Wirsingkohl


Der grüne Kohlkopf mit den krausen Blättern ist salonfähig geworden: Sogar bei Sterneköchen kommt Wirsing inzwischen in Topf und Pfanne. Kein Wunder, denn Wirsingkohl überzeugt selbst Kohlmuffel durch seinen dezenten Geschmack, seine zarte Struktur und nicht zuletzt durch etliche gesundheitliche Pluspunkte.

Wirsingkohl - der Kohl für Feinschmecker

Das sollten Sie über Wirsingkohl wissen

Vor noch nicht allzu langer Zeit rümpften Feinschmecker über Wirsingkohl nur die Nase – er galt wie Kohl ganz generell als typisches Arme-Leute-Essen. Inzwischen hat aber sogar die ehemals Neue Deutsche Küche den Krauskopf für sich entdeckt, und das aus gutem Grund. Denn in der Tat ist Wirsingkohl im Vergleich zu Weiß- oder Rotkohl sozusagen was Besseres, jedenfalls dann, wenn man es eher fein als robust mag: Seine Blätter sind zarter und haben ein delikateres Aroma. Das gilt für Wirsingkohl allgemein, besonders aber für den hellgrünen und besonders zarten jungen Frühwirsing und für Sommerwirsing. Späte Sorten bzw. sogenannter Herbst- und Dauerwirsing ist in Konsistenz, Farbe und Aroma deutlich kräftiger.

Herkunft: Die ursprüngliche Heimat der leckeren Krausköpfe liegt in den Ländern rund ums Mittelmeer. Inzwischen baut man Wirsingkohl aber längst auch bei uns in Deutschland sowie in Großbritannien, den Niederlanden, Frankreich, Polen und Russland an.

Saison: Der erste Wirsingkohl des Jahres heißt kurioserweise „Adventswirsing“ und wird schon im April geerntet. Frühwirsing und Sommerwirsing kommen ab Juni auf den Markt; die Ernte von Herbstwirsing startet im August und dauert je nach Wetter und Region bis in den Februar. Von März bis Mai ist das Angebot an Wirsingkohl etwas eingeschränkter, aber auch dann gibt es dank ausgeklügelter Lagerung noch frische Köpfe.

Geschmack: Wirsingkohl unterscheidet sich nicht nur optisch von Weiß- oder Rotkohl – er schmeckt auch deutlich feiner als seine robusten Brüder. Das gilt besonders beim jungen Frühjahrswirsing, aber auch der kräftigere Herbst- und Winterwirsingkohl schmeckt noch vergleichsweise dezent.

Wie gesund ist eigentlich Wirsingkohl?

Mit rund 50 mg pro 100 Gramm gehört Wirsingkohl zu den Stars unter den Lieferanten von Vitamin C – eine Portion von 200 g deckt damit bereits unseren Tagesbedarf! Darüber hinaus glänzen die dunkelgrünen Köpfe durch reichlich enthaltene Nähr- und Mineralstoffe, allen voran Eisen, Eiweiß und Magnesium. Ebenfalls nicht zu verachten ist der Gehalt an Vitamin A, das auf Haut und Sehkraft besonders günstig wirkt. Erfreulich für alle, die auf ihre Figur achten: Wie die meisten Gemüsesorten ist auch Wirsingkohl in Sachen Kalorien- und Fettanteil ein Genuss ohne Reue. Eine spezielle Eigenart von Wirsingkohl ist sein hoher Gehalt an Vitamin B6, das unserem Nervenkostüm besonders gut tut.

Nährwerte von Wirsingkohl pro 100 Gramm
Kalorien 25
Eiweiß 3 g
Fett 0,4 g
Kohlenhydrate 2,4 g
Ballaststoffe 2,5 g

Einkaufs- und Küchentipps für Wirsingkohl

Einkauf: Achten Sie bei Wirsingkohl darauf, dass die Köpfe sich locker öffnen und an nicht zu langen Stielen sitzen. Gelbliche Verfärbungen und angewelkte Blätter sind tabu, der Kohl sollte schön grün aussehen.

Lagerung: Im Gemüsefach des Kühlschranks bleibt frischer Wirsingkohl gut 2-3 Tage frisch und knackig. Auch Einfrieren ist, mit leichten Geschmackseinbußen, möglich. Dafür blanchiert man den Kohl aber besser vorher kurz in kochendem Salzwasser und lässt ihn gut abtropfen.

Vorbereiten: Wirsingkohl ist pflegeleicht: Einfach äußere Blätter entfernen, den Strunk herausschneiden und den Kopf vierteln. Dann in Streifen schneiden und kurz unter fließendem Wasser abspülen – fertig. Für Kohlrouladen aus Wirsingkohl lösen Sie einfach die Blätter vom ganzen Kopf und schneiden die dicken Blattrippen in der Mitte heraus. Ganz jungen Frühjahrs-Wirsingkohl können Sie einfach roh füllen, ansonsten sollten die Blätter vor dem Füllen 1-2 Minuten in kochendem Salzwasser vorgegart werden.

Zubereitungstipps für Wirsingkohl:

Zubereitung: Wirsingkohl wird sehr viel schneller gar die meisten anderen Kohlsorten: Bei jungem Wirsingkohl reichen maximal 15 Minuten, bei der Winterversion genügen etwa 25 Minuten. Seine kurze Garzeit macht Wirsingkohl perfekt für feine, aber schnelle Gerichte wie zum Beispiel ein Wirsing-Apfel-Gemüse, einen leckeren Auflauf mit Schupfnudeln oder würzige Pasta.

Natürlich kann man aus Wirsingkohl auch einfach eine fixe Beilage zaubern: Nach dem Putzen, Waschen und Zerkleinern kann man die Kohlstreifen in Brühe oder etwas Salzwasser garen und evtl. mit etwas Butter oder Crème fraiche abrunden. Mit frisch gehackter Petersilie bestreut schmeckt dieses Wirsingkohlgemüse wunderbar zu praktisch allem, was sich braten lässt.

Ganz wunderbar macht sich Wirsingkohl auch als Hülle für smarte Kohlrouladen mit Hähnchenfüllung oder für vegetarische Wirsingrouladen! Überhaupt passt Wirsingkohl hervorragend zu leckerer Hausmannskost nach moderner, leichter Art – einen Versuch wert sind beispielsweise Pichelsteiner Eintopf oder ein deftiger Hackfleischeintopf.

Dass Wirsingkohl außerdem in der feinen Gourmet-Küche punkten kann, zeigen zum Beispiel unsere Wirsing-Crêpe-Röllchen oder das edle Seeteufelfilet in Wirsing, mit dem Sie sogar verwöhnte Gäste begeistern können.

Quelle: https://eatsmarter.de/lexikon/warenkunde/wirsingkohl

Gruß an die Besseresser

TA KI

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5 Gründe, warum Grünkohl gesund ist


Nach den ersten kalten Nächten ist es endlich so weit: Der Grünkohl kann von den Feldern geholt und in der Küche zu allerlei Leckerem verarbeitet werden. Der Winterklassiker schmeckt nicht nur hervorragend, sondern tut auch etwas für Ihren Körper: EAT SMARTER verrät Ihnen fünf Gründe, warum Grünkohl gesund ist und Sie beherzt zugreifen sollten!

Grünkohl ist gesund

Grünkohl: Gesunder Winterklassiker

Von Oktober bis Januar wartet er erntereif auf unseren Feldern: der Grünkohl – je nach Region auch Braunkohl oder Krauskohl genannt. Seinen typischen, leicht süßlichen Geschmack entfaltet der krause Kohl jedoch erst, nachdem er auf dem Feld über einen längeren Zeitraum niedrigen Temperaturen ausgesetzt war.

