, wo auch am 14. August die jährliche Untersbergwallfahrt eine ihrer Stationen hat, bei der sogenannten Irlmaier-Madonna, scheint unser  heiliger Berg “das Herzchakra der Erde” – ein besonderes Lebenselixier aus seinem Innersten zu  verschenken.

Diese Quelle in  der Bergwildnis besitzt eine magische Anziehungskraft. Sie gehört  “statistisch  gesehen“ zu den meistbesuchten Kraftorten unserer Bioregion und vielleicht  sogar des Alpenraums. Und das, obwohl der Weg zu ihr (bewusst) nicht erhalten wird und nicht für jedermann/-frau zu finden ist.

Im  Berchtesgadener Heimatkalender 2007 beschreibt ein Autor, die fast unglaubliche  Geschichte, jener Madonnenstatue und ihren Weg an die Heilquelle. Und für 2008  wird eine weitere Geschichte angekündigt: die Botschaft des Untersbergs, des  Berges des Lichts.

Wegbeschreibung: von Berchtesgaden über die B305 nach Marktschellenberg, nach ca 3 km ist die Abzweigung beschildert zum Ausgangspunkt „Wanderparkplatz Almbachklamm“

Wandermöglichkeiten:
* 3 Std. (8 km);
* Abkürzung: vor Theresienklause bei Klammmitte Aufstieg nach Ettenberg 1/2 Std.
* Klamm – Theresienklause 1 Std. / Klause – Ettenberg 1 Std. / Ettenberg – Hammerstiel/Klamm 50 Min

Rundweg:  Klamm/Parkplatz -> Ettenberg -> Hammerstielwand -> Klamm/Parkplatz
Einkehrmöglichkeit:  Gasthäuser “Almbachklamm” und “Kugelmühle” am Klammeingang; “Mesnerwirt” bei Ettenberg

Quelle: http://www.kraftort.org/Deutschland/Bayern/Almbachklamm/almbachklamm.html

Gruß an die, die am 15.August mit uns den Untersberg aufsuchen

TA KI

Wenn man die Welt mit lichten Augen sieht


Erla Stefánsdóttir ist Islands Elfenbeauftragte. Denn was andere nur vom Hörensagen kennen, ist für sie ganz normalie Realität: Die Welt der Elfen, Gnomen, Feen und Zwerge.
Von: Ursula Seiler

Berg- und Naturgeist

Nie hätte Erla Stefansdottir (ausgesprochen: Erdla Stefaunsdouttir) geahnt, dass sie eines Tages weltweite Bekanntheit erlangen würde. Zwar musste sie fast siebzig Jahre alt werden, bis es soweit war, doch offen gestanden ist ihr die Berühmtheit sowieso eher lästig als angenehm. Was könnte der irrlichterne Glanz des Ruhms einen schon verlocken, wenn man zeit seines Lebens in einer wahren Märchenwelt lebt? Denn Erlas Augen sind nicht vernebelt wie die unsrigen, sondern sehen durch Raum und Zeit. Wie damals, als sie in der Primarschule zu spät zum Unterricht kam und als Begründung angab, sie habe den Jungen in der Holavallaschule zugesehen. Der Lehrer wirkte leicht verstört. Kein Wunder, gab es doch diese Schule nur in den Jahren 1786 bis 1804! Erla konnte jedoch schon immer vorwärts und rückwärts in die Zeit schauen. Als sie ihren Führerschein machte, passierte es ihr oft, dass sie in der Nähe des alten Friedhofs anhalten musste, weil sie sich nicht mehr auf der Straße, sondern auf einer Wiese mit Kühen und Menschen wiederfand, die Heuballen machten. „Nach kurzer Zeit konnte ich dann – wieder in der Gegenwart – weiterfahren.“ Früher hatte sie auch noch am Straßenrand wartende Leute im Auto mitfahren lassen. Seit so mancher von ihnen auf der Rückbank plötzlich verschwand, tut sie das nicht mehr.Auch in der Schule hatte ihr die erweiterte Wahrnehmungsfähigkeit manchen Streich gespielt. „Im Klassenzimmer sollte man immer aufstehen, wenn jemand hereinkam. Das war schwierig für mich, weil ich bei allen möglichen und unmöglichen Gelegenheiten aufstand, wenn Leute hereinkamen, die nicht von dieser Welt waren. Dann bekam ich einen Platz ganz hinten und stand erst auf, wenn ich sah, was die anderen machten“, erzählt sie.

Erla vermag nicht nur hellzusehen, sie kann auch nach Belieben ihren Körper verlassen. „Die Methode, die ich benutze, ist: das Bewusstsein in den Kopf, d.h. im dritten Auge, mitten zwischen den Augenbrauen zu sammeln und mir dort einen Schmetterling vorzustellen, der dann mit meinem Bewusstsein hochfliegt. Wenn ich auf diese Weise meinen Körper verlasse, sehe ich einen schmalen Silberstrang, der mich mit meinem Körper verbindet. Dieser Silberstrang ist die Verbindung zum Erdenkörper und wenn er abreißt, stirbt der Erdenkörper, aber es ist auch denkbar, dass eine andere Seele sich in ihn einnisten kann.“ Hat sie ihren Erdenkörper verlassen, kann sie in der Erdenwelt oder auch auf höheren Ebenen herumreisen. Die beste Methode, um in kurzer Zeit ungeahnt viel zu lernen, findet sie.

Erlas Fähigkeiten erlaubten ihr auch zu überprüfen, ob der Mann, auf den sie ein Auge geworfen hatte, tatsächlich der Mann ihres jetzigen Lebens war. „Ich erkannte ihn wieder aus alter Zeit und konnte einige gemeinsame Leben verfolgen“, berichtet sie und relativiert: „Wenn Leute über Liebe auf den ersten Blick sprechen, glaube ich, dass das nicht immer der erste Blick ist. Die Menschen verlieben sich, weil sie in einem früheren Leben zusammengelebt haben und sich gut kennen. Der erste Blick in diesem Leben weckt die Verbindung wieder auf.“ Die Kinder, die sie in diesem Leben hat, hatte sie mit demselben Mann schon vor 800 Jahren in Nordchina, und ihre drei besten Freundinnen – nun allesamt Isländerinnen – kennt sie aus ihrem letzten Leben. „Meine Liebe, wo bist du gewesen?“, hatte sie Freundin Gudrun Audunsdottir beim ersten Zusammentreffen gefragt. Und die hatte geantwortet: „Seit vierzig Jahren in Reykjavik, doch ich erinnere mich noch, wie wir uns in Petersburg am Anfang des 20. Jahrhunderts verabschiedet haben.“

Außerhalb ihres Landes wurde Erla, von Beruf Klavierlehrerin, bekannt in ihrer Funktion als „Elfenbeauftragte“ Islands. Immer wieder kam es vor, dass Bauvorhaben auf unerklärliche Weise ständig gestört wurden. Wie beispielsweise, als eine Stunde nördlich von Reykjavik ausgerechnet in einem Gebiet, das besonders dicht von Elfen, Gnomen, Nymphen, Feen und Trollen besiedelt war, eine Feriensiedlung und ein Golfplatz gebaut wurden. Offensichtlich schätzen nicht nur Menschen, sondern auch Naturwesen Plätze, die sich durch auffallende Schönheit auszeichnen. „Die Bauarbeiten liefen katastrophal ab“, sagt Erla Stefansdottir. „Jeder Tag kostete ein Vermögen, doch die Arbeiter kamen kaum voran. Eines Tages kippte auf der steinharten Lavastraße ein fünfzig Tonnen schwerer Schaufelbagger zweimal hintereinander einfach um. Für den Projektleiter, der seit dreißig Jahren überall auf der Welt im Geschäft ist, ein absolutes Rätsel.“ Schließlich rief man Erla zu Hilfe, doch sie konnte nicht viel tun. Wohl erklärte sie den Wesen, dass die Arbeiter keine Schuld daran hätten, dass ihr schönes Gebiet zerstört werde, sondern – wenn schon – derjenige, der das Land verkauft habe. Daraufhin versprachen die Naturgeister, niemanden mehr zu verletzen, doch Schwierigkeiten machten sie weiterhin. Auch soll der ehemalige Besitzer des Landes wenig später ernsthaft krank geworden sein.

Ein ähnlicher Fall, der in der internationalen Presse vermeldet wurde, ereignete sich in der Gemeinde Kópavogur unweit der Hauptstadt. Dort musste man eine breite Straße um einen Felsen herum führen, der Elfenwohnsitz ist. Die Wesen hatten ähnliche Schwierigkeiten bereitet. Heute heißt die Straße sogar nach dem Felsen Álfshólfsvegur – Elfenhügelweg.

Erfolgreich war Erla jedoch in einem anderen Fall. Da wurde am Ende der Laugavegur-Straße in Reykjavik ein großes Autohaus gebaut. Mehrere Leute stürzten vom Gerüst und verletzten sich. Erla entdeckte Elfenhäuser in den Felsen neben der Baustelle: „Arbeiter hatten Farbe darauf gekippt, Müll und Baumaterial hingeworfen, es war eine Riesensauerei. Auf meinen Rat hin säuberte man die Felsen und hatte fortan keine Probleme mehr. Um die Felsen herum hat man eine Verkaufs- und Ausstellungsfläche für Autos betoniert, aber die Elfenhäuser wurden ausgespart, stehen unter Schutz, sind unberührt und sauber.“

Anscheinend macht es den Elfen nichts aus, nun von Asphalt umgeben zu sein, solange man nicht jene physischen Orte – eben beispielsweise Felsen oder Grashügel – kaputt macht. Als kleines Mädchen hatte Erla öfters mit Elfenkindern gespielt – manchmal auch, ohne sich bewusst zu sein, dass sie Bewohner anderer Ebenen waren. Da gab es zwei Spielkameraden bei ihrem Sommerhaus, die seltsame Namen hatten – Stormur (Sturm) und Blaer (Brise); ein Junge und ein Mädchen. Sie lebten in einem jener Häuser, die sich sehr von den normalen Islandhäusern unterschieden, waren sie doch kugel-, bogen- oder kegelförmig oder hatten auch ein kleines spitzes Dach und waren rosa, blau, gelb oder grün bemalt, mit Fenstern und Türen, die aufgemalte Blumengirlanden schmückten. Was besonders eigenartig war: Die Umgebung ums Haus ihrer Freunde veränderte sich immer wieder. „Mal wuchs dort Gras, manchmal rieselte ein Bach vorbei, manchmal war dort eine Schlucht mit Felsen oder glitzernden Kieselsteinen“, erinnert sich Erla in ihrem Büchlein Erlas Elfengeschichten. Wir sehen also: Die Elfen in der Nähe des Autohauses sind keineswegs zubetoniert! Auf ihrer Lebensebene dürften sie von ebenso schöner und wechselnder Landschaft umgeben sein. Hauptsache, Mensch müllt ihr Haus nicht zu!

Die Grenzen zwischen physischer und Jenseitswelt erscheint in den Erzählungen Erlas sowieso schwer fassbar. Da geht sie mit Elfenkindern Blaubeeren pflücken und bringt sie nach Hause zu Mama und Papa, und die Beeren schmecken sooo lecker – doch Mama freute sich nicht ungetrübt, denn klein Erla hatte alle Beeren in ihre Schürzentaschen gesteckt – und wie sollte sie die unvermeidlichen Flecken wieder rausbekommen? Seltsam nur, dass sie nichts findet, als sie ihren Eltern die Stelle zeigt, wo sie die Beeren gepflückt hat, doch ein paar Beeren hat sie noch in der Schürze, und auch die Eltern haben diese gegessen und erleben können, dass es richtige Blaubeeren waren! Oder doch etwa nicht? Denn zu Mamas Erleichterung hat ihre Schürze nicht den kleinsten Fleck abbekommen…

Oder die Geschichte, wo jemand eine Brosche verliert und Erla einen Elfenmann in der Nähe fragte, ob er sie nicht finden und zurückbringen könnte. Tags darauf sagt der Elfenmann Erla ganz genau, wo ein Freund von ihm die Brosche gefunden hat – und dass sie nun unter jenem Rosenstrauch liege, gleich rechts vor der Eingangstür zum Haus der Besitzerin. Und dort lag sie dann auch, in aller Unschuld. Da hatte sich der Elfenmann aber einen feinen Topf Grütze verdient, die er sehr genoss – auch wenn er nur ihre Energie in sich sog.

Oder die Geschichte mit dem silbernen Löffel: Da war einem jungen Pärchen einer von sechs silbernen Löffeln unerklärlich ab handen gekommen. Niemand ahnte, wer der „Dieb“ gewesen sein konnte. Doch die Schwiegermutter der jungen Frau meinte, dass wohl ihre Freundin, die blau angezogen sei und hinter dem Haus wohne, den Löffel geliehen hätte. Keiner wollte das glauben – nicht zuletzt, weil hinter dem Haus ja gar niemand wohnte. Doch ein paar Monate später, als Gäste kamen und die junge Frau das gute Silber auftischen wollte, da lagen sechs Löffel im Kästchen. Fünf waren ganz dunkel angelaufen, nur einer glänzte ganz hell und rein.

Erla weiß, dass besonders Gnomen es lieben, sich auf Dinge draufzusetzen und sie so unsichtbar zu machen. Sie könnte ein Liedchen singen über ihren Hauszwerg und andere feinstoffliche Bewohner ihres schönen Heims, die mit ihr Schabernack treiben, indem sie sich auf den Schlüsselbund oder die Brille setzen und – schwups – sind sie für das menschliche Auge verschwunden! Sollte Ihnen das öfters passieren, dann stellen Sie ihren unsichtbaren Mitbewohnern doch mal ein Schälchen mit feinem Essen hin oder singen sie ein Lied für sie. Zeigen Sie ihnen, dass sie sich ihrer Gegenwart bewusst sind und sie schätzen. Dann geht vielleicht weniger „verloren“.

— Ende des Artikelauszugs —

Odins Runenlied


In der Edda ist der Verlauf der höchsten Einweihung im Hávamál zu finden. Demzufolge hing Odin, vom Speer verwundet, neun Tage und Nächte am Weltenbaum und erlitt die schlimmsten Qualen. Nach dieser Zeit des Leidens erhielt er als Belohnung die Einweihung in die Runenmagie. Er empfing achtzehn mächtige Zauberlieder, von denen jedes einer Rune entsprechen könnte. Die Namen oder Formen der Runen werden in dem Lied nicht erwähnt, aber wenn man die Bedeutung der Runen kennt, erkennt man sie im Runenlied (altnordisch: Rúnatal) wieder.