Erst dann wird die in der Pflanze enthaltene Stärke in Zucker umgewandelt und verleiht dem Grünkohl so seine charakteristische Süße. Bodenfrost ist für diesen Vorgang jedoch nicht nötig. Neben dem guten Geschmack punktet das Kohlgemüse mit seinem einzigartigen Nährstoffmix, der dem Körper und der Gesundheit Gutes tut. (…)

1. Nährstoffreich & kalorienarm

Grünkohl ist kalorien- und fettarm, enthält dafür aber jede Menge Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe. Letztere sättigen nachhaltig und bringen die Verdauung auf Trab. Bereits 100 Gramm Grünkohl versorgen den Körper mit der gleichen Menge an knochenstärkendem Calcium, wie etwa 200 Milliliter Milch. Außerdem ist Grünkohl reich an pflanzlichem Eiweiß und nach der Möhre zweitbester Lieferant für Provitamin A (beispielsweise Beta-Carotin).

Der Fettanteil von unter einem Gramm pro 100 Gramm Kohl punktet nicht nur aufgrund seiner geringen Menge, sondern besteht zu einem Großteil aus Alpha Linolensäure – einer mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäure. Diese wirkt entzündungshemmend, verbessert die Fließeigenschaft des Blutes und kann Herzkrankheiten vorbeugen.

Nährwerte von Grünkohl pro 100 Gramm
Kilokalorien 37
Eiweiß 4,2 g
Fett 0,9 g
Kohlenhydrate 2,5 g
Ballaststoffe 4,2 g

MERKE !

Grünkohl ist gesund, da er jede Menge Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe enthält. Außerdem ist das Wintergemüse fett- und kalorienarm, was ihn zur perfekten Hauptspeise oder Beilage für Figurbewusste macht.

Grünkohl nach dem Frost

2. Grünkohl ist voll gepackt mit Antioxidantien

Die meisten grünen Blattgemüse, so auch Grünkohl, sind reich an Antioxidantien – darunter beispielsweise Vitamin C, Polyphenole, Beta-Carotin und Flavonoide. Am besten genießt man die Kohlblätter daher roh oder blanchiert sie nur kurz, damit sich die antioxidative Wirkung entfalten kann. Antioxidantien sollen die Körperzellen vor Schäden durch freie Radikale, vorzeitiger Alterung des Gewebes und sogar Krebs schützen.

In den nährstoffreichen Blättern des Grünkohls steckt außerdem das Flavonoid-Duo Kämpferol und Quercetin. Ihnen wird eine antientzündliche sowie antimikrobielle und herzschützende Wirkung zugesprochen. Außerdem sollen sie neuesten Studien zufolge dabei helfen, Bluthochdruck zu senken und Krebszellen im Körper zu eliminieren (1, 2, 3, 4).

MERKE !

Grünkohl ist reich an Antioxidantien – darunter vor allem das Flavonoid-Duo Kämpferol und Quercetin. Diese sollen antientzündlich, antimikrobiell und schützend auf das Herz wirken sowie freie Radikale eliminieren.

3. Grünkohl ist reich an Vitamin C, E und K

Grünkohl zählt zu den vitaminreichsten Gemüsesorten überhaupt und punktet mit einer großen Variation der nützlichen Helferlein. So stecken in dem Wintergemüse 105 Milligramm Vitamin C pro 100 Gramm Kohl. Damit wird bereits der von der Deutschen Gesellschaft der Ernährung (DGE) empfohlene Tagesbedarf erreicht. Vitamin C unterstützt die Eisenaufnahme aus der Nahrung sowie das Immunsystem und stärkt die Abwehrkräfte – vor allem in der Erkältungszeit von Vorteil.

Der krause Kohl enthält außerdem Vitamin E, das freie Radikale fängt und einer frühzeitigen Hautalterung entgegenwirkt sowie Vitamin K, das vor allem für eine funktionierende Blutgerinnung von Bedeutung ist und die Knochenbildung aktiviert (5).

MERKE !

Der gesunde Grünkohl enthält unter anderem die Vitamine C, E und K. Allesamt wirken positiv auf die Gesundheit, indem sie das Immunsystem stärken, freie Radikale eliminieren und für eine funktionierende Blutgerinnung von Bedeutung sind.

4. Grünkohl senkt den Cholesterinspiegel

Neben seiner großen Vielfalt an Vitaminen beeinflusst Grünkohl außerdem den Cholesterinspiegel im Blut positiv. Laut einer aktuellen Studie sank der Gehalt an „schlechtem“ LDL-Cholesterin (Low Density Lipoproteine) im Blut um 10 Prozent, während das „gute“ HDL-Cholesterin (High Density Lipoproteine) um rund 27 Prozent anstieg, nachdem die Studienteilnehmer für drei Monate täglich 150 Milliliter Grünkohlsaft tranken.

HDL-Cholesterin wird in der Leber und im Darm gebildet und transportiert überschüssiges Cholesterin ab. Somit sinken der Cholesterinspiegel im Blut und das Risiko für Arteriosklerose und Herzinfarkt. Dieser Effekt wurde neben dem Trinken des Safts vor allem bei gedämpftem Grünkohl beobachtet (6).

„Man unterscheidet zwei Arten von Cholesterin: Low Density Lipoprotein, kurz LDL, transportiert das Fett von der Leber in die Körperzellen und steigert damit den Cholesterinspiegel. Es wird auch als das ‚böse Cholesterin‘ bezeichnet, weil es zu Arteriosklerose führen kann, also zur Ablagerung von Fett und Kalk an den Arterienwänden. Lebensmittel, die LDL enthalten, sollten nur einen kleinen Teil des Speiseplans ausmachen. Das ‚gute Cholesterin‘ hingegen, High Density Lipoprotein oder HDL, transportiert das Cholesterin aus den Zellen in die Leber, was günstig für den Cholesterinspiegel ist. Der Hausarzt bestimmt den Cholesterinspiegel und das Verhältnis HDL zu LDL mit einer Blutuntersuchung“, erklärt Diplom-Ökotrophologin Linda Marx.

MERKE !

Laut einer Studie senkt das regelmäßige Trinken von Grünkohlsaft den Cholesterinspiegel im Blut. Neben dem Saft des Gemüses erwies sich vor allem gedämpfter Grünkohl als besonders wirksam.

(…)

Quelle: https://eatsmarter.de/ernaehrung/gesund-ernaehren/gruenkohl-gesund

Gruß an die Besseresser

TA KI

Gesunde Samen: Das sind die besten Sechs


Ob auf dem Salat, in der Suppe, im Joghurt oder im Müsli – Samen sind vielseitig einsetzbar, lecker und sehr gesund! Sie enthalten gesunde Fette, Ballaststoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und sind eine gute pflanzliche Eiweißquelle. EAT SMARTER stellt Ihnen die sechs besten gesunden Samen vor.

1. Leinsamen

Leinsamen enthalten reichlich Ballaststoffe und mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren, vor allem Alpha-Linolensäure. Außerdem enthalten die Samen auch Schleimstoffe, die sie im Darm aufquellen lassen, das Stuhlvolumen vergrößern und so die Verdauung anregen. Die meisten gesunden Inhaltsstoffe der Leinsamen sitzen in den äußeren Schalen.

anze Leinsamen gelangen meistens unverdaut durch den Magen-Darm-Trakt und wirken deshalb weniger effektiv. Um möglichst viele wertvolle Omega-3-Fettsäuren und Ballaststoffe aufnehmen zu können, sollten Sie auf geschrotete Leinsamen zurückgreifen (12).