Auf der linken Seite wird hier das altnordische Original wiedergegeben, auf der rechten Seite die deutsche Übersetzung.

erdenbaum
Veit eg, að eg hékk
vindga meiði á
nætur allar níu,
geiri undaður
og gefinn Óðni,
sjálfur sjálfum mér,
á Þeim meiði,
er manngi veit,
hvers hann af rótum renn.

Við hleifi mig seldu
né við hornigi,
nýsta eg niður,
nam eg upp rúnar,
æpandi nam,
féll eg aftur Þaðan.

Fimbulljóð níu
nam eg af inum frægja syni
BölÞórs Bestlu föður,
og eg drykk of gat
ins dýra mjaðar,
ausinn Óðreri.

Þá nam eg frævast
og fróður vera
og vaxa og vel hafast.
Orð mér af orði
orðs leitaði,
verk mér af verki
verks leitaði.

Rúnar munt Þú finna
og ráðna stafi,
mjög stóra stafi,
mjög stinna stafi,
er fáði fimbulÞulur
og gerðu ginnregin
og reist Hroftur rögna,

Óðinn með ásum,
en fyr álfum Dáinn,
Dvalinn dvergum fyrir,
Ásviður jötnum fyrir,
eg reist sjálfur sumar.

Veistu hve rísta skal?
Veistu hve ráða skal?
Veistu hve fáa skal?
Veistu hve freista skal?
Veistu hve biðja skal?
Veistu hve blóta skal?
Veistu hve senda skal?
Veistu hve sóa skal?

Betra er óbeðið
en sé ofblótið,
ey sér til gildis gjöf.
Betra er ósent
en sé ofsóið.
Svo Þundur um reist
fyr Þjóða rök,
Þar hann upp um reis
er hann aftur of kom.

Ljóð eg Þau kann
er kannat Þjóðans kona
og mannskis mögur.
Hjálp heitir eitt
en Það Þér hjálpa mun
við sökum og sorgum
og sútum gervöllum.

Það kann eg annað
er Þurfu ýta synir
Þeir er vilja læknar lifa.

Það kann eg Þriðja
ef mér verður Þörf mikil
hafts við mína heiftmögu.
Eggjar eg deyfi
minna andskota,
bítat Þeim vopn né velir.

Það kann eg ið fjórða
ef mér fyrðar bera
bönd að bóglimum.
Svo eg gel
að eg ganga má,
sprettur mér af fótum fjötur
en af höndum haft.

Það kann eg ið fimmta
ef eg sé af fári skotinn
flein í fólki vaða,
flýgura hann svo stinnt
að eg stöðvigak
ef eg hann sjónum of sék.

Það kann eg ið sjötta
ef mig særir Þegn
á rótum rásviðar,
og Þann hal
er mig heifta kveður,
Þann eta mein heldur en mig.

Það kann eg ið sjöunda
ef eg sé hávan loga
sal um sessmögum.
Brennurat svo breitt
að eg honum bjargigak,
Þann kann eg galdur að gala.

Það kann eg ið átta
er öllum er
nytsamligt að nema.
Hvar sem hatur vex
með hildings sonum,
Það má eg bæta brátt.

Það kann eg ið níunda
ef mig nauður um stendur
að bjarga fari mínu á floti.
Vind eg kyrri
vogi á
og svæfik allan sæ.

Það kann eg ið tíunda
ef eg sé túnriður
leika lofti á.
Eg svo vinnk
að Þeir villir fara
sinna heimhama,
sinna heimhuga.

Það kann eg ið ellefta
ef eg skal til orustu
leiða langvini.
Undir randir eg gel
en Þeir með ríki fara,
heilir hildar til,
heilir hildi frá,
koma Þeir heilir hvaðan.

Það kann eg ið tólfta
ef eg sé á tré uppi
váfa virgilná.
Svo eg ríst
og í rúnum fák
að sá gengur gumi
og mælir við mig.

Það kann eg ið Þrettánda
ef eg skal Þegn ungan
verpa vatni á.
Munat hann falla
Þótt hann í fólk komi,
hnígura sá halur fyr hjörum.

Það kann eg ið fjórtánda
ef eg skal fyrða liði
telja tíva fyrir.
Ása og álfa
eg kann allra skil,
fár kann ósnotur svo.

Það kann eg ið fimmtánda
er gól Þjóðrörir
dvergur fyr Dellings durum.
Afl gól hann ásum
en álfum frama,
hyggju Hroftatý.

Það kann eg ið sextánda
ef eg vil ins svinna mans
hafa geð allt og gaman.
Hugi eg hverfi
hvítarmri konu
og sný eg hennar öllum sefa.

Það kann eg ið sautjánda
að mig mun seint firrast
ið manunga man.
Ljóða Þessa
mun Þú Loddfáfnir
lengi vanur vera.
Þó sé Þér góð ef Þú getur,
nýt ef Þú nemur,
Þörf ef Þú Þiggur.

Það kann eg ið átjánda
er eg æva kennig
mey né manns konu,
allt er betra
er einn um kann,
Það fylgir ljóða lokum,
nema Þeirri einni
er mig armi ver
eða mín systir sé.

Nú eru Hávamál kveðin
Háva höllu í,
allÞörf ýta sonum,
óÞörf jötna sonum.
Heill sá er kvað,
heill sá er kann,
njóti sá er nam,
heilir Þeir er hlýddu.

Ich weiß, daß ich hing
am windigen Baum
neun lange Nächte,
vom Speer verwundet,
dem Odin geweiht,
mir selber ich selbst,
am Ast des Baumes,
von dem niemand weiß,
aus welcher Wurzel er wuchs.

Sie boten mir
nicht Brot noch Met,
da neigt‘ ich mich nieder,
auf Runen sinnend,
lernte sie seufzend,
endlich fiel ich zur Erde.

Hauptlieder neun
lernt‘ ich von dem weisen Sohn
Bölthorns, des Vaters Bestlas,
und ich trank einen Trunk
des teuern Mets
aus Odhrörir geschöpft.

Zu gedeihen begann ich
und begann zu denken,
wuchs und fühlte mich wohl.
Wort aus dem Wort
verlieh mir das Wort,
Werk aus dem Werk
verlieh mir das Werk.

Runen wirst du finden
und Ratestäbe,
sehr starke Stäbe,
sehr mächtige Stäbe,
Erzredner ersann sie
und Götter schufen sie
uns sie ritzte der hehrste der Herrscher.

Odin den Asen,
den Alfen Dain,
Dwalin den Zwergen,
Alswid den Riesen,
einige ritzte ich selbst.

Weißt du wie man ritzen soll?
Weißt du wie man raten soll?
Weißt du wie man finden soll?
Weißt du wie man erforschen soll?
Weißt du wie man bitten soll?
Weißt du wie man opfern soll?
Weißt du wie man senden soll?
Weißt du wie man tilgen soll?

Besser nicht gebeten
als zu viel geboten,
die Gabe will stets Vergeltung.
Besser nicht gesendet
als zu viel getilgt.
So ritzt es Thundr
zur Richtschnur den Völkern,
dann entwich er
dahin, wo er herkam.

Lieder kenn ich
die kann die Königin nicht
und keines Menschen Kind.
Hilfe verheißt mir das erste
denn helfen mag es
in Streiten und Zwisten
und in allen Sorgen.

Das kann ich als anderes
des alle bedürfen,
die heilkundig heißen.

Das kann ich als drittes
des ich bedarf
meine Feinde zu fesseln.
Die Spitze stumpf
ich dem Widersacher,
mich verwunden nicht Waffen noch Listen.

Das kann ich als viertes
wenn der Feind mir schlägt
in Bande die Bogen der Glieder.
Sobald ich es singe
so bin ich ledig,
von den Füßen fällt mir die Fessel
der Haft von den Händen.

Das kann ich als fünftes
wenn ich sehe einen Pfeil gefährdend fliegen
übers Heer daher,
wie hurtig er fliege
ich mag ihn hemmen
erschau ich ihn nur mit dem Sehen.

Das kann ich als sechstes
so wer mich versehrt
mit harter Wurzel des Holzes,
und den andern allein
der mir es antut,
verzehrt der Zauber, ich bleibe frei.

Das kann ich als siebentes
wenn hoch der Saal steht
über den Leuten in Lohe.
Wie breit sie schon brenne
daß ich sie noch berge,
den Zauber weiß ich zu zaubern.

Das kann ich als achtes
das allen wäre
nützlich und nötig.
Wo Hader zu entbrennen scheint
mitten unter Helden
da vermag ich ihn schnell zu schlichten.

Das kann ich als neuntes
wenn Not mir ist
vor der Flut das Fahrzeug zu bergen.
Ich wende den Wind
von den Wogen ab
und beschwichtige rings alle See.

Das kann ich als zehntes
wenn ich sehe Zaunreiterinnen
durch die Lüfte lenken.
Ich wirke so
daß sie wirre zerstäuben,
zu Gespenstern werden
als Gespenster schwinden.

Das kann ich als elftes
wenn ich zum Angriff soll
die treuen Freunde führen.
In den Schild fing ich’s,
so zieh’n sie siegreich,
heil in den Kampf,
heil aus dem Kampf,
bleiben heil wohin sie ziehn.

Das kann ich als zwölftes
als ich sah am Zweige hängend
vom Strang erstickt ein Toter.
Wie ich ritze
das Runenzeichen
so kommt der Mann
und spricht mit mir.

Das kann ich als dreizehntes
soll ich ein Degenkind
in die Taufe tauchen.
So mag er nicht fallen
im Volksgefecht,
kein Schwert mag ihn versehren.

Das kann ich als vierzehntes
soll ich dem Volke
der Götter Namen nennen.
Asen und Alfen
kenn ich allzumal,
wenige sind so weise.

Das kann ich als fünfzehntes
das sang Volkrörir
der Zwerg vor Dellings Schwelle.
Den den Asen sang er Stärke
den Alfen Gedeihn,
hohe Weisheit dem Hroptatyr.

Das kann ich als sechzehntes
will ich schöner Maid
in Lieb und Lust mich freuen.
Den Willen ich wandel
der Weißarmigen
und daß sich mir ganz ihr Sinn gesellt.

Das kann ich als siebzehntes
daß schwerlich wieder
die holde Maid mich meidet.
Dieser Lieder
magst Du, Loddfafnir,
lange ledig bleiben.
Doch wohl Dir, weißt Du sie,
Heil dir, behältst Du sie,
selig, singst du sie.

Das kann ich als achtzehntes
das ich aber nicht singe
vor Maid noch Mannes Weibe,
als allein vor ihr
die mich umarmt,
oder sei es meiner Schwester,
besser ist was einer
nur weiß
so frommt das Lied mir lange.

Des Hohen Lied ist gesungen
in des Hohen Halle,
den Erdensöhnen not,
unnütz den Riesensöhnen.
Wohl dem, der es kennt,
wohl dem, der es kann,
lange lebt, der es erlernt,
Heil allen, die es hören.

.

Quelle: http://germanenherz.blogspot.de/2012/06/odins-runenlied.html

Gruß an die Geschichte

TA KI

Ludki – Die Zwerge der Niederlausitz


von Heinrich Bauer (1954)

(Abb. 1) Die Slawenburg Raddusch in der Niederlausitz, dem ehemaligen Siedlungsgebiet des slawischen Stammes der Lusizi, den Zeitgenossen der alten 'Ludki'.

(Abb. 1) Die Slawenburg Raddusch in der Niederlausitz, dem ehemaligen Siedlungsgebiet des slawischen Stammes der Lusizi, den Zeitgenossen der alten ‚Ludki‘.

Nur abseits des großen Verkehrs konnte sich in der Mark das wendische Volksleben mit seinen Besonderheiten an Tracht und Sitte erhalten. […] Noch reiner erkennbar ist wendisches Wesen aus den Liedern der Spreewaldbewohner, an deren Erhaltung die deutschen Forscher Haupt und Schmaler mit ihrer Sammlung ein großes Verdienst haben, und an den Sagen der Wenden. Die größte Rolle spielen darin die Ludki oder Lütchen der Niederlausitz, eins der seltsamsten Beispiele, wie ein auf abgeschlossener Sprachinsel lebender Volksteil alle Überlieferungen seiner Geschichte, den Glauben an Naturgewalten und die unausgesprochenen Hoffnungen und Wünsche der Gegenwart in einer ganzen Sagenwelt zusammenfaßt. Auch hier hat die „Brandenburgia“ (Bd.II, 1893/94) wertvolles Material bereitgestellt.

Die Lütchen, die Lieblinge in der Vorstellungswelt des wendischen Volkes, sind bei aller Kleinheit von kräftiger Figur und mit roten Jacken und Mützen bekleidet. So freundlich und teilnehmend am Menschengeschick sie sind, so böse können sie sein, wenn ihnen Unrecht geschieht oder sie verspottet werden. Läuft irgendwo unter den meist stattlichen Wenden ein kleines oder verkrüppeltes Menschenwesen herum, dann ist das sicher die Folge davon, daß es selbst oder einer seiner Eltern über die kleine Gestalt der Lütchen gespottet hat.

Scheu und zurückgezogen leben sie, immer Mann und Frau beieinander, in Erdwohnungen, Erdbudiken (Budiken von slaw. budka = die Hütte). In der an alten Überlieferungen reichen Gegend zwischen Spremberg, Muskau und Hoyerswerda hat W. v. Schulenburg, der Gewährsmann der „Brandenburgia“, noch selbst derartige Lütchenlöcher (lüdkowe doly) gesehen. Aus ihnen kamen die Lütchen erst in der Dämmerung hervor. Verkehrten sie im nächsten Wendendorf mit den Menschen, dann stets nur in einer Familie.

Auch zu den Vorfahren der auf dem Schloßberg zu Burg im Oberspreewald lebenden Bauersleuten namens Laschki kamen früher die Lütchen. Als Laschki eines Tages einen hölzernen Staketzaun um seinen Hof herum stehen hat, bleiben die Lütchen von ferne stehen. Die Laschki fragen erstaunt ihre alten Freunde, warum sie nicht näherkommen; da antworten die kleinen Erdmenschen, die die weißen Pfahlspitzen für die fletschenden Zähne der von ihnen seit je ganz besonders gefürchteten Hunde halten: Sie drohen uns mit den Zähnen und werden uns beißen.