Die folgende Tabelle zeigt den Nährstoffgehalt von einem Esslöffel (10 Gramm) Leinsamen (3).

Nährstoffgehalt von 10 Gramm Leinsamen
Kalorien 55 Kilokalorien
Ballaststoffe 3 Gramm
Eiweiß 2 Gramm
einfach ungesättigte Fettsäuren 0,8 Gramm
Omega-3-Fettsäuren 2338 Milligramm
Omega-6-Fettsäuren 606 Milligramm
Mangan 0,3 Milligramm (13 % der täglich empfohlenen Zufuhrmenge)
Vitamin B1 0,2 Milligramm (11 % der tägl. empf. Zufuhrmenge)
Magnesium 40,2 Milligramm (10 % der tägl.empf.Zufuhrmenge)

Neben Ballaststoffen und Omega-3-Fettsäuren enthalten Leinsamen auch sekundäre Pflanzenstoffe, vor allem Lignane. Lignane haben eine antioxidative Wirkung. Die genannten Inhaltsstoffe haben noch weitere gesundheitsförderliche Eigenschaften. Sie können zum Beispiel helfen den Cholesterinspiegel zu senken und das Risiko für Herzerkrankungen reduzieren (45).

Eine Übersichtsstudie über 28 Studien hat ergeben, dass der Verzehr von Leinsamen die Konzentration des schlechten LDL-Cholesterins wesentlich reduzieren kann (6). Eine andere Übersichtsstudie kam zu dem Ergebnis, dass der regelmäßige Verzehr von ganzen Leinsamen den Blutdruck senken kann (7).

MERKE !

Leinsamen enthalten reichlich Ballaststoffe, Omega-3-Fettsäuren, sekundäre Pflanzenstoffe, vor allem Lignane und weitere gesunde Inhaltsstoffe. Es ist bewiesen, dass sie dabei helfen, den Cholesterinspiegel sowie den Blutdruck zu senken und das Risiko für Herzerkrankungen reduzieren.

Gesunde Samen

2. Chia-Samen

Chia-Samen sind den Leinsamen in ihren Inhaltsstoffen sehr ähnlich. Sie enthalten auch reichlich Ballaststoffe, mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren und sekundäre Pflanzenstoffe. Allerdings wachsen sie nicht wie Leinsamen bei uns in Deutschland. Die Hauptanbaugebiete von Chia-Samen sind in Mittel- und Südamerika sowie in Australien.

Da sich die beiden Samen ernährungsphysiologisch kaum unterscheiden, ist es der Umwelt zu Liebe sinnvoll, die heimischen Leinsamen dem exotischen Superfood vorzuziehen. Leinsamen sind außerdem meistens günstiger als Chia-Samen.

Die folgende Tabelle zeigt den Nährstoffgehalt von einem Esslöffel (10 Gramm) Chia-Samen (8).

Nährstoffgehalt von 10 Gramm Chia-Samen
Kalorien 49 Kilokalorien
Ballaststoffe 3,8 Gramm
Eiweiß 1,6 Gramm
einfach ungesättigte Fettsäuren 0,21 Gramm
Omega-3-Fettsäuren 1755 Milligramm
Omega-6-Fettsäuren 579 Milligramm
Mangan 0,2 Milligramm (8 % der täglich empfohlenen Zufuhrmenge)
Vitamin B1 0,1 Milligramm (5 % der tägl. empf. Zufuhrmenge)
Magnesium 29 Milligramm (8 % der tägl. empf. Zufuhrmenge)

Chia-Samen enthalten Alpha-Linolensäure, eine Omega-3-Fettsäure, die helfen kann, Entzündungen zu reduzieren (9). Genauso wie der Verzehr von Leinsamen, soll die Einnahme von Chia-Samen helfen, den Blutdruck zu senken und das Risiko für Herzerkrankungen reduzieren (1011).

MERKE !

Chia-Samen sind Leinsamen in ihren Inhaltsstoffen sehr ähnlich. Sie enthalten auch reichlich Ballaststoffe, mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren, sekundäre Pflanzenstoffe und weitere gesunde Nährstoffe. Der Umwelt zu Liebe ist es empfehlenswert die heimischen Leinsamen den exotischen Chia-Samen vorzuziehen.

Gesunde Samen_Hanfsamen

3. Hanfsamen

Hanfsamen dürfen auf der Liste der gesunden Samen nicht fehlen. Sie zeichnen sich besonders durch ihren hohen Eiweißgehalt aus.

In Hanfsamen stecken alle essentiellen Aminosäuren, was sie nicht nur für Vegetarier und Veganer zu einer hervorragenden Eiweißquelle macht. Studien zeigen, dass das Eiweiß in Hanfsamen vom Körper besser aufgenommen werden kann, als die meisten anderen pflanzlichen Eiweißquellen (12).

Die folgende Tabelle stellt den Nährstoffgehalt von einem Esslöffel (10 Gramm) Hanfsamen dar (13).

Nährstoffgehalt von 10 Gramm Hanfsamen
Kalorien 55 Kilokalorien
Ballaststoffe 0,4 Gramm
Eiweiß 3,2 Gramm
Einfach ungesättigte Fettsäuren 0,5 Gramm
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren 3,8 Gramm
Magnesium 70 Milligramm (16 % der täglich empfohlenen Zufuhrmenge)
Vitamin B1 0,1Milligramm (11 % der tägl. empf. Zufuhrmenge)
Zink 0,9 Milligramm (7,5 % der tägl. empf. Zufuhrmenge)

Hanfsamen haben ein besonders günstiges Verhältnis von Omega-6-Fettsäuren zu Omega-3-Fettsäuren. Das Verhältnis ist annähernd 3:1. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt ein Verhältnis von Omega-6-Fettsäuren zu Omega-3-Fettsäuren von 5:1 mit der Ernährung aufzunehmen.

Das richtige Fettsäurenverhältnis spielt zum Beispiel eine wichtige Rolle für die Blutgerinnung und Entzündungsvorgänge im Körper. Hanföl enthält außerdem Gamma-Linolensäure (GLA). GLA ist eine Omega-6-Fettsäure, die entzündungshemmend wirkt (14151617).

Das aus Hanfsamen hergestellte Hanföl enthält reichlich Omega-3-Fettsäuren, weshalb sich die Einnahme von Hanföl positiv auf die Gesundheit des Herzens auswirken kann (1819).

Wissenschaftliche Studien haben auch herausgefunden, dass die entzündungshemmenden Omega-3-Fettsäuren helfen, Hautausschläge zu reduzieren. Nach 20 Wochen regelmäßiger Einnahme von Hanföl hatten die Probanden eine weniger trockene Haut und verminderten Juckreiz (20).

MERKE !

Hanfsamen sind eine besonders gute pflanzliche Eiweißquelle, da sie alle essentiellen Aminosäuren enthalten. Außerdem stecken in Hanfsamen reichlich mehrfach-ungesättigte Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren sowie andere gesunde Inhaltsstoffe.

Gesunde Samen_Sesamsamen

4. Sesamsamen

Sesamsamen werden oft in der asiatischen Küche oder als Sesampaste (Tahini) in der orientalischen Küche verwendet. Sesamsamen sind sehr gesunde Samen. Sie enthalten, wie die anderen Samen auch, zahlreiche wertvolle Inhaltsstoffe. Die folgende Tabelle stellt die Nährstoffe von einem Esslöffel (10 Gramm) Sesam übersichtlich dar (21).