Die Lütchen waren menschenscheu und wollten von den Menschen mit den wenigen Ausnahmen derer, die sie selber gelegentlich aufsuchten, nicht belästigt werden. Vor allem aber fürchteten sie die Kirchenglocken, die ihnen viel zu laut brausten. Sie nannten sie brumbaki, und Brumbak nennt man noch heute in der Niederlausitz die summende Hummel, den brummenden Käfer und andere Brummer. Als die Kirchenglocken in der Nähe der Lütchen erklangen, da sind sie vor Schrecken in ihr Geschirr gekrochen und darin bald gestorben. Als die Werbensche Kirche, eine der ältesten Niederlausitzer, gebaut wurde, liefen die Lütchen in den Bergen hinter dem Dorf rings zusammen und sagten: „Net fort, net musymy fort, net pridu te brumbaki.“ – „nur fort, jetzt müssen wir fort, jetzt kommen die Brumbaki.“

Auf dem ehrwürdigen Schloßberg von Burg aber sangen die Lütchen traurig, als die Kirchen in ihre Nähe kamen: „Te brumbaki lagu do sweta / My musymy neto ze sweta“, Die Brumbaken kommen in die Welt, / wir müssen jetzund aus der Welt. Dann sind sie wirklich verschwunden, aber nicht alle — dort, wo keine Glocken hinkommen, sollen noch welche leben. Sie waren auch die ersten Menschen im Lande, die te peresje, denn sie waren keine christlichen Wesen, sondern Heiden.

Im Wendischen heißen diese seltsamen Wesen lüdki, eine Verkleinerungsform des slawischen Wortes lüd, das Volk. Das würde also bedeuten: das kleine Volk, die kleinen Leute, wie die Zwerge auch im Deutschen genannt werden. Dies lüdki, in der Einzahl lüd oder lüt, würde unserem Althochdeutschen liut entsprechen. Der aus England stammende Geschichtsschreiber Ordericus Vitalis berichtet, daß unter den Liutizen die germanischen Gottheiten Wodan, Thor und Freya verehrt wurden. Schulenburg meint daher in der „Brandenburgia“ (II, 52), daß ein Teil dieser Markbevölkerung in wendischer Zeit aus Germanen bestanden habe, die ihr Volkstum bewahrt hatten, obwohl sie ihre politische Selbständigkeit an die damals fast ganz Norddeutschland erfüllenden Wenden verloren hatten.

Jedenfalls sind es die Wenden gewesen, welche die sagenhafte Erinnerung an die Lütchen lebendig bewahrt haben. Ein gutes Teil dieser Überlieferung ist frommer Ahnendienst, den die wendischen Niederlausitzer ihren vermeintlichen Vorfahren darbringen. Sie sind ihnen die Vorfahren der Familie und gleichzeitig die Schutzgeister des Hauses, denen man Verehrung zollt und Opfer darbringt. Das Brötchen, das sie bei ihren Menschenfreunden zum Dank hinterlassen, erinnert an die Geschenke, die in manchen alten deutschen Herrenhäusern der Ahnherr als glücksbringenden Talisman für die kommenden Geschlechter hinterließ.

Zugleich sind die Lütchen auch die Geister der Toten, die noch heute die Lebenden als sichtbare und unsichtbare Geister umgeben. Nach lausitzischer Überlieferung haben die Lütchen auf vielen vorgeschichtlichen Friedhöfen mit Brandgräbern gehaust und dort ihr Geschirr für die Menschen hinterlassen. Zum Jahresende kommen sie zu einer Art Totenfest in die Stuben, wärmen sich auf der Ofenbank, singen und beten und kehren mit dem letzten Glockenschlag wieder in ihre Gräber zurück.

Die Behausung der Lütchen für ihre Lebenden, ihre Toten und die Erdgeister mit ihren zahllosen Gängen und Kammern, die die Bevölkerung der Niederlausitz überall kennt, sind vorgeschichtliche Grabanlagen. Denn mit den Lütchen verbunden ist die Erinnerung an ein untergegangenes Volk. Die Niederlausitzer selbst bezeichnen sie als die „Eingeborenen vor diesen“, d.h. vor den Wenden – vor dem wendischen Einbruch aber haben die Germanen die Mark besiedelt, und germanisch sind die Funde jener frühgeschichtlichen Gräber, in denen die Lütchen ihre Gefäße hinterließen.

Damit zusammen hängt jener andere Teil der Überlieferung, daß die Lütchen keine christlichen, sondern heidnische Leute waren. Wie die Lütchen vor Kirchen oder Kirchenglocken zurückwichen und ihren Klang nicht hören konnten, so wich die heidnische Bevölkerung Germaniens vor dem andringenden Christentum zurück. Hier mischen sich wohl Erinnerungen der vor den christlichen Siedlern, Klöstern und Rittern zurückweichenden Wenden mit dem Zurückweichen heidnischer Germanenstämme, vor allem der Sachsen, vor den christlichen Frankenheeren Karls.

Durch die vielerlei Klänge der Lütchensage hindurch aber hören wir Heutigen den tiefen Unterton der Trauer um eine untergegangene Welt, in der ein unverbildeter Mensch im Einklang mit den Gesetzen der Natur und in schlichteren Daseinsformen glücklicher lebte als in der modernen Gegenwart, die mit Auto und Flugzeug, Rundfunk und Film, Wohnkasernen und Sportpalästen Himmel und Erde erobert zu haben meint und doch das Beste: die Seele des Menschen und die Harmonie einer im Einklang mit allen sichtbaren und unsichtbaren Mächten lebenden Welt verloren hat. In diesem Sinne ist die Sage von jenen grauen, im Innern der Erde scheu sich verbergenden Wesen in der wendischen Lausitz nicht nur Überlieferung eines aussterbenden Volksstammes, sondern die Tragödie des Menschen der Gegenwart, der sich in einer Stunde der Einkehr auf ein verlorenes Paradies besinnt.

 

Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag von Heinrich Bauer wurde seinem Buch „Die Mark Brandenburg – Geschichte einer deutschen Landschaft“ entnommen (S.39/44-47), das 1954 im Fritz Haller Verlag, Berlin-Grunewald, erschienen ist.

Bild-Quelle

(1) KODEKS, der deutschen Slavistik-Server, unter: Kodeks-Server: Slawische Altertümer in Deutschland – Slawenburg Raddusch (Niederlausitz), 2. Hälfte 9. Jh.

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Quelle: http://atlantisforschung.de/index.php?title=Ludki_-_Die_Zwerge_der_Niederlausitz

Gruß an die Zwerge

TA KI

Riesen – Märchenwesen oder historische Realität?


Muck_Riesen_1

von Otto Muck

Abb. 1 „Es waren aber in den tägen risen auf erden… diese waren die gewaltigen von anbeginn – und berühmte männer…“ (Buch Bereschith, 6. Kapitel)

Gab es wirklich Riesenmenschen? Bezieht sich dieser Vers auf den Meganthropus, von dem man ein Unterkieferstück mit drei Zähnen auf Java fand, das jedoch nicht mit Sicherheit auf einen Urmenschen oder auf einen Riesenaffen, ähnlich dem noch gewaltigeren Gigantopithecus, schließen läßt? Oder auf den afrikanischen Paranthropus crassidens?

Man braucht nicht so weit in die unsichere Dämmerung der Urzeiten hinabzusteigen, um zu erkennen, wer unter diesen „risen“ (Abb. 1), diesen „gewaltigen von anbeginn“ zu verstehen ist. Es genügt, die beglaubigten Skelettrekonstruktionen der Cromagnards und Neandertaler zu vergleichen, um diesen seltsamen Bibelvers zu verstehen. Vergleichsbild 25 (Abb. 2) zeigt drei Skelettschemabilder im gleichen Maßstab. Links das eines diluvialen Neandertalers; in der Mitte das eines rezenten Uraustraliers, als Vertreter einer normalen Wildmenschenrasse, und ganz rechts das eines Cromagnarden.

Die europäischen Neandertaler waren mit einer durchschnittlichen Körpergröße von unter 160 Zentimetern plumpe, grobknochige Zwerge, die Cromagnards hingegen, die über zwei Meter groß wurden und nicht minder kräftige Knochen hatten als jene, wirken jenen und den Rezenten gegenüber wie wahre Goliaths, wie wie echte Riesen. Das Vergleichsbild zeigt also links den historischen Zwerg, den Neandertaler und rechts den ebenso historischen Riesen. Die alten Sagen von Riesen und Zwergen haben somit eine realistische Unterlage, wie ja fast alle Mythen.

Abb. 2 Der Größenvergleich zwischen den schematisierten Skelettumrissen eines diluvialen Neandertalers, eines rezenten Australiers und eines diluvialen Cromagnarden nach Hermann Klaatsch.

Abb. 2 Der Größenvergleich zwischen den schematisierten Skelettumrissen eines diluvialen Neandertalers, eines rezenten Australiers und eines diluvialen Cromagnarden nach Hermann Klaatsch.

Man ist gewohnt, den Neandertaler als einen Seitenzweig am Stammbaum der heutigen Menschheit zu betrachten und ihn zeitlich um 50 000 bis 100 000 Jahre zurückzuverlegen. Das mag im großen und ganzen stimmen, ebenso wie die Annahme, er sei durch die bereits dem Sapiens-Typ zugerechneten Rassen der Späteiszeit – die Menschen vom Cromagnon- und Aurignac-Typ zugeordnet worden. Dann aber muß man eine zeitweilige Koexistenz zwischen den „Zwergen“ und den „Riesen“ zugeben. Sollte es aber niemals zu Rassenmischungen gekommen sein? Sollte sich nicht Erbgut dieser ureurpiden Menschen in ihren zentralalpinen Rückzugsgebieten erhalten haben?

In seinen Nachkommen lebt der Neandertaler untergründig fort – ähnlich, wie ja auch das Märchen es von den Zwergen erzählt. Sie hausen in hohlen Bergen wie jene uralten Bärenjäger, die, trotz ihres anthropologischen Beinamens, durchaus echte und richtige Menschen und in ihrem Wissen mindestens gleich „wissend“ und „weise“ waren wie ihre mit dem Beinamen „sapiens“ ausgezeichneten Vettern und Konkurrenten der beiden Diluvial-Rassen, die ihnen freilich nicht nur in der Entwicklung von Mordwaffen, sondern auch in der Körpergröße erheblich voraus waren.

Aber nicht nur die eigentlichen Neandertaler, die eine ganze Gruppe von Rassenkreisen umfaßten, waren kleinwüchsig, alle alten Rassen waren es auch; nur die Cromagnards und die ihnen vermutlich nahestehenden Aurignac-Menschen waren es nicht. Das sieht man schon an den Knochenresten der frühen Altsteinzeit, aber auch an den Gebrauchsgegenständen. Die Faustkeile des Acheuléens und die noch früheren Artefakte passen nur in kleine Hände. Die Schwerter und Dolche der Bronzezeit – von Hallstatt bis zu den Schachtgräbern von Mykene – haben auffallend zarte Griffe. Man hat sie lange als Frauenwaffen erklären wollen. Und selbst noch die Rüstungen des deutschen Mittelalters sind für einen nach heutiger Ansicht normal gewachsenen Mann zu klein.

Extremer Hochwuchs ist anscheinend ein Asylsymptom und als solches den Endphasen der Zivilisation ebenso zugeordnet wie sein Gegenteil, der Zwergwuchs, dem Anfang. Die Cromagnards, diese alteuropäischen Pioniere aus dem atlantischen Rassenkreis, mit hohen, breiten, massigen Formen, gehörten demnach anscheinend zur Endphase einer Kultur. Man kann den Unterton der Entrüstung über Zivilisationslaster der damaligen Herren der Welt in den Motiven nicht überhören, mit denen – den Sintflutsagen zufolge – erzürnte Götter das schreckliche Strafgericht begründeten, das sie über jenen Teil der uralten Menschheit verhängten, der sich aus Übermut und Verderbtheit über das irdische Maß erhoben und Züchtigung verdient hatte. Davon spricht der biblische Bericht:

VI.5. Da aber der Herr sah, daß der Menschen Bosheit
groß war auf Erden und alles Dichten und Trachten
ihres Herzens nur böse war immerdar,
6. da reute es ihn, daß er die Menschen gemacht hatte
auf Erden, und es bekümmerte ihn in seinem Herzen,
7. und er sprach: Ich will die Menschen, die ich
geschaffen habe, vertilgen von der Erde, vom Menschen
an bis auf das Vieh und bis auf das Gewürm und bis
auf die Vögel unter dem Himmel; denn es reut mich,
daß ich sie gemacht habe.

Abb. 3 Weinerts Rekonstruktion des Kiefers vom Quangasi-Riesen im Vergleich zu dem Unterkiefer eines heutigen Menschen.

Abb. 3 Weinerts Rekonstruktion des Kiefers vom Quangasi-Riesen im Vergleich zu dem Unterkiefer eines heutigen Menschen.

Die Sintflut, die die damalige Welt zum großen Teil zerstörte, galt ihren Herren, den Riesen auf Atlantis. Sie waren jene „Gewaltigen von Anbeginn„, die Gibborim, die alle Völker ihres Erdkreises geknechtet hatten. Nicht umsonst, so scheint es, führten die Menschen von Atlantis sich auf den Riesen Atlas als ihren Vatergott zurück. Ihnen galt wohl Riesenwuchs als äußerliches Beweisdokument göttlicher Herkunft.

Seltsam, in allen Sagen, die von Riesen handeln, treten diese – sieht man von spätzeitlichen Verzerrungen ab – als Kulturträger auf. Ein Riese baute den nordischen Göttern ihre Burgen; sie hätten es nicht vermocht. Die Zyklopenbauten der Vorantike werden auf Riesen oder auf den Gott Poseidon zurückgeführt, der nicht nur Meergott ist, sondern auch der Erderschütterer genannt wird – ein kaum zu übersehender Hinweis auf seine Wesensverwandtschaft mit dem vulkanischen Atlas. Alle Kultur und Zivilisation geht irgendwie vom Feuer, vom feurigen Gott aus. Volcanus ist älter als Jupiter, Tvastr älter als Indra oder Brahman, Ptah älter als Osiris, Loki älter als Odin. Und die Gehilfen des Urgottes sind die Riesenschmiede, die Zyklopen – jene ungeheuren, kräftigen Halbgötter rätselhafter Herkunft, die keine anderen Götter achten, die in der Odyssee Söhne Poseidons heißen, kannibalisch Menschen fressen und nur der List der kleineren, schwächeren, nachsintflutlichen Menschen erliegen.