Nährstoffgehalt von 10 Gramm Sesam
Kalorien 57 Kilokalorien
Ballaststoffe 1,2 Gramm
Eiweiß 1,8 Gramm
einfach ungesättige Fettsäuren 1,9 Gramm
Omega-6-Fettsäuren 2137 Milligramm
Kupfer 0,4 Milligramm (20 % der täglich empfohlenen Zufuhrmenge)
Mangan 0,3 Milligramm (12 % der tägl. empf. Zufuhrmenge)
Magnesium 3,5 Milligramm (8,8 % der tägl. empf. Zufuhrmenge)

Genauso wie Leinsamen, enthalten Sesamsamen auch Lignane. Sesamsamen gelten als die besten Lignanquellen unter den Lebensmitteln. Sie enthalten vor allem das Lignan Sesamin. Studien fanden heraus, dass Sesamin von den Darmbakterien in andere Lignane, sogenannte Enterolactone umgebaut wird.

Diese haben eine ähnliche Wirkung wie das weibliche Sexualhormon Östrogen. Eine Studie mit postmenopausalen Frauen hat ergeben, dass die fünfwöchige Einnahme von 50 Gramm Sesamsamenpulver den Hormonstatus verbessert und das Blutcholesterin gesenkt hat (222324).

Außerdem zeigen wissenschaftliche Forschungen, dass die Einnahme von Sesam auch Entzündungen hemmen und oxidativen Stress reduzieren kann. Unter oxidativen Stress versteht man eine Stoffwechsellage, die von reaktiven Sauerstoffspezies geprägt ist. Die reaktiven Sauerstoffspezies schädigen zahlreiche Zellstrukturen.

Sie verändern zum Beispiel Zellmembranen, Proteine oder Enzyme, wodurch Krankheiten wie Arteriosklerose entstehen können. Eine Studie mit halbprofessionellen Fußballspielern ergab, dass die Sportler, nachdem sie 28 Tage lang jeden Tag 40 Gramm Sesamsamenpulver aßen, weniger Muskelschäden und geringeren oxidativen Stress hatten (25).

MERKE !

Sesamsamen enthalten zahlreiche wertvolle Inhaltsstoffe. Sie sind eine besonders gute Quelle für die sekundären Pflanzenstoffe Lignane. Lignane können den Status des Sexualhormons Östrogen verbessern. Zusätzlich wirken Sesamsamen entzündungshemmend und können oxidativen Stress reduzieren.

Gesunde Samen_Kürbiskerne

5. Kürbiskerne

Kürbiskerne verfeinern nicht nur Salate, Suppen oder Müslis, sie sind auch noch sehr gesunde Samen! Sie enthalten eine Menge Phosphor, einfach ungesättigte Fettsäuren und mehrfach ungesättigte Omega-6-Fettsäuren. Die folgende Tabelle zeigt eine Übersicht über die wichtigsten Nährstoffe, die in Kürbiskernen enthalten sind (26).

Nährstoffgehalt von einem Esslöffel (10 Gramm) Kürbiskernen
Kalorien 54 Kilokalorien
Ballaststoffe 0,4 Gramm
Eiweiß 2,5 Gramm
einfach ungesättigte Fettsäuren 1,4 Gramm
Omega-6-Fettsäuren 2070 Milligramm
Mangan 0,3 Milligramm (15 % der täglich empfohlenen Zufuhrmenge)
Magnesium 53,5 Milligramm (13 % der tägl. empf. Zufuhrmenge)
Phosphor 117 Milligramm (12 % der tägl. empf. Zufuhrmenge)

Kürbiskerne enthalten auch Phytosterole. Phytosterole sind Bestandteile der Hülle von Pflanzenzellen. Sie können dabei helfen das Blutcholesterin zu senken und so das Herz schützen (27).

Phytosterole können auch die Beschwerden bei einer vergrößerten Prostata senken, da sie zum Beispiel abschwellend und entzündungshemmend wirken. Außerdem reduzieren sie das Risiko für Blasensteine, da sie den Calciumgehalt im Urin reduzieren (282930).

MERKE !

Kürbiskerne sind reich an einfach ungesättigten und Omega-6-Fettsäuren und enthalten Phosphor. Außerdem reduzieren die in Kürbiskernen enthaltenen Phytosterole urinale Beschwerden, wie eine vergrößerte Prostata oder Blasensteine.

Gesunde Samen_Sonnenblumenkerne

6. Sonnenblumenkerne

Sonnenblumenkerne enthalten Eiweiß, einfach ungesättigte Fettsäuren und Vitamin E. Eine Übersicht über die wichtigsten Nährstoffe zeigt die folgende Tabelle (31).

Nährstoffgehalt von einem Esslöffel (10 Gramm) Sonnenblumenkernen
Kalorien 58 Kilokalorien
Ballaststoffe 0,9 Gramm
Eiweiß 2,1 Gramm
einfach ungesättigte Fettsäuren 1,9 Gramm
Omega-6-Fettsäuren 2305 Milligramm
Vitamin E 3,3 Milligramm (17 % der täglich empfohlenen Zufuhrmenge)
Mangan 0,2 Milligramm (10 % der tägl. empf. Zufuhrmenge)
Magnesium 32,5 Milligramm (8 % der tägl. empf. Zufuhrmenge)

Forschungen haben ergeben, dass der Verzehr von Sonnenblumenkernen das Risiko für Entzündungen bei mittelalten und älteren Menschen reduzieren kann. Das könnte dabei helfen, das Risiko für Herzerkrankungen zu senken (32).

Neben ihrer entzündungshemmenden Wirkung helfen Sonnenblumenkerne auch, das Blutcholesterin zu senken. Allerdings ergaben die Studien, dass der Gesamtcholesterinspiegel gesenkt wird und nicht nur das schlechte LDL-Cholesterin (33).

Der Ernährungsexperte Professor Dr. Heiner Greten erklärt den Unterschied zwischen „gutem“ und „schlechtem“ Cholesterin: Ungefähr zwei Drittel des Gesamtcholesterins sind im LDL-Cholesterin enthalten. Fett ist unlöslich, kann also im wässrigen Blut nicht transportiert werden. Also gibt es eine Eiweißschicht um dieses Cholesterin herum, wie eine Art Taxi, und das LDL-Cholesterin transportiert das Cholesterin in die Blutgefäße. Dort bleibt es liegen und führt zur Arterienverkalkung. Das HDL-Cholesterin hat einen Eiweißanteil wiederum als Außenschicht für das zu transportierende Cholesterin, was dazu da ist, das Cholesterin aus diesen Blutgefäßen wieder in die Leber zurückzutransportieren, damit es dort abgebaut und ausgeschieden werden kann. Man braucht also möglichst wenig schädliches LDL-Cholesterin und viel HDL-Cholesterin.

MERKE !

Sonnenblumenkerne enthalten einfach ungesättigte und mehrfach ungesättigte Omega-6-Fettsäuren sowie Vitamin E. Sie haben eine entzündungshemmende Wirkung und können helfen, den Cholesterinspiegel zu senken.

Gesunde Samen: Das sind die besten Sechs

Wissen zum Mitnehmen!