Sie schleuderten riesige Steine auf ihre Feinde, zerschmetterten sie mit gewaltigen Keulen und Steinhämmern, warfen ungeheure Spieße und bedrohten oft genug die Herrschaft der olympischen Götter. Aus den Sagen – sucht man ihre Motive zusammen – fällt manches Licht auf diese längst vergangene Zeit, in der die Riesen über die Erde herrschten, bis die ungeheure Flut sie ersäufte.

Vergleicht man den Bibelbericht mit Platons Erzählung hinsichtlich der Motive für die Vernichtung der antediluvialen Menschheit, so fällt eine mit Zufall kaum erklärliche Übereinstimmung auf. Als Ursache der Verderbnis wird das allmähliche Verlöschen der göttlichen Ahnenkräfte infolge Vermischung mit den „Töchtern der Erde“ angegeben. War das die unverzeihliche Schuld, die schwer genug wog, um die ganze Erde zu bestrafen? Oder waren es andere?

Anmerkungen und Quellen

Dieser Beitrag von Otto Heinrich Muck wurde seinem Buch „Alles über Atlantis„, (Vollständige Taschenbuchausgabe), Droemer/Knaur, 1979 entnommen. Leider war es uns trotz intensiver und umfassender Recherchen nicht möglich, den derzeitigen Inhaber der Rechte an Otto Mucks Werken zu ermitteln. Deshalb erfolgt diese Veröffentlichung bei Atlantisforschung.de vorläufig unter Vorbehalt als wissenschafts- und atlantologie-geschichtliche Dokumentation zu Forschungs- und Studienzwecken.

(…)

Gruß an die Forscher
TA KI

 

Drachen – Erwachen


Mit Return of the Dragon – der Rückkehr des Drachen
möchte ich an die Drachen und an die Naturgeister wieder-erinnern.
Ein Wieder-Erinnern an Wesen und deren Kräfte,
mit denen wir in Einklang leben können
und die zu unseren Freunden und Verbündeten werden.


Der Drache in der Mythologie:

Der Drache ist ein sagenumwobenes Wesen. Er ist in der Mythologie der asiatischen Länder, im Nahen Osten und in Europa zu finden. Selbst im alten Ägypten erscheint der Drache in Knotenwerk verflochten, ebenso bei den Kelten. Die frühesten keltischen Drachendarstellungen, 400 v.u.Z., sind auf Schwertgurten und Schwertschneiden (oft paarweise) abgebildet.

In den Geschichten sind Drachen Bewacher von Schätzen. In China ist er der regenspendende und in Gewässern beheimatete Gott, sowie das männliche Prinzip. Der (feuerspuckende) Drache, der sich möglicherweise aus der gehörnten und gift- und feuerspuckenden Schlange entwickelt hat, hat bei den Kelten die Rolle des Wächters, stärker noch als die Schlange. Wie noch aus den Märchen erschließbar, wurden den Drachen auch Opfer dar gebracht. Der keltische sowie auch der ägyptische Drachen wird auch traditionell mit kriegerischen Handlungen verbunden. Er ist der Bewacher und Beschützer, steht daher auch für die Streitmacht und wird sogar zum Helden.

drache-walesUthers Drachenvision

Der Vater von König Arthur, Uther, sah einmal in einer Vision einen brennenden Drachen, den Feuer-Drachen. Diese Vision war für ihn so überwältigend, daß er sofort seine Druiden aufsuchte und diese Vision gedeutet haben wollte. Das Deuten der eigenen Visionen von Druiden war zu dieser Zeit so üblich. Diese sagten ihm, der brennende Drachen bedeutet, daß er König werden würde. Von nun an ließ er sich „Pendragon“ nennen (Kopf des Drachen). So wurde der Drachen das heraldische Emblem und Totemtier des größten englischen Königsgeschlechts – der Pendragons. In Wales ist der rote Drachen seit 1901 Nationalsymbol und auf weiß-grünem Untergrund seit 1953 auf der walisischen Nationalflagge zu sehen.


Der Drache in der Alchemie und Geomantie:

Einige legendären Drachen sind stark mit den Elementen, deren Wesen und ihren Reichen verbunden.
Es ist die Rede von Luft-, Feuer-, Wasser- und Erddrachen.

Einige vereinigen von ihnen aber auch die Eigenschaften aller vier Elemente.
Sie wohnen in Seen, bewachen Schätze in Höhlen, fliegen durch die Luft und speien Feuer.

Sie symbolisieren bestimmte alchemistische Kräfte, die in uns und um uns und in der Landschaft existieren.
Einige Gelehrte nehmen an, daß die Druiden ihre eigene Version der geomantischen Kunst praktizierten (in China „Feng-Shui“ genannt).
Die Geomantie war und ist immer noch eine Naturwissenschaft, deren Anliegen es ist, eine energetische Harmonie in der Landschaft für Mensch und Natur zu schaffen, durch das Wissen um die Kräfte der Erdströme, Wasseradern und Drachenlinien, die das Land durchziehen.

… eine weitere Ebene in der die Drachen durch die Drachenlinien und Energieströme wirken …

Die Rückkehr des Drachen – Ein Märchen

Vor vielen tausend Jahren gab es eine Zeit, da lebten die Menschen mit den Tieren, den Drachen, den Kobolden, Feen, Zwergen und der Mutter Erde in Frieden und Einklang miteinander.
Sie waren Freunde, halfen sich gegenseitig und profitierten auch jeweils vom anderen. Der Erddrache und Mutter Erde schenkten den Menschen inneren und äußeren Reichtum und Zufriedenheit.
Die Zwerge arbeiteten unter der Erde und schufen Edelsteine, Gold und andere Schätze die der Erddrache bewachen durfte. Die Feuer-, Luft- und Wasserdrachen waren für ihre Reiche mit seinen Bewohnern zuständig und alle arbeiteten Hand in Hand. Die Menschen machten den Drachen regelmäßig Geschenke und der Erddrache belohnte sie mit einer ganz besonderen Kostbarkeit. Er schenkte ihnen den Stein der Weisheit.
Die Kobolde und Feen wohnten in den Wäldern und Feldern, und auch ganz nah bei und mit den Menschen, und sorgten zusammen mit Mutter Erde, Vater Sonne, der Mondin, dem Grünen Mann und seiner Geliebten, für Wachstum und Fruchtbarkeit. Auch ihnen schenkten die Menschen was von ihrer Ernte und bedankten sich bei ihnen.
Es war eine fröhliche Zeit, in der alle versorgt und glücklich waren. Oft war die Arbeit auf dem Feld, im Bergwerk und im Wald hart, aber dennoch gab es viel Gesang, Tanz und Festgelage.
Doch eines Tages kamen Männer aus dem Süden und führten Krieg gegen die Menschen. Sie brannten ihre Dörfer nieder und spielten die Dorfältesten untereinander aus. Viele dieser Menschen wurden auch gefangen genommen und getötet wenn sie nicht im Kampfe starben.
Es war eine Zeit voller Tränen.
Die Dorfältesten die am Leben gelassen wurden mussten dem neuen Herrscher ihre Treue schwören und ihre Freiheit war vorbei. Ebenso mussten die Menschen die Kultur des neuen Königs annehmen und die weisen Frauen und Männer wurden verfolgt
Nachdem das Wehklagen vorbei war, kehrte für kurze Zeit wieder Frieden ein. Die Menschen durften sogar wieder mit den alten Göttern und allen anderen Zauberwesen ihre Feste feiern und alles schien wieder in bester Ordnung zu sein. An die Bevormundung des neuen Königs hatten viele sich gewöhnt.
Doch der Schein trügte.
Es kamen wieder Männer aus dem Süden. Sie kamen zuerst als Pilger und hatten viel zu berichten. Sie erzählten Geschichten über einen göttlichen Sohn, der vor einigen Jahren als Mensch auf der Erde wandelte und wieder aufgestiegen sei. Dieser Sohn Gottes war ein weiser Mann und hatte den Menschen viele schlaue Dinge über Nächstenliebe und Gerechtigkeit erzählt, was für die damalige Zeit was ganz besonderes war. Denn überall auf der Erde herrschte jetzt immer wieder Krieg.

baumgeist-2_kleinEinige der weisen Frauen und Männer, die die Verfolgungen damals überlebt hatten, fanden in der Botschaft der Pilger und in ihren Geschichten viele Gemeinsamkeiten mit ihren eigenen alten heiligen Mysterien und nahmen diese in ihr Weltbild mit auf. Auch einige Menschen berührte diese Vorstellung von Frieden und Nächstenliebe. Sie fanden diese Botschaft weise und lernten von ihr.
Doch die Pilger aus dem Süden blieben nicht so friedlich. Sie hatten plötzlich einen mächtigen Anführer auserwählt. Dieser stellte Regeln auf an die sich jeder halten sollte. Auch waren er und seine Gefährten der Zauberei mächtig. Plötzlich zählte nicht mehr die Weisheit, sondern Geld, Macht und Kontrolle traten an ihre Stelle.
Die Weisen Frauen und Männer wurden wieder verfolgt und das Band mit den Drachen, Feen, Zwergen und Kobolden wurde gewaltsam, auch mittels Zauberkraft, getrennt. Nur ganz wenige hatten jetzt noch einen Kontakt zu diesen Wesen. Alle Menschen mussten sich diesem Anführer anschließen. Wer das nicht tat wurde getötet. Die Haine und die alten heiligen Bäume in denen die Menschen mit den Göttern, den Drachen und Zauberwesen getanzt und gelacht hatten wurden zerstört. Viele Drachen wurden durch Zauberkraft getötet, einige konnten fliehen und der König der Erddrachen in einen Käfig im Felsen eingesperrt und bewacht. Er war so stark, ihn konnten sie nicht töten. Die Feen und Kobolde flüchteten in den großen tiefen Wald und in die Hügel, die Zwerge versteckten sich ganz tief unten in der Erde.
All diese zauberhaften Wesen wurden als böse Dämonen abgestempelt und später, nach vielen Jahren gerieten sie für die meisten Menschen in Vergessenheit. Außer in Kindergeschichten, da durften sie weiterleben.
Die Menschen aber waren sehr unglücklich. Es folgte eine Zeit des Wehklagens mit Seuchen, schweren Krankheiten und Hungersnöten. Die Ernten waren schlecht, es gab viele Unwetter und der Anführer der neuen Religion schrieb diese Katastrophen dem Teufel und den Menschen zu, da sie nicht gläubig genug und Sünder seien.
Menschen die sich noch an die alten Götter, deren Geschichten und Zauberwesen erinnern konnten und mit ihnen in Kontakt standen, oder ihre Nähe in den Tiefen der Wälder suchten, wurden qualvoll hingerichtet. Sie mussten sehr vorsichtig sein. Oft erzählten diese Menschen ihnen traurig aus ihrer Welt.
Der neue Anführer erkannte nicht, das dieses Elend nur deswegen über sie kam, da der Erddrache eingesperrt, viele seiner Gefährten verfolgt und getötet und die Feen, Kobolde und Zwerge geflohen waren. Sie waren es, die gemeinsam mit den alten Göttern, ihrer Kraft und der Liebe die Welt im Gleichgewicht und zusammenhielten. Und die Menschen und Tiere gehören eigentlich mit dazu.
Die Kobolde, Zwerge und Feen hörten den Drachen aus der Ferne wütend schnauben. Sie hörten die Menschen weinen und wehklagen und es brach ihnen das Herz.
So beschlossen sie eines Tages die Königstochter aus dem Volk der Feen unter die Menschen zu schicken um den Drachen zu befreien. Sie gaben ihr noch einige Begleiter und Helfer mit auf den Weg. Für die Fee war diese neue Welt der Menschen befremdlich und beängstigend. Sie brauchte lange um sich dort zurecht zu finden und sich an ihren Auftrag zu erinnern. Doch sie schaffte es, trotz der Wirrungen und Behinderungen die man ihr in den Weg stellte den Erddrachen zu finden.
Welch eine Freude als sie sich nach so langer Zeit endlich wiedertrafen. Doch dann wurde die Fee traurig. Wie sollte sie denn den Drachen aus seinem gewaltigen Gefängnis befreien? Wie sollte sie an dem Wächter vorbei kommen?
Der Drache hatte aber eine Idee. Er wusste, dass die Feen gut zaubern können. Er wusste auch, dass seine Freundin in Menschengestalt sich jetzt nicht mehr richtig an ihre Zauberkräfte erinnern konnte. Und so begann er ihr all die Zauberei zu lehren damit sie ihre eigenen Kräfte aktivieren kann.
Und dann eines Tages, nach einigen Jahren der Lehrzeit, kam die Fee mit weiteren Verbündeten wieder an den Ort, an dem der Drache gefangen war. Sie konnten den Wächter überrumpeln und den Drachen befreien.
Der Drache erhob sich glücklich in die Lüfte, flog eine ausgiebige Runde über sein Königreich und setzte sich auf seinen Thron, in einem großen Felsen wo er heute noch sitzt und sein Reich beschützt.
Die Zwerge, Kobolde, Feen und anderen Drachen kamen wieder in ihre Heimat zurück. Im Laufe der Zeit war der Herrscher der neuen Religion immer machtloser geworden und viele Menschen pilgern nun zu diesem Ort um mit den alten Göttern und den Zauberwesen zu feiern und ihnen ihren Dank zu sagen. Die Fee hat mittlerweile noch einige andere Zauberwesen im Menschengewand und viele weise Frauen und Männer gefunden und so feiern sie heute alle zusammen mit den Menschen und Tieren wieder lustige und fröhliche Feste. In einer Zeit voller innerem und äußerem Frieden, Wohlstand und Reichtum …

Quelle: http://www.return-of-the-dragon.de/drachenerwachen.htm

Gruß an die Naturgeister

TA KI