  1. Leinsamen: Enthalten reichlich Ballaststoffe, Omega-3-Fettsäuren und sekundäre Pflanzenstoffe, vor allem Lignane. Sie können helfen, den Cholesterinspiegel sowie den Blutdruck zu senken und das Risiko für Herzerkrankungen zu reduzieren.
  2. Chia-Samen: Sind Leinsamen in ihren Inhaltsstoffen sehr ähnlich. Sie enthalten auch reichlich Ballaststoffe, mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren und sekundäre Pflanzenstoffe. Der Umwelt zu Liebe ist es empfehlenswert die heimischen Leinsamen den exotischen Chia-Samen vorzuziehen.
  3. Hanfsamen: Sind eine besonders gute pflanzliche Eiweißquelle, da sie alle essentiellen Aminosäuren enthalten. Außerdem stecken ins Hanfsamen reichlich mehrfach-ungesättigte Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren.
  4. Sesamsamen: Sind eine besonders gute Quelle für die sekundären Pflanzenstoffe Lignane. Lignane können den Status des Sexualhormons Östrogen verbessern. Zusätzlich wirken Sesamsamen entzündungshemmend und können oxidativen Stress reduzieren.
  5. Kürbiskerne: Sind reich an einfach ungesättigten und Omega-6-Fettsäuren und enthalten Phosphor. Außerdem reduzieren die in Kürbiskernen enthaltenen Phytosterole urinale Beschwerden, wie eine vergrößerte Prostata oder Blasensteine.
  6. Sonnenblumenkerne: Enthalten einfach ungesättigte und mehrfach ungesättigte Omega-6-Fettsäuren sowie Vitamin E. Sie haben eine entzündungshemmende Wirkung und können helfen, den Cholesterinspiegel zu senken.

Quelle: https://eatsmarter.de/ernaehrung/gesund-ernaehren/gesunde-samen-das-sind-die-besten-sechs

Gruß an die Wissenden

TA KI

Bitter macht gesund – Warum du mehr Bitterstoffe essen solltest


Hast du dich schon mal gefragt, warum fast alle Heilpflanzen und Gewürze einen bitteren oder wenigstens leicht bitteren Geschmack haben? Das gilt für Aloe vera, Neem, Knoblauch, kanadische Orangenwurzel (goldenseal), Ingwer, Wermut, Mariendistel, Kurkuma und für viele andere. Nach dem Ayurveda sollte ein ausgewogenes Mahl alle sechs Geschmacksrichtungen enthalten: salzig, scharf, süß, sauer, herb und bitter. Erst dann kann der Körper wirklich gesund sein.

Leider wiegen aber in unserer westlichen Kultur fast ausschließlich der süße und salzige Geschmack vor. Bittere Aromen, die dem Organismus so gut tun, sind verpönt und fast vergessen. Ist dieses gesunde, bittere Aroma nur Zufall? Im Ayurveda finden wir die Erklärung, dass der bittere Geschmack zugleich der heilkräftigste von allen ist. Die bitteren Aromen und Pflanzen werden deshalb zur Heilung vieler körperlichen und seelischen Krankheiten verwendet.

Eigenschaften der Bitterstoffe

Bitterstoffe fördern eine gesunde Verdauung, indem sie die Durchblutung der Verdauungsorgane anregen. Wermutextrakt ist deshalb auch in vielen pflanzlichen Präparaten zur Verdauungsanregung enthalten.
  • Sie kämpfen gegen die Mikroben, vernichten also Bakterien, Pilze, Viren und Parasiten, und hindern auf diese Weise Gifte daran, sich im Organismus abzusetzen.
  • Ferner wirken sie blutreinigend, stimulieren den Appetit, und unterstützen die Leber bei ihrer Arbeit.
  • Die Bitterstoffe schmeicheln nicht gerade unseren Geschmacksnerven; somit helfen sie beim Abnehmen. Dadurch wird unsere Haut auch klarer.
Und schließlich sind sie ein hervorragendes Mittel gegen jegliche Art von Übelkeit.
Durch die einseitige Ausrichtung der modernen Ernährung auf süß und salzig haben wir verlernt, Bitterstoffe zu schätzen. Ihr Geschmack ist deshalb zunächst ungewohnt und vielleicht sogar unangenehm. Mit der Zeit kann aber jeder seinen Geschmackssinn “normalisieren” und sich an Bitterstoffe gewöhnen, ja diese sogar als wohlschmeckend willkommen heißen.
Gestalte also deine Mahlzeiten ausgewogen. Hier findest du eine Liste von Lebensmitteln, Heilpflanzen und Gewürzen, die wertvolle Bitterstoffe enthalten.

Bittere Lebensmittel

Zu den Lebensmitteln, die reich an natürlichen Bitterstoffen sind, gehören unter anderem die Bittermelone, grünes Blattgemüse (Salat, Spinat, Mangold, Kohl usw.), Sesam, Radicchio, Grapefruit, Oliven, Aubergine, bittere Schokolade, wilder Spargel und Artischocken. Diese vielseitigen Lebensmittel lassen sich problemlos in den täglichen Speiseplan integrieren.

Bittere Heilpflanzen und Gewürze

Auch unter den Heilpflanzen und Gewürzen gibt es viele, die reichlich Bitterstoffe liefern, wie Mariendistel, Löwenzahn, Aloe vera, Kamille, Pfefferminze, Orangenwurzel, Wermut, Neem, Berberitzen, Enzian, und die Gewürze Kurkuma, Ingwer, römischer Kümmel, Zimt, Bockshornklee, Senfkörner und Asant.
Verwende bittere Heilkräuter und Gewürze am besten als Zugabe zu Smoothies, Salaten, Suppen und anderen herzhaften Speisen, wo sie das Aroma bereichern.
Mehr Informationen zu bitteren Wildkräutern erhältst du auch bei einer guten Wildkrautwanderung.
Du siehst also, dass dir eine ganze Menge Pflanzen, Kräuter und Gewürze zur Verfügung stehen, die dem Organismus die lebensnotwendigen Bitterstoffe liefern, und so zum allgemeinen Wohlbefinden beitragen. Diese Liste ist natürlich nicht vollständig, sie ließe sich noch beliebig erweitern.
Dass uns die Bitterstoffe tatsächlich helfen, hat ein jeder von uns schon mal erfahren, der nach einer üppigen Mahlzeit ganz spontan zu einem Gläschen Enzian, Wermut oder Magenbitter griff. Und gerade jetzt im Frühjahr geht für einen inneren “Frühjahrsputz” nichts über einen schmackhaften Löwenzahnsalat gewürzt mit Olivenöl.

Quelle: https://www.smarticular.net/bitter-macht-gesund-warum-du-mehr-bitterstoffe-essen-solltest/

Gruß an die Wissenden
TA KI

Löwenzahn, ein Unkraut gegen Krebs


Mit Füßen getreten, von Gärtnern gehasst und doch ist es ein alt ehrwürdiges Heilkraut Taraxacum officinale, der Löwenzahn, der sogar Krebszellen zum „Selbstmord“ zwingt.

 

Eine Heilpflanze mit Tradition und Zukunft

 

Als altehrwürdige Heilpflanze findet sich der Löwenzahn unter seinem lateinischen Namen Taraxacum bereits in den Lehrbüchern der arabischen Welt, so in den Aufzeichnungen des Arztes Avicenna (der einigen aus dem Werke der Medicus bekannt sein wird). Der Name könnte daher auch von tarak saha abgeleitet sein, was auf die diuretische Wirkung hinweist und soviel heisst wie “pissen lassen”. Im deutschsprachigen Raum findet sich das Kraut ab dem späten Mittelalter in Kräuterbüchern wieder.

Traditionell sind antientzündliche Wirkungen, entwässernde Wirkungen, galletreibende, leicht abführende und leberschützende Wirkung des Löwenzahns bekannt. So fanden sich auch Anwendungen bei Verdauungsproblemen (auch Colitis), Leberleiden, Drüsenschwellungen, Warzen, zur Entgiftung bei rheumatischen Erkrankungen, Gicht oder Hautkrankheiten.

 

Doch mehrere Studien belegen auch Wirkung gegen verschiedene Krebsarten und zwar sogar dann, wenn die Tumoren gegen andere Medikamente therapieresistent sind. Erste Studien hierzu wurden bereits 1981 veröffentlicht:  Sieyaku K. Taraxacum extracts as anti-tumor agents. 1981; 94:374 und Baba K, Abe S, Mizuno D.Antitumor activity of hot water extract of dandelion, Taraxacum officinale-correlation between antitumor activity and timing of administration. Yakugaku Zasshi 1981; 101:538-43.

 

Inhaltstoffe

 

Die Pflanze enthält je nach Pflanzenteil (Blatt, Stengel, Blüte oder Wurzel) unterschiedliche Anteile:

  • Alkaloide
  • Tannine
  • Saponine
  • Flavonoide
  • Terpenoide
  • Glykoside
  • Phenole
  • Sesquiterpen-Bitterstoffe
  • Aminosäuren
  • Cholin
  • Kalium
  • Zink
  • Kupfer
  • Inulin (besonders in der Wurzel)
  • Carotinoide
  • Vitamin C
  • Vitamin B
  • Vitamin E

 

als Auszugsmittel werden zumeist Wasser oder Alkohol verwendet, aber auch der Verzehr der Pflanzenteile oder Frischpflanzensaft ist möglich.

 

Studien zur Anwendung von Löwenzahn bei Krebs

 

Darmkrebs

 

Studien zur Wirksamkeit gegen Darmkrebs zeigten in vitro und im Tierversuch (in vivo) verschiedener Hinsicht.

In den Studien wurde mit wässrigem Wurzelextrakt gearbeitet. Ein Vergleich zum ethanolischen Extrakt zeigte in diesem keinen wesentlichen Vorteil. Im Ergebnis stellte sich heraus, dass die Anwendung das Wachstum selbst aggressiver Tumorzellen hemmt und deren Zellkraftwerke (Mitochondrien) angreift. Dieser Effekt betrifft selektiv nur die Krebszellen, nicht gesunde Zellen, anders als bei dem vergleichsweise untersuchten Mittel FLOFOX, das sowohl gesunde, als auch Krebszellen attackiert. Ebenfalls wurde eine Hemmung der Zellen in andere Gewebe zu streuen beobachtet. Im Mäuseversuch wurden hierbei 40 mg/ kg/ Tag eingesetzt. Das entspricht bei 80 kg einer Tagesdosis von 3,2 g was sich im Rahmen der traditionellen Anwendungsempfehlungen von 3 – 4 g befindet. Erste Effekte traten hierbei bereits nach 48 h auf.

 

Pankreaskrebs

 

Zu vergleichbaren Ergebnissen wie bei Darmkrebs kam auch eine Studie in Bezug auf Bauchspeicheldrüsenkrebs. Pankreaszellen waren gegenüber wässrigem Löwenzahnextrakt empfindlich. Dieser Extrakt führte zum programmierten Zelltod in den Krebszellen. Löwenzahnwurzel Extrakt verursachte den Kollaps des Mitochondrienmembran Potentials, was zur Selbstvernichtung des Gewebes führte. Normale menschliche Zellen reagierten jedoch bei ähnlicher Dosis nicht, es besteht also keine erhebliche Wirkung auf gesunde Zellen.

 

Brust- und Prostatakrebs

 

Eine weitere Studie befasste sich mit der Wirkung von wässrigem Auszug aus verschiedenen Teilen der Pflanze auf Brust- und Prostatakrebszellen. Untersucht wurde hierbei der Effekt von Auszügen aus Blüte, Blatt und Wurzel. Hier zeigte sich, dass das Extrakt aus den Blättern das Wachstum der Brustkrebszellen hemmte.

Gegen die Ausbreitung in Nachbargewebe wirkte interessanter Weise bei Brustkrebs das Wurzelextrakt, während das Extrakt der Blätter die Invasion von Prostatakrebszellen blockierte. Es kann also durchaus sinnvoll sein, sich nicht nur auf die Wurzel oder Blatt Teile der Pflanze zu beschränken um ein volles Wirkspektrum zu erhalten.

 

Leukämie

 

Wässriges Löwenzahnwurzelextrakt induziert wirksam den Zelltod in menschlichen Leukämie-Zelllinien in einer Dosis- und zeitabhängigen Weise. Interessanterweise wurden nicht-krebsartige mononukleäre Zellen des peripheren Bluts , die dem Extrakt unter den gleichen Behandlungsbedingungen wie Leukämiezellen ausgesetzt waren, auch hier nicht signifikant beeinträchtigt. Die Ergebnisse legen nahe, dass wässriges Extrakt Komponenten enthält, die den Zelltod selektiv in kultivierten Leukämiezellen induzieren man hofft daher auf eine nicht toxische Alternative zur konventionellen Leukämietherapie.

 

Chemotherapieresistente Melanoma

 

Eine Studie zeigt, dass Löwenzahnwurzelextrakt spezifisch und effektiv programmierten Zelltod in menschlichen Melanomzellen induziert, ohne in nicht-kanzerösen Zellen eine Toxizität zu induzieren. Interessanterweise reagierte eine relativ resistente menschliche Melanomzelllinie Löwenzahn, wenn sie mit dem metabolismusstörenden Antitype-II-Diabetikum Metformin kombiniert wurde.

 

Bekannte Nebenwirkungen und traditionelle Gegenanzeigen

 

Es kann zu allergischen Reaktionen kommen, Taraxinsäure erscheint die allergenste Komponente der Pflanze sein. Auch Kontaktallergien gegen den Milchsaft der frischen Pflanze sind hier möglich.

Saures Aufstoßen wurde bei sehr empfindlichen Personen beobachtet Dosen von bis zu 6 Gramm pro kg Körpergewicht, führten im Tierversuch zu keinerlei akuter messbarer Toxizität, ebenso ist nichts über langzeit toxische oder gar krebserregende Wirkungen bekannt. Im Gegenteil, Löwenzahn ist eines von mehreren Gemüse, dass antimutagene Wirkungen zeigt

Die Traditionelle Medizin rät von einer Anwendung bei Entzündungen der Gallenwege, Gallensteinen, Gallengangswegen oder Darmverschluss von einer Anwendung ab.

Einige Kräuterkundige empfehlen, die Kombination von Löwenzahn und entwässernden Medikamenten (Diuretika) zu vermeiden.

Über Anwendung in der Schwangerschaft liegen kein hinreichenden Erfahrungswerte vor. Keine nachteiligen Auswirkungen wurden berichtet, wenn in Dosen eingenommen, die normalerweise als Nahrung konsumiert werden.

 

In der Literatur überlieferte Dosisangaben

 

Es herrscht insgesamt Uneinigkeit, welche Dosis und Darreichungsform die effektivste und sinnvollste ist. Studien wurden meist mit wässrigen oder alkoholischen Auszügen durchgeführt, auch Extraktionen mit CO2 wurden bereits untersucht, sind aber nicht erhältlich oder selbst herstellbar. Wie die Studie zu Pankreas- und Brustkrebs zeigt, kann durchaus die Verwendung von Zubereitungen aus der ganzen Pflanze sinnvoll sein. Hier einige Beispiele, die jedoch keinesfalls als medizinische Einnahme Anweisung zu verstehen sind:

 

  • Frische Blätter:   4-10 g täglich
  • Getrocknete Blätter: 4-10 g täglich
  • Frischer Blattsaft: 1 tl (4-8 ml) zweimal täglich
  • Flüssigkeitsextrakt: 1-2 Teelöffel täglich
  • Frische Wurzeln: 2-8 Gramm täglich
  • Getrockneter pulverisierter Extrakt: 250-1000 mg drei- bis viermal täglich
  • Tee: 2 Tassen kochendes Wasser über eine 6 frische Blätter gießen und 10 Minuten ziehen lassen
  • Wurzelabkochung: 1 Tasse Wasser mit 2-3 Teelöffel getrockneter, geschnittener Wurzel für 15 Minuten abkochen.
  • Wickel: Das frische Pflanzenmaterial Menge je nach größe der Stelle zermörsern, die Paste gleichmäßig über die zu behandelnde Stelle verteilen das Ganze mit einer Mull- oder Gazebinde abdecken und fixieren, den Wickel mehrere Stunden, beispielsweise über Nacht wirken lassen, Stelle nicht waschen, sondern an der Luft trockenen lassen

Quellen:

Handbuch der Klosterheilkunde, Dr. Johannes Gottfried Mayer, Dr. med. Bernhard Uehleke, Pater Kilian, Verlag Zabert Sandmann GmbH München  www.zsverlag.de

ISBN 3-89883-016-0

https://pdfs.semanticscholar.org/fb65/97543d933256cbe8db76f99cef94e426860c.pdf

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5341965/

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22647733

https://www.spandidos-publications.com/ijo/32/5/1085

http://www.-www.longwoodherbal.org/dandelion/dandelion.pdf

http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0378874110006434

https://www.hindawi.com/journals/ecam/2011/129045/abs/

Quelle: http://www.lebensweisekompakt.de/loewenzahn-ein-unkraut-gegen-krebs/

Gruß an die Heilkraft von Mutter Natur

TA KI

20 Bäume, die keine Lust hatten, normal zu wachsen.


Die meisten Bäume auf der Welt sind nicht unbedingt spektakulär. Manche brechen jedoch aus diesem Schema aus und wachsen in bemerkenswerten Formen. Die folgenden 20 Bilder zeigen, dass man auch bei Bäumen einen zweiten Blick riskieren sollte.

1.) Wenn es so etwas wie nicht-jugendfreie Bäume gäbe, würde der folgende ganz bestimmt darunter fallen.

reddit/calvanismandhobbes

2.) Der hat etwas von einem chinesischen Drachen.

 

3.) Sieht aus wie ein Schwein, das für Vegetarier grundsätzlich geeignet wäre.

reddit/Lolrama

4.) Eulen sitzen offenbar nicht nur auf Bäumen, sondern sind manchmal sogar welche.

Imgur

5.) Der Baum hat einen Drachen verschluckt.

reddit/hanimilly

6.) Wie viele Augen der wohl hat?

Imgur/lekartofdanger

7.) Der könnte in einem Horrorfilm auftreten.

reddit/serioussiracha

8.) Scheint so, als sei der Baum ziemlich verwundert.

reddit/deadphishcheez4

9.) Man könnte meinen, er genieße eine herzhafte Mahlzeit.

reddit/korrupt-wolf

10.) Ich glaub‘, mich tritt ein Elch.

reddit/BlackDogLedZepp

11.) Dieser knorrige Kerl scheint mit seinem Standort nicht zufrieden zu sein.

Imgur/pufferfish

12.) Vor allem bei Nacht hinterlässt dieser Baum wohl einen nachhaltigen Eindruck.

reddit/2manyToys

13.) Offensichtlich ein Teufelsbaum.

Imgur/lukeram

14.) Der Denker unter den Olivenbäumen.

 

 

15.) Eine Baummiezekatze.

16.) Fast besser als eine Skulptur aus Marmor.

17.) Mit solchen freundlichen Bäumen würde doch jeder ein Foto machen.

18.) Auch Bäume können anscheinend mit ihrem Rücken entzücken.

19.) Dieser hat das gewissen Etwas.

20.) Ein wirklich reizendes Antlitz.

Da geht man doch beim nächsten Waldspaziergang mit ganz anderem Blick durchs Unterholz. Wer weiß, welche interessanten Bäume sich in deinem Wald verstecken?

Quelle: http://www.heftig.tv/baeumlein-aber-anders/

Gruß an die Wunder der Natur

TA KI

Naturentfremdung: Kinder kommen immer weniger ins Grüne


Spätestens mit 40 weiß man, dass früher alles besser war: Kinder spielten auf der Straße „Räuber und Gendarm“, bauten Baumhäuser – aus Brettern und Planen, nicht aus Minecraft-Würfeln –, stauten Bäche auf, kamen abends dreckig und mit aufgeschlagenen Knien nach Hause und fielen nach dem „Sandmännchen“ erschöpft ins Bett.

Heute verbringen Kinder einen großen Teil ihrer Zeit in Innenräumen und kommen mit Natur kaum noch in Berührung. Das Bild mag überzeichnet sein, der Trend aber scheint eindeutig.

Seit 20 Jahren verfolgt der „Jugendreport Natur“ das Verhältnis junger Menschen zur Natur. Für den 7. Report von 2016 wurden 1253 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 6 und 9 in Nordrhein-Westfalen befragt. „Die Ergebnisse zeigen deutlich: Die Distanz zur Natur wird immer größer“, sagt Rainer Brämer, Initiator und Autor des „Jugendreport  Natur“. Verblüffend ist, dass auch grundlegendes Wissen verloren geht.

So wussten nur 35 Prozent der Befragten, wo die Sonne aufgeht. Ein Fünftel kreuzte „Norden“ an. 2010 hatten noch zwei Drittel der Teilnehmer richtig geantwortet. Auch die Frage, in welchem Monat die Sonne am spätesten untergehe, beantworteten nur ein Viertel der Teilnehmer richtig.

Eine andere Aufgabe lautete zum Beispiel: „Nenne drei essbare Früchte, die bei uns im Wald oder am Waldrand wachsen.“ Nur zwölf Prozent lösten sie korrekt. Am häufigsten wurden Brombeeren, Himbeeren, Blaubeeren genannt. Mit großem Abstand folgten Nüsse, Bucheckern und Pilze.

Unter den falschen Antworten dominierten zwar heimische Früchte wie Äpfel und Birnen, genannt wurden aber auch Bananen, Mangos und Ananas. Das Ergebnis sei in vielerlei Hinsicht erschreckend, schreiben die Autoren des „Jugendreport“: „Einerseits scheinen viele Kinder und Jugendliche nicht zu wissen, welche essbaren Früchte im Wald wachsen. Zum anderen gehen nicht wenige davon aus, dass Früchte, die es im Supermarkt gibt, einfach im Wald gesammelt werden können.“

„Im deutschsprachigen Raum wird das Phänomen Naturentfremdung kaum wahrgenommen“, sagt der Physiker und Natursoziologe Brämer. „Weder Psychologie noch Soziologie oder Naturwissenschaften fühlen sich für die Erforschung der Rolle der Natur im Alltag verantwortlich.“ (Heilkräfte der Natur: Aufenthalt im Grünen fördert die Gesundheit)

In Amerika und England hingegen gibt es ein wachsendes Bewusstsein für das Thema und eine Vielzahl von Studien. Für die fehlende Verbindung von Kindern zur Natur wurde gar die griffige Bezeichnung „Nature Deficit Disorder“ geprägt.

Schon 2002 hatte eine Studie aus England festgestellt, dass Achtjährige 78 Prozent aller Pokémon-Charaktere unterscheiden können, aber nur 53 Prozent der gewöhnlichen britischen Tierarten. Beim Thema Artbestimmung hapert es allerdings auch bei Erwachsenen: Eine Auswertung des britischen Umweltaktivisten George Monbiot von Artikeln zum Eschensterben zeigte, dass die Hälfte der Beiträge mit Bildern von Buchen, Eichen oder Bergahorn illustriert waren.

„Schon die Elterngeneration hat wichtige Verbindungen zu unserem arteigenen Biotop verloren und kann sie daher auch nicht mehr für ihren Nachwuchs knüpfen“, sagt Brämer.

Die Entwicklung macht sich ebenfalls in unserer Kommunikationskultur bemerkbar, denn Naturbegriffe verschwinden auch aus Songtexten, Romanen und Filmen. Die beiden Psychologinnen Selin und Pelin Kesebir durchsuchten für ihre im März 2017 erschienene Studie 6000 Liedtexte und ebenso viele Romane und Drehbücher bis ins Jahr 1900 zurück. 

Ihr Ergebnis: Seit den 1950er Jahren gehen Vogel-, Baum- und Blumennamen sowie Naturbegriffe wie Sonnenuntergang in unserem Sprachgebrauch zurück. Zum Teil ist das gar eine bewusste Entscheidung: Als 2015 die Jugendausgabe des „Oxford Dictionary“ neu aufgelegt wurde, protestierten namhafte britische Autoren gegen die Wortauswahl: Naturbegriffe wie Kanarienvogel, Grasland und Brombeere (englisch: blackberry) waren aus dem Jugendlexikon gestrichen worden, um Wörtern wie Blog, Voicemail und BlackBerry (Smartphone-Marke) Platz zu machen.

Für die beiden Schwestern ein deutlicher Hinweis dafür, dass der Mensch den Kontakt zur Natur verliert. Die Ursache sehen die Psychologinnen im technischen Fortschritt, vor allem in der Zunahme der Erholungs- und Unterhaltungsmöglichkeiten zu Hause, also Fernseher und später Video- und Internetspiele.

Eine naheliegende Erklärung, wenn man sich anschaut, wie hoch der Medienkonsum Jugendlicher ist. Im „Jugendreport Natur“ gab mehr als die Hälfte der jungen Generation an, mindestens drei Stunden pro Tag vor dem Bildschirm zu verbringen. Die Zahlen decken sich mit Erhebungen aus England, wonach Jugendliche bis zu 17 Stunden pro Woche fernsehen und 20 Stunden online verbringen.

„Die Spiele bieten eine unendliche Fülle an Herausforderungen und Bewährungsmöglichkeiten in einem ähnlich wie früher in der Natur weitgehend unkontrollierten Raum. Die Natur hält mit der hohen Reizdichte dieser Spiele nicht mit und erscheint langweilig“, so Brämer. Ein ursächlicher Zusammenhang von Mediengebrauch und Naturentfremdung konnte bislang aber in keiner Studie belegt werden. Frage man jedoch Kinder, warum sie nicht in die Natur hinausgingen, führten sie selbst Fernsehen und Computerspiele ins Feld, so Brämer (Digitalisierung: Zurück in die Steinzeit – Cyberattacke auf die Nervennetze des Gehirns (Videos)).

Neben den Verlockungen der digitalen Welt existieren weitere Gründe für die zunehmende Entfremdung: Laut einer Studie der Vereinten Nationen leben 75 Prozent der Bevölkerung in den Industriestaaten in Städten, ein Trend, der sich in den nächsten Jahrzehnten verstärken wird. Und wer in der Stadt aufwächst, hat selten die Möglichkeit, Baumhütten zu bauen und Tiere zu beobachten.

Auch unser Schulsystem unterstützt die Naturbildung junger Menschen eventuell nicht genug: In vielen Bundesländern, etwa im rot-grün regierten Baden-Württemberg, wurde der Biologieunterricht gekürzt.

Und selbst der Naturschutz ist Teil des Problems: „Früher war es selbstverständlich, sich als Kind ein Einmachglas mit Kaulquappen zu holen und die Umwandlung zum Frosch zu beobachten“, sagt Uwe Fritz, Direktor der Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen Dresden. „Das ist ein überaus eindrucksvolles Naturerlebnis. Heute macht man sich damit strafbar.“

Die Frage ist: Kann man die Naturentfremdung hinnehmen, oder sollte man ihr entgegenwirken? Schon länger beklagen Biologen und Naturschützer das abnehmende Interesse und damit einhergehend die abnehmenden Kenntnisse an der belebten Umwelt.

Eine Allensbach-Umfrage im Auftrag der Deutschen Wildtierstiftung von 2016 bestätigt den Eindruck: Auf die Frage „Wo sollte man sich auskennen?“ rangieren Rechtschreibung (81 Prozent), Gesundheitsvorsorge (52 Prozent) und der Umgang mit Computern (46 Prozent) weit vor Kenntnissen der Natur (25 Prozent).

Was sich zum Beispiel auch im eigenen Garten zeigt: Statt Hecken zu pflanzen, die Insekten und Vögel ernähren, pflanzt man gerne Immergrünes wie etwa den beliebten Kirschlorbeer – und könnte genauso gut einen Plastikbaum aufstellen. „Selbst eine Betonmauer ist ökologisch wertvoller, auf ihr wachsen mit der Zeit wenigstens Flechten und Moose“, sagt Sönke Hofmann vom NABU.

Uwe Fritz stellt aber auch Veränderungen bei Biologiestudenten – einer ehemals naturnahen Spezies – fest: „Früher hatte ich unter meinen Studenten immer jemanden, der sich in einer Tiergruppe besonders gut auskannte, zum Beispiel mit Vögeln oder Insekten. Das gibt es kaum noch.“

Allgemein hätte das Interesse an der organismischen Biologie abgenommen: Im vergangenen Semester etwa hätten nur vier Studenten am Kurs „Anatomie der Wirbeltiere“ teilgenommen. Wenn sich aber niemand mehr für die belebte Natur interessiert, woher kommen dann die zukünftigen Naturschützer?

Das Desinteresse hat mittlerweile konkrete Auswirkungen: „Wir haben hier häufiger den Zoll zu Besuch, weil dort niemand ausreichend Artenkenntnisse hat, um zu erkennen, ob es sich bei dem Mitbringsel aus Thailand oder Marokko um eine geschützte Tier- oder Pflanzenart handelt oder nicht“, sagt Fritz.

Auch im Naturschutz gäbe es bereits Engpässe, weil das fachliche Knowhow fehle. So sterben nicht nur Insekten und Vögel aus, sondern auch diejenigen, die sie auseinanderhalten können.

Neben den negativen Auswirkungen für den Naturschutz existieren ebensolche für den Menschen selbst: Wer seine Freizeit ausschließlich in Räumen verbringt, gefährdet seine Gesundheit. Zahlreiche Studien belegen, dass der Aufenthalt im Grünen, fernab von Menschenmengen und Verkehrslärm, zum Wohlbefinden beiträgt: Blutdruck und Puls sinken, ebenso der Cortisolgehalt im Blut – man entspannt.
In Japan etwa gehört das „Forest bathing“, Spaziergänge im Wald, zu einem gesunden Lebensstil; und Studien belegen, dass Menschen, die in der Nähe von Grünflächen leben, psychisch gesünder und glücklicher sind als solche, die von Gebäuden umgeben sind. Wie also den Trend umkehren? Umweltpädagogische Belehrungen werden kaum weiterhelfen, und nicht jeder kann in die Nähe eines Parks ziehen („Shinrin-yoku“ – Doktor Wald).Neben einem lebensnahen Naturunterricht in Jugendwaldheimen und Bauernhöfen plädiert Brämer auch für mehr Aufenthalte im Wald – für Kinder allerdings unbeaufsichtigt und mit Gleichaltrigen. Auch damit sie, wie ihre Eltern und Großeltern vor ihnen, eines Tages angeben können, dass die Naturerlebnisse ihrer Kindheit zu ihren schönsten Erinnerungen zählen.
Quelle: https://www.pravda-tv.com/2017/10/naturentfremdung-kinder-kommen-immer-weniger-ins-gruene/
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Gruß an die Erkennenden
TA KI